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120 Grubs -  Outtakes, One-Shots & Alternate Scenes (120er Projekt)

von Ravaari
SammlungFantasy, Sci-Fi / P16 / Div
Cassie Jake Marco OC (Own Character) Rachel Tobias
02.06.2019
15.04.2021
69
116.682
5
Alle Kapitel
57 Reviews
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17.06.2019 2.057
 
zw. Megamorphs 3 u. Bd. 30

Family, engl.noun: Familie
***

Meine Bezeichnung lautet Issrin Eins-Acht-Drei vom Ya-Terash Pool.
Vormals Neun-Acht-Fünf .
Ich war Initiant ersten Grades in der dritten Reihe des yirkanischen  Imperiums.
Aber Eins-Acht-Drei ist kein Rang, nur der letzte Teil meiner Identifikationsnummer.

Wenn du meiner Spezies angehörst , wirst du  wissen , was es bedeutet: Ein Yirk hat sich gegen das Imperium aufgelehnt und überlebt .
Vielleicht  lachst du über mich , verspottest mich für meine Schwäche und wünscht mir einen langsamen grausamen Tod.
Tu´ es ruhig , aber täusche dich nicht.
Wir sind längst keine unbedeutende Minderheit mehr.

Jeden Tag der vergeht, kommen Neue dazu.
Yirks, die aufgehört haben , an den Weg der Eroberung zu glauben.
Yirks, die die erzwungene Infestation anderer Spezies ablehnen und den ewigen Krieg den Seerow und Akdor Eins-Eins-Fünf-Vier vor  über siebzehn Generationen begonnen haben, beenden wollen.

Das ist alles was du wissen sollst , falls du ein Yirk bist : Dass die Revoluton kommt und Dinge sich ändern werden. Für Jeden von uns. Auch für dich.


Wenn du ein Mensch bist, braucht es eine Erklärung: Meine Spezies stammt nicht von der Erde. Wir sind extraterristische Lebensformen, keine Humanoiden und in vielen Punkten anders als ihr.

Mit einer Durchschnittsgröße von fünfzehn irdischen Zentimetern sind klein, auch wenn wir unser ganzes Leben lang wachsen.
Wir sind keine Landbewohner .
Unsere Haut darf nicht austrocknen da wir über sie atmen.
Weiters haben wir keine Knochen , Hände, Augen, Tentakel oder haarähnliche Strukturen.


Wie ich sagte , sehr  anders als ihr und die Abscheu die die meisten Menschen beim Anblick eines Menschen empfinden, beruht auf Gegenseitigkeit.
Aber eines haben unsere Spezies trotz aller Unterscheide gemeinsam : Durch eine Laune der Evolution haben wir uns  zu intelligenten Arten entwickelt , die ihre Umwelt beeinflussen.
Ihr als Beutejäger mit euren Händen.
Wir als Parasiten mit der Fähigkeit zur Infestation.

Eine sehr menschliche Beschreibung dafür wie ein Yirk in das Gehirn eines Wirtsskörpers eindringt und die Kontrolle übernimmt.  
Fremde Hände zu seinen eigenen macht.
Das Wissen des Gastkörpers zu seinem Vorteil nutzt.  

Die  Gedds waren unsere ersten natürlichen Wirte .
Sie haben  wie die meisten Kreaturen unserer Heimatwelt, die Fähigkeit, Rohkandrona aus dem Licht unserer Heimatsonne in für uns verwertbare Nahrung  umzuwandeln und in ihren Körpern über längere Zeit zu speichern.
Ein simpler Vorgang ganz ähnlich wie es Menschenkörper mit Vitamin D tun.

Wir Yirks entwickelten die Fähigkeit Körper anderer Wesen zu nutzen nur,  um unseren Genpool  zu erweitern  in dem wir zwischen den Seen und Teichen unserer Heimat wanderten.
Um uns zu ernähren  während langer Trockenperioden und wir lebten in Koeksistenz mit den Gedds.
Wir waren friedlich, bis die Andaliten kamen.

Aber  das ist lange her.
Heute tun  wir weit mehr, als nur zu überleben.
Seit über dreißig Jahren irdischer Zeitrechnung hat kein Yirk der Akdors Ruf gefolgt ist, mehr die Heimatwelt betreten.
Wir leben im Exil.
Reisen von Planet zu Planet.
Erobern.

Nur deshalb sind wir auf die Erde gekommen : Um fünfundneunzig Prozent eurer Zivilisation zu zerstören.
Um  in eure Körper einzudringen  und sie zu  unseren zu machen.
Vorerst heimlich,  da die Ressourcen für einen offenen Frontalangriff fehlen .
Befehle auszuführen ohne Fragen zu stellen.
Keine Emotionen zeigen.
Dienen.

Das muß ein  yirkanischer Soldat tun,  wenn er die Leben seiner nächsten Angehörigen schützen möchte.
Das habe ich getan, als ich in die Einheit meines Observators versetzt wurde.  
Durch seinen Einfluss bekam ich bald einen Wirt zugewiesen: Einen weiblichen Menschen.
Jung, unbedeutend, naiv.

Ihr Name ist Lou .
Sie hat mehr als einmal mein Leben gerettet.
Sie hat mich gebeten, in ihrem Körper zu  bleiben.
Hat mir Freundschaft angeboten, obwohl ich sie nicht verdiene.

Ein junger Andalit namens Aximilli-Esgarrouth-Isthill und fünf Jugendliche die von Elfangor dem Tier kurz vor seinem Tod die Fähigkeit zu morphen bekommen haben, leisten meinen Artgenossen Widerstand.
Sie nennen sich die "Animorphs" und sind die "andalitschen Banditen" die Visser Dreis Pläne laufend sabotieren.

Die einzigen nicht versklavten Menschen die von der Invasion wissen und dagegen ankämpfen.
Vor kurzem hatten sie auch Lou und mich aufgenommen, ohne dass ich wirklich verstand, warum.
Natürlich hatte ich Informationen die ihnen fehlten.

Ich konnte unter der neuen Identität die Nalek und Fenlin mir verschafft hatte , den Yirk-Pool aufsuchen, ohne Verdacht zu erregen und stand in Kontakt mit der yirkanischen Friedensbewegung .
Aber das Risiko, dass sie für diese Informationen eingingen, war groß.  
Sie zu verraten hätte für mich vollkommene Amnestie bedeutet .
Man hätte mich mindestens zum Sub-Visser gemacht.

Fünf morphingfähige ,kräftige junge Menschenkörper, dazu noch ein Escafil-Device und den Bruder des verhassten Elfangor plus   einige Namen der Friedensbewegung die dem Rat der Dreizehn schon seit der Eroberung der Hork-Bajir-Heimatwelt im Nacken sitzt?

Ich hätte  nur zu Visser Drei oder einem seiner Handlanger gehen und Bericht erstatten müssen .
Eine simple Kolligation mit einem höherrangigen Artgenossen und alles wäre vergeben worden.
Ich würde lügen, wenn ich  behaupte, nie darüber nachgedacht zu haben.
Ich tat es oft  , wenn auch nur in der Theorie.
Besonders in den ersten Monaten, bevor ich  Teil ihrer Gruppe wurde und oft allein war mit mir und meinen Gedanken in Joseph/Naleks Haus.

Inzwischen zwar nicht mehr, aber mich plagten an manchen Tagen nach wie vor Zweifelund Schuldgefühle, wenn auch anderer Art.

Auch in genau diesem Moment wo ich meine Wirtin dabei beobachtete,  wie sie  Wasser in einen Trog für zwei riesenhafte Pferde laufen ließ .
Ich fühlte das synthetische Material des kühlen Schlauchs in den Händen.
War  verbunden mit Lous Nervensystem.
Alles wahrnehmend, ausführend, aber gleichzeitig vollkommen passiv .

Dieser  Zustand war ungewohnt für mich.
Nach wie vor.
Aber dennoch verbrachte ich die meiste Zeit auf diese Weise.
Es war nicht länger mein Körper, sondern Lous .
Ich hatte ihn ihr zurückgegeben, seit wir  Visser Sechzehns Kopfjägern erfolgreich entkommen waren und auch wenn sie mir nach einer kurzen Bedenkzeit gestattet hatte zu bleiben, empfand ich mich jetzt wo ich Zeit hatte meine Gedanken zu ordnen,  seit Wochen das erste Mal so, wie die meisten der unfreiwilligen Wirte meine Art sehen: Als unwillkommenen Eindringling.
Als Parasiten nach irdischer Definition.
Als Abschaum und als Dieb .

Allein schon der Gedanke meine Wirtin  wieder derart fremdzusteuern, wie ich es vor Kurzem noch mit absoluter Selbstverständlichkeit getan hatte, widerte mich an.
Deshalb ging ich nur in Kontrolle, wenn Jake oder einer der Anderen mit mir sprechen wollte.

<Ist alles in Ordnung  mit dir ,Issrin? Du  weißt ja. Cassie wird  uns gleich holen kommen und sie ist nett zu uns. Wirklich nett also mach bitte ein freundliches Gesicht  .>
Sagte meine Wirtin plötzlich.
Bedauerlicherweise war ihre "Arbeit" beendet und alle Tiere in der Scheune mit ausreichend  Flüssigkeit  versorgt, sodass sie die Wasserzufuhr unterbrechen und ihre Aufmerksamkeit ganz auf mich konzentrieren konnte.
Gleichzeitig strich sie mit einer Hand über die Flanke eines der Pferde.
Eine kleine Staubwolke wirbelte aus dem Pelz auf.
Die Partikel schwebten glitzernd im Licht  und eine Welle von fremder Emotionen überflutete mich.
Sie kamen von meiner Wirtin.  Dieses Tier zu berühren machte sie glücklich .
Beruhigte sie.

Menschen.
Sie haben eine seltsame Einstellung zu niederen Kreaturen die zusätzlich von Geschlecht zu Geschlecht variieren können.
Eine Affinität für diese großen  schreckhaften Kreaturen war beispielsweise ein typisches Phänomen dass bei vielen weiblichen Menschen in Lous Alter auftritt.
Weiters empfinden die meisten Menschen -geschlechtsunabhängig-  große Sympathien für Katzen und Hunde.
Bewundern sie.
Finden sie "süß"  obwohl diese Kreaturen ihre Städte verschmutzen und Unmengen von Parasiten übertragen, wohin gegen andere Tierarten als ekelhaft oder furchteinflössend gelten.

Dabei folgen Menschen, unlogisch wie sie sind , keinen bestimmten Schemata.
So werden beispielsweise Pferde die einem Menschen mit einem gezielten Schlag der Hinterhand den Schädel zertrümmern könnten, als Haustiere gehalten und in dieselbe  Kategorie wie Katzen  und Hunde eingeordnet: Man lässt Kinder in ihre Nähe.
Sie gelten nicht als gefährlich .

Insekten, Spinnen und Mäuse hingegen, die sehr viel kleiner und  in den meisten Fällen absolut harmlos sind,  lösen  oft  Ekel oder Panik aus.
Niemand in Lous Kulturkreis würde auf die Idee kommen, diese Kreaturen zu essen.

Schweine gelten ebenfalls als schmutzig.
Das  hält die meisten Menschen in diesem Fall allerdings keineswegs davon ab , Unmengen von ihnen zu verzehren, wohingegen Pferde und Katzen aus dem selben Zweck zu töten, als böse Tat gelten würde.
Wie gesagt, sehr unlogisch.
Dennoch sympathisiere ich mit der menschlichen Spezies.
Bin fasziniert ihre Art zu denken und bewundere ihre Fähigkeit zu verzeihen

<Ich mache kein Gesicht> "antwortete " ich und Lous Gehirn vermischte meine an sie gerichteten Gedanken mit meinem unwillkürlichen  emotionalen Impulsen und formte daraus einen Satz in einer von ihrem Verstand generierten Gedankenstimme der in seiner "Tonlage" abweisender und schärfer "klang" als es von mir  beabsichtigt gewesen war.

<Ja, aber du weißt was ich damit  meine: Seit uns die Animorphs wirklich dabeihaben wwollen,ist es sogar noch schlimmer geworden als vorher. Du redest fast mit niemandem mehr, nicht mal mit Nalek und ich verstehe einfach nicht warum . Ich mache mir Sorgen um dich .>
<Solange ich meine Aufgaben in der Gruppe erfülle und mir keine Fehler unterlaufen, sind deine Sorgen unbegründet. >
<Deine A u f g a b e n ?   Isa, du bist kein yirkanischer Initiant mehr. Jake ist kein verrückter Visser und  niemand erwartet irgendwelche unmöglichen Dinge  von dir , oder wird dich töten, wenn du irgendwas nicht machen willst . Die Anderen bemühen sich alle um dich und wollen deine Freunde sein. I c h  will deine Freundin sein aber du machst es im Moment niemandem besonders leicht zu verstehen, was überhaupt mit dir los ist.>
<Ich habe niemanden darum gebeten, freundlich zu mir zu sein oder mich zu verstehen... Ich brauche Zeit.>
<Weißt du, ich glaube genau aus diesem Grund hat Cassie uns gestern hinter Jakes Rücken über Nacht zu sich nachhause eingeladen und Tobias hat uns auch nicht  einfach aus Langeweile angeboten, mit uns herumzufliegen.
Sie wissen, dass wir Beide alles verloren haben:  Unsere Familien , Freunde und Geschwister und dass wir nie wieder zurück können . Jake fragt jedes Mal wenn er uns sieht, ob w i r okay sind und ob w i r etwas brauchen.  Zumindest drei von ihnen  wollen unsere Familie sein und uns durch eine schwere Zeit helfen. Berührt dich das gar nicht?>
<Nein>
<Lügnerin!>

Mehr sagte meine Wirtin nicht, aber ich fühle wie sie lächelte.
Ihre Gewissheit mich "ertappt" zu haben und auf eine gewisse Weise hatte sie das auch.

Es b e r ü h r t e  mich zwar nicht, wie zumindest ein Teil der Animorphs mich behandelte, verwirrte mich eher, da es erstens im krassen Gegensatz zum Verhalten der übrigen stand, ohne dass ich mir bei ihnen bis auf Cassie, den Grund für diese Diskrepanz erklären konnte und zweitens weil, wie ebenfalls Cassie unter Beweis gestellt hatte, Menschen dazu neigen sehr schnell unangenehm intim zu werden.
Sie hatte sich mir beispielsweise in der letzten Nacht angeboten, wie sie sich Aftran angeboten hatte, was mir unangenehm war, denn ich war weder ein Yirk wie Aftran, noch legte ich Wert auf derartige Nähe mit einer mir nach wie vor fremden Person.
Gleichzeitig wusste ich ihre Bemühungen und ihr Vertrauen in mich aber zumindest zu schätzen.

Ich wollte ein Teil der Gemeinschaft sein, dieser "Familie" die Jake, Cassie und Tobias mir anboten.
Sich anderen anzuschließen und einer Gruppe verbunden zu fühlen, oder zumindest einem anderen Individuum, ist für Yirks essentiell.

Ein Überbleibsel grauer Vorzeit, da wir uns aus vermutlich aus hierarchisch streng organisierten Kreaturen entwickelt haben.
Nach wie vor ist die Nähe zu Anderen wichtig für unsere mentale Gesundheit.
Aber  die Doktrin  war  immer noch stark in mir.

Natürlich war mir inzwischen vollkommen klar, dass die Yirk-Obrigkeit falsch lag.
Lou war ein denkendes Wesen wie ich.
in jeder Hinsicht anders, aber nicht minderwertig.

Deshalb verdienten sie und die Animorphs für ihre Freundlickeit auch weit mehr  als kalte Worte und Ablehnung, aber Gewohnheiten ließen sich schwer ablegen, trotz allem.
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