Denaturiert - Die achte Staffel

KurzgeschichteAllgemein / P12
Akane Tendo Ranma Saotome
08.06.2019
31.08.2019
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Er war ruhiger geworden in den letzten zwei Wochen. Früher war er ein Mensch der frei schnauze gesagt hatte was er dachte, ein temperamentvoller Sportler, der immer zu einem Kampf bereit gewesen war. Aber Er ist stiller geworden. Er hatte sich seit drei Wochen auch nicht mehr verwandelt. War durch und durch Mann geblieben. Als er sich das letzte Mal verwandelt hatte, war er zu Tatewaki Kuno, mein ehemaligen Verehrer  gegangen und hatte nach dessen Schuluniform gefragt. Nicht nur, weil er diese für die Prüfungen bräuchte, seit dem Vorfall trug er sie täglich zu Schule, was anfänglich etwas verwundert gewirkt hatte. Er hatte immer einen Scheiß auf das Schulsystem gegeben und immer seine ganz normale Kleidung getragen, die leicht und bequem war und mit der er auch kämpfen konnte. Mir war es immer egal gewesen wie er rumlief, rumläuft oder rumlaufen wird, und ich denke das ist auch besser so. Am meisten hatte mich verwundert, als er eines Tages nach Geld gefragt hatte, in die Stadt gegangen war und sie edle Schuhe gekauft hatte, die er seit dem trug. Mir machte seine Wandlung nicht wirklich was aus, das Problem was ich hatte, waren die anderen. Schon bevor ich es selber wusste was los sei, wurde ich gefragt, was mit ihm los sei. Ich hatte allen, selbst Shampoo, Tatewaki und Kodachi die mich gefragt hatten, erzählt es sei nichts Ernstes, ich wusste ja selbst kaum was war und eigentlich hatte ich geglaubt, die drei seien selbst dahinter gekommen, was wie genau passiert war.
Shampoo, die amtierende Erbin des 'Neko Hanten' ihrer Urgroßmutter, in dem sie als Lieferantin und Kellnerin arbeitete, hatte ihre Ohren überall und die junge Chinesin war eine richtige Stalkerin.
Bei den Kuno Geschwistern hätte mich ein Wissen über Ranmas Veränderung auch nicht gewundert, deren ergebener Diener Sasuske, ist unter Kodachi Hand ein erbarmungsloser Stalker, der jede Information Petzt.
Ich hatte auch eigentlich vermutet, das Ukyo Kuonji, Ranmas beste Freundin es wusste, aber da hatte ich mich getäuscht.
"Akane? Kann ich dich mal was fragen?", hatte sie mich eines Tages in der Mittagspause gefragt. "Ja, was liegt dir denn auf dem Herzen?", hatte ich ihr dann geantwortet. Das wilde Mädchen, das immer mit einem supāteru bewaffnet rumlief, hatte mich ernst angesehen. "Mir ist das ruhige und Stille verwalten von Ranma aufgefallen" hatte sie mir erzählt und ich hatte daraufhin nur still genickt. Forsch hatte sie mich dann angeblickt. "Ich wollte fragen was los ist? Ich habe mich gewundert, weshalb er es mir nicht erzählt hat. Von nichts kommt schließlich nichts und da kam mir der Gedanke, du könntest es wissen". Ich nickte "Gut ich erzähle es dir" sagte ich und begann zu erzählen.

                                                                                                                                       ~ Zeitsprung ~

Irgendetwas war heute anders, das spürte Akane Tendo ganz genau. Die junge Kampfsportlerin lag noch in ihrem Bett und probierte sich an ihren, bis eben gehabten Traum zu erinnern. Es war kein guter Traum gewesen, das wusste sie, aber was es genau war, war ihr entfallen. Was sie auch wusste, war das sie jetzt keine Zeit mehr unter der warmen Decke verbringen konnte, sonder aufstehen musste.  Nachdem sie die Decke beiseite getan hatte, aufgestanden war und gerade ihre Zimmertür geöffnet hatte, fiel ihr etwas seltsames ins Augen. Vor Ihrer Zimmertür, auf dem alten Holzboden, lag ein Brief. Das junge Mädchen kniete sich hin um den Brief, der mehr Zettel als Brief war aufzuheben.
"WAKARE NO TEGAMI" las sie laut vor, was nichts anderes als Abschiedsbrief bedeutete. Die Schrift wirkte krakeliger, so wie 'auf die Schnelle geschrieben'. "Wer könnte das sein?", fragte sie ihr imaginären gegenüber. Kasumi, ihre älteste Schwester konnte sie ausschließen. Sie war einer dieser Menschen die nicht hässlich schreiben konnten. Mit dem Brief in der Hand trottete das Mädchen in ihren Hausschluffen nach unten, vielleicht konnte ihr dort jemand Antwort geben. Sie sah ihren Paps und ihre Schwester Nabiki am Tisch sitzen und Frühstück genossen. Reis, wie immer.
Sie setzte sich zu ihnen.
"Schau mal Paps was vor meinem Zimmer lag" sagte sie und hielt ihm den Brief hin.
"Wakare no tegami" murmelte er und öffnete ihn. Sie konnte nur Wortfetzen wie: hat erfahren, beschützt ihn, letzter Wunsch" aus seinem Gemurmel heraus filtern.
"Was ist passiert?", fragte Kasumi die gerade in den Hauptraum kam, beladen mit einer großen Schüssel Reisnachschub , die sie gerade auf den Tisch stellte.
"Akane hat einen Brief gefunden" sagte Nabiki lässig.
"Oh okay" sagte Kasumi, der anscheinend auch, genau wie Akane, aufgefallen ist, dass das Gesicht ihres Vaters jegliche Farbe verloren hatte.
"Was ist los Paps?", fragte die junge Kampfsportlerin ängstlich, aber er starrte sie nur mit offenem Mund und einem weißen Gesicht an.
"Morgen" rief Ranma grummelig "wo ist Va..." aber weiter kam er nicht, denn auch dem Blauäugige war die bleiche in Souns Gesicht aufgefallen.
"Alles okay?", fragte er deshalb aber bekam keine Antwort. Er setzte sich stattdessen an den Tisch, nahm sich eine Schüssel mit Reis und zwei Stäbchen und begann hastig zu essen, denn wie immer war er spät dran.
Ein Viertel Stunde später, gingen Akane und Ranma wie immer ihren alt bekannten Weg am Shirako-Gawa. Akane ging ganz normal auf dem Gehweg und der Schwarzhaarige Halbmamn auf dem Grün angestrichenen Geländer.
"Was ist eigentlich mit deinem Dad los?", fragte er lässig. Die schwarz Haarige schluckte schwer.
"Ich habe einen Wakare no tegami gefunden und er hat ihn gelesen". Ranma merkte wie schwer dieser Satz für sich war. "Ich glaube es war Gemma" sagte sie nachträglich aber genauso schwer.
"Glaub ich nicht, ich mein war..warte mal, du sagtest du hast den Brief vor deinem Zimmer gefunden?", fragend schaute er seine Verlobte an und sie nickte. Ranma schluckte schwer, verlor das Gleichgewicht und stürzte in den kleinen Fluss, den er mittlerweile fast sein zweites zuhause nannte ab.
"Ranma?!", schrie Akane schrill. Ein Platscher erklang und als Akane einen Blick riskierte, sah sie, nichts! Ranma saß als 100  % Junge und mit einem etwas perplexen Gesichtsausdruck in dem Fluss. "Du bist ein Mann" rief die dunkelhaarige erfreut, aber auch überrascht. Ranma riskierte einen Blick und schaute an sich hinunter. Alles war so, wie es bei einem jungen sein sollte.
"Akane soll ich dir sagen was das bedeutet?" Das Mädchen schauten ihn überrascht an "was denn?", antwortete sie mit einer Gegenfrage. "Das ich meinen Badeanzug verkaufen kann" sagte er und freute sich so sehr, wie als wäre ihm Geld oder ähnliches in den Schoß gefallen. Da bleibt er einmal bei Kaltwasserkontakt Mann und schon denkt er an so etwas, dachte sich Akane, freute sich aber irgendwie auch mit ihm. Endlich wäre das Mädchen mit dem Zopf nicht mehr da und zumindest Kuno würde von ihm die Finger lassen, Kodachi und vor allem Shampoo und Ukyo waren dem jungen Mädchen dann aber immer noch ein Dorn im Auge. "Akane, schau mal kurz was passiert" sagte er zu ihr und gespannt sah sie ihren Verlobten dabei zu, wie er sich die alt bekannte goldene Kanne mit heißem Wasser über den Kopf schüttete. Bei dem Kontakt mit dem heißen Wasser zuckte er zusammen, aber sonst passierte nichts. "Ich bin ein Mann, ich bin ein Mann" rief er und sprang wie ein kleines Kind umher. "Hör auf damit, das ist peinlich" sagte Akane und lachte.  

Nach der Schule, als die beiden Verlobten Streithähne wieder zuhause angekommen waren und bei mittäglichen Nudeln saßen, erzählten Ranma und Akane die frohe Neuigkeit.
"Und dann war ich einfach ein Junge" erzählte Ranma volle Stolz und grinste dabei wie ein  Honigkuchenpferd. "Und du denkst, dass ich dir glaube?", fragte Nabiki, stand von ihrem Platz auf und ging in die Küche, um eine Schüssel mit kaltem Wasser zu holen. Als sie wieder kam, kippte sie den eiskalten Inhalt über den Kopf des Schwarzhaarigen und nichts passierte. Freudig applaudierte die Bob tragende, vergaß aber die Schüssel, die mit einem lauten scheppern auf Ranmas Kopf donnerte und mit einem noch lauteren scheppern auf dem Boden aufkam. "Ups, naja wenigstens kein Porzellan oder Glas" sagte Nabiki lachend.
"Alles okay?", fragte Kasumi, die älteste der drei Tendo Schwestern. "Nein!", antwortete Herr Tendo, anstelle von Nabiki.
"Ich glaube ich muss euch die ganze Wahrheit erzählen." "Du bist wieder so blass, so wie heute Morgen" sagte Kasumi, die sich mittlerweile an den Tisch gesetzt hat. Soun holte den Brief aus seiner Tasche, entknitterte ihn und fing an zu lesen:


                                                                                                                               "Wakare no tegami"

Mein eigentlicher Plan war es, diesen Brief nicht zu schreiben, aber das Leben hat mich eingeholt. Mein lieber Ranma, als wir damals deine Mutter verlassen haben, haben ich ihr damals einen Eid geschworen: Ich habe geschworen dich zu einem Mann unter Männern, unter Todesqualen zu trainieren, habe aber versagt. Der einzige Weg alles zum guten zu lenken, ist Seppuku durch zu führen, mit dem einen Wunsch, das mein einziger Sohn und Erbe Ranma Saotome vollkommen wird, so wie es sich deine Mutter immer gewünscht hatte.
An meinen Wundervollen Sohn, dein Wunsch ist in Erfüllung gegangen, ich habe mein Testament geschrieben. Alles was mir gehört, gehört dir, außer meinem Leichnamen, der gehört nur mir selbst, ich werde eins mit der Natur werden, ohne das mich diese moderne Welt einholt.
Genma Saotome"

Unter Tränen hatte er den Abschiedsbrief in dem sich auch das Testament des verstorbenen befand vorgelesen.
"Wusstest du davon Vater?", fragte Kasumi ihren Vater. "Er hatte... Er hatte erwähnt....er hatte erwähnt, dass er einen anderen Weg geht, aber das" sagte der Schnurbart tragende Mann unter Tränen. Er war zwar immer recht emotional, aber das, war selbst für ihn zu viel.
"Okay Ranma, das ist also der Grund, weshalb du dich nicht mehr verwandelst" fragte Akane, die als einzige noch einen kühlen Kopf bewahrte. Ihr Vater, war komplett am weinen, Ranma und Kasumi waren in einer Schock starre und Nabiki sagte gar nichts.

                                                                                                                                  ~Zeitsprung Ende~

"Und das ist die ganze Geschichte?", fragte Ukyo und ich nickte.
"Schön das ich jetzt weiß was los ist. Ich kann sein Verhalten verstehen, war ja bei mir nicht unbedingt anders. Wie wäre es, wenn ihr beide heute nach der Schule zu mir kommt und wir dann gemeinsam ein paar Okonomiyaki verspeisen, vielleicht kommt er dann auf andere Gedanken" schlug sie vor. Ich fand die Idee ziemlich gut, wir wussten beide wie gern Ranma aß und wie gut Ukyos Kochfähigkeiten waren, im Gegensatz zu meinen. Auch wenn ich mir sicher war, ob sie mich nur eingeladen hat, weil ich sie dazu gebracht hatte, oder ob sie es wirklich ernst meinte?

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Eluiert - bedeutet in der Chemie das etwas verändertes in den Original Zustand zurückgersetzt werden kann. Bsp Wasser zu Eis und zurück zu Wasser.

Denaturiert - bedeutet in der Chemie das etwas verändertes NICHT mehr in den Original Zustand zurückgesetzt werden kann. Bsp beim verbrennen.
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