Love me like you do

GeschichteDrama, Romanze / P12
Astoria Greengrass Blaise Zabini Daphne Greengrass Draco Malfoy Theodore Nott
07.06.2019
11.07.2019
2
1906
 
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Gedankenverloren streichelte ich den Nasenrücken der weissen Stute. Ich seufzte. Ich würde das alles hier so sehr vermissen!

Meine Augen wanderten gedankenverloren die Landschaft entlang, die sich vor mir erstreckte. Weite Wiesen, auf denen die unterschiedlichsten Pferderassen in kleinen Gruppen grasten und Berge, über denen soeben die Sonne unterging. Weit und Breit lag kein anderes Haus, als das grosse, moderne Bauernhaus, in dem meine Familie und ich die letzten vier Jahre verbracht hatten.  Diese Ruhe, die wir hier hatten... Sie war unbeschreiblich. Ich hatte mich nie so frei gefühlt, wie hier in diesen vier Jahren.  Hier stand ich nicht unter ständiger Beobachtung und musste einen Schein wahren. Klar musste ich mich anständig verhalten und die Regeln einhalten. Aber ich musste mich nicht verstellen. Ich konnte einfach ich sein.

Die Stute schnaubte leicht, was mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Auch sie würde ich schrecklich vermissen. Als wir gerade erst hier hergezogen waren und ich mich oft alleine fühlte, war sie immer für mich da gewesen. Mit ihr war ich stundenlang ausgeritten und auch wenn das etwas seltsam klang, ich hatte das Gefühl, dass sie mich verstand, wenn ich mit ihr sprach. Auf jeden Fall war das ein schöner Gedanke.

 "Ach Ali, was werde ich bloss ohne dich machen?" Flüsterte ich und drückte der Stute einen Kuss auf die Nase. Sie wieherte leise und sah mich aus ihren grossen Augen an.

"Daphne, kommst du?" Rief meine kleine Schwester vom Hauseingang her meinen Namen.  "Bis später." Flüsterte ich Ali zu und fuhr ihr kurz über die seidige Mähne bevor ich zurück zum Haus lief.

„Du musst noch fertig packen, Daphne!“ Rief meine kleine Schwester mir zu, als ich ins Haus eintrat und verschwand in der Küche.

Ich seufzte und lief hoch in das Zimmer, das bald schon nicht mehr meines sein würde. Ich öffnete die Tür und trat hinein. Es war kleiner, als das Zimmer, das ich in England gehabt hatte.

Die Möbel wurden in altrosa gehalten und auf dem mittelgrossem Bett lag eine Bettdecke, die mit Blumenornamenten übersät war. Mädchenhaft und ein wenig kitschig, aber das gefiel mir eben.

Ich nahm meine Kleider aus dem hellen Schrank heraus, legte sie auf mein Bett und begann alles, was im Raum stand und klein genug war in zwei grossen Koffern und Reisetaschen zu verstauen, während ich meinen Gedanken nachhing.


Als Gerüchte herumgingen, dass er dessen Name nicht genannt werden darf zurückgekehrt war, fingen meine Eltern einen Plan an zu schmieden, wie wir ihm und den Todessern entfliehen konnten. Als der erste grosse Krieg stattgefunden hatte, war mein Vater ein Mitglied des Orden des Phönix. Da er aber nun eine Familie hatte, wollte er sein und unser Leben nicht aufs Spiel setzten, weswegen wir zu Verwandten nach Frankreich aufs Land flüchteten, von denen niemand wusste. Obwohl man es eigentlich nicht wirklich flüchten nennen konnte.

In England haben meine Eltern im Sommer vor meinem sechsten Schuljahr allen erzählt, dass meine Mutter ihre Heimat Frankreich immer mehr vermissen würde und es uns deswegen dorthin zurückziehen würde. Das Gute daran war, dass meine Mutter das wirklich tat und bei ihren Freundinnen in den letzten Jahren auch immer gejammert hat, warum sie denn einen Engländer und nicht einen Franzosen geheiratet hat. Aber das war eine andere Geschichte.

Glücklicherweise haben es uns somit alle geglaubt, oder taten zumindest so als ob. Somit konnten wir, während du weisst schon wer England verwüstet hat, unser Leben weiter leben, so wie zuvor. Auch wenn sich natürlich für uns alle sehr viel verändert hatte.

Meine kleine Schwester und ich haben in den letzten Jahren Beauxbatons besucht. Unsere Mutter hielt von dieser Schule sowieso mehr, als von Hogwarts. Mir hatte es wirklich sehr gut gefallen in Beauxbatons. Während ich mich in Hogwarts oft in eine Schublade gesteckt fühlte und mich die Häuserrivalitäten nervten, konnte in Beauxbatons jeder so sein wie er wollte und es gab viel weniger Rivalitäten, als dies in Hogwarts der Fall gewesen war. Ausser, ich hatte diese dort mehr mitbekommen, da ich zur Clique um Draco Malfoy, Blaise Zabini und Pansy Parkinson gehört habe, die natürlich immer Streit gesucht haben. Auch wenn man eigentlich nur durch seine Eltern befreundet gewesen war, vermisste ich zuerst meine Freunde von Hogwarts, doch lernte ich auch schnell neue Leute in Beauxbatons kennen. Und ich bin ja nicht alleine gewesen. Ich hatte ja schliesslich meine kleine Schwester, Astoria dabei, auch wenn diese zwei Jahre unter mir war.

Wir hatten den Tages Propheten auch hier in Frankreich abonniert gehabt, und es war schrecklich zu sehen, was meinen Freunden in England wiederfahren war. Was sie alles durchmachten mussten, während wir einfach abgehauen waren. Manchmal fühlte ich mich einfach schlecht dabei, daran zu denken, was die Menschen miterleben mussten, die zurzeit des Krieges in England geblieben waren, während wir einfach hier in Frankreich waren...  Durch den Tages Propheten habe ich auch mitbekommen, dass Draco Malfoy freigesprochen worden war. Auch wenn ich nicht wusste, was er genau für eine Rolle im Krieg spielte, ob er diese Rolle überhaupt spielen wollte oder hineingezogen worden war, war ich froh und unglaublich erleichtert davon zu lesen, dass er nicht nach Askaban musste.

Vier Jahre waren nun seit dem Krieg vergangen und da England nun wieder ruhiger geworden war und auch meine Schwester nun die Schule angeschlossen hat, haben unsere Eltern sich dafür entschieden, wieder nach England zurückzukehren. Ich hatte gemischte Gefühle dabei. Zum einen freut ich mich riesig darüber, wieder nach England und in meine gewohnte Umgebung zurückziehen zu können, doch wusste ich auch jetzt schon, dass ich das Landleben, das wir in Frankreich geführt haben, vermissen würde. Ich verstand auch nicht wirklich, warum wir überhaupt wieder Frankreich verliessen und uns nicht hier ein neues Leben aufbauten. Wir alle mussten ja in den letzten vier Jahren ein neues Leben hier beginnen und warum sollten wir das alles jetzt wieder aufgeben? Wenn ich meine Mutter darauf ansprach, sagte sie mir immer ich solle: wortwörtlich „mein hübsches Köpfchen wegen solchen Sachen nicht zu sehr anstrengen.“ Meine Mutter und ihre Redensart! Das war etwas für sich. Und mein Vater... der machte es sich leicht und antwortete mir nicht und wich mir aus. Das war mir an ihm sowieso extrem aufgefallen in den letzten Wochen. Dass er mir auswich und nie mit mir alleine war, während wir früher immer so viel miteinander unternommen hatten. Ich wusste nicht, warum er das hat, aber hoffte, ich würde  es bald erfahren.

Ich hatte ein mulmiges Gefühl, meinen Freunden wieder unter die Augen zu treten, nach allem was sie erleben mussten. Würden sie mich etwa hassen, dafür dass ich einfach abgehauen war? Damals als wir England verlassen hatten, war ich gerade mal fünfzehn. Wir waren noch Kinder. Und jetzt, vier Jahre später... Ich denke, wir hatten uns alle verändert.

Als ich die Sachen auf meinem Pult aufräumte, kam der Prospekt vom St. Mungo Hospital zum Vorschein. Zuerst habe ich mir überlegt mit zwei Freundinnen zusammen hier in Frankreich Journalismus zu studieren. Das ist etwas, das mir unglaublich gut gefallen würde. Jedoch wurde mir schnell klar, dass mir meine Eltern das sowieso nicht erlauben würden. In unseren Kreisen studierten Frauen nicht. Daran würde sich vermutlich auch nach dem Krieg nicht viel verändern. Doch wollte ich zumindest meine Eltern dazu überzeugen, dass ich, bevor ich jemanden heirate, eine Ausbildung zur Krankenschwester machen darf. Ich denke, dass mir dieser Beruf unglaublich gut gefallen würde. Ich kümmerte mich sehr gerne um andere Menschen und war immer für meine Freunde da. Ich hatte keine Angst vor Blut und interessierte mich für Biologie. Ich konnte gut mit anderen Menschen reden und sollte helfen, meine Mitmenschen wieder gesund zu machen. Warum sollte ich dann nicht eine Ausbildung dafür machen? Vielleicht konnte ich ja sogar später, wenn ich Kinder hatte, noch darauf arbeiten, auch wenn es nur zwei Tagen waren. Doch zuerst... Zuerst wäre es bestimmt besser mit meinen Eltern darüber zu sprechen...

Unsere Familie, Greengrass gehörte zu einer der 28 Familien in England, deren Blut immer rein geblieben war.  Was so viel hiess, dass Astoria und ich beide einen reinblütigen Mann heiraten müssen, damit das Blut unserer Familie rein blieb. Da ich aber die ältere Schwester war, war es auch meine Aufgabe einen reinblütigen Mann zu heiraten, der auch angesehen und reich war. Klar wäre das bei Astoria auch von Vorteil, doch vor allem ich musste jemanden mit viel Geld heiraten. Ich wollte auch heiraten, doch habe ich den Traum nie aufgegeben jemanden zu heiraten den ich liebe und dass auch mein Ehemann mich lieben würde.

So, das erste Kapitel. :)
Vor allem viele Infos, die wir von Daphne hören, aber ich hoffe sehr, es hat euch gefallen!

Einen schönen Abend wünsche ich euch noch!

Eure Ellen
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