Weiß wie die Sterne

GeschichteFantasy / P16
Glaedr OC (Own Character) Oromis
30.05.2019
16.10.2019
10
16680
5
Alle Kapitel
9 Reviews
Dieses Kapitel
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 Datenschutzinfo
 
 
Alle Rechte an den Orten und Personen aus den Büchern liegen bei Christopher Paolini, außer von mir erschaffene Personen und Orte, die gehören mir. Ich verdiene keinerlei Geld mit dieser Geschichte und schreibe sie nur zum Spaß.

So, nachdem das geschafft ist: Servus ^^
Diese Geschichte spielt lange vor Eragon, vor Galbatorix und selbst Vrael ist noch nicht Anführer des Ordens. Es kann sein, dass ich die eigentliche Zeitlinie in Bezug auf Oromis, Vrael (den ich jünger gemacht habe, als er laut Wiki ist) und den Orden etwas ändere, dass ist aber hoffentlich zu verzeihen ^^

Der Upload von neuen Kapitel erfolgt alle zwei Wochen wahrscheinlich am Wochenende, sollte ich mal mehr Kapitel schaffen, könnte auch mal zwischendurch eines kommen.
Aber nun genug geredet, viel Spaß mit den ersten beiden Kapiteln und bis hoffentlich in zwei Wochen ; )
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"Bist du dir sicher, dass du an der Prüfung teil nehmen willst?", fragte das hellblonde Elfenkind leise. Er war zehn Sommer alt, noch ein kleines Kind, doch erstaunlich reif für sein Alter.  Nur schenkten ihm die meisten kaum Gehör.
Sein Bruder Adahy war zehn Jahre älter als er und einer der wenigen, die auf ihn hörten.
Schnell warf Adahy einen Blick auf seinen Bruder Kreystor und verzog die schmalen Lippen zu einem leichten Lächeln. In seine hellblauen Augen trat ein eigentümliches Funkeln, als er an die Reiterprüfungen dachte. Seit er verstehen konnte, was Drachenreiter waren, wollte Adahy einer sein. Und nun war er endlich alt genug.
"Was sorgt dich, Bruder?", fragte Adahy und Kreystor warf einen Blick aus dem kleinen Fenster des Baumhauses, in dem sie lebten. Die kleine Familie galt als besonders vom Glück berührt, waren Kinder doch selten und sie waren gleich mit zwei Söhnen gesegnet worden.
Kreystors Gesicht verzog sich leicht und er zuckte mit den schmalen Schultern.
"Ich will nicht, dass du gehst. Und wenn du ein Reiter wirst, kommst du kaum mehr hier her", brachte er schließlich hervor und blinzelte schnell, um die aufkommenden Tränen in seinen dunklen Augen zu vertreiben.
Adahy unterdrückte den Drang zu seufzen. Sein Bruder liebte ihn abgöttisch und um ehrlich zu sein war Adahy auch der einzige, der mit ihm sprach und etwas unternahm. Wenn er ging, wäre sein Bruder alleine.
Nervös spielte Adahy mit der silbernen Brosche, die seinen Umgang an der Schulter zusammen hielt und biss sich betreten auf die Unterlippe. Natürlich wollte er seinen Bruder nicht alleine lassen, aber seinen Traum wollte er trotzdem nicht aufgeben.
"Das ist nicht gesagt", erwiderte Adahy leise und Kreystor warf ihm einen wütenden Blick zu.
"Vrael kehrte auch nur zwei Mal zurück, seit er erwählt wurde, und das geschah immerhin vor fünf Jahren!"
Nun gut, da hatte der Kleine recht.
Vrael war ein Bekannter Adahys gewesen, bis er zur Prüfung angetreten war und ein weißer Drache ihn erwählt hatte.
"Ach Kreystor, die Chance das ich erwählt werde ist gering. Sorge dich nicht um Dinge, die noch nicht geschehen sind. Nun komm, oder willst du die Auswahl wirklich verpassen?"
Prüfend sah sein Bruder ihn noch einen Moment an, ehe er von seinem Sitz glitt und die ausgestreckte Hand seines Bruders ergriff. Sie könnten nicht unterschiedlicher aussehen. Adahy war groß für sein Alter und hatte tiefschwarzes, langes Haar, zu denen seine hellblauen Augen und die blasse Haut einen starken Kontrast bildete. Kreystor dagegen war noch klein für sein Alter, hatte hellblondes, dünnes Haar und dunkle Augen, die wissend in die Welt hinaus sahen.
Gemeinsam verließen sie das Baumhaus und schritten die glatte, gewundene Treppe hinab.
Auf den schmalen Pfaden, die sich durch Ellesmera zogen, wanderten bereits mehrere Elfen und die Brüder mischten sich unauffällig unter die anderen. Ihre Eltern würden bereits auf der großen Lichtung des Menoa Baums auf sie warten, wo die Auswahl statt fand. Je näher sie der Lichtung kamen, desto nervöser wurde Adahy. Schon oft hatte er die Auswahlen beobachtet, aber es war etwas anderes, als wirklich daran teil zu nehmen. Sein Atem wurde schneller ,ebenso wie sein Herzschlag.
Aufgeregt drückte er die Hand seines Bruders und reckte sich ein wenig, als die Lichtung in Sicht kam. Seufzend verdrehte Kreystor die Augen und zog seine Hand aus dem Griff seines Bruders, als er ihre Eltern entdeckte.  Mairee, ihre Mutter, hob einen Arm und winkte ihren jüngsten Sohn zu sich, der noch einen letzten Blick auf den vollkommen abgelenkten Adahy warf und dann betrübt zu ihr eilte.
Adahys Blick hatte sich auf die beiden Drachen gerichtet, die auf der Lichtung lagen und die Situation mit scharfen Augen beobachteten.
Der größere der beiden Drachen hatte eine silbrige Schuppenfarbe, die bei jeder Bewegung aufzuleuchten schien. Dunkelgrüne Augen beobachteten die Elfen, die sich langsam in eine Reihe stellten, direkt vor den Truhen mit drei Eiern. Neben dem Drachen stand ein Elf mit dunkelbraunen, schulterlangen Haaren, die unordentlich in alle Richtungen abstanden. Dieser Anblick entlockte Adahy ein leises Kichern. Selbst die großen Drachenreiter waren nicht absolut perfekt, wie es schien. Für einen Moment hatte er das Gefühl, als würde der Blick des Elfen ihn belustigt streifen, doch im nächsten Moment lagen die goldenen Augen auf seinem Begleiter. Dieser hatte silbrig schimmerndes, helles Haar und versuchte in seinem weißen Umhang einen würdevollen Eindruck zu leisten. Doch Adahy erkannte ihn auf Anhieb, es war Vrael, der dort vorne stand. Sein Drache war strahlend weiß, wie frisch gefallener Schnee und schien einen zu blenden, sah man zu lange hin.
"Ich hatte nicht erwartet, dass Vrael hier her kommen würde", murmelte der Elf vor ihm leise und Adahy nickte.
"Ich auch nicht."
Sein Gesprächspartner drehte sich überrascht um und lächelte nervös. Es war Oromis, der sichtlich aufgeregt an seinen Fingernägeln zupfte.
"Ich wünsche dir Glück, Adahy."
Oromis war schon immer ein netter Kerl gewesen und hatte ebenso wie er davon geträumt, ein Reiter zu werden. Ein verwegener Traum.
"Ich dir ebenfalls, Oromis."
Dankbar nickte der Elf und wandte sich wieder nach vorne. Die Auswahl begann und Elf um Elf trat vor, strich mit den Fingern über die Eier und ging wieder, da nichts geschah. Je mehr Elfen erfolglos vorbei gingen, desto nervöser wurden die Reiter. Vrael hatte unzufrieden die Augenbrauen zusammen gezogen, sein Begleiter blieb ruhiger, aber seine Augen flackerten leicht.
Dann war Oromis an der Reihe. Er war eine Spur blasser geworden und biss sich auf die Unterlippe. Als er vor trat, zitterten seine Hände und Vrael lächelte ihm kurz aufmunternd zu. Oromis ließ das grüne Ei in der linken Truhe einfach liegen und wandte sich sofort dem Ei in der Mitte zu. Es hatte eine goldene Färbung, ähnlich  wie der der Sonne und schien Oromis wohl magisch anzuziehen. Noch immer zitternd hob Oromis die Hand und streckte sie aus, nur Millimeter trennten seine Fingerspitzen von der harten, glatten Schale,  als er zögerte. Für einen Moment schien er sich zu fragen, ob er diesen Schritt wirklich tun sollte.
Nach ein paar endlosen Sekunden fiel seine Entscheidung und der Elf legte die Hand auf das Ei. Plötzlich merkte der dunkelhaarige Elf auf und eilte an Oromis' Seite.
Leise sagte er ihm ein paar Worte und mit vor Aufregung roten Wangen nahm Oromis das Ei auf und lief über das Podest auf das Zelt zu, welches hinter dem silbernen Drachen aufgestellt worden war. Mit vor Stolz geschwellter Brust sah Oromis noch schnell einmal zu Vrael und Adahy und schon war er verschwunden.
Schlagartig wurde Adahys Kehle trocken, als ihm klar wurde, dass er nun dran war.
Er fühlte sich, als würde ihm der Magen zu den Füßen rutschen und taumelte nach vorne auf das Podest zu. Hinter ihm lachte jemand, aber das war ihm egal.  Schwankend erklomm Adahy die beiden Stufen und spürte seinen Herzschlag durch seinen ganzen Körper vibrieren. Das grüne Ei weckte bei ihm keinerlei Interesse doch das letzte, weiße Ei schien ihn zu rufen. Es zog seine Seele an, unwiderruflich.
Jeder Schritt den er tat, so unsicher er auch war,  schien nun an Bedeutung zu gewinnen.
Als er vor dem weißen Ei stand, hielt er die Luft an. Es strahlte weiß im spärlichen Licht, welches durch das dichte Blätterdach fiel.
Wie ein Fremdkörper schwebte seine Hand vor ihm und legte sich auf das Ei. Die Schale war glatt und kühl unter seinen Fingern.
Doch es geschah nichts. Enttäuscht trat Adahy einen Schritt zurück und drehte sich um.
Wenigstens wäre Kreystor jetzt zufrieden.
"Nimm das Ei und geh ins Zelt. Das Drachenjunge zeigt Interesse."
Überrascht von der dunklen Stimme an seinem Ohr wandte Adahy den Kopf und blickte in zwei amüsiert funkelnde Augen. Der dunkelhaarige Elf hatte ihm eine Hand auf die Schulter gelegt und drückte ihn sanft in Richtung Ei zurück.
Adahys Blick huschte kurz über die Menge. Blicke voller Überraschung, Neid und Aufregung begegneten ihm. Und als er seine Eltern entdeckte, sahen sie ihn voller Stolz an.
Strahlend ging Adahy zurück zu den Eiern und hob das weiße Ei vorsichtig aus seiner Truhe. Wie den größten Schatz dieser Erde hielt er es im Arm und ging auf das Zelt hinter dem silbernen Drachen zu. Dieser wandte den Kopf und blinzelte ihm freundlich zu, bevor er wieder die anderen Elfen beobachtete.
Vrael grinste Adahy breit an und Adahy lächelte glücklich zurück.
Dann duckte er sich unter einer niedrig hängenden Stoffbahn hinweg ins Innere des Zeltes und Vrael nahm wieder seine bemüht würdevolle Haltung an.
Vielleicht würde die Auswahl hier enden, sollte keiner das Interesse des grünen Drachenkükens erwecken.
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