Die hassgewonnene Liebe

GeschichteRomanze, Fantasy / P12
Draco Malfoy Ginevra Molly "Ginny" Weasley Harry Potter Hermine Granger OC (Own Character) Remus "Moony" Lupin
03.06.2019
16.09.2020
16
35.976
 
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
16.09.2020 3.496
 
Vampire, auch Schattenwesen genannt, ernähren sich von dem Blut lebender Menschen, um die nötige Energie der Sonne zu sich zunehmen. Untote Menschen sind sehr sensible, emotionale Wesen, die sich schnell von ihren Gefühlen leiten lassen (Zum Beispiel Trauer, Hunger oder Wut). Werden sie von diesen Gefühlen überwältigt, färben sich die Augen eines Vampirs tiefrot und als lebendige Person, sollte man sich ab diesem Zeitpunkt schnellstens von diesen Wesen entfernen.
     Wird ein Mensch in einen Vampir verwandelt, (Verursacht durch Vampirblut in den Adern und danach den sofortigen Tod) befindet dieser sich in einer 7 tägigen Verwandlungsphase, in der der Mensch sich wieder zurück ins leben holen kann, wenn er oder sie den Vampir tötet, (Ausgeübt durch einen Holzpflock mitten in die Brust, durch Feuer oder durch direktes Sonnenlicht) dessen Vampirblut sich noch im Organismus des neu verwandelten befindet. Erfolgt dies nicht, ist das Opfer dazu verdammt, ewig zu leben.


„Wann willst du dieses Buch endlich mal aus der Hand legen, Fray?“, riss Zabini mich aus dem Konzept.
     Das Buch, Im Angesicht des Gesichtslosen, welches ich beim lernen in der Bibliothek gefunden habe, schleppe ich seit Anbeginn der Weihnachtsferien, also seit nun drei Monaten, mit mir herum, und beschäftige mich ausschließlich mit dem Kapitel, in dem es um Vampire geht. Ich verspürte den Drang, mich mehr und mehr mit diesem Thema auseinander zu setzten. Den Grund dazu kannte ich auch nicht. Im hintersten Teil meines Kopfes, kam es mir jeden falls so vor, schrie eine Stimme, ich solle mich gefälligst mit den Biestern beschäftigen.
     „Echt, irgendwann verbrenn ich dieses Ding“, kam es erneut von Blaise, der neben Draco, der einen Arm um meine Schulter gelegt hatte, im Korridor neben her ging.
     Seit Draco und ich nun ein Paar geworden sind, hielten die meisten Gryffindors von mir Abstand. Vor allem Ginny, Ron, Hermine und Harry. Alle vier gingen mir so weit es geht aus den Weg und alle, bis auf Hermine, werfen mir, im Unterricht oder wo wir uns sonst doch noch mal treffen, böse Blicke zu, in denen mit dem sie mir mitteilen, dass sie nichts mit einer Gryffindor zu tun haben wollen, die sich mit Slytherins „verbündet“. In den vergangenen Wochen gab ich auf, zu versuchen, den Kontakt zu ihnen wieder aufzubauen und ignorierte sie ebenfalls. Die Schüler in den restlichen Häuser, warfen mir, die Gryffindor, welche ständig mit zwei Slytherins abhängt, und der eine sogar ihr fester Freund ist, skeptische Blicke zu, was aber nach der Zeit nachgelassen hat. Auch daran gewöhnte ich mich.
     „Trau dich doch“, sagte ich zu Zabini, über die Schulter schauend, während ich das Buch zusammenklappte. „dann wirst du schon sehen, was du davon hast.“
     Zabini und Draco fielen ins Gelächter.
     „Soll das eine Herausforderung sein?“ Zabini konnte sein breites Lächeln nicht verkneifen.
     „Nimm es so auf, wie du es willst“, antwortete ich, ebenfalls belustigt. „Aber du und ich wissen, dass du gegen mich keine Chance hast.“ Ich warf ihm noch einen gespielt giftigen Blick zu, bevor ich mich an Draco wandte, der mir sofort einen Kuss auf die Lippen drückte.
     „St. Potter auf Platz zwei“, sagte Draco schnaubend und blickte wieder geradeheraus.
     Heute fand die zweite Aufgabe des Trimagischen Turniers statt, in dem die Champions am Grund des großen Sees eine Person retten mussten, die ihnen wichtig ist.      Das es für Harry Ron sein würde, hatte mich nicht sonderlich überrascht. Die beiden sind einfach unzertrennlich. Aber das es Hermine für Krum gewesen war, ließ mich etwas stutzig. Ich wusste nicht, ob zwischen den beiden nun mehr geworden war, da Hermine weder mit mir spricht noch mich anschaut, aber nach allem Anschein scheint genau das der Fall zu sein.
     Obwohl Dumbledore niemals seine Schüler in Gefahr setzten würde, zählte ich jede Sekunde, bis Harry, Ron und Hermine aus dem Wasser kamen und war unheimlich erleichtert, alle drei unversehrt zu sehen. Ich spielte mit den Gedanken herum, anfangs nicht zum zuschauen zu erscheinen, ließ ihn aber sofort wieder fallen. Egal welchen Weg du wählen wirst, du sollst wissen, dass es immer Menschen geben wird, die hinter dir stehen werden und dich bei allem unterstützen werden. Ich gehöre übrigens dazu, sagte ich damals zu Harry. Und ich stehe immer noch zu dieser Meinung, obwohl ich mir sicher bin, dass Harry gar nicht mehr möchte, dass genauich ihn unterstütze.
     „Dieser Typ kommt wirklich mit allem davon“, erwiderte Blaise, als wir zum Slytherin Tisch hinüberschlenderten und er sich gegenüber Draco und mich hinsetzte.
     Ich hatte keine Lust , mich mit diesem Thema zu befassen, also ließ ich es mit einem Schulterzucken fallen und aß einfach mein Abendessen. „Hast du schon was neues von deinen Eltern gehört?“, fragte ich nun Draco.
     „Nein. Immer wieder das selbe“, er schluckte seinen Bissen herunter."Wir freuen uns sehr, deine liebste bald kennenzulernen. Richte ihr unsere Besten Grüße aus “, äffte Draco nach sie und ließ mich damit breit grinsen.
     „Schreib ihnen, dass ich mich auch freue“
     Draco erzählte seinen Eltern in den Weihnachtsferien, dass ich nun seine feste Freundin wäre. Das ich keine Slytherin bin, mussten sie erst einmal verdauen, aber Draco erzählte mir, dass sie es nach kurzer Zeit schon relativ gelassen aufnahmen, da ich den wichtigsten Aspekt – nämlich ein Reinblut zu sein – erfüllte. Dass die Malfoys den Blustatus so ernst nahmen, ließ mich anfangs zweifeln, sie zu besuchen, aber Draco bat mich darum, ihn trotzdem Nachhause zu folgen und seiner Familie eine Chance zu geben.      
     Er musste seinen Eltern erklären, dass der geschriebene Artikel von Kimmkorn, in der sie es so aussehen ließ, als hätte ich eine Dreiecksbeziehung mit Harry und Draco, nur Schwachsinn sei und bat darum seinen Vater, Rita dafür in Vernunft zu ziehen, was dieser nur zu gerne tat.
     Ich schrieb natürlich auch meiner Familie, dass ich nun einen Freund hatte. Die nahmen es aber etwas anders auf. Meine Mutter antwortete auf den Brief nicht, was mich nicht wunderte. Remus und Marcellus' Antworten, waren beide ziemlich ähnlich. Sie schrieben mir, dass ich vor den Malfoys auf der Hut sein soll und weiteren Mist. Dass ich ihnen danach schrieb, dass ich die Sommerferien in der Malfoy Manor verbringen würde, nahmen sie ebenfalls nicht so gut auf, aber ich machte mir nicht die Mühe, darauf zu antworten.
     „Freust du dich denn auch auf die Wilkommensfeier, die man extra für dich schmeißt?“, kam es von Blaise, der sein Lachen hinunter schlucken musste.
     „Wenn du möchtest, dass mir darüber sorgen mache, mache ich exakt das Gegenteil.“, erwiderte ich.
     Auf die „Wilkommensfeier“, erklärte Draco mir, bestünden seine Eltern wohl drauf. Einerseits um mich kennenzulernen, aber auch um der Magierwelt mitzuteilen, dass ihr liebster Sohn nun offiziell eine Freundin hat.
     „Versprich mir einfach nur, mich auf der Gästeliste ganz nach vorne zu setzen.“
     „Halt die Klappe, Blaise.“, antworteten Draco und ich wie aus dem selben Mund.
     Ich sah kurz noch, wie Zabini zum reden ansetzen wollte, als mein Blick durch die Halle streifte und sich auf das allzu bekannte Trio setzte. Traurigkeit und Wut strömten mir bei diesen Anblick durch die Adern.
     Sie ließen mich sitzen, weil sie der Meinung waren, dass ich wegen meines festen Freundes mich gegen sie wenden würde. Anfangs hatte ich mich mit diesen Gedanken ziemlich gefetzt. Aber es hat ziemlich schnell nachgelassen, weil ich so auf schmerzhafte Weise erfahren durfte, dass keiner der drei mich gut genug kannte, um zu wissen, dass ich sie niemals verraten würde. Sie ließen mich nicht erklären. Sie hatten mich in eine Schublade gesteckt, in der ich nicht dazugehöre, aber sie waren der Meinung, dass sie recht hatten. Auch als sie nach dem Weihnachtsball durch den Artikel herausgefunden hatten, was mir einst widerfahren war, hatte keiner der dreien mir etwas zu sagen. Nicht, dass ich Mitgefühl haben wollte, aber man würde noch meinen, dass nach einer monatelangen Freundschaft, man wenigsten etwas tröstliches hören würde.
     Ich habe einst Draco dazu meine Gedanken geäußert, daraufhin erwiderte er: „Sie verdienen dich nicht. Alle, die nicht sehen, wie wunderbar du bist, sind Narren. Und obwohl ich nicht möchte, dass du wegen ihnen traurig bist, bin ich erleichtert, dass du nun ihre wahren Gesichter erkennen kannst.“ Ich ließ die Worte lange auf mich einwirken und es hat mich einige Zeit gekostet, um zu verstehen, dass mein fester Freund recht hatte.
     „Hast du versucht, nochmal mit denen zu reden?“ Draco, der meinen Blick durch die Halle verfolgte, nickte mit seinem Kinn in Richtung des Trios.
     „Nein“, sagte ich trocken, meinen Blick weiterhin auf Harry, Ron und Hermine gerichtet. Aber ich werde ihnen heute meine Meinung an den Kopf werfen, fügte ich stumm hinzu.
     „Wäre ich an deiner Stelle, hätte ich alle drei schon verflucht“, sagte Blaise, der dafür sorgte, dass ich meinen Blick vom Trio abließ.
     „Zum Glück denken nicht alle so wie du.“, antwortete ich.
     „Ach, ein wenig Rache schadet doch nie.“ Zabini hob süffisant seine Augenbrauen.
     „Blaise“ Ich schaute ihn eindringlich an. „Denk nicht mal dran.“
     Draco und Zabini lachten daraufhin nur leise, während ich mich dazu zwang, etwas von meinem Kartoffelbrei zu essen.
     Als ich schließlich aufgegessen habe, wurde mir mit einem mal bewusst, wie müde ich eigentlich bin und wie sehr ich mich jetzt am liebsten schlafen legen würde.
     „Also dann, ich geh jetzt in mein Schlafgemach.“ Ich wollte gerade aufstehen, als Draco mich sanft wieder runter zog.
     „So früh schon?“ Er strich mir eine Haarsträhne hinters Ohr und wieder einmal brannte meine Hau unter seinen Berührungen.
     „Wenn du wüsstest, wie viel Zeit ich heute mit lernen verbracht habe …“ Erschöpft ließ ich meinen Kopf auf Dracos Schulter nieder.
     „Dann lass mich dich ablenken.“ ,hauchte er mir an meinem Ohr, was meine Stimmung erheblich verbesserte.
     „Bei Merlins Bart, erspart mir diesen Anblick.“, sagte Zabini, stand auf und verließ die große Halle, was mich und Draco kichern ließ.
     „Das gefällt mir schon fiel besser“, sagte er, umschloss mein Gesicht mit seinen Händen und druckte seine Lippen auf meine.
     Lust überkam mich, als Draco das Tempo des Kusses erhöhte und nur unter größte Mühe schaffte ich es, den Kuss zu unterbrechen. „Wir können uns hier nicht so verhalten“ sagte ich leise lachend.
     „Dann gehen wir eben wo anders hin“, sagte er und zupfte an meiner Bluse herum.
     „Du bist echt unglaublich“ Grinsend schüttelte ich den Kopf und stand auf. Draco tat es mir nach.
     „Das nehme ich als ein Ja an.“ Er ergriff meine Hand, doch bevor wir auch nur einen Schritt gehen konnten, dachte Pansy Parkinson an etwas anderes.
     An mir vorbei gehend, tat sie so, als ob sie gegen irgend etwas gestolpert wäre, und übergoss somit ihr komplettes Glas, mit einer roten Flüssigkeit drin, über meine komplette Bluse und Hose.
     Die kalte Flüssigkeit ließ mich auf zucken und den Mund weit offen stehen.
     Parkinson, so edel wie sie ist, hielt sich gespielt geschockt die Hand vor den Mund. „Oops, das tut mir ja so leid.“, fing sie an und unterdrückte ein Lachen.
     „Bist du jetzt völlig verrückt geworden oder was?!“, entgegnete ich aufgebracht als ich die Sauerei auf mir betrachte.
     In den letzten drei Monaten warf sie mir hin und wieder dumme Sprüche an den Kopf, aber sie ging noch nie so weit.
     „Es war doch nur ein Versehen.“, antwortete sie mit einem Grinsen im Gesicht, in das ich nur zu gerne meine Faust rein geschlagen hätte.
     „Dafür wirst du büßen, Pansy.“, kam es nun von Draco, dessen Gesicht sich hasserfüllt verzogen hatte.
     Die Gespräche in der großen Halle verstummten auf einem mal. Alle Augen waren nun auf uns drei gerichtet und in dem Moment wünschte ich mir nichts mehr, als einfach nur vom Erdboden verschluckt zu werden.
     „Was willst du denn schon tun, Malfoy?“ Pansy verschränkte die Arme vor ihrer Brust.
     Ich ließ meinen festen Freund reden. „Du vergisst wohl, dass meine Familie immer noch großen Einfluss im Ministerium hat. Wenn ich möchte, könntest du morgen schon von Hogwarts abreisen und deine Kräfte dafür verwenden, die Malfoy Manor für den Rest deinen Lebens sauber zu schrubben.“
     Parkinson Fassade fing an zu bröckeln und Verunsicherung blitze in ihren Augen auf. „Das wird Dumbledore nicht zulassen!“
     „Wollen wir es testen?“, sein eiskalter Blick, den er Pansy gab, ließ sogar mich erschaudern.
     „Jetzt mal ehrlich, was zur Hölle läuft falsch bei dir?“, ergriff ich das Wort. „Nur weil Draco mich anstelle von dir haben wollte, brauchst du deine komplette Frustration nicht an mir auslassen. Was kann ich denn dafür, dass keiner so ein bescheuertes, krankes Mädchen wie dich lieben kann?“
     Pansys Kinnlade klappte auf und sie ließ ihre Arme sinken. Auch ich bekam bessere Stimmung, als ich merkte, wie die komplette Halle mit staunenden Rufen und Gelächter auf das, was ich gerade eben sagte, reagierte.
     „Und jetzt tu dir selbst einen Gefallen und lass mich von jetzt an in Ruhe, oder ich schwöre, ich werde sonst keine Sekunde damit verschwenden, meinen Zauberstab gegen dich einzusetzen.“ Jetzt war ich diejenige, die ihre Arme vor der Brust verschränkte. „Und vergiss nicht“ Ich trat einen schritt näher an Pansy. „ich bin eine der stärksten in unserem Jahrgang.“ Süffisant hob ich mein Kinn und genoss das Bild von Pansy, die vor mir immer noch um Worte ringend dastand.
     Nach ein paar Sekunden griff ich schließlich nach meiner Tasche und bahnte mir, an Pansys Schulter prallend, den Weg hinaus aus der großen Halle. Ich spürte wieder einmal alle Blicke auf mich gerichtet, aber diesmal war es mir egal. Ich habe Pansy endlich einmal meine Meinung gesagt und das tat gut.
      Ich weiß, dass ich Draco versprochen hatte, den Abend mit ihm zu verbringen, aber mir ist gerade alle Lust und Laune vergangen. Ich lief einfach nur schnurstracks in meinen Schlafsaal, wechselte meine Klamotten und ging anschließend mit den dreckigen Klamotten wieder runter in den Gemeinschaftsraum, um sie in die Wäscherei zu bringen. Doch im Gemeinschaftsraum angekommen, unterbrach ich unwillkürlich ein Gespräch zwischen Harry, Ron und Hermine, die gemeinsam vor den Kamin geduckt saßen. Ich blieb am anderen Ende des Raumes stehen, als alle drei Blicke auf mich fielen und sie sich schnell aufrichteten. Schweigend blickten wir uns an. Deren Gesichtsausdrücke sind immer noch dieselben, wie auch schon vor drei Monaten.
     „Ich wollte euch nicht stören.“, sagte ich leise.
     „Dann verschwinde.“, erwiderte Ron barsch.
     Ich ließ den Schmerz nicht zu, der sich einen Weg durch mich bahnen wollte. „Sag mir doch einfach, was dein Problem ist, Ronald.“
     „Was sein Problem ist …“, sprach mir Harry kopfschüttelnd nach. „Wie kannst du es nach drei Monaten noch immer nicht verstehen?“ Seine Smaragdgrünen Augen bohrten sich in die meine, als er weitersprach. „Du bist mit dem Typen zusammen, der uns jahrelang fertig gemacht hat.“, stieß er durch zusammen gebissenen Zähnen hervor.
     „Aber das hat doch jetzt aufgehört.“ Ich werde nicht zulassen, dass man über Draco schlecht redet.
     „Verschwindet so die Tatsache, dass er Hermine ständig aufgrund ihrer Herkunft beleidigt hatte?!“, rief mir Ron entgegen. Sowohl Hermine als auch ich, zuckten bei seinem Ton zusammen.
     Mein Blick fiel auf Hermine, die verloren auf ihre Hände hinab schaute. „Hermine“, sagte ich und trat einen Schritt näher an die drei heran. „Du weißt nur zu gut, dass ich nichts davon halte, Muggelstämmige zu unterdrücken. Vergiss bitte nicht, wie ich dich am ersten Tag vor Draco in Schutz genommen habe.“
     Hermine blickte mich nun aus glitzernden Augen an. Ich redete weiter. „Und das, was Draco damals getan hat, war schrecklich. Dafür kann es niemals Gerechtigkeit geben, aber bitte bestraft mich nicht, für das, was Draco getan hat.“
     Hermines Mund öffnete sich, als Ron das Wort ergriff. „Das hättest du dir früher überlegen sollen, als du noch nicht eine Slytherin geworden bist.“
     Mir klappte die Kinnlade runter, doch ich zog sie schnell hoch, als ich sah, wie Ron noch kurz etwas murmelte, Hermine sanft am Arm packte und alle drei aus dem Portraitloch hinausstiegen.
     Ich folgte ihnen. „Ja, lauft nur weg!“, rief ich ihnen entgegen, als ich den dreien hinterherlief. „Sonst wird euch noch die böse Slytherin Schülerin verfluchen!“ Meine Stimme hallte im leeren Gang wider.
     „Geh einfach.“ Harry drehte sich um, ging rückwärts aber weiter.
     „Was wenn nicht? Wirst du mir nach auch die Bluse versauen?“
     Harry schüttelte nur den Kopf, drehte sich um und ging mit Ron und Hermine weiter.
     In mir brodelte es. Mein Blut wurde heiß. In meinen Ohren rauschte es. Meine Hände ballten sich vor Zorn in Fäuste. Es war ein Gefühl, welches ich noch nie in diesem Ausmaß gespürt hatte. Die drei trieben mich zur absoluten Weißglut. „Nicht ich bin die Böse im Spiel, sondern IHR!“
     Das schreien des letzten Wortes sorgte für eine so große Wut in mir, die nur anhand von Magie meinen Körper verlassen konnte. Wie schon zuvor im Astronomieturm, als ich so verzweifelt wegen Draco war, da er mir seine Liebe gestand, wusste ich nicht wohin mit meinen Gefühlen und zauberte einen heftigen Lichtstrahl. Doch dieser hier war viel intensiver als das andere Mal zuvor.
     Alle Portraits und Fackel fielen laut auf den bebenden Boden und selbst durch das Glas der Fenster zogen sich tiefe Risse durch.
     Das Trio blieb geschockt stehen, als sie sich zu mir umdrehten und ihre weit geöffneten Augen erst auf die Verunstaltung um uns herum richteten und dann auf mich.
     Mein ganzer Leib zitterte und nur mit aller Mühe hielt ich mich auf den Beinen. Dann aber fing sich das Bild um mich herum zu verändern. Alles um mich herum war eingesunken in tief schwarzem Nebel. Als ich nichts mehr von Hogwarts, geschweige denn vom Trio erkennen konnte, wurde ich panisch. Plötzlich verschwand der Nebel auf einem mal und ich war nicht mehr in einen der Gänge in Hogwarts, sondern in einem dunklen Raum, der nach verwesendem roch. Der Gestank sorgte dafür, dass mir die Galle bis zum Hals hochstieg und ich sie mühsam wieder hinunterschlucken musste. Ich zwang mich dazu, mich auf das zu konzentrieren, was ich um mich herum erkennen konnte.
     Der Raum war nur mit wenigen Fackeln beleuchtet, sodass man schon beinahe die Regale, welche sich am anderen Ende des Raumes befanden, fast nicht sehen konnte. Auf dem Regal selbst glaubte ich Überreste eines Tieres zu erkennen. Das würde auf jeden Fall den Gestank nach Tod erklären. Als hätte man auf mich gewartet, schritt ein großer schlaksiger Mann durch die Türschwelle und machte sich auf den Tisch vor mir zu. Ich wollte zurückweichen, doch ich war wie fest gefroren. Ich sah, wie seine langen schwarzen Haare in sein Gesicht fielen, als er eine Glaskugel betrachtete und um den Tisch herum ging.
     Als er dann abrupt stehen blieb und mit seinen blutroten Augen direkt in meine Seele schaute, wurde mir alles schwarz vor Augen und ich verlor in der gleichen Sekunde das Bewusstsein.
Review schreiben