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Unterm Strich: „Liebe und lebe.“

von Barra
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteHumor, Fantasy / P12 / Gen
05.06.2019
05.06.2019
4
4.513
2
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Dieses Kapitel
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05.06.2019 712
 
Es folgt die Abschrift des Original-Beitrags.
Die Regeln des Wettbewerbs sind: 15Minuten Zeit zu schreiben und folgende drei Worte müssen dabei untergebracht werden: Vulkan, Sonne und Lagerfeuer.
Eine unbestechliche Jury wählt dann die Favoriten und auf der Abschlußveranstaltung wird die Siegergeschichte vorgelesen. Spoiler: Das war aber letztes Jahr nicht diese. Und dieses Jahr war ich Con Orga und hab nicht mitgeschrieben. Zwei weitere Beiträge von mir habe ich noch gefunden, ob es die von den Jahren davor noch irgendwo gibt, weiß ich nicht.
Kapitel 2 wird die extended version von dieser Geschichte, weil ich grad Lust und Laune hatte sie zu überarbeiten und zu erweitern.



Oh, wie Kahvi es hasste, dass Schnidda ihr verboten hatte ums Lagerfeuer zu tanzen. Getrennt von ihrem Schneeelfenstamm war sie scheinbar ganz allein mit ihrer Vorliebe es wild krachen zu lassen.
Selbst Skot und Krim ließen sich andauernd von diesem mürrischen Knurrhahn – zu dem Schnidda geworden war – den Spaß verderben. Und das ist der Teil den wir kennen, bis die Anführerin der Schneeelfen die Schnüss ganz voll hatte und mit Tyldak abhaute. Doch was geschah in der Zwischenzeit?

Kahvi wandte sich an die einzigen Wesen im Wald, die ihr ermöglichen konnten ihrem inneren Feierdrang nachzugehen. Die Trolle. Die veranstalteten nämlich jedes Jahr richtig dicke Feten bis die Sonne auf und wieder unterging. Ihre Musik war klassisch trollisch: viel Metall und viele Trommeln. Kahvi schacherte mit ihnen, bis sie einen eigenen Termin bekam und ihr „Wild Fire“-Festival ausrichten durfte, zudem sie dann als besonderen Gig die „Blue Elf Group“ einlud. Die Gleiter vom blauen Berg verstanden es wie kaum ein anderer so richtig zu „rocken“.
Doch alles Schöne eskalierte irgendwann. Und es geschah nun an einem Morgen, dass Schnidda früher als gewöhnlich erwachte und sein Lager so gut wie verlassen vorfand. Nur die Welpen, sowie Abendrot und Venka konnte er wahrnehmen. Kaum war er am Waldboden angelangt, taumelte ihm auch schon Kahvi entgegen in viel zu kurzen Lederklamotten, ihren Speer hoch erhoben. Hinter ihr stützten sich Werfer, Skot und Krim aufeinander ab.
Schnidda fuhr sie sofort an: „Bei allen Hohen! Wo kommt ihr denn her? In dem Zustand?“ Kahvi antwortete nur mit einem Kichern und stupste ihm auf die Nase: „Möp.“

Schnidda schubste die Schneeelfe zur Seite und nahm sich vor die anderen zur Rede zu stellen. Er packte Werfer am Kragen: „Was soll das?“ Der Elf kicherte aber auch nur irr und betrunken. Von Krim, die sich die Ohren hielt und ganz laut schrie: „Hä?!“, sowie von Skot, der einfach zu Boden sackte, war auch keine Antwort zu erwarten. Schnidda schimpfte Richtung Kahvi: „Ich habe es echt satt, dass du ständig gegen meine Regeln verstößt! Ihr habt doch schon wieder gefeiert! Wahrscheinlich alle Rundohren auf uns aufmerksam gemacht. Unterwirf dich mir und zeig‘ Respekt!“ Kahvi gluckste: „Unter-was?“ Das war nun wirklich kein Wort das sie kannte.
Werfer unter Schniddas Hand: „Ich bin Unter-Werfer!“ Sein Anführer schickte ihn fort: „Geh in deine Höhle.“ Kaum wollte er sich nun wieder Kahvi zuwenden, tockte es. Werfer war volle Karotte gegen den nächsten Baumstumpf gerannt. Nun lag er am Boden und Kahvi ging vor Lachen in die Hocke. So viel Spaß hatten sie hier schon lange nicht mehr gehabt. Dann raschelte das Gebüsch.

Schnidda drehte sich, staunte und wurde so richtig sauer. Shenshen stützte Aroree, die sich den Hals hielt und arg zerrupft wirkte. Zahntee jaulte – für ihn untypisch – ziemlich laut noch irgendeinen Song. Kichernd folgte ihnen Mondschatten in einem verboten sexy Catsuit und ein Langbogen ohne Bogen, dafür spärlich bekleidet mit Halsband und Männerrock. Zweifellos hatte seine Gefährtin ihm den auf den Hintern geschneidert.
„Was? Auch du?“ Schnidda war entsetzt. Der Bogenschütze wirkte gelassen: *Gute Musik*. und Schnidda wollte gar nicht erst wissen, wo wohl Reinwasser und Baumstumpf waren. War denn auf keinen seiner Stammesgefährten mehr Verlaß?
Rotspeer tauchte neben ihm auf und maulte: „Das nächste Mal geh‘ ich auch zum „Wild-Fire-Festival“ in den Vulkan.“ Schnidda knurrte: „Was?“ Rotspeer grinste: „Ja, hast du denn keine Einladung erhalten?“ Der Anführer wurde laut: „Was für eine Einladung?“ Werfer kicherte: „Unter-Werfer.“

Kahvi war inzwischen auf die Beine gekommen: „Dass du keine Einladung hast, ist nicht verwunderlich, oder?“ Und wen wundert es jetzt noch, dass Kahvi danach ganz ganz schnell mit Tyldak das Weite suchte?
 
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