Dalaric-Diaries 1: Wie alles beginnt

GeschichteAllgemein / P18 Slash
Alaric Saltzman Damon Salvatore
03.06.2019
09.11.2019
12
31936
6
Alle Kapitel
22 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Hallo zusammen. Erstmal sorry, dass es wieder etwas länger gedauert hat. Eigentlich wollte ich das neue Kapitel schon letzte Woche fertig haben, aber dann hatte ich totale Probleme mit meinem Schreibprogramm. Und da der Support des Programms alles andere als hilfreich war, musste ich letzten Endes auf ein anderes Programm umsteigen.
Aber gut, jetzt läuft alles wieder und ich hab das neue Kapitel fertig. Ich hoffe, es gefällt euch.

************************************************

„Du scheinst überrascht mich zu sehen. Also schätze ich, du bist auf der Suche nach der kleinen Katherine-Kopie.“ vermutete der ältere Salvatore.
Stefan`s Miene verfinsterte sich. „Wo ist Elena? Was hast du mit ihr gemacht?“ fragte er aufgebracht und wollte in die Wohnung stürmen, kam aber nicht über die Schwelle.
Damon amüsierte sich kurz über seinen vergeblichen Versuch, furchteinflößend zu wirken. „Reg dich ab, Bruderherz.“ meinte er schmunzelnd, bevor er sich umdrehte und Stefan in der offenen Tür stehen ließ.
„Damon! Lass sie gefälligst in Ruhe! Lass die Finger von ihr!“ brüllte ihm Stefan hinterher, was Alaric und Elena auf den Plan rief.

Die beiden kamen aus der Küche, um nachzusehen was der Lärm sollte.
„Stefan, was machst du denn hier?“ fragte Elena verwirrt.
Der jüngere Salvatore beruhigte sich ein wenig, als er sie sah. „Ich bin dir gefolgt, nachdem ich deine Nachricht bekommen habe. Ist alles okay? Geht es dir gut? Hat er dir was getan?“

Die Brünette schüttelte verwirrt den Kopf. „Es geht mir gut. Und mir hat niemand was getan. Warum fragst du?“
Damon rollte genervt mit den Augen. „Ric, wärst du so nett, meinen Bruder herein zu bitten? Ich glaube, es gibt hier so einiges zu klären.“

Alaric blickte überrascht zur Tür. Das also war Damon`s Bruder. „Freut mich, dich endlich kennen zu lernen, Stefan. Komm rein.“ bat er mit einem freundlichen Lächeln. Er hatte tatsächlich darauf gehofft, Stefan irgendwann persönlich kennen zu lernen.
„Und mach die Tür hinter dir zu.“ fügte Damon an, während er nach der Kühlbox griff, die er vorhin im Flur abgestellt hatte und sie in die Küche trug.
Die anderen folgten ihm, wobei Elena nicht gerade leise fragte: „Das ist dein Bruder?“

„Will jemand einen Kaffee?“ fragte Alaric in die Runde. Elena und Stefan nickten.
„Ich hätte lieber was stärkeres.“ bat Damon. Er sah aus den Augenwinkeln, wie Ric den Kopf schüttelte und eine Flasche Bourbon aus dem Schrank holte und machte sich daran, die Blutbeutel aus der Box in den Kühlschrank zu packen. Stefan und Elena sahen ihm ziemlich entsetzt dabei zu.
„Ich schätze, du hast ihn manipuliert.“ grummelte Stefan nach einer Weile an seinen Bruder gewandt.
„Nein, hat er nicht.“ antwortete Alaric für den Vampir.

Stefan warf ihm einen zweifelnden Blick zu. „Damon hat es nicht nötig, mich zu manipulieren. Ich hab kein Problem mit den Blutbeuteln im Kühlschrank, falls du darauf abzielst.“ fuhr der Blonde fort. Damon hatte lediglich seine Mutter manipuliert, damit sie die Blutbeutel übersah. Was Ric`s Ansicht nach nur fair war. Immerhin schneite seine Mum immer mal wieder unangemeldet bei ihnen rein und schreckte auch nicht davor zurück, ihre Schränke durchzusehen, ob sie auch genug Essen im Haus hatten. Sie glaubte einfach nicht, dass zwei Männer allein klar kamen.
 
Als der Kaffee fertig war, reichte Alaric je eine Tasse an Elena und Stefan, goss Damon ein Glas Bourbon ein und gab einen Schuss Bourbon in seinen eigenen Kaffee. Eigentlich war es für ihn noch fast ein bisschen früh für Alkohol, aber er hatte so das Gefühl, dass er ihn brauchen würde. Damon war fertig mit dem Einräumen und alle nahmen am Küchentisch Platz.

„Also, ich nehme mal an, dass du durch Stefan so viel über Vampire und über Katherine weißt, oder?“ wandte sich der Blonde an Elena.
„Das ist richtig.“
Gut, also war sie offenbar zumindest keine Vampirjägerin. Das war doch schon mal etwas. Es war auch nicht zu übersehen, dass sie in Stefan verknallt war und umgekehrt genauso. Was Ric etwas fragwürdig fand, wenn man bedachte, dass sie ein Abbild von Katherine war. Aber so lange die beiden damit klar kamen…

„Du hast dir also eine Kopie von Katherine angelacht? Und da sagen die Leute immer ich wäre obsessiv.“ kommentierte Damon mit Blick auf seinen Bruder.
„Elena ist nicht wie Katherine. Sie sieht zwar aus wie sie, aber sie ist völlig anders. Sie ist mitfühlend und aufrichtig.“ behauptete Stefan.
„Und doch ist sie ein Abbild von Katherine. Sag mir nicht, dass es nicht das wäre, was dich zu ihr hingezogen hat.“ konterte Damon schmunzelnd.
Stefan senkte ertappt den Blick. „Anfangs vielleicht. Nachdem ich sie das erste Mal gesehen hatte. Aber ich wollte sie erst kennenlernen, als ich bereits wusste, dass sie Katherine nur äußerlich ähnelt.“

„Warum dachten Sie eigentlich, ich wäre Katherine? Sie haben mich bedroht. Ich weiß, dass ich ihr sehr ähnlich sehe. Aber Katherine ist tot.“ meldete sich Elena plötzlich zu Wort.
Damon schnaubte verächtlich. „Nein, ist sie nicht. Das Miststück ist sehr lebendig.“ Seine Stimme war schneidend.
Stefan sah ihn überrascht an. „Was soll das heißen, sie ist nicht tot? Und … Miststück? Du warst immer besessen von ihr. Du hast sie über alles geliebt. Was ist passiert?“

„Sie war nie in der verdammten Kirche. Sie ist entkommen. Das war immer ihr Plan. Sie hat das Ganze angezettelt.“ grummelte Damon.
„Hat was angezettelt?“ fragte Stefan nun völlig verständnislos.
„Die Hetzjagd auf die Vampire. Sie wollte ihren Tod vortäuschen und untertauchen. Und genau das hat sie auch getan.“
Der jüngere Salvatore sog erschrocken die Luft ein und sah seinen Bruder skeptisch an. Er schien abzuwägen, ob er die Geschichte glauben sollte.

„Du solltest ihm alles erzählen. Von Anfang an.“ mischte sich Alaric ein. Damon sah ihn an und er konnte die Unsicherheit im Blick des Vampirs erkennen. Alles zu erzählen würde ihm nicht leicht fallen. Vor allem, da er und sein Bruder ein sehr gespaltenes Verhältnis zueinander hatten. Und dann war da ja auch noch Elena, die er nicht einmal kannte. Alaric war ebenfalls ein wenig unsicher, wie er sich verhalten sollte. Aber er und Damon waren jetzt seit über zwei Jahren zusammen und hatten nie ein Geheimnis aus ihrer Beziehung gemacht. Er konnte sich nicht vorstellen, dass der Vampir jetzt damit anfangen wollte. Also griff er nach Damon´s Hand und drückte sie kurz, während er ihm direkt in die Augen sah. Eine stumme Versicherung. Ich bin da. Was auch passiert. Ich halte zu dir.

Denn mal ehrlich, sie hatten schon ganz andere Sachen zusammen durchgestanden, als ein Gespräch mit Damon´s Bruder und dessen Freundin, die behauptete, Isobel`s Tochter zu sein und Katherine unheimlich ähnlich sah. Vermutlich noch nichts was so verrückt war wie das hier, aber so einiges, was deutlich gefährlicher war.

Damon richtete seine Augen auf seinen Bruder, ließ Ric`s Hand aber nicht los. Was Stefan mit einem Stirnrunzeln bemerkte. „Kurz bevor die Jagd auf die Vampire begann, habe ich mit Emily einen Deal gemacht. Ich hab ihr versprochen, ihre Nachkommen zu beschützen, wenn sie im Gegenzug Katherine rettet.“ begann der dunkelhaarige Vampir leise zu erzählen.

„Du hast ihre Kinder in Sicherheit gebracht.“ fiel Stefan ein.
Damon nickte. „Emily hat einen Zauber gesprochen, als die Vampire in die Kirche gesperrt wurden. Sie sind nicht verbrannt. Durch den Zauber wurden sie in einer Gruft unter der Kirche eingesperrt. Aber um die Gruft zu öffnen braucht man eine Hexe, Emily`s Kristall und ein bestimmtes, kosmisches Ereignis.“

„Warte mal, das heißt, du hast diese Gruft geöffnet und alle Vampire von damals befreit?“ fragte Stefan dazwischen. Er sah plötzlich erschrocken und bleich aus.
„Nein, hab ich nicht. Das kosmische Ereignis ist der Komet, der damals über Mystic Falls flog. Ich musste warten, bis er wieder auftaucht und das hat ziemlich lange gedauert…“
Wieder wurde er von seinem Bruder unterbrochen. „Der Komet, der vor etwa zwei Wochen über Mystic Falls geflogen ist?“

„Ja, genau der. Und jetzt lass mich verdammt nochmal ausreden. Noch eine Unterbrechung und ich schmeiß dich raus.“ drohte Damon. Es fiel ihm schwer genug, all das auszusprechen, auch ohne das sein Bruder ständig dazwischen plapperte. Er wollte sich nicht wieder mit den Gedanken an Katherine und ihren Verrat beschäftigen. Er hatte all das hinter sich gelassen. Alaric drückte seine Hand und Damon zog Kraft aus der vertrauten Berührung. Das alles war nicht mehr wichtig. Katherine war nicht mehr wichtig. Er hatte Ric und das allein zählte.

„Ich hab die Gruft nicht geöffnet, weil Katherine nie in der Gruft war. Ich bin ihr vor ein paar Jahren zufällig begegnet. Sie hatte die ganze Hetzjagd angezettelt und einen Wachposten bestochen, damit er ihr zur Flucht verhilft. Sie war die ganze Zeit frei und hat sich einen Dreck um uns gekümmert!“ Er atmete tief durch, um sich wieder zu beruhigen. „Dementsprechend hab ich beschlossen, die Schlampe abzuhaken und mein Leben weiter zu leben.“ endete er schließlich. Er würde einen Teufel tun und seinem Bruder erzählen was genau Katherine zu ihm gesagt hatte. Stefan würde nie erfahren, wie sehr sie ihn verletzt hatte und wie dumm er gewesen war.

Lange Zeit herrschte Stille nachdem er geendet hatte. Stefan sah schockiert aus und schien eine Weile zu brauchen, um das Gehörte zu verarbeiten. Damon hatte den Blick gesenkt und hielt noch immer Ric`s Hand fest, als wäre sie seine Rettungsleine.

„Was ist mit meiner Mutter passiert?“ brach Elena schließlich das Schweigen. Damon und Ric wechselten einen kurzen Blick, beide nicht sicher, ob sie ihr die Wahrheit sagen sollten. „Sie ist tot, nicht wahr?“ fragte die Brünette niedergeschlagen.
„Eher untot.“ murmelte Damon sarkastisch.
Ric seufzte und begegnete Elena`s zweifelndem Blick. „Sie hat Damon erpresst und ihn gezwungen, sie in einen Vampir zu verwandeln. Dann ist sie verschwunden. Ich hab keine Ahnung, wo sie jetzt ist. Und ich möchte es auch, ehrlich gesagt, gar nicht wissen.“

„Erpresst? Womit hat sie dich denn bitte erpresst?“ fragte Stefan ungläubig.
„Sie hat gedroht, dem Gründerrat von Mystic Falls von mir zu erzählen. Und von dir.“ antwortete Damon und bemühte sich vergeblich, ruhig zu bleiben. Umso mehr als Stefan immer noch zweifelnd aussah.

„Isobel hat ihn erpresst. Sie war besessen von Vampiren und sie wusste verdammt viel. Sie hat Damon keine Wahl gelassen. Und selbst wenn er sie nicht verwandelt hätte, dann hätte sie einen anderen gefunden.“ stellte Alaric klar, dem die Spannung zwischen den Brüdern nicht entgangen war. Er wusste, dass sie seit Jahrzehnten im Streit lagen. Er wusste aber auch, dass Damon seinen kleinen Bruder liebte und ihn vermisste.

„Ich soll dir also wirklich glauben, dass du Katherine einfach so aufgegeben hast? Du warst besessen von ihr.“ erinnerte Stefan.
Damon ließ Ric`s Hand los und stand auf, um sein Glas erneut zu füllen. Er musste sich beherrschen, um nicht auf seinen Bruder loszugehen. „Ich musste einsehen, dass sie eine manipulative kleine Schlampe ist, die mich nie geliebt hat. Ich würde nicht von einfach reden, aber ja, ich habe sie aufgegeben. Und mir geht’s verdammt gut seitdem.“ antwortete er so aufrichtig wie möglich. Stefan musste nicht wissen, wie tief ihn Katherine`s Worte damals getroffen hatten. Wie lange er gebraucht hatte, um darüber hinweg zu kommen.

„Was im Klartext heißt, du hast deine Gefühle ausgeschaltet und läufst mal wieder Amok.“ vermutete der jüngere Salvatore.
Ric sah ihn verständnislos an. Ein Blinder würde erkennen, dass Damon seine Gefühle eben nicht ausgeschaltet hatte.
„Nein, hab ich nicht.“ knurrte der dunkelhaarige Vampir. So langsam war er mit seiner Geduld am Ende.
„Das würde ich gern glauben. Aber die Ereignisse in Mystic Falls sagen leider was anderes.“ behauptete Stefan.

Damon kehrte an den Tisch zurück, nun eindeutig verwirrt. „Was für Ereignisse in Mystic Falls?“ fragte er verständnislos. Er hatte keine Ahnung, worauf der jüngere hinauswollte.
„Die mysteriösen Tierangriffe, die sich in letzter Zeit häufen. Die Tatsache, dass der Rat in Alarmbereitschaft ist und Zach ständig Anfragen wegen Eisenkraut bekommt. Mir war sofort klar, dass du dahinter steckst. Du kannst mich einfach nicht in Frieden lassen, nicht wahr? Kaum kehre ich zurück nach Hause und versuche ein bisschen Glück zu finden, ein normales Leben als Highschool-Schüler zu führen, schon tauchst du auch wieder auf und machst mir das Leben zur Hölle, genau wie du es damals versprochen hast.“

Die Anschuldigung tat weh. Umso mehr weil Damon wusste, dass es lange Zeit so gewesen war. Er war ein Arschloch gewesen. Meistens. Allerdings hatte er auch oft genug versucht die Beziehung zu seinem Bruder zu retten. Leider immer ohne Erfolg. „Ich war seit Jahren nicht in Mystic Falls. Keine Ahnung, wer dahintersteckt. Aber ich bin es nicht.“ stellte er klar.

Stefan glaubte ihm natürlich kein Wort. „Erzähl mir doch nichts. Ich kenne dich. Ich frage mich schon die ganze Zeit, warum du dich nicht blicken lässt, sondern heimlich Chaos stiftest. Aber du hast nur auf den richtigen Moment gewartet, nicht wahr? Auf den Knalleffekt. Wie hast du herausgefunden, dass Elena hierher wollte? Wie hast du es geschafft, vor ihr hier zu sein und ihn zu manipulieren?“ fragte er mit einem kurzen Seitenblick auf Alaric.

Alaric konnte förmlich spüren, wie sich Damon neben ihm verkrampfte. Der Vampir war kurz davor, die Beherrschung zu verlieren und er konnte es ihm nicht einmal verdenken. „Ich habe es schon einmal gesagt: Damon hat mich nicht manipuliert.“ stellte er klar, bevor Damon selbst etwas sagen konnte. „Und er war zumindest in den letzten zwei Jahren garantiert nicht in Mystic Falls. Er hat diese Wohnung vor über zwei Jahren gemietet. Ich bin vor etwas mehr als einem Jahr hier eingezogen. Und in diesen zwei Jahren hat er nie die Stadt verlassen.“

„Das hat er Ihnen eingeredet…“ begann Stefan, brach jedoch ab, als ihm Elena mahnend die Hand auf den Arm legte.
„Ich glaube, er sagt die Wahrheit, Stefan. Die beiden wussten nichts von mir. Sie haben mich für Katherine gehalten. Alaric hat mich mit einer Waffe bedroht und wollte mich nicht in die Wohnung lassen.“

Der jüngere Salvatore sah Alaric schockiert an. „Es war eine spezielle Armbrust. Und die richte ich nun mal auf alle Vampire, die ungebeten vor unserer Tür auftauchen.“ erklärte der Blonde. Damon hatte es in den letzten über 100 Jahren geschafft, sich so einige Feinde zu machen und da er nun für seine Verhältnisse schon sehr lange an einem Ort verweilte, fanden ihn natürlich immer wieder einige davon.

„Du warst also wirklich nicht in Mystic Falls in letzter Zeit?“ hakte Stefan noch einmal nach.
„Nein, Stefan! Wie oft denn noch? Glaubst du ernsthaft, wir wären die beiden einzigen Vampire, die es nach Mystic zieht? Wer weiß schon, wer damals außer Katherine noch entkommen ist. Vielleicht ist es jemand von damals. Oder jemand, der sauer auf einen von uns ist. Mal daran gedacht?“ fragte Damon wütend. Langsam war seine Geduld zu Ende.

Was natürlich auch Ric nicht entging. „Hey, es ist ziemlich spät geworden. Warum gehen wir nicht was essen und beruhigen uns alle wieder ein bisschen?“ schlug er vor, um die Situation ein wenig zu entspannen.

Damon war nicht gerade begeistert von der Idee. Er wollte seinen Bruder und die Katherine-Kopie eigentlich nur schnellstmöglich wieder loswerden. Aber er verstand natürlich, was Ric vorhatte. Und er war seinem Freund dankbar dafür, dass er versuchte, ihn und Stefan zu versöhnen. Also beschloss er, sich Mühe zu geben und nicht gleich auszurasten, auch wenn Stefan es ihm nicht gerade leicht machte. „Gleich um die Ecke ist eine gute Pizzeria.“ nuschelte er in die Runde.
Elena strahlte ihn an. „Hört sich toll an. Ich bin am verhungern.“ Auch Stefan stimmte zögerlich zu.

Sie legten die kurze Strecke zur Pizzeria zu Fuß zurück. Kaum waren sie eingetreten kam schon Ana-Lucia, die mollige, kleine Wirtin auf sie zugelaufen. „Damon, Alaric, meine Lieblinge. Wo habt ihr die ganze Zeit gesteckt? Ihr wart bestimmt seit zwei Wochen nicht mehr hier. Ich habe mir schon Sorgen gemacht. Und schaut euch nur an, immer noch viel zu dünn. Alle beide!“ schimpfte sie, bevor sie sich direkt an Ric wandte und erinnerte: „Ich hab deiner Mama versprochen, ein Auge auf euch zu haben.“

Ric schmunzelte und verkniff sich ein Augenrollen. Er war selbst schuld. Er und Damon hätten seine Mutter nie hierher ausführen dürfen. Hätte ihm eigentlich klar sein sollen, dass sie sich sofort mit Ana-Lucia verbünden würde.

„Und wer sind eure Freunde?“ fragte die Wirtin lächelnd, als sie Elena und Stefan bemerkte, die die Begrüßungsszene ziemlich erstaunt verfolgt hatten.
„Mein Bruder Stefan und seine Freundin Elena.“ stellte Damon vor. „Wir wollten sie in das beste Lokal der Stadt ausführen. Also, hast du einen Tisch für uns, Ana? Obwohl wir dich zuletzt vernachlässigt haben?“ fragte er dann und schenkte der Wirtin ein Lächeln.
„Du alter Charmeur.“ lachte Ana-Lucia. „Für euch doch immer.“ versicherte sie strahlend, führte die vier zu einem ruhigen Ecktisch und gab ihnen die Speisekarten.

Elena sah sich staunend in der gemütlichen, kleinen Pizzeria um. „Das ist ein wirklich schönes Lokal. Ihr kommt oft her, hm?“
„Ein paarmal im Monat.“ antwortete Ric ehrlich.
Sie hatten nicht immer Lust, selbst etwas zu kochen und Ana-Lucia war mittlerweile zu einer guten Freundin geworden, auch wenn sie die beiden immer bemutterte. Außerdem kochte ihr Mann Francesco wirklich hervorragend.

Ana nahm persönlich ihre Bestellung auf. „Ich würde euch Wein empfehlen, aber die beiden sehen noch etwas jung aus.“ kommentierte sie mit einem Seitenblick auf Elena und Stefan.
„Wir hätten nichts gegen ein Gläschen Wein. Aber du hast Recht. Für die beiden lieber eine Cola.“ bestellte Damon grinsend. Ana-Lucia würde seinem Bruder mit Sicherheit ebenfalls Wein ausschenken, wenn er sie darum bitten würde, aber er wollte Stefan ein wenig ärgern, nachdem ihn dieser vorhin so auf die Palme gebracht hatte.

„Ich nehme mal an, jetzt glaubst du mir. Oder denkst du, ich hätte die Wirtin ebenfalls manipuliert?“ fragte er bissig.
„Kannst du es mir denn wirklich verdenken, dass ich dir immer das Schlimmste zutraue?“ fragte Stefan ebenso bissig zurück.

„Stefan, fang bitte keinen Streit an.“ schritt Elena ein und sah ihren Freund flehend an, der daraufhin sofort verstummte. Mit einem zaghaften Lächeln wandte sie sich an Alaric. „Können Sie mir vielleicht etwas über Isobel erzählen? Das war immerhin der eigentliche Grund, warum ich hergekommen bin. Ich wollte mehr über meine leibliche Mutter herausfinden.“

Ric zögerte. Die ganze Situation überforderte ihn ein wenig, weshalb er sich auch mehr auf Stefan konzentriert hatte, als auf … seine Stieftochter. Das war sie doch im Grunde, oder nicht? Er zuckte ein wenig hilflos mit den Schultern. „Ich weiß wirklich nicht, was ich dir erzählen soll.“ gestand er.
„Einfach wie sie war… ist. Ich meine, sie lebt ja eigentlich noch, oder? Sie haben wirklich gar keinen Kontakt mehr?“

„Isobel hatte mich in ihre Pläne nicht eingeweiht. Wenn ich damals…“ Er stockte. Wollte er den beiden wirklich erzählen, was genau damals vorgefallen war? Er konnte ja nicht einmal sicher sein, dass Elena über ihre Herkunft die Wahrheit sagte. Andererseits sagte ihm sein Gefühl, dass sie nicht log. „Wenn ich damals nicht schon mit Damon befreundet gewesen wäre und er mir im Nachhinein die Wahrheit gestanden hätte, wüsste ich bis heute nicht, was mit ihr passiert ist.“ sagte er dann. Das war immerhin nicht richtig gelogen. Er verschwieg ihnen nur ein paar Details.

„Wie meinen Sie das?“ hakte Elena sofort nach.
Seufzend dachte Ric zurück an jene Nacht. „Ich kam spät nach Hause. Isobel war nicht da. Im Wohnzimmer war eine Blutlache und von ihr fehlte jede Spur. Ihr Laptop und ihr Handy waren weg, aber ansonsten fehlte nichts. Sie war einfach verschwunden, ohne eine Nachricht zu hinterlassen oder sich zu verabschieden. So war sie eben.“ Das klang hart, aber sie hatte nun einmal gefragt. Seiner Meinung nach war sie ohne Isobel mit Sicherheit besser dran gewesen.

„Sie war immer besessen von ihrer Arbeit als Parapsychologin. Lange Zeit hab ich das als Spinnerei abgetan. All ihr Gerede über Vampire…“ Er warf einen kurzen Blick zu Damon und grinste. Der Dunkelhaarige schmunzelte ebenfalls. „Ihre Forschungen waren ihr immer wichtiger als alles andere. Sie wollte nie Kinder. Ein normales Familienleben. Das wäre für sie zu langweilig gewesen. Sie hat einmal zu mir gesagt, dass sie einfach mehr will. Ich habe zu spät herausgefunden, was genau sie damit gemeint hat.“

Elena sah aus, als würde sie es bereuen, überhaupt gefragt zu haben. Glücklicherweise brachte Ana-Lucia das Essen und das Gespräch war fürs Erste beendet. Abgesehen von ein paar kleinen Kommentaren über die hervorragende Küche sagte die nächste halbe Stunde niemand etwas.

Schließlich war wieder Elena diejenige, die das Wort ergriff. „Wow, ich kann verstehen, warum ihr regelmäßig hierher kommt.“ murmelte sie, während sie den leeren Teller von sich schob. Sofort tauchte Ana-Lucia auf und versuchte, die vier zu einem Dessert zu überreden.
„Ihr jungen Dinger von heute habt völlig verdrehte Schönheitsideale. Sieh dich nur an, viel zu dünn.“ schimpfte sie, als Elena dankend ablehnte.

Auch die drei Männer in der Runde entschieden sich gegen ein Dessert und Damon drängte zum Aufbruch. Es war immerhin schon spät geworden. Allerdings hatte er schon jetzt die Befürchtung, dass er seinen Bruder und dessen Freundin trotzdem nicht so schnell loswerden würde. Tatsächlich überlegte die Brünette laut, ob sie und Stefan nicht lieber ein Hotelzimmer nehmen sollten, während sie die Pizzeria verließen.
„Ist vielleicht besser, wenn wir erst morgen früh zurück fahren.“ stimmte Stefan zu.

Woraufhin Alaric natürlich auf die brillante Idee kam, den beiden das Gästezimmer anzubieten. Damon warf ihm einen wütenden Blick zu, aber der Blonde ließ sich nicht einschüchtern. „Es wäre doch Blödsinn, sie in ein Hotel zu schicken, wenn wir ein Gästezimmer haben.“ beharrte er.
Stefan schien so wenig begeistert wie sein Bruder, Elena dagegen nahm das Angebot sofort strahlend an, also quartierte Ric die beiden wenige Minuten später im Gästezimmer ein, hörte noch mit halbem Ohr wie Elena ihre Familie anrief, während sich Damon schmollend in ihr Schlafzimmer verzog.

Als Alaric kurz darauf nachkam, lag der Vampir bereits im Bett und hatte ihm den Rücken zugedreht. Ric schlüpfte neben ihm unter die Decke und berührte ihn sanft an der Schulter. „Jetzt sei nicht bockig. Du hast vor ein paar Wochen noch gesagt, dass du gern wieder Kontakt zu deinem Bruder hättest. Nur weil es nicht auf Anhieb super läuft, solltest du nicht gleich aufgeben.“
Immer noch schmollend drehte sich Damon zu ihm um. „Da hatte ich vergessen wie verdammt nervtötend Stefan sein kann.“ behauptete er. „Und außerdem wusste ich da noch nicht, dass er sich eine Kopie von Katherine angelacht hat.“

„Elena scheint eigentlich ganz nett zu sein.“ murmelte Ric. Damon zuckte nur mit den Schultern. Konnte ihm egal sein, ob das Mädchen nett war oder doch ein Miststück wie Katherine. Das war Stefan`s Problem. „Sie fahren morgen sowieso zurück nach Mystic Falls. Vermutlich werden wir die beiden so schnell nicht wieder sehen. Aber vielleicht willst du ja vorher die Gelegenheit nutzen und nochmal mit deinem Bruder reden.“ Damon zuckte mit den Schultern. Das mit dem Reden hatte ja heute so super geklappt. „Bei allem was zwischen euch vorgefallen ist, kannst du nicht erwarten, das er dir sofort verzeiht und alles ist vergeben und vergessen.“ erinnerte der Blonde.

„Ich weiß.“ nuschelte Damon schließlich. Natürlich wusste er, dass sein Freund Recht hatte. „Dann red ich eben morgen nochmal mit ihm. Zufrieden?“
Ric drückte ihm einen kleinen Kuss auf die Lippen. „Absolut.“ meinte er grinsend, was auch Damon zum Schmunzeln brachte. Er machte das Licht aus, rückte näher an Ric heran und kuschelte sich an ihn.
„Du hast die Kleine wirklich mit der Armbrust bedroht?“ fragte er in die Dunkelheit.
„Ich dachte sie wäre Katherine. Also hab ich natürlich nach der Armbrust gegriffen.“

„Schade, dass ich noch nicht zu Hause war. Es ist total sexy wenn du Leute bedrohst.“ schnurrte Damon, was seinem Freund ein raues Lachen entlockte. Den Spruch hörte er nicht zum ersten Mal. Eigentlich war es total verrückt, wenn man mal darüber nachdachte. Sein Freund war ein Vampir und eben jener Freund hatte ihn praktisch zum Vampirjäger ausgebildet. Aber das Training war leider nötig gewesen, denn Damon hatte Feinde, für die Ric zur perfekten Zielscheibe wurde. Wie sie damals schmerzhaft herausgefunden hatten…

Alaric rieb sich müde die Augen, während er das Gebäude verließ und auf den Parkplatz zusteuerte. Warum blieb die ganze Arbeit eigentlich immer an ihm hängen, kaum dass mal ein paar Kollegen krank waren? Vielleicht sollte er Damon bitten, seinen Chef zu manipulieren. Er hatte wirklich keine Lust auf noch mehr Überstunden. Gestern war es ja schon spät geworden, aber heute war bereits die Nacht hereingebrochen, als er endlich mit dem ganzen Papierkram fertig geworden war. Er warf einen Blick auf die Uhr und überlegte, ob er noch zu Damon fahren sollte. Er hatte dem Vampir gegen Mittag Bescheid gesagt, dass es spät werden würde. Aber er hatte selbst nicht gewusst, dass es so spät werden würde.

Seine Überlegungen wurden jäh unterbrochen, als er plötzlich hinter sich ein Geräusch hörte. Noch bevor er sich umdrehen konnte, versetzte ihm jemand einen heftigen Stoß, der ihn hart gegen ein geparktes Auto prallen ließ. Ric versuchte, sich wieder aufzurappeln, aber schon war sein Angreifer neben ihm, boxte ihm in den Magen und schleuderte ihn erneut gegen das Auto. Diesmal war der Aufprall so hart, dass ihm die Luft aus den Lungen gepresst wurde. Stöhnend drückte er eine Hand gegen seine schmerzenden Rippen und hoffte, das nichts gebrochen war.

Der nächste Schlag traf ihn in die Seite, genau dort, wo er vorher gegen das Auto geknallt war und schickte ihn dann zu Boden. Ric hatte Mühe, Luft zu bekommen und war sich mittlerweile nahezu sicher, dass er sich mindestens eine Rippe gebrochen hatte. Seine Seite fühlte sich feucht und klebrig an und als er vorsichtig mit der Hand danach tastete, spürte er Blut an seinen Fingern. Er hob den Kopf und versuchte seinen Angreifer zu erkennen. Doch was er sah, ließ ihm den Atem stocken.

Er war groß und blond. Dunkle Venen zeichneten sich unter seinen Augen ab und Ric konnte deutlich seine spitzen Reißzähne sehen, da sein Mund geöffnet und das Gesicht zu einer Fratze verzogen war. Sein Angreifer war ein Vampir. Kaum hatte er den Gedanken zu Ende geführt, stürzte sich der Vampir auch schon ein weiteres Mal auf ihn. Ric war viel zu schwach, um ihn abzuwehren. Er schrie vor Schmerz auf, als sich die Reißzähne in seinen Hals gruben. Es war völlig anders, als von Damon gebissen zu werden. Damon war vorsichtig und zärtlich. Dieser Vampir schien es darauf anzulegen, ihm so viele Schmerzen zu bereiten, wie nur möglich.

Alaric wurde schwindelig und plötzlich überkam ihn Panik, als ihm etwas klar wurde. Der Vampir würde ihn töten! Er wehrte sich schwach, doch er hatte keine Chance gegen die übermenschliche Kraft des Vampirs. Dann jedoch wurde sein Angreifer plötzlich von ihm herunter gerissen. Er hörte ein tiefes Knurren, hatte aber nicht mehr die Kraft, den Kopf zu drehen und nachzusehen, woher das Geräusch kam. Er fühlte sich so müde, konnte kaum noch die Augen offen halten.

Er zuckte zusammen, als eine dunkle Gestalt neben ihm auftauchte. Etwas wurde gegen seine Lippen gedrückt und Sekunden später füllte der mittlerweile vertraute Geschmack von Damon´s Blut seinen Mund. Automatisch begann Ric zu trinken. Er konnte förmlich spüren, wie mit jedem Schluck die Schmerzen nachließen und seine Kraft zurückkehrte. Als Damon sein Handgelenk zurückzog, richtete er sich vorsichtig auf.

„Bist du okay? Oh Gott, Ric es tut mir so leid.“ flüsterte der Vampir.
Ric sah, dass er zitterte und zog ihn an sich. „Alles okay. Danke für die Rettung.“

„Nichts ist okay.“ widersprach Damon und löste sich von ihm. „Das war meine Schuld. Der Typ war hinter mir her. Sein Name war Robert. Er hat dich angegriffen, weil er mir damit weh tun wollte.“ Er klang völlig verzweifelt und Ric glaubte sogar, Tränen in seinen Augen glitzern zu sehen. „Ich hab dich in Gefahr gebracht. Das wollte ich nie.“ flüsterte der Vampir.

„Das weiß ich doch.“ versicherte Alaric und griff nach seiner Hand. Aber Damon entzog sich ihm, stand auf und begann, nervös auf und ab zu gehen.
„Nein, du verstehst nicht. Das war mit Sicherheit nicht der einzige. Ich hab viele Feinde. Verdammt viele. Sowas wie das hier könnte jederzeit wieder passieren, wenn du bei mir bleibst.“

Ric nickte langsam. „Okay, dann sind wir jetzt wenigstens gewarnt und können dafür sorgen, dass ich das nächste Mal besser vorbereitet bin.“ meinte er dann. Als Damon etwas darauf erwidern wollte, stand er auf, legte ihm einen Finger an die Lippen und sah ihm fest in die Augen. „Nein, Damon. Ich weiß, was du denkst und ich werde dich garantiert nicht verlassen, bloß weil du Feinde hast. Das wollen sie wahrscheinlich erreichen. Aber die Genugtuung werden wir ihnen nicht geben.“

Der Vampir schien zu zögern, aber dann nickte er. „Ich werde dich nie mehr aus den Augen lassen.“ versprach er.
Ric rollte genervt mit den Augen. „Das könnte dir so passen. Du wirst garantiert nicht anfangen rund um die Uhr den Aufpasser für mich zu spielen.“
„Aber wie soll ich dich dann beschützen? Du hast keine Chance gegen einen Vampir.“ stellte er klar.

Und er hatte Recht. Das hatte Alaric heute deutlich gesehen. „Dann sorg dafür, dass ich eine Chance habe. Bring mir bei, mich zu wehren. Wenn ein paar verrückte Vampire es auf uns abgesehen haben, werde ich mich garantiert nicht darauf verlassen, dass du mir immer den Arsch rettest.“ forderte er.

Wieder zögerte Damon, doch schließlich nickte er. „Also gut. Ich bringe dir bei, wie man Vampire tötet. Und wir fangen gleich morgen damit an.“ erklärte er entschlossen. Ric nickte und wandte sich ab. Erst jetzt bemerkte er, dass der Vampir, der ihn angegriffen hatte, reglos ein Stück entfernt lag. In seiner Brust klaffte ein blutiges Loch.

„Ich hab ihm das Herz rausgerissen.“ erklärte Damon tonlos.
Alaric nickte nur, selbst erstaunt darüber, wie gelassen er den Anblick hinnahm. „Wir können ihn da nicht liegen lassen.“ merkte er ganz pragmatisch an.
„Packen wir ihn in den Kofferraum. Wir können ihn später irgendwo im Wald vergraben.“ beschloss Damon.

Also luden sie die Leiche in Ric`s Kofferraum und fuhren zu einem nahe gelegenen Waldgebiet. Ric fühlte sich seltsam gleichgültig, als sie den toten Vampir wegschafften. Er konnte selbst kaum glauben, zu was sein Leben geworden war. Und das wirklich besorgniserregende daran war, dass er es gar nicht mehr anders haben wollte.


In den Wochen nach dem ersten Angriff begann Ric, wie besessen zu trainieren. Er ging täglich laufen und stemmte Gewichte. Damon brachte ihm bei, wie man einen Vampir außer Gefecht setzte. Wie man einen Angriff abwehrte und einen Vampir möglichst schnell tötete. Wie erwartet war Robert tatsächlich nicht allein. Knapp 2 Wochen später wurde Ric erneut attackiert und war unglaublich stolz auf sich, weil er den Vampir diesmal zumindest abwehren konnte. Auch wenn ihm Damon sofort zu Hilfe kam und den Typen zur Strecke brachte, war er auf einem guten Weg.

Das kleine Erfolgserlebnis und die Erkenntnis, dass er tatsächlich jederzeit wieder angegriffen werden könnte, ließen ihn sein Training nur noch intensivieren. Er befasste sich mit verschiedenen Kampfsportarten, stellte aber schon bald fest, dass ihm diese nicht viel nützen würden. Damon schärfte ihm ein, unfair zu kämpfen, die Schwächen seines Gegners zu finden und jeden Vorteil gnadenlos auszunutzen. Um gegen die Kraft und Schnelligkeit eines Vampirs eine Chance zu haben, konnte sich Ric nicht allein auf das Überraschungselement verlassen.

Natürlich entging auch Mike nicht, dass Alaric plötzlich seine sportliche Seite entdeckt hatte und er zog den Blonden gnadenlos damit auf. Mehr als einmal musste sich Ric Kommentare darüber anhören, dass er für die Midlife Crisis noch zu jung war, was ihn jedoch ziemlich kalt ließ. Nach einem weiteren Angriff, den er zwar relativ gut abwehren konnte, der ihm aber auch deutlich seine Grenzen aufzeigte, beschloss er, sich mit Waffen zu beschäftigen.

Die bevorzugte Waffe gegen einen Vampir war natürlich ein Holzpfahl. Um diesen einsetzen zu können, musste er allerdings ziemlich nah an den Vampir herankommen und im Nahkampf war er kräftemäßig unterlegen. Mit Pistolen fühlte er sich nicht wirklich wohl und außerdem würden Holzkugeln vermutlich nicht genug Schaden anrichten und wären außerdem schwierig herzustellen. Also griff er auf altertümliche Waffen zurück und kam schließlich auf die Idee mit der Armbrust, die er nach seinen Wünschen modifizierte. Damon war von dem Ergebnis ziemlich beeindruckt. Alaric allerdings bastelte weiter, fand Schwachstellen an seinem Prototyp und entwickelte eine bessere Version.

Erstaunlicherweise war es Damon, der auf die Idee kam, Eisenkraut als Waffe zu nutzen. Anfangs füllten sie das flüssige Eisenkraut einfach in kleine Glasfläschchen, die beim Aufprall zerbrachen. Doch dazu musste man sie zielgenau werfen und es bestand immer die Gefahr, dass auch Damon etwas von der Flüssigkeit abbekam, wenn er in der Nähe war.

Die perfekte Idee kam, als sie eines Abends auf der Couch saßen während im Fernsehen eine Tierdokumentation lief. Als man sah, wie ein Löwe mit einem Betäubungsgewehr schlafen gelegt wurde bekamen beide große Augen. Sie wechselten einen Blick und wussten, dass sie beide das gleiche dachten. Am nächsten Tag zog Damon los, um eine Betäubungspistole und leere Munition zu besorgen.

„Woran denkst du?“ riss Damon`s Stimme den Blonden aus seinen Gedanken.
„Ich hab nur gedacht, wie ironisch es eigentlich ist, dass ich von einem Vampir zum Vampirjäger ausgebildet wurde.“ murmelte Ric.
Der Vampir lachte leise. „Stimmt schon irgendwie. Und ich hab ganze Arbeit geleistet. Du bist sowas von gefährlich.“ Seine Stimme hatte wieder diesen Tonfall angenommen, den Ric nur als Schnurren bezeichnen konnte.

„Das sind wir beide.“ korrigierte er.
„Natürlich. Wir sind eben ein Spitzen-Team.“ stimmte Damon zu.
Ric grinste und zog ihn noch etwas enger an sich. „Wir sollten jetzt schlafen.“ Der Vampir erwiderte nichts darauf, aber er kuschelte sich folgsam an seinen Freund und schloss die Augen.
Review schreiben