Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Ein süßes Geheimnis zum Winterfest Teil 2 von 2

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Catherine Chandler Jacob Wells Joe Maxwell Mary Vincent
30.05.2019
30.05.2019
1
24.653
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
30.05.2019 24.653
 
Ein süßes Geheimnis zum Winterfest


von


Ingrid Hechler




Teil 2 von 2




In den nächsten Wochen kam eine gewisse Routine hinein. Vincent verbrachte unter der Woche die Abende, bis zum frühen Morgen, hauptsächlich bei Catherine, während sie ab Freitagnachmittag bis Montag früh bei ihm in den Tunneln wohnte. Sie richtete sich immer mehr in ihrer Kammer häuslich ein, brachte persönliche Dinge mit, Kleider zum wechseln. Vater fiel die abendliche Abwesenheit seines Sohnes besonders auf, da er mehrfach versuchte ihn gezielt in dessen Kammer abzufangen, um mit ihm zu reden. Unter Tags ließ sich sein Sohn zu jeder Arbeit einteilen die anstand, sowohl Reparaturen als auch den Unterricht und nicht zu vergessen die Vorbereitungen für das Winterfest. Vater wurde immer verzweifelter. Er vermisste seinen Sohn, die gemeinsame Zeit mit ihm, die Gespräche, vom Schach spielen ganz zu schweigen.

Eines Nachmittags, es war Samstag, verabredeten sich Mary und Catherine heimlich unter einem Vorwand in Marys Kammer. Mit einer Kanne Tee und frischem Gebäck machten sie sich Gedanken darüber, wie sie es schaffen könnten Vater und Sohn wieder zusammenzubringen. Die beiden Frauen entschieden sich dazu, das Problem noch an diesem Abend in die Hand zu nehmen.

Sie planten Vincent und Vater in Marys Kammer zu locken. So würden beide weniger misstrauisch werden. Den Rest mussten sie irgendwie improvisieren.

Der Zufall wollte es so, dass Mary und Catherine nichts improvisieren mussten. Über die Kommunikationsrohre eilte eine dringende Nachricht eines Helfers herein. Vincent war gerade mit Catherine unterwegs zu den Wasserfällen, als diese dringende Nachricht seine volle Aufmerksamkeit bekam. Ohne große Worte machte er kehrt und rannte in Marys Kammer, die dort bereits auf ihn wartete.

Vincent: „Weißt du was genaueres?“ fragte er umgehend. Marys Gesicht war besorgt. Sie griff nach 1-2 Decken, als auch Catherine bei Mary eintraf.

Mary: „Ein Helfer schickte eine dringende Nachricht. Wir sollen ihn am Eingang der 5th Avenue treffen. Es sei sehr dringend und wir sollen eine warme Decke mitbringen.“

Catherine: „Was kann es zu bedeuten haben?“

Vincent: „Das werden wir in Kürze herausfinden.“

Mary: „Catherine, bitte sei so gut und informiere Vater, das Vincent und ich uns auf den Weg machen, um den Helfer zu treffen. Er wird in der Krankenkammer sein und alles vorbereiten.“

Catherine: „Gut, mach ich. Kann ich sonst noch etwas tun?“

Mary: „Nur warten bis wir wieder zurück sind, Liebes.“

Catherine: „Okay, bitte seid vorsichtig,“ Sie warf Vincent einen besorgten Blick zu, den er nur mit einem nicken erwiderte. Er machte sich mit Mary schleunigst auf den Weg zum Treffpunkt.

Catherine ging, wie abgesprochen, zu Vater in die Krankenkammer. Dieser war eifrig dabei diverse Dinge vorzubereiten.

Catherine: „Vater?“ erstaunt drehte er sich zu ihr.

Vater: „Catherine? Ich habe dich nicht reinkommen hören.“

Catherine: „Du warst sehr in Gedanken. Ich soll dir von Mary ausrichten, dass sie mit Vincent zum vereinbarten Treffpunkt gegangen ist, um einen Helfer zu treffen.“

Vater: „Sehr gut, sehr gut.“ Er klang erleichtert, dennoch besorgt.

Catherine: „Was kann wohl der Grund sein? Hast du eine Ahnung?“

Vater: „Nun, ich spekuliere mal, dass es sich um ein Kind handeln könnte. Mary sollte eine warme Decke mitbringen. Das ist eine versteckte Botschaft, um so wenig Aufsehen wie nur möglich zu erregen.“ Catherine sah Vater geschockt an.

Catherine: „Ein Kind? Wie kann man einem Kind so etwas antun?“

Vater: „Die Menschen sind zu allem fähig. In meiner Zeit als Arzt und die fast 40 Jahre hier in den Tunneln habe ich die unmöglichsten Dinge gesehen und erlebt. Für vieles findet man keine Worte, schon gar kein Verständnis.“

Catherine: „Die Welt dort oben kann so schön, aber auch sehr grausam sein.“ Vater sagte dazu nichts. Er setzte sich zu Catherine an den Tisch und wartete auf die Rückkehr von Mary, Vincent und dem Kind.

Die Wartezeit zog sich hin. Catherine wagte einen Versuch, das `Vater-Sohn-Thema´ anzusprechen.

Catherine: „Vater… wann habt ihr zwei das letzte Mal miteinander geredet.“ Überrascht sah Vater sie an und fragte vorsichtig:

Vater: „Du weißt von unserem Streit?“ Catherine hob mahnend ihre Augenbrauen und nickte.

Catherine: „Zwangsläufig, ja.“ Vater sah erst an ihr vorbei, dann auf seine Hände, die seine Brille hin und her drehten.

Vater: „Das wusste ich nicht. Seit wann…“ Vater schien es unangenehm zu sein.

Catherine: „Noch am selben Abend kam Vincent zu mir. Er brachte mir die Winterfesteinladung. Nun ja… was soll ich sagen. Er sagte diesbezüglich nichts, aber… ich ähm, sah es ihm an. Zuerst rückte er nicht mit der Sprache raus. Vincent wollte mich nicht beunruhigen, aber genau aus diesem Grund machte ich mir erst recht Sorgen. Über kurz oder lang kam er dann doch mit der Sprache heraus.“ Vater blieb ihr gegenüber ruhig, sagte nichts, sah sie interessiert an. Eindringlich sah Catherine ihn an.

Catherine: „Was hast du dir nur dabei gedacht, Vater? Hast du eine Ahnung wie sauer und wütend er war?“ Vater kniff seine Augen zusammen, stützte sich am Tisch ab, schüttelte seinen Kopf.

Vater: „Ich habe einen Fehler gemacht, den ich so schnell nicht wieder gut machen kann.“

Catherine: „So hart wie es klingt, aber… du hast ihn damit verletzt. Sehr sogar. Wären diese Worte von jemand anderem hier unten gekommen… ich glaube das hätte er locker weggesteckt, aber da es von seinem Vater kam…“

Vater: „Ja, ich weiß was du meinst. Mir wurde bereits ordentlich der Kopf gewaschen deswegen. Meinen Fehler habe ich eingesehen und es… es tut mir so unendlich leid. Ich habe ein paar Mal versucht mit ihm zu reden, aber… er lässt mich nicht. Wenn wir Worte wechseln, dann sind diese kurz und knapp und haben nichts persönliches an sich. Es geht um die Arbeit die gemacht werden muss, nichts weiter. Ich vermisse meinen Sohn, Catherine.“ Catherine sah die Traurigkeit in seinen Augen, legte ihre Hand auf seine.

Catherine: „Es wird dich viel Geduld kosten, Vater. Dein Sohn ist stur.“ Vater nickte, sah sie an.

Vater: „Ja das ist er. Aber ich bin es ebenso. Deswegen befinde ich mich in dieser misslichen Lage.“

Catherine: „Was hat dich dazu veranlasst, so zu reagieren?“

Vater: „Ich kann es dir nicht einmal sagen, Catherine. In dem Moment habe ich nicht nachgedacht.“

Catherine: „Hast du vielleicht das Gefühl, dass Vincent mit dir zu wenig Zeit verbringt? Ist es wegen mir?“

Vater: „Es ist nicht wegen dir, Catherine. Es scheint die Tatsache zu sein, dass ich bereits einen Sohn an die obere Welt verloren habe. Wenn Vincent sich oben im Park herumtreibt oder durch die Straßen der Stadt wandelt… ich sterbe jedes Mal 1000 Tode.“

Catherine: „Ich verstehe dich, Vater. Dann fand er mich und begibt sich meinet wegen zusätzlich in Gefahr, wird verletzt.“ Vater sagte darauf nichts. Er senkte nur seinen Kopf.

Catherine: „Glaubst du etwa, das ich mir keine Sorgen um ihn mache? Vater… ich liebe Vincent.“ Vater sah zu ihr auf. Sie lächelte ihn an. Eindringlich sah Catherine Vater an.

Catherine: „Ich liebe deinen jüngsten Sohn. Er ist sehr viel mehr ein Mann, als irgendein anderer vor ihm. Vincent ist alles für mich. Vater… ob du es mir glaubst oder nicht, aber… bis ich Vincent begegnet bin, wusste ich nicht was Liebe ist. Ich konnte mir nicht im geringsten vorstellen, das ich als Frau mehr sein kann, als nur eine Begierde oder ein Lustobjekt oder als schwache Vorzeigedame, die nur hübsch aussehen muss und kann. Vincent zeigte mir wer ich wirklich bin, was ich kann. Dadurch wurden wir erst Freunde, dann beste Freunde und schlussendlich verliebten wir uns ineinander. Durch ihn und euch erkannte ich was es heißt, zusammen zu halten, einander zu helfen, einander zu achten. Die Bedeutung des Wortes Familie ergab für mich erst hier unten in dieser Gemeinschaft einen Sinn.“

Vater: „Es gibt so vieles was du eben sagtest, wovon ich keine Ahnung hatte.“

Catherine: „Hatten wir denn je die Möglichkeit uns darüber zu unterhalten?“

Vater: „Nein, hatten wir nicht. Aber ich hoffe, das wir in Zukunft öfters solche Gespräche haben werden. Du bist wie eine Tochter für mich, Catherine. Ich war dir anfangs nicht sehr fair gegenüber und dafür entschuldige ich mich. Ich habe dich lieben und schätzen gelernt. Das du meinen Sohn liebst erfüllt mich umso mehr mit Freude.“

Catherine: „Vincent und ich… wir lieben uns, Vater. Zwischen Vincent und mir läuft keine einfache oberflächliche Schwärmerei… zwischen uns hat sich etwas ernstes entwickelt. Für mich ist es wichtig, das gerade du das weißt. Ich möchte mit ihm zusammen sein. Er ist das Beste was mir im Leben passiert ist. Vincent ist mein Anker, mein Fels in der Brandung, mein bester Freund, mein… Liebhaber, Streitpartner, Ratgeber und er ist immer für mich da. Er sagt mir auch oft seine Meinung, die ich sehr respektiere.“ Vater wurde hellhörig.

Vater: „Dein… Liebhaber…“ wiederholte er zögerlich. Catherines Wangen röteten sich etwas, sie schmunzelte verlegen, nickte.

Catherine: „Ja… mein Liebhaber… er ist mein Mann.“ Vater atmete tief durch. Er hatte alles erwartet, doch nicht das.

Vater: „Ich muss zugeben, Catherine, das überrascht mich gerade. Diese Worte…“ Sie lächelte.

Catherine: „Das ist nicht zu übersehen.“

Noch bevor Vater weiter reden konnte hörten sie Schritte und Marys sanfte Stimme. Beide Blicke gingen automatisch zum Eingang der Krankenkammer. Mary trat als erstes ein, mit einem kleinen Bündel im Arm, sprach leise und sanft. Dahinter dicht gefolgt von Vincent, der eine kleine Tasche in der Hand hatte. Er nahm eine beschützende Pose hinter ihr ein. Bei seinem imposanten Anblick geriet sie ins Schwärmen, sah ihn liebevoll und glücklich an. Mary und Vater bemerkten es nicht gleich, da ihre Aufmerksamkeit Marys kleinem Bündel galt. Langsam ging Catherine zu Vincent, schmiegte sich an ihn, sah zu ihm rauf, deutete an ihn küssen zu wollen. Da die zwei älteren Herrschaften abgelenkt waren, ließ er sich dazu überreden und beugte sich zu ihr runter, um sie kurz, aber innig zu küssen. Ihre Hand auf seiner breiten Brust. In dem Moment sah Vater auf und sah diese Szene… seinen Sohn hatte er so noch nie gesehen. Auch Catherines Blick seinem Sohn gegenüber hatte er vorher nie wahrgenommen. Der Kuss endete, doch Catherine küsste ihn wiederholt immer wieder. Strich sanft sein Gesicht entlang. Vater wandte verlegen seinen Kopf ab und widmete sich seinem jungen Patienten. Mary hatte das kleine Bündel unterdessen ausgewickelt. Vater nahm sein Stethoskop und horchte alle lebenswichtigen Organe ab.

Catherine: „Wie geht es dem Kind?“ sie klang besorgt.

Vater: „Es geht ihr erstaunlich gut. Könnt ihr zwei mir mehr über die Kleine sagen?“

Vincent: „Marcus fand eine schwangere Frau im Hinterhof seines Gebäudes. Sie lag bereits in den Wehen, gebar das Kind und verschwand kurz darauf. Er wusste nicht weiter, kontaktierte uns und… nun ja… hier ist sie.“

Catherine trat an die Seite des Untersuchungstisches. Tränen traten ihr in die Augen. Vincent sah nicht ihr Gesicht, aber fühlte ihre Traurigkeit. Er senkte seinen Kopf, kam an ihre Seite, legte eine Hand an ihre Taille. Langsam lehnte sie sich an ihn an, sah auf das kleine Wesen direkt vor ihr.

Catherine: „Wie kann man… ich verstehe nicht, warum…“ ihr fehlten die richtigen Worte.

Mary: „Es wird ihr bei uns gut gehen, Catherine.“

Catherine: „Daran habe ich nicht den geringsten Zweifel, Mary. Ich kann nur nicht begreifen, wie man einfach ein Neugeborenes zurücklassen kann… zumal als Mutter.“

Vincent: „Wir kennen die Hintergrundgeschichte nicht. Es gibt sicherlich viele Gründe die sie dazu gebracht haben, dies zu tun. Vielleicht wurde dieses Kind ohne ihr Einverständnis gezeugt und sie hatte niemanden dem sie vertrauen konnte in dieser Zeit und musste es austragen. Da sie sich für einen Hinterhof entschieden hatte, um es auf die Welt zu bringen, wollte sie das Kind nicht sterben lassen. Sie wollte wohl das man es findet, damit es überleben kann.“ Gespannt hörte sie jedes Wort. Ihre Arme umschlossen seine Taille, schmiegte sich eng an ihn heran und sah auf das kleine Wesen direkt vor ihr. Mary hatte derweil die kleine Dame in eine neue Windel gesteckt, angezogen und in eine warme kuschelige Decke gewickelt.

Mary: „Magst du sie kurz halten, Catherine?“ verblüfft sah Catherine sie an und lächelte. Sie löste sich von Vincent und nahm vorsichtig das kuschelige Bündel in ihren Arm. Mit ihren Fingern legte sie das rosige Gesichtchen frei, das von der Decke leicht verdeckt wurde.

Catherine: „Sie ist so winzig.“ flüsterte sie sanft. Alle anderen schmunzelten.

Vater: „Das war der riesen Kerl direkt neben dir auch, Catherine. Und nun… schau ihn dir an.“ Vincent war überrascht. Auch Mary und Catherine sahen sich überrascht an, lächelten breit. Vater und Sohn hielten kurz ihren Blickkontakt aufrecht. Die beiden Frauen sahen sich wieder an und gaben sich stumme Zeichen. Sie wollten die Gunst der Stunde nutzen, um die zwei Männer allein zu lassen.

Mary: „Catherine, liebes… hilfst du mir bitte diesen kleinen Schatz in die Kinderstube zu bringen? Wir müssen noch einiges vorbereiten, damit sie sich wohl fühlt.“

Catherine: „Das wäre schön, Mary. Dabei helfe ich dir gern. Darf ich sie die ganze Zeit halten?“

Mary: „Wenn sie dir nicht zu schwer wird?“

Catherine: „Das kann ich mir kaum vorstellen.“ sagte sie verwundert.

Mary: „Du wirst sehen… selbst die leichtesten Dinge werden irgendwann schwer.“

Catherine: „Ich lasse mich gern eines Besseren belehren. Wir sollten ihr einen Namen geben.“

Vater: „Was würde dir vorschweben?“

Catherine: „Mir? Du meinst ich sollte…“ strahlend sah sie zu Vincent, der schmunzelte. Ein paar Sekunden lang betrachtete sie das süße Gesicht.

Catherine: „Hope… was haltet ihr von Hope.“

Vater: „Eine ausgezeichnete Wahl.“

Vincent: „Gefällt mir… Hope.

Mary: „Dann würde ich sagen, bringen wir Hope in die Kinderstube.“ Catherine und Mary verließen die Krankenkammer in Richtung Kinderstube.

Vincent wollte ebenfalls die Krankenkammer verlassen, als Vater ihn zurück hielt.

Vater: „Kannst du noch kurz bleiben, mein Sohn?“ Für ein paar Sekunden überlegte Vincent, sah ihn dann an und nickte. Er lehnte sich an die nächstgelegene Wand, verschränkte seine Arme.

Vater: „Vergib mir… es tut mir unendlich leid. Ich hätte so nicht mit dir reden dürfen. Ich weiß nicht was an diesem Tag in mich gefahren ist und wie ich es sonst sagen soll.“

Vincent: „Kannst du mir wenigstens sagen, was du dir dabei gedacht hattest?“

Vater: „Das ist das Problem… ich habe gar nicht gedacht in dem Moment.“

Vincent: „Das kann ich durchaus bestätigen, ja.“

Vater: „Mary und Rebekka haben mir am Folgetag durchaus die Augen geöffnet und gehörig die Leviten gelesen. Da verstand ich erst was ich dir antat. Bitte nimm meine tiefste Entschuldigung an, Vincent.“

Vincent: „Akzeptiert. Ich nehme deine Entschuldigung an, doch… tu das nie wieder, Vater.“ Vincent klang ernst und ermahnte seinen Vater.

Vater: „Keine Sorge, werde ich nicht… dies hat mich einiges gelehrt.“

Vincent: „Gut, dann würde ich sagen, belassen wir es dabei und vergessen das Ganze.“

Vater: „Ich wäre unsagbar glücklich darüber, mein Sohn.“ Vincent stieß sich von der Wand ab, ging zu seinem Vater, reichte ihm die Hand, die er umgehend ergriff und seinen Sohn fest an sich zog.

Vater: „Danke…“ sagte er leise. Es war ein ergreifender Moment.

Vincent: „Alles gut, Vater.“ Vater und Sohn trennten sich, sahen wieder an. Vater hatte Freudentränen in den Augen.

Vincent: „Ich sehe mal nach den drei Damen. Wenn du was brauchst, dann… ruf mich einfach.“

Vater: „Mach ich. Ach, ähm… hättest du nachher Zeit für einen Tee?“ Vincent schmunzelte.

Vincent: „Eine Tasse Tee? Gern… bei dir oder bei mir?“

Vater: „Kommst du zu mir?“ Vincent nickte und verschwand. Er hinterließ einen glücklich erleichterten alten Mann, der seinen Gefühlen nun freien Lauf gab. Er seinen Sohn wieder hatte!

Vincent ließ auf dem Weg in die Kinderstube die letzte Stunden revue passieren. Gedankenverloren schlenderte er durch die Gänge, schmunzelte, bis er an seinem Ziel ankam.

Catherine saß in einem Schaukelstuhl, hatte die kleine Hope in ihren Armen und fütterte sie mit warmer Babymilch. Durch ihr gemeinsames Band erkannte er ihren Wunsch, ihre wachsenen Gefühle. Der Anblick von Catherine im Schaukelstuhl mit dem Baby im Arm ließ ihn kurz still stehen. Mary sah ihn als erste und winkte ihn zu sich.

Mary: „Vincent, komm näher, mein Junge.“

Vincent: „Geht es euch gut?“ sein Blick klebte an Catherine, die ihn strahlend ansah.

Mary: „Wie du siehst, geht es allen gut. Catherine und ich haben sie gebadet. Die kleine Hope war hungrig und ist nun sehr zufrieden. Bist du der selben Meinung, Catherine?“

Catherine: „Oh ja, sie ist sehr zufrieden. Seht sie euch an… Hope ist beim Essen eingeschlafen… ich glaube es kaum.“

Mary: „Das ist normal. Babys schlafen sehr viel in den ersten Wochen.“ Vincent trat nahe an Catherine und Hope heran, kniete sich neben sie. Verträumt beobachtete Catherine, wie Vincent sie kleine Hope musterte und schmunzelte. Ihre Blicke trafen sich. Catherines Wunsch stand ihr in ihrem Gesicht geschrieben. Prüfend erkundete Vincent noch einmal ihre Gefühle, atmete tief durch, küsste Catherines Schläfe.

Catherine: „Gut zu wissen…“ flüsterte sie ihm zu.

Vincent: „So, so…“ raunte Vincent unterschwellig zurück. Catherine grinste ihn an und nickte schelmisch. Mary druckste herum. Dies bemerkte Vincent.

Vincent: „Du wolltest was sagen, Mary?“

Mary: „Ähm… du warst noch länger in der Krankenkammer bei Vater. Kann das sein?“ Vincent nickte nachdenklich.

Mary: „Hast du mit Vater geredet?“ fragte sie ihn vorsichtig. Er sah von Catherine zu Mary.

Vincent: „Ja, hab ich. Wir haben kurz über den Vorfall gesprochen.“ Mary machte freudige große Augen, umarmte ihn herzlich, hielt ihn an seinen breiten Schultern.

Mary: „Vincent Benjamin Wells… ich bin unsagbar stolz auf dich.“ Verlegen ließ er seinen Kopf nach vor fallen, damit niemand sein Gesicht sehen konnte. Seinen vollen Namen hörte er nicht alle Tage. Catherine grinste Vincent strahlend an, als er seinen Kopf zu ihr drehte. Und auch Mary lachte.

Catherine: „Vincent Benjamin Wells… wer hätte das gedacht. Du harter Kerl hast einen weichen Kern.“ lachte Catherine. Er sah beide Frauen gespielt strafend an.

Vincent: „Macht nur so weiter, ihr zwei. Da du nicht sonderlich überrascht bist meinen kompletten Namen zu hören, gehe ich mal davon aus, dass du mit Mary eine längere Unterhaltung hattest.“

Catherine: „Richtig, mein Lieber. Davon weiß ich schon etwas länger.“ sagte sie herausfordernd. Erstaunt sah er sie an.

Vincent: „Catherine Caroline Chandler… du steckst voller Überraschungen.“

Catherine: „Ich weiß.“ Mary verfolgte diese zärtlich neckende Art und Weise voller Interesse.

Mary: „Jetzt weiß ich auch, was Rebekka den einen Tag meinte.“ sagte sie verhalten. Beide sahen gespannt auf.

Vincent: „Hm? Wovon redest du, bitte?” hinterfragte er vorsichtig.

Mary: “Ach nichts.” Sie klang geheimnisvoll.

Catherine: „Mary? Raus mit der Sprache.“ lockte Catherine.

Mary: „Nun… Rebekka sagte einmal… ach nein…“ fragend sahen sich alle an.

Vincent: „Mary bitte sag endlich was los ist.”

Mary: “Als ihr zwei den einen Tag bei Rebekka in der Kerzenkammer wart, da fiel ihr auf, das sich zwischen euch etwas verändert hatte. Sie sagte, dass das Kerzenwachs von allein anfangen würde zu schmelzen, durch eure bloße Anwesenheit.“ beide räusperten sich verlegen, sahen sich abwartend an.

Vincent: „Sagt sie das…“ kam eher verhalten.

Catherine: „Wie sie darauf wohl kommt?“ Catherine hatte diesen `Lass es uns ihr sagen` Blick drauf. Vincent dagegen diesen `Muss das wirklich sein? ` Blick.

Catherine: „Vater weiß es.“ Völlig überrascht sah er sie an. Mary eher fragend.

Mary: „Was weiß Vater?“ sie war komplett ahnungslos.

Vincent: „Woher und seit wann?“ raunte er.

Catherine: „Als du mit Mary unterwegs warst, um Hope zu holen. Ich hatte mit ihm ein langes Gespräch, über den Vorfall von vor ein paar Wochen. Im laufe des Gesprächs habe ich es kurz angesprochen, aber nicht weiter vertieft.“ Resigniert blickte er sie an, dann zu Mary.

Mary: „Wovon redet ihr zwei? Catherine, bist du schwanger?“ fragte sie äußerst vorsichtig und sah von einem zum anderen. Catherine lächelte. Vincents Gesichtsausdruck konnte sie nicht lesen.

Catherine: „Noch nicht, Mary. Aber ich hoffe, das Vincent früher oder später diesen Teil übernehmen wird.“ Dabei sah sie ihn eindringlich an und lächelte. Vincent blieb ruhig, sagte immer noch nichts.

Mary: „Was dann? Ihr macht es aber spannend.“ Catherine stand mit Hope auf, die friedlich und satt schlummerte, legte sie in ihre Wiege. Dann ging sie zurück zu Vincent, stellte sich direkt vor ihn auf ihre Zehenspitzen, zog ihn an seiner Weste zu sich herunter. Wie selbstverständlich hielt Vincent sie an den Hüften, neigte seinen Kopf und kam Catherine entgegen. Beide küssten sich innig immer und immer wieder. Mary stand der Mund offen. So hatte sie die beiden noch nie gesehen.

Catherine: „Das sollte eigentlich für eine Weile unser kleines Geheimnis bleiben, Mary. Die Dinge scheinen sich jedoch schneller zu verändern als wir angenommen haben.“

Vincent: „Rebekka kam uns als erstes auf die Schliche. Wir hatten sie gebeten es für sich zu behalten.“

Mary: „Seit ihr nicht böse. Mir hat sie es nicht gesagt. Das ihr zwei euch liebt weiß hier jeder. Es war nur eine Frage der Zeit bei euch beiden. Ich freue mich für euch.“

Catherine: „Danke Mary.“ Strahlend umklammerte sie Vincents Taille, sah zu ihm rauf, schmiegte sich eng an ihn heran. Er sah zu ihr runter, küsste sanft ihre wartenden Lippen. Mary lächelte verlegen.

Vincent: „Wir sind ihr nicht böse, Mary.“ Vincents tiefe, raue Stimme klang sanft, ausgeglichen, elektrisierend. Catherines Blick suchte seine wunderschönen azurblauen Augen.

Mary: „Ich muss schon sagen, ihr zwei… ich verstehe Rebekkas Worte immer besser.“ Vincent wurde es zu sentimental.

Vincent: „Ich werde euch drei Damen lieber allein lassen. Dann könnt ihr in Ruhe ohne mich sentimental weiterschwelgen.“ Catherine grinste ihn verliebt an.

Catherine: „Was machst du unterdessen?“

Vincent: „Ich werde mit meinem Vater eine Tasse Tee trinken.“ sagte er spielend resigniert, wobei Mary und Catherine ihn glücklich anlächelten.

Catherine: „Das hört sich gut an, mein Schatz. Nähert euch weiter an. Sprecht miteinander.“

Vincent: „Wir werden einiges zu besprechen haben. Nachdem was du ihm vorhin verraten hast, werde ich mich, wohl oder übel, dem Thema stellen müssen.“

Catherine: „Du machst das schon.“

Vincent: „Ja… sicher…, aber du weißt das es ein Thema ist, worüber ich nur mit dir reden möchte und nicht mit meinem Vater. Das ist nun doch zu privat.“

Catherine: „Du hast jedoch die Gabe, dich im passenden Moment aus jedem Schlamassel und jeder Unannehmlichkeit herauszuwinden, wie ein Aal. Was du bei mir schaffst, das funktioniert ganz sicher auch bei deinem Vater.“ Vincent küsste ihre Schläfe, trennte sich sanft von ihr. Mary war an der Reihe.

Mary: „Komm her, mein Sohn. Lass dich in den Arm nehmen.“

Vincent: „Du bist neben Catherine eine Ausnahme, Mary.“

Mary: „Das rechne ich dir hoch an. Ich sage auch nicht weiter, dass du harter Kerl gerne kuschelst.“ Catherine musste über diesen Kommentar breit Lachen. Vincent gab sich geschlagen, grummelte verlegen, nahm Mary in den Arm.

Vincent: „Wehe du sagst das weiter.“ im gespielten ernst.

Mary: „Das würde mir nie einfallen, Vincent Benjamin Wells.“ kam unterschwellig herausfordernd.

Vincent: „Oh jee, ich ahne nichts Gutes. Ich sollte besser gehen.“

Mary: „Keine Angst… so lange Catherine an deiner Seite ist, wagt es eh keiner dich ungefragt zu knuddeln.“

Vincent: „Gutes Argument. Danke… Mam.“ flüsterte er ihr ins Ohr. Bewegt sah sie ihn an, strich seine Wange, küsste seine Stirn.

Mary: „So hast du mich seit Jahren nicht mehr genannt, mein Sohn.“ Mary hatte Freudentränen in den Augen. Catherine hielt vor Rührung ihre Hände an ihr Herz. Sie selbst war kurz davor Freudentränen zu vergießen.

Vincent: „Ich weiß. Wenn wir unter uns sind, dann… werde ich mich öfters dazu hinreißen lassen. Versprochen…“

Mary: „Das wäre schön. Das würde mir sehr gefallen. Ich habe es vermisst. Und nun geh… dein Vater wird schon auf dich warten.“ Vincent löste sich von ihr. Im Vorbeigehen küsste er Catherine und verschwand.

Mary: „Weißt du eigentlich, wie lange es her ist, das er mich das letzte Mal ´Mam´ genannt hat?“

Catherine: „Deiner Reaktion nach zu urteilen, Mary, scheint es Jahre her zu sein.“

Mary: „Ja, so ist es. Hier gab es schon immer viele verwaiste Kinder. Damit niemand eifersüchtig wird hat Vincent irgendwann damit angefangen mich bei meinem Vornamen zu nennen, wie alle anderen Kinder auch. Er war schon immer wie mein leibliches Kind. Wir redeten schon einmal darüber. Erinnerst du dich?“

Catherine: „Ich erinnere mich sogar sehr gut daran. Dadurch das du ihn hast Stillen können, habt ihr zwei eine ganz besondere Verbindung. War es schwer für dich es anzunehmen, dass er dich nicht mehr `Mam` nannte?“

Mary: „Anfangs ja. Ich sprach Vincent darauf an und er erklärte es mir. Ich verstand es und nahm es so hin. Das er mich heute `Mam` genannt hat… da ging mein Herz als Mutter auf. Es ist schön so genannt zu werden.“

Catherine und Mary redeten eine ganze Weile und kümmerten sich um Hope. Wobei Catherine das erste Mal Windeln wechselte. Sie gab Hope ein weiteres warmes Fläschen, ließ sie an ihrer Schulter ein Bäuerchen machen, hielt sie im Arm, sprach mit ihr. Sie fühlte sich dazu berufen endlich Mutter zu werden. Vincent nahm Catherines intensive Gefühle wahr, als er in Vaters Kammer saß und mit ihm Tee trank.

Vater und Sohn saßen zusammen, tranken Tee, redeten.

Vater: „Beantwortest du mir eine persönliche Frage?“

Vincent: „Sicher… aber ich glaube ich kenne die Frage bereits.“ Prüfend sah er Vater an.

Vater: „Catherine und ich haben uns intensiv unterhalten, als du mit Mary unterwegs warst, Hope entgegen zu nehmen.“

Vincent: „Das hat sie kurz erwähnt, ja.“

Vater: „Catherine meinte, du seist ihr Liebhaber… ihr Mann.“ Peinlich gerührt schmunzelte Vincent über diese Wortwahl. Vincent lehnte sich lässig zurück in den großen Sessel, atmete tief durch, strich mit seiner Hand über seinen kurzen Bart.

Vincent: „Das ist richtig, Vater. Wir haben unseren Weg gefunden.“

Vater: „Das freut mich sehr für euch.“

Vincent: „Danke, das bedeutet mir viel.“

Vater: „Gibt es irgendwelche Pläne?“

Vincent: „Nichts konkretes bis jetzt.“

Vater: „Wo ist Catherine gerade?“

Vincent: „Bei Mary in der Kinderstube. Sie kümmert sich um Hope.“

Vater: „Die kleine Dame hat es ihr angetan. Das habe ich vorhin beobachten können. Ich habe euch zwei ebenfalls gesehen. Ihr fühltet euch unbeobachtet.“

Vincent: „Ah ja… ich verstehe. Als wir uns geküsst haben.“ Vater nickte lächelnd.

Vater: „Ja… in dieser Art und Weise habe ich euch nie gesehen. So habe ich dich noch nie gesehen.“

Vincent: „Wir lieben uns, Vater. Wir vertrauen einander. Wir werden sehen was uns die Zeit sonst noch bringt.“

Vater: „Lassen wir uns überraschen, mein Junge.“

Vincent: „Nur das du Bescheid weißt, Vater… Wir handhaben es so, dass ich unter Woche am Abend bei ihr oben und am nächsten Tag vor Sonnenaufgang wieder hier unten bin. Es sei denn natürlich wichtige Dinge können nicht warten. Am Freitagabend kommt sie runter und Montag in der früh geht sie direkt wieder nach oben.“

Vater: „Das funktioniert?“ fragte er überrascht.

Vincent: „Dieses zweigleisige hin und her handhaben wir bereits seit geraumer Zeit. Und ja, es funktioniert. Am Anfang war es etwas ungewohnt, aber mit der Zeit hat sich alles eingespielt. Wir kommen damit gut zurecht.“

Vater: „Mhm… Du hast dich verändert, wenn ich das sagen darf.“

Vincent: „Verändert… in wie fern verändert?“

Vater: „Du kommst mehr aus dir heraus, bist offener, zugänglicher… vorallem reifer. Catherine tut dir gut.“ Erstaunt sah er seinen Vater an.

Vincent: „Ja das tut sie.“

Am späten Abend trafen sich Catherine und Vincent in dessen Kammer. Er lag auf seinem Bett, las ein Buch, sah relaxt aus. Als sie näher kam, sah er auf, legte sein Buch beiseite.

Catherine: „Hey du…“ sie klang glücklich, ging zu ihm, küsste ihn leidenschaftlich.

Vincent: „Wie geht es Hope?“

Catherine: „Ihr geht es gut. Die kleine Maus ist stark und zufrieden. Wie war es bei Vater?“

Vincent: „Auch gut. Wir haben viel geredet.“ Sie legte sich an seine linke Seite, den Kopf an seiner Schulter gebettet, streichelte seine Brust.

Catherine: „Worüber?“ sanft kraulte er ihren Rücken, küsste ihre Schläfe.

Vincent: „Hauptsächlich über uns.“ Gespannt sah sie ihn an.

Vincent: „Nur positives… keine Sorge.“

Catherine: „Wie persönlich wurde es?“ kam mit einem Lächeln von ihr.

Vincent: „Es war nicht so schlimm, wenn es das ist was du meinst. Vater erzählte mir, dass du mich während des Gesprächs als deinen `Liebhaber`… deinen `Mann´ bezeichnet hast. Seine fragenden Augen wollten eine Bestätigung und ich gab sie ihm.“

Catherine: „Das bist du wirklich, mein Schatz… mein bester Freund, mein Liebhaber, mein Mann.“

Vincent: „Du bist unglaublich. Ich liebe dich, meine Süße.“ raunte er ihr verführerisch zu. Streichelte sanft ihr hübsches Gesicht.

Catherine: „Ich liebe dich über alles, Liebling.“ Vincent neigte seinen Kopf, beugte sich ihr entgegen, nahm sich ihre vollen wartenden Lippen. Sie verloren sich ineinander, liebten sich leidenschaftlich bis weit in die Nacht hinein.

Weitere Wochen vergingen

Catherine hatte inzwischen einen Termin bei Dr. Peter Alcott ausgemacht. Ihr innigster Wunsch endlich schwanger zu werden festigte sich.

Sprechstundenhilfe: „Miss Chandler? Dr. Alcott erwartet sie in seinem Behandlungszimmer.“

Mit leichtem Herzklopfen trat sie in den Raum. Peter stand sofort auf, nahm sie in den Arm.

Peter: „Cathy, mein Schatz. Welch Freude dich hier zu sehen.“

Catherine: „Freu dich nicht zu früh, Peter. Du weißt ich bin eine schwierige Patientin.“

Peter: „In der tat, aber lieber so als gar nicht. Gut siehst du aus. Da du nicht krank zu sein scheinst… jedenfalls sieht es für mich nicht so aus… was kann ich für dich tun?“

Catherine: „Es geht um Familienplanung, Peter.“ Er machte große Augen und sah sie abwartend an.

Peter: „Du verhütest bereits, soviel ich weiß.“

Catherine: „Richtig, aber es geht eher darum… ähm… ich möchte schwanger werden, Peter. Und bevor du etwas vermutest oder spekulierst… Vincent und ich sind fest zusammen. Wir lieben uns. Für mich steht unbestreitbar fest, dass er der Vater meiner Kinder werden soll. Er oder keiner.“ Peter lehnte sich nachdenklich zurück.

Peter: „Du fällst gleich mit der Tür ins Haus. So kenne ich dich, mein Schatz. Weiß Vincent von deinem Wunsch?“

Catherine: „Er kennt meinen Wunsch, ja. Jedoch ausführlich darüber gesprochen haben wir noch nicht. Das wollte ich, wenn ich mit dir hier alles durchgesprochen habe.“

Peter: „Was kann ich tun?“

Catherine: „Als erstes möchte ich wissen, ab wann ich nach Absetzung der Pille schwanger werden kann.“

Peter: „Nun, das ist unterschiedlich. Theoretisch ab dem nächsten Zyklus. Es gibt Frauen, die werden innerhalb des Folgemonats schwanger, andere wiederum erst nach 6 bis 8 Monaten.“ Catherine hörte ihm gespannt zu.

Catherine: „Wenn ich schwanger werden sollte, dann brauche ich deine und Vaters Unterstützung. Ich kann nicht einfach zu weiteren Untersuchungen in eine Klinik gehen, das ist dir sicherlich bewusst.“

Peter: „Du hast vollkommen recht, Liebes. Vincents Blut ist einzigartig. Das eures zukünftigen Kindes wird es ebenfalls sein. Daran gibt es gar keinen Zweifel.“

Catherine: „Ich möchte die Hauptuntersuchungen mit Ultraschall usw hier bei dir machen lassen. Aber nichts was das Baby gefährden könnte. Das Baby möchte ich unten im Kreise der Familie bekommen. Ich möchte es von Anfang an in Sicherheit wissen. Zumal wir nicht wissen, wessen Gene dominieren werden.“

Peter: „Dem ist nichts zu wiedersprechen oder hinzuzufügen. Du scheinst dich mit diesem Thema eingehend und ernsthaft befasst zu haben.“ Catherine lächelte ihn an.

Catherine: „Ja, das habe ich. Ich möchte mit Vincent ein Kind haben, Peter und werde alles daran setzen, das wir noch glücklicher werden.“

Peter: „Wie wirst du das mit deinem Job arrangieren?“

Catherine: „Sobald ich schwanger bin, werde ich meinen Job kündigen und mich zurückziehen. Ich möchte mich ganz aufs Kind konzentrieren. Und wer weiß… vielleicht kommt dann auch ein zweites Baby.“ sagte sie heiter geheimnisvoll. Peter lächelte und freute sich für Catherine.

Peter: „Ich werde mit Jacob zusammenarbeiten müssen, Catherine.“

Catherine: „Das ist mir durchaus bewusst. Könntest du es bitte noch für dich behalten, bis es bei mir soweit ist?“

Peter: „Ich stehe unter ärztlicher Schweigepflicht, Cathy. Du entscheidest, ob ja oder nein und wann. Ohne dein Einverständnis erfährt keiner was.“

Catherine: „Das hört sich gut an. Danke Peter.“

Peter: „Du solltest dich mit verschiedenen Vitaminpräparaten eindecken. Je gesünder du dich ernährst desto besser. Bitte keine Diätpläne, Cathy. Dein Körper braucht ein paar Reserven.“

Catherine: „Okay. Alles was du sagst, Doktor.“

Peter: „Ich wäre gerne eine Fliege an der Wand, wenn du Vincent von unserer Unterhaltung erzählst.“

Catherine: „Ich werde dich auf dem Laufenden halten.“ lachte sie breit.

Peter: „Ruf mich an, wenn du fragen hast. Möglicherweise wird Vincent ebenfalls Fragen haben, Cathy. Seine außergewöhnliche Anatomie, seine speziellen Gene…“

Catherine: „Wir könnten zusammen in Ruhe in meinem Apartment darüber reden. Vincent ist abends unter der Woche bei mir. Wir wären ungestört.“

Peter: „Das hört sich gut an. Wir verbleiben so, dass du dich meldest, wenn es so weit ist und alles andere besprechen wir zu gegebener Zeit.“

Am Abend des selben Tages

Gegen 22 Uhr kam Vincent nach oben in Catherines Apartment. Es war Dezember und sehr kalt draußen. Catherine wartete bereits sehnsüchtig mit einem heißen Tee auf ihn.

Zusammen saßen sie vor dem Kamin, kuschelten, tranken Tee, redeten über dies und das.

Catherine: „Ich liebe dich.“

Vincent: „Ich liebe dich auch, meine Süße.“ Verliebt sahen sie sich an. Catherine streichelte sein Gesicht, küsste sein Kinn, knabberte zart an seiner Unterlippe. Sie schien trotzdem in Gedanken versunken zu sein.

Vincent: „Woran denkst du?“

Catherine: „Ich habe eine Wunsch… einen Herzenswunsch, den nur du mir erfüllen kannst.“ Vincent zog hörbar scharf Luft ein.

Vincent: „Der wäre?“

Catherine: „Ich möchte ein Baby mit dir.“ hauchte sie verführerisch. Wirklich überrascht war er nicht, wie sie feststellte.

Vincent: „Diesen Wunsch hegst du seit längerem, liege ich da richtig?“ Überrascht sah sie ihn an.

Catherine: „Du hast es bemerkt?“ Vincent schmunzelte, seine Augen funkelten spielerisch.

Vincent: „Es war eher unmöglich für mich dies zu ignorieren oder nicht zu bemerken.“ sagte er mit einem Schmunzeln.

Catherine: „War es so offensichtlich?“ Nickend antwortete er:

Vincent: „Ich sage nur `Hope´… Die Zeit, die du mit ihr verbracht hast und deine Gefühle, wenn du sie hieltest oder ihr die Flasche gegeben hast. Ganz zu schweigen, wenn… irgendein anderes Baby oder kleines Kind… nur um Luke zu erwähnen… bei dir war, konnte ich es in deinem Gesicht sehen und in deinem Herzen fühlen.“

Catherine: „Wie stehst du dazu?“ fragte sie vorsichtig. Vincent atmete tief durch, überlegte, sah sie fest an.

Vincent: „Ein Baby… bist du dir wirklich sicher, dass du mit mir ein Kind haben möchtest?“

Catherine: „Ja, ich bin mir sogar sehr sicher. Du oder keiner. Warum sollte ich mir nicht sicher sein?“ Vincent zeigte gespielt überrascht mit seiner Hand auf sein Gesicht, drehte seine Hände.

Vincent: „Es könnte so aussehen wie ich?“

Catherine: „Das ist mir durchaus bewusst, du charmanter Pessimist.“ sagte sie im gespielten ernst, pochte mit ihrem Zeigefinger auf seine Brust. Nun sah sie ihn ernsthaft an.

Catherine weiter: „Vincent, ich liebe dich, ich liebe dein Gesicht, deine Hände… alles an dir. Ich wäre unsagbar stolz mit dir ein Kind zu haben, egal ob es mehr meine oder deine Gene haben wird.“

Vincent: „Du könntest es niemandem aus deiner Welt zeigen, Catherine. Denke bitte an deine Freundinnen.“

Catherine: „Liebling, du bist meine Familie. Alle unten sind meine Familie. Jenny und Nancy sehe ich auch so kaum und wenn es mal dazu kommen sollte, dann wird sich etwas passendes ergeben, aber ich möchte es nicht daran messen. Es geht hier um uns, mein Schatz… um dich, um mich und um unser zukünftiges Baby. Nichts anderes ist wichtig.“

Vincent: „Das wäre ein gewaltiger Schritt den wir vorhaben. Ich möchte, dass du dir dessen zu 100% bewusst bist.“

Catherine: „Ich bin mir dessen schon länger bewusst, Liebling und… ich wünsche es mir so sehr. Ein Baby mit dir… Mein größter Traum würde damit in erfüllung gehen… es würde mich noch glücklicher machen. Du machst mich bereits glücklich. Unser gemeinsames Baby würde es perfekt machen.“ Lang sah er sie. Sah ihre flehend bettelnden Augen.

Vincent: „Und ähm… wann hattest du gedacht, wollen wir für dieses Wunder sorgen?“ fragte er eher verhalten. Catherine rutschte noch näher an ihn heran, spielte mit ihren Fingern an seiner Brust.

Catherine: „So bald als möglich. Ich möchte keine kostbare Zeit verschwenden, Liebling. Ab heute beginnt meine Menopause. Gestern habe ich meine letzte Pille genommen. Theoretisch ab nächster bzw übernächster Woche.“

Vincent: „Das hört sich so an, als ob du alles durchgeplant hast.“ sagte er herausfordernd. Catherine nickte lächelnd.

Vincent weiter: „Du meinst es wirklich ernst.“

Catherine: „Ja, das tue ich.“ Tief sah sie ihm dabei in die Augen, hielt seinem Blick stand.

Vincent: „Du schaust mich so zielstrebig an… du warst bei Peter und hast mit ihm darüber geredet.“ Catherine ließ ihren Kopf verlegen auf seine Brust fallen und nickte. Nach einer kurzen Denkpause sah sie zu ihm rauf, lächelte schüchtern.

Catherine: „Bin ich so leicht zu durchschauen?“

Vincent: „Ich kenne dich gut genug.“

Vincent: „Wenn Peter es weiß, dann wird es nicht lang dauern, bis es Vater auch weiß.“

Catherine: „Nein… ich habe Peter ins Gebet genommen und ihn in gewisser Weise an seine ärztliche Schweigepflicht erinnert. Er wird nichts sagen, es sei denn ich erlaube es ihm.“

Vincent: „Gut. Wie seid ihr sonst verblieben?“

Catherine: „Peter bot an, dir Rede und Antwort zu stehen, solltest du irgendwelche Fragen haben, bezüglich deiner Besonderheit. Ansonsten werde ich mich bei ihm vorstellen, wenn ich das Gefühl habe schwanger zu sein. Und des Weiteren, möchte ich nicht in eine Klinik gehen für die Untersuchungen. Die Vorsorgeuntersuchungen mit Ultraschall usw wird Peter vornehmen. Das Baby wird unten im Kreise der Familie zur Welt kommen. Selbst wenn unser Baby meine Gene haben sollte, dann wird es auf jeden Fall eine außergewöhnliche Blutgruppe haben und ich möchte kein Risiko eingehen.“

Vincent: „Du scheinst an alles gedacht zu haben.“

Catherine: „Sollte ich dennoch etwas vergessen haben, dann besprechen wir das zu einem anderen Zeitpunkt.“

Vincent: „Dann habe ich noch ein paar Tage Zeit, um mich mit dem Gedanken anzufreunden, bald Vater zu werden… Das du einmal mein Kind austragen wirst… ich kann es kaum glauben.“ sagte er ehrfürchtig verführerisch.

Catherine: „Mhmm, so ist es. Glaube es, denn es wird nicht mehr lang dauern. Ich kann es selbst kaum erwarten. Vielleicht… sollten wir vorher noch ein wenig üben. Was meinst du?“ kicherte sie schelmisch.

Vincent: „Mmmhh… üben… klingt interessant. Mit dir übe ich gern das Babys machen.“ lächelnd trafen sich ihre Lippen. Die zwei verbrachten eine leidenschaftliche und intensive Nacht.

2 Wochen später

In den letzten 5 Tagen ging es in den Tunneln drunter und drüber. Es war kurz vor dem Jahreswechsel, als in den unteren Kammern veraltete Rohre zur Wasserversorgung nicht mehr stand hielten. Sie brachen und ließen tiefere Kammern mit Wasser volllaufen. Um weiteren Schaden abzuwenden, wurden Verbindungen abgedichtet und umgeleitet, bis der Schaden behoben wurde. Die Männer waren rund um die Uhr damit beschäftigt, die defekten Rohre auszuwechseln, um diese durch neue zu ersetzen. Es dauerte Tage bis ein Großteil des Schadens beseitigt werden konnte. Die Männer mussten daher ihre Familien für ein paar Tage verlassen. Der Weg dorthin, hin und zurück, nahm mehr Zeit in Anspruch, als das es wirklich effektiv wäre. Daher entschlossen sie sich dazu, direkt vor Ort ein Lager zu errichten, um effektiv arbeiten zu können.

Die Männer wurden von ihren Familien aufs schmerzlichste vermisst. Darunter auch Catherine.

Seit nun mehr 6 Tagen hatte sie Vincent weder gesehen, noch gehört oder berührt. Ihre Sehnsucht nahm immer mehr zu. Ihr Büro hatte über die Weihnachtsfeiertage bis nach Neujahr geschlossen. Folglich verbrachte sie die Zeit bei Vincent und seiner Familie. Für sie war es ungewohnt so viele Tage in den Tunneln, ohne Vincent an ihrer Seite, zu verbringen. Im Essenssaal waren hauptsächlich Frauen und Kinder und ältere Männer, die sich Tag für Tag fragten, wann ihre Ehemänner und Daddys endlich wieder kommen.

Zusammen mit Rebekka, Mary, Lena und Olivia saß Catherine an einem großen Tisch und aßen zu Mittag, als Vater freudig eintrat und die frohe Botschaft verkündete, dass der Schaden behoben wurde und die Männer sich auf den Weg nach Hause machten. Freudestrahlend sahen sich alle nacheinander an.

Catherine: „Wann werden sie ungefähr hier sein?“ Vater dachte angestrengt nach.

Vater: „Mit all dem Gepäck und Werkzeugen könnte es 5 bis 6 Stunden dauern. Sie werden viele Pausen machen müssen.“

Catherine: „Dann heute Abend. Die Jungs werden hundemüde und geschafft sein, wenn sie hier ankommen. Können wir irgendetwas für unsere Männer tun, um es ihnen so angenehm wie nur möglich zu machen, auch wenn sie kaum in der Lage sein werden es mitzubekommen?“

Olivia: „Was haltet ihr davon, Mädels, wenn wir für unsere Männer alles vorbereiten, damit sie schleunigst aus ihren schmutzigen Sachen rauskommen, Baden können und sich dann ausruhen. Ich werde Kanin seinen weiten weichen Pullover und seine warme Lieblingshose zurechtlegen. Zum essen wird er zu müde sein.“

Catherine: „Dem werde ich mich anschließen, Olivia. Vincent wird fix und fertig sein. Ich bereite ebenfalls alles vor, damit er sich ausruhen und erholen kann.“ William bekam die Unterhaltung mit. Er gesellte sich zu den Damen an den Tisch.

William: „Die Jungs werden zwar sehr müde, aber hungrig sein. Ich werde einen reichhaltigen Eintopf machen. Der rutscht wie von selbst in die leeren Mägen und lässt sie hinterher gut schlafen.“

Mary: „Das ist eine wundervolle Idee, William. Die Männer haben in den letzten 6 Tagen reine Knochenarbeit geleistet. Das Bad wird deren überbeanspruchten Muskeln gut tun.“

Lena: „Dann lasst uns zur Arbeit schreiten, Mädels. Unsere Männer brauchen uns.“ Ein breites Lächeln ging durch die Runde. Die Männer kommen endlich heim.

Stunden später:



Die Kommunikationsrohre kündeten endlich die Ankunft der Arbeitsgruppe an. Bevor die Arbeiter jedoch zu ihren Lieben konnten, verstauten sie die Werkzeuge an Ort und Stelle. Die schmutzigen Arbeitskleidungen der letzten Tage wurden direkt zu den Wäscherinnen gebracht und der unwichtige Rest wurde vorrübergehend in einer separaten Kammer liegen gelassen. Vater empfing die Gruppe als erstes an einer Weggabelung.

Vater: „Willkommen zu Hause, alle zusammen.“ Allen huschte ein müdes Lächeln übers Gesicht.

Vincent: „Schön wieder zu Hause zu sein.“

Kanin: „Im eigenen bequemen Bett.“

Cullen: „Im trockenen.“ Joseph trottete neben allen her. Er konnte nur noch stumm nicken.

Vater: „Ist alles gut verlaufen?“

Vincent: „Wir denken schon, ja. Aber lass uns darüber ein anderes Mal reden, Vater. Wir können uns kaum noch auf den Beinen halten.“ Vater nickte, nahm jeden dankbar in den Arm. Randolph und Joseph waren nicht mehr in der Lage Worte zu wechseln. Wie in Trance bewegten sie sich.

Die Gruppe trennte sich und einer nach dem anderen kam erst jetzt richtig zu Hause an.

Vincent ging langsam und leise in den Vorraum seiner Kammer. Er spürte Catherines Präsenz und ihre Aufregung. Er legte seinen Mantel ab, ging ein paar Schritte weiter und erblickte dieses zarte Wesen, das mit dem Rücken zu ihm stand und gedankenversunken Vincents Wechselsachen vorbereitete.

Vincent: „Gott… hab ich dich vermisst.“ Sprudelte es müde, aber sehnsüchtig aus ihm hervor. Abrupt drehte sie sich zu ihm um, hatte Freudentränen in den Augen, rannte auf ihn zu, schlang ihre Arme um seinen Hals. Vincent hielt sie so gut er konnte.

Catherine: „Vincent… endlich… 6 Tage…“ hauchte sie glücklich. Eine gefühlte Ewigkeit standen sie so eng umschlungen beieinander, genossen die Nähe und die Berührung des jeweils anderen. Vincent sagte nichts weiter. Er war viel zu müde dafür. Catherine merkte es an seiner Haltung und sah ihn an. Geschafft lehnte er jedoch seine Stirn gegen ihre, schloss seine Augen.

Vincent: „Du bist genau das, was ich brauche.“ Es war nur ein Flüstern, aber kam von Herzen. Catherine streichelte seine Wange, küsste ihn zärtlich.

Catherine: „Komm, auf dich wartet ein schönes warmes und entspannendes Bad. Ich habe den Pool für dich vorbereitet und Wechselsachen bringe ich dir. Was hältst du davon?“ prüfend sah sie ihn an. Müde Augen schmunzelten sie an.

Vincent: „Das klingt traumhaft.“

Catherine: „Dann geh schon einmal vor, mein Schatz. Ich komme gleich nach und bringe dir deine Wechselsachen. Vater sagte, du hast den Pool heute ganz für dich allein. Er geht morgen früh baden.“

Vincent: „Gut, dann werde ich deinem Vorschlag folge leisten.“

Vincent ging zum warmen Pool, der nur ein paar Meter entfernt zwischen seiner und Vaters Kammer zu finden war und den er sich mit Vater teilte. Seine Sachen legte er mühsam ab, verstaute sie in einem nahestehenden Wäschekorb und stieg ins warme entspannende Nass. Er wusch sich langsam und lehnte sich dann zurück an die Poolwand. Seine Arme streckte er nach beiden Seiten aus, ließ seinen Kopf nach hinten auf den Rand fallen, hielt seine Augen geschlossen. Das warme Wasser hatte eine entspannende Wirkung auf die angespannten und schmerzenden Muskeln.

Catherine gab Vincent etwas Zeit für sich. Nach 30 Minuten ging sie langsam in die private Badekammer, kniete sich hinter den bereits dösenden Mann direkt vor ihr, nahm etwas von der Badeseife in ihre Hände und ließ ihre zarten Hände und Finger langsam, aber mit etwas Druck über seine Schultern und Oberarme gleiten. Sie konnte jede angespannte Sehne darunter spüren. Nach ein paar Minuten öffnete Vincent seine Augen und sah ihr direkt in die Augen, die ihn zärtlich zulächelten. Kein Wort wurde gesprochen. Augen und Hände dienten als Kommunikation. Ihre Hände glitten zu seinen Schultern, seinen Hals und ruhten für eine Weile streichelnd an seiner Brust. Ihre Gesichter kamen sich sehr nahe, sodass Catherine mühelos sein Gesicht mit leichten Küssen benetzen konnte. Vincents Arme kamen ihr entgegen, streiften Haarsträhnen aus ihrem Gesicht, hielten sanft ihren Kopf. Sein Mund suchte ihre vollen Lippen, fand sie und küsste sie erst zart, rücksichtsvoll und zog sie sachte zu sich in den Pool. Catherine war voll bekleidet und nun pitsch nass in seinen Armen. Vincent wartete nicht lang. Er zog ihr den Pullover über den Kopf und alles darunter liegende, ebenso ihre Hose, bis sie wie Vincent, unbekleidet war. Hände erkundeten und streichelten sich gegenseitig, Münder, Lippen und Zungen fanden sich immer und immer wieder innig leidenschaftlich. Behutsam, aber bestimmend drehte er Catherine zur Poolwand, hob sie leicht an und vereinigte sich mit ihr. Ein Arm um seine Schultern und den anderen an seinen Nacken, gaben sie sich einander hin, küssten sich hastig voller Verlangen, bewegten sich harmonisch zusammen. Die Erlösung folgte im nu. Zu lange waren sie getrennt von einander und waren ausgehungert. Schwer atmend, aber noch immer vereinigt sahen sie sich an, lächelten, küssten sich spielerisch, streichelten einander.

Catherine: „Ich habe dich auch vermisst.“ sagte sie schelmisch.

Vincent: „Lass uns ins Bett gehen. Ich brauche deine Wärme, deine Nähe. Diese 6 Tage haben mir einiges abverlangt. Ich hätte nicht gedacht, dass du mir so sehr fehlen wirst.“

Catherine: „Ich habe die ganze Zeit an dich gedacht, dich jede Nacht umso mehr vermisst.“

Vincent: „Komm… lass uns in meine Kammer gehen.“ Catherine sah ihn fragend an. Vincents Augen funkelten müde, er schmunzelte.

Vincent: „Ich weiß… was ist, wenn jemand rein kommt?“ Catherine nickte schmunzelnd.

Vincent weiter: „Ich stelle eine große Laterne in den Gang, der große dicke Vorhang als nächstes und der Rest… nun wir werden sehen. Die Familie muss lernen zu akzeptieren, dass ich ebenfalls meine Privatsphäre brauche… egal wie lang.“

Catherine: „Das hört sich gut an. Ich hätte dich keine Minute mehr allein lassen wollen.“ Zusammen verließen sie den Pool, trockneten sich gegenseitig ab, küssten sich. Da Catherines Sachen nass waren, musste sie sich in ein großes Badetuch einwickeln, während Vincent in seine Wechselsachen schlüpfte. In seiner Kammer angekommen tat er genau das, was er vorhatte. Er stellte eine große Laterne mit einer 24 Stunden Kerze darin in den Gang zu seiner Kammer, den Eingang verschloss er mir einem dicken und blickdichten Wandteppich. Die Kammer an sich war spärlich beleuchtet mit vereinzelten Kerzen, aber es war hell genug, um sich gegenseitig zu sehen. Doch Vincent bekam von der romantischen Atmosphäre nicht mehr viel mit. Kaum hatte er sich ins Bett gelegt, mit Catherine an seiner Seite, war er eingeschlafen. Nichts hätte ihn nun mehr wecken können.

Am nächsten Morgen war Catherine als erstes wach. Vincent schlief tief und fest. Er hatte den erholsamen Schlaf bitter nötig. Catherine strich leicht eine Strähne aus seinem schlafenden Gesicht, küsste sanft, ohne ihn zu wecken, seine Schläfe und kletterte aus dem Bett. Sie erneuerte die wenigen Kerzen, die durch die Nacht hindurch brannten. Im Vorraum zu Vincents Kammer entzündete sie mehrere Kerzen, sodass sie alles gut sehen konnte. Es hatte die Nacht etwas abgekühlt, folglich erneuerte sie ebenfalls das Feuer im großen Holzofen. Es dauerte nicht lang, bis es gemütlich warm wurde.

Nachdem sie gewaschen und fertig angezogen war, begab sie sich zu den anderen in den Essenssaal. Keiner von der Arbeitsgruppe war nur im entferntesten zu sehen. Die Frauen saßen am Tisch, zu denen sich Catherine mit ihrem Frühstück dazu gesellte.

Catherine: „Guten Morgen, die Damen.“ Die Frauen lächelten ihr freudig entgegen.

Olivia: „Guten Morgen, Cathy. So wie es aussieht, scheint Vincent auch noch im Land der Träume zu sein.“

Catherine: „Da scheint er nicht der Einzige zu sein.“

Lena: „Du sagst es. Randolph ist beim Baden eingeschlafen und hat es gerade so ins Bett geschafft.“

Catherine: „Vincent erging es nicht anders. Nach dem Bad ging er ins Bett und war von einer Sekunde auf die andere eingeschlafen. Er noch nicht einmal was gegessen.“

Olivia: „Kanin ist am Tisch beim Essen eingeschlafen.“ Alle drum herum mussten lachen.

Rebekka: „Ich glaube mit unseren Männern braucht heute niemand mehr zu rechnen. Cullen gehört ebenfalls dazu.“

Catherine: „Ich werde nachher ein Tablett mit ein paar kleinen Snacks und eine Kanne Tee mitnehmen.“

Olivia: „Gute Idee, Cathy. Das mach ich auch. Und eine Schüssel mit Williams leckerem Eintopf. Den stelle ich auf den Ofen, dann bleibt der schön warm.“

Catherine: „Das mach ich auch.“

Vater und Mary kamen zu den Frauen an den Frühstückstisch.

Vater: „So, die Damen. Einen guten Morgen wünsche ich und guten Appetit.“

Mary: „Wie geht es euren Männern?“ Die Frauen sahen sich fragend an, schmunzelten und erzählten den beiden vom gestrigen Abend. Mitleidig sah Mary zu Vater, der sich um seine Jungs Sorgen machte.

Olivia: „Ich glaube nicht, dass Kanin heute zu irgendetwas im stande ist, um es zu reparieren, Vater.“

Lena: „Das Selbe gilt für Randolph.“

Catherine: „Und für Vincent. Er hat noch nicht einmal was gegessen.“

Rebekka: „Auch Cullen braucht seine Ruhe.“ Mary und Vater sahen sich an.

Vater: „Keine Sorge. Eure Männer sollen sich erst einmal gründlich ausschlafen und erholen. Mal sehen, vielleicht ist heute Abend ein guter Zeitpunkt, um einen zum Nachgespräch zu bitten.“

Mary: „Lassen wir unsere schwer arbeitenden Jungs in Frieden, Jacob. Morgen ist auch noch ein Tag. Die Nachbesprechung kann warten. Ich werde ab und zu nach Joseph sehen.“ Mary tätschelte Vaters Hand, lächelte in die Runde und frühstückte gemeinsam mit den anderen.

Bis zum Mittag waren alle, bis auf die Arbeitsgruppe, mit den täglichen Arbeiten beschäftigt. Catherine half überall mit, wo sie gebraucht wurde. Kurzer Hand übernahm sie nach dem Mittagessen eine von Vincents Klassen und hatte reichlich Spaß daran die Kinder in sachen Literatur zu unterrichten. Die Kinder, die sie unterrichtete, waren schon etwas älter… Teenager. Sie wünschten sich `Jane Eyre´ von Charlotte Bronte und vertieften sich in diese Geschichte. Speziell die Mädchen waren von dieser Erzählung sehr angetan. Die Jungs fanden es teilweise eher schnulzig.

Am späten Nachmittag erwachte Vincent in seiner spärlich beleuchteten Kammer. Er hatte jegliches Zeitgefühl verloren und versuchte sich zu orientieren. Die plötzlichen Klopfgeräusche mit der Zeitdurchsage verblüffte ihn… 16.30 Uhr. Er räkelte sich hin und her, rieb sich seine noch müden Augen, zwang sich aus dem Bett. Durch frisches kaltes Wasser im Gesicht versuchte er wach zu werden, doch vergeblich. Vincent putze sich die Zähne, glättete seine lange Mähne, als seine feine Nase den Geruch von Essen wahr nahm. Im vorderen Bereich seiner Kammer entdeckte er auf dem Tisch ein reichlich bestücktes Tablett, welches ihm ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Daneben auf seinem Teller lag eine Nachricht.

Guten Morgen, Schlafmütze


Eine leckere warme Suppe von William steht auf dem Ofen. Lass es dir schmecken.


Ich bin in Kürze wieder bei dir.


Ich liebe dich


C.




Dies ließ er sich nicht zweimal sagen. Sein Magen knurrte fürchterlich. Genüsslich machte er sich über das volle Tablett her und im Anschluss leerte er den Topf mit Williams leckeren Eintopf. Kaum war Vincent fertig, fühlte er sich gestärkt, aber dennoch weiterhin geschafft. Sein Magen dankte es ihm.

Das leere Tablett mit Topf und Geschirr brachte er dann doch persönlich zu William in die Küche. Dieser war gerade dabei das Abendessen vorzubereiten und war sichtlich überrascht, aber hoch erfreut Vincent zu sehen.

William: „Aaah, Vincent. Wie ich sehe hat es dir recht gut geschmeckt.”

Vincent: „Wie du siehst, ja. Es war hervorragend, danke William.“

William: „Du siehst noch recht müde aus, wenn ich das nebenbei bemerken darf.“

Vincent: „Bin ich auch. Ich fühle mich so fertig wie schon lang nicht mehr.“

William: „Nach ein paar regelmäßigen Mahlzeiten wird es dir besser gehen. Die 6 Tage mit Mindestverpflegung haben euch an eure Grenzen gebracht. Auch dich, mein Sohn.“

Vincent: „Da hast du sicherlich recht. Wir hatten nicht wirklich Zeit, um ausgiebig zu essen.“ Vincent massierte sich dabei müde seinen Nacken, als Vater hinter ihm stand.

Vater: „Ahja, Vincent… schön dich zu sehen. Wie geht es dir? Gut geschlafen?“

Vincent: „Vater… müde und geschafft, um es kurz zu machen. Den Mangel an Schlaf muss ich erst noch aufholen.“

Vater: „Das sieht man dir an. Erhole dich, mein Sohn. Wir reden morgen, wenn es dir besser geht. Ach ja, … Catherine hat heute eine deiner Klassen unterrichtet.“ Verblüfft sah er Vater an.

Vincent: „Catherine hat unterrichtet? Was soll ich dazu sagen… das freut mich. Hoffentlich hatte sie mit den Teenagern nicht allzu große Probleme.“

Vater: „Definitiv nicht. Sie hatte sogar sehr viel Spaß dabei. Die Schüler waren begeistert von ihr. So jemanden wie sie bräuchten wir hier unten.“ Verwundert über diese Worte sahen sich Vincent und William an.

Vincent: „Du machst mir Angst, Vater.“ Gespielt gekränkt sah er von einem zum anderen, legte seine Hände an die Hüften.

Vater: „Was soll das heißen, mein Sohn?“ lächelte er ihm verschmitzt zu. Doch Vincent wurde es unheimlich. Angestrengt sah er seinen Vater an, schüttelte verwundert seinen Kopf.

Vincent: „Vater… ich glaube ich bin einfach zu müde und nicht sonderlich in der Verfassung, um dir zu folgen oder dahinter zu steigen, was du im Schilde führst. Daher gehe ich nun wieder ins Bett, denke nicht weiter darüber nach und belasse es einfach dabei… gute Nacht und bis morgen… William auch dir eine gute Nacht.“ Vincent gab somit auf, resignierte und zog sich zurück. Breit lachend sahen Vater und William ihm hinterher.

William: „Ich habe ihn noch nie so gesehen.“

Vater: „Um ehrlich zu sein… ich auch nicht. Wenn es Vincent schon so mitgenommen hat, die 6 Tage dort unten, dann wird es den anderen wesentlich schlechter gehen. Wir müssen sie wieder aufpäppeln.“

William: „Ich werde einen speziellen Essensplan aufstellen, damit die Jungs ihren Defizit wieder auffüllen können. Es wird ein paar Tage dauern bis sie sich vollständig erholt haben.“

Vater: „Du hast recht, alter Freund. Lass uns zusammenarbeiten, dann kommen sie schnell wieder zu kräften. Ich werde heute zu späterer Stunde bei allen vorbei schauen und sehen wie es ihnen geht.“

William: „Vergiss bitte nicht vorher Bescheid zu sagen, Vater. Am besten du bittest die Jungs zu dir zu kommen… einen nach dem anderen.“ fragend sah Vater ihn an.

William: „Die Männer waren fast 1 Woche von ihren Frauen getrennt, Vater…“ noch immer dämmerte es ihm nicht. William drehte sich gezielt zu ihm um, sah ihm direkt in die Augen.

William weiter: „Vater… warum wohl kümmern sich Mary und Samantha und Jamie um Luke und die kleine Cathy zusätzlich? Schon mal daran gedacht wie es war, als wir noch so jung waren?“

Vater: „Oooh, oooh… das ja. Nun ja… du hast recht. Aber meinst du wirklich? Ich denke die Männer sind geschafft und…“ er redete nicht weiter. William warf ihm einen vielsagenden Blick zu.

William: „Nimm es mir nicht krumm, Vater… aber dafür ist immer Zeit und die Kraft dafür haben unsere Jungs alle mal. Ich bin mal gespannt wieviel Nachwuchs wir in 10 Monaten hier unten erwarten dürfen.“ William hatte ein schelmisches Grinsen auf seinem breiten Gesicht, während Vater sich setzen musste.

William: „Kündige dich vorher an. Platz nicht einfach hinein.“

Vater: „Eine gute Idee, William, ja in der Tat.“

Zurück in seiner Kammer, erwartete Vincent bereits jemand. Catherine saß am kleinen Esstisch mit ihrer heutigen Unterrichtslektüre in der Hand. Als sie Vincents leise Schritte hörte sah sie auf, lächelte ihm entgegen, ging ihm entgegen, legte ihre Arme um seine Taille.

Catherine: „Ich hab dich vermisst. Wo warst du?“ Vincent küsste ihre Stirn, legte seine starken Arme um sie.

Vincent: „Ich war bei William und habe ihm das leere Tablett wiedergebracht… danke übrigens für die reichliche Verpflegung.“

Catherine: „Gern geschehen. Du hörst dich noch müde an.“ Schmunzelte Catherine, als sie seine Augen sah, küsste sanft seinen Mund.

Vincent: „Bin ich auch.“ Er hielt kurz inne, dachte nach. Abwartend sah sie ihn an.

Vincent weiter: „Vater sagte mir, dass du heute einer meiner Klassen unterrichtet hast.“

Catherine: „Mhmm, das hab ich in der tat.“

Vincent: „Haben sie sich benommen oder muss ich mit meinen Schülern ein ernstes Wörtchen reden.“ Catherine lachte freudig.

Catherine: „Die Teenager waren toll. Es hat mir ungeheuerlich viel Spaß gemacht.“ schwärmte sie.

Vincent: „Das sehe ich dir an. Vater war übrigens sehr angetan von dir. Die Kinder haben dich in den höchsten Tönen gelobt und erwarten eine weitere Stunde mit dir.“ Catherines Augen strahlten.

Cathrine: „Wirklich? Oooooh ist das schön zu hören. Ich würde mich sehr darüber freuen.“

Vincent: „Nun ja, wenn es zeitlich bei dir passt und du Lust und Laune dazu hast, dann sag mir oder Vater einfach Bescheid. Ich kann mich dann um andere Dinge kümmern. Du wärst eine große Hilfe, mein Schatz.“

Catherine: „Das ist großartig. Es wäre vorallem eine gute Abwechslung für mich.“

Vincent: „Gut. Sag mal… als wir gestern zurück kamen… da warst du auch schon hier, oder? Ich weiß nur, dass ich kaum noch fähig war mich auf den Beinen zu halten.“ Catherine lächelte und nickte.

Catherine: „Jaaaa, ich war gestern schon hier und habe auf dich gewartet.“

Vincent: „Uuuund? Ich bin mir nicht sicher was Traum oder Realität war.“ sagte er nachdenklich, mit diesem gewissen Schalk in seinen Augen.

Catherine: „Oooooh, mein Schatz… ich glaube nichts davon war ein Traum. Es war eher traumhaft und so was von real.“ Catherines Augen strahlten.

Vincent: „Ist das so… hmm…“ Catherine zog ihn zu sich heran, küsste ihn federleicht.

Catherine: „Erinnerst du dich?“ fragte sie spielend. Gespielt nachdenklich gab er zurück.

Vincent: „Ich bin mir nicht sicher. War da sonst noch etwas? Gib mir noch einen Hinweis.“ knurrte Vincent leise verführerisch. Catherine küsste ihn härter, fordernder, suchte seine Zunge.

Catherine: „Dämmert da was?“

Vincent: „Oh ja… langsam kommt die Erinnerung wieder.“ Vincent löste sich von ihr, zog seinen Pullover über den Kopf aus, packte Catherine und trug sie zum Bett. Stück für Stück zog er sie aus, liebkoste ihren samtweichen Körper.

Catherine: „Ist dir eigentlich bewusst, in welcher besonderen Zeit wir uns gerade befinden?“ schnurrte sie ihm zu, als er gerade Catherines Brüste erkundete. Vincent hielt kurz inne, dachte nach. Über seine nachdenkende Mimik musste sie schmunzeln.

Vincent: „Hilf mir auf die Sprünge.“ grummelte er hilfesuchend.

Catherine: „In der ´Baby-mach-Zeit´.“ Ihre Augen funkelten und leuchteten.

Vincent: „In der ´Baby-mach-Zeit´?“ wiederholte er schmunzelnd. Catherine nickte abwartend.

Catherine: „Mhmm, laut meinem Kalender ist in diesen Tagen die richtige Zeit dafür.“

Vincent: „Ahjaaaa. Wenn das dann gestern kein Traum war, haben wir theoretisch bereits dafür gesorgt, dass du schwanger werden könntest, oder?“ eindringlich sah er sie an, küsste sie.

Catherine: „Allerdings. Ich will dich… ich will dein Baby.“ Vincents Atmung wurde schwerer bei diesen Worten und wie sie es sagte. Weit rutschte er zu ihr rauf, küsste sie innig.

Vincent: „Du bekommst ein Baby von mir.“ Seine Stimme war tief und heiser. Seine Augen wurden fast schwarz vor Verlangen. Catherine spürte seine Veränderung und hatte Schmetterlinge im Bauch vor Erwartung. Vincent wurde leidenschaftlicher, fordernder, dominanter und nahm sie sich. Catherine gab sich ihm voll und ganz hin. Sie hörte Laute von sich selbst, die sie nie für möglich gehalten hatte. Die Art und Weise wie sie liebten war anders als zuvor. Es war intensiver. Ihr gemeinsames Band leitete sie. Der Gedanke daran ein Kind zu zeugen überwältigte beide, besonders Vincent. In ihm löste es etwas aus, das er schwer einordnen konnte, aber er ließ seinen Gefühlen freien Lauf.

Der Wunsch ein Baby zu zeugen ließ Catherine und Vincent nicht zur ruhe kommen. Kaum war ein Akt beendet, begann bereits der nächste und wiederholte sich ein paar mal an diesem noch so frühen Abend.

Gegen 19 Uhr vernahm Vincent eine Nachricht über die Rohre, die an ihn und an die anderen Männer aus der Arbeitsgruppe gerichtet waren. Sie sollten sich ab 20 Uhr in der Krankenkammer einfinden. Eng aneinander gekuschelt verfolgten Catherine und Vincent die Nachricht.

Vincent: „Hmm… muss das wirklich sein?“ klagte er. An seiner Seite lächelte es vergnügt und kraulte seine breite muskulöse Brust.

Catherine: „Vater ist besorgt und möchte nur sicher gehen, dass es dir und den anderen gut geht.“ Versuchte sie ihn mit sanften Ton milde zu stimmen.

Vincent: „Ich weiß. Trotzdem… ich sagte ihm am Nachmittag irgendetwas von ´wir reden morgen´, aber nicht mehr heute.“

Catherine: „Sieh es als kurze Erholung, mein Schatz, wir haben schließlich eine lange Nacht vor uns.“ Vincent rollte sich seitlich an Catherines Seite, ergriff ihre Hüfte, küsste ihre Halsbeuge und murmelte:

Vincent: „Das Baby machen ist eine interessante Erfahrung und fängt an mir Spaß zu machen.“ Lachend griff sie in seine dicke Mähne, fuhr mit ihren Fingerspitzen sein markantes Gesicht ab.

Catherine: „Daran hab ich keinen Zweifel. Mir gefällt es genauso sehr wie dir.“

Vincent: „Das ist nicht abzustreiten. So wie du dich hier vor mir verführerisch bewegst, ist das kein Wunder.“

Catherine: „Das liegt einzig und allein an dem Mann hier neben mir im Bett. Frauen lieben große und mit Muskeln bepackte starke Männer. Du hast alles was eine Frau begehrt, mein Schatz und dafür werde ich ewig dankbar sein.“

Vincent: „Du machst mich ganz verlegen.“

Catherine: „Ich weiß. War auch meine Absicht. Du hörst das nicht gern, aber es ist wahr. Für mich… bist du mein Traummann. Ich gebe dich nie wieder her.“

Vincent: „Das Selbe gilt für mich, Catherine. Ein Leben ohne dich… kann und will ich mir nicht mehr vorstellen. Für mich bist du alles. Mit dir an meiner Seite fühle ich mich komplett. Dir kann ich alles anvertrauen, egal worum es geht.“  Catherine hatte Tränen in den Augen vor Glück.

Catherine: „Solche Worte hat noch nie jemand zu mir gesagt.“ sagte sie bewegt.

Vincent: „Das soll auch so sein, denn… nach solch einer Liebeserklärung folgt eigentlich ganz was anderes, obwohl wir… Schritt 3 bereits vorgezogen haben.“ Noch mit Tränen in den Augen sah sie ihn fragend an. Vincent lehnte sich zurück zu seinem Nachttisch und zog einen kleinen Lederbeutel hervor. Er öffnete ihn, nahm galant Catherines Hand mit der Handfläche nach oben und ließ etwas aus dem Lederbeutel gleiten. Catherine traute ihren Augen kaum. Gebannt starrte sie auf das, was auf ihrer Handfläche lag. Es war ein aquamariner Ring. Dieser hatte verschiedene aquamarine Blautöne und je nach Lichteinfall schimmerte dieser mal heller und mal dunkler oder beides zusammen. Dieses spezielle blau spiegelte Vincents Augenfarbe wieder.

Catherine: „Vincent…“ hauchte sie und war sprachlos.

Vincent: „Ich liebe dich, Catherine Caroline Chandler. Heirate mich… werde meine Frau… und die Mutter meiner Kinder.“ Catherine hielt den Atem an, die Welt schien in diesem Moment still zu stehen.

Catherine: „Ja, ja… mit ganzen Herzen möchte ich dich heiraten, Vincent. Oh Gott, ich kann es kaum glauben. Ich hatte nicht im geringsten damit gerechnet.“ Catherine kämpfte mit ihren Freudentränen und Vincent schmunzelte verlegen.

Vincent: „Das war meine Absicht, mein Schatz. Gib mir deine andere Hand. Wollen wir mal sehen und hoffen das mein Augenmaß mich nicht im Stich gelassen hat.“ Gespannt abwartend sah sie zu, wie Vincent den Ring von ihrer Handfläche auflas, ihre andere Hand in seine nahm und den Ring an ihren Ringfinger platzierte. Er küsste den Ring an ihrem Finger, dann ihre Lippen, die salzig schmeckten. Catherine betrachtete ihren Verlobungsring im Kerzenschein. Sie suchte nach den richtigen Worten.

Catherine: „Oh Gott, Vincent… der ist wunderschön… atemberaubend… Mir fehlen einfach die richtigen Worte, um das auszudrücken was ich fühle und wie wunderschön dieser Ring ist.“

Vincent: „Du musst nicht sagen. Deine Reaktion, dein Gesichtsausdruck, deine Augen… speziell unser Band sagt mir alles was ich wissen muss und was du nicht ausdrücken kannst.“

Catherine: „Ich liebe dich so sehr.“ Vincent antwortete mit einem leidenschaftlichen Kuss, der ihr den Atem nahm. Gemeinsam tauchten sie wieder in den See der Liebe ein und vergaßen die Zeit um sich herum. Nichts war mehr wichtig.

Es war bereits weit nach 20 Uhr, als Vincent aus der Ferne seinen Namen über die Rohre vernahm, aber nicht wirklich daran interessiert war darauf zu reagieren, bis ihm einfiel warum.

Vincent: „Ich muss dich jetzt leider verlassen, meine Schöne.“ sagte er wehmütig. Neben ihm murrte es müde.

Catherine: „Beeil dich, bitte. Ich kann nicht lang ohne dich sein.“ Sie küssten sich und waren fast dabei sich wieder in einander zu verlieren.

Vincent: „Wenn wir damit nicht aufhören, schaffe ich es heute garantiert nicht mehr aus dem Bett.“ schelmisch lächelte sie ihm entgegen.

Catherine: „Ich hätte nichts dagegen.“

Vincent: „Denk ich mir.“ Vincent schlüpfte aus dem Bett, zog sich eine einfache Freizeithose und einen weiten dünnen Pullover über, der seine mächtige muskulöse Brust, breiten Schultern und starken Arme hervor hob. Doch bevor er gehen wollte schenkte er sich eine Tasse Tee ein.

Vincent: „Magst du auch eine Tasse Tee, Liebes?“ Catherine kam aus dem Schlafbereich, nur mit einer kuscheligen dünnen Decke um sich herum gewickelt.

Catherine: „Ja, gern. Ich bin am Verdursten.“  Bei ihrem Anblick geriet Vincent ins Schwärmen. Auch Catherine stockte der Atem.

Vincent: „Was tust du mir nur an.“ kam wehmütig aus ihm hervor, trat an sie heran, nahm sie in seine starken Arme. Catherine kuschelte sich an seine feste Brust.

Catherine: „Das Kompliment kann ich nur zurück geben. Hast du eigentlich eine Ahnung wie sexy du in den Klamotten aussiehst? Man sieht jeden deiner Muskeln.“

Vincent: „Dann sollte ich mich besser umziehen.“

Catherine: „Wage es ja nicht… Gott, ich liebe diesen Anblick…“ funkelte sie ihm gespielt entgegen.

Auf einmal lauschte Vincent auf. Sein feines Gehört vernahm vertrautes gleichmäßiges Klappern mit den dazugehörigen Schritten… Vater war im Anmarsch.

Vincent: „Oh je…“ fragend blickte sie ihn an.

Vincent: „Vater… er wird gleich hier sein.“

Catherine: „Das kannst du hören? Ich höre nichts!“

Vincent: „Vertrau mir. Den Klang erkenne ich überall wieder.“ Antwortete er eher belustigt, worüber sie schmunzeln musste.

Catherine: „Was jetzt?“

Vincent: „Am besten du gehst zurück ins Bett und verhältst dich möglichst ruhig. Er muss nicht gleich von vorn herein mit allem konfrontiert werden.“

Catherine: „Wie wollen wir ihm das am schonendsten beibringen?“

Vincent: „Auf jeden Fall langsam und mit bedacht. Jetzt zurück ins Bett mit dir. Nimm deine Tasse mit.“

Catherine: „Wenn es zu lange dauert, komm und rette ich dich persönlich aus Vaters Fängen.“

Vincent: „Sehr rücksichtsvoll von dir, danke…“ flüsterte er ihr hinterher, als sie noch einmal frech verführerisch zu ihm umdrehte, mit diesem speziellen Blick.

Vater: „Vincent? Ich bin es, Vater. Bist du wach?“ Vincent atmete tief durch und versuchte neutral zu klingen.

Vincent: „Komm rein, Vater.“ Vater schob den schweren Teppich beiseite, trat ein und war über Vincents legeren Look überrascht. Normalerweise war er nicht so freizügig.

Vater: „Geht es dir gut? Ich hatte dich und die anderen aus der Arbeitsgruppe gebeten um 20 Uhr zu mir zu kommen.“

Vincent: „Ja ich ähm… habe irgendwie die Zeit aus den Augen verloren. Entschuldige… setz dich, Vater. Trinkst du eine Tasse Tee mit?“

Vater: „Ja gern. Das gibt mir die Gelegenheit ein wenig mit dir zu plaudern, mein Sohn.“ Vincent schmunzelte und setzte sich zu Vater an den Tisch, schenkte Tee ein.

Vincent: „Worüber möchtest du reden?“

Vater: „Ich habe mir Sorgen um euch alle gemacht. Der 6 tägige Arbeitseinsatz hat euch alles abverlangt. Wir müssen uns etwas einfallen lassen, damit ihr bei solchen Notfällen gut versorgt werdet.“

Vincent: „Da ist was Wahres dran. In den Tagen dort unten, hatten wir uns ebenfalls darüber Gedanken macht, wie wir die bestmöglichste Versorgung garantieren können.“

Vater: „Seid ihr zu einem Entschluss gekommen?“

Vincent: „Nun ja… Entschluss ist zu viel gesagt. Cullen und Kanin hatten die Idee, in einer entlegenen, aber nicht zu weit entfernten Kammer, ein Vorratsdepot einzurichten. Die Kammer müsste allerdings zu 100% trocken sein. Sollten wir solch eine Kammer finden, dann könnte Cullen eine fest verschließbare Truhe und ein Regal anfertigen, um die Vorräte dort zu lagern. Nicht nur haltbare Lebensmittel, sondern auch Decken, Lampen, Kerzen usw.“ Vater hörte ihm gespannt zu.

Vater: „Mmmm, für mich klingt das wie eine perfekte Vorgehensweise, mein Junge. Ihr habt euch doch mehr Gedanken darüber gemacht, als vermutet. Ich denke wir sollten das so umsetzen.“

Vincent: „Bei der nächsten Ratssitzung sollten nicht nur wir 6 anwesend sein, sondern auch Kanin, Cullen, Randolph und Joseph. Dann können wir die Einzelheiten ausarbeiten.“

Vater: „Gut, gut… so machen wir das.“

Vincent: „Wie geht es den anderen 4?“

Vater: „In gewisser Weise wie dir. Aber da ihr, bis auf Joseph, persönliche Unterstützung habt, gehe ich schwer davon aus, dass es euch bald wieder gut gehen wird. Wenn wir schon beim Thema sind… ich frage mich wo Catherine steckt.“

Vincent: „Wozu?“ tat er unwissend.

Vater: „Ich war mir nicht sicher, ob ich sie heute beim Abendessen gesehen habe. Wenn ich es mir recht überlege, waren Olivia, Rebekka und Lena auch nicht beim Essen.“ Sagte er nachdenklich kleinlaut.

Vincent: „Wolltest du etwas bestimmtes mit ihr besprechen?“ riss Vincent ihn aus seinen Gedanken.

Vater: „Hm? Oh ja… ich wollte ihr sagen, dass die Kinder sehr angetan waren von ihrer Unterrichtsstunde.“ Vincent lächelte in sich hinein.

Vincent: „So viel ich weiß, hatte Catherine viel Spaß dabei zu Unterrichten.“

Vater: „Du hast nicht zufällig eine Ahnung, wo sie sein könnte? Ich war schon fast überall. Sogar in ihrer Kammer versuchte ich sie anzutreffen.“

Vincent: „Gute Frage, Vater…“ Vincent überlegte, wie er reagieren oder was er sagen soll, als er hinter sich ein leises Rascheln hörte. Doch er drehte sich nicht um. Vaters Augen sprachen Bände. Vincent lehnte sich entspannt zurück, schmunzelte verlegen, atmete tief durch, ließ Vater nicht aus den Augen. Seine Reaktion, oder fehlende Reaktion sprach ebenfalls Bände.

Catherine: „Natürlich weißt du wo ich bin, oder?“ sagte sie sanft hinter ihm näher kommend.

Vincent: „Jab… eigentlich schon, ja.“ sagte er zögerlich, immer darauf bedacht Vaters Blick standzuhalten.

Vater: „Catherine…“ Vater war perplex. Sie war nur in eine dünne Decke gewickelt, die sie mit beiden Händen fest umklammert hielt. Der Verlobungsring war daher in der Decke versteckt.

Catherine: „Guten Abend, Vater.“ Catherine kam an Vincents Seite. Dieser wiederum rutschte mit seinem Sessel etwas zurück, sah sie prüfend an und ließ sie auf seinem rechten Oberschenkel Platz nehmen. Sein rechter Arm umschlang ihre Taille. Vincents Augen wanderten über Catherines verdeckten Körper und wusste genau was sich darunter verbarg. Unbewusst küsste Vincent ihre freiliegende nackte Schulter. Ihre Blicke sagten alles. Vater dagegen kam sich vor wie in einem Film. Er war sprachlos, verfolgte diese zärtlichen Gesten.

Vater: „Das ist… nun… wie soll ich sagen…“

Catherine: „Eine Überraschung mich hier zu sehen?“

Vater: „Ich muss zugeben, ähm ja… ja in der tat. Überraschung… ist das richtige Wort dafür.“

Vincent: „Warum bist du überrascht, Vater? Redeten wir nicht vor ein paar Wochen darüber?“

Vater: „Ich dachte nicht daran, dass…“ Vater konnte nicht weiter reden.

Vincent: „Du hast den Satz… ´wir sind Liebende´ als etwas ganz anderes verstanden?“ hinterfragte er kritisch. Catherine und Vincent sahen sich wortlos und verwundert an.

Catherine: „Das meinst du wirklich ernst?“

Vater: „Den Satz hatte ich schon in der richtigen Art und Weise verstanden, aber…“

Vincent: „Da gibt es kein aber, Vater.“ Vincent merkte, dass er so nicht weiter kam. Vater wurde immer verlegener.

Catherine: „Mach dir keine Sorgen, Vater. Wir lieben uns und harmonieren miteinander. So schnell wird uns nichts und niemand trennen.“

Vater: „Das habe ich soeben voll und ganz verstanden, Catherine. Auch wenn es nicht so rüber kommt, aber ich freue mich für euch. Meinen Segen habt ihr.“ Das war Vincents Stichwort. Er signalisierte Catherine, das er sie kurz verlassen muss.

Vincent: „Was hältst du davon, Vater, wenn ich dich in deine Kammer bringe und wir dort weiter reden. Dann kann Catherine zurück ins Bett gehen.“

Vater: „Das würdest du tun?“ Vincent lächelte ihn verschmitzt an und nickte.

Catherine: „Gut, dann wäre das geklärt.“ Sie stand auf und war im Begriff zurück ins Bett zu gehen.

Vater: „Ist es für dich in Ordnung, wenn ich ihn dir kurz entführe?“ Catherine lachte.

Catherine: „Vater… ich bitte dich. So lange du ihn mir wieder zurück schickst, sehr gerne.“

Vincent: „Habe ich vielleicht auch noch was dazu zu sagen?“ Catherine ging die zwei Schritte auf ihn zu, zog ihn zu sich herunter und küsste ihn sanft.

Catherine: „Das klären wir später.“ flüsterte sie ihm verführerisch zu. Vater wurde leicht rot und wandte sich dezent ab.

Vater: „Ich gehe schon vor. Gute Nacht, Catherine.“

Catherine: „Gute Nacht, Vater.“ Und widmete sich wieder ihrem liebsten.

Vincent: „Du hübsches freches Ding…“

Catherine: „Ja, bitte? Du möchtest mir etwas sagen?“

Vincent: „Wie du schon sagtest… das klären wir später.“

Catherine: „Ich freu mich drauf. Das wird eine interessante Unterhaltung. Und jetzt geh, damit du schnell wieder bei mir bist.“ Dann zog sie sich aus seinen Armen, ging in Richtung Schlafbereich und ließ auf dem Weg dorthin, vor seinen Augen die dünne Decke fallen. Er nahm noch aus dem Augenwinkel wahr, wie ihr zarter Rücken und der wohl geformte Hintern verschwand.

Vincent: „Du machst das mit voller Absicht. Das ist unfair, my Lady.“ knurrte er. Wie gern wäre jetzt hinter ihr her, aber Vater war schon voraus gegangen und erwartete ihn.

Catherine: „Ich weiß. Aber das bringt dich in Null Komma Nichts wieder zurück zu mir ins Bett.“ Hallte es aus dem Bett. Vincent ließ seinen Kopf auf die Brust fallen, stemmte seine Arme gegen den Stuhl, atmete tief durch.

Vincent: „Soll ich Vater von unserer Verlobung berichten?“ fragte er nachdenklich in den Nachbarraum gerichtet. Eine passende Antwort kam jedoch nicht.

Catherine: „Komm her…“ kam es sanft aus dem Schlafraum.

Vincent: „Ob das weise ist?“ war er zweifelhaft.

Catherine: „Jetzt komm schon her.“ Er ging zu ihr ans Bett, setzte sich an den Rand, ließ seine rechte Hand über ihren weichen Bauch gleiten.

Catherine: „Das überlasse ich dir, ob du es ihm heute sagst oder nicht. Er sah ziemlich, nun ja, unsicher und vor den Kopf gestoßen aus. Ich denke es wäre nur fair ihm gegenüber... würde ich sagen.“

Vincent: „Gut. Ich warte ab wie die Konversation sich entwickelt.“

Catherine: „Jetzt geh, sonst kommst du wieder zu spät.“

Vincent: „Gutes Argument. Wir sehen uns später.“

Catherine: „Kein Kuss?“

Vincent: „Nein, kein Kuss… du bist wie ein Magnet… sonst bleibe ich wieder an dir hängen.“

Vincent hatte Vater unterdessen am Kammereingang eingeholt. Vater sah ihn überrascht schmunzelnd an.

Vater: „Ah ja, Vincent… ich habe mich schon gefragt, wo du bleibst und was dich aufgehalten haben könnte.“ Neckte er seinen Sohn. Vincent versuchte unschuldig zu schauen, musste dann aber doch lächeln, schüttelte seinen Kopf.

Vincent: „Was soll ich sagen, Vater. Gegen diese weiblichen Reize komme ich nun mal nicht an.“ Sagte er gespielt verzweifelt und lächelte in sich hinein. Vater stimmte mit ein.

Vater: „Ich muss offen und ehrlich zugeben, mein Sohn… diese weiblichen Reize, die ich vorhin schemenhaft wahrnahm, sind wirklich schwer zu ignorieren.“

Vincent: „Es freut mich, dass du mir da beipflichtest.“ Vater druckste herum.

Vater: „Was das angeht… ihr seid sehr vertraut miteinander… wenn ich das anmerken darf.“ Vincent sah ihn erst abwartend an, lehnte sich in den hohen Sessel zurück.

Vater: „Du musst darauf nicht antworten, um Gottes Willen.“

Vincent: „Danke… ich kann dir jedoch sagen, dass es nicht unsere erste gemeinsame Nacht ist oder… sein wird oder… wie auch immer.“

Vater: „Im Gegensatz zu den anderen Paaren, verhaltet ihr zwei eher unauffällig.“

Vincent: „Das war unsere Absicht. Wir wollen es nicht so publik machen. Zumal es der eine oder andere bereits ahnt, speziell unsere Damen. Frauen haben einen Riecher für sowas.“

Vater: „Da liegst du genau richtig. So viel ich weiß, versteht sich Catherine ausgezeichnet mit unseren jungen Damen.“

Vincent: „Allerdings. Sie verbringen Tags über viel Zeit miteinander. Catherine hilft gern hier und da mit. Egal wo Hilfe benötigt wird packt sie mit an. Besonders bei Rebekka in der Kerzenkammer, oder bei Mary bei den Kindern, Unterrichten. Sie hat viel Spaß dabei und genießt es wirklich gebraucht zu werden.“

Vater: „Sie fühlt sich sehr wohl hier bei uns.“

Vincent: „Wir sind ihre Familie, Vater.“

Vater: „Wie stellt ihr euch das in Zukunft vor? Habt ihr schon darüber geredet?“

Vincent: „Ehrlich gesagt, Vater… ja und nein.“

Vater: „Das verstehe ich nicht.“

Vincent: „Über die nahe Zukunft haben wir uns ausgiebig unterhalten… über die ferne Zukunft jedoch noch nicht.“ Prüfend sah Vater ihn an und versuchte durch den Zeilen zu erraten was er damit meinte.

Vater: „Vincent… ich habe keine Ahnung was du damit meinst.“ Vincent ließ seinen Kopf nach vorn fallen, atmete tief durch.

Vincent: „Vater… wenn dir morgen Catherine über den Weg laufen sollte… und das wird sie höchstwahrscheinlich zu 100%, zum Beispiel beim Frühstück, dann wird dir an ihrer Hand ein Ring auffallen… ein Verlobungsring.“ Vater setzte sich zurück, wurde Kerzen gerade, machte große Augen. In seiner samtweichen, aber tiefen Stimme sagte er weiter:

Vincent: „Ich habe Catherine einen Heiratsantrag gemacht. Sie wird bald meine Frau sein.“ Vater atmete erst einmal tief ein und dann wieder aus.

Vater: „Das ist… was soll ich sagen… ich bin sprachlos. Meinen Glückwunsch, mein Sohn. Ich hätte alles erwartet, aber eine Hochzeit?“ Vater stand auf, nahm Vincent in den Arm, drückte ihn fest. Er hatte Freudentränen in den Augen.

Vincent: „Danke, Vater.“

Vater: „Du hast mich heute zum glücklichsten Vater aller Zeiten gemacht. Eigentlich müsstest du es als nächstes Mary sagen.“

Vincent: „Das wird Catherine morgen erledigen, so wie ich sie kenne.“ Schmunzelte er glücklich.

Vater: „Lass uns darauf anstoßen. Wein oder was härteres?“

Vincent: „Wein wäre definitiv die bessere Wahl. Catherine wartet auf mich.“ Vincent spielte frech mit seinen Augen, worauf Vater breit lächeln musste.

Vater: „Dann nur ein halbes Glas und die restliche Flasche nimmst du mit.“

Vincent: „Eine brillante Idee.“

Vater holte aus einem kleinen antiken Schrank, im Bereich seiner Umkleideniesche, eine Flasche Rotwein und 4 Rotweingläser. Vincent entfernte den Korken, goss seinem Vater und sich etwas Wein ein.

Vater: „Auf dich und deine Braut, mein Sohn. Ich bin unsagbar stolz auf dich… stolz auf deine Catherine.“ Vaters Worte kamen bewegend über dessen Lippen. Vincent schmunzelte dankbar, erhob ebenfalls sein Glas und stieß mit ihm an.

Vincent: „Auf Catherine und mich.“

Gemeinsam saßen sie noch eine Weile zusammen, besprachen diverse organisatorische Dinge, bezüglich weiterer Reparaturen und die Umsetzung der Versorgungskammer in den tieferen Tunneln.

Zurück in seiner Kammer, mit zwei Gläsern und einer Flasche Wein in seiner Hand, gesellte sich Vincent umgehend, aber leise zu Catherine ans Bett. Sie hatte ein paar Kerzen mehr angezündet, um im Bett ungehindert lesen zu können. Als er rein kam, blickte sie von ihrem Buch auf, lächelte ihm verliebt und glücklich entgegen. Seine Augen hingen gebannt an ihren.

Vincent: „Du siehst himmlisch aus.“ Verlegen sah sie ihn an.

Catherine: „Du Charmeur…“ Catherines Wangen färbten sich leicht rot, worüber er innerlich schmunzeln musste.

Vincent: „Übrigens…“ fing er an und zeigte ihr die zwei Gläser und die Flasche Wein.

Vincent“… mit den besten Glückwünschen von Vater.“ Catherine machte ein überraschtes Gesicht.

Catherine: „Oh Vincent. Wie lieb von ihm. Du hast es ihm sagt.” Er nickte schmunzelnd.

Vincent: “Er war sehr gerührt und sagte, er sei sehr stolz auf uns, besonders auf dich.“

Catherine: „Das hat er gesagt?“ stumm lächelnd nickte er.

Vincent stellte die Gläser ab, öffnete den Wein, goss ihnen ein und reichte Catherine ihr Glas. Er setzte sich anders herum zu Catherine an den Rand des Bettes, so dass sie sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber saßen. Vincent lehnte über ihre ausgestreckten Beine, stützte sich auf der anderen Seite mit seinem rechten Ellenbogen ab, zog sein linkes Bein nach, während das rechte leicht angewinkelt auf dem Bett ruhte.

Catherine: „Auf uns, mein Schatz. Ich liebe dich.“ Catherine kam Vincent entgegen, küsste ihn, strich über seine Wange.

Vincent: „Auf uns… und das unsere Träume in erfüllung gehen werden.“

Catherine: „Das hast du schön gesagt.“ Strich sie wieder mit ihren Fingerspitzen seine markanten Konturen entlang. Der Klang von sich treffenden Kristallgläsern hallte durch den Raum.

Vincent: „Jedes Wort war so gemeint.“

Cathrine: „Ich kann gar nicht beschreiben wie glücklich ich bin.“ Verlegen lächeln sahen sie zwei leuchtend blaue Augen an.

Vincent: „Du machst mich glücklich. Du hast gar keine Ahnung wie gesegnet ich mich fühle. Das du den Mut hast diese Schritte mit mir zusammen zu gehen.“ Ihre Augen verengten sich verwundert.

Catherine: „Mut? Liebling… das hat nichts mit Mut zu tun… es ist Liebe!“ Wortlos musterte er seine Verlobte. Er suchte nach Worten, doch fiel ihm nicht im geringsten ein, was er passendes sagen könnte.

Catherine: „Sieh mich an…“ er tat wonach sie bat. Ganz nah rutschte sie an ihn heran, schlang so wie er war, ihre Arme um seinen Nacken, kraulte seinen Hinterkopf, sah ihm tief in seine blauen Augen.

Catherine: „Du wirst mir jetzt genau zuhören, mein Schatz… denn diese Worte, die ich jetzt zu dir sagen werde, habe ich Vater den einen Abend zukommen lassen, als wir auf dich und Mary gewartet haben. Und ich möchte, das du diese Worte verinnerlichst, Vincent.“ gebannt hörte er ihre Worte.

Catherine: „Ich sagte Wort wörtlich zu ihm ´ Ich liebe deinen jüngsten Sohn. Er ist sehr viel mehr ein Mann, als irgendein anderer vor ihm. Vincent ist alles für mich. Vater… ob du es mir glaubst oder nicht, aber… bis ich Vincent begegnet bin, wusste ich nicht was Liebe ist. Ich konnte mir nicht im geringsten vorstellen, das ich als Frau mehr sein kann, als nur eine Begierde oder ein Lustobjekt oder als schwache Vorzeigedame, die nur hübsch aussehen muss und kann. Vincent zeigte mir wer ich wirklich bin, was ich kann. Dadurch wurden wir erst Freunde, dann beste Freunde und schlussendlich verliebten wir uns ineinander. Durch ihn und euch erkannte ich was es heißt, zusammen zu halten, einander zu helfen, einander zu achten. Die Bedeutung des Wortes Familie ergab für mich erst hier unten in dieser Gemeinschaft einen Sinn. Vincent und ich… wir lieben uns. Zwischen Vincent und mir läuft keine einfache oberflächliche Schwärmerei… zwischen uns hat sich etwas ernstes entwickelt. Für mich ist es wichtig, das gerade du das weißt. Ich möchte mit ihm zusammen sein. Er ist das Beste was mir im Leben passiert ist. Vincent ist mein Anker, mein Fels in der Brandung, mein bester Freund, mein… Liebhaber, Streitpartner, Ratgeber und er ist immer für mich da. Er sagt mir auch oft seine Meinung, die ich sehr respektiere.

Catherine: „Das habe ich ihm gesagt. Und jedes Wort kam von Herzen.“ Vincent war unfähig mit Worten darauf zu reagieren. Noch immer in Catherines Umarmung gefangen, hing er gebannt an ihren Lippen, verließ nie ihren Augen. Als sie endete, schloss er seine Augen, atmete bewegt tief durch, legte seine Stirn an ihre.

Vincent: „Ich weiß nicht was ich sagen soll.“ flüsterte er. Catherine lächelte liebevoll.

Catherine: „Das musst du nicht. Schon allein deine Sprachlosigkeit spricht Bände.“

Vincent: „Ich liebe dich, Catherine. Ich liebe dich mit allem was ich bin… von Herzen… für immer…“

Catherine: „Für immer…“ gemeinsam tauchten sie ein in gefühlvolle und sinnliche Liebesspiele, bis der Schlaf sie letztendlich übermannte.

Am nächsten Morgen gingen Catherine und Vincent als erstes zu Mary. Sie war gerade fertig mit aufräumen und vernahm Catherines Stimme.

Catherine: „Mary? Hast du kurz Zeit?” Vincent folgte ihr leise und trat ebenfalls ein.

Mary: “Sicher Kind, komm rein… ah Vincent, welch Überraschung. Kommt ihr zwei, setzt euch. Was kann ich für euch tun?“ Catherine blickte freudig und geheimnisvoll Vincent an, der ihr schmunzelnd zunickte.

Mary: „Ist irgendetwas?“

Catherine: „In der tat, ja.“ Catherine legte ihre Hand mit dem blauen Verlobungsring auf Marys Hand. Sie deutete mit ihren Augen auf die Hand. Mary verstand erst nicht. Vincent musste über Marys fragenden Gesichtsausdruck lächeln.

Vincent: „Mam?“ sofort sah Mary herzaufweichend zu ihm auf. Catherine lächelte über diese liebevolle Geste.

Vincent: „Ich glaube Catherine möchte dir etwas mitteilen.“ In dem Moment drückte Catherine sanft Marys Hand, rüttelte leicht daran und ihr Blick ging endlich zu Catherines Hand. Mary stutzte kurz, sah von Catherine zu Vincent, dachte nach, strich mit der anderen Hand über Catherines Ring.

Mary: „Den Ring kenn ich noch gar nicht. Jedenfalls ist er mir nie zuvor an dir aufgefallen.“

Catherine: „Das liegt daran… nun ja, den Ring habe ich gestern von Vincent bekommen.“ Mary machte große Augen, sah erstaunt beide an… wusste erst einmal kein Wort.

Vincent: „Geht es dir gut?“ lächelte er Mary besorgt an. Mary stand auf und nahm erst Catherine und dann Vincent in ihre Arme.

Mary: „Mir fehlen die Worte. Das heißt… oh mein Gott… ich traue mich gar nicht es auszusprechen… oder zu fragen.“ Beide Frauen hatten Freudentränen in den Augen.

Catherine: „Trau dich, Mary… du wirst richtig liegen mit deiner Annahme.“

Mary: „Ein Verlobungsring?“ fragte sie vorsichtig. Catherine sah glücklich aus und strahlte.

Catherine: „Ja, dein Sohn hat mir gestern einen Heiratsantrag gemacht.“

Mary: „Ich träume das alles, oder?“

Vincent: „Nein, das ist kein Traum. Es ist höchstens traumhaft, dass Catherine `JA` gesagt hat.“ Vincents Stimme war tief und sanft. Er stellte sich hinter Catherine, legte seine rechte Hand auf ihre rechte Schulter, die Catherine sofort ergriff. Sie strahlte über beide Ohren.

Mary: „Der Ring ist ein wahrer Hingucker.“

Catherine: „Der Ring ist atemberaubend…“ schwärmte sie.

Mary: „Deine heimlichen Abstecher in die Kristallhöhle haben sich durchaus gelohnt, mein Sohn.“

Vincent: „Du sagst es. Mit Kevin saß ich lang zusammen und wir überlegten uns ein passendes Design.“

Catherine: „Kevin?“ Beide nickten.

Mary: „Kevin ist Juwelier. Er und sein Vater betreiben ein gut gehendes Juweliergeschäft. Sie sind enge Freunde von uns. Vincent und Kevin sind zusammen aufgewachsen.“

Vincent: „Sein Vater James war einer der ersten Helfer hier. Für den Schmuck, den die beiden kreieren, unternehme ich regelmäßig Exkursionen in die Kristallgrotte und versorge sie mit den besonderen Kristallen. Doch dieser hier, an deiner Hand, war nur für dich.“ Beide küssten sich vor Mary.

Catherine: „Danke…“ sie küssten sich wieder.

Catherine: „Wie hat er aus dem Kristall einen Ring machen können? Die sind so empfindlich! Das ist unglaublich.“

Vincent: „Das ist sein Geheimnis.“ sagte er ebenso geheimnisvoll.

Catherine: „Du steckst voller Überraschungen.“ Himmelte sie ihn an.

Vincent: „Ich weiß…“

Mary: „Ihr zwei habt mir den noch so frühen Morgen versüßt. Mir fehlen vor Freude noch immer die Worte. Weiß Vater davon?“

Vincent: „Ja, seit gestern Abend. Ich war kurz bei ihm und wir kamen irgendwie auf das Thema.“

Mary: „Wie hat er reagiert?“

Vincent: „Erst geschockt und dann hat er sich gefreut.“

Mary: „Das ist gut. Das ist sogar sehr gut.“ Catherines Magen fing an zu knurren. Alle drei lachten laut auf.

Catherine: „Lasst uns was frühstücken gehen. Ich verhungere fast.“

Vincent: „Ja, ich ebenso.“ Sagte er verhalten und sah blitzend in ihre Augen.

Catherine: „Das glaube ich dir gerne.“ Flüsterte Catherine ihm schelmisch zu, worüber Vincent lächeln musste.

Vincent: „Ich schätze, dass sich das Frühstück heute in die Länge ziehen wird.“

Mary: „Das sehe ich auch so.“

Catherine: „Nun, dann würde ich sagen… auf zum Frühstück.“ Freudestrahlend machten sich die drei auf den Weg.

So wie vermutet wurde es auch beim Frühstück. Rebekka und Olivia saßen zusammen am selben Tisch. Den beiden Frauen fiel der Ring an Catherines Hand als erstes auf. Fragend sahen sie sich an.

Rebekka: „Catherine? Was ist das da an deiner Hand?“

Olivia: „Der Ring ist uns bisher nie aufgefallen.“

Catherine: „Oh der Ring, ja…“ und dann platzte es aus Catherine heraus. Vincent vernahm vorher schon Catherines übermäßige Euphorie und grinste verlegen, blieb jedoch still.

Catherine: „Das ist mein Verlobungsring… Vincent hat mir einen Antrag gemacht… wir werden heiraten…“ Erstaunt sahen sie zu Vincent, dessen Augen freudig und stolz funkelten… wie Catherines Ring. Rebekka und Olivia kreischten vor Freude.

Rebekka: „Das wurde aber auch langsam Zeit, großer Bruder.“ tadelte sie Vincent.

Vincent: „Ich habe auf den richtigen Moment gewartet, kleine Schwester.“

Catherine: „Ich muss Vincent da wirklich in Schutz nehmen, Bekka. Es war genau der richtige Moment.“ kam sehr geheimnisvoll. Verliebt sahen sich die zwei Verlobten an, küssten sich das erste Mal in aller Öffentlichkeit. Allen blieb der Mund offen. Es war ein sinnlicher und erotischer Kuss. In solch einer Pose hatte sie nie jemand zuvor gesehen… nun ja… bis auf Rebekka und Mary.

Olivia: „Oh mein Gott ich freue mich für euch beide.“ Am Tisch ging es zu wie im Taubenschlag. Einer nach dem anderen kam an den Tisch, umarmten Catherine und Vincent, gratulierten ihnen und schwärmten in den allerhöchsten Tönen. Sofort machten die Mädchen Pläne über die Hochzeit und tauschten sich aus.

Vincent: „Da ich hier nun überflüssig bin, werde ich mich dezent zurück ziehen,“ flüsterte Vincent ihr zu.

Catherine: „Musst du wirklich schon gehen?“

Vincent: „Das ist nichts für mich… das ist Mädchen – Kram…“ sagte er beiläufig mit einem schelmischen grinsen.

Catherine: „Mädchen – Kram… so, so… wir sehen uns später, du Charmeur.“

Vincent: „Oh ich freu mich schon und kann es kaum erwarten.“ Zum Abschied küssten sie sich noch einmal und Vincent verschwand.

Am Abend kam Vater in einem ruhigen Moment zu Catherine und Vincent und gratulierte ihnen beiden persönlich. Es war ein bewegender Moment, als Vater Catherine fest in seine Arme schloss. Mary kam hinzu und zusammen saßen die Vier in Vincents Kammer, öffneten eine Flasche guten Wein und stießen auf die bevorstehende Hochzeit an.

Die Tage vergingen. Der Jahreswechsel war vorüber, Vincents Geburtstag nahte, ebenso das Winterfest. Der normale Tagesablauf nahm nach den Feiertagen seinen gewohnten Gang.

Catherine hatte ihre Arbeit nach den Feiertagen wieder aufgenommen. Ihr Ring blieb nicht unbemerkt.

Joe: „Hey Radcliffe, was ist das da an deiner Hand!“ Forderte Joe sie heraus. Catherine tat unschuldig.

Catherine: „Das nennt man einen Ring, Joe. So etwas hast du sicher schon mal gesehen.“ Kam eher ironisch aus ihr hervor. Joe stemmte seine Arme an die Hüfte, musterte sie.

Joe: „Ich weiß was ein Ring ist, Kiddo.“ Sagte er unterschwellig mit diesem gewissen Grinsen im Gesicht.

Catherine: „Was fragst du dann?“ Er musterte sie eingehend.

Joe: „Ich meine… den hab ich vorher nie gesehen.“ Plötzlich stutzte er.

Joe: „Das ist doch nicht etwa ein…“ Joe stoppte. Abwartend sah Catherine ihn an.

Catherine: „Lass uns in dein Büro gehen, Joe.“ Sie klang geheimnisvoll.

Kaum war die Bürotür hinter ihnen geschlossen:

Joe: „Also?“ Catherine druckste herum.

Catherine: „Joe… ich möchte offen und ehrlich zu dir sein.“ Catherine atmete tief durch, Joe sah sie gespannt an.

Catherine: „Ich werde bald heiraten.“

Joe: „Was? Heiraten? Du? Ja aber, ähm… Und wen? Ich meine… ähm… versteh mich bitte nicht falsch, aber… ich habe nie einen Mann an deiner Seite gesehen… abgesehen von Elliot Burch. Das du momentan mit jemanden zusammen bist wusste ich nicht.“

Catherine: „Zum ersten ist es nicht Elliot Burch, Joe. Zum zweiten… du bist mir immer ein loyaler Freund gewesen und ja, du verdienst Antworten. Aber ich kann dir nicht alles sagen… jedenfalls was meinen Verlobten betrifft. Mein Privatleben habe ich nicht ohne Grund geheim gehalten.“

Joe: „Und was ist es, das du mir sagen kannst?“ fragte er vorsichtig.

Catherine: „Sein Name ist Vincent. Ich lernte ihn vor etwa 2 ½ Jahren kennen. Du weißt schon, als ich überfallen wurde. Zuerst waren wir Freunde und mit der Zeit… nun ja… wir haben uns ineinander verliebt. Als er einen schweren Unfall hatte, den er Gott sei Dank fast unbeschadet überstand, wusste ich wie sehr ich ihn liebe und das ich ohne ihn nicht Leben kann und es auch nicht will.“

Joe: „Das freut mich natürlich für dich, Catherine. Das überrascht mich jetzt, wenn ich ganz ehrlich bin. All die Jahre und ich hatte nicht die geringste Ahnung.“

Catherine: „Das ist auch der Grund, weshalb ich eigentlich in den nächsten Tagen mit dir reden wollte. Das ist jedoch ein Thema, das ich erst nicht mit dir besprechen wollte.“

Joe: „Nun? Was ist es?“

Catherine: „Ich werde in absehbarer Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen, Joe.“

Joe: „Soll das heißen, dass du kündigen willst?“

Catherine: „So leid es mir tut, aber ja. Ich möchte Mutter werden und mit meinem Mann eine Familie gründen, mich voll und ganz darauf konzentrieren.“

Joe: „Das schockt mich, Cathy. Mit dir verliere ich einen Top Anwalt, eine Top Arbeitskraft… und eine gute Freundin.“

Catherine: „Das ist lieb von dir, Joe. Aber die Gefahr und die Risiken sind einfach zu groß.“

Joe: „Das steht ganz außer Frage. So oft wie du deswegen verletzt wurdest. Du tust das Richtige, Kleines. Auch wenn es mir schwer fällt. Dennoch… wenn es dir aus irgendeinem Grund langweilig werden sollte, dann werde ich alle Türen für dich öffnen.“ Catherine umarmte Joe.

Catherine: „Danke, Joe. Du bist ein Engel.“

Joe: „Schon gut, Radcliffe. Wozu hat man denn Freunde? Und außerdem, ich freue mich für dich.“

Catherine: „Darüber bin ich sehr erleichtert.“

Joe: „Der Kerl ist ein Glückspilz, Kiddo.“

Catherine: „Der Glückspilz bin eher ich, wenn ich ganz ehrlich bin.“

Joe: „Was hat er, was andere nicht haben… wie Burch zum Beispiel.“

Catherine: „Da sind so viele Dinge, Joe. Es ist das worauf Frauen am meisten stehen.“ Joe wurde hellhörig und neugierig.

Joe: „Erzähl mir mehr, Cathy. Vielleicht bekomme ich dann endlich auch an meine Traumfrau.“ Catherine musste herzhaft lachen. Sie überlegte, was ihm sagen könnte, ohne ihn noch neugieriger zu machen.

Joe: „Komm schon, Cathy. Beschreibe ihn mir ein wenig.“

Catherine: „Vincent ist 2 Meter groß und dementsprechend gut gebaut. Er hat ein sehr maskulines Gesicht, lange Goldene Haare und eine Stimme… die unbeschreiblich ist. Vincent ist stets ehrlich, sehr gebildet, hoch intelligent und strahlt eine Ruhe aus… der ideale Vater. Wir harmonieren miteinander.“

Joe: „Hast du dir den Kerl irgendwo bestellt? Das es so etwas gibt hätte ich nur im Film vermutet, jedoch nicht im realen Leben.“

Catherine: „Du wirst deine Traumfrau schon noch finden, Big Boss. Sie wird dich finden, vertrau mir.“

Joe: „Sie wird mich finden?“

Catherine: „Du bist ein Arbeitstier, Joe. Früher oder später wird sie dir hier über den Weg laufen.“

Joe: „Du scheinst an Wunder zu glauben. Nun ja… abwarten. Trotzdem Radcliffe… ich werde dich vermissen.“

Catherine: „Ich werde dich auch vermissen, Joe.“

Joe: „Was sagst du, ob ich deinen Mister Perfekt eines Tages kennenlernen werde?“

Catherine: „Vielleicht, möglich ist alles.“

Weitere Tage vergingen…

Vincent war mit Cullen, Kanin, Randolph und Joseph in die tiefergelegenen Tunnel unterwegs, um die Pläne für eine Versorgungskammer umzusetzen. Es würde wieder mehrere Tage bis zu deren Rückkehr dauern.

Für Catherine war es eine ungewohnte Situation geworden, am Abend allein in ihrem Apartment zu sein, ganz ohne Vincent. Ihre Gedanken wanderten jeden Abend zu ihrem Verlobten. Sie vermisste ihn schmerzlich.

Tief unten in den Tunneln nahm Vincent Catherines Gefühle wahr. Er wusste genau, wie sehr sie ihn vermisste, ihn an ihrer Seite haben wollte, in ihrem oder in seinem Bett. Ihm erging es nicht anders. Es würden jedoch noch einige Tage bis dahin vergehen.

Catherine kam in den folgenden Tagen nur schwer aus dem Bett, sie war müde, fühlte sich schlaff und

geschafft. Da sie sich in solch einem Zustand nicht kannte und eine Grippe vermutete, machte sie einen Termin bei ihrem Hausarzt Peter Alcott aus.

Peter: „Catherine, mein Schatz. Schön dich zu sehen. Wie geht es dir?“ Catherine setzte sich schlapp zu Peter an den Schreibtisch.

Catherine: „Peter, schön auch dich zu sehen. Nur dieses Mal wirst du mich als Grippe Patienten abstempeln müssen.“

Peter: „Bist du sicher? Erzähl deinem Onkel Peter was mit dir los ist.“ Schmunzelte er ihr lieb zu.

Catherine: „Ich bin ständig müde und geschafft, Peter. Irgendwie nimmt mich meine Arbeit mehr mit als sonst. Außerdem habe ich mir wohl meine Blase verkühlt. Ich habe ständig den Drang auf die Toilette zu gehen, aber außer ein paar einsamen Tropfen kommt nichts. Ich werde noch wahnsinnig.“

Peter: „Seit wann hast du diese Symptome?“ Catherine überlegte angestrengt.

Catherine: „Erst seit ein paar Tagen. Warum?“ Peter druckste herum.

Peter: „Hmm, wann hattest du deine letzte Periode?“ wie vom Donner gerührt sah sie Peter an.

Catherine: „Meine was? Periode? Peter… ähm ich weiß nicht… vor 3-4 Wochen? In den nächsten Tagen müsste meine nächste Periode einsetzen.“ Stammelte sie.

Peter: „Catherine, ich möchte bei dir eine Blutuntersuchung machen, um sicher zu gehen.“

Catherine: „Peter, was glaubst du zu finden?“ Peter sah sie wiederum schmunzelnd an.

Peter: „Kleines, es sieht ganz so aus, als wenn du schwanger wärst.“ Catherines Mund stand offen, ihre Augen weit geöffnet, Freudentränen traten heraus.

Catherine: „Peter… meinst du wirklich? Kann es sein?“

Peter: „Nun, die Symptome, die du beschreibst, deuten darauf hin, ja. Da du jedoch noch auf deine Periode wartest, diese noch nicht eingesetzt hast, könnte es sein. Ein herkömmlicher Schwangerschaftstest würde noch negativ ausfallen. Den kannst du dir also sparen. Wie gesagt, es kann sein, muss aber nicht. Aber um 100% sicher zu sein, muss ich dein Blut untersuchen. Bist du einverstanden?“

Catherine: „Ja, ja… ja Peter. Nimm so viel Blut wie du brauchst. Oh, mein Gott… ich glaube es nicht.“

Peter: „Abwarten, mein Schatz. Freue dich nicht zu früh. Es kann auch eine Erkältung sein. Wenn nicht, dann bist du evtl. schwanger. Aber in diesem frühen Stadium kann es zu einem unbemerkten Abgang kommen. Das wäre nichts ungewöhnliches. Theoretisch würdest du es nicht einmal bemerken.“

Peter nahm Catherine Blut ab und bestellte sie für den übernächsten Tag wieder ein.

Tief unten spürte Vincent Catherines Gefühlschaos, das jedoch von positiver Natur war. Es verunsicherte ihn dennoch. Er machte sich Sorgen. Catherine schien es aber gut zu gehen. Sie schien überglücklich.

Zwei Tage später war Catherine wieder in Peters Arztpraxis. Das erste was er sagt, als sie an seinem Schreibtisch Platz nahm war:

Peter: „Glückwunsch, mein Schatz… du bist tatsächlich schwanger.“ Catherine lehnte sich zurück, schloss ihre Augen und Freudentränen traten aus ihren Augen. Sie sah zur Zimmerdecke.

Catherine: „Danke…“ sagte sie mit bewegter Stimme.

Peter: „Geht es dir gut, Liebes?“

Catherine: „Ja, Peter mir geht es gut. Mir geht es sogar sehr gut. Mein größter Wunsch geht gerade in Erfüllung.“ schniefte sie. Peter stand auf, nahm Catherine in seine Arme.

Peter: „Das du dich darüber freust, wusste ich, aber… das du dich so sehr darüber freust, dass du gleich vor Freude weinen musst… mir fehlen die Worte.“

Catherine: „Schwanger zu werden von dem Mann den man unendlich liebt, ist mehr als ein Geschenk… es ist ein Traum. Ich bin die glücklichste und stolzeste Frau der Welt, Peter.“

Peter: „Ich habe dich noch nie so gesehen, Catherine.“ Sagte er ehrfürchtig. Und auch er hatte nun Tränen in den Augen.

Peter: „Liebling, deine Eltern wären unsagbar stolz auf dich. Ich bin es jedenfalls.“

Catherine: „Dieses kleine Baby in mir ist mein Schatz. Es ist für mich das wertvollste überhaupt auf dieser Welt.“

Peter: „Das hast du schön gesagt. Hat Vincent schon einen Verdacht?“ Catherine lächelte glücklich.

Catherine: „Nein, jedenfalls nicht das ich wüsste. Er spürt sicherlich meine Unruhe und mein Gefühlschaos, aber mehr… hmm… eigentlich nicht.“

Peter: „Wann wirst du es ihm sagen?“

Catherine: „Vincent wird erst in ein paar Tagen wieder kommen. Er und ein paar andere sind in den tiefergelegenen Gewölben zu gange. Wenn er wieder da ist, dann werde ich es ihm umgehend sagen.“

Peter: „Und Vater?“

Catherine: „Behalte es noch etwas für dich, Peter. Erst muss Vincent es wissen. Das hat Priorität. Wenn die Zeit reif ist, das ich oder wir es sagen müssen, dann werden wir es zu gegebener Zeit tun. Ich werde auf mich aufpassen und alles tun was du mir sagst, versprochen.“ Überrascht sah Peter sie an und grinste breit.

Peter: „Wer hätte das gedacht. Kaum bist du schwanger mit deinem Wunschkind, von deinem Traummann und du tust was ich dir sage, ohne dagegen zu protestieren… ich glaube es kaum.“ Verlegen sah Catherine ihn an. Peter freute sich immens für Catherine und Vincent.

Catherine: „Was soll ich sagen, Peter. Ich bin glücklich… überaus glücklich. Ein Baby… Vincent und ich bekommen ein Baby.“

Peter: „Ja so ist es, Cathy. Ihr zwei bekommt ein Baby.“ Unterstrich Peter noch einmal.

Catherine: „Hoffentlich geht alles gut.“

Peter: „Mach dir darüber keine Sorgen. Ich werde dich im Auge behalten. Eine wichtige Information für dich… solltest du irgendetwas feststellen das dir Sorge bereitet oder dir was weh tut… was auch immer… ruf mich umgehend an, egal welche Tageszeit. Vergiss bitte nicht, es ist Vincents Kind. Es kann in irgendeiner Weise evtl. anders sein, als sonst. Ich möchte, dass wir 1 Mal die Woche zusammen kommen, um darüber zu reden, wie es dir geht oder was auch immer. Ich möchte nichts übersehen.“ Gespannt hörte Catherine Peters Worte und verstand.

Catherine: „Versprochen Peter.“

Peter: „Und? Wie wäre es, möchtest du dein Baby schon einmal sehen und hallo sagen?“

Catherine: „Ich hatte gehofft, das du mich das fragst.“ Peter grinste breit.

Peter: „Da es noch im Anfangsstadium ist, wird nicht viel zu sehen sein.“

Catherine: „Das macht überhaupt nichts. Vielleicht hab ich Glück.“ Catherine legte sich auf die Liege, machte ihren Unterbauch frei und sah gespannt dabei zu, wie Peter Gel auf ihrem Unterbauch aufbrachte, den Ultraschallscanner auf ihrem Bauch platzierte und dort gezielt nach etwas suchte. Sie sah eine kleinen Kreis mit etwas drin, das Peter ihr zeigen und sogar abmessen konnte.

Catherine: „Ist das…?“ ihr verschlug es die Sprache. Peter lächelte sie an.

Peter: „Darf ich vorstellen… dein Baby.“

Catherine: „Oh mein Gott… es ist ein Wunder. Ich kann es kaum glauben. Mein Baby.“

Peter: „Dein Baby… und Vincents Baby.“

Catherine: „Vincents und mein Baby.“ flüsterte sie bewegt. Catherine konnte nur auf den Monitor blicken. Wie gebannt sah sie auf das kleine Geschöpf, das dort zu sehen war. Peter vergrößerte und druckte das Ultraschallbild aus, gab es ihr. Catherine zog sich an, nachdem Peter das überschüssige Geld von ihrem Bauch entfernt hatte. Wie einen Schatz hielt Catherine das Ultraschallbild ihres Babys in den Händen.

Peter: „Der Größe des Fötus zu urteilen, bist du in der 4. Schwangerschaftswoche. Stimmt das mit der Zeugung überein?“ verlegen sah sie nach unten und nickte lächelnd.

Catherine: „Ja das kommt in etwa hin.“

Peter: „Gut. Dann wäre der errechnete Geburtstermin ende Oktober.“

Catherine: „Oktober… wow. Das heißt im Umkehrschluss, dass ich zum nächsten Winterfest mein Baby im Arm halten werde.“

Peter: „Richtig, mein Schatz. Also, wenn nichts weiter ist, dann sehen wir uns nächste Woche zur Routineuntersuchung.“

Catherine: „Nächste Woche…“ Catherine und Peter umarmten sich zum Abschied und gingen freudestrahlend auseinander.

Die Männer waren länger als geplant mit den Arbeiten beschäftigt. Für Catherine war es eine endlose Zeit. Sie vermisste Vincent Tag für Tag immer mehr. Vorallem nach der Erkenntnis ihrer Schwangerschaft sehnte sie sich ihren Liebsten herbei. Er sollte es unbedingt wissen.

Da die Arbeiten länger dauerten als geplant, verbrachte Vincent seinen Geburtstag zwar im Kreise seiner Familie, aber es waren eher die Männer aus seiner Arbeitsgruppe. Vincent hatte sich zwar nie wirklich für seinen Geburtstag interessiert, aber er wäre doch viel lieber bei Catherine gewesen, um diesen Tag wenigstens in heimatlicher Atmosphäre zu verbringen, anstatt tief unten im Nirgendwo. Catherine spürte Vincents leichte Melancholie. Sie versuchte ihn zu besänftigen, zu beruhigen. Sie machte ihm klar, das sie sich immens auf seine Rückkehr freute. Er ergab sich seinem Schicksal, bis es Zeit war nach Hause zurück zu kehren.

Ein paar Tage später war es dann endlich so weit. Insgesamt waren 2 Wochen vergangen. Die Arbeiten waren beendet und die Männer hatten nur noch ein Ziel vor Augen… nach Hause. Nichts anderes war mehr wichtig. Für alle war die Trennung eine halbe Ewigkeit.

Am frühen Donnerstagnachmittag kamen die Männer in den heimatlichen Tunnelabschnitten an. Sie waren hungrig, schmutzig und müde. Nichts desto trotz schrieb Vincent eine persönliche Nachricht an Catherine. Geoffrey kam des Weges und machte sich umgehend auf den Weg, um die Nachricht für Catherine an einen Boten weiterzugeben.

Catherine saß bereits den gesamten Tag an ihrem Schreibtisch und recherchierte diverse Fälle, als plötzlich Timothy, ein Sandwich Lieferant, vor ihrem Schreibtisch stand. Er grinste auf sie herab. Fragend sah Catherine ihn an.

Catherine: „Timothy… was kann ich für dich tun?“

Timothy: „Ich hätte hier für eine gewisse Dame ein `speziell belegtes Sandwich´.“ Er zwinkerte ihr grinsend zu, drehte sich um und verschwand. Verwundert und gleichzeitig neugierig angespannt öffnete sie die extra Umverpackung des eingepackten Sandwiches. Dort befand sich eine gefalteter Zettel mit ihrem Namen drauf. Die Handschrift erkannte sie sofort… von Vincent. Eilig öffnete sie die Nachricht und las aufgeregt…

C.


Ich bin wieder zurück.


Wir sehen uns heute Abend. Ich komme zu dir.


Bis in ein paar Stunden.


In Liebe, V.




Catherines Herz machte einen Salto. Vincent war wieder zurück gekehrt. Sie sah auf ihre Uhr… 16 Uhr. Eilig beendete sie ihre Recherchen, packte alles ordentlich zusammen, ordnete ihren Schreibtisch und eilte zum Büro ihres Vorgesetzten Joe Maxwell.

Catherine: „Joe, hast du eine Minute?“

Joe: „Sicher Radcliffe, komm rein und setz dich. Was kann ich für dich tun?“

Catherine: „Die Recherchen für nächste Woche sind beendet und wollte für morgen Überstunden nehmen. Wäre das in Ordnung?“

Joe: „Alles okay mit dir? Du scheinst nervös zu sein.“

Catherine: „Mach dir keine Sorgen, mir geht es gut. Meine bessere Hälfte war die letzten 2 Wochen nicht hier und ich habe eben erfahren, dass er heute zurückgekommen ist. Es war nicht absehbar wie lange er weg sein würde. Nun ja… das kam sehr überraschend.“

Joe: „Wenn das so ist, dann klar… sicher…“

Catherine: „Vielen Dank, Joe. Du bist ein Schatz. Ich schulde dir was.“ Er dachte nach.

Joe: „Ich würde mich freuen, wenn ich den Mann kennenlernen dürfte, der es geschafft hat dein Herz zu erobern.“ Sie war geschmeichelt.

Catherine: „Ich werde sehen was ich tun kann. Versprechen kann ich dir nichts.“

Joe: „Mach Feierabend. Du hast es dir verdient. Grüß ihn unbekannterweise von mir.“

Catherine: „Mach ich und ähm… danke noch mal.“

Joe: „Jetzt hau schon ab.“

Im nu war sie aus Joes Büro verschwunden, schnappte sich sämtlich Sachen und machte sich auf den Weg. Sie kaufte ein paar Lebensmittel und hoffte, dass Vincent übers Wochenende bleiben würde. Schließlich hatten sie 2 Wochen der Trennung nachzuholen. Über ihr gemeinsames Band versuchte Catherine ihm mitzuteilen, dass sie ihn nicht nur für einen Abend bei sich oben haben möchte, sondern über das gesamte Wochenende.

Vincent, der frisch gebadet mit sauberen Sachen am Leib und vollem Magen bei Vater saß, war gerade in einer Unterhaltung mit ihm, als Catherine ihm ihre Gedanken mitteilte. Er stoppte mitten in der Unterhaltung, worauf Vater seine Brille abnahm und ein interessantes Gesicht machte.

Vater: „Vincent? Alles in Ordnung?“

Vincent: „Ja, alles in Ordnung. Catherine ist schon sehr… nun wie soll ich sagen…“

Vater: „Voller Vorfreude? Sie kann es kaum erwarten dich endlich wieder zu sehen?“ sagte er lächelnd. Vincent sah ihn ebenfalls schmunzelnd an.

Vincent: „So ist es ja.“

Vater: „Demnach gehe ich recht in der Annahme, dass Catherine das Wochenende hier bei uns verbringen wird?“

Vincent: „Dieses mal nicht, Vater. Eher das Gegenteil ist der Fall. Ich werde das Wochenende bei ihr verbringen.“ Vater machte große Augen, atmete tief durch.

Vincent: „Mir wird nichts passieren, Vater. In ihrem Apartment sind wir ungestört. Sollte etwas wichtiges sein, ich dringend gebraucht werde, dann schicke eines der Kinder mit einer Nachricht oder Peter.“ Vater nickte resignierend.

Vater: „Mir bleibt wohl nichts anderes übrig.“

Vincent: „So ist es. Du wirst dich damit abfinden müssen.“

Vater: „Dann sehen wir dich erst am Montag wieder?“

Vincent: „Das ist der Plan, ja.“

Vater: „Nun gut, mein Sohn. Wann gehst du?“

Vincent: „Sobald es dunkel ist bin ich weg.“

Vater: „Pass auf dich auf, bitte. Ein schönes Wochenende euch beiden. Grüß Catherine von uns allen.“

Vincent: „Vielen Dank, Vater. Dir ebenfalls.“ Vincent stand auf, drückte seinen Vater.

Vincent: „Wir sehen uns am Montag zum Frühstück.“

Vater: „Mach es gut, mein Sohn. Bis Montag zum Frühstück.“ Wehmütig sah Vater seinem Sohn hinterher, als dieser den Raum verließ.

Vincent packte ein paar wenige Wechselsachen zusammen, die er mit zu Catherine nehmen würde. Als der Abend dämmerte, machte sich Vincent umgehend auf den Weg zu Catherine.

Catherine fieberte Vincents Ankunft entgegen. Ihr Herz klopfte wie wild, ihre Hände waren schwitzig. Immer wieder sah sie zum Fenster hinaus, bis es endlich dunkel wurde.

Mit einer Tasse Tee in ihren Händen, saß Catherine auf der Couch, als es hinter ihr raschelte. Schnell stellte sie die Tasse auf den Couchtisch, sprang auf… und da stand er… Vincent. Freudentränen rannen an Catherines Wangen herunter, als sie ihm entgegenlief. Hastig legte Vincent seinen Mantel beiseite, schritt ihr entgegen, nahm sie fest in seine Arme. Catherine umschlang seinen Hals, drückte ihren Kopf in seine Halsbeuge und flüsterte:

Catherine: „Endlich…“

Vincent: „Ich hab dich so vermisst.“ flüsterte er mit seiner rauen Stimme. Catherines Körper zitterte leicht. Mit sanften Handbewegungen auf ihrem Rücken versuchte er sie zu beruhigen.

Vincent: „Schhhhh… beruhige dich. Ich bin wieder bei dir.“ Allmählich entspannte sie sich, das leichte Zittern ließ nach.

Catherine: „Küss mich…“ hauchte sie leise, das er wohl hörte. Vincent sah sie an, musterte ihre Augen, ihre wartenden Lippen, küsste sie, als würde es kein Morgen mehr geben. Catherine schmolz dahin, griff in seine dicke Mähne, zog ihn fester zu sich. Mit einer sanften Bewegung nahm er Catherine auf seine Arme, trug sie zur Couch. Zusammen mit ihr auf seinen Armen setzte er sich so auf die Couch, dass sie auf seinem Schoß saß, noch immer ihre Arme um seinen Hals, noch immer küssend. Langsam begann sie sein außergewöhnliches markantes Gesicht zu streicheln. Ihre Küsse wurden langsamer, neckender, verspielter. Noch immer streichelte Catherine sanft sein Gesicht. Vincent wich auf einmal kurz zurück. Verwundert sah sie ihn an.

Catherine: „Was ist?“ Sein Gesichtsausdruck hatte sich geändert.

Catherine: „Vincent?“ Prüfend musterten sie sich gegenseitig.

Vincent: „Irgendetwas ist anders.“

Catherine: „Anders? Wie anders…“ Sie tat so, als wüsste sie nicht, das er sehr wohl in der Lage war ihre Schwangerschaft zu erkennen oder zu erahnen.

Vincent: „Küss mich noch mal.“ Catherine grinste breit.

Catherine: „Sehr gerne.“ Vincent analysierte ihren Geschmack, während sie sich küssten.

Vincent: „Bei dir hat sich etwas verändert.“ Stellte er überraschend fest, sah sie fragend an. Catherine jedoch lächelte ihn liebevoll an.

Catherine: „Hmm, na wenn das so ist…“

Vincent: „Catherine? Was ist los?”

Catherine: “Gib mir deine rechte Hand.“ Vincent tat worum sie ihn bat, drehte sich etwas gegen ihn, sodass sie sich mir dem Rücken an ihn anlehnen konnte, nahm seine rechte Hand in ihre und legte sie auf ihren Bauch. Dann sah sie ihn an, lächelte.

Catherine: „Das ist los, mein Schatz… ich bin schwanger… wir bekommen ein Baby.“ Vincent neigte tonlos seinen Kopf, um ihr besser in die Augen sehen zu können.

Vincent: „Ein Baby… du bist schwanger…“ Catherine nickte bewegt, drehte sich weiter zu ihm, nahm sein Gesicht in ihre Hände, küsste ihn.

Catherine: „Ja… ein Baby. Unser Kind…“ Vincent ließ seinen Kopf nach hinten fallen schloss seine Augen. Catherine sah Tränen aus seinen Augenwinkeln laufen. Vincent schluckte stark, als sie beruhigend mit ihrer linken Hand seine breite Brust streichelte.

Catherine: „Geht es dir gut?“ flüsterte sie sanft. Vincent wischte sich dezent die Tränen von seinem Gesicht, schmunzelte ihr glücklich entgegen, schüttelte kurz seine Mähne.

Vincent: „Ob es mir gut geht? Liebling, du hast mich gerade zum glücklichsten Mann der Welt gemacht und fragst mich, ob es mir gut geht? Ja… ja… ja, es geht mir gut.“ Sprudelte es aus ihm heraus. Überglücklich warf sich Catherine in seine Arme.

Catherine: „Ich habe so gehofft, das du das sagst.“

Vincent: „Es ist so unwirklich.“

Catherine: „Wem sagst du das. Ich weiß es zwar auch erst seit ein paar Tagen, aber… es ist als würde ich träumen.“ Lang sah er sie an, sagte nichts, streichelte sie, legte seine Hand auf ihren Bauch.

Vincent: „Hast du irgendwelche Beschwerden? Morgendliche Übelkeit…“

Catherine: „Nein gar nichts. Ich war nur bei Peter, weil ich mich in den letzten Tagen so schlapp und müde gefühlt habe. Ich dachte ich bekomme eine Erkältung und eine Blasenentzündung. Doch der Grund dafür war unser kleiner Schatz hier.“

Vincent: „Du hast sonst nichts?“ glücklich sah sie ihn an und schüttelte ihren Kopf.

Catherine: „Nein… darüber bin ich heil froh. Meine Freundin Nancy hatte bei beiden Kindern schreckliche Morgenübelkeit in den ersten 3 Monaten, aber bei mir ist bis jetzt nichts.“

Vincent: „Das hört sich gut an.“

Catherine: „Finde ich auch. Aah, ich muss dir was zeigen. Warte kurz.“ Catherine rutschte von seinem Schoß, holte das Ultraschallbild, welches ihr Peter mitgab. Sie setzte sich wieder an seine Seite.

Catherine: „Happy Birthday, mein Schatz. Das erste Portrait unseres Babys. Auch wenn noch nicht viel zu sehen ist.“ Vincent lächelte.

Vincent: „Danke… das bedeutet mir mehr als du ahnst.“ Sie küssten sich innig, kuschelten auf der Couch und betrachteten das Ultraschallbild.

Catherine: „Mir bedeutet dieses Baby alles, Vincent. Ich liebe es jetzt schon abgöttisch, obwohl es noch so winzig ist.“

Vincent: „Mir kommt es alles vor, wie in einem Traum. Es ist für mich so unwirklich. Dich an meiner Seite zu haben ist unglaublich und doch ist es so. Jetzt trägst du mein Kind… unser Kind…“

Catherine: „Gib dir ein paar Tage Zeit. Du wirst dich schnell an den Gedanken gewöhnen. Sei froh, dass ich dir das hier erzählt habe und nicht unten. Schon gar nicht in Vaters Gegenwart.“

Vincent: „Wem sagst du das. Ich wäre gedanklich überall, aber nicht bei der Arbeit.“

Catherine: „Peter freut sich für uns. Ich werde mich ein mal in der Woche mit ihm in seiner Praxis treffen. Er möchte mich wöchentlich sehen, damit nichts übersehen wird.“

Vincent: „Das hört sich vernünftig an. Was noch?“

Catherine: „Ich hatte Peter gebeten vorerst nichts Vater zu sagen. Es ist noch zu früh. Ich bin ganz am Anfang der Schwangerschaft und Peter meinte, dass es in der Zeit zu einem Abgang kommen kann. Aber es wäre nichts ungewöhnliches.“ Vincent nickte stumm und nachdenklich.

Catherine: „Woran denkst du?“

Vincent: „Um ehrlich zu sein, an deine Arbeit.“ Catherine lächelte ihn an.

Catherine: „Darüber mach dir keine Sorgen. Ich habe nach den Feiertagen mit meinem Boss geredet. Ihm fiel mein Verlobungsring auf. Darauf hin hatten wir in seinem Büro ein Gespräch. Ich sagte ihm, dass ich heiraten werde und ich mit meinem Mann eine Familie gründen möchte. Deshalb habe ich vor zu kündigen, um mich voll und ganz auf unser Kind konzentrieren zu können. Er war zwar nicht sonderlich begeistert darüber, aber er bot mir an… falls ich lange Weile hätte, könnte ich jederzeit wieder dort anfangen.“ Verwundert sah er sie an, schmunzelte, musterte sie wieder.

Vincent: „Seit wann beschäftigst du dich mit dem Gedanken schwanger zu werden, deinen Job zu kündigen und wer weiß was sonst noch alles?“ fragte er belustigt.

Catherine: „Seit wann? Hmm, lass mich nachdenken…“ dann rutschte sie ganz nah an ihn heran, striff mit ihrem Mund an seinem entlang.

Catherine: „Noch bevor wir das erste mal miteinander geschlafen haben.“ flüsterte Catherine an seinem Mund. Seine Lippen öffneten sich, knabberten gegenseitig neckend am Mund des anderen.

Catherine: „Seit deinem Unfall mit Vater im Gewölbe wusste ich das ich dich liebe, Vincent. Ab da begann ich mich damit zu befassen. Mir gingen andauernd Fragen durch den Kopf… wie es wohl wäre dich innig zu küssen; du und ich zusammen im Bett; dich in mir zu fühlen; ein Kind mit dir zu zeugen; mit deinem Kind schwanger zu sein; mit dir und unserem Kind zusammen im Kreise der Familie unten zu leben; zu Unterrichten; mich um unser Baby kümmern; Mary und Rebecca helfen; dich tag täglich zu sehen; ein zweites Baby von dir.“ schwärmte sie liebevoll, verführerisch.

Vincent: „Du erstaunst mich immer wieder. Wann wolltest du mich darüber informieren?“ hauchte er verführerisch.

Catherine: „Habe ich soeben getan, mein Schatz.“ Antwortete sie frech. Vincent schmunzelte, küsste und liebkoste sie währenddessen weiter.

Vincent: „Ah ja, ich Glückspilz. Dann habe ich wenigstens einen groben Plan… bis Baby Nummer zwei. Das ist doch schon mal was.“ Catherine musste ebenfalls lächeln. Sie liebte diese spielerische Art und Weise zwischen ihnen beiden. Glücklich lagen sie sich in den Armen, suchten und fanden ihre Lippen, vergaßen alles um sich herum.

Der nächste Morgen war für Catherine wie ein Lottogewinn. Als sie aufwachte war es bereits hell draußen und die Sonne ging langsam auf. Vincent lag neben ihr auf der Fensterseite. Er lag auf dem Bauch, die Bettdecke bedeckte ihn nur ab seinen Hüften. Wie ein Gott… dachte sie bei sich. Sein breiter muskulöser Rücken, die kräftigen Arme, die schmale Taille… ein Traum. Einen Moment betrachtete sie ihn verträumt, beugte sich zu ihm hinunter, küsste ihn zwischen den Schulterblättern, legte sich quer über seinen Rücken, streichelte ihn sanft und schlief noch einmal ein.

Eine Stunde später erwachte sie wieder, stand langsam und leise auf, ging in die Küche und machte für sie beide Kaffee.

Das plötzlichen fehlen von Catherines Gewicht ließ ihn wach werden. Vincent wunderte sich über so viel Licht in seinem Gesicht und zog kurzer Hand ein Kissen über seinen Kopf. Als Catherine mit den zwei gefüllten Kaffeetassen ins Schlafzimmer kam musste sie über diesen Anblick herzhaft lachen. Dieser riesige Kerl von einem Mann, der Vater ihres noch ungeborenen Kindes… lag da mit einem Kissen über seinem Kopf. Lächelnd setzte sie sich auf die Bettkante, stellte die Tassen beiseite, kraulte mit ihren Fingernägeln seinen Rücken, massierte seine festen Schultern. Langsam, aber sicher, kam leben in ihn hinein. Catherine zog sachte das Kissen von seinem Kopf, ließ Kaffeeduft in seine Nase steigen. Zärtlich strich Catherine eine Haarsträhne aus seinem Gesicht, als er sich langsam auf den Rücken drehte. Catherine schmolz fast dahin bei diesem Anblick. Seine Muskeln bewegten sich mit einer stolzen Eleganz und Macht. Sie konnte nur verträumt mit ihrer linken Hand über seinen Oberkörper streichen, immer den Blick auf ihn gerichtet, bis sie müde blaue Augen ansahen.

Catherine: „Guten Morgen… wie fühlst du dich?“ verknittert sah er sie an. Sie lächelte über diesen Anblick.

Vincent: „Geschafft, müde… aber sonst gut.“ Sagte er sanft, rieb sich sein Gesicht.

Catherine: „Kein Wunder. Du hast immerhin anstrengende und harte Arbeitstage hinter dir.“

Vincent: „Stimmt… zu lange, um genau zu sein.“ Catherine strich sanft seine Brust. Sie schien weit weg zu sein.

Vincent: „An was denkst du?“ riss er sie aus ihren Gedanken. Legte seine Hand auf ihre, die auf seiner Brust ruhte.

Catherine: „Wie gesegnet ich mit dir bin.“ sagte verträumt.

Vincent: „Gesegnet?“

Catherine: „Oh ja… Du lässt alle meine Träume und Wünsche wahr werden.“

Vincent setzte sich auf, zog Catherine in seine Arme, sah ihr tief in die Augen.

Vincent: „Du hast mir Dinge ermöglicht, von denen ich nicht einmal gewagt habe zu träumen. Ich dachte mein Schicksal sei mit lebenslanger Einsamkeit besiegelt und dann… bist du in mein Leben getreten und hast es vollständig auf den Kopf gestellt. Mit deinen Liebreizen hast du mir buchstäblich den Kopf verdreht. Ich konnte an nichts anderes mehr denken… nur an dich.“ Vincent atmete tief durch.

Vincent: „Die Situation jetzt? Wir lieben uns, haben vor zu heiraten und die Krönung des Ganzen… du trägst mein Kind unter deinem Herzen und sprichts bereits von einem zweiten Baby.“ Verlegen sah Catherine ihn an, streichelte sein Gesicht.

Catherine: „Ich hatte mir vorher nie vorstellen können Mutter zu werden, geschweige denn zu heiraten. Der Richtige und passende Mann musste mich erst im Central Park auflesen.“

Vincent schmunzelte, streichelte zärtlich ihr Gesicht, ihr Kinn, lauschte ihren Worten.

Nach dem Frühstück gingen sie zurück ins Bett, kuschelten beieinander, liebten sich, schliefen, redeten über die Hochzeit und einen passenden Termin dafür.

Vincent: „Hast du dir schon einen Termin für unsere Hochzeit überlegt?“

Catherine: „Mhmm…“ schmunzelte Catherine ihn an.

Vincent: „Was frage ich überhaupt? Und was würde dir vorschweben?“

Catherine: „Was hältst du vom 12. April?“ fragte sie vorsichtig. Nachdenklich sah er sie an.

Vincent: „Bist du sicher? An dem Tag hast du furchtbares durchmachen müssen. Der ist nicht wirklich mit positiven Erinnerungen verbunden.“

Catherine: „In der Nacht hast du mich gefunden, mein Leben gerettet. Ohne diesen Vorfall wären wir nicht da wo wir jetzt sind, Liebling. Wir wären uns nie über den Weg gelaufen. Der Gedanke ist schlimm für mich… nicht der Überfall, sondern das ich dich sonst nicht getroffen hätte.“ Eng kuschelten sie sich aneinander.

Vincent: „Nun gut… wenn das dein Wunsch ist, dann werden wir diesen Tag in Betracht ziehen. Dieses Jahr noch oder nächstes Jahr, nachdem unser Baby geboren ist?“

Catherine: „Hmm, darüber habe ich nicht nachgedacht. Was sagst du?“

Vincent: „Es liegt bei dir. Du wärst dann im 4. Monat. So wie ich dich kenne, wirst du ein Hautenges weißes Kleid tragen wollen, welches deine… weiblichen Reize noch zusätzlich hervorheben wird. Es sei denn, du möchtest mit einem kleinen Babybauch vor den Altar treten. Sieht man im 4. Monat schon etwas?“

Catherine: „Gute Frage… ich weiß es nicht. Hmm, das mit dem hautengen weißen Kleid ist richtig… da ist was wahres dran… Schatz du überraschst mich immer wieder. Das du mich so gut kennst? Wäre es denn für dich okay, wenn wir nach der Geburt heiraten würden?“ verwundert sah er sie an.

Vincent: „Warum denn nicht?“

Catherine: „Ich dachte wegen dem Nachnamen. Es würde von Anfang an den Namen Wells tragen und nicht Chandler.“

Vincent: „Du würdest meinen Nachnamen annehmen?“

Catherine: „Natürlich, gar keine Frage. Ich wäre demnach Catherine Wells. Hört sich gut an.“

Vincent: „Wusstest du, dass ich eine Geburtsurkunde habe und somit registriert bin?“ überrascht und fragend sah Catherine ihn an. Vincent nickte.

Vincent: „Peter hatte dafür gesorgt, nachdem ich gefunden wurde und er genau sagen konnte, dass ich an dem Tag geboren wurde, an dem man mich fand. Er stellte die Urkunde aus, nachdem Mary es geschafft hatte mich am Leben zu halten und ich mich erholte.“

Catherine: „Lass mich raten… Vincent Benjamin Wells?”

Vincent: „Genau dieser… Das heißt im Umkehrschluss, dass wir ganz legal heiraten können, Catherine. Selbst vor dem Gesetz oben wären wir verheiratet.“ Catherine sagte nichts, sondern legte sich glücklich in seine Arme, hielt ihn fest, umklammerte ihn regelrecht.

Catherine: „Ich bin unsagbar stolz darauf von dir schwanger zu sein. Lass uns noch dieses Jahr heiraten, im April… mit Schwangerschaftsbäuchlein und Hochzeitskleid.“

Vincent: „Gut. Dann werde ich am Montag mit Vater reden… aber nur über die Hochzeit, nicht über das Baby.“

Catherine: „Du willst ihn wegen des Babys im Dunkeln lassen?“ fragte sie zweifelnd.

Vincent: „Vorerst ja. Jedenfalls so lang wie möglich. Wie du schon sagtest, es ist noch zu früh. Ich möchte keine bösen Geister wecken.“ Eindringlich sah er sie an, streichelte ihr Kinn.

Vincent: „Versteh mich nicht falsch, aber… um jedes Baby wird eine gewisse Aufregung veranstaltet. Sollte herauskommen, dass du schwanger bist… wirst du dich kaum retten können. Jeder meint es gut, aber Vater und Peter und Mary… Rebecca… sie sind in allem sehr bedacht und vorsichtig. Sie werden alle wie Kletten an dir kleben, damit dir bloß nichts geschieht… speziell in der Anfangszeit. Solch eine Verbindung, wie wir zwei es haben, hat es vor uns nie gegeben. Für das Baby gilt das Selbe. Es wird auf jeden Fall ein besonderes Kind sein. Ein Kind wie dieses hier wird einzigartig sein. Das wird jeder, ohne Ausnahme wissen.“ Catherine hörte jedes Wort und verstand seine Sorge.

Catherine: „Okay… Ja du hast recht. Je weniger am Anfang Bescheid wissen, desto besser… so machen wir das.“

Die Wochen vergingen. Das Winterfest rückte immer näher.

Wie mit Peter besprochen, besuchte Catherine ihn wöchentlich in seiner Praxis zur Untersuchung. Das Baby entwickelte sich prächtig. Catherine stellte ihre Ernährung um, und lebte intensiv gesünder. Das Baby schien ihr mitzuteilen was es brauchte und bevorzugte.

Auch beruflich hatte sie sich entschieden, eine Änderung vorzunehmen. Wie sie es bereits mit Joe besprochen hatte, legte Catherine ihm ihre Kündigung auf den Tisch… ende März war ihr letzter Arbeitstag. Sie hatte den Termin mit bedacht gewählt, denn ihre Schwangerschaft wollte sie nicht öffentlich preisgeben.

Das Winterfest fiel dieses Jahr auf ein Wochenende. Die Gästekammern waren komplett belegt. Die große Halle geschmückt mit vielen Blumen, unzähligen Kerzen.

Wie jedes Jahr ging die Gemeinschaft mit ihren Freunden in die tiefergelegene Region zum großen Eingangstor, der in die große Festhalle führte.

Vor dem verschlossenen Tor blieben alle stehen, Vincent trat vor, gab Catherine seine Kerze, stemmte den riesigen Balken aus seiner Verankerung, stellte diesen beiseite und öffnete das riesige Tor. Ein starker Windschlag kam ihnen allen entgegen. Der Raum dahinter lag im Dunkeln. Einzig und allein eine Laterne zeigte ihnen den Weg zur großen Tafel.

Nachdem alle ihren Platz gefunden hatten, begann Vater mit seiner Ansprache:

Die Welt über uns ist kalt und grau.Der Sommer, eine verblichene Erinnerung.Auch unsere Welt hat ihre Winter gekannt. Also beginnen wir, wie jedes Jahr, dieses Fest in Dunkelheit. So wie unsere Welt in Dunkelheit begonnen hat. Lange bevor die Stadt ihre Häuser in den Himmel gebaut hat, haben Menschen in diesen Höhlen Schutz gesucht. In diesen Tagen waren die Tunnel ein dunkler Ort. und die, die hier wohnten, lebten in Furcht und Isolation. Das war ein Land der verlorenen Hoffnung, der unerfüllten Träume, ein Land der Verzweiflung. Als einem das Geräusch der Menschen die in die Tunnel eindrangen große Angst einjagt. So das die Männer nach Messern und Steinen gegriffen haben, um sich für den Kampf zu rüsten. Aber schließlich lernten ein paar Menschen, ihre Furcht abzulegen. Und wir fingen an, einander zu vertrauen. Und jeder von uns wurde stärker.Die, die die Hilfe brauchten, und die, die sie gaben. Wir gehören alle fest zusammen.Wir sind eine Familie, eine Gemeinschaft.Manchmal vergessen wir das, deshalb treffen wir uns hier, jedes Jahr,um denen Dank zu sagen, die uns geholfen haben. Und um uns daran zu erinnern, das:Selbst die größte Dunkelheit ohne Bedeutung ist, solange wir uns Licht spenden.






Nach und nach wurde eine Kerze nach der anderen angezündet, bis jeder in diesem Raum eine lodernde Kerze in der Hand hatte. Zu guter Letzt der immens schwere Kronleuchter, der durch seine Größe die komplette Halle beleuchtete. Zur Sicherheit wurden noch weitere Lichtquellen geschaffen. Die Halle wurde schnell angenehm warm.

Catherine und Vincent saßen mit Kanin und Olivia an einem großen Tisch, nachdem sie miteinander getanzt hatten.

Vincent: „Magst du etwas essen?“

Catherine: „Au ja… ich bin am Verhungern.“ Vincent schmunzelte.

Vincent: „Zu trinken auch?“

Catherine: „Johannisbeersaft?“ flüsterte Catherine ihm zu. Vincent nickte und machte sich auf den Weg. Olivia sah Catherine leicht verwundert an, doch blieb sie ruhig. Auch Kanin machte sich auf den Weg, um Olivia etwas zum essen zu holen. Sie bat ihn ebenfalls um einen Saft.

Die beiden Frauen sahen sich schmunzelnd an.

Olivia: „Darf ich dich was fragen?“

Catherine: „Du darfst mich alles fragen was du willst. Das weißt du doch, Olivia.“ Ganz nah rutschte Olivia an Catherine heran und redete so leise, dass nur Catherine sie hören konnte.

Olivia: „Okay… warum trinkst du an solch einem Tag wie heute… Johannisbeersaft?“ Catherine sah Olivia erwischt an und konterte gekonnt und zielsicher.

Catherine: „Welches Getränk bringt Kanin dir mit?“ Auch Olivia sah verwundert drein. Beide Frauen wussten nicht recht wie sie antworten sollten. Olivia legte eine Hand auf ihren Bauch und grinste verlegen. Zu Olivias Erstaunen tat Catherine genau das Gleiche und grinste breit. Olivia machte große Augen vor Freude. Ihr Mund stand offen, schloss ihn aber schnell wieder.

Olivia: „Wirklich? Das gibt es nicht… im Ernst? Wirklich wahr? Du bist schwanger? Vincent und du…“ kam fast tonlos. Catherine deutete schmunzelnd nickend mit ihrem Zeigefinger an den Lippen, dass sie es für sich behalten soll.

Olivia: „Weiß Vincent?“ flüsterte sie so leise es ging, trotz der Musik drum herum. Sie sah Olivia überrascht an.

Catherine: „Ja natürlich, was denkst du denn.“ kam wie selbstverständlich.

Olivia: „Ich mein ja nur. Vater und Mary?“

Catherine: „Nein… nur Vincent, Peter und du. Sonst niemand.“

Olivia: „Wie weit bist du?“

Catherine: „Noch am Anfang… ende 8. anfang 9. Woche und du?“

Olivia: „Oh mein Gott… ich auch.“ Beide Frauen mussten nun doch darüber herzhaft lachen. Denn beide Frauen wussten genau, der Tag der Zeugung musste zur selben Zeit erfolgt sein. Das war die Zeit, als die Männer von ihrer 6 Tage Exkursion in den tiefergelegenen Tunneln von den Notfallarbeiten zurück kamen.

Nach einer Weile…

Die beiden Männer kamen mit jeweils zwei reichlich bestückten Tellern wieder an den Tisch, setzten sich zu ihren Damen. Kanin und Vincent sahen in die glücklichen, aber seltsam schmunzelnden Gesichter von Olivia und Catherine, die sich immer wieder ansahen und breit grinsten. Catherine himmelte Vincent an. Das kam ihm nicht geheuer vor. Kritisch sah er von einer Frau zur anderen. Kanin fiel dieses Verhalten ebenfalls auf.

Kanin: „Ist irgendetwas, Schatz?“ fragte er eher verhalten. Olivia hob unschuldig ihre Augenbrauen und suchte etwas komisch nach Worten, sah dabei Catherine aus dem Augenwinkel ebenfalls unschuldig drein schauen.

Vincent: „Catherine? Was ist hier los?“ sagte er sanft, aber bestimmt.

Catherine: „Nun ja, es scheint, dass ähm… Olivia und ich… wie soll ich sagen...“

Olivia: „… in den selben Umständen sind, mein Freund.“ beendete sie den Satz, musterte Vincent und wartete seine Reaktion ab. Während Kanin überrascht Catherine und dann Vincent ansah und breit anfing zu grinsen, sah Vincent von Catherine zu Olivia und schmunzelte verlegen. Kanin boxte Vincent heftig in den Oberarm, der ihn umgehend ansah.

Vincent: „Au, was soll das?“ hielt sich seinen Oberarm und versuchte nicht zu grinsen.

Kanin: „Wieso wusste ich nichts davon.“ fragte Kanin kleinlaut.

Vincent: „Du musst nicht alles wissen!“ sagte Vincent frech. Gespielt verärgert sah Kanin ihn an. Alle drum herum lachten.

Vincent: „Wir wollten es nicht gleich publik machen. Außer dir, Olivia und Peter weiß es bis jetzt niemand.“ kam beschwichtigend.

Kanin: „Wirklich niemand weiter?“ beide schüttelten verneinend den Kopf.

Kanin: „Nicht mal Vater… oder Mary?“ wieder verneinten beide.

Kanin: „Wow… da möchte ich Mäuschen sein, wenn ihr es ihnen sagt. Zumal die beiden es nicht als erstes von allen wissen.“ Catherine und Vincent sahen sich an, lächelten.

Catherine: „Das wird wahrscheinlich eher sein, als du ahnst.“ Dabei sah sie Vincent eindringlich an, der sie wiederum verwundert ansah.

Vincent: „Gibt es etwas das ich wissen müsste?“ fragte Vincent verhalten. Catherine druckste herum und flüsterte ihm ins Ohr:

Catherine: „Abwarten, mein Schatz… das erzähle ich dir bei passender Gelegenheit.“ sanft küssten sich die zwei. Prüfend sah er sie an, doch lächelte nur.

Kanin: „Wisst ihr was?“ erstaunt lagen alle Augen auf Kanin, der sein Glas Wein nahm, es erhob.

Kanin: „Auf uns vier auf… unsere kleinen Wunder.“ betonte er extra. Vincent nahm sein Glas Wein, reichte Catherine ihr Glas mit dem Johannisbeersaft und Olivia nahm ihr Glas mit dem Saft. Gemeinsam stießen sie auf sich und ihre kleinen Wunder an.

Kanin klopfte mit seiner Hand auf Vincents Schulter.

Kanin: „Das wird eine interessante Zeit, Bro.“

Vincent: „Das wird es ganz sicher.“

Catherine: „Ich kann es kaum erwarten.“

Olivia: „Wem sagst du das. Ich bin mal gespannt wie Luke reagieren wird.“

Kanin: „Glaubst du er wird eifersüchtig werden?“

Olivia: „Möglich. Wir werden sehen und abwarten.“

Kanin: „Stellt euch das mal vor… im Oktober bin ich ein zweifacher Dad.“ und er sah in die Runde. Vincent lehnte sich nachdenklich zurück.

Vincent: „Hm, was soll ich da sagen… ein Dad… Gott das ist so unwirklich.“

Catherine: „Unwirklich auch für mich. Zumal man noch nichts sieht. Ich weiß es, aber… noch ist es so weit weg.“

Olivia: „Vertrau mir, Cathy… du wirst es sehr bald merken und man wird es dir ansehen. Es wird schwer es zu ignorieren.“

Catherine: „Ich freue mich drauf.“ an Vincent gewandt.

Vincent: „Ich freu mich auch.“

Fast den ganzen Abend verbrachten die Vier zusammen. Sie redeten, lachten, tauschten Erfahrungen aus, tanzten gelegentlich.

Als es langsam Mitternacht wurde, lehrte sich die große Halle nach und nach. Peter stand auf einmal am Vierertisch, setzte sich dazu. Er bekam schnell mit, dass Kanin und Olivia bereits wussten, dass Catherine schwanger war. Folglich stimmte er leise mit ein.

Peter: „Wie geht es denn den beiden Damen… wenn ich fragen darf?“

Olivia: „Du darfst, Peter. Uns geht es gut. Keine Beschwerden. Danke der Nachfrage.“ Der Blick ging zu Catherine.

Peter: „Und dir, junge Dame?“

Catherine: „Mir bzw uns geht es ebenfalls gut, danke.“ Prüfend sahen sich Peter und Catherine an.

Vincent: „Wann warst du das letzte Mal bei Peter?“ Seine Frage war verhalten und leise.

Catherine: „Gestern…“ kritisch beäugte er Catherine und dann Peter. Peter schien leicht unruhig.

Vincent: „Peter? Gibt es etwas was ich wissen muss?“ Kanin und Olivia wurde es unwohl. Sollten sie lieber gehen?

Olivia: „Ich glaube wir lassen euch besser allein.“ Doch Catherine hielt sie zurück.

Catherine: “Nein wartet… das ist nicht nötig.“

Vincent: „Catherine was… ich mache mir langsam Sorgen.“

Peter: „Das musst du nicht, mein Freund. Es ist alles in bester Ordnung.“

Vincent: „Was dann?“

In dem Moment kamen Vater und Mary an den Tisch. Die zwei sahen die fragenden Gesichter.

Vater: „Ist alles in Ordnung bei euch?“ Catherine und Vincent senkten lächelnd ihre Köpfe.

Mary: „Geht es dir gut, Olivia? Ist mit dem Baby alles in Ordnung?“ schnell nickte Olivia.

Olivia: „Oh ja, Mary. Bei uns ist alles in bester Ordnung.“

Mary: „Da bin ich beruhigt.“

Catherine: „Lass es uns ihnen sagen.“ sagte sie sanft.

Vater: „Uns was sagen?“

Vincent: „Ich würde sagen, ihr zwei setzt euch erst einmal.“ Fragend sahen Mary und Vater in die schmunzelnde Runde. An Kanin gerichtet sagte Vincent:

Vincent: „Jetzt darfst du Mäuschen sein, Kanin…“

Kanin: „Ich fühle mich geehrt, Bro?“

Vater: „Kann mich mal jemand aufklären?“

Mary: „Müssen wir uns Sorgen machen?“

Vincent: „Nein Mary. Uns geht es gut. Catherine geht es gut…“ Vincent atmete tief durch, Catherine drückte seine Hand, nickte ihm aufmunternd zu.

Vincent: „Catherine bekommt im Oktober unser erstes Kind.“ Vater lehnte sich zurück. Er hatte auf einmal Tränen in den Augen.

Vater: „Catherine? Du bist schwanger?“

Mary: „Oh Liebes, wie schön. Ich freue mich. Oh mein Gott, ich kann es nicht glauben.“

Catherine: „Glaubt es ruhig. Macht euch keine Sorgen. Peter betreut mich schon die ganze Zeit.“

Vater: „Du hast mir nichts gesagt!“ sagte er im gespielten Ernst. Peter hob unschuldig seine Schultern.

Peter: „Mein alter Freund… die ärztliche Schweigepflicht gilt auch für uns beide.“ Grinsend sahen sie sich an.

Vater: „Darauf müssen wir mit etwas besonderem anstoßen.“

Mary: „Zwei Babys im Oktober. Welch spannende Zeit. Und so aufregend.“ Mary war ganz aus dem Häuschen. Peter sah Catherine wieder herausfordernd an.

Vincent: „Was ist mit euch beiden? Ihr zwei verheimlicht was!“ Catherine kuschelte sich an Vincent heran, schlang ihre Arme um seinen Hals. Gebannt sah er ihr tief in die Augen, als Catherine zu Peter sagte:

Catherine: „Peter… hättest du die Güte?“ erstaunt sah er Catherine an.

Peter: „Bist du sicher?“

Catherine: „Die Ehre gehört ganz dir.“ Peter fühlte sich geschmeichelt. Alle anderen hingen an seinen Lippen.

Peter: „Nun gut… Vincent?“ fast ängstlich sah er Peter an.

Peter: „Ihr bekommt Zwillinge…“ allen drum herum stand der Mund offen. Mary und Olivia hielten sich eine Hand vor den Mund, um nicht gleich laut zu werden in ihrer Freude. Vater ließ fast den guten Schnaps fallen und musste sich schnell setzen. Vincents Blick ging zu Catherine, die ihn noch fester hielt.

Vincent: „Zwillinge… zwei Babys…“ Catherine nickte lächelnd, innig küsste er sie, hielt sie in seinen Armen. Es war eine sehr rührende Szene. Mary, Olivia, Vater, Kanin und auch Peter hatten Freudentränen in den Augen.

Catherine: „Ja, zwei Babys. Es werden zweieiige Babys sein. Wenn wir noch mehr Glück haben, dann vielleicht von jedem eins.“

Vincent: „Mir ist es komplett egal, ob zwei Jungs oder zwei süße Mädchen oder von jedem eins… eineiig oder zweieiig. Hauptsache gesund und munter. Ganz wichtig ist, dass es dir gut geht.“

Catherine: „Das wird es. Peter und Vater und Mary und viele andere sind da. Ich werde wahrscheinlich kritisch beäugt, wenn etwas anders sein sollte.“

Mary: „Das kannst du wohl glauben, Catherine. Frag Olivia.“

Olivia: „Dem kann ich nur beipflichten, Cathy. Ich werde wahrscheinlich mehr in meiner Art und Weise begutachtet als sonst jemand. Aber so entgeht niemandem etwas. Veränderungen werden sofort erkannt.“

Peter: „Jacob… ich muss sagen… einen besseren Abschluss zum Winterfest, hätte ich mir nicht wünschen können.“

Vater: „Peter, mein Freund. Ich bin sprachlos. Du wusstest von der Schwangerschaft?“

Peter: „Von Anfang an, ja.“

Mary: „Seit wann weißt du von Catherines Schwangerschaft, mein Sohn?“ Vincent löste sich leicht von Catherine, hielt sie locker im Arm, küsste ihre Schläfe, wandte sich Mary zu. Er musste seine Gedanken sammeln, rieb seine Stirn.

Vincent: „Seit ein paar Wochen.“

Vater: „Und da sagst du nichts? Niemand hat dir was angemerkt.“

Vincent: „Es war nicht einfach, aber… ja.“

Vater: „Seit wann wisst ihr zwei Bescheid?“ an Kanin und Olivia gerichtet. Unschuldig sahen sie sich an. Kanin beschwichtigte Vater.

Kanin: „Beruhige dich, Vater. Wir wissen es auch erst seit heute Abend. Besser gesagt, erst Olivia und dann ich. Die beiden schwangeren Damen hier, haben sich wohl Non Verbal ausgetauscht und es gegenseitig herausgefunden.“

Mary: „Uns erwartet also im Oktober ein Baby – Boom… wer hätte das gedacht. Solch süße Geheimnisse, die zum Winterfest gelüftet wurden.“ schwärmte sie.

Catherine: „Zum nächsten Winterfest sitzen wir hier mit unseren Babys. Ein Traum…“

Olivia: „Ihr werdet sehen… Wir werden uns vor Angeboten kaum retten können, was die Betreuung der Babys angeht. Die Mädchen sind ganz scharf darauf, auf die Kids aufzupassen.“ Interessiert lauschte Catherine den Worten.

Vincent: „Das stimmt.“

Mary: „Ihr werdet die Babys wahrscheinlich nur zu den Fütterungszeiten zu Gesicht bekommen.“

Catherine: „Das ist ein Scherz.“

Vater: „Nein, mein Kind. Kein Scherz. Frag Olivia.“

Olivia: „Sie haben recht, Cathy. Als Luke geboren wurde, waren im Handumdrehen so viele da die mir geholfen haben. Damit ich schlafen konnte, wurde Luke zu Mary gebracht und dort waren viele andere Mädchen, die sich sofort seiner annahmen. Das ist bis heute so und eine große Hilfe, vorallem, wenn man mal eine Auszeit braucht.“

Catherine: „Wir werden darauf zurück kommen.“

Vater: „Lasst uns darauf anstoßen, Familie.“ Vater goss jedem, bis auf Olivia und Catherine, ein Gläschen Bourbon ein, erhob sein Glas:

Vater: „Ich weiß nicht was ich sagen soll. Wir erheben unsere Gläser und trinken auf die Gesundheit von alten Freunden, Lebensgefährten, Töchtern, Schwiegertöchtern, Söhnen und ganz speziell auf die noch ungeborenen neuen Familienmitglieder. Trinken wir auf die bevorstehende Hochzeit meines Sohnes und seiner bezaubernden Frau. Ich bin unsagbar stolz darauf dies miterleben zu können und zu dürfen. Prost, Familie. Auf euch…“

Die Neuigkeit von Catherines Schwangerschaft macht schnell die Runde. Vater arbeitete eng mit Peter zusammen und tauschten Informationen zu Catherines Schwangerschaft aus.

In den darauffolgenden Wochen wurde die Hochzeitsvorbereitungen ernster und kamen so richtig ins rollen. Der 12. April rückte immer näher und Catherines Bauch schien langsam, aber sicher anzuschwellen. Demnach wurde ihr Hochzeitskleid mit einem elastischen Bund an den Seiten versehen. Sie hatte sich für das Hochzeitskleid ihrer Mutter entschieden, das Mary mit ein paar anderen umänderte, bis es ihr passte und zu 100% gefiel. Das Kleid war elfenbeinfarben, figurbetont, fließend bis zum Boden, Schulterfrei mit etwas Spitze.

Am Tag ihrer Hochzeit waren beide aufgeregt. Catherine wurde von Mary und Rebekka eingekleidet. Das Kleid saß wie angegossen. Ein kleines Bäuchlein war zu sehen. Ihre langen braunen Haare trug sie offen, nur an den Seiten waren sie leicht hochgesteckt. Ihr Brautstrauß bestand aus roten, weißen und rosafarbenen Rosen mit Schleierkraut und etwas grün.

Vincent trug eine schwarze Wildlederhose, passende schwarze matte Stiefel, ein elfenbeinfarbenes Hemd mit einem Stehkragen und eine schwarze Wildlederweste. Seine Mähne war leicht gewellt und Golden… majestätisch.

Zusammen mit Cullen und Kanin ging Vincent voraus in die festlich geschmückte große Halle. Überall waren rote, weiße und rosafarbene Rosen. Rolley saß am Klavier und wartete gespannt auf seinen Einsatz. Die Halle füllte sich immer mehr, bis endlich der letzte Platz besetzt war.

Vincent wartete mit Kanin und Cullen am Altar. Nervös blickte er immer wieder hin und her. Er konnte es kaum noch erwarten seine Catherine zu sehen. Der Zeremonienmeister Mr. Chang sah lächelnd auf den nervösen Löwenmann vor sich.

Catherine wurde derweil von Peter aus Marys Kammer abgeholt. Zusammen mit Mary und Rebekka machten sie sich auf den Weg.

Für alle kam es wie Stunden vor, als endlich die ersten Töne von Rolley erklangen… der Einzug der Braut. Gebannt sahen alle zum großen Eingangstor. Vincents Augen klebten wie gemeißelt in Richtung Tor, als diese sich endlich öffnete und sein Traum in Weiß auf ihn zu kam, geleitet von Peter. Alle anwesenden kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Von den Seiten kamen viele ´Oooooohhhh` und ´Aaaaaahhhhh´ und ´schaut wie schön sie ist´, doch Vincent hatte nur Augen für seine Catherine. Ihm blieb fast die Luft weg, so atemberaubend sah sie aus. Er war wie in Trance. Catherine hatte ebenfalls nur Augen für Vincent. Wie ein König sah er aus und wartete auf sie.

Peter übergab Catherine an Vincent, nickte Vincent kurz zu und lächelte.

Vincent: „Du bist atemberaubend…“ flüsterte er ihr zu. Verlegen sah sie ihn.

Catherine: „Du auch…“ gab sie ebenso zurück.

Mr. Chang: „Ihr zwei? Darf ich euch kurz stören?“ beide lächelten ihm zu und nickten.

Mr. Chang: „Seid ihr bereit?“ wieder nickten die zwei.

Liebe Gemeinde, Familie, Freunde


Wir sind hier heute so zahlreich erschienen,


um zwei sich liebende Menschen in einen neuen Lebensabschnitt zu begleiten.




Eine Liebesbeziehung ist wie eine wunderschöne sensible Blume. Sie braucht ständig Pflege. Gib Catherine und Vincent die Kraft, ihre Liebe jeden Tag neu zu pflegen, und lass sie nie das Gefühl vergessen, das beide am heutigen Tage füreinander empfinden.




Herr, wir bitten Dich, lass die frohen und hellen Stunden in ihrer Ehe, den dunklen Stunden überlegen sein.




Mögen die Braut und der Bräutigam die Kraft haben, immer wieder aufeinander zuzugehen, auch wenn das Leben sie einen Schritt voneinander entfernt hat.




Wir bitten darum, dass sie sich ihrer Liebe füreinander täglich bewusst sind und diese Liebe auch in schweren Zeiten eine Quelle der Kraft für sie bedeutet.




Herr, kümmere Dich um dieses junge Paar, nimm ihnen die Sorgen und Ängste, die eine Ehe mit sich bringt und lass sie Deine Liebe und Großmütigkeit erfahren.




Mr. Chang: „Hab ihr eure Ringe?“ Peter kam sofort mit den beiden Ringen und legte sie auf ein Satinkissen. Die Ringe waren ähnlich wie Catherines Verlobungsring, doch waren sie zusätzlich mit zarten Goldfäden durchzogen.

Mr. Chang: „Nun tauscht die Ringe und gebt eure Gelübte ab… Vincent, du beginnst…“ Vincent nahm den Ring, der für Catherine bestimmt war, schob ihn über ihren Ringfinger und sprach dabei folgende Worte:



Mit diesem Ring nehme ich dich, Catherine Caroline Chandler, zu meiner rechtmäßig angetrauten Ehefrau.


Ich werde dich Lieben und Ehren in guten, wie in schlechten Zeiten,


in Gesundheit und Krankheit,


in Reichtum und in Armut,


bis das der Tot und scheidet.




Catherine… Ich kann dir nicht versprechen,dass niemals dunkle Wolken über unserem Leben schweben werden,oder dass die Zukunft nur Regenbogen bringt.Ich kann dir nicht versprechen, dass morgen perfekt wird,oder dass das Leben einfach wird.Was ich dir versprechen kann, istmeine ewige Zuneigung,meine Loyalität, meinen Respekt,und meine bedingungslose Liebe ein Leben lang.Ich kann dir versprechen, dass ich immer für dich da sein werde,um dir zuzuhören, deine Hand zu halten,und dass ich immer mein Bestes geben werde,um dich glücklich zu machen,damit du dich geliebt fühlst.Ich kann dir versprechen, dassich dich durch jede Krise begleite,mit dir bete,mit dir träume,dich aufbaue,dich immer ansporneund dich unterstütze.Ich kann dir versprechen, dass ich dein Beschützer bin,dein Beistand, dein Berater,dein Freund, deine Familie,dein Alles.




Catherine hatte Tränen des Glücks in den Augen. Schluchzend nahm sie den Ring, der für Vincent bestimmt war und schob ihn über Vincents Ringfinger und sprach die Worte:



Mit diesem Ring nehme ich dich, Vincent Benjamin Wells, zu meinem rechtmäßig


angetrauten Ehemann.


Ich werde dich Lieben und Ehren in guten, wie in schlechten Zeiten,


in Gesundheit und Krankheit,


in Reichtum und in Armut,


bis das der Tot und scheidet.




Ich nehme dich als meinen besten Freund,


meinen treuen Partner,


meine große Liebe.


Ich verspreche dir, dich zu unterstützen,


dich zu inspirieren und dich aufrichtig zu lieben.


Ich werde immer da sein, um mit dir zu lachen,


um dich aufzuheitern, wenn es dir schlecht geht,


und dich bedingungslos zu lieben,


in all unseren gemeinsamen Abenteuern des Lebens.


Du bist mein Glück,


meine Liebe,


mein Leben.




Mr. Chang: „Was Gott zusammengefügt hat, darf der Mensch nicht trennen.


Mit der Macht Gottes und dem Einverständnis der Stadt New York,


erkläre ich euch hiermit zu Mann und Frau.


Liebe Gemeinde, Freunde, Familie…


Ich darf euch vorstellen


Mr. und Mrs. Wells.






In der großen Festhalle jubelte und klatschte und grölte es von allen Seiten. Die frisch Vermählten wurde fast überrannt. Hände schütteln hier, Umarmungen da, Glückwünsche hier… es war überwältigend.



Der Tag verlief wie im Traum. Es wurde getanzt, gelacht, gegessen, getrunken… bis spät in die Nacht hinein und noch weiter. Es wurde für alle ein unvergessliches Ereignis.





Monate später…

Der Monat Oktober rückte immer näher, Catherines Bauch wurde zunehmend größer. Vater und Peter hingen an Catherine wie Kletten. Vincent dagegen verließ sich auf sein Gefühl und war eher entspannt die ganze Schwangerschaft über.

Catherine hatte schon den ganzen Tag über ein komisches Ziehen im Rücken, in der Leistengegend, das bis in ihre Beine zog. Es würde nicht mehr lange dauern.

Als bei Catherine in der Nacht die Fruchtblase platzte und langsam die Wehen einsetzten, wurde auch er nervös. Vincent weckte Vater und Mary, brachte Catherine in die Krankenkammer und ließ sie keine Sekunde aus den Augen.

Die Zeit zog sich jedoch hin. Catherines Muttermund war noch nicht weit genug geöffnet. Gegen frühen Vormittag kam Peter dazu und löste Vater ab. Catherine lag bereits in einer Geburtsposition, als endlich los ging. Der Muttermund war weit genug geöffnet. Vincent positionierte sich hinter Catherine, stützte sie so gut er konnte, auch mental.

Eine Stunde später war es dann soweit. Gegen Mittag erblickte das erste Baby, ein kleines Mädchen, das Licht der Welt. Es hatte fast keine Haare, war rosig, mit ein wenig Käseschmiere an Armen und Beinen und schrie aus Leibeskräften.

Mary nahm das kleine Mädchen entgegen, wickelte es in eine kuschelige Decke und reichte sie den frisch gebackenen Eltern. Sie war perfekt…

Doch konnten sich beiden nicht lang mit ihrer kleinen Tochter befassen. Das nächste Baby wollte geboren werden. Es war ein Junge. Er hatte, im Gegensatz zu seiner Schwester, schwarzes dickes und dichtes Haar, feine Gesichtszüge, die an die Gesichtszüge seines Vater hindeuten. Jedoch hatte er keine Lippenspalte, keine Behaarung bis auf seinen Kopf, normale Fingernägel und als er seine Augen öffnete, leuchteten ihnen pazifikblaue Augen entgegen. Er war wunderschön…

Nachdem Catherine von Peter nachbehandelt wurde, wartete sie sehnsüchtig auf ihre Babys. Vincent war derweil mit Vater und Mary bei der Erstuntersuchung seiner beiden Kinder. Er beobachtete jeden Schritt. Mary brachte Catherine als erstes ihre kleine Tochter. Sie war fasziniert von dem kleinen Wesen in ihrem Arm. Ein paar Minuten später nahm Vincent seinen kleinen Sohn und setzte sich zu Catherine ans Bett. Er gab ihr ihr zweites Baby, ihren Sohn. Vincent sah wie gebannt auf seine Familie und war nie stolzer.

Vater: „Meinen Glückwunsch ihr Zwei… ihr habt zwei prachtvolle Kinder.“

Mary: „Auch von mir… Herzlichen Glückwunsch. Die beiden sind göttlich.“

Vater: „Wir lassen euch erst einmal allein. Ruft uns, wenn ihr etwas brauchen solltet.“

Peter: „Catherine, Vincent… mir fehlen die Worte. Alles Gute für euch Vier. Cathy… deine Eltern wären unsagbar stolz auf dich, kleines.“

Catherine: „Danke Peter…“ Dann verließ auch Peter den Raum.

Vincent: „Die zwei sind kleine Wunder.“

Catherine: „Wunderschöne, atemberaubende Wunder, mein Schatz. Danke… danke für solch wunderschöne und gesunde Kinder. Gott… ich liebe dich.“ Catherine hatte Tränen in den Augen. Innig küssten sie sich, sahen dann wieder auf ihre Sprösslinge herab.

Vincent: „Ich muss dir danken… das ich ein Teil dieses Wunders sein durfte. Ich hätte es nie für möglich gehalten.“

Catherine: „Du verdienst alles, mein Schatz… alles.“

Vincent: „Hast du dir schon Namen überlegt?“

Catherine: „Was hältst du von Benjamin Vincent?“ da musste er schmunzeln.

Vincent: „Wenn du mit ihm schimpfst, muss ich dann auch kommen?“ Catherine lachte glücklich.

Catherine: „Okay, okay… ich habe verstanden… wie wäre es mit Benjamin Jacob?“

Vincent: „Besser… und für unsere kleine Dame hier?“

Catherine: „Schlag du was vor.“ Vincent streichelte sanft die Hand seiner Tochter und sprach zu ihr:

Vincent: „Was meinst du hmm? Welcher Name könnte dir gefallen? Wie wäre es mit Caroline Mary?“

Catherine hatte Tränen in den Augen.

Catherine: „Es ist perfekt… danke, Liebling.“ hauchte sie ihm zu.



Die Geburtsurkunden wurden von Peter mit den Namen: Caroline Mary Wells und Benjamin Jacob Wells ausgestellt, ebenso die Namenszeremonie der Zwillinge 3 Monate später.







ENDE








Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast