Es war einmal im Orient

von Robby
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P18
??? Leiftan Nevra OC (Own Character) Valkyon
06.06.2019
08.08.2019
4
5500
2
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Alles was sie hörte, war ihr Atem und das Rauschen des Blutes in den Ohren.
Mit blutgetränkter Kleidung stand sie da, mitten im Nichts. Ein Nichts aus Sand und Stein.
Ein Messer in der Hand, blutig.. ebenso wie ihre Hände. Was war nur passiert?! Alles ging so wahnsinnig schnell. Die Schreie der Menschen halten ihr noch in den Ohren.
Sie lief ein paar Schritte, die Platzwunde an ihrem Kopf färbte ihr ohnehin schon rotes Haar dunkler. Starre blaue Augen suchten einen Sinn. Einen Sinn, der all das hier erklären sollte. Doch alles was sie sehen konnte, waren leblose Körper, aufgeschlitzt wie Vieh.
Warum lebte sie noch? Warum nur? Das fragte sie sich immer und immer wieder und verzweifelt sank sie auf die Knie und starrte auf ihre Hände die sie sogleich versuchte im Sand zu säubern.
Szenen spielten sich vor ihrem inneren Auge wieder.
Banditen. Sie kamen aus dem Nichts und überfielen die kleine Karawane so schnell, dass niemand die Chance hatte sich zu wehren.
„Meria, versteck dich“, schallte es in ihren Ohren. Erschrockene Gesichter, wildes Gerangel und ein Schwert das sie nur deshalb nicht traf, weil ein anderer Mann dazwischen geriet.
Ein Messer, fest in der Hand, das sie aus einem Toten zog und wild entschlossen in den Feind rammen wollte. Doch etwas traf sie hart am Kopf und sie fiel zu Boden. Erst wurde alles schwarz und dann verhallten die Schreie.
Sie wachte unter einem Toten auf, die Decke zusätzlich über sie geworfen, als hätte noch jemand versucht sie zu verstecken. Vielleicht lebte sie auch nur noch deswegen.
Doch konnte man wirklich von Glück reden, noch am Leben zu sein?
Alles was sie noch hatte, hielt sie in der Hand.
Ihr Leben, wahnsinnige Kopfschmerzen und das Messer.
Kein Kamel, das sie tragen konnte, oder auch nur den Hauch einer Ahnung, in welche Richtung sie laufen sollte.
Die Sonne stand weit oben im Zenit und brannte auf die junge Frau hernieder.
Mit einem Tuch um den Kopf gewickelt und der letzten Flasche Wasser die sie finden konnte, machte sie sich auf den Weg, bei der sie annahm auf eine Ortschaft oder wenigstens eine Oase zu treffen.
Die Stunden vergingen, ihr Kopf tat höllisch weh, die Übelkeit stieg ebenso und nur der Wille zum Überleben hielt sie weiterhin auf den Beinen.
Was tat sie hier überhaupt? Was konnte sie aus einer wohlbehüteten Heimat in die unsichere Gegend der Wüste getrieben haben? Nicht einmal Meria wusste es noch zu diesem Zeitpunkt.
Doch sie wusste, sie musste überleben. Nicht nur für sich, sondern auch, um sich an dem zu rächen der all ihre Freunde vor ihren Augen umgebracht hatte.
Das Messer hatte ein Zeichen eingeritzt und dies würde sie zu den Mördern führen.
Ihre letzten Kräfte schwanden allerdings bald und mit der untergehenden Sonne trübte sich auch ihr Blickfeld und bewusstlos brach sie schließlich zusammen, ihre Hand fest um das Messer gelegt.
Review schreiben