Eragon / Mit den Augen der Zukunft

von SaphiraED
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
Angela Elva Eragon Murtagh OC (Own Character) Saphira
07.06.2019
13.06.2019
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So, weiter gehts mit dem nächsten Kapitel!
Ich hoffe euch wird es auch dieses Mal gefallen.


Kapitel 2: Das Geschenk der Sonne

Elva hatte die ganze Nacht keinen Schlaf gefunden, zu viele Gedanken schossen ihr durch den Kopf, als dass sie hätte Ruhe finden könnte. Ihre Finger glitten immer wieder über den Körper der kleinen Drachendame in ihrem Schoß. Obwohl kaum Licht in die Höhle fiel, in der die beiden saßen, glitzerten die goldenen Lichteffekte über das Schuppenkleid der Kleinen und hüllten sie in eine schimmernde Aura, die sie unwirklich wirken lies, so dass das Mädchen hoffte nicht gleich aus einem Traum zu erwachen.
Wie als hätte sie die Sorgen ihrer Reiterin gehört, fing die Schwarze beruhigend an zu summen und sie spürte ein leichtes Zupfen an ihrem Geist. Ihre Instinkte warnten sie davor ihre Schilde fallen zulassen, zu viel Schmerz hatte sie in den letzten Jahren ohne diese Erfahren - Klingen die Körper durchdringen, das Nachgeben von Knochen unter zu großer Wucht - der Krieg hatte sie verändert. Dass Eragon den Fluch, mit dem er sie vor Jahren belegt hatte, für sie kontrollierbar gemacht hatte, war für sie zwar eine kleine Hilfe gewesen, aber trotzdem wurde sie immer wieder von Menschen genötigt ihre „Gabe“, so nannten sie es, einzusetzen. Nicht zuletzt Nasuada, die sie nach dem Krieg immer hat wegsperren lassen, wenn Elva mal wieder zu viel sagte, oder keine Bedrohung für die Königin zu erwarten war, die das Hexenkind hätte vereiteln können. Sie mochte die Frau nicht. Sie mochte generell kaum Menschen. Die meisten hatten Angst vor ihr, dabei fürchteten sie andere Dinge viel mehr, Dinge die dem Hexenkind schon fast lächerlich vorkamen. Viele hatten Angst vor dem Tot. Aber warum hat man Angst vor dem Unvermeidbaren. Das machte für sie einfach keinen Sinn.
Langsam und behutsam begann sie ihre geistigen Schilde zu senken. Stetig erwartete sie, dass eine Welle, angehäuft von Schmerz und schlimmer Erinnerungen, sie überrollen würde, doch nichts derartiges geschah. Ganz im Gegenteil. Sanft schwappte eine Woge von Wärme in Elvas Geist und ein Wohlwollen und Verständnis, welches sie vorher noch nie gespürt hatte. Sie lies ihre geistigen Schutzmaßnahmen weiter fallen und plötzlich hallte auch das Summen, der kleinen Drachendame, in ihren Gedanken wieder. Der Strom aus Freude und Beruhigung überkam jeden Teil von ihr und begann sich mit ihr zu verbinden. Der Gedanke, endlich angekommen zu sein, vollendete das Schauspiel der Gefühle. Drache und Reiter hatten ihren Geist miteinander verbunden und es schien als würde diese Verbindung all den Schmerz, den andere Kreaturen empfanden, von ihr abzublocken. Sie konnte des erste mal seit dem sie sich erinnern konnte einfach nur sein und musst sich vor nichts in Acht nehmen.
Während all dem hatte das Mädchen die Augen geschlossen und als sie diese nun vorsichtig wieder öffnete, saß die schwarze Drachin vor ihr und schien sie mit weit geöffneten Augen anzublicken. Sie übertrug Gerüche, Gefühle und andere Sinneseindrücke an Elva - so wie sie das Mädchen vor sich wahrnahm. Nur eine Gegebenheit verwunderte das Mädchen - die Schwarze verwendete keine Bilder, so wie sie es von Saphira gewohnt war.
Sie erinnerte sich an das schwarzes Drachenei, aus dem die Kleine geschlüpft war und sand das Bild in ihrem Kopf an den Geist ihres Gegenübers. Zurück kam allerdings nur Verwirrung, scheinbar konnte sie mit Bildern nichts anfangen, oder wusste nicht was das ist.
„Du kannst nicht sehen.“ flüsterte Elva ihre Erkenntnis leise, ohne eine Antwort zu erwarten. Sorge und Verzweiflung brachen in dem Mädchen los, doch die Schwarze bliebt ganz ruhig, so als würde sie gar nicht verstehen was das Problem sei. Es dauerte zwar einen Moment, aber Elva verstand. Das ist ihre Welt. Sie braucht kein Licht, um zu sehen, sie nimmt alles auf eine andere Art und Weise wahr und wenn sie zusammen halten würden, ihren Geist verschmelzen lassen würden, könnten sie sogar in tiefster Finsternis Aufgaben erfüllen zu denen kein anderes Lebewesen jemals in der Lage sein wird.

Nachdem etwas Zeit verstrichen war, hatten die beiden ihr Lager nach draußen verlegt. Das Hexenkind saß mit dem Rücken an den kühlen Felsen gelehnt auf dem Boden. Zwischen ihren Beinen hockte die namenlose Drachin und blickte dem Horizont entgegen, als würde sie auf den Sonnenaufgang warten, den sie wohl niemals erblicken werden würde. Betroffen entdeckte Elva die ersten rosa und orangenen Abzeichnenden der Sonne am fernen Himmel. Ganz überwunden hatte sie ihre Sorge noch nicht, aber das würde vergehen, so wie alles vergeht.
Die Farben wurden immer intensiver und kurz bevor die Sonne ihre ersten Strahlen in das Land zu werfen vermochte, richtete sich die Schwarze zur vollen Größe auf, breitete ihre Flügel aus und steckte ihren Kopf der Sonne entgegen. Als der Feuerball dann den Rand der Welt erklomm traf das Licht direkt auf das Drachenmädchen und wurde von den schwarzen Schuppen vollends geschluckt, doch die vielen kleinen goldenen Tupfen, welche auf ihrem Körper verteilt waren und ihre Hörner und Klauen gänzlich bedeckten, schienen regelrecht aufzuglühen und zu leuchten.
Das Spektakel erinnerte Elva an eine Geschichte, die Angela ihr einmal erzählt hatte, als die Menschen noch in einem weit entferntem Land beheimatet waren, auf der anderen Seite der wilden Ozeans. „Weißt du, vor vielen Jahren hat mein Volk an jedem Morgen des Jahres auf die Sonne gewartet, so wie du es tust. Sie war eine Gottheit für sie. Sie hat ihnen das Leben geschenkt, ihre Früchte wachsen lassen, sie vor der Kälte beschützt. In der damaligen Sprache nannte man sie Saorie und wer an einem Tag von ihr einen ihrer ersten goldenen Strahlen geschenkt bekam, galt damals als vom Glück gesegnet und konnte zufrieden mit sich sein, denn nicht jeder wurde mit einer solchen Ehre betraut.“
Als das Mädchen den Namen der Göttin aussprach drehte sich die Schwarze abrupt um und blickte sie sehnsüchtig an, in ihrem Geist spürte sie ein Verlangen, das gestillt werden wollte. „Saorie“ hauchte Elva ein weiters mal „Willst du so heißen?“
Große Freude flammte durch ihren Geist und die junge Drachin drückte ihren Kopf gegen den ihren. Für die Reiterin war es ein Rätsel wie, Saorie trotz ihrer Blindheit so zielsicher sein konnte. Die beiden schienen sich tief in die Augen zu blicken, auch wenn das für die eine der beiden eine Unmöglichkeit war.

Nachdem sie eine Weile einfach nur dagesessen haben und gegenseitig ihren Geist erforscht haben, bemerkte Elva wie der aufkommende Hunger sie zu plagen begann. Als sie ihre Gedanken teilte, stieß sie auf große Zustimmung als die Kleinere von beiden aufgeregt zu fiepen begann.
Das Hexenkind klaubte die zerbrochene Eierschale beisammen und verstaute sie in einer ihrer kleinen Taschen, welche sie um die Hüfte gezurrt hatte. „Irgendwann wirst du dich wundern wie du da einmal hinein gepasst haben sollst.“ schmunzelte Sie.
Na komm meine kleine Sonne, lass uns etwas essen gehen.“ forderte das Mädchen die Drachin auf, die immer noch bei jedem Schritt, mit ihrer Schwanzspitze an Elvas Fußgelenk festhielt, um diese nicht zu verlieren.
Wie ein Eichhörnchen kletterte Saorie an Elvas Bein hinauf und ließ sich von ihr auf deren Schultern setzten, damit der Weg zur Speisehalle der Festung nicht zu anstrengend für die Kleine war und sie die Gerüche der Umgebung besser aufnehmen konnte.
Mit steifen Gliedern lief sie den Berg hinab und das erste mal seit langer Zeit umspielte ein Lächeln ihre Lippen und ihre violetten Augen sprühten regelrecht vor neuer Lebensfreude.


Ich hoffe euch hat mein zweites Kapitel gefallen.
Spätestens nächste Woche geht es dann wieder weiter und ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir ein Review dalassen würdet.
Konstruktive Kritik nehme ich immer sehr dankend entgegen.
Liebe Grüße!
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