Hermine Granger und die magische Welt [Enhanced Version]

von Zettel
GeschichteDrama, Romanze / P16
Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley
03.06.2019
12.09.2019
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Seidenschnabel


Nach der Verwandlungsstunde strömen wir alle gemeinsam in die Große Halle, um unser Mittagessen einzunehmen.
Ich schaufle mir etwas Eintopf auf den Teller und schiebe den Topf Ron zu.
Ron schaut immer noch sehr besorgt drein. Er hat Harrys Todesweissagung wohl immer noch nicht abgetan.
„Kopf hoch, Ron“, sage ich. Er beginnt lustlos den Fleischeintopf auf seinen Teller zu schaufeln. „Du hast doch gehört, was McGonagall gesagt hat.“
Ron ignoriert mich jedoch komplett und wendet sich an Harry: „Harry, du hast doch nicht etwa zufällig einen schwarzen Hund gesehen?“, fragt er mit ernster Stimme.
„Doch, habe ich“, sagt Harry mit ebenfalls ernster gedämpfter Stimme.
Ron lässt vor Schreck seinen Löffel fallen.
„Pah, Jungs, das war wahrscheinlich ein streunender Köter“, sage ich abwertend und wende mich wieder meinem Essen zu.
„Hermine, den Grimm zu sehen ist ein schlechtes Omen!“, ruft Ron nun aufgebracht „Mein Onkel, Billius, hat einen gesehen und vierundzwanzig Stunden später war er Tod!“
„Zufall“, sage ich und winke ab.
„Weißt du eigentlich was du da redest?“, blafft er mich an. „Grimme erschrecken Zauberer zu Tode!“
„Da hast du es doch!“, sage ich überlegen. „Die Leute machen sich selbst Angst und sterben dann daran. Da ist nichts Übernatürliches dran, Ronald!“
Ron starrt mich wütend an. „Du… Du hast davon keine Ahnung, weil du bei Muggeln aufgewachsen bist!“
„Ron, ich glaube Hermine hat bewiesen, dass sie genug Ahnung hat, obwohl sie bei Muggeln aufgewachsen ist!“, mischt Harry sich nun ein.
Ich lächle verlegen und schlage mein Arithmantikbuch auf. Ron murrt beleidigt vor sich hin, sagt aber nichts mehr.

Während wir uns auf dem Weg zu unserer ersten Stunde Pflege magischer Geschöpfe begeben, rede ich kein Wort mit Ron und verstricke Harry in eine angeregte Unterhaltung.
Wenige Momente später sehen wir vom Schlossportal Hagrids Hütte, an der sich schon eine Menschentraube gebildet hat. Leider stelle ich fest, dass wir anscheinend Pflege magischer Geschöpfe mit den Slytherins haben werden.
„Oh, nicht die“, sage ich entrüstet und schreite weiter auf die Hütte zu.
„Dass wir uns mit ihnen Zaubertränke teilen müssen, hat der Schulleitung wohl noch nicht gereicht“, beschwert sich Ron.
Kaum, dass wir angekommen sind, kommt auch schon Hagrid aus seiner Hütte und begrüßt freudig die Klasse.
„Kommt, folgt mir! Ich habe eine Überraschung für euch!“, ruft er und bedeutet uns ihm zu folgen.
„Er will doch nicht in den Wald?“, sagt Harry als wir uns verdächtig nahe dem Wald nähern.
„Ich hoffe nicht. Das letzte Mal, als wir beide dort waren, war schon schrecklich genug“, sage ich.
„Ich war erst vor ein paar Monaten dort“, erklärt Harry. „Falls du das vergessen hast.“ Er lächelt mir zu.
„Hab ich nicht!“, sage ich gespielt beleidigt. „Ron hat oft genug von den Spinnen erzählt!“, lächle ich und knuffe ihn gegen den Arm. Er spielt nun den stark Verletzten.
„Aua, Hermine. Mein Arm… Ahh“, macht er und lacht.
„Blödmann!“, sage ich und haue noch mal drauf und lache.
„Oh, Potter ist anscheinend nicht der Mann im Haus“, höhnt Malfoy, der hinter uns hergeht mit verächtlichem Ton.
„Halt den Rand, Malfoy“, sagt Harry und trottet ohne mich weiter anzusehen weiter.
Meine Mundwinkel sinken sofort nach unten und traurig trotte ich hinter Harry her, der nun vor mir geht.

Wenig später stehen wir vor einer abgezäunten Weidefläche für Rindvieh. „Stellt euch hier auf!“, ordnet Hagrid an und deutet auf den Zaun. „Wartet hier, ich bin gleich wieder da. Während ich weg bin, lest ihr die Seite hundertsiebenundachtzig durch!“
„Wie denn?“, schnarrt Malfoy.
„Was, wie denn?“, sagt Hagrid.
„Wie sollen wir das Buch öffnen?“ Er nimmt sein Buch heraus, um welches er ein langes Seil gewickelt hat.
Auch wir anderen holen unsere Bücher hervor. Harry hat seins, so wie viele andere, mit einem Gürtel zu geschnürt. Andere haben Klammern, Seile, enge Taschen oder so wie ich Zauberklebeband benutzt, um sie im Zaum zu halten.
„Hat keiner es geschafft sein Buch zu öffnen?“, fragt Hagrid enttäuscht.
Wir alle schütteln unsere Köpfe.
„Ihr müsst es streicheln“, sagt Hagrid und greif sich mein Buch, reist das Zauberband ab und streichelt ihm über den Einband. Augenblicklich hört es auf zu knurren und lässt sich öffnen.
„Seht ihr“, sagt Hagrid und reicht mir mein Buch. Die anderen beginnen nun ihre Bücher zu streicheln.
„Ich habe gedacht, es wären lustige Dinger“, sagt Hagrid traurig zu mir hinunter gebeugt.
„Total lustig!“, ruft Malfoy. „Total lustig uns Bücher zu geben, die unsere Hände abreißen wollen!“
„Halt den Mund, Malfoy!“, blafft Harry ihn an.
„Hör nicht auf ihn, Hagrid“, flüstere ich und tätschle seinen Ellenbogen.
„Na denn!“, sagt Hagrid. „Also ich gehe jetzt in den Wald, unsere magischen Tiere für diese Stunde holen!“ Mit diesen Worten verschwindet er in Richtung Wald und verschwindet zwischen den Bäumen.
„Mein Gott, diese Schule geht noch zu Grunde!“, ruft Malfoy, als Hagrid außer Hörweite ist.
„Halt den Mund, Malfoy!“, sagt Harry erneut und geht wütend einige Schritte auf ihn zu.
„Pass auf, Potter, hinter dir ist ein Dementor!“, schreit er und deutet hinter Harry.
Bevor Harry noch etwas Dummes machen kann, nehme ich seine Hand und ziehe ihn von Malfoy weg. „Lass es gut sein, Harry, versprochen?“, sage ich und blicke ihm eindringlich in seine Augen.

Dieses Grün…

Versehentlich verliere ich mich in seinen Augen und höre nicht zu was er mir erzählt. Doch bald komme ich wieder zu Besinnung und höre ihm wieder zu.
„… ich hätte ihn in Einzelteile geflucht“, schnaubt er.
„Dann wärst du von der Schule geflogen“, erwidere ich. „Wäre es dir das Wert gewesen?“
„Nein… Nein natürlich nicht.“
„Uuhhhh!“, ruft Lavender und deutet auf den Waldrand, an dem Hagrid nun mit einigen pferdeartigen Tieren erschienen ist. Ihr Körperbau und ihre Hinterbeine ähneln denen eines Pferdes, die Vorderbeine und der Kopf denen eines Adlers.
„Hippogreife“, hauche ich begeistert.
Hagrid geleitet sie zu uns an den Zaun. „Hippogreife!“, ruft er stolz. „Herrliche Wesen, oder?“
Ich stimme mit Hagrid überein, dass sie wirklich hübsch und majestätisch aussehen. Doch ihre langen Krallen, scharfen Schnäbel und ihre orangen glänzenden Augen machen mir keinen allzu freundlichen Eindruck.
„So!“, ruft Hagrid. „Wollt ihr nicht etwas näherkommen?“
Keiner traut sich so recht näher an den Zaun heran. Doch wir drei wollen Hagrid bei seiner ersten Stunde beistehen und nähern uns vorsichtig dem Zaun.
„Das Wichtigste ist, wenn ihr mit einem Hippogreifen arbeitet: Beleidigt ihn niemals! Es könnte sonst das letzte gewesen sein, was ihr je getan habt!“, sagt Hagrid mit ernster Stimme. „So, wer will als erstes!“, ruft Hagrid nun wieder fröhlich. Nun ist es auch im meine Courage geschehen und weiche zurück.
Doch nicht Harry. „Ich mach´s!“, ruft er.
Lavender und Parvati stöhnen hinter uns auf. „Oh, Harry, denk an deine Teeblätter!“, sagt Lavender.
Harry achtet nicht auf sie und klettert über den Zaun.
„Mutiger Junge!“, ruft Hagrid stolz. „Gut, schauen wir mal, wie du mit Seidenschnabel zurechtkommst“, sagt er und zieht einen grauen Hippogreif von seinen Artgenossen fort.
„Ganz ruhig jetzt, Harry“, raunt er. „Blick ihm in die Augen und versuche nicht zu blinzeln.“
Harry tut wie ihm geheißen.
„Sehr gut, nun verbeug dich!“, ordnet Hagrid an und Harry tut es.
Der Hippogreif macht überhaupt keine Anstalten sich zu verbeugen und schaut Harry argwöhnisch an. Ich keuche entsetzt vor Angst auf.

Was ist, wenn er ihn nun angreift.

Mein Herzschlag erhöht sich und vor Angst greife ich nach Rons Hand.
„Ah“, sagt Hagrid beunruhigt. „Weg von ihm, weg von ihm! Ganz vorsichtig!“
Doch genau in diesem Moment verneigt sich der Hippogreif vor Harry.
Erleichtert atme ich auf und klatsche in die Hände. Die anderen Gryffindors tuen es mir gleich.
„Schön gemacht“, lobt Hagrid. „Du darfst ihn anfassen. Tätschle seinen Schnabel ein wenig.“
Vorsichtig geht Harry auf den Hippogreif zu und streichelt über seinen Schnabel.
Wieder bricht die Klasse in Beifall aus. „Super, Harry!“, rufe ich.
„Gut gemacht! Du darfst nun weitergehen, Harry“, sagt Hagrid stolz. „Du darfst ihn nun reiten.“

Sofort verstumme ich wieder und bekomme wieder Angst um ihn. Aber auch Harry ist von dem Vorschlag nicht sonderlich begeistert. „Was?“, ruft er verängstigt.
„Setz dich hinter den Flügelansatz“, erklärt Hagrid. „Und pass auf, dass du ihm keine Federn ausreist. Das mögen sie gar nicht.“
Harry setzt nun mutig einen Fuß auf den Flügel des Hippogreifes und setzt sich auf seinen Rücken.
„Gut festhalten!“, ruft Hagrid und schlägt Seidenschnabel auf den Hintern.
Sofort richtet sich das Tier auf und spannt seine Flügel. Harry hat gerade noch Zeit seine Arme um den Hals des Tieres zulegen, als es auch schon losrennt. Seidenschnabel rennt einige Meter und spannt dann seine Flügel und fliegt mit Harry davon.
Begeistert juble ich und die Klasse mit mir. Ich beobachte, wie Harry über das Schlossgelände fliegt und mir entweicht ein leiser Seufzer.
„Vielleicht haben wir Glück und Potter und das Vieh werden beide vom Blitz getroffen“, höre ich Malfoy höhnen.
Ich weiß nicht, woran es liegt, ob es die mittlerweile zehn Stunden sind, die ich schon am Lernen bin oder einfach die Tatsache, dass er sich Harrys Tod wünscht. Wütend brause ich auf ihn zu, bereit ihm eine ordentlich zu Pfeffern. Ich hole mit meiner Hand aus und Malfoy zuckt ängstlich zusammen, doch plötzlich schließt sich eine Hand um meinen Unterarm und zieht mich zurück.
„Lass es“, raunt Ron. „Das bringt nichts, wenn Malfoys Vater sich dann beschwert und du dann nur Ärger bekommst. Das würde Harry nicht wollen.“
Ich gebe ihm Recht. Nein, es würde Harry nichts nützen, wenn ich nun auch noch Ärger bekomme.
„Hola, Granger“, höhnt nun Malfoy. „Willst wohl deinen Freund beschützen, ja?“
Ich reagiere gar nicht mehr auf ihn, denn Seidenschnabel setzt nun wieder mit Harry zur Landung an.
Wieder brechen wir in Jubel auf.
„Gut gemacht, Harry!“, lobt ihn Hagrid. „Wer will als nächster?“
Jetzt sind wir uns alle sicherer geworden und klettern über den Zaun.
Hagrid verteilt die restlichen Hippogreife an die Klasse. Ron und ich arbeiten mit Harry zusammen an einem kastanienbraunen Tier.
„Schaue ihm tief in die Augen, Hermine“, sagt Harry und ich tue ihm so wie geheißen. „Und jetzt verbeuge dich.“
Ich beuge mich leicht vor.
„Nein, nicht so, tiefer.“ Er fast mir an die Hüften und zeigt mir, wie ich mich verbeugen soll.
Seine Berührung löst ein starkes Kribbeln in mir aus. Der Hippogreif verbeugt sich nun endlich und Harry lässt mich wieder los.
Ich sehne mich augenblicklich an seine Berührung zurück.

Was?! Was ist nur los mit dir?

Ich trete zur Seite und lasse Ron und Harry üben.

Was… Was habe ich in letzter Zeit für ein Gefühl? Immer, wenn ich ihn sehe, immer, wenn er mich berührt… Dieses Kribbeln…

Doch ich werde wieder von meinen Gedanken abgelenkt, als Malfoy laut über die Koppel schnarrt.
„Das ist doch kinderleicht! Ich habe es doch gewusst, wenn Potter das schaffen kann, dann jeder! Ich wette, du bist überhaupt nicht gefährlich, oder?“, sagt er zum Hippogreif. „Du widerliches, hässliches Scheusal?“
Es geht alles viel zu schnell. Ich sehe nur kurz etwas Silbriges aufblitzen und dann einen lauten Schrei.
Hagrid stürmt hervor und zwängt Seidenschnabel in eine lederne Halskrause. Dann beugt er sich über Malfoy, auf dessen Umhang sich nun große Blutflecken bilden.
„Ich sterbe!“, ruft er mit weinerlicher Stimme.

Hoffentlich.

„Ich sterbe! Seht her! Es hat mich umgebracht!“
Ich komme nun wieder zur Besinnung. „Hagrid, er muss in den Krankenflügel!“, rufe ich.
„Genau, der Krankenflügel - Du stirbst nicht“, versichert Hagrid leicht panisch und hebt ihn vom Boden auf. Ich eile zum Tor hinüber und öffne es für ihn.
„Die Stunde ist beendet!“, ruft Hagrid über die Schulter, während er zum Schloss hinaufläuft.
„Sie sollten ihn sofort rauswerfen!“, ruft Pansy mit tränenden Augen.
„Oh, Parkinson, ich wette du bekommst deinen kleinen Feiglingsfreund bald wieder“, höhne ich.
„Pass auf was du sagst, du dreckiges Schla…“ Doch sie unterdrückt die Beleidigung als sich Harry vor mich stellt.
„Malfoy war selbst schuld!“, ruft Dean.
„Ja, genau!“, stimmt Seamus zu. „Wir haben alle gehört, wie er Seidenschnabel beleidigt hat!“
„Und Hagrid hat gesagt, dass wir das nicht sollen“, ruft Lavender.
Es entsteht nun ein Wortgefecht zwischen uns Gryffindors und den Slytherins. Die Slytherins sind sich alle einig, dass Malfoy nichts falsch gemacht hat, während wir Gryffindors Seidenschnabel und Hagrid verteidigen.
Irgendwann jedoch lösen wir uns auf und gehen hoch ins Schloss, nicht ohne uns gegenseitig irgendetwas Beleidigendes zuzurufen.
„Ich schaue nach wie es ihm geht!“, ruft Pansy und läuft in Richtung Krankenflügel, kaum, dass wir das Schloss betreten haben.
Wir Gryffindors gehen geschlossen in unseren Turm.
„Glaubt ihr, er wird wieder gesund?“, frage ich in die Runde, während wir die Stufen hinaufsteigen.
„Ich fürchte schon“, sagt Harry. Bei ihm hat Madam Pomfrey schon üblere Wunden heilen müssen.
„Ich glaube auch“, vermutet Ron. „Wir haben nicht so viel Glück, dass er abkratzt.“
Nach dem Abendessen, bei dem Hagrid und Malfoy nicht anwesenden waren, wollen wir unsere Hausaufgaben erledigen und lassen uns in unsere Stammplätze im Gryffindorturm fallen. Ich hole für jedes Fach, welches ich heute gehabt habe, die Bücher und die erforderlichen Notizen hervor.
„Wow“, staunt Ron. „Da hast du dir ganz schön was vorgenommen!“
Ich zucke mit den Schultern und beuge mich über mein Arithmantikbuch.
„Bei Hagrid leuchtet Licht“, sagt Harry, der gerade aus dem Fenster schaut. Er schaut auf die Armbanduhr. „Wenn wir uns beeilen, schaffen wir es noch, bevor Sperrstunde ist“, sagt er entschlossen.
Ich werfe ihm einen sorgenvollen Blick zu. „Ich weiß nicht…“, sage ich.
„Ach komm, Hermine. Sirius Black wird es doch nicht an den ganzen Dementoren vorbei schaffen, oder?“, sagt er flehend.
Ich gebe mich geschlagen und wenige Minuten später stehen wir vor Hagrids Hütte und klopfen an.
„Herein“, murrt Hagrid von drinnen.
Wir öffnen die Tür.
Ein Blick genügt und es ist sofort zu verstehen, dass Hagrid schon einiges getrunken hat. Vor ihm steht ein riesiger Zinnkrug und daneben einige Flaschen Feuerwhiskey.
„Es ist wohl ein neuer Rekord!“, murmelt er. „Keiner wurde am ersten Tag rausgeschmissen.“
„Sie werfen dich raus!?“, rufe ich entsetzt.
„Nein, noch nicht, aber Malfoys Vater wird dem Schulrat die Hölle heiß machen.“
„Wie geht es ihm?“, fragt Harry und wir setzten uns an den riesigen Tisch.
„Soweit ganz gut. Madam Pomfrey konnte ihn wieder zusammenflicken. Er schreit die ganze Zeit rum er würde Todesqualen leiden.“
„Er lügt!“, sagt Harry sofort und ich nicke.
„Der Schulrat wurde bereits unterrichtet und die meinen, ich wäre zu groß eingestiegen. Hätte lieber Flubberwürmer nehmen sollen…“ Hagrid hickst.
„Es war Malfoys schuld, Hagrid, und wir alle können das bezeugen!“, sage ich ernst.
„Ja, genau!“, sagen Harry und Ron.
„Wir tun alles, um dich da raus zu holen!“, sagt Harry entschlossen.
„Und ich glaube, du hast genug getrunken!“, sage ich entschlossen und nehme ihm den großen Zinnkrug weg und trete vor die Tür.
Ich kippe den scharfriechenden Feuerwhiskey in das Kürbisbeet, während ich drinnen Harry und Ron aufstöhnen höre.
Ich schmunzle in mich hinein. Hagrid muss sie umarmt haben. Dann höre ich Gepolter und Hagrid kommt aus der Hütte und taucht seinen Kopf in einen Wassertrog.
Kopfschüttelnd gehe ich zurück zu den beiden in die Hütte.
„Was ist passiert?“, fragt Ron.
„Er hat seinen Kopf in einen Wassertrog gesteckt“, sage ich und stelle den Krug weit weg.
Nun kommt Hagrid zurück und meint: „Danke, euer Besuch hat mir gutgetan!“
Dann fällt sein Blick auf Harry und er wird zornig. „Was glaubst du eigentlich, was du hier machst!“, brüllt er ihn an.
Wir drei springen vor Schreck zurück.
Hagrid packt seinen Arm und schleift ihn hinaus, gefolgt von Ron und mir. „Du stromerst hier rum, wenn es dunkel ist und ihr beide!“ Er deutet auf mich und Ron. „Ihr lasst ihn auch noch gehen!“
Wütend schleift er uns hoch zur Schule.
„Lasst euch ja nicht mehr bei mir blicken, wenn es dunkel ist!“, sagt er zum Abschied, nachdem wir wieder im Schloss sind und geht dann wieder davon.
„Was war das denn?“, fragt Ron entsetzt.
„Ich glaube, Hagrid hat Angst wegen Sirius Black“, vermute ich und zucke mit den Schultern.

Im Gemeinschaftsraum angekommen, beschließen Harry und Ron ihre Hausaufgaben morgen früh zu machen und verschwinden im Jungenschlafsaal, bevor ich protestieren kann.
Ich beschließe die Hausaufgaben oben bei mir im Bett zu machen und packe meine Sachen zusammen.
Oben angekommen sitzen schon Parvati und Lavender in ihren Betten und unterhalten sich aufgeregt.
„Wo warst du?“, fragt Lavender mich als ich den Raum betrete.
„Noch kurz unterwegs“, erkläre ich und lege meine Sachen neben mein Bett und beginne meine Schlafsachen anzuziehen.
„Ein nächtlicher Spaziergang mit Harry?“, stichelt Parvati und beide lachen mädchenhaft los.
„Ron war auch dabei“, sage ich knapp und gehe in das anliegende Badezimmer.
„Außerdem waren wir nur bei Hagrid und haben uns über Malfoy erkundigt“, erzähle ich. „Also nichts Romantisches!“

Mit Harry zusammen ein nächtlicher Spaziergang, nur wir und die Sterne, ja das wäre es.

Bei diesem Gedanken kribbelt es wieder und mir wird warm.

Es war ein anstrengender Tag! Du verlierst den Verstand!

„Wie geht es denn Malfoy?“, ruft Lavender hinüber.
„Madam Pomfrey hat ihn wohl zusammengeflickt, aber er schauspielert noch etwas“, antworte ich und beginne mir die Zähne zu putzen.
Wenig später setze ich mich in mein Bett und ziehe wieder mein Arithmantikbuch hervor.
„Habt ihr gesehen, wie die Parkinson um Malfoy besorgt war? Glaubt ihr sie steht auf ihn?“, fragt Lavender mich und Parvati.
Parvati giggelt. Das ist genau ihre Art von Gespräch. „Ich glaube schon. Die letzten Jahre ist sie schon hinter Malfoy hergedackelt und sie verehrt ihn. Aber sie gibt es immerhin zu - nicht so wie andere.“
Ich schaue nun von meinem Buch auf. „Wie wer?“, frage ich.
„Andere Mädchen, die zum Beispiel auf einen gewissen schwarzhaarigen Jungen mit einer Blitznarbe stehen, es aber nicht zugeben wollen!“, winkt Parvati ab.
Ich verstehe die Andeutung und schlage mein Buch zu. „Was willst du damit sagen?“, frage ich bissig.
„Nichts, nichts.“ Sie hebt abwehrend die Hände.
„Zwischen mir und Harry ist nichts und wird auch nie etwas sein!“, keife ich etwas zu harsch.
Der Gedanke das nie etwas zwischen mir und Harry sein wird macht mich unglaublich traurig.

Was? Wieso? Ich… nein… ich würde mich nie in… nein…

Einen kurzen Moment herrscht Stille. Dann bricht Lavender das Schweigen. „Okay…“, sagt sie zögernd „Bist du dir sicher?“
„Nein. Eh ja!“, sage ich unsicher und schlage nun wieder mein Buch auf und versuche mich zu konzentrieren.
Parvati und Lavender kichern nun wieder.
„Na schön, habt ihr gesehen, wie die kleine Ginny Weasley Harry anschmachtet?“
„Was tut sie?“, sage ich und schlage wieder das Buch zu. Beide feixen mich nun an. Ich habe den Köder geschluckt.
„Ohh“, sage ich und lasse mich in meine Kissen fallen.

Verdammt! Verdammt! Verdammt!

So langsam wird mir bewusst, was das Kribbeln bedeutet - was dieses Gefühl bedeutet!

Nein! Ihr seid nur Freunde! Reiß dich zusammen!

Ich höre auf meine innere Stimme und sage gefasst und versuche dabei so gleichgültig wie möglich zu klingen: „Was macht sie denn?“
„Na ja, sie starrt ihn halt die ganze Zeit an. Mehr nicht. Mach dir keine Sorgen“, lächelt Parvati.
„Schön“, sage ich. „Ich muss noch Hausaufgaben machen.“ Mit einem Wink mit dem Zauberstab lasse ich die Vorhänge um mein Himmelbett schließen und schirme mich von den beiden ab.
Ich beginne nun mit meinen Hausaufgaben um mich abzulenken.
„Ich habe noch viel zu tun! An die Arbeit!“, sage ich und verdränge die komischen Gedanken, die Lavender und Parvati in mir aufgekratzt haben.
Bald verstummen die beiden und ich höre sie nur noch sanft atmen.
Ich schreibe noch eine gefühlte Ewigkeit an meinen Hausaufgaben. Schließlich setzte ich einen Punkt unter meinen Aufsatz „Erklären sie die Funktion einer Herdplatte“.
„Fertig“, stöhne ich und werfe einen Blick auf die Uhr.
Sie zeigt drei Uhr nachts.
„Oh nein“, seufze ich. „Nur noch dreieinhalb Stunden Schlaf…“
Ich lasse mich in die Kissen fallen und schlafe sofort ein.
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