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120 Grubs -  Outtakes, One-Shots & Alternate Scenes (120er Projekt)

von Ravaari
SammlungFantasy, Sci-Fi / P16 / Div
Cassie Jake Marco OC (Own Character) Rachel Tobias
02.06.2019
15.04.2021
69
116.682
5
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
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03.04.2021 1.411
 
ca. 2 Wochen v. Bd. 1, OC, AU

you drive me crazy, engl.: Du machst mich wahnsinnig
***

Teshken Acht-Acht-Acht wankte ins Bett.
Der Tag hatte ihn geschafft, ganz eindeutig.
Oder na ja, besser gesagt nicht ganz, denn Tatsache war eigentlich, ich hatte ihn geschafft.
Fast hätte ich ihn in seiner beschissenen Versammlung vor der ganzen Mannschaft auffliegen lassen und allen dort klargemacht, dass er mich eben nicht unter Kontrolle hatte.
Das erste Mal in den endlosen zwei Wochen wo dieses ekelhafte  Vieh jetzt schon meinen Körper gekidnappt hatte und mich seitdem fremdsteuerte, war  es fast ausgeflippt vor Wut und seine Kontrolle über mich hatte sich gelockert.
Nur für den Bruchteil einer Sekunde und nicht wirklich der Rede wert, aber immerhin was mit dem ich arbeiten konnte. Bisher hatte ich ja noch nicht mal gewusst, dass ich das überhaupt schaffen konnte.
Ich war dementsprechend stolz auf mich und hatte endlich wieder Hoffnung.

Mein Laken war kühl und meine Mama hatte die Kissen frisch bezogen, ich konnte es riechen, während er sich entspannt hineinsinken ließ. Ich spürte meine Umgebung und nahm Dinge wahr, trotz der Yirk-Betäubung.
Obwohl er mir in meinem eigenen Kopf so gut wie keinen Raum gab und ich mich absolut wehrlos fühlte, machtlos, schwach und eingequetscht wie eine Orange im Schraubstock, war es zumindest ein Hauch von Komfort zu spüren, wie dieses Ding meine Beine ausstreckte und die Matratze langsam unter mir nachgab.
Die Versuchung es sein zu lassen und einfach einzuschlafen war wirklich riesengroß, aber ich hatte andere Pläne, ein Ziel vor meinem inneren Auge wenn man so will...

<Na T r a s h c a n, gar nicht so leicht ich zu sein was? Besonders weil ich auch noch mit dir hier drin festsitze und bei den miesen Plänen deiner schleimigen Schneckenfreunde ein kleines Wörtchen mitzureden habe. Wir Menschen sind nämlich nicht ganz so bescheuert wie ihr alle glaubt und sobald einer von den ganz Großen endlich mal rausgefunden hat was Sache ist habt ihr keine Chance mehr. Alles was ihr macht ist vollkommen für den Arsch, die ganze Geheimnistuerei und alles... Eigentlich könnt ihr gleich aufgeben>

Der Yirk antwortete nicht, aber er seufzte sehr tief und schloss demonstrativ meine Augen.
In der rotschwarzen Dunkelheit hinter meinen Lidern auf die noch die letzten Sonnenstrahlen schienen, begannen verrückte Lichtpunkte zu tanzen die bald zu irgendeinem diffus wabernden, kugelartigen Etwas verschwammen. Trash lenkte seine Aufmerksamkeit von mir weg und genau dort hin.
<Hey du widerliche Nacktschnecke! Heute beim Meeting hast du mich auch gehört also stell dich nicht taub! H e y ! >
Ein leichter Druck machte sich in meinem Kopf breit, ein Pochen.
<Antworte endlich du widerlicher Wurm!>
Poch, poch, poch...
Trash wälzte sich von rechts nach links, nach rechts...
Er schnappte sich eins von meinen Kissen und drückte es gegen mein Gesicht, aber er konnte mich natürlich mit einem lächerlichen Kissen nicht dazu bringen, ihn in Frieden zu lassen und das hatte ich auch nicht vor, auf gar keinen Fall.
Wut kam in mir hoch mit einem leichten Anflug von Verzweiflung im Beigeschmack und es kam eindeutig von ihm.
Es tat gut zu spüren wie fertig er war, sehr gut...

<Ach weißt du was? Eigentlich kann es mir doch ganz egal sein ob du mir antwortest oder nicht. Wir Menschen haben schon viel schlimmeres durchgestanden: Naturkatastrophen, wilde Tiere, Seuchen... Die Erde ist ein ziemlich rauer Ort für ein ausserirdisches Weichtier wie dich und wir werden auch mit euch fertig werden. W i r  werden nämlich einen Weg finden, euch aus den Köpfen der Leute rauszuholen, und dann werden wir euch ganz langsam umbringen oder für irgendwelche Experimente missbrauchen. Ihr könnt also froh sein, wenn ihr es überhaupt noch zu dem beschissenen Planeten zurückschafft von dem ihr gekommen seid.>
Wieder ein Seufzen, diesmal aber nur in meinem Kopf.

<Das wird nicht passieren. Es gibt absolut nichts, was  du tun kannst. Dein Widerstand wird dich nur weitere Kraft kosten bis nichts mehr von dir übrig ist, Rita. Nicht einmal mehr das letzte Bisschen Hoffnung an die du dich so verzweifelt klammerst>
Die Gedankenstimme des Aliens war die selbe wie immer, eine kühle geschlechtslose Stimme, aber sie klang eindeutig wütend und drohend.

Rundum zufrieden mit mir und den Rest der Welt dachte ich an den Moment im Meeting wie er ganz kurz nur fast die Kontrolle über mich verloren hatte, ließ es vor meinem geistigen Auge ablaufen und richtete es dann genüsslich direkt an ihn, wieder und wieder und wieder.
Gleichzeitig merkte ich wie meine Wangen mit jeder Wiederholung heißet wurden.
Ich fühlte wie sehr er mich in diesem Moment hasste aber auch wie erschöpft er war.

<Ach, mein armer Trash, das passt dir  aber gar nicht das ich noch Hoffnung habe was?  Tja, aber wenn ich eins  gelernt hab dann das:  Du kannst mich vielleicht zwingen, alles zu tun, was du willst und meine Familie und Freunde verarschen, aber du kannst nicht dafür sorgen, dass ich den Mund halte, deswegen werde ich auch weiter mit dir reden und dir so richtig auf die Nerven gehen bis du endlich aus meinem verdammten Kopf verschwindest.>
Gab ich zurück. Wie von weitem fühlte ich wie meine Augen brannten vor Müdigkeit, ich  spürte es gedämpft, wie von weit her, aber es interessierte mich nicht die Bohne.
Mein Verstand war nämlich hellwach.

<Und  hey,  gleich die nächste Neuigkeit für dich: D u hast mir heute überdeutlich verklickert, dass ich dir auf den Sack gehe und weil das alles ist was ich im Moment machen kann, werde ich es ab jetzt einfach mal schnell zu meiner Hauptbeschäftigung machen dir den letzten Nerv zu ziehen. Ich werde reden und reden und reden, non stop. Ich meine jedes Vieh egal welches muss doch irgendwann mal schlafen, richtig? Das eine mehr das andere weniger... Ihr Yirks müsst sicher auch schlafen, oder zumindest irgendwas ähnliches...What ever, auf jeden fall merke ich, dass du langsam aber sicher müde wirst und ich bin mir sicher, dass i c h da Ausnahmsweise mal am längeren Hebel sitze und mehr Ausdauer habe. Homo Sapiens rules!.>
<Du täuscht dich Rita.>

Trashs Stimme war nur mehr ein eisiges Zischen und seine Wut war übermächtig, die schlecht darunter verborgene Müdigkeit auch und ich konnte, auch wenn ich nicht wusste was er gerade dachte, zumindest fühlen dass seine Gedanken langsamer wurden, unzusammenhängender.
Gut für mich.
<Na ja, kann schon sein, dass ich mich täusche, aber ich kann's doch wenigstens mal  ausprobieren.  Wenn ich so schon nix tun kann, reicht´s mir für den Anfang schon mal dich mit Schlafenzug ganz langsam in den Wahnsinn zu treiben.>
"Ya Noor!"

Der Yirk stöhnte genervt. Er drehte sich auf meinen Rücken und rieb meine Augen.
<Ich werde ab jetzt  nicht mehr auf deine Provokationsversuche eingehen. Es ist kein Problem für mich dich zu ignorieren, Rita und der einzige dem dein Verhalten Kraft kosten wird, bist du selbst.>
Antwortete er nach einer Weile.
Mir aber entlockte das nur ein fieses Lachen und ich hatte das Gefühl, er wollte großteils sich selbst überzeugen.
Immerhin wusste ich ja schon mehr als nur ein bisschen, dass es ganz anders war, besser als jeder andere.  
<Okay  mein liebes Müll-Baby, wenn das so ist, wie wär´s dann mit einem lustigen Lied? ›
Der Yirk antwortete nicht, zu mindestens nicht gleich.
Stattdessen merkte ich, wie er auf meine Gedanken zugriff.
Noch mehr Ärger kam in ihm hoch, leichte Panik.
<Das wagst du nicht!>
<Oh und ob ich das wage! Weißt du mein Dad hat mir mal erzählt, er hat wie er noch jung war einmal in einer Bar für einen  nicht mehr ganz nüchternen Typen mit ner Gitarre die Zeit gestoppt und der Kerl hat wirklich fast ne halbe Stunde für diesen tollen Song gebraucht, mal schauen, ob ich das noch irgendwie unterbieten kann, hach ja, der abend ist lang und er wird noch sehr viel länger mit einer nervigen Stimme im Kopf die ein noch nervigere Lieder trällert.>
< Bei N o o r g e s h, ich warne dich Rita, du wirst nicht!-...>
<...Ninety-nine bottles of beer on the wall, ninety-nine bottles of beer.
Take one down and pass it around, Ninety-eight bottles of beer on the wall...>
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