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Stolpersteine

GeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
09.06.2019
23.08.2019
28
46.251
30
Alle Kapitel
275 Reviews
Dieses Kapitel
10 Reviews
 
21.07.2019 2.323
 
Tobias nimmt einen Schluck Kaffee und schaut amüsiert zu seinem Mann herüber, der gerade breitbeinig, mit nackten Füßen und einem angewiderten Gesicht vor ihm auf dem Rasen steht.
" Das mit der Decke, das wird wohl nix! Ist ja alles noch klitschnass. " Boris hebt abwechselnd seine Beine, grad so, als stünde er in einer Lache ekliger Matsche und Tobias muss bei diesem Anblick lauthals loslachen. " Was habe ich nur für einen mutigen Mann, selbst nasses Gras kann ihm nichts anhaben! " Mit zerknirschter Miene kommt Boris an den Tisch zurück, gibt Tobias einen Kuss und haut ihm anschließend mit der Hand leicht auf den Hinterkopf. " Blödmann! Und was machen wir jetzt stattdessen? " Er setzt sich wieder, nimmt seine Kaffeetasse in die Hand, lehnt sich zurück und schaut seinen Mann erwartungsvoll an. " Hier gibt's doch nen Minigolfplatz, wie wär's mit einer Runde? " Den spontanen Einwurf, es könnte schwierig werden mit dem Bein, kann Boris gerade noch unterdrücken, stattdessen nickt er zustimmend und beide widmen sich den Resten eines opulenten Frühstücks.

Der Platz ist nur mäßig besucht, außer ihnen spielt an Bahn 11 eine kleine Gruppe von jungen Männern, die sich lautstark darüber ereifern, ob man diese beim Spiel betreten dürfe oder nicht. Boris beginnt und versenkt den Ball in zwei Zügen. Anschließend ist Tobias dran, der ihm seine Gehhilfe reicht und versucht, ohne weitere Unterstützung, außer der Beinschiene, sich auszubalancieren, um den Schläger frei schwingen zu können. Er holt aus und bringt den Ball zielsicher auf Kurs.
" Wow, Glückwunsch, ein As! " Boris reicht ihm die Krücke und gibt Tobias einen Kuss. Sie gehen zu Bahn 2 und Tobias streichelt seinem Mann liebevoll über den Rücken, als der den passenden Ball auswählt. Er bringt sich in Position, will gerade zum ersten Schlag ansetzen, als er bemerkt, das irgend jemand hinter ihm steht. " Ey, habt ihr das gesehen?? Ist ja voll widerlich!! Hier treiben sich Schwuchteln rum. " Boris schaut hinüber zu Tobias, der mit verkniffenem Mund und ein wenig blass, seinen Blick an ihm vorbei, auf die zwei jungen Männer richtet, die mit verschränkten Armen hinter ihm stehen. Er dreht sich um, stützt sich auf den Schläger und macht mit einer Hand eine abweisende Bewegung. " Kommt Jungs, lasst uns in Ruhe! Macht nen Abgang. " Die übrigen Zwei sind hinten am Zaun stehen geblieben und johlen etwas Unverständliches, das wohl dazu dient, ihre Kumpels und die Situation entsprechend anzuheizen. Tobias kommt näher, stellt sich neben Boris und beide warten auf die nächste Reaktion ihres Gegenübers. " IHR verschwindet und zwar subito, sowas wie EUCH dulden wir hier nicht, echt krank, das gehört ausgerottet, ich könnte kotzen!! " Boris Gesicht verrät seine aufsteigende Wut, sein Körper bebt innerlich und es fällt ihm sichtlich schwer, mit ruhiger Stimme zu antworten. " Okay, ist angekommen, eure Meinung! Aber wenn ihr keinen Ärger wollt, dann geht IHR jetzt besser und zwar alle Vier! " Einer der jungen Männer, unübersehbar der kräftigste von allen, macht einen Schritt auf Boris zu und tippt ihm verächtlich auf die Brust. " Ooh, wie süß, die Tucken wollen uns drohen. Ich habe schon richtig Angst, besonders vor dem Hinkebein da!! " Tobias spürt, das sein Mann kurz davor ist, auf den Rädelsführer loszugehen, schiebt sich zwischen beide und sieht dem jungen Mann direkt in die Augen. " Tja Jungs, eines ist jedenfalls sicher, ihr habt heute schon Einiges eingeworfen und sicher noch mehr davon in euern Taschen! Also, schlagt ruhig zu! Der Betreiber ruft die Bullen und dann seit ihr dran, Körperverletzung, illegaler Drogenbesitz, damit kennt ihr euch doch aus, oder ?! Also, wer hat Lust auf ne Nacht in der Zelle, statt Party auf dem Campingplatz? " Der Typ vergräbt seine Hände in den Hosentaschen, sieht seinen Kumpel zur linken etwas unschlüssig an, bleibt aber vor Tobias stehen und erwidert seinen unbeirrten, entschlossenen Blick. Nach einer gefühlten Ewigkeit winkt er schließlich die Kameraden vom Zaun heran und sie bewegen sich alle vier samt Ausrüstung, noch etwas zögerlich, in Richtung Ausgang. Boris atmet erleichtert aus und legt eine Hand auf Tobias' Schulter. " Das hätte auch ins Auge gehen können, komm, lass uns auch verschwinden, bevor die es sich womöglich anders überlegen! "

Als Tobias aus dem Wohnwagen kommt, in dem er sich kurzerhand wieder von Schiene und langer Hose befreit hat, ist Boris nicht mehr da. Der Hund kommt schwanzwedelnd den Weg herauf gelaufen und damit ist klar, wo er jetzt höchstwahrscheinlich zu finden ist. Tobias schließt die Tür und geht langsam hinunter zum Steg, ein Ort, der allmählich zu ihrem Lieblingsplatz avanciert. Boris sitzt tatsächlich dort, in der Sonne, ein Bein angewinkelt und rührt sich nicht, auch nicht, als Tobias sich neben ihm niederlässt. " Hey, alles okay? " Er streichelt ihm über den Rücken, so lange, bis Boris reagiert und ihn ansieht, müde und traurig zugleich. " Ich werde mich nie daran gewöhnen, ... das wir für manche Menschen so etwas wie Abschaum sind, der kein Recht auf ein eigenes selbstbestimmtes Leben hat. Ich liebe Männer, na und, bin ich deswegen weniger wert?? " Tobias legt seinen Arm um Boris und drückt ihn an sich. " Nein, natürlich nicht. Ich weiß, es ist schwer, so viel Abneigung, soviel Hass auszuhalten. Aus diesem Grund habe ich es genauso lange geheim gehalten, wie du auch. Aber jetzt sind wir zu zweit ... und es gibt soo viele Andere, Freunde, Kollegen und Familie, die kein Problem damit haben, mmmh? " Ein kaum merkliches Lächeln huscht über Boris' Gesicht und er lehnt seinen Kopf an den seines Mannes. " Es wäre aber vieles einfacher, wenn ich auf Frauen stehen würde und jetzt mit ihr und vielleicht nem halben Dutzend Kinder hier meine Zeit verbringen würde. " Tobias löst seine Umarmung, schubst ihn von der Seite an und versucht dabei zu erkennen, ob dies eine ernstgemeinte Aussage war. " Hey, du spinnst wohl. Dann wären wir nie zusammen gekommen! Und du hättest was verpasst! " Tobias sieht ihn gespielt entrüstet an, woraufhin Boris ein Grinsen nicht vermeiden kann. " Aha, hätte ich? Stimmt, meine Frau wäre sicher nicht so verfressen, weit weniger chaotisch und sie könnte ganz sicher besser kochen! " Mit einem Blick, der jeden zum schmelzen bringt und einem breiten, siegessicheren Lächeln beugt sich Tobias vor, als ziele er auf etwas Bestimmtes ab. " Mag sein, aber ich bin ganz bestimmt der bessere Liebhaber!! " Jetzt kann Boris nicht mehr widerstehen und er küsst ihn, liebevoll und begierig. Tobias ist diesmal derjenige, der es wagt, behutsam seine Zunge ins Spiel zu bringen und Boris kommt ihm willig entgegen, erwidert, mit Nachdruck und wachsender Leidenschaft. Ihre Umgebung verschwindet in einem Nebel, der sämtlich Eindrücke zu verschlucken scheint, der Atem geht schneller, ihre Lippen erforschen einander, als wäre dies Neuland. Tobias streicht Boris bei jeder Bewegung seiner Zungenspitze durch die Haare, hält ihn schließlich am Hinterkopf fest, um noch ein wenig weiter vordringen zu können. Die Erregung hat sich bereits auf andere Körperpartien ausgebreitet, als Boris den Kuss unterbricht und keuchend nach Luft schnappt. " Ich glaub, hier ist erstmal Schluss, sonst fallen wir schon wieder auf, nur diesmal weit unangenehmer! " Beide lachen, schauen auf das, was langsam ihre Wahrnehmung zurück erobert und lassen dieses angenehme Kribbeln auf sich wirken.

Das letzte Abendessen auf dem Campingplatz nehmen beide in der kleinen Pizzaria ein, die den Gästen zur Verfügung steht. Boris hatte sich zunächst unwohl gefühlt bei dem Gedanken, sie könnten den jungen Männern von heute Mittag wieder begegnen. Aber dem ist nicht so und beide genießen ausgelassen ihre Pizza und den Weißwein, der heute nicht fehlen darf. Auf dem Rückweg zu ihrem Stellplatz begegnen ihnen spielende Kinder, ein junges Pärchen mit Kinderwagen und Hund, zwei ältere Herren in Badelatschen, zwei Damen auf ihrem Abendspaziergang und noch so einige andere, die den Tag angenehm ausklingen lassen. Die Sonne verschwindet langsam hinter den Baumwipfeln, aber es bleibt warm, welches der aufkommende Wind etwas erträglicher macht. Beide gehen nebeneinander her und Tobias ergreift Boris' Hand. " Komm, jetzt erst recht! " Ihre Finger verschränken sich und sie gehen Hand in Hand den Rest des Weges, jedem vermeintlich schrägen Blick entgegnen sie ein freundliches Lächeln und nicken zum Gruß. Manches muss man sich erkämpfen und sei es noch so alltäglich ...
Am Wohnwagen angekommen, öffnet Boris eine weitere Flasche Wein, nimmt zwei Gläser und sie setzen sich an den kleinen Tisch, den Hund zu ihren Füßen. " Morgen geht's wieder zurück, ich ins Hotel, du nach Hause. " Tobias nickt bedächtig, nimmt einen Schluck und schaut Boris ernst an. " Glaubst du, wir schaffen das, ... du schaffst das? Ich meine, auch wenn es vielleicht einen Grund gibt, dennoch habe ich mich fürchterlich dir gegenüber verhalten. Ich bin schuld an diesem ganzen Dilemma! " Boris dreht sein Weinglas gedankenverloren in seinen Händen, den Blick zu Boden gewandt und hält einen Moment inne. " So blöd das klingt, es war auch eine Chance, raus aus dem Trott, endlich haben wir über Dinge geredet, die sonst unter den Tisch gefallen wären! Und der Rest findet sich, da bin ich mir jetzt ziemlich sicher. " Beide prosten sich zu, diesmal mit der Gewissheit, denselben Wunsch zu hegen und betrachten wortlos die Sonne, wie sie allmählich hinter dem Horizont verschwindet, für einige Stunden außer Sichtweite, aber niemals wirklich weg!

"Sei mir nicht böse, aber ich würde heute lieber wieder ins Zelt gehen! Im Wagen, das ist mir zu stickig, hab schon letzte Nacht kaum geschlafen. " Verwundert über dieses Vorhaben steht Boris dennoch auf, um Tobias zu helfen, alles Nötige wieder zurück zu räumen. Als dies geschafft ist, geben sie sich einen Kuss und Boris verschwindet im Wohnwagen, nicht ohne sich noch einmal umzudrehen, um sicher zu gehen, das sein Mann diese Entscheidung nicht doch bereut. Tobias winkt ihm kurz zu, lässt seine Krücken zu Boden fallen, kriecht unbeholfen ins Zelt und zieht den Reißverschluss zu. Dort legt er sich auf den Schlafsack, alles andere wäre viel zu warm, sieht es doch ganz danach aus, als würde es heute die erste tropische Nacht des Sommers geben. Kein zweites Mal könnte er neben Boris überstehen, ohne ihn anzufassen, seine nackte Haut zu spüren und ihm so nah wie nur irgend zu sein!
Es ist jetzt ruhig auf dem Campingplatz, der leichte Wind lässt die Blätter rauschen und von weit weg ist der Ruf einer Eule zu hören. Tobias schließt die Augen und versucht, sich das Bild von heute Nachmittag ins Gedächtnis zu rufen, wie es sich angefühlt hat, als sie kurz davor waren, hemmungslos übereinander herzufallen. Er spürt, wie sein Körper auf diese imaginäre Vorstellung reagiert, wie die Erregung erst durch den gesamten Körper strömt, um sich dann auf die EINE Stelle zu fokussieren. Er streift sich die Shorts über die Beine, um der Errektion ein wenig mehr Freiraum zu verschaffen, dies würde heute wohl unter das Kapitel Alleinunterhaltung fallen. Seine Hand streicht langsam über seinen Bauch nach unten, um den Moment der Berührung noch ein wenig hinauszuzögern und die Bilder in seinem Kopf anzukurbeln. Als sie dann langsam am Hosenbund entlang abtaucht zu dem, was ihn wahrscheinlich schneller explodieren lässt, als erwünscht, öffnet sich der Reißverschluss des Zeltes und Boris steckt seinen Kopf herein.
" Darf ich? " Tobias zieht seine Hand zurück, eine eher überflüssige Aktion, verrät doch die halb heruntergezogene Shorts und die Beule in seiner Unterhose bereits, was Sache ist. Boris kriecht herein, schließt das Zelt wieder und betrachtet seinen Mann, der sich ihm in eindeutiger Lage präsentiert. Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht zieht er die Shorts über dessen Füsse und anschließend sein eigenes Shirt über den Kopf, beides fliegt in eine Ecke. Dann drückt er Tobias' Beine ein wenig auseinander, kniet sich zwischen sie, stützt sich mit beiden Armen seitlich neben seinen Schultern ab und schiebt seinen Körper langsam auf den von Tobias. Der stöhnt laut auf, als sich ihre Penisse berühren, nur getrennt durch den Stoff ihrer Unterhosen. Boris küsst Tobias auf den Mund, fordernd, ausgehungert, für ein ausgedehntes Vorspiel bleibt hier und heute keine Zeit. Er legt Tobias Arme angewinkelt nach hinten und fixiert sie mit seinen Händen. Seine Zunge setzt ihr Erforschen fort und sein Becken beginnt, langsam über dem von Tobias zu kreisen. Der stöhnt erneut auf, löst den Kuss und drückt seinen Kopf nach hinten in den Schlafsack, so weit es geht. " Oooh, bitte mach weiter, nicht aufhören! " Das hätte Boris sowieso nicht getan, schon allein, um die aufsteigende, kaum noch zu haltende Erregung nicht unnötig zu unterbrechen. Er erhöht den Druck auf ihre Lenden und verstärkt den Rhythmus seines kreisenden Beckens. Tobias ist jetzt nicht mehr Herr seiner Sinne, liegt mit geschlossenen Augen und geöffnetem Mund vor ihm und mit jeder weiteren Bewegung entlockt Boris ihm ein erneutes Aufstöhnen. Es ist soweit, er stimmt mit ein und mit der letzten heftigen Reibung ergießen sich beide gleichzeitig unter einem finalen lustvollen Aufschrei. Boris lässt sich auf Tobias fallen, sein Gesicht verschwindet in dessen Kopfbeuge, während der seine, nun frei gewordenen Arme, um ihn schlingt. Das warme, feuchte Gefühl zwischen ihren Unterkörpern veranlasst Tobias zu einem Lächeln, eines der glücksseligen Art. " Wow, damit hätte ich heute nicht mehr gerechnet! " Boris hebt seinen Kopf und schaut seinen Mann an, der gerade in diesem Zustand so verdammt gut aussieht, das man glatt über eine Wiederholung nachdenken könnte. " Du hast gesagt, ich entscheide. Und das habe ich getan! " Er gibt ihm einen Kuss und dreht sich zur Seite. " Genau. Aber ab heute bin ich wieder mit im Spiel, das Abwarten ist nämlich so gar nicht meins! " Beide müssen lachen, Boris setzt sich auf und betrachtet die frischen Spuren ihres Zusammenseins. " Neue Klamotten? " Tobias schüttelt den Kopf, befreit sich selbst von Unterhose und Shirt und Boris tut es ihm schließlich gleich. Sie kuscheln sich aneinander, nackt, glücklich und entspannt, zumindest für diesen Moment, für diese eine tropische Nacht im Zelt!
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