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120 Grubs -  Outtakes, One-Shots & Alternate Scenes (120er Projekt)

von Ravaari
SammlungFantasy, Sci-Fi / P16 / Div
Cassie Jake Marco OC (Own Character) Rachel Tobias
02.06.2019
03.04.2021
68
116.209
4
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
11.12.2019 1.615
 
Security Blanket, engl. : Kuscheldecke, Nuckeltuch



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...

Mein Nme ist Timm<y.
Die meisten Menschen würden wahrscheinlich sagen, das ist nicht korrekt.
Das war einmal dein Name, aber ich  kann ihnen nicht recht geben.
Ganz egal was war oder mit mir passiert ist, ich bin immer noch ich.
So wie Wasser immer Wasser ist, egal in welchem Gefäß, werde ich immer ich sein, egal in welchem Körper, da bin mir ziemlich sicher - zumindest an guten Tagen.
An schlechten schaffe ich es zumindest, es zu hoffen.

Aber heute ist ein guter Tag und das ist mein  erster  Versuch  eine Datei  über das  Poolinterface zu erstellen.
Illim, Noorkan und Issrizn haben gemeint, es wre eine gute Übung und positiv  für mich zu...
Na ja, zu "sehen", was ich tun kann, nachdem ich die Version von yirkanischre Kindheit innerhalb von zwei Monaten durchlaufen habe, während denen niemand bis auf die drei den naürlichen Schutzfilm mit dem Noorkan und Illim den Großteil meiner Neuronen für andere unzugänglich gemacht hatten,  berührt haben.

Fast unbeweglich und so gut wie ständig eingehüllt  in einen der Körper der drei Yirks habe ich, wie in einen schützenden Kokon die ersten Wochen meines neuen Lebens in einer Art  lebender sensorischer Deprivationskammer geschwebt und dann, wie die Pnik darüber, den Rest meines Lebens als Yrk-Nothlit verbringen zu müssen, endlich nachgelassen hat, auch gelernt, dass die meisten von Ihnen so aufwachsen: Beschützt, und am Leben erhalten durch die Nähe  ihrer erstgeborenen Geschwister,die immer das erste Drittel eines Pulks stellen und wortwörtlich schwimmend in yakil.

Die  ʏel´ari sind  nicht nur deutlich größer und weiter entwickelt als der Rest ihrer Geschwister, sondern auch gleich nach ihrer Geburt dazu fähig, Kandronastrahlen aufzunehmen und ein nahrhaftes Körpersekret umzuwandeln ohne die die übrigen Larven mit großer Wahrscheinlichkeit sterben würden.
Ein bisschen ist es  vergleichbar mit der Muttermilch bei Säugetieren, oder dem Gelee Royal bei Bienen, auf jeden Fall was die Inhaltsstoffe betrifft.
Es ist schleimig, sehr süß und hat einen ganz eigenen Nachgeschmack.
Ein bisschen so wie eine Mischung aus Ahornsirup und geronnener Milch vielleicht.

Illim sagt, es gibt sogar immer wieder ein paar verrückte Menschen, die yakil irgendwann einmal aus Neugier oder was auch immer für Gründen gekostet haben und dann, weil sie den Geschmack anscheinend mögen, in verschiedenen Friendship & Community Centern sogar nachfragen, ob man das dort bin jemandem kaufen kann, was natürlich nicht geht, weil die Community generell dagegen ist und das in ihren Räumen verbietet, aber weil im Prinzip Jeder ausgewachsene Yirk diesen Stoff nach einer kurzen Vorlaufzeit bewusst produzieren kann und es nicht gesetzlich verboten ist, ist es zumindest nicht schwer, sich vorzustellen, wie die Leute an ihre erste Kostprobe gekommen sind und dass manche Yirks sogar richtig viel Geld für einen Teelöffel voll verlangen, auch wenn ich den Gedanken schon ziemlich merkwürdig finde und es wegen den  starken allergischen Reaktionen die selten, aber abundzu eben doch vorkommen, auch nicht ganz ungefährlich ist, einfach so die Körpersekrete von  einer vollkommen  anderen Spezies zu kosten, die sich nicht einmal auf den selben Planeten entwickelt hat.
Yirks sind da nicht unbedingt vernünftiger, aber auf jeden Fall vorsichtiger als Menschen...
Na ja, zumindest habe ich noch nie von einem Yirk gehört, der vorverdaute Rinde, Taxxon-Haut, oder menschliche Muttermilch probieren wollte und Illim erzählt mir wirklich viel.
Ich verbringe sowieso immer noch die meiste Zeit nur mit ihm, Noookan und manchmal auch mit Issrin.

Wie ich noch ein Junge war und mit James und den Anderen gekämpft habe, hat zumindest sie auf mich immer sehr kühl gewirkt.
Seit ich selbst ein Yirk bin, weiß ich aber, dass das nicht stimmt.
Issrin kümmert sich zusammen mit den anderen Beiden  um mich, seit die Bergungshelfer Mitchell und mich nach dem letzten Kampf  gefunden haben.
Versuchen mir beizubringen, einer von ihnen zu sein, sind dabei aber viel vorsichtiger, als sie es bei einem richtigen Yirk sein würden, weil sie mir alles wortwörtlich beibringen, als wäre ich immer noch ein Mensch.

Alles, was für einen geborenen Yirk selbstverständlich ist, oder Larven während ihrer Reifezeit durch Interaktion, Spiel und Kolligationen lernen, muss ich langsam und durch bewusstes Üben trainieren:
Die komplexe Ultraschallklicksprache die im groben Sinn zwar soetwas wie eine eigene Grammatik  hat, aber auch aus bewussten und unbewussten Gerüchen, Körpersprache und semiholografischen Klangbildern besteht,
wie ich mein Sonar am besten nutze oder mich im Wasser bewege,  ohne zu viel Energie zu verbrauchen, wenn die Soldaten für mehrere Stunden das Kandrona abschalten.

Hauptsächlich tun sie das, weil sie denken, eine Kolligation würde mich physisch überfordern, oder psychisch krank machen und wahrscheinlich haben sie damit auch Recht, weil ich trotzallem immer noch menschlich bin.
Mein Bedürftnis nach Privatsphäre ist menschlich, genauso wie meine Psyche, mein Körper aber nicht mehr und viele ihrer körperlichen Krankheiten werden verursacht durch hohen Stress.
Sie  haben Auswirkungen auf die empfindlichen Fühler und die mit den neuronalen Übergängen übersäte Schleimhaut.
Viele Yirks sterben an so solchen stressbedingten Krankheiten und  die wenigen die sie  überleben, sind danach meistens  beeinträchtigt in ihrer Kommunikation und Fähigkeit einen Wirt zu ubernehmen.

Wenn das passiert, wäre ich wieder das, als was ich geboren worden bin: Ein hochbegabter Junge in einem unbrauchbaren Körper.  
Ausserdem finde ich es schön, auf eine Art zu lernen, die mir vertraut ist, wenn schon alles andere fremd sein muss.
Dass sie mir jeden Tag immer mehr zutrauen.

Inzwischen mag ich es sogar,wenn sie ihre Körper ganz flach machen und mich darin einhüllen wie in einer Decke und mich mehr wegen der sozialen Gründen füttern, als dass ich es wirklich brauchen würde, auch wenn ich dabei  immer noch oft an meinen Vater denken muss.

Er hat mich auch nach dem Baden immer in meine Kuscheldecke gewickelt, die eines von den wenigen Andenken aus meiner Zeit in der Babyintensivstation war.
Sonst hat es nichts gegeben, kein Armbändchen und keine Bilder.
Ich habe sie nie gesehen und mein Vater hat sie alle verbrannt, aber ich kann mich an jede Geschichte erinnern, die er mir erzählt hat und wie er mich dabei immer angesehen hat.

Ich kann mich daran erinnern, dass ich ihn lieb gehabt habe, bis zu dem Tag wo meine Pflegerin Anita nicht mehr gekommen ist. Stattdessen war plötzlich ein weisser Bus  vor dem Haus und und fremde Leute sind in unser Haus  gekommen.Sie haben mich abgeholt und in das Pflegeheim gebracht. Mein Vater ist nicht mitgekommen ich's ich habe die ganze Fahrt geschrien.

Wie ich dann dort war, hat er mich fünfmal besucht: Zweimal zu meinem Geburtstag und dreimal an Weihnachten.
Wahrscheinlich hatte er es nicht mehr ausgehalten mich anzusehen, oder mich schreien zu hören, dass habe ich nämlich immer gemacht, wenn er wieder weggegangen war, ohne mich mitzunehmen.

Vielleicht waren auch die Krampfanfälle schuld, die zu dieser Zeit besonders schlimm waren, oder dass meine Mutter am selben Tag gestorben ist, an dem ich geboren worden bin.

Viele Leute in dem Heim haben mir immer gesagt, ich sehe ihm ähnlich,  weil ich angeblich dasselbe Gesicht, dieselben Augen und die gleichen Haare gehabt  habe wie er. Den selben Charakter.
Etwas, dass ich nie so gesehen habe, weil meine Haare glatt und dunkelbraun waren, seine aber wellig und etwas heller.
Weil sein Gesicht rund und braun gebrannt war von der Sonne, meins aber schmal und blass, erhol ich fast nie in der Sonne war.

Er hat als Teenager Basketball gespielt und im Schulchor gesungen. ich konnte nicht einmal laufen oder normal sprechen.
Ich habe mir mit fünf das Lesen selbst beigebracht weil mir langweilig war,  er hat mit fünf  wahrscheinlich Dinge gemacht, die normale Kinder tun.

Er war zu feig gewesen, seinem eigenen Kind zu sagen, dass er nicht mehr kommen wollte, weil er keinen Krüppel zum Sohn haben wollte, der schuld am Tod seiner Frau war, nicht ich.
Meine Augen hatten wirklich die die gleiche Farbe wie seine, aber sie waren nicht traurig.

Wenn ich ehrlich bin habe ich nichts von meinem Vater gehabt, ausser fünfundvierzig ungeöffnete Briefe und leere Versprechen.

Das einzige was ich als Kind lange vermisst habe, nachdem ich endlich aufgehört hatte  mein Zuhause und ihn zu vermissen, war meine Kuscheldecke gewesen und meine Musical- Kassetten.

Musicals vermisse ich immer noch, genauso wie klassische Musik und Filme, Toastkäse und den Geruch von Edding-Filzstiften.

Ich war auch noch nie in einem Theater oder einer richtigen Oper.
Noch nicht einmal auf einem Konzert, aber durch meinen Nothit-Unfall habe ich nocheinmal die Chance bekommen, so etwas wie eine Familie zu haben, oder zumindest das, was in Yirk-Verhältnissen einer "nahen Verwandtschaft" am nächsten kommt.

Ich habe die Chance, ein Gleicher unter Gleichen zu sen, auch wenn ich kein echter Yirk bin, sondern nur ein behinderter Junge, der in dieses Leben hinein gestolpert ist.

In vielen Situationen bin ich auch eine Last für Noorkan, issrin  und illim.
Wenn ich ehrlich bin eigentlich etwas ganz ahnliches wie ein Krüppel für Menschen.

Auch für sie ist es oft frustrierend und anstrengend, aber sie machen kein Geheimnis daraus und geben mir keine Schuld dafür.
Sie sagen mir, dass die Umstände schwierg sind, manchmal sogar furchtbar, aber nicht wegen mir als Person, oder weil ich etwas nicht kann.

Sie werden mich  nicht einfach allein lassen, oder zu Fremden schicken, wie mein Vater es gemacht hat und immer wenn ich es will, habe ich eine Kuscheldecke.
Das ist die erste schöne Erinnerung in meinen beiden Leben.

Das Einzige, dass Timmy der Junge und Timmy der Yirk gemeinsam haben.
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