The Sibling

MitmachgeschichteFreundschaft / P12
Black Widow / Natasha Romanoff Captain America / Steven "Steve" Grant Rogers Hawkeye / Clint Barton Hulk / Bruce Banner Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark OC (Own Character)
08.06.2019
14.06.2019
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Was hat sie schon zu verlieren?

„Sie haben Recht.“, sagt Beth. Barton, der an der Wand lehnt, schaut sie überrascht an. Sie schließt die Augen, überrollt von den schmerzhaften Erinnerungen, die sie so lange verdrängt hat. „Ich bin das Mädchen aus der Akte. Ich bin Bethany Williams. Als ich zehn war … Wir wollten nur zum nächsten Supermarkt fahren. Meine Mutter ist nicht zu schnell gefahren, sie hat keinen Fehler gemacht. Uns kam ein Auto entgegen, aber wir konnten nicht mehr ausweichen und wir kollidierten. Unsere …“ Sie holt zitternd Atem, vor ihrem Auge sieht sie noch immer alles, als wäre es gestern gewesen. „Unsere Eltern waren sofort tot. Colin und Elliot waren bewusstlos und ich war eingeklemmt, ich konnte ihnen nicht helfen und es brannte, ich konnte kaum etwas sehen. Dann kam ein Mann vorbei, er parkte neben unserem Auto. Er zog erst mich und dann Elliot aus dem Auto, aber dann…“ Selbst nach all den Jahren kann Beth kaum die Tränen zurückhalten. „Das Feuer muss den Tank erreicht haben. Er konnte Colin nicht befreien. Er war doch noch so klein!“ Sie öffnet wieder die Augen und wischt sich verdrossen über die Augen.

„Das tut mir Leid“, sagt Romanoff vorsichtig. „Aber warum sind Sie dann als tot eingetragen?“

„Der Mann, der uns gerettet hat, hat uns zu seinem Boss gebracht. Er hat bestimmt, dass er sich um uns kümmern würde und dass niemand erfahren wird, dass wir nun zu ihm gehören würden.“

„Deshalb wusste niemand, dass Sie und Elliot noch lebten.“

„Wer ist der Boss?“, fragt Barton, der sich die Akte nimmt und unaufmerksam darin liest.

„Er ist der Anführer von etwas, was sich einfach nur Die Organisation nennt. Es gibt keinen offiziellen Namen. Es ist ein Netzwerk von Drogendealern, Menschenschmugglern und Auftragsmördern. Und das Umfeld, in dem Elliot und ich gelebt haben. Wir wurden ausgebildet, gnadenlos Menschen umzubringen und Aufträge auszuführen, ohne Fragen zu stellen oder die Konsequenzen zu hinterfragen. Der Boss hat uns nur ausgenutzt, er hat uns zu seinen Waffen geformt. Ich … Ich weiß nicht einmal, wie viele unschuldige Menschen ich seinetwegen getötet habe.“

„Haben Sie die letzten Morde auch in seinem Auftrag durchgeführt?“, fragt Romanoff und nimmt sich einen Zettel aus der Akte. „Michael Dale, Finanzberater. Frisch geschieden, Frau erhebt Anspruch auf das gemeinsame Haus auf Staten Island. Das waren Sie. Erst gestern. Warum haben Sie das getan?“

„Dale war nicht nur Finanzberater. Er gehörte zur Organisation, genauer gesagt war er die rechte Hand des Bosses. Er hat eine Mitschuld am Tod meines Bruders.“

„Am Tod von Colin?“, fragt Barton überrascht.

„Nein. Vor einem dreiviertel Jahr ist Elliot gestorben. Der Boss meinte, es sei ein verdammter Unfall gewesen, aber ich wusste die Wahrheit. Elliot hat angefangen zu zweifeln, er zweifelte am ganzen System, das hat er mir nur ein paar Tage vor seinem Tod gesagt. Meinte, er wolle aufhören und sich ein normales Leben aufbauen, ohne den Boss und ohne je wieder eine Waffe anzufassen. Seitdem bin ich auf der Flucht vor dem Boss, aber auf der anderen Seite suche ich ihn. Er soll büßen für das, was er getan hat. Ich will, dass er leidet und mit ihm die, die ihn unterstützen!“

„Ich kann Ihre Motive durchaus verstehen, aber Ihnen ist doch klar, dass sie sich gerade selber belastet haben? Sie haben sich mehrerer Morde schuldig gemacht.“

„Ich weiß“ Beth schluckt hart. „Ich bin schuldig, grausam, ich bin eine Mörderin und ich will es nicht leugnen, weil ich nicht besser bin als der Boss und seine Leute. Ich habe Blut an meinen Händen, dass ich nicht abspülen kann, also bringt es nichts, meine Taten schön zu reden. Meinetwegen kann ich den Rest meines Lebens in einer Zelle schmoren, hauptsache, der Boss bekommt seine Strafe auch. Alles ist besser als zu wissen, dass er frei herum läuft und Kinder aufsammelt, deren Leben er zerstört.“ Sie ist wütend, sie würde am Liebsten jemandem eine reinhauen, aber sie begnügt sich damit, ihre Finger zu Fäusten zu ballen, bis sie schmerzen.

„Moment.“ Barton läuft auf sie zu und fasst sie grob an den Schultern, in seinen Augen ist die Wut zu sehen. „Sie sagten, er sammelt Kinder auf. Meinen Sie damit…“

„Er sammelt Kinder von der Straße. Diejenigen, die keine Eltern mehr haben, die von zu Hause abgehauen sind oder die kein Zuhause mehr haben.“

„Tasha“ Der Agent sah seine Kollegin entsetzt und aufgebracht an. „Das hier, das ist weit mehr als nur eine Reihe von Morden. Das ist eine Gruppe skrupelloser Monster.“

Und erst als die beiden ein paar Minuten aus dem Raum sind, realisiert Beth, dass auch sie eins ist. Der Boss hat sie zu einem gemacht. Zu einem Monster. Zu seinem Monster.
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