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120 Grubs -  Outtakes, One-Shots & Alternate Scenes (120er Projekt)

von Ravaari
SammlungFantasy, Sci-Fi / P16 / Div
Cassie Jake Marco OC (Own Character) Rachel Tobias
02.06.2019
15.04.2021
69
116.682
5
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
02.06.2019 429
 
Rejection, engl. noun: Ablehnung
***


Gefangener 1005-23.1, Esat Neun-Vier-Zwei, Ya-Noor-Esol. Bestätigung des Ansuchens um Exekution erbeten.
Regungslos starrte Esplin ins goldene Licht des Holobildschirms.
Esat Neun-Vier-Zwei...
Eines seiner Geschwister. Eines von Vielen, aber trotzdem besonders.
Ein Erstgeborener und Beschützer des Pulks.
Sein erster  Mentor, lang vor ihrem Observator.
Esplin erinnerte sich an die Nähe.
An Zuneigung und Vertrauen.
Esat war Teil seiner Familie gewesen.

Jemand der seinen kleinen, viel schwächeren Körper mehr als einmal schützend mit dem eigenen umhüllt hatte im ersten Jahr seines Lebens, jemand dessen vertrauter Geruch ihm Trost gegeben hatte, während er zusammen mit ihm seine Ausbildung durchlief.
Später dann war Esat ein treuer Soldat gewesen.
Esplins Untergebener, Freund und Vertrauter, aber jetzt …
Wütend ballte Visser Drei Allorans zierliche Hände zu Fäusten, bevor er nach der Ampulle griff.
Entspannte sich erst, als der kalte Tropfen seine Netzhaut berührte, und das scharfe Brennen der Droge, dass sich durch den Sehnerv fraß, die Schreie des Andaliten in seinem Kopf schlagartig dämpfte, zumindest für eine Weile, ebenso wie die Erinnerung an Vergangenes, denn es war nicht mehr wichtig.

Esplin hatte Akdor Eins-Eins-Fünf-Vier gesehen und den Aufstieg des yirkanischen Imperiums.
Das Glorreiche, den Sieg und er hatte auch die Schwäche gesehen und das Verderben.
Verräter, die alles zerstören würden.
Yirks die unter dem Gejammer ihrer Wirte einknickten und zu Feinden ihrer eigenen Spezies wurden.
Idioten! Schwächlinge!
Wie konnten sie es wagen nachzugeben, wenn er es nicht tat?
Wie konnten sie es sich erlauben, schwach zu sein und nutzlos?!
Nein, Esat war kein Teil mehr von ihm.
Nicht länger, sondern nichts weiter eine Gefahr.
Die Vorstellung von ihm berührt zu werden, war ekelhaft.
Die bloße Erinnerung an ihre gemeinsame Vergangenheit war widerwärtig.
Er war nichts weiter als ein Ärgernis, ähnlich einem penetranten üblen Geruch, den es zu beseitigen galt.
Beseitigen... Nein.
Noch nicht.


Sanft, unendlich sanft, so wie Esat ihn vor so vielen Jahren, berührte Esplin den Holobildschirm und lächelte stumm in sich hinein.
Immerhin hatte dieser Verräter noch nichts preisgegeben und auch wenn nicht mehr viel von ihm übrig war, würde die Zeit dieses Ärgernis möglicherweise doch noch zum Reden bringen.
Er würde weiter gefoltert werden.
Weitere zwei Wochen, irgendwo dort unten auf diesem kleinen blauen Planeten, den die Menschen "Dreck" nannten, bevor diese Tölpel es wagen würden, ein weiteres Ansuchen zur Bestätigung der Exekution an ihn zu schicken.
Und er wusste, es würde auch dann wieder auf Ablehnung seinerseits stoßen.
Er würde Esat nicht von seinen Qualen erlösen, genau wie die beiden anderen Male zuvor…
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