Fate/Oculos

von Hava
GeschichteAbenteuer, Mystery / P18
OC (Own Character)
06.06.2019
01.07.2019
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Das komplizierte an Illusionen war nicht sie zu wirken, sondern diese aufrecht zu erhalten. Gerade bei willensstarken Menschen musste man besonders gut darauf achten, und sich genauestens merken, was man tat und sagte.
Nur gut, dass Noctis ein Fotographisches Gedächtnis besaß und sich beinahe alles merkte, was nur irgendwie relevant war.


Im Prinzip glaubten die Leute um ihn herum, er würde ein gewöhnliches Leben, leben und eine ruhige Kugel schieben. Dabei glaubten sie nur, dass, was er wollte das sie glaubten. Er spielte quasi mit ihnen, und sie bemerkten es nicht einmal.
Im Moment stand er in einer Raucherecke des Bahnhofs in Weisweiler, gerade auf den Weg nach Hause.
Neben ihm eine junge Frau, die ungefähr in seinem Alter war. Er bemerkte deutlich ihren Blick auf ihn, nur zu dumm, dass sie überhaupt nicht sein Typ war.
Im Augenblick hatte er aber keine Gedanken für eine Frau in seinem Leben, vielmehr musste er sich auf seine neue Aufgabe konzentrieren.
In der Nähe von Weisweiler, in Langerweihe genaugenommen, war ein Vampir gesichtet worden, und er hatte den Auftrag bekommen, diesen unschädlich zu machen. Als ehemaliger Exekutor des Vatikans war es nicht unbedingt seine Aufgabe, aber die Bezahlung war gut, außerdem lag es auch in seinem Interesse und auch auf dem Weg. Die Menschen durfte nicht erfahren, dass Magie existierte, es würde nur Schwierigkeiten und Kriege geben. Gerade weil der normale Mensch das fürchtete, was er nicht kannte und nicht kontrollieren konnten.
Auch wenn er diesen Job eigentlich gerne getan hatte, gerade weil er so die magische Welt bewahren konnte, war er ausgestiegen. Die Gründe dafür waren seine eigenen Interessen gewesen. So etwas wie Geld oder macht kümmerten ihn nicht, genauso wenig der Heilige Gral, dessen Krieg wieder kurz vor der Tür stand. Auch wenn er zugeben musste, dass es ihn etwas in den Fingern juckte. Der Heilige Gral war eines von tausenden mächtigen, magischen Relikten dessen Geheimnisse noch niemand hatte ergründen können.
Allein schon deswegen loderte sein Interesse an diesem Objekt auf. Nicht weil er jeden Wunsch, ohne jegliche Einschränkungen gewährten, sondern vielmehr der Gral selbst interessierte ihn.
Was machte dieses Ding so machtvoll?
Welches Wesen hatte diesen Erschaffen, und warum?


Einen Vampir zu erledigen war für Noctis bei weitem nichts Neues mehr. Kreaturen der Nacht gehörten nicht nach Mundos, es gab jedoch einige Ausnahmen. So zum Beispiel Lykaner, wenn diese sich an die Gesetze der magischen Gesellschaft hielten.
Noctis war schon lange abgehärtet, und verstand die Wichtigkeit dahinter, aus diesem Grund war es für ihn nicht schwer, seine typische Abendroutine nachzugehen.
Wie immer legte er seine Schlüssel in das Körbchen neben der Eingangstür seiner Eigentumswohnung, zog sein schmutziges Shirt aus und warf es in den Wäschekorb im Badezimmer. Nach einer erfrischenden Dusche, hörte er den Anrufbeantworter ab und schaute in den Kühlschrank. Während er sich einen gekühlten Kaffee herausnahm, hörte er die Stimme seiner älteren Schwester.
Natürlich war Annabell verärgert.
„Ich finde es zum Kotzen, dass du dich so abschottest. Hast du mal am Mama gedacht? Oder an uns, was glaubst du, wie wir uns fühlen?“
Noctis verdrehte die Augen.
Seine Schwester war immer etwas aufbrausend, dabei verstand sie nicht, dass auch er sein eigenes Leben lebte. Daran war weder etwas Verwerfliches, noch unmoralisch. Er hatte eben viel zu tun, da viel ein Besuch eben einmal flach.
Da er nun aber erst einmal keinen weiteren Auftrag mehr hatte, beschloss er mal bei seiner Mutter vorbeizuschauen. Gerade weil der Geburtstag seines älteren Bruders anstand, so konnte er mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Er sah seine Familie, beruhigte das Gemüt seiner Schwestern, und konnte etwas abschalten, auch wenn letzteres eher unnötig war.
Er fühlte sich einfach nur gut.
Er hatte ein gutes Leben, verdiente gut und konnte dennoch problemlos seine Freizeit genießen.
Was konnte man mehr wollen?
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