Ein paar Stunden

OneshotAllgemein / P12
Jasper Frost Prinzessin Eleanor Henstridge
01.06.2019
01.06.2019
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Sie saß reglos auf einem Autoscooter, inmitten dem Chaos, was die Party der Zwillinge hinterlassen hatte. Sie sah beinahe tot aus. Diese stille Erstarrnis war tausendmal schlimmer als Tränen. Mir wäre es lieber gewesen, sie hätte geweint und mit schluchzenden Schultern dort gelegen. Aber leider saß sie nur reglos da und starrte an die Decke, von der nur einige Minuten zuvor die Sprinkler losgegangen waren. Ihre Haut glänzte noch von der Nässe und ihr Haar glitzerte von tausenden, winzigen Wassertröpfchen. Wir waren allein. Obwohl es mich schmerzte sie so zu sehen, war ich wieder einmal von ihrem Anblick hingerissen. Sie wurde von allen enttäuscht. Von ihrer Familie, ihrer ehemaligen Freundin und letztendlich auch von mir. Wieso hatte ich es überhaupt so weit kommen lassen? Ich wollte Samanta dafür auf den Mond schießen. Lennys Herz wurde schon so oft zerbrochen. Von mir, von Beck und jetzt auch von Samanta. Ich stand reglos da und sah sie an. Ich spürte eine heiße Träne meine Wange hinunterlaufen. Jeder Atemzug schmerzte in meiner Brust. Ich stand einfach nur da und starrte sie an. Meine Beine wurden schon taub, als sie sich endlich rührte. Len wandte den Kopf zur Seite, von mir weg. Ich warte noch eine ganze Weile dann trat ich langsam und vorsichtig auf sie zu. Sie atmete jetzt gleichmäßig und hatte ihre Augen geschlossen. Behutsam hob ich sie hoch. Auf dem Weg in ihr Zimmer, schlang sie die Arme um mich und vergrub ihr Gesicht in meinem Hemd. Ihr köstlicher Duft stieg mir in die Nase und vernebelte meinen Verstand. Bei ihrem Zimmer angekommen schob ich mich durch die Tür und ließ mich mit ihr auf ihr Bett sinken. Ich wollte ihre Arme von mir lösen, doch dann schlug sie die Augen auf und sah mich fest an. Sie sah so wach aus, als hätte sie nie geschlafen. Ihr Blick war leer. Ich schluckte und versuchte etwas zu sagen, aber meine Stimme erstickte von dem Schmerz in meiner Brust. Lenny legte ihren Kopf wieder auf meine Schulter. Angespannt saß ich da und hielt sie in den Armen, meinetwegen auch die ganze Nacht lang. Ich wollte einfach ihre Nähe genießen, solange sie es zuließ. Ich bemerkte wie sich eine Gänsehaut auf ihren nackten Armen und Beinen ausbreitete. Sie war zwar wieder trocken, aber wahrscheinlich fror sie etwas. Sachte streichelte ich mit meinen warmen Händen über ihre Arme und zog sie noch enger an meine Brust. Ich wollte sie wärmen. Ich wollte sie beschützen. Ich wollte für sie da sein. Auch wenn sie es nicht wollte. Nach einer gefühlten Ewigkeit ließ ich mich, immer noch fest mit ihr umschlungen, sanft in die Kissen sinken. Ich zog die Decke über uns und wollte gerade in den Schlaf sinken, als Lenny ein leises Gemurmel von sich gab. „Jasper“, flüsterte sie schläfrig. „Ja“, erwiderte ich ebenso schläfrig. „Ich liebe dich auch“, mauschelte sie. Mit einem Schlag war ich wieder hellwach. Aber Lenny war bereits eingeschlafen. Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen und meine Atmung glich einem Keuchen. Wie schön es wäre, wenn sie es ernst meinen würde. Wenn sie in ein paar Stunden aufwachen würde, hätte sie die Hälfte der gestrigen Ereignisse schon wieder vergessen und würde mich aus dem Zimmer werfen. In ein paar Stunden. Ich drückte ihr einen sanften Kuss auf die Stirn und löste mich ganz langsam von ihr.
Vielleicht würde sie vergessen. Aber ich nicht. Nicht eine einzige Sekunde von uns.





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