Schulden zum Glück

von TheSky
OneshotRomanze / P18
DK Han OC (Own Character)
08.06.2019
08.06.2019
1
4.220
5
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
08.06.2019 4.220
 
Es ist laut.
Aber ich liebe die Geräuschkulisse.
Laute Musik. Gelächter. Hochtourende Motoren.

Auch dieses Wochenende stehen wieder duzende Rennen an. Und ich bin mittendrin. Nicht etwa als Fahrerin. Obwohl ich gerne mal ein Rennen fahren würde. Nein. Ich bin Takashis neuste Errungenschaft. Seine neuste Geldquelle. Es passt mir nicht, mich verkaufen zu müssen, doch lieber so, als das meine Familie getötet wird. Im Prinzip hat es mich also noch gut getroffen. Takashi ist wenigstens so taktvoll mir keine alten, schmierigen Kerle aufs Auge zu drücken und er ist stets um mein Wohlergehen besorgt. Das heißt noch. Immerhin mache ich das alles erst seit zwei Wochen. Wer weiß ob sich das noch ändert bis die Schulden komplett beglichen sind.
Wie immer spiele ich das kleine Mädchen. Ich kichere über schlechte Witze der Jungs die vorbeikommen, mache allen schöne Augen und werfe bedächtig mein Haar zurück, damit man mir gut in den Ausschnitt gucken kann um schon zu checken was man kauft. Aber ich halte mich immer in der Nähe von Takashi auf.
Bei meinem ersten Tag habe ich den Fehler gemacht es nicht zu tun, bin umher geirrt und habe mir die Autos angesehen. Sagen wir es so, danach habe ich es nie wieder gemacht.
„Hey DK, da will jemand ein Rennen gegen dich fahren. Scheint neu zu sein. Ziemlich grün hinter den Ohren.“
„Sag ihm ich fahre heute kein Rennen. Ich bin heute ganz für meine Neela da.“
Takashi umarmt seine Freundin und küsst sie sehr innig. Ich denke er empfindet weit weniger für sie als er einfach nur zur Schau stellen will, dass sie ganz alleine ihm gehört. Schon seit ihrer Kindheit sind die beiden miteinander verbandelt. Im Prinzip ein süßes Paar, aber Neela hat mehr auf dem Kasten als ihr Lover.
„Ich weiß wie sehr du das fahren liebst. Fahr ruhig. Mir macht das nichts aus.“
Er sieht ihr tief in die Augen und ich befürchte er wird sie jetzt anschreien, doch dann beginnt er zu lächeln. „Natürlich meine Schöne. Immerhin habe ich einen Ruf zu verlieren.“
Wieder küssen sie sich, dann sagt er seinem Kumpel Bescheid, das er das Rennen annehmen wird und wendet sich mir zu. „Ich erwarte, dass du den Männern im nahen Umkreis schöne Augen machst, Adele. Du solltest dir und damit mir heute noch Geld nach Hause bringen“, flüstert er mir ins Ohr und ich nicke, mit einem strahlenden Lächeln. Er riecht verdammt gut und er kann genauso gut küssen.
„Aber sicher doch“, hauche ich zurück. Danach wendet er sich mit jubelnder Menge ab und verschwindet zu dem Rennen. Auch Neela geht mit, obwohl es sie kaum interessiert. Ich bleibe zurück und beobachte die Gegend. Suche mir einen schönen Mann heraus und entdecke in diesem Moment Han in der Menge. Wie üblich hat er irgendwas zum knabbern in der Hand. Heute ist es eine Tüte Chips und um ihn rum haben sich etliche Mädchen gesellt, die ihn umgarnen.
Er war in den letzten Wochen bei keinem Rennen dabei, deshalb ist es überraschend ihn heute zu sehen. Wie immer pumpt das Blut schneller durch meinen Körper wenn ich ihn sehe und ich muss mich zusammenreißen nicht zu sabbern.
Um wieder klar im Kopf zu werden, wende ich mich ab und suche mir einen Mann aus der Menge. Ich geselle mich zu ihm, nicht unweit von Han entfernt und beginne damit ihn zu umgarnen, ihn auf mich heiß zu machen und werfe dabei immer wieder verstohlene Blicke auf Han, um zu beobachten was er tut.
„Hey Süße, was hast du zu bieten, was andere nicht haben?“
Mein Blick fällt erneut auf Han und zu meinem entsetzen sieht er mir direkt in die Augen. Schnell schaue ich zu Boden und versuche die Röte auf meinen Wangen zu verbergen. Meine Augen sind entsetzt aufgerissen und ich kriege kaum Luft. Es ist das erste Mal, dass er mich angesehen hat, das er mich bemerkt hat.
„Ich verstehe schon Babe. Du bist was ganz Besonderes“, flüstert der Typ mir ins Ohr und ich kichere wie tausendmal geprobt.
„Das bin ich. Das Geschäftliche regelt Takashi. Aber wenn du es kaum noch aushalten kannst, wende dich an Morimoto.“
In diesem Moment, als hätte ich ihn heraufbeschworen, taucht er neben mir auf und schlingt seinen Arm besitzergreifend um mich. Takashis rechte Hand und mein erster Kunde, wenn man es so will. Seitdem will er mich regelmäßig und offensichtlich bildet er sich etwas ein. Vielleicht glaubt er in mich verknallt zu sein, oder im schlimmsten Fall noch ich würde auf ihn stehen. Der Sex ist nicht schlecht, aber er ist einfach nicht mein Typ.
„Was möchte Takashi für die Kleine?“
Ich senke meinen Kopf, damit niemand bemerkt wie ich die Augen verdrehe. Als ich wieder aufsehe, bemerke ich Hans Augen, die mich mit einem merkwürdigen Ausdruck beobachten. Danach wendet er sich wieder seinen Frauen zu und küsst die zu seiner linken Seite. Ein kleiner Stich fährt mir durchs Herz. Ich bin eifersüchtig und das stinkt mir.
Der Typ grapscht mir an den Arsch, während er sich mit Morimoto über das Geschäftliche unterhält. Danach schickt er mich mit meinem nächsten Kunden weg, aber nicht, ohne mir noch einen Klaps auf den Arsch zu geben. Beim Weggehen, drehe ich mich noch einmal zu ihm um und strecke ihm die Zunge heraus, woraufhin er mir einen Kuss zuwirft.
Es dauert nicht lange. Dieser hier ist schneller fertig, als die meisten anderen. Ich weiß nicht, ob es ihm peinlich ist, aber auf jeden Fall ist er sofort danach verschwunden. Nachdem ich mich wieder angezogen habe, stoße ich zu Takashi, der mich strahlend ansieht. „Du bist ein gutes Mädchen. Schade das so wenige Frauen sind wie du.“
Gespielt verlegen schaue ich ihn an. Er liebt diese Kleine-Mädchen-Nummer genauso wie die meisten Kunden. Schade, dass er seiner Neela treu ist. Obwohl er sich ständig mit anderen Frauen umgibt und sie auch gelegentlich küsst, geht er mit keiner ins Bett. Was sehr schade ist, denn nicht nur ich würde gerne von ihm kosten. Dutzende weitere Frauen auch.
„Wenn du so weitermachst, Schätzchen, dann braucht es nicht mehr lange bis du deine Schulden abgearbeitet hast.“
„Seit wann bist du denn ins Prostitutionsgeschäft eingestiegen, DK? Ich dachte das wäre unter deiner Würde?“
Erschrocken drehe ich mich herum und sehe Han auf uns zukommen. Er bleibt direkt neben Takashi stehen und knabbert auf etwas neuem herum. Sieht aus wie eine schokoumhüllte Stange und mir bleibt schon wieder die Luft weg. Dieser Kerl wird irgendwann noch mein Tod sein. Ganz sicher.
Unschuldig sehe ich zu Han auf, während Takashi und er sich abklatschen. „Das ist einfach. Adele hier, arbeitet die Schulden ihrer Familie bei mir ab. Sie hat sich angeboten und es ist schnell verdientes Geld. Eine Win-Win-Situation, könnte man sagen“, prahlt er großkotzig und zieht mich in seinen Arm. „Wenn du willst, kannst du sie auch mal haben. Morimoto sagt, sie ist fantastisch.“
Mein Herz schlägt wild in mir, während Han mich ansieht, so als würde er dies tatsächlich in Erwägung ziehen. Aber die Worte hören sich alles andere als toll an. Es hört sich an, als wäre ich ein Gegenstand der von einem zum nächsten gereicht wird. Bisher habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht. Aber nun verstehe ich, warum dieser Job für viele Frauen so abstoßend ist.
„Warum sollte ich jemanden kaufen, wenn ich dort drüben einen ganzen Haufen Frauen habe, die nicht abgeneigt sind.“
Wir alle sehen rüber zu einem Grüppchen Frauen, die herschauen und Han zuwinken, als wäre es abgesprochen. Wieder kommt dieser Teufel in mir zum Vorschein, der mir mit seinem Dreizack mitten ins Herz sticht. Sie sollen verschwinden und das versuche ich ihnen mit einem einzigen Blick zu bedeuten. Leider sehen sie nicht mich an, sondern Han. Also gebe ich mich geschlagen.
„Er hat Recht, Takashi. Es gibt genug die er kostenlos haben kann. Wieso sollte er ausgerechnet mich wollen.“
„Weil du etwas besonderes bist. Verkaufe dich nicht unter deinem Wert, Schätzchen.“
Mein Blick trifft sich mit dem von Han und diesmal schaue ich schnell weg, ohne das es auch nur eine Sekunde gespielt ist. Diesmal ist alles echt. Denn dieser Blick in seinen braunen Augen, der lässt mich ganz schwindelig werden.
„Na wenn sie dir so viel bedeutet, kann sie ja nur gut sein. Und du hast nicht selbst schon von ihr genascht?“
Takashi grinst ihn an und schüttelt den Kopf. „Ich habe Neela und das weißt du. Keine Frau könnte mich mehr reizen und meine Eier zum Kochen bringen.“
„Wie viel?“
Mein Herz bleibt in dem Augenblick stehen, als Han diese zwei Worte sagt. Ich weiß was sie bedeuten und zwar meinen Tod. Definitiv. Wenn er das jetzt wirklich will, dann werde ich sterben. Es wird ein schöner Tod sein. Mit dem Gesicht des Mannes vor meinen Augen, den ich seit fast einem Jahr begehre. Seit ich ihn das erste Mal bei einem Rennen an der Seite entdeckt habe. Und obwohl er selbst nie gefahren ist, ist er doch fast jeden Tag hier gewesen.
„Für meinen lieben Geschäftspartner, von dem ich weiß, dass er es hat … 100.000 Yen.“
Ich reiße entsetzt die Augen auf. Das ist viel zu viel. Es würde zwar meine Schulden um eine beträchtliche Summe senken, aber darauf wird er sich niemals einlassen. Was vielleicht gar nicht so schlecht ist, dann muss ich zum Glück doch noch nicht sterben.
„Alles klar“, erwidert Han, nach einiger Zeit in der niemand etwas gesagt hat und seine Worte kommen mir so laut vor, als hätte er sie förmlich geschrien.
Das Blut beginnt in mir zu kochen, sodass mir schon nach kurzer Zeit der Schweiß auf der Stirn steht. Ich kann das nicht. Wenn ich ihn einmal hatte, dann werde ich nie wieder jemand anderen wollen. Dann muss meine Familie sterben und ich vermutlich auch. Mein Atem bleibt mir im Halse stecken, bis Hans Augen mich erfassen. Sofort wird mir schwindelig. Nein. Nein, das darf nicht wahr sein. Genau. Ich träume. Oh bitte lieber Gott, lass mich aufwachen, damit ich über diesen Traum hier lachen kann.
„Komm“, sagt er an mich gewandt und bedeutet mir mit einem Kopfzeig ihm zu folgen. Bevor er geht, drückt Takashi ein Bündel Geld in die Hand und sieht sich nach mir um, ob ich ihm folge. Aber meine Beine fühlen sich wie die eines gerade geborenen Fohlens bei seinen ersten Gehversuchen. Wenn ich jetzt einen Schritt vor mache, dann knicke ich um und falle.
„Adele!“, schellt Takashi mich sogleich. „Geh mit ihm, sofort!“
Ich spüre wie mir jegliche Farbe aus dem Gesicht weicht, wende mich DK zu und höre seine Worte, aber alles dreht sich. Jetzt reiß dich zusammen.
Langsam folge ich ihm zum Aufzug, der uns nach unten in die Kellerwohnung des Hausmeisters bringt. Zum Glück ist dieser während der Rennen ebenfalls hier, sodass Takashi sie mir zur Verfügung gestellt hat.
Schweigend stehen wir vor dem Fahrstuhl, warten darauf das er kommt und Han knabbert den letzten Rest seines Stäbchens auf. Die Türen öffnen sich, wir treten ein und ich drücke den Knopf der uns nach unten bringt. Doch schon nach wenigen Metern, die wir nach unten fahren, drückt er einen Knopf und der Fahrstuhl kommt ruckelnd zum Stehen. Die Lichter schalten sich um und werden dunkler. Mein Herz hat sich schon lange verabschiedet.
„Han? Was soll das?“, frage ich mit zittriger Stimme.
Er steht lässig gegen die Wand gelehnt und sieht zu mir auf. Ein kleines Lächeln umspielt seine Mundwinkel. „Zeig mir wer du wirklich bist?“
Verständnislos sehe ich ihn an. „Wie bitte?“
„Ich habe dich beobachtet. Du bist nicht das kleine Mädchen wie du den anderen weis machen willst. In dir steckt mehr. Zeig es mir.“ Seine Stimme geht mir unter die Haut, genauso seine Worte.
Han hat mich beobachtet. Das habe ich bemerkt, aber niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass er mich dabei sofort durchschaut.
„Nimm dir was du willst.“
Das ist der entscheidende Satz. Wenn er es weiß, dann habe ich nichts zu verlieren. Entschlossen sehe ich auf, blicke ihm direkt in die Augen und gehe auf ihn zu. Und wie ich mir nehmen werde was ich will.
Vor ihm stehend, greife ich nach dem Kragen seiner Jacke und ziehe sie ihm forsch über die Schultern, sodass sie zu Boden gleitet. Fest sehe ich zu ihm auf und dann küsse ich ihn. Es ist ein Kuss, der mir die Beine weghaut. Erst recht, als Han seine Hände zum Einsatz bringt. Eine Hand liegt auf meinem unteren Rücken, die andere in meinem Nacken. Auch ich schlinge meine Arme um seinen Hals, drücke mich fest an ihn und presse meine Lippen auf die seinen.
Dieser Kuss geht mir ins Blut und vor allem in mein Herz. In diesem Moment weiß ich einfach, dass ich nie wieder jemand anderen küssen will. Nur ihn.
Mit einer Hand fahre ich durch sein Haar, liebkose sein Gesicht, während ich ihn küsse, als wären wir in einem meiner Träume. Meine Haut verbrennt an den Stellen, an denen er mich berührt und alles was ich atme ist er.
Ungeduldig fahre ich mit meinen Händen zum Bund seines Shirts und schiebe es hoch, bis er es sich über den Kopf zieht. Sofort liebkosen meine Lippen seine glatte Haut, meine Hände machen es ihnen gleich.
Ich höre ihn leise seufzen. Oh yeah Baby, genau das will ich hören. Bestimmt beginne ich an seinen Brustwarzen zu saugen, solange bis sie sich hart aufgerichtet haben. Ich lecke darüber und dann reiße mir beinahe das knappe Kleid vom Leib.
Sofort sind seine Hände überall auf meinem Körper. Sie fahren über meinen Rücken, meine Hüfte, meinen Bauch und kneten meinen Busen. Diesmal bin ich es, die lustvoll aufstöhnt. Ich dränge mich ihm entgegen und mache mich an seiner Hose zu schaffen. Sie soll genau dort landen, wo auch der Rest unserer Kleidung liegt. Am Boden.
Doch ich schaffe es sie gerade zu öffnen, als er mich am Arsch packt und hochhebt. Wir drehen uns und dann spüre ich das kalte Metall der Kabinenwand in meinem Rücken. Kurz biege ich meinen Rücken durch um so wenig Kontaktpunkte wie möglich zu haben. Dies nutzt Han und küsst mein Schlüsselbein, runter zu der Kuhle zwischen meinen Brüsten und öffnet dann mit einer Hand meinen BH um den störenden Stoff loszuwerden.
Meine Brustwarzen sind bereits aufs äußerste gereizt und strecken sich ihm sinnlich entgegen. Aber ich will nicht, dass er sich um sie kümmert, ich will das er mich küsst. Also greife ich in sein Haar, umfasse seinen Hinterkopf und ziehe ihn bestimmend zu mir. Hungrig nach ihm fahren meine Lippen über seine und dann lasse ich meine Zunge dazustoßen. Mir wird augenblicklich ein wenig heißer.
Alles was ich jetzt noch will ist mit ihm zu verschmelzen. Ich will ein ganzes mit ihm werden. Als ich meinen Tanga runterziehen will, reiße ich zu fest daran und mache ihn kaputt. Mit einem Ruck ziehe ich ihn weg und lasse ihn zu den anderen Sachen fallen.
„Ich will dich“, hauche ich ihm ins Ohr und tatsächlich stützt er mich mit seinem Oberkörper gegen die Wand und greift zwischen uns um Hose und Unterhose runterzuziehen. Meine Mitte trifft sofort auf nackte Haut und ich lehne meinen Kopf gegen die Wand.
Seine heißen Küsse bedecken meinen Hals und ich spüre endlich seine Länge an mir. Ungeduld kocht in mir hoch, genauso wie mein Verlangen nach ihm. So gut ich kann, dränge ich mich ihm entgegen und endlich hat er Mitleid mit mir. Sachte senkt er mich auf sich herab, bis er mich vollständig auszufüllen scheint.
Wir stöhnen gleichzeitig auf, atmen schwer vor Erregung und geben uns Zeit uns zu sammeln, bevor er gleichmäßig in mich zu stoßen beginnt. Alles in mir beginnt zu klingen. Ich kralle mich an seinen starken Schultern fest und versuche nicht sofort zu kommen. Aber was ist besser als Sex mit dem Menschen den du begehrst?
Eine Hand streicht sein Haar aus seinem Gesicht, dann beuge ich mich vor um seine tollen, mittlerweile geschwollenen Lippen zu küssen. Auch wenn er dadurch in seiner Bewegung innehalten muss, aber ich kann nicht anders. Dieser Mund schreit geradezu danach geküsst zu werden.
Als Han seinen Rhythmus wieder aufnimmt, ist es schneller als noch zuvor und es dauert nicht lange bis ich die Sternchen sehe, mir schwarz vor Augen wird und ich zuckend, und mich um ihn verkrampfend, komme. Mehrere Stöße später folgt er mir über den Rand des Menschlichen hinweg, in die Arme der Ekstase.
Tief schnaufend lehnt er seinen Kopf gegen meinen Hals und ich spüre seinen kitzelnden Atem auf meinem Schlüsselbein. Ich streichle ihm abwesend über das Haar und versuche dieses pure Glücksgefühl in mir zu verankern. Es soll für immer abrufbar sein. Eine Erinnerung die ich niemals vergessen will.
Langsam kommt wieder leben in Han und er zieht sich aus mir zurück und setzt mich vorsichtig zurück auf den Boden. Mein Rücken schmerzt, doch ich ignoriere das ziehen. Schwebe geradezu noch auf Wolken.
Das Kondom welches er sich noch übergezogen hat, verknotet er sorgfältig und wickelt es in ein Taschentusch, bevor er es auf den Boden legt um sich anzuziehen. Aber ich halte ihn auf, indem ich ihn gegen die Wand drücke und ihn küsse.
Ich weiß, dass sich das nicht gehört. Dieses Techtelmechtel war eine einmalige Sache. Er hat Geld dafür bezahlt und nun ist es eigentlich meine Pflicht ihn in Ruhe zu lassen. Aber ich will ihn nur noch einmal küssen. Nur für einen Moment will ich das Gefühl haben, er würde zu mir gehören.
Zu meiner Freude geht er auf den Kuss ein, greift in mein Haar und zieht mich fest an sich. Doch danach lässt er von mir ab und beginnt sich anzuziehen. Mit einem letzten enttäuschten Blick auf ihn, beginne auch ich damit mich wieder anzukleiden. Gerade will ich meine Haare vor holen um meinen Reißverschluss zuzuziehen, als ich zwei Hände an meinem Rücken spüre.
Han nimmt meine Haare, legt sie mir über die Schulter nach vorne und beginnt den Reißverschluss von unten nach oben hochzuziehen. Sobald alles zu ist, haucht er mir einen Kuss in den Nacken und eine Gänsehaut überzieht meinen Körper.
„Wieso sehe ich dich niemals ein Rennen fahren?“
Langsam drehe ich mich zu ihm herum. Ich will nicht, dass er geht. Also verwickle ich ihn in ein Gespräch um mehr über ihn zu erfahren.
„Weil es bei mir um mehr gehen muss in einem Rennen.“
„Inwiefern? Um mehr als Ansehen oder Autos? Etwa Geld?“
„Vor allem um Familie. Ich würde alles für die Meinen tun, selbst wenn wir nicht miteinander verwandt sind. Steckt jemand in Schwierigkeiten, tun wir alles um ihn daraus zu holen. Geld habe ich genug. Darauf kommt es im Leben auch nicht an. Wichtig sind die Menschen, die um uns herum sind.“
Ich nicke überrascht. Dieser Mann ist soviel besser als ich es erwartet hatte. Und trotzdem bleibt das ungute Gefühl, dass ich ihm nie mehr so nahe komme wie jetzt.
„Warum fährst du nicht?“
„Weil ich keinen fahrbaren Untersatz habe. Wenn ich das Geld hätte, würde ich nicht DK’s kleine Schlampe spielen.“
Er sieht mich an und nickt. „Wie viel schuldest du ihm noch. Ich könnte dich freikaufen.“
Obwohl mir seine Worte viel bedeuten schüttele ich den Kopf. „Nein! Ich möchte das alleine schaffen. Am liebsten wäre es mir, wenn ich ein Rennen gegen ihn fahren könnte. Wenn ich gewinne werden meine Schulden erlassen“, sage ich grinsend. „Aber darauf wird er sich nicht einlassen und selbst wenn doch, habe ich noch immer keinen Wagen.“
„Du könntest einen von meinen haben.“
„Was springt für dich dabei heraus?“
Er sieht mir tief in die Augen. „Ich sehe aus welchem Holz du geschnitzt bist. Außerdem könnte es ein spannendes Rennen sein. Wenn du glaubst ihn besiegen zu können, musst du gut sein.“
Ich grinse schief. „Das bin ich.“

Wir steigen aus dem Fahrstuhl und Han wirft das Taschentuch mit dem Kondom in den Mülleimer und hat bereits die nächste Knabberei in der Hand. Diesmal sind es Schokolinsen mit einer Erdnuss drin. Gemeinsam gehen wir durch die Menge zu Takashi und als dieser uns sieht, strahlt er breit.
„Warst du zärtlich? Warst du freundlich? Hast du sie wie eine Lady behandelt?“, fragt er und ich drehe mit den Augen. Han würde niemals eine Frau anders behandeln als eine Lady. Da könnte sich DK noch eine Scheibe von abschneiden.
„Ich schlage dir ein Rennen vor“, beginnt Han und Takashi ist entsprechend überrascht. Immerhin ist Han noch nie gefahren.
„Weshalb? Etwa um Adele? Denkst du sie könnte dir ein gutes Sümmchen einbringen?“
Bei seinen Worten fühle ich mich beschmutzt und benutzt. Voller unterdrückter Wut sehe ich zu Boden und balle meine Fäuste. Wenn er darauf eingeht, dann werde ich ihn schlagen. Oh ja, und wie ich das werde.
„Adele fährt gegen dich. Ich gebe ihr meinen Nissan Silvia. Wenn du gewinnt, bekommst du meinen Mazda RX-7.“
Takashi sieht skeptisch aus, aber nicht so als würde er ablehnen. Eher als wäre dies ein Kinderspiel. „Und wenn sie gewinnt?“
„Dann erlässt du mir meine Schulden und ich bin frei.“
Sofort beginnt er breit zu grinsen. Offensichtlich sieht er sich schon als Gewinner. Für mich steht viel mehr auf dem Spiel. Wenn ich verliere, dann stehe ich nicht nur in Takashis Schuld sondern auch in Hans und ich glaube kaum, dass ich aus dieser Nummer, dann jemals wieder herauskomme.
„Alles klar. Lass uns ein Rennen fahren.“

Fuck! Ich habe den Start gründlich vermasselt. Und warum? Weil mein High Heel abgebrochen ist. Scheiße! Mit flinken Fingern ziehe ich sie mir von den Füßen, schmeiße sie aus dem Fenster und trete auf das Gaspedal.
Ich bin ziemlich weit hinten, aber ich habe noch genug geraden ihn wieder einzuholen. Noch ist nichts verloren. Ich kann das schaffen! Nein, ich muss das schaffen. Es steht alles auf dem Spiel.
Kaum, dass ich um die erste Kurve drifte, nicht weit hinter DK, unserem Drift King, spüre ich wieder diese Verbundenheit mit dem Wagen. Ich fühle mich eins mit ihm, als wüsste ich intuitiv was es fühlt und was es braucht. Tief atme ich ein, umklammere das Lenkrad und schlage es voll ein, während ich gleichzeitig die Handbremse ziehe und somit um die Kurve gleite. Fast schon fühlt es sich an, als würde ich um die Kurve fliegen.
Dann kommt die kurze Gerade. Ich drücke derart auf das Gaspedal, dass meine Reifen für einen Moment durchdrehen, aber dann erreiche ich Takashi, sitze hinter ihm und warte auf den passenden Moment ihn zu überholen. Er beginnt um die nächste Kurve zu driften und ich fange nur einige Sekunden vor ihm damit an und dann habe ich ihn überholt.
Sofort gebe ich weiter Gas um ihn auf der nächsten Geraden nicht wieder überholen zu lassen und dann sehe ich bereits die letzte kurvige Auffahrt nach oben auf das Dach des Parkhauses. Wenn Takashi diese vor mir nimmt, dann ist alles verloren.
Ein Blick in den Rückspiegel zeigt mir, dann er mit grimmigen Gesichtsausdruck direkt hinter mir ist. Er hat dasselbe Ziel wie ich – Gewinnen. Für uns beide steht viel auf dem Spiel. Ich bin kurz davor in Panik auszubrechen. Aber das Leder im Rücken und das Lenkrad geben mir die nötige Kraft klar im Kopf zu bleiben. Wenn ich jetzt allerdings nur eine Sekunde zu spät die Handbremse ziehe, oder das Lenkrad zu viel oder zu wenig rumreiße, dann ist alles verloren. Alles.
Und erst als ich oben bin, in die jubelnde Menge fahre und Takashi hinter mir auftaucht, weiß ich was soeben passiert ist. Ich habe gewonnen. Oh mein Gott, ich habe DK geschlagen. Das heißt, ich bin ab jetzt der neue Drift King.
Zittrig steige ich aus und werde sofort von unzähligen Leuten umringt die mich bejubeln. Ich bin eine Frau und trotzdem habe ich ihn besiegt. Den Mann, der noch nie geschlagen wurde.
Als ich ihn auf mich zukommen sehe, mit einer wirklich unsäglichen Miene, werde ich kalkweiß und auch die Leute um mich herum werden mucksmäuschenstill. Dicht vor mir bleibt er stehen, sieht mir tief in die Augen und ich befürchte er könnte mich schlagen. Aber er macht nichts dergleichen.
„Deine Schulden sind hiermit erlassen“, erklärt er, dreht sich um und verschwindet. Ich schaue ihm nur kurz hinterher, denn gleich darauf suchen meine Augen die Menge nach Han ab.
Es dauert nicht lange bis ich ihn kauend vorfinde. Ich lächle ihn an und werfe ihm den Schlüssel zu. „Danke Han. Ich hoffe deine Erwartungen wurden erfüllt. Der Wagen zieht ein wenig nach links, das solltest du mal kontrollieren.“
Daraufhin grinst er mich an. „Meine Erwartungen wurden übertroffen und ich glaube es ist etwas passiert, was ich mir nicht zu träumen gewagt hätte, nachdem ich herkam.“
Ich sehe ihn glücklich an, auch wenn ich nicht weiß was er mir damit sagen will. Aber es hört sich positiv an und mehr brauche ich nicht.
„Hast du schon mal im Auto geknutscht?“
Nur mit Mühe kann ich mir ein Auflachen verkneifen und sehe ihn verwirrt an. „Äh, ja?“
„Auch schon mal während der Fahrt?“ Nun bin ich vollends verwirrt und runzle die Stirn.
„Ich glaube nicht.“
„Dann steig ein. Du wirst nirgendwo anders dieses Gefühl der Leidenschaft spüren, gepaart mit dem Adrenalin beim Autofahren.“
Mein Herz macht einen Hüpfer, denn ich glaube zu ahnen was es bedeutet. Es bedeutet, dass ich meinem Traum nie näher gewesen bin als in diesem Moment. Han will mich bei sich haben und ich wäre nirgendwo lieber als bei ihm.
Review schreiben