Dreamdust

GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Hitsugaya Toushirou Inoue Orihime Kuchiki Rukia Kurosaki Ichigo Matsumoto Rangiku OC (Own Character)
06.06.2019
12.06.2019
2
2893
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Dreamdust


Träumen und dementsprechend auch schlafen, war für sie schon seit langer Zeit der Horror. Albträume der Angst und des Verlustes aus einem vergangenen Leben plagten sie Nacht für Nacht. Ihre Psyche und ihr Körper litten mit jedem Traum. Sie konnte sich zwar nicht mehr erinnern, aber sie wusste, dass der Mann, welcher wiederkehrend in ihren Armen sein Leben ließ, einst ihr Geliebter gewesen war. Und die Gefühle zu ihm hatte sie wohl mit in dieses Leben genommen. Es erschütterte das Mädchen in den tiefsten tiefen ihrer Seele.

Schnaufend und mit brennenden Wagen stob sie nach oben. Das Zimmer war dunkel, die Gardinen wogen leicht in der Nachtluft hin und her. Die Gestalt saß aufrecht in ihrem Bett und blickte auf ihre zitternden Hände. Bilder aus dem Traum blitzten auf, das Blut lief ihr durch die Finger und tropfte auf den Boden.
„Ich hasse es, ich hasse es so sehr.“,gab sie brüchig von sich, bevor sie den Kopf in den Händen vergrub und hemmungslos begann zu schluchzen. Diesen Schmerz konnte wahrscheinlich niemand verstehen.

4:33am zeigte die Digitaluhr an, als sie sich seufzend ins Bad begab. Zwar vermied sie es in den Spiegel zu schauen, jedoch erhaschte sie einen kurzen Blick.
Müde grüne Augen, zerzauste rotbraune Haare, tiefe Augenringe und blasse Haut.
Nicht gerade das, was man als schön bezeichnen würde.
Da sie jetzt sowieso schon wach war, konnte sie sich auch fertig machen und spazieren gehen, bis sie zur Schule musste. Also wusch sie sich, kämmte ihre Haare und schlüpfte in gemütliche Klamotten. Mit einer Umhängetasche und ihrem Schlüsselbund in der Hand, verließ sie mit einem letzten Schulterblick ihre gemütliche 1-Zimmer Wohnung.
Es war kühl draußen, weshalb sie ihren Schal etwas fester um sich wickelte.
Mit Kopfhörern in den Ohren und den Händen in den Taschen schlenderte sie in Richtung des kleinen Ladens, welcher als einziger um diese Uhrzeit bereits geöffnet hatte.

Als die Tür klingelnd aufschwang, schreckte der Kassierer aus seinem Halbschlaf hoch und nuschelte, sich die Augen reibend, einen schlaftrunkenen Gruß.
Das Mädchen lachte leicht und lief schnurstracks zur Brötchentheke.
„Guten Morgen, Hanataro.“,gab sie von sich und überlegte kurz.
„Zwei Zimtschnecken und einen großen Kaffee, bitte.“
Der dunkelhaarige kam ihren Worten nach, während er sie besorgt musterte.
„Schläfst du eigentlich genug Asena-san?“, fragte er vorsichtig, während er ihr die Bestellung reichte. Ihre vor Schwäche zitternden Hände schoben einige Münzen auf den Tresen. „Lass das mit dem -san.“, murmelte sie und nahm die Sachen entgegen.
„Nein, tue ich nicht.“
Mit einem schwachen Grinsen war sie aus dem Laden verschwunden.

Ihren Kaffee schürfend, saß die Rothaarige auf der Schaukel des Spielplatzes und wog sich mit ihren Füßen vor und zurück. Ihre Augen folgten gerade der Silhouette eines Geistes, welcher am Spielplatz entlang glitt.
Manchmal fragte sie sich, warum sie diese Geister spürte. Manchmal auch, warum sie diese nicht richtig sah, sondern nur als Schatten.
Aber eigentlich war es ihr auch egal. Sie konnte es sowieso nicht ändern.
Genauso wenig konnte sie den Fakt ändern, dass sie diese Träume hatte und der Schlafmangel sich negativ auf ihre Gesundheit ausübte. Aber wen sollte sie schon um Hilfe bitten? Sie hatte sich das Leben als Außenseiterin ausgesucht und Familie hatte sie schon lange nicht mehr.
Sie konnte sich nicht einmal mehr an die Gesichter ihrer Eltern erinnern.
Und da andere Leute ihre Anwesenheit schlichtweg nicht wahrnahmen, wenn sie nicht gerade etwas sagte, fiel es ihr schwer überhaupt Kontakt mit anderen zu halten.
Es war nicht so, als würden die Menschen sie ignorieren. Sie „spürten“ Asena lediglich nicht und vergaßen schnell, dass sie überhaupt da gewesen war. Es war also allein die „Schuld“ der Rothaarigen, dass niemand sie wahrnahm. Sie hatte auch einfach keine Lust mehr sich diesbezüglich abzurackern, nur um dann wieder zurückgelassen und vergessen zu werden.
Generell hatte die Lust, sich mit irgendetwas näher zu befassen, mit dem Voranschreiten ihrer körperlichen Schwäche deutlich nachgelassen.
Dafür dachte sie nun viel öfter und tiefer über die Bedeutung von Dingen nach.
Ob das nun gut oder schlecht war, wusste sie nicht.

Erschrocken zuckte sie zusammen, als ihr Handywecker zu klingeln begann. 7:00am. Sie musste sich langsam auf den Weg zur Schule machen.
Heute war kein besonders anstrengender Schultag, weshalb Asena es einfach schulterzuckend hinnahm.
Gähnend sprang sie von der Schaukel, warf ihren Müll im Vorbeigehen in den Mülleimer und schaltete sich Musik auf die Kopfhörer. Dieser Tag hätte wohl nicht normaler sein können.

Tagträumend saß die Rothaarige auf ihrem Platz und starrte in das aufgeschlagene Textbuch vor sich. Worum es gerade im Unterricht ging, wusste sie sowieso nicht. Auch wenn das nicht gerade etwas Positives war. Allerdings war sie viel zu müde, um sich noch zu konzentrieren. Die Stunde ging sowieso nur noch zwanzig Minuten und dann konnte sie wieder nach Hause gehen. In der Schule war sie wirklich nur, damit sie keinen Ärger bekam, wenn sie Zuhause blieb.
Denn ihr Name stand schließlich im Schulregister.

Als es klingelte, war sie bereits an der Tür und trat den ersten Schritt in den Gang.
Die Gespräche der Schüler um sie herum schienen sie zu beschallen und am Liebsten hätte Asena sich einfach die Ohren zugehalten.
Ruhig stand sie inmitten des Ganges und schloss ihre Augen. Alle liefen automatisch um sie herum, als sei sie ein Hindernis im Wege des Alltags.
Als sie schnelle Schritte hörte, die sich ihr näherten, öffnete sie Ihre Lider wieder. Ein Junge sprintete an ihr vorbei, streifte dabei mit seinem Arm ihre Schulter und blickte dann über die seine hinweg in ihre Richtung. Seine braunen Augen trafen sofort Asenas grüne.
Ein Stromschlag durchzuckte sie. „Gomenasai!“, rief er durch den Gang und dann war sein orangener Schopf schon in Richtung der Treppen verschwunden.
Tief in der Schülerin regte sich etwas. Etwas, dass ihr Herz sich zusammenziehen ließ.

Auf dem Weg nach Hause war sie komplett in Gedanken vertieft, die Musik auf ihren Kopfhörern bis zum Anschlag aufgedreht und die Hände abermals in den Taschen vergraben.
So hörte sie auch die Rufe nicht, welche sie vor dem warnten, was gerade auf sie zukam.
Als der Boden unter ihren Füßen im Takt zu vibrieren begann, drehte sie sich endlich um.
Bevor sie jedoch realisierte, was dort vor ihr stand, war sie bereits in der Luft.
Mit geweiteten Augen sah sie ihre Kopfhörer, die Tasche, welche nach vorn gerutscht war, einer ihrer Schuhe, der an ihr vorbeirauschte und am präsentesten war die Farbe Rot. Tiefrote Blutstropfen schienen in Zeitlupe an ihr vorbei zu tanzen.
Der einzige Gedanke, den sie in diesem Moment fassen konnte, war wie schön es doch aussah.
Dann erhaschte sie einen Blick auf eine weiße verzerrte Maske, danach ein vor Schreck verzogenes Gesicht, umrahmt von einem orangenen Schopf.
Krachend und mit einem Ächzen kam sie auf dem harten Boden auf, überschlug sich einige Male und kam dann stumm zum Liegen.
Sie fühlte sich wie ein nasser Sack, als wäre jegliche Energie Asenas Körper entzogen worden.
Mit tauben Gliedmaßen lag die Rothaarige bewegungslos auf dem kalten Asphalt und sah geschockt in den blauen Himmel. Die leise Musik aus dem Kopfhörer, welcher wenige Meter entfernt lag, hörte sich an, als würde sie hämisch über den regungslosen Körper neben ihr lachen.
Review schreiben