Taison Below  Der Fluch der lilafarbenen Brosche

GeschichteKrimi / P12
31.05.2019
16.10.2019
8
18422
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
Dem Polizisten begannen nun Schweißperlen von der Stirn zu rollen, auch wenn er kein Geräusch aus dem Raum vernahm. Dann plagten ihm Gewissensbisse. Er hatte keine Waffe, nichts mit dem er sich in dieser Situation verteidigen konnte. Seine Pistole lag im Koffer und sein anonymer Gegner war sicherlich nicht unbewaffnet. Trotzdem musste Taison etwas unternehmen. Zitternd begann er langsam die Tür zu öffnen, bis er sie ruckartig aufschlug. Während die Karte lautlos auf den Teppich des Zimmers fiel, schrie eine Frau auf, die gerade Taisons Koffer geöffnet hatte und die Pistole raus nahm. Die Frau hatte lange dunkelbraune Haare mit ein paar blonden Strähnen, die sie zu einem Pferdezopf gebunden hatte. Sie trug ein pinkes Rauschenkleid, hell blaue Ohringe und trug unter ihrem Kleid eine feine Leinenstrumpfhose. Ihr Gesicht war so glatt wie das einer Diva. Taison schätzte sie auf ungefähr 29 Jahre. Indessen begann die Frau mit der Waffe in der Hand, zu zittern.
,,Ich warne Sie, eine Bewegung und Sie sind tot Mr. !"
Der Polizist ahnte schon, das diese Frau noch nie in ihrem Leben geschossen hatte und so zog er es lieber vor, seine Hände hoch zu nehmen, anstatt fälschlicherweise erschossen zu werden.
,,Darf ich fragen, was Sie hier tun und Wer Sie sind ?", fragte Taison schließlich zögernd nach, woraufhin die Frau ihm eine aufgeregte Antwort entgegen schmetterte.
,,Nein dürfen Sie nicht ! Ich bin rein dienstlich hier !"
,,Und ich wohne hier."
Die Augen der Frau weiteten sich.
,,Dann sind Sie also Taison Below ?!"
Der New Yorker Polizist nickte nur, während die Frau zeitgleich ihre Waffe sinken ließ und mit dieser ihm in die Arme lief.
,,Ach, ich bin ja so froh Sie endlich persönlich kennenzulernen ! Hoffentlich sind Sie nicht sauer wegen dem Einbruch hier Mr. Below."
Taison war schrecklich verwirrt, besonders weil sich diese Fremde regelrecht an ihn wie eine Ertrinkende klammerte, als ob sie seine Geliebte war. Doch noch immer kribbelte es dem Polizisten bis ins Mark hinein, da die Frau noch immer seine Pistole in der Hand hielt.
,,Könnten Sie mir bitte meine Waffe zurückgeben ?", fragte Taison vorsichtig, worauf die Fremde ihn los ließ und entschlossen nickte.
,,Ja natürlich."
Kaum wollte sie ihm die Pistole geben, als sie auch schon unbewusst den ersten Schuss abfeuerte und dieser die Blumenvase auf dem Regal traf, welche in 1000 Teile zersprang. Erschrocken ließ die Frau die Waffe fallen, während Taison konsequent begann seine Arme zu verschränkten und sie vorwurfsvoll ansah.
Eine leichte Röte stieg in ihr Gesicht auf, bevor sie schlussendlich mit den Schultern zuckte.
,,Ich nehme an, Sie sind versichert."
,,Versichert ?!", fragte Taison empört.
,,Sie hätten mich beinahe erschossen !"
,,Das war sicherlich nicht meine Absicht. Ich brauche Sie lebend."
Daraufhin hob Taison nur eine Augenbraue hoch.
,,Was sind Sie, etwa eine Kopfgeldjägerin ?"
,,Nun eine Kopfgeldjägerin bin ich nicht, aber es stimmt schon, das ich nach etwas hinterher bin."
,,Hören Sie auf in Rätseln zu sprechen, davon hatte ich heute schon genug !", meinte der Beamte genervt und hob seine Waffe auf.
,,Also gut. Ich bin eine Reporterin und mein Name ist Peggy Sue Anderson. Ich schreibe für die Redaktion Daily und Diary. In meinem Bericht geht es um den mysteriösen Mordfall des Bryton McLeaven. Zwei Jahre habe ich über diesen Fall recherchiert, ohne daraus eine gute Story machen zu können, aber nun mit Ihrer Hilfe, können wir den Fall zum Abschluss bringen !"
Auf die euphorischen Worte der Journalisten, begann Taison verächtlich zu schnauben.
,,Es ist mir völlig egal wie lange sie schon an ihrer Story arbeiten. Tatsache ist, dass Sie in meine Wohnung eingebrochen sind und eine Vase zerschmettert haben mit meiner Pistole!" Und nun sollten Sie verschwinden, bevor Sie noch mehr Schäden anrichten !"
Dann öffnete der Polizist die Tür und die Frau schritt mit gesenktem Kopf hinaus. Dann schloss Taison mit Schwung die Tür wieder zu, schloss sie ab, legte die Pistole auf den Tisch und ließ sich auf das Sofa fallen. Endlich hatte er Ruhe, doch diese währte nicht lange, denn plötzlich bekam Taison auf seinem Handy eine SMS auf der stand:
,,SOS Schießerei, Mel-street 110, Kessy."
Taison sprang nach diesem Satz auf, schnappte sich seine Waffe, schloss die Tür wieder auf und rannte den Flur entlang. Dabei rammelte er versehentlich eine Frau um, die keine andere als Peggy Sue Anderson war und leicht ins Taumeln geriet. Doch die Reporterin fing sich wieder und rannte ohne noch lange zu zögern den Polizisten hinterher.
,,Aha, sie haben also eine heiße Spur im Fall."
,,Keine heiße Spur Lady, sondern eine gefährliche Schießerei !", erklärte der Beamte hektisch, während er beim Rennen seine Pistole in die Hosentasche verstaute.
,,Und dennoch hat es etwas mit den McLeavens zu tun, nicht wahr ?"
Auf ihre herausfordernde Stimme, begann Taison verachtend zu zischen.
,,Lassen Sie mich endlich in Ruhe !"
,,Das tue ich, sobald wir den Fall gelöst haben."
,,Ich höre immer nur unser Fall. Sie sind Reporterin und ich bin Polizist. Also halten Sie sich gefälligst daraus !"
,,Das werde ich nicht tun !", kam es trotzig aus ihrem Mund. Als sie schließlich am Wagen waren, schloss Taison genervt sein Auto auf und stieg ein und obwohl er am Liebsten diese Journalistin nicht mitgenommen hätte, hatte er keine andere Wahl. E hatte keine Zeit noch länger mit dieser brünetten Lady zu streiten, denn Kessys Leben und das auch das der alten Mrs. McLeaven waren bedroht. Jede Sekunde zählte also ! Nachdem sich Peggy Sue neben ihn gesetzt hatte, fuhr er schnell aus der Parklücke, wendete und raste wie ein ICE-Zug davon. So schnell, das sogar Peggy Sue Anderson es mit der Angst zu tun bekam und sich gewünscht hätte, in diesem Moment lieber gemütlich an der Schreibmaschine sitzen geblieben und sein und über langweilige Geschichten zu schreiben, anstatt mit diesem Polizisten an einem Einsatz teilzunehmen. In einer Seitenstraße hielt Taison schließlich an und warf ihr einen ernsten Blick zu.
,,Sie bleiben hier im Wagen.und rühren sich nicht.", sagte er beinahe panisch, dann riss er die Tür auf und rannte geduckt den Hügel hinauf. Laute Schüsse verhalten in dieser langsamen eintretenden Dämmerung. Ab und zu klirrte es, da einige Fensterscheiben zu Bruch gingen. Der Beamte wusste nicht mit wieviel Leuten er es tatsächlich aufnehmen musste. Vorsichtig zog er seine Waffe, sprang über den Zaun, landete im Blumenbeet und hielt von da aus Ausschau. Kein Mensch war zu sehen und dennoch waren ganz deutlich Schüsse zu hören. Nur von wo ? Doch Taison wusste, das er nicht ewig in seinem Versteck ausharren konnte. Die ersten Lampen in der Stadt erleuchteten schon die Straßen und damit auch einige der Grundstücke. Es würde nur eine Frage der Zeit sein, bis auch der Zaun von Mrs. McLeaven beleuchtet sein würde. Der Beamte nahm all seinen Mut zusammen und kroch aus dem Beet heraus. Er robbte sich so leise wie nur möglich durch das niedrige Grad neben den Kiesweg. Natürlich ging er damit ein hohes Risiko ein entdeckt zu werden, aber was für eine andere Chance hatte er sonst zum Haus zu kommen ? Dann ging alles ganz schnell. Mit einem Mal wechselte der Himmel seine Farbe in ein tiefes Schwarz, sodass man noch nicht einmal mehr die Hand vor Augen sah. Selbst die Straßenlaterne vor Mrs. McLeavens Haus konnte den weiten Weg Gebäude nicht mehr erleuchten, worüber Taison mehr als froh war, denn nun konnte er sich ein wenig mehr in Sicherheit wiegen. Plötzlich war ein Schrei zu hören, der Schrei von Mrs. McLeaven. Jetzt konnte Taison nicht mehr zögern. In Windeseile rappelte er sich auf und lief ohne Umwege zum Haus. Dort brach er die braune Tür auf und richtete die Waffe auf den Flur. Auf dessen Treppenabsatz Mrs. McLeaven mit einer Laterne kauerte, die vom plötzlichen Aufreißen der Tür mehr als nur erschrocken war.
,,Wo ist Kessy ?", fragte Taison, der die Tür hinter sich hastig schloss und den Lauf seiner Pistole auf den Boden sinken ließ.
,,Sie ist hier unten in der Stube.", meinte die alte Frau zitternd und zeigte mit einem Finger auf die Tür neben ihn. Der Beamte verlor keine Minute und stürmte in das dunkle Zimmer hinein. Die Schüsse hatten indessen auf einmal ein Ende genommen, doch die Gefahr, das noch immer ein Fremder über das Gelände schlich, war noch immer sehr hoch. Schließlich tapste der New Yorker Beamte zum Fenster und wurde gleich darauf attackiert.
,,Kessy hör auf, ich bin das !", würgte Taison schließlich, als er die vertraute Stimme wahrnahm, die bei ihren Angriff auf ihn immer Mal wieder erschöpft aufjapste.
Schließlich wurde er sogleich wieder losgelassen, während er sich zeitgleich an sein Hemd fasste und seinen Kragen richtete.
,,Du hättest wenigstens ein Wort sagen können, bevor du mich von hinten an mich danke schleichst !"
,,Und du hättest vielleicht auch Mal laut geben können, damit ich gewusst hätte, in welchem Winkel du dich hier im Raum versteckt hältst !"
,,Um den Mörder ein Zeichen zu geben ? Bist du verrückt ?! Außerdem hast du mich Hilfe gebeten, nicht umgekehrt."
,,Und ohne mich wäre die alte Lady schon längst tot ! Vor einigen Minuten hatte Mrs. McLeaven beinahe den Löffel abgegeben und dann hättest du nichts mehr über den Mord an deinem Bruder erfahren."
Resigniert begann Below schließlich zu seufzen.
,,Tut mir leid Kessy."
Doch auf einmal ermahnte sie ihren ,,Partner" zur Ruhe. Langsam und lautlos öffnete sie da Fenster und tatsächlich noch immer lauerte Jemand vor dem Haus. Schnelle und Schwere Kies Schritte waren zu hören, die direkt auf sie zu kamen. Dann sahen sie einen dunklen Umriss. Wie eine Spinne, die auf ihr Opfer lauerte, saßen Taison und Kessy unter dem Fenster, um den Fremden bei der ersten Gelegenheit zu schnappen. Und tatsächlich gelang es den Beiden die Person durch das Fenster zu ziehen.
,,Wir haben ihn !", rief Kessy laut, woraufhin die alte Dame sich zum Aufstehen zwang und das Licht in der Stube anknipste. Eine Frau stand vor ihnen und während Kessy ihr schon Handschellen anlegen wollte, seufzte Taison hingegen nur sauer auf und verneinte.
,,Lass gut sein Kessy, sie ist nicht der Mörder von Layton oder von Annie."
,,Was ?", fragte sie entsetzt und mit großen Augen, wobei sie die Frau sogleich los ließ.
,, Natürlich bin ich nicht die Mörderin !", verteidigte sich die Frau empört und verschränkte zusätzlich ihre Arme.
,,Den Mörder, den ihr sucht ist vor nicht einmal zehn Minuten in seinen Wagen gestiegen und davongefahren !"
,,Haben Sie das Modell und das Kennzeichen erkannt ?", hakte Taison ernst nach, worauf die Dame unwirsch mit den Schultern zuckte.
,,Nein, jedenfalls nicht das Kennzeichen, aber es war ein silberner Opel."
,,Taison, wer ist das ?", fragte Kessy ungeduldig, doch bevor Taison überhaupt antworten konnte, stellte sich die Frau selbst vor.
,,Mein Name ist Peggy Sue Anderson. Ich bin Reporterin und arbeite für die Redaktion Daily und Diary. Ich recherchiere über den Tod von Mr. McLeaven."
Im Nu stemmte die irländische Polizistin die Hände in die Seiten und sah Taison genervt an.
,,Eine Reporterin ?!"
,,Die Dame hat nunmal an mir wie eine Klette geklebt und da sowohl dein, als auch das Leben der armen Frau hier in Gefahr war, musste ich doch rasch handeln.", erklärte sich Below halb entschuldigend, woraufhin Kessy kurz auf seufzte und schlussendlich zu nicken begann.
,,Ist jetzt auch egal. Jedenfalls wird unser nächtlicher Besuch sicherlich nicht wieder zurück kommen. Trotzdem werde ich weiter bei Mrs. McLeaven bleiben."
Taison atmete erleichtert auf. Er war froh, dass Kessy diesen Entschluss gefasst hatte, da es nicht lange dauern würde, bis der CIA-Agent anrufen und Inspektor Shirley zum Hotel zurückkehren würde.
,,Danke Kessy. Ich muss leider zurück und ich würde mich freuen, wenn du auch noch morgen bei Mrs. McLeaven bleiben könntest."
Kurz darauf verschränkte die Polizistin ihre Arme und neigte den Kopf etwas zur Seite.
,,Ach wirklich ? Ist das nicht eigentlich deine Aufgabe ?"
In diesem Augenblick begann Taison ihr leicht verlegen zu antworten.
,,Nun, einer von uns muss doch auch noch den Rest der Familie aufspüren und sie vor dem Mordkomplott warnen."
,,Und das willst ausgerechnet du machen ?"
Taison hörte schnell heraus, das Kessy wenig Vertrauen zu ihm hatte.
,,Ich schaffe das schon, Kessy.", meinte Taison versöhnlicher, während die Journalistin noch etwas hinzufügte.
,,Genau und falls er versagt, bin ich auch noch da !"
Auf ihre euphorische Aussage und ihrem kleinen Augenzwinkern, begann Kessy noch einmal tief Luft zu holen. Eine Reporterin, die nur auf eine Story aus war, konnte für die Ermittlungen ein großes Hindernis darstellen. Der Lady hingegen schien das jedoch sehr wenig zu interessieren, das keiner von ihnen sehr scharf darauf war, sie dabei zu haben. Schließlich stemmte Peggy ihre Hände in die Seiten und sprach voller Elan den Plan aus.
,,Dann ist ja alles klar. Morgen um diese Zeit, werden wir mehr Informationen haben. Ich steige schon Mal in Ihren Wagen."
,,In meinen Wagen ?!", fragte Taison unsicher und entsetzt zugleich, während Peggy hingegen nur empört zurück schaute.
,,Ja natürlich, denken Sie etwa ich laufe zum Hotel zurück ?"
,,Soll das heißen...Sie haben sich da ein Zimmer gebucht ?", fragte er leicht zögernd, während ihm Peggy genervt antwortete und dabei aus ihrem Rock einen Zettel zog.
,,Nicht gebucht. Ich bin Ehrengast in diesem Hotel seit fünf Jahren ! Ich darf Kommen und Gehen wann ich will."
,, Hauptsache Sie lassen mich heute Abend in Ruhe Miss Anderson. Meinetwegen treffen wir uns morgen um 10 Uhr in der Empfangshalle. Einverstanden ?"
Die Dame nickte, schritt aus dem Haus und spazierte stolz zum Wagen, während Kessy zu Schmunzeln begann.
,,Da hast du dir ja eine tolle Begleiterin ausgesucht. Hoffentlich bringt sie dich auf Trab, damit du erkennst, dass Brandy nichts mit dem Mord an Layton und tun hat."
Taison sah Kessy ernst und verantwortungsvoll wieder an.
,,Ich habe nicht gesagt, das er es war, aber ich habe auch nicht das Gegenteil behauptet. Sollte es aber tatsächlich Brandy getan haben, dann musst du tun, was du tun musst !"
In diesem Augenblick verhärtete sich auch die Mine der Polizistin.
,,Ich weiß schon jetzt was ich zu tun habe Taison !"
Der Beamte sah in ihre glänzenden Augen. Man sah ihr an, das sie mit dieser Vorstellung, das Brandy möglicherweise der Mörder Laytons war, sichtlich zu kämpfen hatte und obwohl der Satz völlig spontan und selbstsicher klang, waren ihre Gefühle ganz andere. Mit einem leisen ,,Auf Wiedersehen", verabschiedete sich Below von ihr und Mrs. McLeaven, die sich aus der ganzen Unterhaltung der beiden keinen Reim draus machen konnte. Sie wusste zwar, dass Layton ein Polizeibeamter war, aber Brandy war ihr völlig unbekannt. Als Taison schließlich stumm in seinen Wagen einstieg und mit der Reporterin im Schlepptau davon fuhr, bemerkte sie sofort, das ihm noch irgendetwas beschäftigte, woraufhin sie sogleich ihm eine Frage stellte.
,, Überlegen Sie noch immer wer der Fremde war ?"
,,Sagen Sie, haben Sie vielleicht den Täter gesehen ?"
Auf Taisons ruhige Frage, begann die Reporterin zu nicken.
,,Jetzt da Sie es so erwähnen. Ich habe ihn tatsächlich gesehen."
Mit einem Ruck hielt Taison auf dem Seitenstreifen an und schaute in ihr glattes und zartes Gesicht, welches von den Straßenlampen blass angestrahlt wurde.
,,Er war rundlich und hatte graues Haar."
,,Brandy.", säuselte Taison vor sich hin und schaute einige Zeit auf das Lenkrad bis Miss Anderson ihn sanft antippte.
,,Wer ist denn dieser Brandy ?"
,,Das hat sie nicht zu interessieren. Fahren wir weiter."
Niedergeschlagen legte Taison den nächsten Gang ein und fuhr wie in Trance zum besagten Ziel. Peggy konnte kaum ihre Augen von Taison lassen. Sie spürte, das der Beamte mehr über diesen Mann wusste und es eine enge Verbindung zwischen McLeaven und diesem Fremden, wenn nicht sogar mit Taison selbst gab. Am Hotel schloss Taison seinen Wagen ab und lief ohne sich von der Reporterin zu verabschieden, in das Gebäude, während die Frau einsam und verlassen auf dem Parkplatz zurückblieb. Einzelne Lampen beleuchteten die Asphaltfläche, eine leichte Briese durchzog ihr Haar und ihr Kleid begann zu flattern. Sie schaute zum Eingang, welcher im Glanz des angebrachten Dekolichts schimmerte und blickte schließlich in den schwarzen Himmel. In diesem Augenblick kam sich Miss Anderson wie ein kleines, schüchternes Schulmädchen vor, das man gerade auf dem Abschlussball versetzt hatte. Doch in Wirklichkeit grübelte sie über Taisons Geheimnis nach. Wer war der Mann, den man Brandy nannte ? Taison hingegen hatte es sich wieder mal auf seinem Zimmer, auf dem Sofa bequem gemacht und starrte inzwischen die weiße Deckenwand an, während er sein Handy auf dem Tisch abgelegt hatte und geduldig wartete.