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Und gemeinsam gehen wir unter...

von RamonaXX
GeschichteDrama, Familie / P18 / MaleSlash
Dean Winchester Jessica Moore John Winchester Sam Winchester
06.06.2019
11.06.2021
66
110.618
28
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Dieses Kapitel
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11.06.2021 2.118
 
Warning: Awkward Romance!

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Teil 12 – Kapitel 10 – POV Dean

Dean weckte ein Pfeifen.

Nicht das Pfeifen eines Wasserkessels, so wie Bobby ihn früher benutzt hatte, um an kalten Tagen einen aufmunternden Tee zu kochen. Auch nicht das Pfeifen einer undichten Heizung oder eines kaputten Ventildeckels.

Es war das fröhliche Pfeifen seines Vaters. Im angrenzenden Bad. Bei offenstehender Tür.

Voller Wonne wälzte Dean sich im Bett herum und spürte das glatte Laken auf seiner ganz und gar nackten Haut. Er reckte den Kopf und schaute zum Nachttisch. Der Wecker riet ihm sich noch einmal umzudrehen und es langsam angehen zu lassen – was er auch tat.

Es war eine wundervolle Nacht gewesen. Und sein Dad hatte ihm nahezu alles gegeben, was Dean sich hatte wünschen können. Je öfter sie es taten, desto schöner wurde es. Eine ganz neue Erfahrung für Dean – der gerade mal drei Finger bemühen musste, um die Partnerinnen aufzuzählen, mit denen er mehr als einmal geschlafen hatte.

Die ersten Male mit Dad war er viel zu aufgeregt und mit seinem Körper beschäftigt gewesen, als das es ihm aufgefallen wären. Aber inzwischen dachte er sehr wohl darüber nach, warum sie nie einen gemeinsamen Höhepunkt erlebten. Es geschah auch nicht zeitversetzt. Dean kam und sein Dad ging wenig später, ohne jedes Anzeichen eines erlebten Hochgefühls, zum ruhigen Nachspiel über. Dean konnte sich nicht erklären warum.

Dass ihre gemeinsamen Nächte seinem Vater trotz diesem Ungleichgewicht etwas gaben, ließ sich heute Morgen an seinem erfrischenden Pfeifen ausmachen. Dean hatte ihn seit einer Ewigkeit nicht mehr pfeifen gehört. Möglicherweise hatte er es auf ihrer letzten gemeinsamen Jagd im Auto zum einem seiner Lieblingslieder getan. Doch so richtig bewusst, wie er es jetzt tat? Das musste sehr viel länger her sein.

Was dieses Mal betraf, so pfiff sein Vater nicht zu einem Lied, das aus dem Autoradio tönte. Er stimmte es selbst an, mit seinen trainierten Lippen und Stimmbändern, die wunderschöne Laute, wie junges Vogelgezwitscher aus seiner Kehle dringen ließen.

Dean fand den Klang himmlisch und genoss das warme Gefühl in seinem Magen, das sich beim Zuhören einstellte. Die Augen geschlossen, lag er auf dem Rücken, während die Vormittagssonne sich durch die halb geöffneten Vorhänge kämpfte und lauschte der Melodie.

Er kannte sie; hatte sie als Kind dutzendfach gehört. Aber der Titel?

Puh... Der war Schall und Rauch. Es musste irgendetwas eingängiges sein. Ein Klassiker, so bekannt, dass kaum einer sich den Namen merken konnte oder wollte.

Von der schönen Melodie getragen, ließ Dean seine Gedanken kreisen. Sie trugen ihn zum wiederholten Mal durch die vergangene Nacht, bescherten ihm ein angenehmes Kribbeln in seinem Glied und weckten darüber hinaus Erinnerungen an eine ganz andere Nacht.

Es war noch eine recht junge Entwicklung, aber seit es mit seinem Vater so gut lief, hatte Dean wieder verstärktes Interesse an Frauen bei sich festgestellt. Binnen weniger Wochen war daraus eine Lust gewachsen, so stark, dass er sie bei der ersten, sicheren Gelegenheit befriedigt hatte.

Das Gefühl wieder mit einer Frau in seinem Alter Sex zu haben, war... bombastisch!

Es machte einfach Spaß, war sagenhaft leicht, unverbindlich und dabei auf körperlicher Ebene hoch befriedigend. Ein flacher Bauch, gespreizte Beine, das Eindringen, der Orgasmus. Es fühlte sich vollkommen anders an als Dads Hand. Nicht besser. Aber anders, auf eine Weise, die Dean nicht missen wollte.

Vergangenes Wochenende war er mit einer hübschen Blondine zusammen gewesen. Eine wirklich heiße Nacht, die stellungsmäßig keine Wünsche offengelassen und ihn in Anbetracht seiner noch eingerosteten Erfahrung beinah überfordert hatte.

Sie – deren Namen bereits aus seinem Gedächtnis gestrichen war – hatte glänzende Haare bis zur Taille gehabt. Dazu rosige Haut und straffe Brüste, die er wahlweise mit seinen Händen oder seinen Lippen massiert und verwöhnt hatte.

Zuvor hatte sie eine wirklich heiße Stripshow für ihn hingelegt, bis sie nur noch in ihrem roten Tanga dagestanden hatte. Kleines Dreieck hinten. Großes Dreieck vorne.

Dean hatte keinen Grund gesehen, der Versuchung zu widerstehen mit dem Hauch von Nichts zu spielen. In der gebotenen Geduld hatte er seine Finger unter den schmalen Bund gehakelt, ihn zur Seite gezogen und mit seiner feuchten Zunge über die warme Haut bis zur Mitte geleckt. Ein unvergleichlicher Geschmack.

Für den paradiesischen Genuss und all die körperlichen Reize, die ihm geboten worden waren, hatte er sich später in bester männlicher Manier bei ihrem G-Punkt bedankt. Der perfekte Abschluss. Er war gegangen, bevor die Gefühle gekommen waren. Keine Telefonummer. Keine Versprechen.


Die ausführliche Erinnerung an diese Nacht erregte Dean.

Er konnte es fühlen und spürte es deutlich, als er unter der Decke nach seinem Glied tastete. Dennoch stand ihm nicht der Sinn nach Selbstbefriedigung. Auch wenn sich der gegenwärtige Tagtraum dafür anbot und sich gewiss mit dem Pfeifen seines Dads hätte verbinden lassen können.

Dean wusste genau, was er an seinem Vater hatte. Und jetzt, da attraktive Frauen und kurzweilige Bekanntschaften wieder einen Platz in seinem Leben hatten, verstand er den Unterschied umso mehr.

So wenig wie Dad ihm das Gefühl gab ein Gelegenheitsfick zu sein, so wenig sah er seinen Dad als ein Lustobjekt für sich. Fiel sein Blick auf seinen nackten Dad und studierte er dessen Körper, dann empfand er etwas, das weit vor sexueller Erregung begann. Es ging viel tiefer, bis hinunter auf den Grund seiner Seele, wo es nur wenige Dinge in seinem Leben hingeschafft hatten.

Das Zusammensein mit Dad, seine Nähe, seine Zuneigung, seine Zärtlichkeit – nichts davon war an Bedingungen geknüpft. Es kam nicht darauf an, ob Dean müde von der Jagd war, sich tagelang nicht gewaschen und rasiert hatte, eine hässliche Verletzung am Körper trug oder von oben bis unten mit Dreck besudelt war. Sein Vater nahm ihm so, wie er war. Ohne Ausnahme.

Wollte er hingegen eine junge Studentin flachlegen, waren ein gepflegtes Äußeres, gute Laune und ein lockerer Spruch auf der Zunge, sowie ausreichend Scheine für die Getränke in der Tasche schlichtweg Pflicht. Alles andere endete mit einer Abfuhr, die im schlechtesten Fall die Aufmerksamkeit anderer Gäste auf sich zog.

Darüber hinaus hatte Dean noch einen Unterschied festgestellt. Es ging nicht bloß um den sprichwörtlichen »ersten Eindruck«, es ging auch um »die Sache« selbst.

Eine hübsche Frau, wie die von neulich, wäre sicherlich böse enttäuscht, wenn er sie aus einer Bar abschleppte, mit in ein Motelzimmer nahm und ihr dann keinen Sex anbot. Mit Dad gab es diese Erwartungshaltung nicht. Sex war ein Plus. Ein stimmungsabhängiger Akt, dessen gelegentliches Ausbleiben keinen Mangel an Verbundenheit darstellte und auch keinen Frust erzeugte.

Wollte Dean einfach nur Kuscheln, statt sich zu vergnügen – was er zugegeben oft wollte –, war das okay. Sein Vater nahm ihn dann trotzdem in den Arm, ließ ihn an seine Seite rücken und kraulte ihn bis er eindöste. Etwas, dass für Dean mit einer Fremden vollkommen undenkbar war.

Alle paar Wochen auf diese Weise mit seinem Dad intim zu sein und dazwischen mit Frauen Spaß zu haben, stellte für ihn kein Dilemma da. Er sah darin keine Konkurrenz. Es war wie Essen und Trinken. Er brauchte beides.


Das hintergrundartige Rauschen der Dusche war derweil verklungen, was das Pfeifen noch einen Hauch klarer hervorstechen ließ. Von einem verschlafenen Gähnen begleitet, rollte Dean sich auf die Seite und starrte zur offenstehenden Badezimmertür, wo die Quelle der lieblichen Melodie lag.

Im Grunde war seine Betrachtung mit Essen und Trinken nicht ganz korrekt. Denn es gab noch einen letzten Punkt, in dem sich die Beziehung mit seinem Dad von allen anderen abgrenzte. Mit ihm konnte er offen reden.

Keine erfundenen Heldengeschichten, wo die Narben an seinem Körper herkamen. Kein darauf achten, dass Waffen, Messer und sonstige Sachen, die er zum Jagen brauchte nicht offen rumlagen. Und keine Heuchelei bezüglich seines Jobs. Er war, was er war. Ein Jäger. Und er tat, was er tat. Menschen retten. Das Böse jagen.

In dieser Hinsicht konnte Dean seinem Dad gegenüber eine Eigenschaft zeigen, die er in seiner Vorstellung keiner Frau jemals umfassend würde zeigen können: Ehrlichkeit.

Dass sein Dad ebenso ein Jäger war und wusste, welche Kreaturen zur Nacht aus ihren Verstecken krochen und wie man sie bekämpfte, machte ihn zu einem Verbündeten, einem Vertrauten und – speziell für Dean – zu dem perfekten Partner.

Bei Dad bekam er, was er wirklich brauchte und konnte sein, wie er wirklich war.

Ein guter Jäger, der sich gerne bei einem gepflegte Bier über das Töten von Monstern unterhielt. Ein Mann Ende zwanzig, der neben Freude an Sex auch eine verletzliche Seite hatte und diese ebenso mitteilen wollte. Und ein Sohn, der auf der Suche nach Wärme und Geborgenheit war, sich einen sicheren Platz zum Schlafen wünschte und die Liebe seines Vaters brauchte.

Schlussendlich stand fest, dass all die Beverleys, Amys, Emilys ihn nie so lieben würden, wie sein Dad es tat. Und dass keine von denen, ihn jemals mit einer gepfiffenen Melodie wecken würde, die er seit seinen Kindertagen kannte, ohne ihren Namen zu wissen.


In diesem Moment stieg die Lautstärke des Pfeifens an und nahe der offenen Tür zeigte sich ein Schatten, dem sogleich eine Gestalt folgte. Nur mit einem großen Handtuch um die Hüften geschlungen, kam sein Vater aus dem Bad und ging, fröhlich weiter musizierend, quer durch den Raum zu seiner Reisetasche.

Dean war eindeutig zu träge und zu schläfrig, um ihn zu grüßen. Außerdem wollte er unter keinen Umständen, die Melodie unterbrechen, von der er immer noch nicht den Titel rausbekommen hatte. Die Antwort lag irgendwo in ihm verschüttet und als würde ihm ein visueller Eindruck beim Auffinden helfen, änderte er seine Position so, dass er seinen Vater anschauen konnte.

Es weckte seine Lebensgeister, als das Handtuch seinen Platz verlor und sich ihm nackte Waden, ein Rücken mit breiten Schultern und ein nicht zu übersehendes, fahles Gesäß präsentierten.

Dean konnte nicht anders, als seine Augen an dieses Bild zu heften und jeder Bewegung seines Vaters zu folgen. Es war ein herrlicher Anblick; stillschweigend-intim und in besonderer Weise natürlich.

Was Dean sah, ließ seine Gedanken weit in die Vergangenheit zurückschwimmen. Irgendwo in die Zeit, als Dad sich noch allein um ihn und Sam gekümmert hatte und wochenlange Aufenthalte bei Bobby nicht die Regel gewesen waren.

Wie er als Kind seinen nackten Vater wahrgenommen hatte, hatte wenig mit dem zu tun, was er heute über diesen Körper wusste, welche magischen Punkte er kannte und welche Stellen er berührte.

Damals war es ein eingespielter Ablauf zwischen ihnen gewesen, dass wenn Dad unter die Dusche ging, er Sammy auf seinem Arm mitnahm. Dean hatte ihn oft dabei beobachtete, wie er den schluchzenden Winzling auf seinem Arm gewiegt und ihm das warme Wasser aus seiner großen Hand über das Köpfchen hatte laufen lassen.

Irgendwie hatte sein Vater es fertiggebracht, sich anschließend selbst einzuseifen und abzuduschen, ohne das dem Kleinen etwas von dem brennenden Schaum in die Augen floss. Dann war Deans wichtiger Einsatz gekommen und er hatte seinem Vater das Bündel aus Frottee kurz abgenommen, damit dieser sich selbst ein Handtuch umwickeln konnte.

Gemeinsam waren sie zurück ins Zimmer zur Tasche mit den Babysachen gekehrt, hatten Sammy gründlich abgetrocknet, eingecremet und ihn gewickelt. Dass mit dem Eincremen hatte für Dean stets einen Sinn ergeben, gemessen daran wie rot so ein Kinderpopo sein konnte.

Aber er hatte nie verstanden, warum Eltern es mochten ihren gewaschenen Babys gegen die nackten Fußsohlen zu pusten. Sammy hingegen hatte das witzig gefunden und immer angefangen zu glucksen und zu kichern, wenn Dad das gemacht hatte.

Was sich Dean jetzt zeigte, verdrängte diese Kindheitserinnerung und rief ihm ins Gedächtnis, wie sich das Verhältnis zwischen ihm und seinem Dad gewandelt hatte und wie es gereift und gewachsen war.

Sein Vater hatte das Handtuch in beide Hände genommen, erst Arme und Brust trockengerieben und war dann mit seinem Bauch und seinem Schritt fortgefahren. Ohne je in Eile zu geraten, arbeitete er sich mit dem saugfähigen Stoff seine kräftigen Beine abwärts, bis zu den Füßen.

Er setzte den ersten Fuß auf einen erhöhten Punkt und das Vorbeugen seines Oberkörpers offenbarte einen ungeahnten Ausblicke, als er nur mit einem Zipfel des Handtuches zwischen seinen Zehen längs fuhr. Es ließ Deans Herz schneller schlagen und sorgte auch an anderer Stelle für erhörten Blutfluss.

In faszinierender Sorglosigkeit wiederholte sich der Vorgang mit dem anderen Fuß, während die gepfiffene Melodie über allem schwebte. Sie war noch nicht einmal verklungen und Dean fragte sich längst, die wievielte Wiederholung er bereits genoss.

Was ihm an diesem Morgen geboten wurde, gipfelte im Betrachten einer letzten markanten Körperstelle. Sein Vater stand wieder mit beiden Füßen auf dem Boden, griff hinter sich und rieb sich mit dem Handtuch seinen Po trocken; drückte es mit den Fingern in die natürliche Spalte.

Ein kleiner Teil des Stoffes verschwand zwischen den großen Backen und mit ihm tauchten auch Deans Gedanken ab. Grinsend presste er sein Gesicht ins Kissen und gab sich seiner Fantasie hin.

Manchmal war sein Kopf wirklich der versauteste Teil von ihm.
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