Die Darcys auf Pemberley, Teil XXX

von Bihi
GeschichteRomanze, Familie / P16
Elizabeth Bennet Fitzwilliam Darcy Georgiana Darcy Mr. Bennet OC (Own Character)
09.06.2019
14.07.2019
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Am Spätnachmittag am Sonnabend kam überraschend eine Nachricht aus Georgianas Stadthaus. George war mit seiner Familie eingetroffen. Natürlich wurden sie sofort eingeladen. Schließlich musste ja noch Personal angefordert werden. Das stand zwar schon fest, sollte aber erst einen Tag später kommen.
George, Susan und die Rasselbande kamen wirklich praktisch auf der Stelle. Er sagte nichts dazu, warum er früher als erwartet angekommen war, nur, dass sie sich es anders überlegt hätten und die Idee von Opa Bennet stammte. Den Kindern war nichts verraten worden. Man konnte nie wissen, ob sie wirklich still blieben. Aber das verärgerte weder George noch Susan. Das kannten sie noch zur Genüge von ihren jüngeren Geschwistern und Verwandten. Man musste eben bestimmte Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.
Agatha und Christopher waren sehr erfreut, hier einen Teil der Tanten wiederzusehen, aber enttäuscht, dass weder Arthur noch ihre eigenen Cousins und Cousinen da waren. Sie ließen sich aber schnell ablenken, indem sie ins Spielzimmer gebracht wurden. Agatha tauchte ganz schnell wieder im Salon auf. Sie hatte nämlich eine hervorragende Idee.
„Mama, wenn Du und Papa hier auch ein Kuschelbett habt, können wir heute doch hier schlafen. Neben dem Spielzimmer stehen viele leere Betten rum und Christopher kriegt eine Matratze auf den Boden, damit er nicht aus dem Bett fallen kann.“
„Da musst Du Papa fragen. Oder besser Opa. Ich kenn mich mit den Zimmern hier nicht so gut aus.“
„Papa und Opa, habt ihr zugehört, als ich das Mama erklärte? Geht das so? Bevor ihr jetzt 'Nein' sagt, kann ich das gerne noch einmal wiederholen.“
Alle amüsierten sich über dieses überaus höflich vorgebrachte Angebot. Agatha lag ganz offensichtlich sehr viel daran, dass ihr Wunsch erfüllt wurde.
Opa runzelte wie tief in Gedanken die Stirn: „Ich denke mal, das könnte klappen. Allerdings finde ich es nicht gut, dass Christopher auf dem Boden schlafen soll. Das bringt doch nur Spaß, wenn man Gesellschaft hat, oder? Ich lasse einmal suchen, ob wir noch ein Bett für ihn haben, eines, aus dem er nicht herausfallen kann.“
„Toll! Und könnt ihr mir dann verraten, wo Mama und Papa schlafen? Das ist wichtig, sonst können wir nicht zum Kuscheln kommen!“
„Das zeigen wir Euch, bevor Ihr ins Bett geht.“
„Ich finde das sehr nett von euch, dass wir das so machen können!“ Küsschen für Oma, Opa, Mama und Papa und schon war sie wieder weg.

Am Sonntagmorgen ertönte wieder Gequieke aus Elizabeths Schlafzimmer. Endlich waren wieder Kuschler im Haus! Fitzwilliam bedauerte nur, dass es nicht seine eigenen waren. Aber das war nun einmal nicht zu ändern.
Da Mrs. Collins auf Pemberley geblieben war, um Mr. Bennet Gesellschaft zu leisten, blieb die Familie George im Haus. Das heißt, er blieb im Haus, Susan ging, die Dienstboten einzuweisen. Sie gingen dann nachmittags zur Kirche, als es wieder genügend Leute gab, ihre beiden Rabauken zu beaufsichtigen.
Sie waren kaum von der Kirche zurück, als auch schon die langersehnte Kutsche vorfuhr. Die Bingleys waren im Haus der Stanfolks abgestiegen, William und Peter brachten nun Arthur. Bevor sie ausstiegen, sagte Peter: „Ich weiß, Annie und Gigi werden nicht sehr laut quieken, aber doch wohl ein wenig? Ohne Quieken nach Hause kommen ist doch langweilig!“
Es wurde noch besser: George und Anne mit ihren auch schon großen Kindern und mit David und Daniel Gardiner waren gekommen, Eliza mit ihrer Familie ebenfalls. Die Kutschen parkten in einer Nebenstraße, damit Arthur überrascht werden konnte.
Und überrascht war er – und wie! Die Kinder waren ermahnt worden, erst zu jubeln, wenn die Tür wieder geschlossen war. Es klappte hervorragend. Peter war sehr erfreut, dass er nun den Jubel mit Arthur gemeinsam genießen konnte.
Nach dem Willkommenstrunk sah Arthur in die Runde: „Also, ich hoffe, alle bleiben zum Tee, aber da müssen wir doch Tante Jane, Onkel Charles und John und Jerry auch einladen. Haben wir für alle Platz? Sonst müssen wir eben in zwei Räumen essen.“
Jetzt rückten Anne und George mit ihrem Plan heraus: „Wir gehen jetzt wieder, um das Abendessen vorzubereiten. Dazu laden wir alle hier ein, dazu noch die Bingley und Gardiner Familien.“
David und Daniel wollten aber noch bleiben und mit Agatha und Christopher spielen. Das wurde ihnen erlaubt. Walter und Alice waren nämlich dabei, ein neues Haus zu suchen. Der Umzug wäre dann wohl erst im Spätfrühling. Aber es war eindeutig zu wenig Platz im bisherigen Haus für drei Kinder. Als Marc mitbekam, das von den Kindern keines ging, bestand er ebenfalls darauf, bleiben zu dürfen. Natürlich wurden die Bingleys zum Tee eingeladen.

Es gab also wieder einmal ein großes Begrüßungsessen im Stadthaus von Anne und George. Die Gastgeber waren zwar so ganz anders aufgewachsen, genossen den Trubel aber sehr.
Walter und Alice hatten sich für ein Haus entschieden. Es war dieses mal nicht gepachtet, sondern gekauft und deshalb sehr viel großzügiger. Was nicht als Kinderzimmer benötigt wurde, waren eben Gästezimmer. Kein Problem. Sie wussten jetzt nur nicht, wie sie den Umzug gestalten sollten.
Alma sagte nur: „Das dürfte doch klar sein, Alice. Ihr zieht für zwei, drei Tage entweder zu uns oder zu den Schwiegereltern. Edward übernimmt das Kommando im Geschäft für zwei, drei Tage alleine, Walter kümmert sich um den Umzug und Du ruhst Dich aus. Also sollte das noch möglichst vor Ostern geschehen. Hinterher ist wohl an ein echtes Ausruhen nicht mehr zu denken, oder?“
Man konnte Mr. und Mrs. Gardiner ansehen, dass ihnen der Plan sehr gefiel, falls die Familie zu ihnen zog. Der Plan wurde also auf der Stelle von allen Beteiligten gutgeheißen.
Peter fragte zum Abschied, wie oft man sich denn so wiedersehen könne. Sein Vater antwortete prompt: „Das kann ich noch nicht vorhersehen. Morgen fahren wir jedenfalls weiter, damit Du endlich Deinen Neffen kennenlernen kannst.“
Während Peter vor lauter Vorfreude gar nicht mehr hinhörte, was noch gesagt wurde, erklärte William: „Meine Mutter ist schließlich meine Verantwortung.“
Die Ermahnungen und Drohungen hatten also nicht die erhoffte Wirkung gehabt. Nun ja, es war ja nur für eine begrenzte Zeit. Wenn es gar nicht anders ging, würde man eben noch vor Schuljahrsanfang nach Stanfolk Place zurückfahren müssen.

Bevor sich diese fröhliche Gruppe auflöste, sagte Arthur noch mit erhobener Stimme: „Und ich möchte allen danken, die Mama und Papa geholfen haben, mir eine traditionelle Heimkehr zu ermöglichen.“ Dabei strahlte er jeden an. Ja, auch die Erwachsenen hatten geholfen, und das nicht nur, weil sie die für den Jubel notwendigen Kinder hatten, sondern weil auch sie irgendwie dazugehörten, wenn man so richtig nach Hause kommen wollte. Am meisten freuten sich diejenigen über den Dank, die ihn gar nicht richtig verstanden hatten: Daniel und Christopher.
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