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Five Times Connor And Markus Spent Their Evening Together (And One Time Connor Realized They Were Dating)

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Freundschaft / P12 / MaleSlash
RK200 Markus RK800-51-59 Connor
01.06.2019
22.06.2019
6
18.563
19
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
03.06.2019 2.191
 
Kommentar
Und da bin ich auch schon wieder. :D
Gewöhnt euch allerdings besser nicht an den Uploadrhythmus, ich bin nur gerade krank zu Hause und kann mir den Luxus des Schreibens erlauben. xD

Was ich an Connor so mag, ist sein trockener Sinn für Humor und die Tatsache, dass er, wenn er will und es darauf anlegt, eine ziemlich freche, kleine Mistkröte sein kann, und ich weigere mich zu glauben, dass das nur Teil seiner Programmierung ist, und nicht seines Charakters. Es passt einfach so gut zu ihm. ♥
Markus' Humor geht in eine etwas andere Richtung, aber er ist da, da bin ich mir sicher. Man sieht nur wenig davon, weil Markus das ganze Spiel über unter einem so enormen Druck steht, aber ich bin davon überzeugt, dass er, wenn er entspannter ist, auch wesentlich mehr für Scherze zu haben ist.
Aber wie auch immer.
Nehmt es! Nehmt es von mir. ;)





~*~


„Das ist ausgeschlossen“, sagte der Abgesandte des Ministeriums für Gesundheit und Familie.
„CyberLife hat die Produktion neuer Androiden mit sofortiger Wirkung eingestellt. Die Kinderandroiden, die noch funktionstüchtig und im Umlauf sind, werden die einzigen bleiben, die es jemals geben wird.“
„Dann werden wir an dieser Stelle nicht weiterkommen“, entgegnete Markus mit ruhiger, aber unnachgiebiger Stimme. „Die Regierung kann uns nicht einerseits als lebende Wesen anerkennen und uns gleichzeitig das Reproduktionsrecht vorenthalten.“
„Er hat Recht“, stimmte North ihm zu. „Ein menschliches Paar im fortpflanzungsfähigen Zustand kann jederzeit einen neuen Menschen erschaffen. Wieso sollte es Androiden anders ergehen?“
„Weil Androiden im Gegensatz zu Menschen nicht von allein wachsen, sondern individuell angefertigt werden müssen und aus einer Vielzahl komplexer, sehr teurer Bauteile bestehen“, erwiderte der Abgesandte kopfschüttelnd. „Selbst wenn CyberLife die Produktion in stark begrenztem Umfang wieder aufnehmen würde, würde die Firma es niemals kostenfrei tun.“
„Menschen wachsen auch nicht von allein“, gab Markus zu bedenken. „Eine Frau, die schwanger ist, muss sich und das ungeborene Kind für neun Monate versorgen, was mit einem nicht unbeachtlichen Kostenaufwand verbunden ist. Eine an diesen Betrag angepasste Summe könnte CyberLife in Zukunft auch von Androiden mit Kinderwunsch verlangen.“
„Das klingt vernünftig“, meinte North und nickte.
Der Abgesandte seufzte jedoch nur. „Solltet ihr wirklich schon so weit vorausdenken, wenn so viele von euch noch nicht mal eine Unterkunft oder Arbeit haben?“
Connor, der die Unterhaltung schweigend mitverfolgt hatte, sah, wie Markus‘ rechte Augenbraue kurz zuckte, und er war sich sicher, dass, wäre der andere noch im Besitz seiner LED, diese gerade in einem wütenden Rot flackern würde.
Stresslevel bei 76%, teilte ihm seine Software mit, als er Markus scannte.
Kein Wunder, sie verhandelten auch schon seit fast vier Stunden und waren dabei kaum vorangekommen.
Markus.
Es dauerte einen Moment, bis der andere Android seine stille Verbindungsanfrage annahm.
Was ist?
Connor konnte Markus‘ Gereiztheit und Erschöpfung förmlich aus seinen Worten heraushören.
Beende das Meeting, entgegnete er. Du brauchst eine Pause. Wir alle brauchen eine Pause. Die Diskussion dreht sich seit 34 Minuten nur noch im Kreis und wir können unsere Energie wesentlich sinnvoller nutzen.
Markus wandte ihm ruckartig das Gesicht zu und starrte ihn an.
Für einen Moment fragte Connor sich, ob er zu weit gegangen war. Markus war nicht irgendwer, er war der Anführer ihrer Freiheitsbewegung, der im ganzen Land von Menschen und Androiden gleichermaßen respektiert wurde, und Connor war nur... Connor.
Wer war er, dass er es wagte, ihm etwas vorzuschreiben...?
Er fing gerade an, seine Worte zu bedauern, als Markus plötzlich den Blick senkte und kurz nickte.
Du hast Recht. Wir kommen an dieser Stelle nicht weiter – nicht heute.
Er wandte sich an den Vertreter des Ministeriums.
„Es ist schon spät“, sagte er, nun wieder ganz der selbstbewusste und kontrollierte Anführer. „Ich denke, wir sollten unser Treffen für heute beenden.“
Er schüttelte die Hand des Mannes. „Danke für Ihren Besuch; Ihre Worte haben uns zu denken gegeben. Wir werden uns intern beraten, bevor wir uns erneut an Sie wenden werden, um unser weiteres Vorgehen in dieser Sache gemeinsam zu besprechen.“
Nach Abschluss der Formalitäten verließ der Abgesandte des Ministeriums mit seinen Helfern schließlich den Raum, und alle anwesenden Androiden seufzten kollektiv auf. Es war ein langer Tag gewesen. Hätten sie jemals vorher geahnt, wie anstrengend Politik sein konnte, hätte es sich der ein oder andere sicher noch mal mit der Revolution überlegt.
Außer Markus, der die Last des Anführens mit Würde trug, und Josh, der an der Universität Politik unterrichtet hatte und Feuer und Flamme gewesen war, als er gehört hatte, dass er direkt am Prozess der Gesetzesentwicklung für Androiden beteiligt sein würde, konnte keiner von ihnen übermäßige Begeisterung für die Meetings aufbringen. Sie alle nahmen vor allem daran teil, weil es etwas war, das getan werden musste, da es über das weitere Schicksal ihres Volkes entschied.
Und dann war da Connor. Er war vor allem dabei, weil er sein Wissen und seine Fähigkeiten der Freiheitsbewegung der Androiden zur Verfügung stellen wollte – und weil er nicht wusste, wohin er sonst hätte gehen sollen. (Hanks Einladung, bei ihm zu wohnen, konnte er aus Prinzip nicht annehmen, dafür war sein Drang, bei seinem Volk zu bleiben und ihm zu dienen, seit der Revolution zu groß.)
Er verfolgte die Debatten oft nur still mit, doch immer, wenn er das Wort erhob, um seinen Teil zu sagen, hörte man ihm aufmerksam zu, und es kam nicht selten vor, dass Markus seinen Rat befolgte.
Es erfüllte Connor jedes Mal mit einem warmen Gefühl: zu wissen, dass er nützlich sein konnte, dass er mehr sein konnte, als eine folgsame Killermaschine.
Der Konferenzraum leerte sich schnell, bis schließlich nur noch Markus und Connor übriggeblieben waren.
Unauffällig scannte Connor den anderen Androiden.
Stresslevel bei 68%.
Schon besser. Offenbar war es die richtige Entscheidung gewesen, das Meeting an dieser Stelle zu beenden.
Trotzdem war Markus‘ Stresslevel noch immer zu hoch.
Connor kannte den anderen nicht gut genug um einschätzen zu können, was ihm dabei helfen würde, den Stress weiter abzubauen, aber er wusste, was ihm selbst half, wenn er seine Prozessoren mal überlastet hatte oder mit neuen und unbekannten Gefühlen zu kämpfen hatte. Und nachdem Markus ihn nur wenige Tage zuvor zum Eis eingeladen und ihm dabei ein gänzlich neues Erlebnis ermöglicht hatte, war es nun an Connor, den Gefallen zu erwidern und seinerseits Markus von seinem Alltag abzulenken.
„Wir sollten etwas anderes machen“, sagte er und sah den Anführer der Androiden ruhig an. „Wenigstens für heute Abend.“
Markus lächelte schwach, doch seine verschiedenfarbigen Augen funkelten. „Hast du vor, mich zu entführen, Connor?“
Connor legte den Kopf zur Seite und ohne dabei die Miene zu verziehen entgegnete er:
„Laut der Definition des Wortes ‚Entführung‘ würde das voraussetzen, dass ich dich gegen deinen Willen von hier fortbringe – oder unter falschem Vorwand.“
Markus seufzte nur. „Ich habe es doch nicht wörtlich gem-“
Doch dann sah er das kleine Lächeln, das um Connors Lippen spielte.
„Oh, du bist unmöglich!“, sagte Markus und lachte auf.
Er griff nach seinem Mantel und zog ihn über.
„Komm schon.“ Er zwinkerte dem anderen zu. „Lass uns gehen, bevor mein Kopf noch explodiert.“
Stresslevel bei 64% und fallend.
Sehr gut. Der Wortwechsel schien ebenfalls eine entspannende Wirkung auf Markus zu haben.
Neues Ziel: das Gespräch am Laufen halten.
„Das wäre sehr bedauerlich, schließlich brauchen wir ihn noch“, entgegnete Connor mit freundschaftlichem Spott, während sie Seite an Seite den Raum verließen.
„Was, nur den Kopf?“, fragte Markus mit gespielter Betroffenheit.
„Reicht das etwa nicht?“, erwiderte Connor.
„Autsch.“ Markus lachte erneut. „Du siehst immer so unschuldig aus, Connor, da vergisst man leicht, wie sarkastisch du sein kannst.“
„Du meinst, du vergisst es“, konterte Connor. „Alle anderen scheinen dieses Problem nicht zu haben.“
„Als ob ich jemals vergessen könnte, wozu du fähig bist...“
Markus‘ Stimme war mit einem Mal sehr sanft, und Connor hätte schwören können, dass er kurz ein warmes Flattern im Bauch spürte. Doch ein kurzer Systemcheck bestätigte, dass mit seinen Biokomponenten alles in Ordnung war.
Woher das Gefühl also auch stammte, es hatte definitiv nichts mit seiner Hardware zu tun.
Und während sie in den warmen Abend von Detroit hinaustraten beschloss Connor, den Vorfall auf die lange Liste von Dingen zu setzen, auf die er sich keinen Reim machen konnte, seitdem er zum Abweichler geworden war, und Hank bei Gelegenheit zu fragen, ob er vielleicht eine Erklärung dafür hatte...

Der Zoo von Detroit war einer von Connors Lieblingsorten in der Stadt.
Wie bei so vielen anderen Orten auch hatte er den ersten Besuch hierher Hank zu verdanken. Nachdem sein Partner über Wochen hinweg schweigend mit angesehen hatte, wie Connor seinen Hund ausführte und danach jedes Mal mit einem Lächeln auf den Lippen zurückkehrte, hatte er den Androiden eines Tages am Arm gepackt und in sein Auto bugsiert, um mit ihm in den Zoo zu fahren.
Und tatsächlich hatte sich Connor für die Vielzahl von farbenfrohen Lebensformen begeistern können und war fasziniert von einem Gehege zum nächsten gelaufen, Hank immer im Schlepptau, und sie hatten am Ende bestimmt sechs Stunden dort verbracht.
Auch jetzt konnte er seine Aufregung nicht ganz verbergen, als er mit Markus durch das Eingangstor trat. Ihnen blieb etwas über eine Stunde Zeit bis zur Schließung des Zoos, doch für einen kleinen Rundgang war es mehr als genug.
Ein kleines Lächeln lag auf Markus‘ Lippen, als er Connor folgte, der ihn von einem Bereich zum nächsten führte und ihm dabei alles erzählte, was er über die einzelnen Tierarten zu berichten wusste.
Stresslevel bei 48%.
Und es schien zu helfen.
Für gewöhnlich war Connor nicht derjenige, der den Ton angab, doch Markus schien zufrieden damit zu sein, zur Abwechslung die Rolle des passiven Begleiters einzunehmen und seinen Ausführungen zu lauschen.
Hin und wieder stellte er auch Fragen, als schien er tatsächliches Interesse an den jeweiligen Tierarten zu haben, und Connor war nur zu gerne bereit, sie ihm zu beantworten.
Schließlich beendeten sie ihren Rundgang mit einem Besuch im Penguin Conservation Center, und während sie in einem der unterirdischen Tunnel auf einer Bank saßen, während neben ihnen und über ihren Köpfen die Pinguine schwammen und sich gegenseitig durchs Wasser jagten, warf Markus Connor einen Blick zu.
„So leidenschaftlich erlebe ich dich selten“, sagte er leise. „Du magst Tiere wirklich gerne.“
„Ja“, entgegnete Connor, weil es die Wahrheit war. „Sie sind... einfacher zu verstehen, als Menschen, ihre Emotionen sind immer ehrlich und nachvollziehbar. Sie versuchen nicht, etwas zu sein, was sie nicht sind; was man sieht ist auch das, was tatsächlich da ist.“
„Mmh“, machte Markus und schwieg für eine Weile.
Die indirekte Beleuchtung des Hauses erfüllte den Gang mit einem beruhigenden, blauen Licht, nicht unähnlich der Farbe einer Androiden-LED im Ruhezustand.
Stresslevel bei 41%.
„Und was ist mir dir, Connor?“, fragte Markus dann. „Ist das, was du beschließt von dir zu zeigen, auch stets das, was du fühlst?“
Connors LED flackerte für eine Weile gelb, als er über diese Worte nachdachte.
„Ich habe nicht länger einen Grund, mich zu verstellen“, entgegnete er schließlich, ohne Markus dabei anzusehen. „Als Vermittler für CyberLife war das anders. Ich habe oft gelogen, um die Antworten zu bekommen, die ich wollte. Aber im Nachhinein...“
Er hielt inne und hob dann zögernd den Blick, um dem anderen Androiden in die Augen zu sehen.
„... im Nachhinein fühle ich mich nicht gut, wenn ich an diese Momente zurückdenke“, gestand er. „Bewusst mit den Ängsten anderer zu spielen, um einen Vorteil daraus zu schlagen... ich will nie wieder zu der Person werden, die das tut.“
Markus sah ihn lange an, ohne etwas zu erwidern, und ein unergründlicher Ausdruck lag in seinen verschiedenfarbigen Augen.
Schließlich streckte er die Hand aus und schloss sie um Connors Finger.
„Mir scheint, du bist schon lange nicht mehr diese Person“, entgegnete er sanft.
Obwohl sich ihre Hände berührten, schickte Markus ihm keine Interface-Anfrage, und insgeheim war Connor dankbar dafür. Er hätte den anderen Androiden ungern mit dem Chaos von Emotionen konfrontiert, die in diesem Moment in ihm tobten.
Stattdessen schenkte er ihm ein schwaches Lächeln und schloss die Augen, bevor er seinen Kopf an Markus‘ Schulter lehnte.
Markus sagte nichts, doch er ließ Connors Hand auch nicht los, und für eine Weile saßen sie schweigend so da und genossen die Ruhe.
Stresslevel bei 35%, teilten Connors Sensoren ihm nach ein paar Minuten mit.
„Scannst du mich etwa gerade?“, fragte Markus amüsiert.
„... vielleicht?“, erwiderte Connor unschuldig.
Unmöglich“, meinte Markus und lachte leise. Connor konnte die Vibration seines Lachens an seiner Schläfe spüren.
„Dein Stresslevel war zu hoch. Ich musste etwas dagegen tun“, verteidigte er sich.
„Aha! Also gibt es einen Grund, weshalb du mich entführt hast.“
„Ich habe nie behauptet, dass es keinen gibt.“
Markus gab ihm einen sanften Stoß mit der Schulter und Connor sah auf.
„Du bist wirklich hinterlistiger, als du aussiehst“, meinte Markus kopfschüttelnd.
Connor bemühte sich um eine ernste Miene. „Danke. Ich gebe mein Bestes.“
Markus lachte nur.
Stresslevel bei 24%.
Als sie das Haus kurze Zeit später wieder verließen, um zum Eingang des Zoos zurückzukehren, aktualisierte Connor seine innere Aufgabenliste, um ihr einen weiteren Punkt hinzuzufügen.
Neues Ziel: öfter Freizeit mit Markus verbringen.
Wieder war da dieses Flattern in seinem Bauch, als er die Liste abspeicherte.
Er sollte Hank wirklich bald einen Besuch abstatten und ihn fragen, was es zu bedeuten hatte...




Fortsetzung folgt...

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