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Stolpersteine

GeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
09.06.2019
23.08.2019
28
46.251
30
Alle Kapitel
275 Reviews
Dieses Kapitel
14 Reviews
 
31.07.2019 1.692
 
Tobias klappt seinen Laptop zu, atmet tief durch und fährt sich mit beiden Händen durch seine Haare. Nach drei Stunden intensiver Arbeit steht sie endlich, die Grundstruktur seiner Hausarbeit, welche er in ein paar Wochen seinem Professor an der Uni vorlegen muss. Es ist Nachmittag, die Sonne findet ungehindert ihren Weg in die Küche und durch das gekippte Fenster ist zu hören, wie der rasenmähende Aufsitzer seine Runden dreht. Tobias sucht nach seinem Handy und wird fündig unter einem Haufen an Ausdrucken, er wählt Boris Nummer und wartet ungeduldig darauf, seinen Mann endlich nach dessen abendlichen Plänen auszufragen. Doch sein Anruf wird nicht entgegen genommen! Er steht auf, nimmt sich eine Flasche mit alkoholfreiem Bier aus dem Kühlschrank und registriert ganz nebenbei, das nicht genügend im Hause ist für ein Dinner zu zweit. Tobias öffnet die Flasche, greift erneut zum Handy und tippt eine Nachricht ein. * Schon eine Idee für heute Abend? Meld dich doch bitte, müsste dann noch einkaufen, wenn wir zuhause essen wollen. Ich vermisse dich. * Sie ist mit der gestrigen Nacht erneut entflammt, die Hoffnung, das Boris sich doch noch für ein gemeinsames Leben hier in dieser Wohnung entscheidet. Wenn sie dauerhaft wieder zusammen finden wollen, dann scheint jetzt der richtige Moment zu sein, auch den Alltag zu teilen und sich den daraus resultierenden Problemen zu stellen, sich eventuell neu zu organisieren. Außerdem möchte Tobias keine einzige Nacht mehr ohne Boris verbringen, zu groß ist die Sehnsucht nach Nähe, ein Gefühl, das glücklicherweise zurückgekehrt ist, stärker denn je. Sein Handy vibriert und er liest sich die Antwort durch, gleich mehrere Male, um den Inhalt dieser Kurzmitteilung auch wirklich zu erfassen. * Sorry, habe heute keine Zeit, muss länger arbeiten! Vielleicht sehen wir uns morgen. * Das ist jetzt nicht sein Ernst, nach dieser Nacht und der Ouvertüre unter der Dusche, die erahnen ließ, was dem hätte folgen können! Wahrscheinlich ist dies nur eine Ausrede, um die unangenehme Wahrheit noch ein wenig hinauszuzögern, das er eben nicht wieder einzieht, ein Leben im Hotel bevorzugt, mit gelegentlichen unverbindlichen Treffen. Tobias bemerkt eine aufsteigende Wut, welche die erste Enttäuschung ablöst, zeitgleich mit der Erkenntnis, das dieser Vorwurf an seinen Mann absolut ungerechtfertigt ist. Wer hatte denn dafür gesorgt, das Boris in dieser Wohnung Dinge gesehen hat, die er womöglich sein ganzes Leben nicht mehr vergessen wird?! Er nimmt ein Schluck Bier, stellt die Flasche ab und geht ins Wohnzimmer.

Der Rasenmäher hat seine Arbeit getan und von draußen sind jetzt spielende Kinder zu hören, die diesen herrlichen Sommertag sicherlich ausgelassen und unbedarft genießen, ein Zustand, um den er sie beneidet. Was jetzt anfangen mit diesem Abend, allein, begleitet von Pizzalieferservice und Netflix, mit Aussicht auf eine unspektakuläre Nacht und trübsinnigen Gedanken? Warum muss alles immer im Achterbahnmodus verlaufen, kann sich die positive Wendung nicht einmal manifestieren oder gar an Steigung noch zunehmen? Die letzten Wochen waren hoch emotional, kräftezehrend, und sollte Boris auf ihre räumliche Trennung bis auf weiteres bestehen, würde ihn das an seine Grenzen bringen, aber auch dazu ist er grundsätzlich bereit. Das ein oder andere Formtief gilt es zu überwinden, ohne sich Ablenkung oder Bestätigung bei jemand anderem zu suchen, soviel war ihm klar geworden, die Unstimmigkeiten oder Probleme angehen, sie thematisieren und nicht mehr beiseite schieben! Aber was nützt die Erkenntnis, der Mut zur Umsetzung, wenn sein Mann unerreichbar scheint ohne terminliche Absprache. Tobias runzelt die Stirn, schließt die Terrassentür und lässt die Jalousien nach unten, die Lust auf einen lauen Sommerabend ist ihm vergangen. Dann greift er ein letztes Mal zum Handy und bestellt sich online eine Pizza Salame mit extra Sardellen.

Zwei Stunden später ist die Pizza verspeist, das Bier ausgetrunken und der Streamingkanal geschlossen. Es ist düster im Wohnzimmer und still, nur das gleichmäßige Atmen des Hundes ist zu hören, der ausgestreckt auf dem Laminat vor sich hin döst. Tobias sitzt auf der Couch, das schwarze Hemd geöffnet, ohne Schiene, und sieht dem schlafenden Hund zu. Es ist noch nicht sehr spät und er muss eh noch mal vor die Tür, aber sein Bauchgefühl schreit, leg dich ins Bett und zieh dir die Decke über den Kopf, es wird Zeit für eine Runde Selbstmitleid, aber nur bis morgen früh!! Es klingelt zweimal an der Wohnungstür. Mit gequältem Gesicht steht Tobias auf, nimmt seine Gehhilfe zur Hand und humpelt in den Flur, nur minder begeistert über den späten Besuch, sicher ein Nachbar mit irgendeinem Anliegen. Mit mürrischer Miene, die keinen Zweifel über seine Stimmungslage offen lässt, öffnet er die Tür. " Hey. Da bin ich!!! " Boris steht vor ihm, breit grinsend, mit einem Wäschesack über seinem Arm und zwei Koffern zu seiner linken und rechten Seite. Statt einer Begrüßung bleibt Tobias mit offenem Mund vor ihm stehen, wagt es nicht, den jetzt einzig möglichen Schluß aus dieser Situation zu ziehen. Sein Mann, jetzt noch mehr amüsiert über dessen Reaktion, schiebt sich an ihm vorbei, nicht ohne Tobias einen Kuss aufzudrücken, um den Wäschesack abzulegen und die Koffer herein zu holen. " Du, du hast mich verarscht, oder? Du ziehst wieder ein?!!! " Seine Stimme, tief begonnen, nimmt Fahrt auf, um sich gegen Ende fast zu überschlagen. Boris grinst immer noch, legt seine Arme um Tobias' Taille und schaut ihn an. " Ja, ich ziehe erstmal wieder ein! Hast du ernsthaft geglaubt, das ich nur eine weitere Nacht ohne dich verbringen möchte, nach dem, was gestern war und heute morgen ... " Er küsst ihn, sanft und energisch zugleich. " ... aber, die Suche nach einer neuen Wohnung geben wir nicht auf! Ich möchte, so bald es eben möglich ist, mit dir irgendwo anders neu anfangen, ohne die äußeren Spuren der Vergangenheit. " Tobias nickt, erleichtert, zustimmend und glücklich, darüber, das sein Mann jetzt tatsächlich da ist und nicht vor hat, wieder zu gehen.

Beide gehen Arm in Arm ins Wohnzimmer, der Hund läuft freudig auf Boris zu, Tobias löst sich von seinem Mann, geht zur Terrassentür, öffnet die Jalousien und anschließend die Tür wieder. Ein wunderschöner Abendhimmel taucht die umliegenden Dächer in ein sanftes Licht und Boris sieht zu Tobias herüber, er lächelt verwegen, geht auf ihn zu und nimmt jeweils einen Hemdzipfel in eine Hand. " Kann es sein, das du mich doch erwartet hast? Oder wie soll ich das hier verstehen. " Mit einem Finger fährt er langsam von Tobias' Lippen über den Hals, seine Brust bis hinunter zum Hosenbund, streift ihm anschließend das Hemd über die Schultern und lässt es rücklings zu Boden gleiten. " Schwarz steht dir verdammt gut, aber nackt gefällst du mir noch viel besser!! " Dann öffnet er Tobias' Hose und zieht diese unter Mithilfe nach unten. Tobias steigt aus derselben und macht sich daran, Boris aus seiner Kleidung zu schälen, bis sich beide nur in Unterhose gegenüber stehen. " Hast du es schon mal draußen gemacht? " Boris zieht erstaunt über diese Nachfrage seine Augenbrauen nach oben und ringt nach einer passenden Antwort. " Okay, ich versteh schon, also für dich auch das erste Mal! Die Wahrscheinlichkeit, das man uns sehen könnte, ist relativ gering, und das man uns hört, das liegt ja bei uns!! " Er nimmt Boris an die Hand und betritt mit ihm, ohne Krücke, die Terrasse. Die Dämmerung ergreift Besitz von diesem Tag und beide gehen zur Brüstung, um diese ganz besondere Stimmung in sich aufzunehmen, Tobias vorneweg, Boris hinter ihm. Seine Hände suchen sich ihren Weg, in die Hose, über den Po nach vorne zu seinem Penis, der noch wenig Regung zeigt. Er presst seinen Unterleib fest an ihn, und beginnt, liebevoll zu massieren, was seinen Mann ebenfalls in Stimmung versetzen soll.. Seine Errektion ist angesichts der ungewohnten, prickelnden Situation eh schon auf Anschlag, Tobias stöhnt leise auf, als sich auch bei ihm die gewünschte Erregung zeigt. Boris zieht Tobias' Unterhose nach unten, um einen freien ungehinderten Blick auf diesen wundervollen Arsch zu haben. " Woll'n wir hier, dein Ernst? " Tobias nickt und Boris läuft kurz hinein, um ebenfalls komplett nackt und mit einer Tube in der Hand wieder zurück auf die Terrasse zu kommen. Er nimmt etwas von dem Inhalt auf seinen Finger und verstreicht es zärtlich an der Stelle, die es ihm ermöglicht, seinem Mann so nah wie nur irgend möglich zu sein. Er dringt in ihn ein, mit einem, zwei, drei Fingern und dann schließlich mit seinem Penis, langsam und vorsichtig. Tobias stützt sich an der Brüstung ab und kommt ihm entgegen, soweit es halt möglich ist, in dieser Position. Boris merkt schon in diesem Moment, das er es nicht lange hinauszuzögern kann, zu heftig ist diese außergewöhnliche Stellung, der Ort, die Tatsache, das ihnen jemand zuschauen könnte. Er schiebt sich noch ein Stückchen weiter vor und kann ein lautes Aufstöhnen nicht verhindern. Nach einigen heftiger werdenden Bewegungen überkommt ihn das Zwangsläufige und er ergiesst sich in seinem Mann, mit einem Gefühl der Vollkommenheit, der Perfektion, des Überirdischen! Nach einigen Sekunden löst sich Boris und Tobias dreht sich zu ihm um, hatte er sich doch bisher lediglich angeboten, ohne selbst Hand anzulegen. Boris geht auf die Knie, umfasst einen seiner Oberschenkel und umschließt mit der anderen Hand seinen steifen Penis, um anschließend seine Zunge niederpeitschen zu lassen, auf allem, was sich ihm anbietet. Tobias lehnt sich weit nach hinten, mit geschlossenen Augen, der Wirklichkeit entrückt, gleichzeitig bemüht, nicht all zu laut seine Erregung zum Ausdruck zu bringen. Boris nimmt ihn in sich auf, zunächst zaghaft, schließlich immer weiter, Tobias kommt auch ihm entgegen, stösst zwei- dreimal zu, um sich dann seinem Orgasmus zu ergeben, endgültig, mit dem Preis einer blutig gebissenen Zunge.

" Geht es wieder? " Boris legt seine Hand an Tobias Wange und küsst ihn liebevoll. Der nickt und erwidert den Kuss, begierig und vom Glück beseelt, fühlt es sich doch so verdammt gut und richtig an, keine Ahnung, was ihn jemals hat zweifeln lassen.
" Ich liebe dich! " Boris streicht ihm nachdenklich durch diese wunderschönen Haare, küsst ihn erneut und ergreift dann seine Hand. " Ich liebe dich auch! Aber wir haben noch einiges vor uns, das muss dir klar sein! " Tobias lächelt seinen Mann an, niemals würde er dieses Glück eintauschen wollen, dessen ist er sich jetzt absolut sicher!
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