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Stray Puppy

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Schmerz/Trost / P16 / MaleSlash
Thatcher
04.06.2019
16.08.2019
12
31.127
 
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
07.06.2019 1.692
 
Da sind wir wieder und es geht weiter!

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Author's notes:

Willkommen zurück! :) Dieses Kapitel ist etwas kürzer als sonst, aber es ist dennoch eines meiner Favoriten! Viel Spaß beim Lesen, Leute <3

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Gutenachtgeschichte




»K-kann ich n-noch etwas Suppe haben, M-monika?«

IQ wandte sich zu dem Jungen um, ein kleines Lächeln auf ihren Lippen tragend. »Na klar! Komm mit, wir sehen mal, was wir finden!«

Noah sah zurück zu Bandit und nachdem der Mann ihm ein kurzes Nicken gab, folgte er IQ in die Küche. Es war am einfachsten der Entscheidung des Mannes zu vertrauen.

»Wie. Zur. Hölle?« Fuze sah zu Bandit. »Wie hast du das gemacht?! Wie?«

Drei Stunden später waren sie alle wieder zurück in der Kantine, nun mit einem 8-, fast 9-Jährigen – Noah bestand darauf – im Schlepptau. Das Kind war inzwischen sauber, seine Wunden – Gottseidank bloß unschöne Kratzer – waren versorgt. Er hatte etwas zu große, aber saubere und warme Sachen an, womit er zehnmal besser aussah als zuvor. Er war immer noch ängstlich, doch immerhin sprach er inzwischen und zitterte nicht mehr.

Bandit stellte ihn jedem vor, erst sein Team, dann das Russische. Noah schien Glaz von Anfang an zu mögen, war okay mit IQ, Blitz, Jäger und Fuze und war verängstigt von Kapkan und Tachanka. Niemand konnte ihm die letzten beiden übel nehmen.

Nach fünfzig Minuten Überzeugungsarbeit wollte er immer noch nicht mit den beiden Russen reden oder sie einfach nur ansehen – sehr zu Tachankas Missfallen. Wie es aussah, liebte er Kinder, wenn sich herausstellte, dass sie keine Spione waren.

Zu Fuzes Frage zuckte Bandit einfach nur mit den Schultern. »Kein Plan. Das interessiert mich aber auch nicht wirklich, ich habe ihn rausgeholt, damit ist er nicht mehr mein Problem!«

Blitz stieß ihn mit dem Ellenbogen an. »Er mag dich. Ich will, dass du auf ihn aufpasst!«

Bandit wandte sich zu ihm um. »Nein-nein. Der Deal war, ihn aus dem Zimmer raus zu bekommen, nicht, sein Babysitter zu spielen. Das kannst du vergessen, Elias, ich bin kein Soldat geworden, um auf Knirpse aufzupassen.«

»Das ist scheiße, denn er mag niemanden sonst!«

»Er mag Timur-«

»-welcher im Bett von dem Schlammmonster schläft!«, unterbrach ihn Fuze und bekam ein Nicken von Glaz. Kapkan versuchte, nicht zuzuhören und sich stattdessen auf sein Essen zu konzentrieren. Er konnte seinen neuen Titel nicht wirklich leiden.

Bandit seufzte. »Ihr könnt mich alle mal. Ich werde das nicht machen, ich habe bessere Dinge zu tun!« Er stand auf.

»Ein Arschloch sein zählt nicht dazu, Dom!«, kommentierte Jäger, brachte die anderen damit zum Lachen. Bandit rollte mit den Augen und ohne ein weiteres Wort verschwand er.

Als IQ und Noah zurückkamen, zogen sich die Augenbrauen des Jungen zusammen. Er sah sich um, drehte sich einmal um sich selbst und sah dann mit Sorge zu Blitz. »Wo ist Dominic?«

»Er ist gegangen«, zuckte Jäger mit den Schultern.

»Warum?«, Noah blinzelte verwirrt, während er auf den Platz zwischen IQ und Glaz kletterte. Die Frau war sein neuer bester Freund, seit er wusste, dass sie das Essen kontrollierte.

»Er ist ein seltsamer Typ. Er mag es nicht so richtig, in einem Team zu sein. Er ist ein einsamer Wolf!«, erklärte Fuze lächelnd.

Das Kind sah Richtung Tür. »Wäre er böse auf mich, wenn ich ihm folgen würde?«

Die anderen sahen einen Moment besorgt aus, bis Glaz eine Hand auf den Kopf des Jungen legte, sein Haar dabei komplett zerstrubbelnd. »Du solltest ihn besser in Ruhe lassen. Er ist wie ein Kind, er hasst es, wenn er gegen seinen Willen zu etwas getrieben wird!«

Noah verzog das Gesicht, doch nickte dann. »Na gut. Aber er ist okay, ja?«

»Ist er, Noah, keine Sorge!«, lächelte IQ, als sie ihm eine Serviette gab. »Nach dem Essen suchen wir dir einen schönen Platz zum Schlafen, in Ordnung?«



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»Ich kann ohne eine Gutenachtgeschichte nicht einschlafen«, kam das zarte, schüchterte Flüstern von dem Jungen. Blitz betrachtete ihn mit einem beunruhigten Ausdruck auf seinem Gesicht.

»Wir haben leider keine Bücher mit Geschichten hier, tut mir Leid, Noah.« Der Deutsche setzte sich auf Bettkante von Jackal’s Bett. Da dem Spanier das vierte Bett im Schlafsaal der Deutschen gehörte, dachte Blitz, es wäre die beste Idee, das Kind dort schlafen zu lassen. So konnte er auf ihn aufpassen und Noah wäre nicht zu weit weg von Bandit, welchen er wirklich zu mögen schien.

Es war fast Mitternacht und die meisten von ihnen waren bereits bettfertig. Blitz war gerade dabei, das Kind zuzudecken, während Jäger noch etwas Ordnung im Zimmer schuf. Bandit ward seit dem Abendessen nicht mehr gesehen, doch die anderen drei Deutschen und Glaz freuten sich über die Gesellschaft des Kleinen. Wie sich herausstellte, war Noah ein wirklich gutes Kind und sobald er merkte, dass niemand ihm wehtun wollte, taute er schnell auf. Er war sehr selbständig, brauchte keine Hilfe von den Erwachsenen im Bad oder beim Anziehen, vielmehr wollte er diese Dinge allein tun. Er meinte, er ist schon groß genug dafür, also zuckte Blitz nur mit den Schultern und nickte. Er war interessiert, aber nicht aufdringlich und nach einiger Zeit wurde Noah immer entspannter in ihrer Gegenwart. Er hielt immer noch Abstand von Kapkan und Tachanka, doch beobachtete sie, achtete auf jede Bewegung.

Sich auf die Unterlippe beißend, legte der Junge den Kopf schief. »Bist du sicher?«

»Morgen werde ich mit Marius mal in den anderen Zimmern nachsehen, okay?«, bot Blitz mit einem Lächeln an.

Noah überlegte eine Weile, spielte mit dem Saum seines geborgten und viel zu großen T-Shirts, doch letztendlich lächelte er Blitz an. »Okay! Wann wird Dom wieder da sein?«

Mit einem besorgten Blick wandte sich Blitz an Jäger. »Ich weis nicht genau, Kumpel, manchmal macht er solche Dinge einfach! Er streift gerne nachts durch die Basis.«

»Das ist komisch. Warum?« Noah kuschelte sich in das große Bett und gähnte.

»Er hat manchmal Probleme mit dem Schlaf.« Jäger zuckte mit den Schultern, während er in sein eigenes Bett kletterte. »Er redet nicht viel darüber.«

»Ist dir kalt?«, fragte Blitz und Noah schüttelte seinen Kopf. »Wenn du irgendetwas brauchst, kannst du uns jederzeit wecken!« Der Mann strich über Noahs weiches Haar und stand auf.

»Okay!«

Blitz ging in sein eigenes Bett, zögerte kurz. Er sah zu dem Kind. »Gute Nacht, Noah!«

»Gute Nacht!«, der Junge umklammerte gähnend Jackals Kissen und schloss die Augen. Blitz machte die letzte Lampe aus und legte sich ebenfalls hin.

Als die Dunkelheit den Raum erfüllte, rutschte Noah näher an die Wand, welche an sein Bett angrenzte. Er konnte nicht einschlafen, also rollte er sich am Kopfende zusammen und schlang seine Arme um die Knie. Sanftes Schnarchen füllte das Zimmer, kommend von den beiden Älteren, doch Noah begann wieder zu zittern. Er hatte keine Angst mehr vor Jäger oder Blitz, doch die dunkle Basis war eine komplett andere Frage. Unbekannte Gerüche, fremde Geräusche und gruselige Schatten machten ihn nervös. Er war sich nicht sicher, ob dort nicht doch irgendwelche Monster unter seinem Bett versteckt waren oder möglicherweise auch draußen im Flur. Niemand hatte für ihn nachgesehen.

Er sah zu Bandits leerem Bett, hoffend, dass die Monster ihn nicht finden würden. Er konnte sich nicht dazu bewegen, sich wieder hinzulegen. Und so saß er einfach da, wer weis, wie lange und wartete auf den Morgen. Seine Augen fühlten sich schwer an, doch er hatte zu viel Angst, um sie zu schließen. Er sah zu Biltzs schlafender Figur, dann Jägers, doch bevor er den Mund öffnen konnte, hörte er Schritte.

Er drückte das Kissen fester an sich selbst, als er die seltsamen knackenden Geräusche hörte, die den Schritten folgten. Er hörte ein sanftes Klicken, sah den Türknauf sich langsam drehen und als die Tür sich öffnete, sah er einen großen schwarzen Schatten sich über den Boden ausbreiten. Wimmernd schloss er seine Augen, nahm ein paar tiefe Atemzüge und versuchte, sich so klein wie möglich zu machen.

»Warum zum Teufel bist du denn noch wach, Noah?«, kam die geflüsterte Frage von Bandit, gottseidank nicht irgendein Monster. Er schielte zu dem Mann, mit Augen voller Tränen. Er strampelte die Decke weg, sprang aus dem Bett und umarmte die Taille des Deutschen. Verwirrt legte Bandit eine Hand auf den Kopf des Kleinen. »Ist alles in Ordnung, Kumpel? Hattest du einen schlechten Traum?«

Noah nickte gegen seine Jacke. Bandit kniete sich vor ihn hin, besah sich das tränennasse Gesicht. Eine Augenbraue hochziehend, wischte er die Feuchtigkeit mit seinen Daumen weg. Noah sah ihm in die Augen. »I-Ich dachte, dass-« Er nahm einen zitternden Atemzug. »die Monster wieder da sind.«

Bandit sah einen Moment ratlos aus. »Ich habe es dir doch gesagt. Hier sind keine Monster, nicht das Schlammige oder irgendein anderes. Geh wieder ins Bett, okay?«

Noah sah zu seinem leeren Bett, dann wieder zu Bandit. »K-kann ich bei dir schlafen? Bitte?«

»Dafür bist du schon zu groß! Jetzt geh schon wieder schlafen!« Er war gerade dabei, das Zimmer wieder zu verlassen, als er ein gebrochenes Schluchzen hörte. Er blickte zurück zu dem Kind und sah, wie sich bereits neue Tränen formten, weshalb er mit einem schweren Seufzen schließlich nachgab. »Okay. Gut. Aber nur dieses eine Mal, verstanden?« Er hatte sowieso nicht vor, zu schlafen, also machte es keinen großen Unterschied. Wenigstens bekam das Kind etwas Ruhe.

Mit einem dicken Lächeln wischte sich Noah über das Gesicht, schnappte sich das Kissen von Jackals Bett und kletterte in Bandits. Der Deutsche beobachtete ihn dabei und schüttelte seinen Kopf.

»Okay, Junge, bleib hier. Ich geh noch schnell duschen und dann gehen wir schlafen. Deal?«

Heftig nickend zog Noah die Decke über sich selbst, brachte Bandit damit zum Lächeln. Er suchte sein Zeug zusammen und verschwand, war aber bereits nach fünf Minuten wieder zurück, frisch und sauber. Er nahm sich die Decke von dem anderen Bett und kletterte neben das Kind in sein Eigenes.

»Aber ich schwöre dir, wenn du mich voll sabberst, werde ich dich rausschmeißen, kapiert?« Er legte sich hin und bevor er sich versah, war das Kind an seine Brust gekuschelt, dabei erneut nickend.

»Ich sabber‘ nicht, ich bin kein Baby! Gute Nacht, Dom!«

Bandit konnte sich das Grinsen nicht verkneifen und fuhr dem Jungen sanft über den Rücken. »Schlaf gut, Großer.«
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