New World Divided

von Mr Bones
GeschichteAllgemein / P12
30.05.2019
12.06.2019
2
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Wann genau Amerika durch das Ming-Kaiserreich entdeckt wurde verbirgt sich im Nebel der Geschichte. Das allgemein akzeptierte Datum ist das Jahr 1438 westlicher Zeitrechnung (oder dem 54 Jahr des 96ten Zyklus nach chinesischer Zeitrechnung). Zwar hatten chinesische Händler den Kontinent bereits früher entdeckt, doch in diesem Jahre erlangte der Hof erstmals offiziel Kentniss über Dōng guójiā, das Ostland. Zu dieser Zeit befand sich das Kaiserreich in einer etwas prekären Lage. Machtkämpfe zwischen den Eunuchen und den traditionellen Hofbeamten des Kaisers lähmten das Land innerlich, während äußere Feinde zusehends an Macht gewannen. Nach den überaus teuren aber ergebnislosen Reisen des Eunuchen Zheng He breitete sich eine allgemeine Faszination mit dem Unbekannten aus, grade unter der einfachen Bevölkerung.
Dies stand im krassen Gegensatz zur politischen Meinung bei Hofe, welcher sich seit dem Tod Kaiser Xuandes im Jahre 1435 eher auf die Innen- als auf die Außenpolitik fokussierte. Von daher sahen die herrschenden Konfuzianer den Außenhandel als Bedrohung an, denn er spielte ihren Rivalen, den Daoisten in die Hände. Während die Konfuzianer einen gehorsamen und disziplinierten Lebensstil repräsentierten, standen die Daoisten für Neugier und Spontanität, was die beiden Gruppen auf Kollisionskurs setzte.
So kam es das ein konfuzianischer Beamter eines Tages eine illegale Schiffsreise nach Osten von einem Geheimpolizisten überwachen ließ. Als der Mann wieder zurückkehrte, berichtete er seinem Vorgesetzten von einem Land im Osten in welchem eine Reihe wohlhabender Händler eine Handelsniederlassung gegründet hatten. Von dort aus importierten sie exotische Felle, Schmuck, wertvolle Hölzer und Gold. Natürlich wurden die Verantwortlichen umgehend verhaftet und hingerichtet, doch ihre Taten ließen sich nicht mehr rückgängig machen. 1439 entsandte die chinesische Regierung ein Schatzschiff und zwei Dschunken nach Ostland um der Situation dort auf den Grund zu gehen und falls nötig Maßnahmen zu ergreifen.
Die Route war nicht ganz unkompliziert, denn während das riesige Schatzschiff die Strecke durchaus in auf hoher See hätte bewältigen können, war es darauf angewiesen den kleineren Handelsschiffen und Dschunken zu folgen. Diese wiederrum mussten sich langsam an der Küste entlang quälen da sie nicht die Vorräte und Ausrüstung für eine Pazifiküberquerung hatten.
1440 erreichte die Kaiserliche Flotte schließlich Ostland. Nach einigem Suchen konnte sie einem Handelsschiff zur Mündung eines großen Flusses an der Westküste Ostlands folgen, wo sich die gesuchte Niederlaßung befand. Während das Schatzschiff den Hafen blokierte durchsuchten die kaiserlichen Matrosen den Hafen. Dabei entdecken sie unter anderem das Bilanzbuch der Niederlaßung. Wie es sich herraustellte ist der Hafen durchaus gewinnbringend, die Produkte erzielen auf chinesischen Märkten hohe Preise.
Während das Schatzschiff in der Ferne verblieb machten die Dschunken sich auf die Heimreise. Ihre Rückkehr löst am Kaiserhof einen Aufruhr aus. Vor dem Hintergrund einer Reihe schwerer Naturkatastrophen sowie der Gefangennahme des Kaisers Zhengtong durch die Mongolen stimmten die Hofeunuchen dafür, die Niederlaßung für das Kaiserreich zu konfiszieren, um sich den Gewinn zu nutzen zu machen. Die Eunuchen sahen darin nur eine Möglichkeit ihren Einfluß auszuweiten, da die Marine unter ihrer Kontrolle stand, doch ihre Entscheidung sollte den Lauf der Weltgeschichte für immer verändern.
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