Dreamdust

GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Hitsugaya Toushirou Inoue Orihime Kuchiki Rukia Kurosaki Ichigo Matsumoto Rangiku OC (Own Character)
06.06.2019
12.06.2019
2
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Chapter 1


Ihr Gehirn konnte gar nicht realisieren und verarbeiten, was vor wenigen Sekunden passiert war.
Sie spürte, dass sie um ihr Bewusstsein regelrecht kämpfen musste. In diesem Augenblick verstand sie nicht, warum sie die Augen nicht schließen durfte, allerdings schien es das Richtige zu sein.
Dumpf hörte sie über das Rauschen hinweg, wie sich eine Person neben sie auf den Boden fallen ließ. Ihre verschwommene Sicht konnte allerdings nichts anderes als einen Schatten ausmachen.
Ruckartig schien die Rothaarige in die Realität gerissen zu werden. Schmerz traf sie heftiger als je zuvor und ein schriller Schrei löste sich aus ihrer Kehle, als sie sich aufbäumte, bevor ihr Körper den einzigen Schutzmechanismus auffuhr, den er noch zu bieten hatte, um sie vor dem unbändigen Schmerz zu schützen: Bewusstlosigkeit.

Als sie wieder erwachte, war das Erste was sie realisierte, dass sie nicht geträumt hatte. Oder sie zumindest keinerlei Erinnerungen daran hatte.
Allerdings war sie sich auch nicht mehr sicher, was vor ihrem Schlaf passiert war.
Langsam sickerte auch zu Asena durch, wo sie sich momentan befand. Benommen und schwach lag die Schülerin in einem Krankenbett. Ein Tropf war an ihrem linken Arm angeschlossen.
Eine Klammer an ihrem Finger leitete ihren Herzschlag an eine Maschine weiter und an ihrer Nase war eine Art Schlauch geklemmt, welcher sie wohl mit Sauerstoff versorgen sollte. Also schien das Mädchen stark verletzt zu sein.
Wahrscheinlich konnte sie aufgrund von starken Schmerzmitteln ihre Verletzung nicht spüren.
Schwerfällig versuchte die Rothaarige auf dem Bett so etwas wie einen Knopf zu ertasten, um ihre Kopflehne nach oben zu verstellen.
Als sie endlich in einer sitzenden Position ruhte, sah sie vorsichtig an sich hinab. Asena trug das typische Krankenhaushemd, aus welchem diverse Kabel raus verliefen und an Maschinen angeschlossen waren. Ihr linkes Bein war vom Fuß bis hin zum Oberschenkel eingegipst. Der rechte Arm und das linke Handgelenk waren verbunden.
Behutsam zog die Schülerin das Hemd etwas nach oben. Von ihrer Hüfte bis unter die Brüste wurde die Verletzte von einem dicken, weichen Verband umschlungen.
Von den ganzen blauen Flecke und Schürfwunden wollte sie gar nicht erst anfangen.
Asena seufzte resigniert und zog die Decke bis zum Kinn. Dabei zog die Wunde an ihrer Seite leicht und die Rothaarige kniff die Augen zusammen.

Die Ärzte bezeichneten es als schweren Autounfall mit Fahrerflucht. Auch erklärten sie, dass wohl ein Passant den Krankenwagen gerufen hatte.
Und zu Beginn glaubte Asena ihnen. Als jedoch die Albträume wieder einsetzten und sie die Erinnerungen an ihren „Unfall“ Revue passieren ließ, zweifelte sie an ihrem Verstand.
Jedoch waren die Bilder zu klar, als dass sie einfache Halluzinationen hätten sein können. Vielleicht, ganz vielleicht war dieses Monster mit der weißen Maske doch real. So real wie die Geister, die sie seit ihrem Unfall noch viel deutlicher durch die Flure wandern sah.
Da Asena auch im Krankenhaus nicht viel schlief, war sie nachts des öfteren mit ihrem Rollstuhl in den Fluren unterwegs.
Dort hatte sie die Geister zum ersten Mal wirklich gesehen. Alte Leute, Kinder, Jugendliche, Erwachsene. Und es schmerzte sie, mehr als ihre Wunden selbst. Viele hatten noch nicht einmal begriffen, dass sie bereits tot waren. Sie versuchten die Schwestern und Ärzte anzusprechen, fragten nach ihren Angehörigen oder saßen einfach nur stumm da.
Asena war stille Beobachterin, auch wenn sie unbedingt helfen wollte. Sie saß im Gang, sagte kein Wort und schaute einfach nur zu. Vielleicht würde sie ja irgendwann den Mut dazu aufbringen ihnen zu zeigen, dass sie da war, die Rothaarige sie nicht vergessen und zurückgelassen hatte.

Sie hörte, wie ihr Name gerufen wurde. Sehr deutlich konnte sie die Stimme vernehmen.
Langsam und müde öffnete Asena also ihre Augen. Ihr Herz setzte einen kurzen Schlag aus, als sie sah, wer dort in ihren Armen ruhte.
Er atmete schwer, sein Kopf lag in ihrem Schoß und sie kniete am Boden.
Die Haare des Mannes verdeckten seine Augen, aber sie konnte seinen schmerzverzerrten Blick dennoch erkennen. Langsam tropfte dunkles Blut aus seinem Mundwinkel auf ihren Arm.
Asena weinte bitterlich und rief immer wieder verzweifelt seinen Namen. Aber er rührte sich nicht, antwortete nicht auf ihre Rufe.
Als der junge Mann seinen letzten Atemzug tat, hatte Asena das Gefühl, als würde ihr Herz in tausende Teile zerbersten.
Er war gestorben, in ihren Armen und sie hatte nichts dagegen tun können.
Die Rothaarige erwachte, als sie schmerzerfüllt begann zu schreien. Heiße Tränen liefen an ihren Wangen hinab und versiegten in ihren Haaren oder dem Stoff des Kissens.

Schon seit einigen Stunden saß Asena nun am Fenster und spähte in die Stadt.
Die Bettdecke hatte sie fest um sich geschlungen und ihr Kopf ruhte schwach auf ihre Schulter gelehnt. Die Lippen des Mädchens waren trocken und leicht geöffnet, die Haut blass wie die weiße Wand und ihre grünen Augen geschwollen und matt.
„Nashoba-san. Sie liegen ja schon wieder nicht im Bett.“,gab die Krankenschwester, welche gerade hereingekommen war, leicht tadelnd von sich.
„Ja, tut mir leid.“, murmelte die Verletzte müde.
Die junge Frau stellt einen dampfenden Kaffee auf die Fensterbank und öffnete dann eines der großen Fenster.
Kühle Morgenluft und Vogelgezwitscher schienen in das sterile Krankenzimmer zu fließen.
„Sie wissen, dass wir ihnen Schlafmittel geben können. Sie müssen nur Bescheid geben.“
Leichte Besorgnis schwang in der klaren Frauenstimme mit.
Die Schülerin drehte sich zu ihr und lächelte schwach aber dankbar.
Die Krankenschwester vor ihr war deutlich größer als Asena, das erkannte sie auch im Sitzen. Ihre gegenüber war kurvig gebaut, mit breiten Hüften und schmalen Schultern. Ihr Gesicht war sanft und schmal. Braune Augen blickten die Rothaarige an. Ihre dunklen Locken hatte die Frau zu einem losen Dutt zusammengesteckt. Am schönsten an der Älteren fand Asena jedoch ihre Hautfarbe. Bronze und warm schimmerte sie regelrecht.
„Vielen Dank für den Kaffee.“, lächelte die Sitzende traurig und ihr Gesicht verzog sich zu einem entschuldigenden Blick. Die Frau seufzte leicht und lächelte zögerlich.
„Kein Problem. Sagen sie einfach Bescheid, wenn sie noch etwas brauchen. Ich bin im Schwesternzimmer.“ Mit diesen Worten verschwand sie also wieder in den Flur.
Asena drehte sich wieder zum Fenster und begann behutsam an dem heißen Kaffee zu nippen.
Als jedoch ein markerschütterndes Brüllen die Luft regelrecht zerriss, zuckte das Mädchen zusammen und sah panisch in alle Richtungen aus dem Fenster.
Das Brüllen wiederholte sich und es schien in Asenas Brust zu vibrieren. Allerdings rührte sich draußen so gut wie Nichts. Die Menschen gingen fröhlich weiter ihres Weges und niemand schien dieses animalische Brüllen überhaupt wahrzunehmen.
Asena war kurz davor auszuflippen. Wieder zweifelte sie allmählich ihren Verstand an. Aber es war doch ganz deutlich zu hören! Warum reagierte denn niemand?
Angestrengt stellte Asena den Kaffee weg, hievte sich keuchend aus dem Rollstuhl und lehnte sich auf die Fensterbank, um einen besseren Überblick zu bekommen.
Was sie nun unten am Fuße des Krankenhauses sah, riss sie beinahe wieder zurück in ihren Stuhl.
Eine riesige schwarze Gestalt, die einerseits an eine Spinne und andererseits an einen Schleimberg erinnerte, begann gerade die Krankenhauswand zu besteigen. Die weiße Maske, die in der Mitte des „Kopfes“ platziert war, war unverkennbar und schien zu einem hässlichen sabbernden Grinsen verzerrt zu sein. Die schleimigen Spinnenbeine saugten sich problemlos an der Hauswand fest, ohne dass irgendetwas zu Bruch ging und immer noch hatte nicht eine Person zu diesem Monstrum aufgesehen.
Ohne Pause schien es sich die Stockwerke hochzuwälzen. Panik hatte Asena erfasst und sie war gefangen in einer Schockstarre. Ihre Arme zitterten kraftlos und die junge Frau atmete schwer und keuchend. Kalte Schweißperlen rannen ihre Schläfen und den Nacken hinab.
Als das Monster direkt vor ihrem Fenster war, stoppte es für einen kurzen Augenblick.
Die schiere Masse des schwarzen Wesens blockierte jegliches Sonnenlicht, welches durch das Fenster hätte fallen können.
Die weiße Maske ruhte nur wenige Zentimeter vor Asenas Gesicht und wurde lediglich durch das Glas von ihr getrennt.
Die Rothaarige schluckte schwer und hielt den Atem an.
Angst. Das war alles, was sie in diesem Moment spüren und denken konnte.
Auge in Auge mit diesem Monster, hatte sie das Gefühl, als würde sie nur durch dessen Anblick von innen verschlungen.
Das Monster gab eine Art knurrendes Schnaufen von sich, bevor es sich schleppend wieder in Bewegung setzte und seinen Weg in Richtung des Daches fortführte.
Im nächsten Moment zischte ein orangener Blitz hinterher und Asena fiel schwerfällig zurück in ihren Rollstuhl. Zwei Tränen lösten sich aus ihren vor Schreck geweiteten grünen Seelenspiegeln.
Das Mädchen hörte das riesige Wesen noch einmal laut brüllen und dann einen dumpfen Schlag, welcher das gesamte Krankenhaus erschüttern ließ. Daraufhin hörte man keinen Mucks mehr.
Der Körper der Rothaarigen zitterte unaufhörlich und fest umfasste sie ihre eigenen Schultern.
Wurde sie nun wirklich verrückt? Hatte sie so einen harten Schlag gegen den Kopf bekommen, dass sie nun Halluzinationen hatte, die so real schienen, dass ihr immer noch die Angst tief in den Knochen saß?
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