Kein (innerer) Zwang

von Ririchiyo
KurzgeschichteAllgemein / P6
30.05.2019
30.05.2019
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AN: Es handelt sich hierbei um einen Beitrag zur inzwischen schon zweiten Runde der Challenge: „1 Beginn, 1 Ende, 1 Wort“, bei der ein vorgegebenes Wort im ersten und letzten Satz eines mindestens 200 Worte langen Textes vorkommen muss, ohne dass die Sätze identisch sind. Diesmal mit Wort 103 „Zwang“. Eigentlich ist es ein Ausschnitt einer größeren Szene, aber die bekomme ich momentan irgendwie nicht so recht formuliert …


Kein (innerer) Zwang


„Tu dir keinen Zwang an.“ Sie verschränkt die Arme vor der Brust, lässt sich nah hinten gegen eine der Wände fallen, und lehnt den Kopf zurück. Starrt lieber an die Decke, als zu ihm zu sehen. Als ihn zu beobachten, in seinem ganzen Aufzug, wie er am Fenster steht, gleich neben der Tür, und darüber spricht, dass er nicht länger hier drinnen bleiben kann. Dass er lieber nach draußen gehen will, obwohl dort draußen all die Monster sitzen, als sich hier zu verschanzen.
Sie meint es ernst. Sie wird ihn nicht aufhalten. Wenn er das Gefühl hat, dass es ihm dort draußen besser gehen wird, wenn er das wirklich glaubt, dann soll er gehen. Sie wird sich ihm nicht in den Weg stellen. Aber sie wird ihn auch ganz sicher nicht bestätigen. Sie wird ihm nicht sagen, dass er gehen soll. Dass es eine gute Idee ist, die er da hat. Denn es keine gute Idee. Es ist Selbstmord. Dort rauszugehen, auch wenn es für den Moment ruhig scheint, ist Selbstmord, und dabei wird sie ihn ganz sicher nicht unterstützen. Niemals. Wenn es nach ihr geht, sollte er lieber hier bleiben, zumindest so lange, bis es draußen wirklich sicher ist, aber es ist, wie sie sagt: wenn er unbedingt möchte, soll er tun, was er will.
Es ist seine Entscheidung, ob er seinem eigenen inneren Zwang nachkommt, oder nicht.
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