Mechanisches Herz

von DanBerry
GeschichteKrimi, Romanze / P18 Slash
Hank Anderson RK800-51-59 Connor
09.06.2019
24.08.2019
6
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Hanks Wagen, 13.10.2040, 13:11 Uhr

Aus dem alten Autoradio ertönte laute, schrille Musik, welche Connor keine Zeit zum Nachdenken ließ. Dabei hatte er so viele Dinge, die ihn momentan durch den Kopf gingen, Fragen, die ihm nur sein Partner beantworten konnte. Doch das alte Gerät spielte einen Heavy Metal Song nach dem anderen ab, was jegliche Konversationen zunichte machte. Der Lieutenant versuchte so jeglichen unangenehmen Fragen seitens seines Androidenpartners aus dem Weg zu gehen.

“Lieutenant Anderson?“, rief ihm Connor zu, in der Hoffnung, dass sein Partner ihn so verstehen konnte, jedoch bei ihm auf taube Ohren stieß. “Lieutenant, könnten sie das bitte leiser machen?“, versuchte er es erneut. Jedoch drang auch diese Bitte nicht zu dem Älteren durch. Der Android malte sich bereits diverse Todesszenarien für dieses nervtötende Radio aus, es z.B. einfach hacken und es dann zum implodieren zu bringen, um endlich die gewünschte Ruhe zu erlangen. Bedauerlicherweise hatte Hank eine Schwäche für dieses veraltete Gerät, was ihn sauer aufstoßen ließ. Er seufzte.

Ohne groß zu überlegen tippte Connor auf den Ausschaltknopf des Radios und die Musik verstummte augenblicklich. Sogleich durchbohrte ihn ein böser Blick seitens seines Partners. Noch bevor dieser überhaupt seine Stimme erheben konnte, fing Connor bereits an, seine Fragen zu stellen. “Tut mir leid, Sir, aber wir müssen uns unterhalten. Über ..“, er zeigte mit einen seiner Finger auf die Akte, “...das hier. Ich habe sie mir bereits durchgelesen. Es ist der Fall von heute morgen, richtig? Der im Park.“, schlussfolgerte er. “Sind sie vielleicht deshalb so wütend? Weil wir diesem Fall zugewiesen wurden? Wenn ja, gibt es dafür einen speziellen Grund?“, hakte er schließlich nach. “Ist das dein Scheißernst, Connor?? Kannst du dir das nicht denken!?, konterte der Ältere gereizt mit einer Gegenfrage. “Sie wissen schon, wenn ich es wüsste, müsste ich sie nicht fragen.“, erwiderte Connor leicht durcheinander.

Hank fasste sich ratlos an die Stirn. Er schimpfte innerlich mit sich selbst, wusste er doch eigentlich von der naiven und direkten Art seines Partners. Aber genau diese Eigenart machte seinen Charme aus, welche Hank eigentlich so an ihn mochte. “Lieutenant?“, sprach Connor weiter, bekam jedoch keine Antwort. Er rutschte leicht nach hinten, als plötzlich das Auto zum Stehen kam, da die Ampel auf Rot zeigte. Hank nutzte die Gelegenheit und sah dem Androiden direkt in die Augen, als würde er irgendetwas darin suchen. Er würde ihm zu gerne seine Sorgen mitteilen, wusste aber nicht wie er es anstellen sollte. Sein Stolz hielt ihn davor ab, es direkt auszusprechen. Seine Finger näherten sich der LED an der Schläfe des Androiden, dabei fuhr er zärtlich darüber. Zögernd strich der Ältere eine braune Haarsträhne aus Connors Gesicht. Dieser schaute ihn fragend an. Hank wusste selbst nicht genau was er da tat. Ihm war lediglich bewusst, dass er große Angst hatte seinen Partner zu verlieren. Er näherte sich Connors Gesicht und ließ seine Stirn auf die des Androiden fallen. Er spürte eine angenehme Kühle, die von Connor ausging.

Diese nicht vorhersehbare Situation überforderte den Androiden merklich. Trotzdem ließ dieser diese ungewohnte Nähe zu, war ihm diese nicht unangenehm. Er zuckte plötzlich zusammen, als er in Hanks sorgenvolle Augen blickte. Connors LED wechselte kurz von Blau auf Rot. Bevor er überhaupt etwas dazu sagen konnte, meldeten sich die Autos hinter ihnen. Die Ampel zeigte inzwischen wieder Grün. Schnell löste sich der Ältere von Connor und richtete seinen Blick wieder auf die befahrene Straße. “Scheiße..“, fluchte Hank schließlich leise vor sich hin.

Sein Androidenpartner war noch immer wie betäubt von der plötzlichen Nähe des Lieutenant. Dessen eisblaue Augen, welche ihn soeben noch gefangen nahmen, die Wärme die er soeben noch auf seiner synthetischen Haut spürte..., der bloße Gedanke daran ließ Connors Thiriumpumpe schneller schlagen. Jedoch verebbte dieses sonderbare zugleich schöne Gefühl schnell wieder, als der Android an die schmerzlichen Worte von Detektive Reed dachte, dass er bloß ein Ersatz für Hanks verstorbenen Sohn Cole wäre. Er fühlte, wie sich eine tiefe Leere in seiner Brust ausbreitete, welche ihn zu verschlingen drohte.

“Connor!“, holten Hanks Worte, ihn wieder in die Realität zurück. “Hörst du mir überhaupt zu? Ich habe gesagt, du musst es nicht tun.“

Connor wusste nicht was mit 'es' gemeint war. Schnell setzte er die gespeicherten Erinnerungsfetzen von Hanks Worten in seiner Datenbank zusammen und suchte im öffentlichen Netzwerk nach der Wortbedeutung 'es'. Sogleich wurde er fündig, was ihm aber umso mehr stutzig machte. “Geht es um Sex?“, blickte ihn der Android verwirrt an. Als der Ältere dies vernahm, lief er Rot an. “Den Fall! Ich meinte den Fall...! Gott! Connor!“, stellte dieser augenblicklich richtig. Noch nie war Hank etwas so peinlich gewesen. Am liebsten würde er aus dem fahrenden Auto springen. Dieser Wunsch erledigte sich schnell, als sie endlich Zuhause ankamen. Hastig parkte er den Wagen vor seinem Haus.

“Die Verwirrung tut mir leid, Lieutenant, aber was genau meinen sie?“, fragte Angesprochener nach.

Sein Partner seufzte. “Ich werde alleine weiter ermitteln. Reicht dir das als Antwort?“, entgegnete ihm Hank, sichtlich genervt. Dabei schaute dieser ihn direkt in die Augen, die es absolut ernst meinten.

Jene Worte trafen Connor wie ein spitzes Messer direkt in sein Herz. Es waren Worte die er niemals aus seinem Mund hören wollte. Es machte ihn traurig und verunsicherte den Androiden. Dieser öffnete hastig die Autotür und stieg aus dem Wagen. Er sah leicht erbost zu Hank rüber, bevor er die Tür wieder schloss. “Es tut mir leid sie zu enttäuschen, Lieutenant, aber sie werden wohl auch weiterhin mit mir vorlieb nehmen müssen!“, entgegnete er ihm trotzig.

Nun war es der Ältere, der verdutzt aus der Wäsche schaute. “Was hat der Junge denn jetzt schon wieder?“, grummelte Hank vor sich hin. Er stieg ebenso wie Connor aus seinem Wagen und betrat mit ihm zusammen die Haustür, ohne das auch nur einer den jeweils anderen in die Augen blickte.

Bushaltestelle, 13.10.2040, 15:15 Uhr

Ein starker Regenschauer durchbrach die Wolkendecke. Die Menschen fingen an ihre Regenschirme hervorzuholen und aufzuspannen. Es gab bereits viele Androiden, die es ihnen gleichtaten, auch wenn sie die Kälte- und Hitzeempfindlichkeit jederzeit an- und ausschalten konnten. Wollten sie doch als ganz normal gehalten werden. Ein Bus hielt vor einer Haltestelle an. Eine vierköpfige Gruppe aus Androiden betrat diesen und setzen sich sogleich auf die wenigen freien Plätze. Auch wenn sie als neue Spezies anerkannt wurden und frei waren, konnten sie dennoch die mit Unbehagen erfüllten Blicke auf ihnen spüren.

“Daran werde ich mich wohl nie gewöhnen. Ich fühle mich wie ein Ausstellungsobjekt.“, teilte North mit. Unsicher blickte sie zu ihren Freund Markus, welcher neben ihr saß. Dieser ergriff sogleich ihre Hand, wollte er mit dieser kleinen Geste ihr ihre Unsicherheit nehmen. “Hab keine Angst. Sie werden uns nichts antun, auch im Wissen, dass wir Androiden sind.“, besänftigte er.

“Wir müssen uns nachher von unserer besten Seite zeigen.“, entgegnete Simon. Josh, welcher neben Simon saß, blickte beunruhigt aus dem Fenster. Jedoch konnte er nicht viel erkennen, da der Regen mit der Zeit heftiger wurde und dadurch die Sicht eingeschränkt war. “Auf jeden Fall sollten wir Markus für uns sprechen lassen. Wir müssen ihnen zeigen, dass wir keine Bedrohung sind.“, teilte dieser nachdenklich mit. “Und sie werden uns zuhören.“, erwiderte Markus.

North Blick senkte sich. “Ich hoffe du hast Recht...“.

Die Vierergruppe war mit dem Bus auf dem Weg zum Stratford Tower, dem öffentlichen Nachrichtensender in Detroit. Sie wurden zu einem offiziellen Interview eingeladen, der den Menschen mehr Einblick über die Androiden verschaffen und gleichzeitig den Unmut auf beiden Seiten beseitigen sollte.

“Dieses Interview ist ein weiterer wichtiger Schritt für das Friedensabkommen, welches in einer Woche stattfinden wird.“, sprach Simon aufgeregt zu den anderen. Seine Lippen zierten dabei ein leichtes Lächeln. Die drei Androiden teilten Simons Meinung, ließen sich von dessen positiven Gedanken anstecken.

“Sobald dieses Abkommen schriftlich festgehalten wurde, werden die Menschen...nein, müssen die Menschen uns wie ihresgleichen behandeln. Wir tragen die Hoffnung all unserer Kameraden in uns.“, teilte Markus mit. Sein entschlossener Blick erreichte seine Freunde. Diese nickten zustimmend.

Ein plötzliches Quietschen der Reifen ließ die vier Androiden zusammenzucken. Der Bus kam augenblicklich zum Stehen. Sie waren am Ziel angekommen - dem Stratford Tower.

“Das wir hier je wieder herkommen würden...“, entgegnete North mit einem Lächeln auf den Lippen. Markus ergriff die Hand seiner Freundin. Die synthetische Haut der beiden verlor kurz ihre menschliche Struktur, als die beiden sich berührten und miteinander verbanden.

Zusammen betraten die vier das meterhohe Gebäude.

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Heyo meine Lieben °(♥^-^♥)°

Es hat zwar etwas gedauert, aber endlich konnte ich das dritte Kapitel fertig machen x'D

Ich habe es rauf und runter gelesen und immer wieder umgeschrieben, da es mir nicht gefallen hat und das ist dann am Ende entstanden ^^' Ich hoffe es ist so in Ordnung QwQ

Auf jeden Fall freue ich mich schon auf das Schreiben des nächsten Kapitels *hab noch so viele Ideen* :D

Herzlichen Dank an all die Leser, die diese FF empfohlen und zu den Favoriten hinzugefügt haben <3 ganz besonders danke ich Dark Assassin, Shades, MelanieMcGarrett und Marvelgirl für die super lieben Reviews! ♥ Ich habe mich tierisch darüber gefreut <3

See you
DanBerry
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