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Du bist mein Zuhause

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 Slash
Venom / Eddie Brock
31.05.2019
27.07.2019
9
7.598
16
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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06.06.2019 951
 
Schmerz, Gefahr, keinerlei Sicherheit, zu Tode erschrocken, Todesangst…. Messer, Blut, lauter Lärm, Gift… Wo war Venom? Er konnte ihn immer noch nicht fühlen, er war tatsächlich nicht da. Schmerz, immer wieder Schmerz. Dunkelheit, unendliche Dunkelheit. Venom hatte ihn verlassen,- Schuss aus einer Pistole, verschwommene Eindrücke, endgültiger Absturz in die bodenlosen Abgründe dieser Schwärze...

Panisch schreiend schoss Eddie in seinem Bett hoch, hyperventilierte panisch, erstickte fast an der Angst. Seine Stirn war schweißbedeckt und seine Bettwäsche komplett durchgeschwitzt.
Sein ganzer Oberkörper schmerzte, seine Lunge brannte und mit jedem Schlag seines Herzens verkrampfte seine Brust mehr und mehr, quetschte langsam auch noch das letzte bisschen Luft aus ihm heraus. So sehr er es auch versuchte, die Panikattacke ließ sich nicht mehr aufhalten.

Venom hatte es immer sofort bemerkt, wenn die Alpträume Eddie gefangen nehmen wollten, weckte ihn auf, drückte seinen außerhalb von Eddie geformten Oberkörper fest an diesen. Hielt ihn sanft von hinten umschlungen und versuchte mit dummen Witzen über die unverständlichen und lächerlichen Emotionen der Menschen, Eddie zu beruhigen.
Wo zum Teufel war Venom nur?

„Vee…?“ flüsterte Eddie, fühlte sich einfach nur furchtbar. Nichts, er hörte einfach nichts, fühlte nichts. Er war verängstigt, verwirrt und wusste nicht was er jetzt tun soll.

Plötzlich klingelte sein Handy, erschrocken schaute er auf das Display, sah Annies Namen aufleuchten. Für einen kurzen Moment überlegte er und entschied schlussendlich doch noch das Gespräch anzunehmen.

„Eddie!“ Annies wütende Stimme dröhnte aus dem Lautsprecher des Handys. „Wo zum Teufel hast du die letzten Wochen gesteckt, bist du in Ordnung? Warum verdammt nochmal gehst du nicht an dein Telefon?“ Man konnte hören wie sie versuchte einmal tief durch zu atmen, sich zu sammeln, die offensichtliche Besorgnis in ihrer Stimme wieder in den Griff zu bekommen.

Ein Seufzen schlich sich über Eddies Lippen, „Annie es tut mir leid, mach dir bitte keine Sorgen um mich.“ und im selben Augenblick drückte er schon auf den roten Knopf und beendete somit das Gespräch. Mit leeren Augen starrte er dann auf den nun wieder dunklen Bildschirm, während langsam eine einzelne Träne auf diesen tropfte.

„Vee?!“ versuchte Eddie es wieder, doch nichts. „Ven…. Ven!“ Unbewusst runzelte er die Stirn, seine Hände fingen an zu schwitzen. „Venom“ Sein Herzschlag stockte, er konnte ihn hart gegen seine Rippen donnern fühlen, Atemnot machte sich in ihm breit.
„Parasit!“ Die Verzweiflung fraß sich wie Säure durch seine Eingeweide. „Venom!“ schrie er laut, während er sich aus dem Bett schwang, versuchte seinen komplett erschöpften Körper in sein Badezimmer zu bewegen. Er spritzte sich ein paar Hand voll kaltes Wasser ins Gesicht, lehnte sich am Waschbecken an und betrachtete sich selbst im Spiegel. Seine Augen waren blutunterlaufen, das Gesicht käseweiß und eingefallen, die Haare und der Bart ein einziges ungepflegtes Chaos. Er sah wirklich scheiße und krank aus.

„Vee?“ flüsterte Eddie, fast nicht hörbar, seine Stimme heiser und gebrochen. „Vee, bitte…“ bettelte er während die Tränen haltlos seine Backen hinunter strömten.

Er atmete einmal tief durch, presste seine Augenlider fest zusammen, versuchte sich zu beruhigen.
Ohne Venom fühlte er sich so unglaublich einsam und verängstigt, doch hatte er immer noch keine Ahnung wohin dieser verschwunden war, oder ob er sich nicht doch nur irgendwo versteckte.

Eine verrückte Idee schoss ihm durch den Kopf, ein kleines trauriges Lächeln bildete sich in seinem Gesicht. Er ging schnell ins Wohnzimmer und nahm seinen IPad und seine Kopfhörer in die Hand.
Eddie öffnete YouTube, suchte nach wirklich unerträglicher Death Metall Musik und stellte die Lautstärke auf Maximum. Am Anfang passierte gar nichts, doch als seine Trommelfelle fast platzten und der Krach auch für ihn nur noch unerträglich war, hatte er seine Antwort. Venom war nicht mehr da, niemals hätte er das einfach so auf sich sitzen lassen.

„Ven?“ fragte Eddie, als er langsam die Kopfhörer aus den Ohren nahm und resigniert auf den Küchentisch fallen ließ. „Venom!“ laut schrie er auf, bevor sich weitere Tränen aus seinen Augen lösten und er mitten im Wohnzimmer ohnmächtig auf dem Boden zusammenbrach. Nirgends hatte er einen schwarzen, klebrigen Blob gesehen.

Lautes, aggressives Klopfen an seiner Wohnungstür ließ ihn langsam wieder zu sich kommen. Jemand stand vor der Tür und schrie immer wieder seinen Namen. Vorsichtig versuchte Eddie aufzustehen, hangelte sich an der Küchenarbeitsplatte langsam zur Tür vor.

„Eddie öffne endlich diese scheiß Tür!“ hörte er jetzt eindeutig eine männliche Stimme nach ihm rufen. Plötzlich war er wieder topfit, rannte fast das letzte Stück zur Tür. Vielleicht war es Venom, vielleicht war es nur ein Unfall das er Eddie verlassen hatte, vielleicht nur ein böser, zu weit ausgearteter Witz….

Doch es waren nur Annie und Dan die gerade bei ihm vor der Tür standen. „Eddie“ stürmisch wurde er von Annie in eine Umarmung gezogen. „Gott sei Dank, dir geht es gut, erschreck mich bitte nie wieder so!“ Mütterlich streichelte sie ihm über den Rücken, während Dan nun auch in die Wohnung trat und die Tür hinter sich ins Schloss zog.

„Eddie, was verdammt nochmal ist los mit dir?“ Immer noch hielt Annie ihn in einer festen Umarmung, dieses Mal würde er ihr nicht mehr entkommen und sie wollte jetzt sofort Antworten.
Eddie wusste nicht was er sagen sollte, die Gedanken in seinem Kopf waren ein einziges Chaos. Nur eine einzige Sache drängte sich immer wieder in den Vordergrund.

„Venom, er- er ist gegangen.“

Eine weitere Träne, ein weiterer Schluchzer und Annie drückte ihn noch fester an sich, sank langsam mit ihm wieder auf den Boden zurück, ließ Eddie all den Schmerz und den Kummer endlich heraus  lassen.

„Eddie es ist ok, jetzt hast du endlich dein Leben wieder für dich und kannst einen Neuanfang starten.“ Wie Annie das sagte, klang es tatsächlich vollkommen richtig und einfach, doch die Realität sah nun mal eindeutig anders aus.
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