Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Nick Carter OC (Own Character)
30.05.2019
04.06.2019
3
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Das Comeback bzw die Welttour der Jungs hat mich dazu animiert diese schon etwas ältere Geschichte aus dem Archiv zu holen.
Ich hoffe sie gefällt euch.

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„Entschuldigung können sie mir den Weg zum Kölner Hof sagen?“ Julia sah den Mann in dem schwarzen Mercedes skeptisch an. Der Mann trug einen Anzug und hatte genau die gleiche Menge Muskeln, wie der etwa gleichaltrige Mann auf dem Beifahrersitz. „Ich könnte ihnen jetzt den Weg erklären, was ich allerdings für sehr kompliziert halte oder ich schicke sie weg ohne ihnen zu helfen.“ Sie lächelte den verwunderten Fahrer freundlich an. „Wie darf ich das jetzt bitte verstehen?“ „Na ja. Sie stehen hier am anderen Ende von Köln und müssen noch über den Rhein und einmal quer durch zwei Stadtteile. Aber ich kann gerne versuchen ihnen zu erklären wo sie links, rechts und geradeaus fahren müssen.“ Der Fahrer sah Julia noch einen Moment überlegend an und drehte sich dann zu seinem Beifahrer. „Was denkst du?“ Noch ehe der Mann etwas sagen konnte, kam eine Stimme aus dem hinteren Teil des Wagens. „Was ist los, Mike?“ Da die Scheiben des Großwagens verdunkelt waren, konnte Julia nicht sagen von dem diese fragend englische Stimme kam. „Wir haben uns verfahren, aber wir klären das schon.” Der Mann drehte sich wieder zu Julia. „Würden sie noch einen Moment warte?“ Nach einem kurzen Nicken von Julia, drehte er sich wieder zu seinem Beifahrer und sah diesen fragend an. „Am einfachsten wäre es, wenn wir sie einfach mitnehmen und sie uns den Weg zeigt.“ Die beiden Männer musterten Julia skeptisch, bevor sich der, als Mike geoutete, Fahrer wieder zu dem hinteren Teil des Wagens wendete. Was er diesmal sagte konnte Julia nicht verstehen, weil gerade eine Gruppe Motorradfahrer an ihnen vorbeifuhr. „Also, gut.“ ‘Mark’ öffnete die Tür und ging auf Julia zu. „Darf ich mich erst mal vorstellen ich bin Mark Piacenza und das ist mein Kollege Mike Foster. Wir sind Bodyguards und müssen unsere Schützlinge, wie ich sie mal nennen möchte, zum Kölner Hof bringen. Da ich mich jetzt verfahren habe und sie einen freundlichen, diskreten und ehrlichen Eindruck machen, möchte ich sie bitten in den Wagen zu steigen und uns den Weg zum Hotel zu zeigen.“ „Und woher soll ich wissen, dass sie mich nicht verarschen. Sie könnten mich ja verschleppen oder ähnliches und ich würde noch naiv in ihren Wagen steigen.“ Der etwa einen Kopf größere Bodyguard sah Julia verdutzt an. „Sie haben Recht. Aber sie müssen mir schon glauben. Ich kann ihnen höchstens meinen Securityausweis zeigen.“ „Na das ist doch schon mal ein Angebot.“ Noch bevor Mike irgendetwas sagen konnte, gab ihm sein Kollege zwei Ausweise an. Julia nahm die beiden Ausweise mit einem prüfenden Blick entgegen. Nach einer Weile gab sie dem Bodyguard die beiden Ausweise mit einem freundlichen Lächeln zurück. „Eine Frage habe ich noch. Wer sind denn ihre Schützlinge?“ „Da sie es ja gleich sowieso sehen werden, kann ich es ihnen ja auch sagen. Vielleicht kennen sie die Fünf auch gar nicht.“ „Wollen sie jetzt drum herumreden und ihre Schützlinge zu spät abliefern oder mir sagen wer sie sind?“ Julia sah ihn herausfordernd an. „Es sind die Mitglieder der amerikanischen Band ’BACKSTREET BOYS’.“ Julia sah den Bodyguard überrascht an. „Sie glauben ernsthaft es gibt in Deutschland eine Frau in meinem Alter die diese Boyband nicht kennt?!“ Kopfschüttelnd lief sie an ihm vorbei.

„Dann wollen wir die Herren mal nicht warten lassen.“ Julia ging zur Autotür und stieg in den Wagen. „Hi.“ Fünf fröhliche und gleichzeitig müde Gesichter strahlten die 23-jährige an. „Hi. Ich bin Nick, das sind Brian, AJ, Kevin und Howie. Und wie heißt du?“  Grinsend nahm sie zur Kenntnis, dass er ihr echt gerade die Backstreet Boys vorgestellt hatte. Die Boyband ihrer Tenniezeit. „Sei nicht so unhöflich. Man duzt doch eine Frau nicht ohne Erlaubnis. Und so wie sie grinst war eine Vorstellung nicht unbedingt notwendig.“ Kevin sah seinen Bandkollegen tadelnd an. Als er Nick’s zerknirschten Gesichtsausdruck sah, konnte er sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Ich heiße Julia und finde es überhaupt nicht schlimm von euch geduzt zu werden.“ „Ich will ja nicht stören aber wir müssten los.“ Mike Foster sah die fröhliche Runde ungeduldig und genervt an. „Na gut. An der Kreuzung müssen sie gerade aus und dann immer der Straße folgen. Wenn wir die Richtung wechseln müssen, melde ich mich bei ihnen.“ Trotz der Antipathie, die sie für den Bodyguard empfand, lächelte sie ihn freundlich an.

„Und du wohnst hier in der Stadt?“ AJ lenkt ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Fünf neugierigen Gesichter. „Ja, ich wohne in Köln. Und was treibt euch hierher?“ Bevor die ‘BACKSTREET BOYS’ antworten konnten, fiel ihnen der Bodyguard Mike Foster ins Wort. „Es ist besser, wenn sie nichts wissen. Schließlich sind wir hier inkognito.“ Julia sah den blonden Mann verärgert ein. „Falls es ihnen unangenehm ist, dass ich hier in dem Wagen sitze, sollten sie es besser gleich sagen. Solche Anspielungen von der Seite, kann ich nämlich gar nicht ab. Also haben sie ein Problem mit meiner Anwesenheit?“ Die ganze Zeit, die sie mit dem Bodyguard sprach, redet sie absichtlich Englisch, um den ihr unsympathischen Mann aus der Ruhe zu bringen. „Lass gut sein Mike. Julia sieht nicht aus, als ob sie eine dieser lästigen Reporterinnen wäre oder alles der Zeitung sagen würde.“ Mit einem unterwürfigen Nicken zu dem ruhig blickenden Howie und einem bösen Blick für Julia, drehte sich der Bodyguard wieder nach vorne. „Hier müssen sie links abbiegen und am Theater vorbeifahren. Also, warum seid ihr jetzt hier in Köln? Ich hab gar nichts in der Zeitung gelesen.“ Julia wendete sich wieder fragend an die anwesenden Bandmitglieder. „Wir haben einige Interview- und Promotiontermine und außerdem treten wir morgen noch auf.“ „Wo müssen wir jetzt lang?“ Mark Piacenza sah Julia fragend an. „Hier müssen wir rechts am Supermarkt vorbei und dann einfach der Straße folgen.“ Erklärend deutete Julia aus dem Fenster.

„Darf ich dich fragen wie alt du bist und was du beruflich oder so machst?“ Kevin sah die blonde Frau neugierig an. „Ich bin 23 Jahre alt und mache zurzeit gar nichts.“ „Gar nichts?????“ Julia sah in fünf überraschte Augenpaare. „Ja, gar nichts. Ich habe vor etwa drei Monaten meine Ausbildung beendet und mache jetzt erst einmal eine Pause. Und zum Sommersemester will ich eventuell ein Hotelmanagementstudium anfangen. Wenn nichts besseres kommt.“ „Was ist denn etwas Besseres?“ Nick sah Julia fragend an. „Genau das weiß ich eben nicht. Und solange ich das nicht weiß, wird sich beruflich nichts Wirkliches tun.“ „Müssen wir hier über die Brücke fahren?“ Mike Foster sah Julia fragend an. „Ja und dann links.“ Der Bodyguard nickte und drehte sich wieder zur Straße. „Das klingt nach großen unerfüllten Träumen.“ Julia sah in Howie’s große braune Augen. „Ja, so ist es. Hier vorne müssen wir links und direkt wieder rechts.“ „Und was sind deine Träume?“ Brian sah Julia schüchtern an. „Ich möchte am liebsten eine Weltreise machen und das mein ganzes Leben lang. Aber das ist ja unmöglich.“ „So unmöglich nun auch wieder nicht.“ „Wie meinst du das, AJ?“ „Na werde Schauspielerin, Sängerin oder so was. Dann siehst du die halbe oder sogar die ganze Welt.“ „Nette Idee, aber bei meinem Talent habe ich bei keinem der Bereiche gute Chancen.“ „Wir können dich ja mit in unser Team nehmen.“ Euphorisch sah der Sänger in die Runde. „Nick du machst dich über mich lustig. Hier müssen wir zweimal rechts und dann links in die Stadt rein.“ „Als was sollten wir Julia denn mit nehmen meine lieber Nick?“ AJ musterte den Bandkollegen skeptisch. „Keine Ahnung. War ja nur so eine Idee.“ „Na, die Idee solltest du ganz schnell wieder vergessen.“ Julia sah Nick mit einem dankbaren Lächeln an. „Da vorne wo es zum Stadttheater geht müssen wir rechts rein.“ Julia zeigte auf das Hinweisschild am Straßenrand. „War ja nur gut gemeint.“ „Nick das weiß sie.“ AJ lächelte Nick frech an. „Da vorne ist das Hotel. Wir sind also gleich da.“ Mark Piacenza zeigte auf das große Gebäude neben dem Stadttheater.

„Schade. Es war echt schön sich mit dir zu unterhalten.“ „Das Vergnügen war ganz meinerseits, Brian.“ Während Julia diesen Satz sagte, hielt der schwarze Mercedes vor dem Kölner Hof. „So wir sind da. Wartet bitte noch einen Moment im Auto, wir checken eben die Lage.“ Die beiden Bodyguards stiegen aus dem Wagen. „Ist das immer so ein Aufstand bei euch?“ „Tja. So ist das. Überall könnte jemand stehen und uns in Gefahr bringen.“ Als Howie Julia’s beunruhigtes Gesicht sah, fügte er hinzu: „Das denken zu mindestens die Bodyguards. Die einzige wirkliche Gefahr für uns sind aufdringliche Fans. Und selbst die würden wir noch überleben.“ Als die Tür vom Wagen geöffnet wurde, stiegen die Sechs aus dem Wagen. Von den beiden Bodyguards begleitet betraten sie die Hotelhalle. „Ihr seid spät dran.“ Ein Mann von Anfang 40 kam auf die kleine Gruppe zu. „Ähm, wer sind sie bitte?“ Argwöhnisch sah er Julia an. „Thommy, das ist Julia. Sie hat uns netterweise den Weg gezeigt, weil Mike sich verfahren hat.“ Grinsend sah AJ den Mann an. „Julia, das ist Thommy unser Deutschlandmanager.“ Kevin sah die Blondine erklärend an. „Hier sind eure Zimmerschlüssel. Macht heute nicht so lange. Wir müssen morgen früh los.“ Ohne sie weiter zu beachten, übergab er den Jungs die Schlüssel und verließ die Lobby. Perplex sah Julia ihm nach. „Jungs ich werde mir dann mal ein Taxi rufen und nach Hause fahren.“ Julia wollte sich gerade zu der Rezeptzionist drehen, als Nick sie aufhielt. „Bleib doch noch was. Wir haben unseren Termin erst morgen, das heißt wir haben den Rest des Tag Zeit. Ich denke ich spreche für alle, wenn ich sage, dass es uns freuen würde, wenn du bleiben würdest.“ Unsicher sah sie in die Runde. Das alles war einfach zu absurd. Aber zu einem Nachmittag mit den Backstreet Boys sagt man halt auch nicht unbedingt nein. Kevin lächelte Julia freundlich an. „Klar. Wer uns so freundlich den Weg zeigt wird auf jeden Fall eingeladen.“ Howie grinste frech in die Runde. „Na gut, wenn ihr mich so nett bittet.“ Im Augenwinkel sah Julia den verärgerten Gesichtsausdruck von Mike.

„Es hat mich echt gefreut euch kennen zulernen. Aber leider muss ich jetzt gehen.“ Julia stand traurig vom Bett auf.  „Schade.“ Fünf traurige Gesichter sahen Julia an. „Gib uns mal deine Handynummer.“ „Und was willst du damit?“ Skeptisch musterte Julia den Sänger. „Na, vielleicht könnten wir ja in Kontakt bleiben. Natürlich nur wenn du nichts dagegen hast?“ Kevin sah Julia fragend an. „Klar warum nicht. Warte kurz.“ Julia kramte kurz in ihrer Tasche und reichte ihm eine Visitenkarte. „Bitte. Da steht alles drauf, was du wissen wolltest.“ „Und was ist mit uns? Willst du keinen Kontakt zu uns?“ „Mein Gott immer mit der Ruhe, Howie. Außerdem habe ich gedacht es würde eine Visitenkarte reichen. Aber weil du es bist bekommt jeder eine.“ Julia zog weiter vier Visitenkarten aus der Tasche und gab sie dem Rest der Band. „Wir melden uns auf jeden Fall, sobald wir Zeit haben.“ AJ stand auf und ging auf Julia zu. „Du wirst uns jetzt nicht mehr los. Das ist dir ja hoffentlich bewusst.“ „Danke, Brian. Ich bin froh, wenn ich euch nicht mehr loswerde. Aber trotzdem muss ich jetzt gehen. Mein Taxi wartet bestimmt schon.“ „Okay. Mach’s gut. Und wir melden uns ganz bestimmt.“ Nick stand auf und gab Julia zum Abschied einen Kuss auf jede Wange. Die anderen der Band taten das gleiche, bevor Julia traurig das Hotelzimmer Nummer 115 verließ.
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