Rot...

von Amberline
OneshotHorror / P16
OC (Own Character)
30.05.2019
30.05.2019
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Kunst. Ich mag Kunst. Dort gibt es viele Farben, aber am meisten liebe ich Rot. Dieses Rot, das sofort ins Auge sticht und mich zum Lächeln bringt.
Ein weiteres Mal setze ich dazu an, den Pinsel in diese Farbe zu tauchen, doch diese ist bereits leer. Sofort frage ich jeden, ob er noch rote Farbe hat, aber alle verneinen. Selbst der Lehrer hat keine Farbe mehr auf Vorrat. Missmutig setze ich mich wieder auf meinen Platz und trommle mit den Fingern auf den Tisch.
Benutz was anderes als Farbe.
Augenblicklich halte ich in meiner Bewegung inne. Sie meint doch nicht etwa…
„Nein, das kann ich nicht.“
Und ob du kannst. Der Lehrer hat viele schöne Messer.  
„Bitte, ich will nicht.“ Ich höre ein paar Leute kichern, doch ich beachte sie nicht.
Xia, das hatten wir doch schon: Folge. Meinen. Anweisungen.
„Ich…nein…ich kann doch nicht…na…okay.“ Zitternd gehe ich zum Lehrer und hole mir eines der schärfsten Messer, wie Amber es mir gesagt hat. Dann setze ich mich wieder an den Tisch. Ich bring das einfach nicht fertig.
Tu es, Xia, Liebes. Mach Amber stolz.  
Ich hole tief Luft und schneide mir mit einer schnellen Bewegung in die Handfläche. Das Blut quillt augenblicklich hervor und ein stechender Schmerz durchzuckt meine Hand. Rasch halte ich sie über die Farbpalette. So schön Rot…
Plötzlich reißt mir jemand das Messer aus der Hand. Erschrocken wirble ich herum und blicke direkt in die mit Entsetzen gefüllten Augen meines Lehrers.
„Xia, was um Himmels Willen tust du da?“
„Amber h-hat mir d-das gesagt, Sir“, stottere ich.
„Wer ist Amber? Wir haben doch keine Amber in der Klasse“, fragt Mister Thompson mich verwirrt.
„Meine Freundin.“ Mein Lehrer schenkt alledem keinen Glauben und bringt mich zu den Schulsanitätern, wo sie erstmal meine Wunde desinfizieren und anschließend verbinden. Danach gehe ich wieder zum Unterricht, doch mein Lehrer geht zum Sekretariat.
„Hey, der Freak ist wieder da!“, empfängt mich die hämische Stimme von Fabian. Ich versuche ihn zu ignorieren und steuere weiter auf meinen Platz zu, als ich plötzlich einen derben Stoß im Rücken spüre und der Länge nach auf den Boden aufschlage. Das Gelächter der Klasse schallt durch den Raum, während ich mich resigniert aufrichte und weitergehen will, aber wie es halt so kommt packt Fabian mich am Kragen und dreht mich zu ihm herum, sodass ich in seine hässliche Visage blicken muss. „Hast du versucht, dich umzubringen?“ Ich beantworte seine Frage nicht. Ich kenne seine Spielchen. „Wenn ja, dann kannst du aber echt nicht zielen.“ Der Witz war schlecht, zweifellos, aber meine Klassenkameraden johlen so laut, dass es in meinen Ohren klingelt. Eine Wut wallt in mir auf, wie ich sie noch nie gespürt habe, es wird geradezu ein unkontrollierbarer Hass.
„ICH BRING DICH UM!“ Rasend schnappe ich mir ein Messer, jenes Messer, an dem noch mein Blut klebt und stürze mich kreischend auf Fabian, der erschrocken zurückweicht. Doch nicht schnell genug. Ratsch, trifft das Messer seinen Arm. Schreiend versucht der Junge, mich abzuschütteln, aber ich bleibe hartnäckig.
Töte ihn, töte ihn, feuert Amber mich weiter an, und ich spüre, wie wir beide zu einer Person verschmelzen. Eine Euphorie überkommt mich und immer wieder steche ich auf Fabian ein, der sich schon längst nicht mehr regt. Ich nehme gar nicht wahr, wie meine Mitschüler panisch aus dem Klassenraum rennen. Jetzt erst verschwindet das Gefühl der Mischung aus Hass und Freude, und ich blicke an mir herunter. Meine weiße Bluse ist blutbefleckt, meine brustlangen schwarzen Haare hängen mir verklebt in der Stirn. Entgeistert lasse ich das Messer fallen und taumele zurück.
Was habe ich getan?
Wie durch einen Schleier dringen die Polizeisirenen an mein Ohr. Die uniformierten Männer legen mir Handschellen an und führen mich zum Wagen, während ich apathisch in die Leere starre.

„Xia, hörst du mir überhaupt zu?“ Völlig aus meinen Gedanken gerissen blicke ich die Frau im weißen Kittel vor mir an.
„Nein, verzeihen Sie. Was haben Sie gesagt?“
„Ich fragte gerade, ob du mir etwas über Amber erzählen willst, die dein Kunstlehrer erwähnt hat.“
„Einen Moment, ich werde sie kurz fragen, ob ich darf, aber ich denke nicht.“
„Du musst sie nicht fragen, Xia.“
„Doch! Amber wird sonst böse und bestraft mich!“
„Wie bestraft sie dich?“ Ich schlucke und klammer mich an die Armlehnen des unbequemen Stuhls, auf dem ich seit einer Viertelstunde sitze.
„Das darf ich nicht sagen!“
„Ist schon okay. Dann erzählst du es mir nächsten Donnerstag, ja?“ Mit einem mulmigen Gefühl nicke ich und verabschiede mich von Frau Schmidt, ehe ich das Gebäude verlasse und den Weg nachhause antrete. Seit dem Vorfall in der Schule ist ein Monat vergangen. Fabian war noch auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben, und ich hatte diesen einen Monat im Gefängnis verbringen müssen. Meine Eltern hatten dazu eine Geldstrafe zahlen müssen. Trotzdem verstehe ich immer noch nicht, was so schlimm ist, dass ich mit Amber rede. Sie ist meine einzige Freundin, weshalb sollte ich sie ignorieren? Ich habe ihr so viel zu verdanken. Und das soll ich jetzt alles wegwerfen?
Zuhause angekommen schlägt mir der Duft von Pizza entgegen. Ich streife meine Schuhe ab und setze mich direkt an den Tisch, wo meine Mutter mich fragt, wie es denn bei der Therapie war. Ich antworte mit einem knappen „Gut“ und esse wortlos meine Pizza.
Sie ist lästig, faucht Amber. Ich nicke wieder, höre aber nur mit halbem Ohr zu. Sofort fragt mich meine Mutter, warum ich denn genickt hätte, und ich antworte, dass Amber mich was gefragt hätte. Ich verstehe nicht, warum, aber auf einmal macht Mom so einen niedergeschlagenen Gesichtsausdruck. Sie schüttelt nur den Kopf und isst weiter. Schulterzuckend folge ich ihrem Beispiel. Nachdem ich fertiggegessen habe, ziehe ich mich in mein Zimmer zurück, doch auf der Hälfte der Treppe bleibe ich stehen, da ich die Stimmen meiner Eltern höre. Mein Gefühl sagt mir, ich solle weitergehen, doch Amber widerspricht.
„Alles gut, Maya“, sagt mein Vater gerade in einem tröstenden Ton.
„Wann wird unser Kind endlich normal?“, schluchzt meine Mom. Normal? Ich bin normal!
Sie hassen dich, wispert Amber.
„Sag sowas nicht!“ Erschrocken halte ich mir die Hand vor den Mund.
„Xia?“ Rasch eile ich die letzten Stufen hoch und verschließe fest meine Zimmertür.
Sie sind Verräter!
„Nein! Hör bitte auf!“
Womit denn? Dir die Wahrheit zu sagen?
„M-meine Eltern sind k-keine Verräter!“ Meine Unterlippe bebt und ich bin den Tränen nahe, da mir schmerzlich bewusst wird, dass Amber mich bestrafen würde, sollte ich ihr noch ein letztes Mal widersprechen, aber ich kann nicht anders, als genau das zu tun.
Du bist töricht, Xia!
Mir tun diese Worte im Herzen weh und ich schlinge schluchzend meine Arme um mich.
Bring sie um!
„Nein! Lass das!“
Sie halten dich für einen Freak!
„Das würden sie nie.“
Dachte Fabian das nicht auch von dir?
„Halt die Klappe! Meine Eltern sind nicht böse!“ Die Stimme in meinem Kopf bleibt stumm. Oh Gott, ich habe so Angst. Ich weiß, Amber wird mich bestrafen, sie muss einfach. Ich habe ihr zu oft widersprochen, ich kenne ihre Bestrafungen, die Schmerzen, die sie mir bereitet, und auch, wie ich Amber während dieser Folter zufriedenstimmen kann, damit es nur von kurzer Dauer ist.
„A-amber? Es…es tut mir leid, dass ich dich angeschrien habe. Bitte versteh mich doch.“ Weiterhin Stille. Warum antwortet sie nicht?
„Hallo? Amber, bist du noch da?“ Wie ich erwartet habe, ist das Blut, welches in meinen Ohren rauscht, das einzige, was ich höre. Sie ist…weg?
Vielleicht ist sie eingeschnappt, denke ich und versuche mich mit Musik abzulenken. Mit dem Gesicht zur Decke liege ich auf dem Bett und will an nichts mehr denken. Nicht an meine Eltern, nicht an Amber. Aber sie wollen mir einfach nicht aus dem Kopf gehen. Was ist, wenn Amber Recht hatte, Xia? Was, wenn sie dich wirklich für einen Freak halten? Energisch schüttele ich den Kopf. Jetzt denke ich schon so wie Amber. Doch der Gedanke, dass meine Eltern wirklich so urteilen, geistert weiterhin in meinem Unterbewusstsein herum. Plötzlich explodiert ein unglaublicher Schmerz in meinem Schädel, sodass ich aufschreien muss. Ich reiße mir die Kopfhörer aus den Ohren und presse meine Hände gegen die Schläfen. Mein Körper fängt an, unkontrolliert zu zucken, die Schmerzen weiten sich auf meine Gliedmaßen aus. Ich bekommen Panik und starte wahllos den kläglichen Versuch, um mich zu schlagen.
Amber ist zurück, Liebes, hallt Ambers Stimme in meinem Kopf wieder, der sadistische Ton ist kaum zu überhören.
Du warst ein böses Kind, redet sie weiter, während ich mich vor Schmerzen winde.
Daher habe ich mir heute etwas ganz Besonderes ausgedacht.  
„HÖR AUF! BITTE, HÖR AUF!“, brülle ich. Ich nehme kaum wahr, dass ich mich mittlerweile auf dem Boden zapple wie ein Fisch auf dem Trocknen. Verschwommen sehe ich, dass meine Zimmertür aufgeht und meine Eltern sich über mich beugen.
„WAS WILLST DU?“, schreie ich Amber an, doch sie antwortet mir nicht. Stattdessen werden die Schmerzen nur noch unerträglicher.
„BITTE, ICH TU ALLES! NUR LASS ES AUFHÖREN!“ Amber bleibt eiskalt, ich kann förmlich ihren zufriedenen Gesichtsausdruck vor mir sehen. Ich glaubte sogar, ein diabolisches Gekicher durch all mein Schreien und Flehen zu hören.
„HILFE!“, brülle ich heiser und werfe mich verzweifelt hin und her. Wie geisterhafte Schemen nehme ich meine Eltern wahr, über mich gebeugt, die Augen weit aufgerissen.
Sie haben dich nicht verdient.
Ich versuche, Amber zu widersprechen, doch sie fährt ungerührt fort.
Sie sind diejenigen, die dich zu dieser verdammten Therapie schicken. Sie wollen, dass du mich vergisst. MICH! Ich war die einzige, die dir je zur Seite gestanden hat. Das, was du jetzt gerade erfährst, ist nur deine Zurechtweisung. Du bist auf dem Holzweg, Xia. Ich bin gerade dabei, dich auf sicheren Pfaden ins Licht zu führen. In eine Welt ohne Leiden, ohne Regeln. Nur wir beide. Doch deine Eltern…sie sind bloß ein weiteres unbedeutendes Hindernis, welches beseitigt werden muss. Ich werde dir helfen. Den Rest wirst du erledigen.
Die Schmerzen lassen langsam nach. Mein Herz hämmert in unglaublichem Tempo gegen meinen Brustkorb, sodass ich glaube, jeden Moment würden meine Rippen zerbersten. Jetzt, wo die Qualen ein Ende haben, versuche ich, bebend zur Ruhe zu kommen.
Es ist vorbei, Xia, rede ich mir immer wieder ein, aber das einzige, an das ich momentan wirklich denken kann, sind Ambers Worte. Sie hat Recht, muss ich mir bitter eingestehen. Amber hilft mir. Sie ist nicht die Böse. Es sind meine Eltern. Es sind alle Menschen auf dieser gottverdammten Welt.
Gute Xia.
„Oh Gott, Schatz, bist du in Ordnung?“, dringt die hysterische Stimme meiner Mutter in mein Bewusstsein. Noch bin ich zu schwach, um zu reagieren. Kalter Schweiß lässt meine Klamotten hauteng an meinem Körper kleben und meine Muskeln fühlen sich an, als wäre ich einen Marathon gelaufen.
„Ich hab’s dir gesagt, Ben, wir hätten doch einen Krankenwagen rufen sollen!“, blafft die Frau über mir.
„Komm, Spätzchen, wir bringen dich ins Krankenhaus.“ Ich bringe all meine Kraft auf und schüttele den Kopf, ehe ich klägliche Versuche starte, mich aufzurichten.
„Mir geht’s gut“, nuschele ich.
„Xia, dir geht’s überhaupt nicht gut! Du hast dich gewunden und wie am Spieß geschrien, sowas macht man doch nicht einfach nur so!“, widerspricht meine Mutter und will mir aufhelfen, doch ich schlage ihre Hand zur Seite und schaffe es, selbst auf beiden Beinen zu stehen.
„Bin eingeschlafen. Hatte einen Alptraum. Ich muss wirklich nicht ins Krankenhaus.“ Skeptisch sehen meine Eltern mich an.
„Bist du dir sicher?“, startet mein Vater einen letzten Versuch.
„Sicher“, erwidere ich nur und kehre ihnen den Rücken. Kurz darauf höre ich, wie meine Zimmertür ins Schloss fällt. Endlich allein. So, als wäre nichts gewesen, lege ich mich wieder auf mein Bett und blicke unentwegt an die Decke. Weiß. Kaltes ekelhaftes langweiliges Weiß.
Wir sollten sie etwas färben, hab ich nicht Recht, Xia?
„Ja…“, stimme ich leise zu. „Ja, du hast Recht. Farbe muss her…darf ich sie rot färben?“
Natürlich, Xia.
„Wir werden sie gemeinsam färben.“


Es war mitten in der Nacht, als Xia ihre Bettdecke zurückschlug. Durch das Fenster fiel fahles Mondlicht in ihr Zimmer und ließ die Schatten wachsen. Das Mädchen erhob sich, nur um sich dann vor ihr Bett zu knien. Sie hob die Matratze ein Stück an und zog das große Brotmesser an sich, welches sie heute unbemerkt an sich genommen hatte. Leise bewegte sie sich in dem Haus, ihre nackten Füße waren kalt. Im Rücken das Mondlicht ging Xias Schatten dem Mädchen selbst voraus. Jetzt stand sie vor dem Schlafzimmer ihrer Eltern, die Tür war stets offen. Im Schlafzimmer herrschte tiefe Dunkelheit, regelmäßige Atemzüge erfüllten die Stille. Mit starrem Blick ging Xia auf die Bettseite ihres Vaters zu, den Griff des Messers fest umklammert, sodass ihre Fingerknöchel weiß hervortraten. In dem Hauch von Licht erkannte sie gerade so die Silhouetten. Das Mädchen legte die Klinge behutsam an den Hals ihres Vaters und hielt inne. Das letzte Mal in ihrem Leben zögerte sie, jemandes Leben zu beenden. Ambers Stimme hatte dieses Zögern ausgelöscht, wie Gift fraß sich ihr Einfluss durch Xias Körper und würde nie wieder zu entfernen sein. Langsam zog Xia die Klinge mit festem Druck über den Hals, hörte, wie Blut hervorsprudelte, hörte das Reißen von Fleisch, hörte das Röcheln ihres Vaters. Xias Herz schlug mit enormer Intensität gegen ihre bebenden Rippen. Ihre Nasenflügel weiteten sich und sie presste ihre Lippen fest zusammen, als ihr bewusst wurde, dass sie in diesem Moment die Macht über Leben und Tod besaß. Das Röcheln erstarb nach wenigen Augenblicken und Xia konnte nicht anders, als in die Wunde zu greifen. Es war warm, dickflüssiges Blut benetzte ihre Finger. Rotes Blut. Xia mochte Rot. Ein Grinsen stahl sich auf ihr Gesicht, nun war die Vernunft in ihr endgültig zerbrochen. Der Wahnsinn füllte ihren Kopf und ein Kichern bahnte sich seinen Weg durch Xias Kehle. Das Kichern schwoll zu einem Lachen an, es schüttelte Xias Oberkörper. Es war nicht laut, doch laut genug, um Xias Mutter aus dem Schlaf zu holen.
„Xia?“, fragte sie schlaftrunken. „Was machst du hier mitten in der Nacht?“ Xias Lachen erstarb auf der Stelle. Ihre Mutter Maya sah sie blinzelnd an, konnte jedoch nichts erkennen als Schatten. Dann erst realisierte sie, dass sie nur ein Atmen hörte. Vorsichtig wanderte ihre Hand auf die Seite ihres Mannes und spürte ein warmes durchweichtes Bettlaken. Eine leise Vorahnung stieg in ihr auf. Vorsichtig glitt ihre Hand weiter über den Körper ihres Mannes, bis sie die aufgeschlitzte Kehle ertastete. Mit einem Aufschrei zog sie ihre Hand zurück und beinahe im selben Moment ging das Licht auf ihrem Nachttisch an. Geblendet kniff sie die Augen zusammen und konnte erst nach einigen Sekunden wieder klarsehen. Doch was sie sah, trieb ihr heiße Tränen in die Augen. Ihr Mann war tot, starrte sie mit glasigem Blick an, das Blut quoll ihm aus der Wunde und tränkte das frischgewaschene Bettlaken. Sie fing an, unkontrolliert an, zu zittern.
„Xia ist tot“, erklang die Stimme ihre Tochter hinter ihr. Erschrocken drehte sich Maya zu ihr um, sie hatte sie durch die Angst um ihren Mann völlig verdrängt. Der Ton von Xia war kalt und bescherte ihr eine Gänsehaut. Mit weitgeöffneten Augen fixierte Xia ihre Mutter. „Ich habe sie umgebracht. Genau, wie ich dich umbringen werde.“
„Xia“, hauchte Maya verstört, ihre Sicht verschwamm und ihr Puls stieg stetig. Sie konnte nicht glauben, was sie da sah, konnte nicht glauben, dass das ihr kleines Mädchen war.
„Nicht Xia“, zischte Mayas Tochter. „Ich bin Amber.“

Der Schrei der Mutter brach abrupt ab. Der Wind fuhr eisig durch die Baumwipfel. Und Amber ging langsam und lautlos wie eine Katze durch die Straßen. Ihre nackten Füße hinterließen blutige Spuren auf dem Asphalt.


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Ich habe mich jetzt auch mal an eine Creepypasta gewagt und hoffe, dass es dem Genre entspricht.
Falls ihr Verbesserungsvorschläge habt, habe ich nichts gegen konstruktive Kritik ^^.
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