Mechanisches Herz

von DanBerry
GeschichteKrimi, Romanze / P18 Slash
Hank Anderson RK800-51-59 Connor
09.06.2019
24.08.2019
6
13.451
12
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22.06.2019 1.696
 
DPD, 13.10.2040, 12:05 Uhr

“Geschafft!“, stöhnte der weißhaarige, etwas ältere Mann, welcher gerade den letzten Buchstaben auf seiner Tastatur eintippte. “Auch endlich fertig?“, schaute ihn sein Androidenpartner mit den rehbraunen Augen neckisch an, welcher genau gegenüber seines Schreibtisches saß. Connor schien es, nach diesem Vorfall im Park endlich besser zu gehen, hatte er doch wieder ein Lächeln auf den Lippen. Hank wurde leicht ums Herz, konnte sich aber eine harsche Bemerkung nicht verkneifen. “Hätte ich auch so ein schnellen Prozessor als Hirn wie ihr Blechbüchsen, dann wäre ich natürlich früher fertig geworden, du Scherzkeks.“ Connor lächelte leicht, wusste er doch, dass sein Partner es nicht böse meinte, ihn nur ebenso neckte, wie er ihn.

Im DPD herrschte wie immer Chaos. Menschen, die vermisst wurden, Diebstähle und Pöbeleien. Der tägliche Alltag der Polizisten in Detroit eben. Connor und Hank hatten endlich ihren Bericht abgegeben, konnten diesen Fall erst einmal ruhen lassen. Jedoch war diese angenehme Ruhe nicht von Dauer. “Hank! Sofort in mein Büro!“, durchdrang eine markante, dunkle Stimme die Polizeistation. Hank stand von seinem Stuhl auf, blickte zu Connor, welcher  irritiert zu ihn aufschaute. “Bin gleich wieder da, du...warte einfach hier, okay?“, befahl ihm der Ältere, wusste er doch selbst nicht, was sein Vorgesetzter Captain Fowler mit ihm besprechen wollte. Hank seufzte innerlich, hatte er doch keine Lust auf den ganzen Mist. Am liebsten würde er jetzt gerne in einer Bar sitzen und sich das nächste Spiel anschauen. Er öffnete, wenn auch mit Argwohn, die Tür von Fowlers Büro und betrat es.

Connor verließ daraufhin seinen Platz, ignorierte gekonnt den Anweisungen seines Partners und ließ ihn somit nicht aus den Augen. Aufgrund der gläsernen Konstruktion des Büros, konnte er jegliche Mimik und Gestik der beiden erkennen. Jedoch blieb ihm der Inhalt des Gesprächs verborgen.

“Setz dich.“, befahl ihm der dunkelhäutige Mann, hielt dabei ein Konvolut aus Zetteln in der Hand, in der anderen eine Tasse Kaffee. Sein Blick schweifte zu seinem Gegenüber, als dieser sich niederließ. “Was ist jetzt schon wieder los, Jeffrey?“, grummelte Hank vor sich hin. “Du und dein Partner werdet einen neuen Fall übernehmen.“, erklärte Captain Fowler, legte dabei die Tasse auf seinen Schreibtisch nieder. Er überreichte Hank eine reichlich gefüllte Akte, welche bereits deutliche Gebrauchsspuren aufwies. Dieser war gespannt, welche Überraschung sein Vorgesetzter jetzt wieder für ihn hatte. Die letzte Große war sein jetziger Androidenpartner. Hank schlug die erste Seite auf, blätterte auch kurz in den anderen hinein. Schnell wurde ihm klar, worum es ging, was Jeffrey damit heraufbeschwören würde. Wütend schlug er die Akte wieder zu und sprang wütend vom Stuhl auf. “Scheiße, Jeffrey! Wieso tust du mir dass immer wieder an? Hat das eine mal nicht gereicht!? Du weißt doch ganz genau, dass das hier eine ganz beschissene Idee ist!“ Fowler erhob sich nun ebenfalls von seinem Platz. Er konnte natürlich nachvollziehen, dass ein solcher Fall nicht ungefährlich wäre, jedoch wusste er auch von den Fähigkeiten seiner Männer. “Tut mir wirklich leid, Hank! Aber ihr zwei seid die einzigen, die diesen Fall knacken können!“, versuchte Captain Fowler ihn zu beschwichtigen. Sein Tonfall war ernst und duldete keine weitere Diskussion. Hank rümpfte nur fassungslos die Nase, ging durch das Büro auf und ab, um sich etwas zu beruhigen. Bedauerlicherweise half es ihm nicht, wurde er dadurch nur noch wütender. “Jeffrey, bitte! Ich kann diesen Fall nicht übernehmen! Es geht einfach nicht!“, Hanks Stimme bebte. Noch nie war er einem Fall so abgeneigt gewesen, wie diesem. “Hank! Es reicht! Du und Connor übernehmt diese Sache! Damit ist das Gespräch beendet!“, befahl sein Vorgesetzter, nun etwas bestimmter. Auf seiner Glatze bildeten sich bereits pulsierende Adern, welche zu platzen drohten. Hank rannte wütend zur Tür und schlug diese hinter sich zu.

Ein paar Minuten zuvor. Connor beobachtete den Streit zwischen seinem Partner und Captain Fowler. Es beunruhigte ihn, zu sehen, dass Hank so aufgebracht war. Er wollte unbedingt wissen, worüber die zwei sich unterhielten. Seine Schnüffelei endete jedoch schließlich, als er plötzlich fast umgerannt wurde. Seine Augen suchten nach der Störquelle. Diese konnte auch sogleich ausfindig gemacht werden - Gavin Reed. Einer seiner Kollegen hier im DPD. Jedoch kein Angenehmer. “Oh hey Blechbüchse! Hab dich gar nicht gesehen, hahaha!“, zog ihn Gavin auf. “Ich grüße sie auch, Detective Reed.“, erwiderte ihm Connor höflich ohne Argwohn, wie es ihm sein Programm vorschrieb. Er selbst hatte nichts gegen den Detektive, jedoch war es ihm durchaus bewusst, dass dieser nichts für ihn übrig hatte, oder allgemein nichts für Androiden. “Höflich wie eh und je...“, schnalzte Gavin spöttisch mit der Zunge. “Na komm, sei ein lieber kleiner Android und mach mir 'nen Kaffee. Das könnt ihr doch so gut.“, amüsierte sich Gavin weiterhin. Es schien ihm sichtlich Spaß zu machen, Spielchen mit dem Androiden zu betreiben. Dieser aber reagierte sachlich, ließ sich erst gar nicht darauf ein. “Wie sie wissen bin ich ein Abweichler, Detektive. Das heißt, dass ich nicht auf ihre Befehle reagieren muss. Höchstens die von Captain Fowler oder Lieutenant Anderson, meinem Partner, wie sie sicher wissen. Aber wenn sie mich freundlich darum bitten würden, wäre ich nicht abgeneigt, ihnen wie gewünscht, einen Kaffee zu bringen.“

Das Grinsen, welches Gavins Lippen eben noch zierten, verschwand augenblicklich. Es schmeckte ihm gar nicht, dass ein Android sich ihm widersetzte. Sein ernster, alles durchdringender Blick bereite Connor Unbehagen. “...Scheiße! Du Blecheimer, glaubst doch wohl nicht wirklich, dass Anderson dich als seinen Partner ansieht! Du bist doch höchstens ein lächerlicher Ersatz für seinen verstorbenen Sohn!“, erklärte der Detektive mit erzürnter Stimme, schubste dabei bestimmend den Androiden von sich weg. Dieser kippte leicht nach hinten, konnte sich aber noch auf den Beinen halten. Connors LED flackerte Rot auf. Detektive Reeds Worte ließen seine Schaltkreise ungewohnt schnell rotieren. Sie trafen wie Pistolenkugeln, direkt in sein mechanisches Herz. Connors Blick senkte sich, wusste er doch nicht, wie er darauf antworten oder gar reagieren sollte. “Wie auch immer...ich habe keine Lust, meine kostbare Zeit mit dir sinnlos zu verschwenden. Entschuldige mich, ich muss mal für kleine Königstiger.“, entgegnete Gavin, warf dem Androiden dabei einen verächtlichen Blick zu. Es ist wie er sagte, dachte sich Connor. Er wusste es insgeheim, dass Hank ihn nicht wie einen Partner behandelte, nein eher wie einen Sohn - sein Sohn, den er niemals ersetzen konnte. Nachdenklich fasste er sich an seine Schläfe, prüfte ob seine LED sich wieder normalisierte. Was sie auch letztendlich tat. Er seufzte, wollte er dem Lieutenant doch keine Sorgen bereiten.

Plötzlich packte ihn jemand an der Schulter. Als er sich umdrehte schaute er in sein eigenes Gesicht, nur das dieses viel breiter und markanter war. “Nines...“, auch als RK900 bekannt. Ein verbessertes Model seiner selbst, erschaffen von CyberLife. Nines sollte ihn eigentlich ersetzen, und Connor daraufhin abgeschaltet werden. Hank tat jedoch alles, um dies zu verhindern, so dass es nicht dazu kommen sollte. Auch dass Nines jetzt im DPD arbeitete, hatte er den beiden zu verdanken, denn Connor hatte den Lieutenant gebeten Nines nicht sich selbst zu überlassen. Letztendlich nahmen sie den heimatlosen Androiden mit ins DPD. Fowler war erst dagegen, konnte aber im Nachhinein überzeugt werden. Ohne beidseitiger Einwilligung beschloss der Captain, dass RK900 der Partner von Gavin Reed wurde, woraufhin sich die zwei wie Katz und Maus gegenseitig anfeindeten.

Ein kühler Blick fixierte Connor. “In welche Richtung ist Detektive Reed gegangen?“, hakte Nines nach. Ihm war nicht entgangen, dass Connors LED vorhin kurz Rot aufleuchtete. Aufgrund dessen schlussfolgerte Nines, dass sein idiotischer Partner ihn in diesem Zustand versetzt hatte. “Er ist drüben bei den Herrentoiletten, musste für 'kleine Königstiger'.“, antwortete Connor direkt und ehrlich, hatte er doch seinen Androidenkollegen recht gern. RK800s rehbraune Augen erweckten eine Art Instinkt bei Nines. Er war sein 'großer Bruder', den es zu beschützen galt. “Danke.“, antwortete RK900 kühl und spazierte an sein Vorgängermodel vorbei. Erst jetzt fiel Connor auf, dass dieser einen Becher heißen Kaffee in der Hand festhielt. Als Nines die Toilettentür hinter sich zuzog, ertönte ein entsetzer Schrei aus dem Raum. Es war die Stimme von Detektive Reed, welche wehklagig wimmerte. Connor konnte nur erahnen, was hinter dieser Tür geschah. Am Ende tat ihm der Detektive doch ein klein wenig leid.

Connor zuckte kurz auf, als Hank wütend Captain Fowlers Büro verließ und die gläserne Tür dabei hinter sich zuschlug. “Ist alles in Ordnung, Lieutenant?“, fragte der Android seinen aufgebrachten Partner. Angesprochener antwortete nicht, warf ihm lediglich eine dicke Fallakte zu und stapfte wütend davon. Connor fragte sich was geschehen war, hob skeptisch eine Augenbraue hoch. “Meine Güte, Connor! Sonst folgst du mir doch auch überall hin! Ab mit dir in den Wagen!“, rief ihm Hank zu, welcher bereits am Ausgang auf ihn wartete. “I-ich komme, Sir!“, erwiderte er hastig.

Der Android konnte eins und eins zusammenzählen. Vermutlich verlief das Gespräch zwischen dem Lieutenant und Captain Fowler, nicht so wie gewünscht. Er ist zwar meistens sehr aufgebracht, aber diesmal war es deutlich schlimmer. Connor tat wie ihm befohlen und folgte Hank zu seinem Wagen. Beide stiegen ein. Sagten jedoch nichts. Als er neben den Älteren Platz nahm, überprüfte dieser sofort Hanks Herzfrequenz. Sie war zu hoch, höher, als sie normalerweise sein sollte, was seine Theorie nur noch mehr bestärkte. Der sorgenvolle Blick des Androiden wechselte auf das dicke Bündel Papier, welches er immer noch umklammert festhielt. Connor fragte sich, ob das der Grund für Hanks schlechte Laune sei. Noch bevor er es überhaupt herausfinden konnte, startete sein Partner plötzlich den Wagen und brauste, mit ihm im Schlepptau, aus dem DPD davon.

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Hallöchen! Endlich geschafft! Hurra! Um ehrlich zu sein war dieses Kapitel ganz schön schwierig und hatte sich dadurch auch etwas hingezogen :')

Ich freue mich daher ungemein, dass ich es nun hochladen konnte xD Ich hoffe wirklich, dass es nicht zu langweilig geworden ist, da in diesem Kapitel noch nicht wirklich was passiert. >.< Dafür hoffe ich, dass es im nächsten Kapitel etwas mehr zugehen wird. <3

Vielen lieben Dank an Shades of Night und Marvelgirl, die so liebe Reviews hinterlassen haben ♥ und auch an die Leser, die diese FF zu Ihren Favoriten hinzugefügt und die diese Geschichte empfohlen haben. Ich habe mich sehr darüber gefreut! ^-^ <3
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