Manches sollte unberührt bleiben

von Ronin1999
KurzgeschichteAngst, Horror / P16
09.06.2019
09.06.2019
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Es war nun der sechste Versuch, jedoch ohne Erfolg. Ganz gleich was wir auch versuchten, die Kommunikationsausrüstung war dahin. Zusammen mit dem Rest unserer Instrumente. Die meisten Systeme des Schiffes waren nutzlos. Es gleicht einem Wunder, dass niemand verletzt wurde, auch wenn zwei von uns und ich selbst das Bewusstsein verloren, als wir abstürzten. Das einzige, dass mit Ausnahme von uns dies überlebt hat, waren einige Geräte für die Techniker und Waffen, dazu auch etwas Verbandszeug für den Sanitäter. Nachdem wir einsahen, dass es zwecklos war einige unserer verbündeten Rebellen zu kontaktieren, beschloss unser Truppenführer mit unserer Mission fortzufahren und anderweitig eine Botschaft zu senden.
Als wir damit fertig waren die Bordtür gewaltsam aufzubrechen, standen wir nun auf der felsigen Oberfläche des Planeten auf dem wir nur um Haaresbreite fast zerschellt wären. Das erste was wir taten war, den Himmel über uns mit verwirrten Blicken anzugaffen. Was wir sahen war der Morgengrauen eines klaren Himmels, ein dunkles Himmelszelt, dass sich langsam in der aufgehenden Sonne orange färbte. Ein friedlicher Morgen, wie wir in alle schon unzählige Male erlebt hatten. Doch darin lag das Problem. Ein klarer Himmel, keine Wolken, kein Wind oder irgendwelche Anzeichen von dem plötzlichen Sturm, der unsere Bruchlandung zu verantworten hatte. Als wir uns satt gesehen und uns keinen Reim darauf machen konnten, fingen wir zu unserem Ziel zu Fuß zu gelangen.
Mit der steigenden Sonne, stieg auch die Hitze unaufhörlich an. Trotz unserer Schutzkleidung, erhielten wir keine Gnade vom Stern über uns.
Nachdem stundenlangen Fußmarsch, bei dem einige von uns fast zusammengebrochen waren, erreichten wir schließlich unser Ziel. Eine verlassene Forschungseinrichtung des Imperiums. Das war vielleicht das erste mal, dass ich mich freute ein imperiales Zeugnis zu sehen. Endlich hatten waren wir da und konnten Schutz vor Wind und Wetter finden.
Als wir uns dem Komplex nährten weichte meine Vorfreude und wurde mit einem Gefühl des Unbehagens ersetzt, dass für mich nicht zu erklären war. Die Hangars wie erwartet völlig leer, allerdings waren die Laborräume weitaus hervorstechender. Sämtliche Fenster und Türen waren verrammelt und verriegelt, was für eine verlassenen Einrichtung ohne wertvoller Beute eine höchst ungewöhnliche Vorkehrung ist. Auch wenn ich mit meinem Unbehagen nicht alleine war, waren meine Waffenbrüder mehr an den Signalturm hinter der Forschungseinrichtung interessiert zu sein, der in einem guten Zustand zu sein schien.
Wenige Minuten später war die Verriegelung geknackt und nun konnten wir im Innern mit unserer Mission fortfahren.
Dank eines Informanten erfuhr die Rebellenallianz, dass das Imperium in großer Eile einer ihrer Forschungseinrichtungen verlassen hat, mit Informationen die als streng vertraulich gelten. So wichtig besagte Informationen waren, war die Priorität der sofortigen Vernichtung dieser Anlage dennoch größer. Drei Sternzerstörer wurden zu dem Planeten Choler entsandt. Jedoch verlor die imperiale Marine den Kontakt zu der kleinen Flotte und bis heute fehlt jede Spur von denen.
Nun sind wir hier, auf der Suche nach Antworten.
Der Zustand in dem sich die Inneneinrichtung befand, war weitaus schlimmeren als es von außen her erscheinen ließ. Lampen hingen beschädigt von der Decke herab oder funktionierten nicht. Werkzeug und kleinere Maschinen lagen verstreut auf dem Boden und die Wände wiesen an manchen Stellen Schäden auf. Seltsamerweise deutete nichts auf einen Kampf hin. Es waren keine Einschusslöcher zu finden, keine Leichen oder Blut. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, dass seid Jahren keine intelligentes Lebewesen diesen Ort betreten hat, obwohl es nicht länger als zwei Wochen her sein kann.
Das erste was wir taten, war es die Kontrollzentrale zu finde, welche wir kurze zeit später im gleichen Zustand fanden, wie die Gänge die wir durchschritten. Die meisten Module und Terminals waren nutzlos, mit zwei Ausnahmen: Das Terminal zur Bedienung des Signalturms und das Datenarchiv. Letzteres hatte mehr gelitten als ersteres.
Wie mir Befohlen wurde, versuchte ich das Archiv wieder in Gang zu kriegen, während die Techniker das selbe mit dem Turm versuchten. Nach einer Weile wurde es klar, das dies länger brauchen wird als zunächst angenommen. Ich allerdings schaffte es auf einige Einträge eines Audiologs zuzugreifen, welches von einem der Forscher angelegt wurde. Leider war die Qualität dieser, ebenso schlecht wie die ganze Einrichtung. Nur Bruchstücke davon haben überlebt und diese musste ich vorher entschlüsseln. Glücklicher weise war der erste Eintrag schnell entschlüsselt, wenn auch nicht ganz Vollständig.

...Testanlage EVO-012-4 ist fertiggestellt........grünes Licht für die Suche und wird in kürze beginnen...

Mein Vorgesetzter teilte uns mit, dass die Hälfte von uns, fünf Mann, sich den Rest von diesem Ort anschauen werden und sie notfalls mit unseren Comlinks rufen sollen. Somit waren nur noch drei Techniker, ein Gewehrschütze und ich im Kontrollraum übrig.

Eine halbe Ewigkeit später war der nächste Eintrag fertig.

Logbucheintrag A-1-2

...erwartet Eigenschaften wurde von...bestätigt.......erste Versuche mit........erwiesen sich als Erfolgreich. Wir sind alle der Meinung, dass mehr Potenzial besteht. Weitere Test müssen durchgeführt werden und warten auf die Freigabe vom...

Plötzlich kam unsere Arbeit zum stehen, erst hatten wir es nicht bemerkt doch als es mit jeder Sekunde stärker wurde, merkten wir dass der Boden unter unseren Füßen anfing zu beben. Es wurde am Ende so stark, dass einige von uns sich nicht mehr auf den Beinen halten konnten und dann, war es weg. Ohne groß zu überlegen schalteten wir unsere Comlinks an und fragten den Rest unserer Truppe nach ihren Status.
Doch keiner Antwortete.
Wir fürchteten, dass Trümmer herabfielen und sie unter sich begraben haben könnten, doch viel uns auf, dass keiner unserer Comlinks funktionierte. Wir stritten uns daraufhin über mögliche Ursachen. Einer behauptet es muss ein Störsender sein, ein anderer meinte es könnte ein Sonnensturm sein. Aber in einem waren wir uns alle sicher: Wir waren vom Rest unseres Trupps abgeschnitten. Wir hielten es für dass besten erst einmal Geduld zu üben und zu warten wo wir waren, wenn das gleiche auch beim denen der Fall sein könnten, würden diese wahrscheinlich hierhin zurückkehren.
Nachdem wir nun fast Stunden warteten, mussten wir davon ausgehen, dass ihnen etwas zugestoßen sein muss. Also entschlossen wir uns selbst nach ihnen zu suchen. Also nahmen der Schütze, einer der drei Techniker und ich unsere Sachen und machten uns auf dem Weg und ließen die übrigen zwei zurück um den Signalturm zu reaktivieren.
Ich ließ vor Schock meine Waffe fallen und zweifelte an meinem Verstand, als wir den Raum verließen. Der verwüstete und heruntergekommen Flur von vorhin war jetzt wieder in hervorragenden Zustand. Der Boden war sauber, die Wände intakt und die Lampen leuchteten in einem sterilen Weiß. Ich wusste mir nicht zu helfen, was ich da sah und an den beiden Gesichtern meiner Freunde zu urteilen wussten diese es auch nicht. In der Verwüstung in der wir diesen Ort vorfanden, wären auch nur ein einziger sauberer Raum zu ungewöhnlich um ihn zu übersehen. Auch wenn all dies gegen jegliche Logik war, die wir hatten, mussten wir uns zusammenreißen und uns auf diese Suche nach unseren Vermissten Kollegen machen.
Während wir mit einem immer stärker werdenden Gefühl der Unruhe entlang gingen, meldete sich mein Decoder, dass eine weiter Datei entschlüsselt wurde.

Logbucheintrag A-1-10

...die letzten Versuche mit lebenden Subjekten, zeigten mehr Abnormalitäten als zunächst vermutet. Der.....ist fest entschlossen, dass wir fortfahren und das volle Potenzial herausfinden. Dr. Wied äußerte einige Bedenken über mögliche Gefahren, aber der......befahl uns wie geplant fortzufahren...

Ebenso wie der Korridor der aus dem Kontrollraum führte, war der Rest der Anlage in Perfektem Zustand. Nachdem wir zahllose Räume durchsuchten, alle sauber und aufgeräumt, erreichten wir eine schwere Metalltür, weit offenstehend und einem Schild mit der Aufschrift Labore. Das aufgesprengte Schaltfeld an der Seite verriet uns, dass unsere Freunde hier waren und so schritten wir hinein.

Logbucheintrag A-1-22

Während eines weiteren Experiments kam es fast zu einer Katastrophe. Genau wie vermutet steigen die Intensität der Eigenschaft des Objekts und wird immer instabiler. Auch wenn wir die Sicherheitsmaßnamen für einen solchen Fall erhöht haben, die unberechenbare Natur des Objekt wird langsam zu einer hohen Gefahr. Zwei Wachen und ein Forscher wurden bereits von dem Ding......, dazu werden weiter vier Techniker und eine Wache immer noch vermisst und bis jetzt fehlt jede Spur...........hat vorgeschlagen das Projekt abzubrechen, aber der Vorschlag wurde vom...persönlich abgelehnt....

Am Ende des Ganges hörten wir etwas, was langsam zu einem Weinen wurde. Als wird fragten wer dort war erhielten wir keine Antwort, nur das Weinen und Schluchzen konnten wir vernehmen und je näher wir kamen, umso lauter und hysterischer wurde es. Als wir an der Tür standen war ich der erste der sah was vor sich ging. Es war unser Truppenführer, der seine Knie umarmend in der Ecke saß und ich nicht sagen konnte ob das Geheule eher auf einem Kind oder einem Verrückten zutrifft. Anfangs merkte er nicht dass, wir da waren, auch nicht als wir in fragten was passiert wäre. Als sich der Schütze neben ihn hinkniete, riss er seine Augen weiter auf als ich es je für einen Menschen möglich hielte und starte uns mit seinen leeren Augen einfach an. Kurze Zeit später fing er an schreckhaft schnell zu atmen und einen Schrei von sich zu geben, der durch Mark und Bein ging. Bevor der Schütze reagieren konnte, nahm der irre Rebell seinen Blaster, steckte sich den Lauf in den Mund und betätigte den Anzug.
Da standen wir alle nun und wussten nicht mehr weiter oder was dieser Wahn zu bedeuten hatte. Wir wurden aus unseren Gedanken gerissen, als wir einen Schrei aus dem Korridor hörten, gefolgt von mehreren Schüssen. An dem Klang erkannten wir, dass es sich nicht um eine Waffe des Imperiums handelte. Wir durfte nicht zulassen einen weiteren von uns zu verlieren, so ließen wir die Leiche zurück und machten uns auf.

Logbucheintrag A-1-25

….Objekt wird immer unberechenbarer und die Eindämmung wird bald unmöglich. Noch mehr Personal verschwindet und Scans der Umgebung zeigen keine Anzeichen auf organisches Leben, niemand hat die Anlage verlassen. Das übrige Personal berichtet davon eine unerklärliche Angst zu spüren, auch die, die nichts vom......einige werden bald geistig komplett zusammenbrechen, wenn es so weiter geht. Der.......besteht weiterhin darauf, dass wir unter allen Umständen weitermachen. Ich weiß nicht wie lange wir noch durchhalten werden.....

Wie der Rest dachte ich zu wissen von wo die Geräusche herkamen, aber jedes Mal als wir zum gedachten Ursprung dieser verzweifelten Schreie kamen, schien es als wären diese weitergezogen. Wir liefen um eine Ecke und es kam von Ende des Ganges, wir stürmten eine Tür und plötzlich war es hinter uns. Es hatte kein Muster. War immer zufällig und unvorhersehbar. Irgendwann fanden wir uns vor einer schweren Tür, wo die schreie abrupt aufhörten. Die Tür war unverschlossen und brauchte nur einen einzigen Knopfdruck. Der Techniker öffnete die Tür und die beiden massiven Metallplatten verschwanden langsam in der Wand.
Dahinter erwartete uns nichts als pure Dunkelheit, dass alles Licht und Leben verschlang. Es lief mir kalt den Rücken hinab als ich zweifellos fühlen konnte wie die Finsternis durch mich hindurch drang. Meine Hände schlotterten und nicht einmal das wissen, dass ich in ihnen eine Waffe hielt konnte mich beruhigen. Anfangs fiel mir gar nicht auf, dass meine Begleiter an mir vorbeigingen und mit Beinen so schwach, dass sie eigentlich nicht mehr in der Lage hätten sein können mich zu tragen, ging ich mit. Die Finsternis verschlang einen hier wahrhaftig. Selbst meine Helmlampe konnte nicht mehr als ein paar Meter weit leuchten.
Doch von dem was ich im Dunkeln sehen und unter meinen Stiefeln hören konnte, wusste ich, dass wir uns im Innern einer Höhle befanden. Hier und da waren Platten auf dem Boden und Überwachungs- und Messgeräte, schwach erleuchtet vom Schein meiner Lampe, nur um wieder im Dunkeln zu verschwinden. Erneut meldete sich mein Decoder, dass eine weiter Datei entschlüsselt war. Ich zögerte die Aufnahme abzuspielen, aber ich musste einfach wissen was hier vor sich ging.

Logbucheintrag A-1-29

...Situation ist außer Kontrolle.....Objekt kann nicht länger eingedämmt werden......fast alle sind tot......Kommunikation ist verloren.......das Ding lebt.......

Ich starte auf dem Bildschirm und sah, dass es die letzte Aufnahme war.

Als ich wieder nach oben sah spürte ich wie mir etwas warm am Bein entlang lief. Die Schütze starte geistesabwesend nach oben und über im schwebte ein Licht in Farben und Formen für die es keine Worte in keiner Sprache in der ganzen Galaxis gab und nie geben wird, während es eine Aura von sich gab, welche nicht von dieser Realität zu stammen schien. Urplötzlich wurde ich geblendet und ich hörte einen unmenschlichen Schrei vom Mann der darunter stand. Als ich meine Augen wieder öffnete rannte der Techniker mir entgegen und schrie, dass wir verschwinden mussten.
Nachdem wir aus der Höhle gestürmt kamen sahen wir, dass sich die Anlage erneut verändert hatte. Doch anstatt verwüstet oder durch Geisterhand aufgeräumt zu sein, sonderten die Wände Rost, Blut und eine Substanz, die ich nicht kannte, ab. Türen öffneten und schlossen sich von allein. Lampen veränderten im Sekundentakt die Farben und kleiner Gegenstände schwebten in der Luft. Wir liefen durch Flure die nirgendwo hinführten, oder welche die kein Ende hatte, während hinter manchen Türen wir die Höhle von vorhin fanden. Ich weiß nicht wie lange ich durch diesen Alptraum herumirrte. Stunden? Wochen? Jahre? Ich weiß nicht wann ich den Techniker verloren habe, oder was mit dem Rest passiert ist. Alle was ich weiß ist, dass ich eine Tür aufdrückte und ich mich draußen vor der Einrichtung fand. Vor mir der leere Hangar, hinter mir die Forschungseinrichtung. Alles so, wie ich es zum ersten Mal sah als ich herkam.
Für einen Moment war ich völlig frei von Gedanken und Emotionen. Doch dann formten meine Lippen ein Lächeln und ich fing an zu lachen. Ich lachte über das Gebäude und den Schrecken, der sich darin befand. Ich lachte stärker als ich über meine Freunde und über den Horror, den diese durchlebten dachte. Ich lachte lauter als ich es für möglich hielt als ich den Super-Sternzerstörer des Imperiums am Himmel sah.

Und ich lachte mir das Leben aus den Lungen, als dieser zu feuern anfing.


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