Wie Pech und Schwefel

von Cisco
GeschichteDrama, Romanze / P18
Astoria Greengrass Draco Malfoy
31.05.2019
13.11.2019
16
18370
8
Alle Kapitel
15 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
Heute gibt es an dieser Stelle ein etwas kürzeres Kapitel.

Was sagt ihr zu Dracos Plan, Astoria "zur Vernunft" zu bringen? Glaubt ihr, das Vorhaben kann gelingen?





Draco tigerte wie ein eingesperrtes Tier in einem Käfig in der prächtigen, kostspieligen Suit des Hotels herum, die er angemietet hatte. Er hasste Irland, aber das Miststück von seiner Ehefrau musste ja mal wieder auf stur schalten. „Wenn du so weiter machst, hinterlässt du einen Graben im Teppichboden.“, zog Blaise ihn gelangweilt auf, der fast lasziv auf einem der teuren Sofas mit diesem fürchterlich seidigen Stoff auf der Seite lag und sich Berty Botts Bohnen in den Mund warf. „Halt die Klappe!“, schnappte Draco zurück. Aber Blaise lachte ihn aus. „Du hast gut reden.“, zischte Draco darum. „Ja?“, fragte Blaise feixend gegen. „Meine Frau ist mir ja auch nicht davongelaufen.“

Blitzschnell zog Draco seinen Zauberstab und schoss einen Fluch in Blaise Richtung, sodass dieser mit einem überraschten Aufschrei rückwärts mit dem Sofa umkippte und hinter der Sitzfläche, die nun wie eine Barriere zwischen ihnen war, verschwand. Die bunten Bohnen flogen in hohem Bogen durch den Raum und prasselten wie ein Hagelschauer auf Möbel und Boden nieder. Jetzt fühlte er sich besser. Blaise rappelte sich wieder auf und kam hinter dem Sofa zum Vorschein. „Du bist ein Arsch.“, sagte er bloß. Er zog nun seinerseits seinen Zauberstab, um alles wieder herzurichten und sich erneut auf dem Sofa niederzulassen, nicht jedoch ohne Draco einen vernichtenden Blick zuzuwerfen. „Reiz mich nicht, Zabini.“, knurrte Draco und fuhr fort darin, durch den Raum zu tigern. „Du weißt, wie ernst die Lage ist. Astoria muss sich fügen. Wir brauchen einen Erben.“

„Okay, okay.“, räumte sein bester Freund mäßig beeindruckt ein, dabei klopfte er sich demonstrativ den Staub von den Kleidern. „Dann sag mir, was wir tun werden.“, forderte er ihn auf. Draco blieb stehen und zog eine Augenbraue hoch. „Wir?“, fragte er gegen. „Ja, natürlich wir. Ich helfe dir – das ist doch selbstverständlich.“, entrüstete sich Blaise. „Also wie gedenkst du deine Frau davon zu überzeugen, wieder ihren Platz an deiner Seite einzunehmen?“ Draco verschränkte die Hände hinter dem Rücken. „Sie muss einsehen, dass diese –“, er rümpfte angewidert die Nase. „Muggelwelt nichts für sie ist. Sie gehört hier nicht hin. Aber sie weigert sich schlicht das einsehen zu wollen!“

„Und wenn du ihr einfach die Freiheit lässt?“, schlug Blaise vor. „Wie bitte?“, rief Draco halb entsetzt, halb aufgebracht aus. „Sie hatte ihren Spaß! Jetzt ist es genug und sie muss sich wieder wie eine Erwachsene benehmen. Alle anderen tun das schließlich auch!“, ereiferte er sich. „Aber vielleicht solltest du dennoch wieder nach Engl–“ „Nichts da! Ich bleibe solange hier, bis meine Frau wieder bei Sinnen ist!“, unterbrach Draco Blaise unwirsch. „Von alleine kommt sie weder zur Vernunft, noch wird sie schwanger! Ich brauche einen Plan und das am besten gestern.“ Ungehalten fuhr Draco sich durch die Haare und brachte sie so sicher durcheinander. „Gut. Setz‘ sie unter Druck.“, schlug Blaise vor. Draco nickte nachdenklich. „Dazu musst du dich damit auseinandersetzen, was ihr etwas bedeutet – was ihr hier etwas bedeutet. Wenn du es ihr wegnimmst, gibt es keinen Grund zu bleiben.“

Dieser Plan war zielführend, wahrscheinlich aber zeitaufwändig. Zeit hatte er nicht wirklich, aber eben auch keine Alternative. Er musste seine Frau schlussendlich dazu bewegen, wieder seine Ehefrau zu sein, statt in diesem heruntergekommenen Muggeldasein zu verrotten. Außerdem war Wissen Macht – je besser er seine Frau kannte, desto leichter würde es werden sie in Zaum zu halten, solange das nötig war. Zufrieden nickte er. „Das allein wird nicht genügen, aber dein Ansatz ist gut, Blaise…“, sagte Draco langsam, während sich ein finsteres Lächeln auf sein Gesicht schlich. „Was hast du vor?“, fragte sein bester Freund interessiert. „Zuckerbrot und Peitsche, Blaise. Zuckerbrot und Peitsche.“ Die Augen seine besten Freundes hellten sich auf. „Gerissen.“, kommentierte er. „Du zerstörst, was sie hier hat und reibst ihr gleichzeitig unter die Nase, wie viel gefälliger das Leben bei dir wäre?“ Mit einem knappen Nicken bestätigte Draco Blaise‘ Interpretation.

„Ihr Leben hier werde ich auseinander nehmen, bis nichts mehr davon übrig ist.“, verkündete er grollend. „Meine Frau glaubt, das hier – die Welt der Muggel – wäre ihr Himmel?“, fragte er rhetorisch und schnalzte abfällig mit der Zunge. „Schon bald wird sie sehen, dass es die pure Hölle ist! Und dann, Blaise“, fuhr Draco mit vor Zorn bebender Stimme fort. „wird sie zu mir zurückgekrochen kommen und mich darum anbetteln, wieder ihren Platz annehmen zu dürfen.“ „Dein Plan ist mies, niederträchtig und diabolisch. – Bin dabei!“, erwiderte Blaise. „Womit fangen wir an?“ Draco dachte darüber nach. „Ich werde ihr nicht von der Seite weichen. Du siehst zu, dass du Informationen über sie, ihre Kollegen, diese Firma, ihre sonstigen Kontakte und alles, was du finden kannst, zusammen trägst.“ Blaise nickte. „Es ist wichtig“, betonte Draco. „dass sie ihren Platz einnimmt. Ihre Rolle auszufüllen ist bedeutsamer denn je. Alles – Blaise, alles – hängt von ihr ab. Ich kann nicht dulden, dass sie nur an sich denkt.“ Kurz zögerte er. Es gab keinen Grund sich zu entschuldigen oder sich zu rechtfertigen. Astoria hatte einen Zweck und den musste sie erfüllen, so wie er es auch tat.

„Draco…“, riss Blaise ihn aus seinen Gedanken. Dieser fuhr zusammen. „Was ist, wenn es ein Mädchen wird?“, fragte er, ohne zu bemerken, wie abwesend sein Freund gewesen war. „Das ist egal.“, erwiderte er unwirsch. „Im Zweifelsfall kann auch sie den Namen erhalten. Vater wird das regeln, sollte es erforderlich werden. Ich brauche einfach nur ein einziges Kind.“ Der Rest war nicht mehr sein Problem. Ihm war am Rande bewusst, dass es böse war, seine Frau seine Probleme ausbaden zu lassen – insbesondere ohne sie vorher um Erlaubnis zu fragen. Aber so schlecht sie sich miteinander gestellt hatten, konnte er sicher nicht auf ihre Hilfe bauen. Würde er sie einweihen, vertäte er die einzige Chance die er hatte. Das durfte er nicht riskieren, nicht nach allem, was es ihn gekostet hatte, an diesem Punkt zu sein. Es ging um mehr, als nur sie oder ihn. Das würde Astoria erkennen müssen, ob sie wollte oder nicht.
Review schreiben