Ein Job für den Hausmeister

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18 Slash
Harry Potter Lucius Malfoy Severus Snape
29.05.2019
18.09.2019
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Snape riss derart heftig die Tür auf, dass seine Haare im Windstoß flatterten. Seltsam hysterisch sah der Tränkemeister den Gang hoch und runter und knurrte:
„Malfoy? Hat dich eine Katze beobachtet, eine silbergetigerte?“
„Äh, nein, ich glaube nicht. Meinst du McGonagalls Animagus …“ Weiter kam er nicht. Severus packte ihn jäh am Hemd und zerrte ihn ziemlich grob in seine Wohnung.
„Großer Gott, was ist denn los?“, fragte Lucius, den Snapes merkwürdig aggressives Verhalten total aus seinem eigentlich romantischen Konzept brachte, was damit beginnen sollte, dass er nun sagte:
„Ich habe über deinen Vorschlag eingehend nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen …“
„Ich habe eine Paranoia, was ihre Katzengestalt betrifft. Bist du sicher, dass sie dich nicht observiert hat?“
„Nein, ich bin ganz und gar nicht sicher. Aber warum sollte sie das tun? Meines Wissens ist sie mit Gilderoy zugange und ich war heute sogar beim Seminar. Wenn sie jetzt noch argwöhnisch mir gegenüber ist, weiß ich auch nicht weiter. Ich tue doch … schon … alles …“ Severus sah ihn komisch an. Seine Augenbrauen waren ganz tief gesunken und sein dunkler Blick drang so tief in ihn ein, dass Lucius‘ Herz zu rasen begann.
„alles … was du willst …“ Noch immer standen sie gleich hinter der Wohnungstür. So hatte sich Lucius das irgendwie nicht vorgestellt. Der Schwarzhaarige stand ihm sogar regelrecht im Weg und wandte sich ihm jetzt vollkommen zu. Es war bedrohlich und absolut, anders hätte Lucius das gerade nicht bezeichnen können. Mit einem Schritt drückte er ihn gegen die Tür, umfasste seinen Hals und brachte sein Gesicht ganz nah an seins.
„Spiele kein Spiel mit mir, Malfoy, denn du wirst verlieren.“
„Warum denkst du, dass ich spiele?“, flüsterte er rau zurück. Hitze breitete sich aus, sammelte sich zwischen seinen Beinen und im Gesicht.
„Du benimmst dich seltsam, Lucius.“
„Dasselbe könnte ich von dir behaupten.“ Snapes Lippen lagen fast an seinen, seinen Hände waren warm und bestimmend in seinem Nacken, sein Körper berührte seinen, hart und warm und seine dunklen Augen sahen in seine, ohne zu blinzeln.
„Witzig. Dabei will ich dich doch nur küssen.“ Er war kaum noch zu verstehen und Lucius, der leicht zu zittern begonnen hatte, legte seine Arme fest um seine Taille, zog ihn eng an sich und küsste ihn zuerst.

Severus war erleichtert und alarmiert. Irgendwie bekam er dieses subtile Gefühl der ständigen Beobachtung nicht los und fragte sich, ob es an Malfoy lag und das, was er für ihn empfand. Er konnte kaum an etwas anderes denken, als ihm auf irgendeine Art nahe zu sein. Jetzt war er hier, scheinbar wirklich gewillt auf seinen, zugegenermaßen skurrilen Vorschlag einzugehen und die Euphorie darüber brachte ihn ganz durcheinander, weil er keine Ahnung hatte, was das alles bedeuten mochte. Wenn es jemand rausfand, dann Minerva, die öfters auf ihren Samtpfoten durchs Gebäude schlich und alles mitbekam, was sie nichts anging. Andererseits hatte Lucius recht. Vermutlich hatte sie was mit Lockhart und war weniger an Spionage interessiert.
Der andere Mann drückte ihn fest an sich und das blieb nicht ohne Folgen. Er wurde hart, atemlos und so hungrig danach ihn vollkommen zu spüren, dass er gierig seine Hände unter sein Hemd schob und es ihm auszog. Lucius Blick dabei war ein wenig fiebrig, doch er sagte nichts, küsste ihn nur wieder, mindestens ebenso leidenschaftlich wie er selbst. Noch kurz dachte er daran, wie schräg es war, dass das geschah. Ausgerechnet zwischen ihnen beiden. Aber dann nahm er Lucius Hand und zerrte ihn in sein Schlafzimmer. Als er auf ihm lag, ihm die Haare aus dem Gesicht strich, fragte er leise:
„Du bist doch nicht nur deshalb hier, oder?“
„Nein, spinnst du? Ich bin doch nicht mal …“ Lucius stöhnte leise und schloss seine Augen, als Severus ein wenig von ihm runterrutschte und seine Hand auf seine Erektion legt.
„Kein bisschen. Schon klar …“ Lucius kam ihm nach und küsste ihn dann. Es war im Grunde das erste Mal, dass der Blonde wirklich Initiative zeigte. Seine Zunge drang in seinen Mund, sein Körper legte sich auf seine tendenziell aggressive Art auf seinen und seine Hände schoben sich in seine Haare. Als sie kurz Luft holten, flüsterte Malfoy heiser:
„Lass es uns einfach tun!“ Severus grinste, zog sein Hemd aus und wollte sich gerade erneut den anderen Mann packen, als sie es hörten.



„Dad?!“
„Dad? Wo bist du?“ Draco war nebenan in der Wohnung.
Severus sah Lucius fragend an.
„Nein, hör nicht drauf. Mach weiter, Severus! Ich will dich … jetzt! Nicht aufhören, nicht …“ Der Blonde verschloss seinen Mund mit einem hitzigen Kuss und drückte ihn wieder nach hinten.
„Dad?? Dad, wo bist du? DAAAAAAAAAAAAAAAD?!“, kreischte Draco inzwischen durchdringend auf dem Gang. Der Junge klang verzweifelt und eindeutig weinend.
„Verfluchter Bengel!“, knurrte Lucius und Severus stieß ihn von sich runter.
„Geh, kümmere dich um ihn!“ Malfoy sah alles andere als begeistert aus, stand aber gehorsam auf, während Draco auf dem Flur kreischte, als würde er aufgefressen werden. Auch Snape stand auf und zog sich an.
„Und was soll ich damit machen?“ Lucius deute vorwurfsvoll auf seinen harten Schwanz, der sich ziemlich deutlich unter dem Stoff der Hose abzeichnete. Zwielichtig lächelnd nahm Severus seinen Zauberstab und flüsterte:
„Minus Masculinus!“ Sein Penis schrumpfte augenblicklich auf Normalgröße.
„Das ist … wirklich gruselig, Snape!“
„Beschwer‘ dich nicht noch!“
Lucius brummte, und ging dann auf den Flur.

„Draco? Was soll das?“ Sein Sohn stand nicht weit weg und heulte aufgelöst. Natürlich. Aber er sah wirklich schlimm aus. Auch Severus kam nach draußen, weil er wissen wollte, was nun schon wieder los war und weil er dieses unterschwellige Gefühl von drohender Gefahr nicht losbekam.
„Wer war das?“ Er packt nicht allzu sanft Dracos Gesicht und drehte es so, dass er den angeschwollenen Kiefer betrachten konnte.
„Ist nicht so schlimm … Dad …was ...“
„Es ist schlimm! Wer, Draco?!“, forderte Snape finster.
„Crabbe und Goyle, sie wollten mir meinen Zauberstab nicht wiedergeben und …“
„Gut, ich kümmere mich um die beiden. Malfoy, kümmere dich um deinen Sohn!“ Snapes Aufforderung klang alles andere als gutgemeinter Rat oder als beiläufig und so nahm Lucius Draco fest an die Hand und ging mit ihm in seine Wohnung. Dort heulte der Junge wieder hemmungslos los und bekam kein Wort raus. Lucius schob ihn sanft zum Bett, legte ihn hin und legte sich neben ihn. Draco tat das, was er schon ewig nicht mehr getan hatte, weil er es nie zuließ. Der Junge drückte sich fest an ihn, legte sein Gesicht auf seine Brust und umschlang ihn fest mit seinem Arm. Dann weinte er, während er ihm über seine weichen Haare strich. Ihm fiel nichts ein, mit dem er dem Kind Trost spenden könnte, denn seine Aufforderungen sich zu wehren, waren scheinbar eher kontraproduktiv. Lange weinte Draco und er tat nichts anderes, als da zu sein, ihn zu streicheln und darüber nachzudenken, warum er als Vater so dermaßen versagte. Erst jetzt, wo Narcissa sie verlassen hatte, kam dieses ungeheure Defizit so richtig zum Vorschein. Es bereitete ihm Übelkeit und doch hatte er keine Lösung. Irgendwann beruhigte sich Draco und schluchzte nur noch hin und wieder.

„Dad?“
„Ja?“
„Was hast du eben bei Professor Snape in der Wohnung gemacht? Seid … ihr etwa Freunde?“
„Hm, vielleicht sind wir das. Wir kennen uns von früher. Er hatte mir einen Tee angeboten und wir … haben ein wenig geplaudert.“
„Ich habe auch Freunde.“
„Mehrere? Ich dachte du und dieses Mädchen, diese Granger, seid befreundet?“
„Ja, das auch. Aber wir sind auch mit Potter und Weasley befreundet.“ Draco richtete sich auf. Er sah schlimm aus. Seine Augen waren verquollen, sein Kiefer geschwollen und überall war eingetrocknetes Blut.
„Das ist schön, auch wenn ich mir nicht so sicher bin, was ich von den beiden halten soll. Mach dich bettfertig, du schläfst heute hier!“ Draco strahlte erleichtert.
Wenig später lag er mit sauberen, wenn auch zerschundenem Gesicht und Schlafanzug im Bett. Lucius brachte ihm heiße Milch und legte sich dann wieder neben ihn, weil ihm nichts Besseres einfiel. Seine Verabredung mit Severus könnte er heute sowieso vergessen und Snape hatte ja recht. Es war sein Sohn und er müsste dem Jungen endlich der Vater sein, den er brauchte.
„Macht ihr vier … Blödsinn?“, fragte er aus einer Eingebung heraus, als sich Draco wieder an ihn kuschelte.
„Aber nein! Sag mal, denkst du auch, dass es in Hogwarts ein monströses Geheimnis gibt?“
„Unterhaltet ihr euch etwa über so was?“
„Dad! Gibt es eins?“
„Nicht, dass ich wüsste. Aber Dumbledore ist ein alter Geheimniskrämer, dem alles zuzutrauen ist. Warum also nicht? Ich könnte mir vorstellen, dass der alte Sack die Dreistigkeit besitzt vor unseren Augen etwas Ungeheuerliches zu verstecken. Aber vielleicht solltest du dich lieber um schulische Dinge kümmern und …“ Draco war auf seiner Brust eingeschlafen. Lucius lächelte, streichelte weiter seine Schultern und schlief dann sogar selbst ein.

Snape verpasste den beiden Übertätern Crabbe und Goyle einen „Einlauf“, der sich gewaschen hatte. Crabbe übergab sich sogar, als er ihm in den giftigsten Farben ausmalte, was er mit ihm machen würde, wenn er noch jemals Hand an ein anderes Kind legen würde.
In jedem neuen Jahr gab es solche Bullys wie die beiden schwachsinnigen Jungs und jedes Jahr fuhr Severus sein „Abschreckprogramm“ auf, was recht zuverlässig wirkte. Auch ihm war klar, als er zurück ging, dass diese Sache … Gott, der Sex mit Lucius, ermahnte er sich selbst es explizit zu denken, heute nicht mehr stattfinden würde. Um sicher zu gehen, verstärkte er die Laute aus Malfoys Wohnung magisch. Er hörte zwei langsame und tiefe Atmer. Weil er neugierig war, apparierte er sich lautlos in den Flur und schlich in Richtung Atemgeräusche.
Tatsächlich lag Lucius in Dracos Bett. Der Junge war fest an ihn gekuschelt und schlief. Auf seinen angeschwollenen Lippen war ein schwaches Lächeln. Es entlockte auch Severus ein Lächeln, denn endlich war Lucius mal der Vater, den sein Junge brauchte. Das hier war alles in allem ein guter und wirklich vielversprechender Anfang. Dieses Bild war überaus friedlich, harmonisch und in gewisser Weise so romantisch, dass Severus unwillkürlich diese angenehme Wärme in der Herzgegend verspürte, wie er sie nur im Zusammenhang mit Harry fühlte. Zum Beispiel, wenn sie an Weihnachten den Baum zusammen schmückten und er dem Jungen verrückte Weihnachtsgeschichten erzählte, die er spontan erfand.
Er apparierte sich direkt in seine eigene Wohnung und zuckte wirklich zusammen, als es zaghaft an seiner Tür klopfte. Es konnte unmöglich Malfoy sein und auch Harry klopfte nicht. Am liebsten würde er die Tür nicht öffnen wollen, leider klopfte es wieder, lauter und energischer diesmal.


Minerva sah ihn besorgt an.
„Brauchst du Katzenminze?“, fragte er provokant, denn auf McGonagall hatte er gerade gar keine Lust.
„Ha, sehr witzig. Bittest du mich rein?“
„Natürlich. Komm doch bitte in meine Wohnung, Minerva!“, sagte er bissig und stellte ihr nicht allzu sanft ein leeres Glas hin, um ihr einen Schluck Wein einzugießen. Früher saßen sie hin und wieder abends so zusammen, doch seit Gilderoy in Hogwarts war, hatte sich so einiges geändert.
„Ist es immer noch wegen Malfoy? Ich glaube wirklich, er versucht sich anzupassen und …“
„Nein. Es geht nicht um Lucius Malfoy, der heute sogar bei der Yoga-Stunde gewesen war und keine besonders gute Figur gemacht hatte, wenn ich das mal verraten darf.“ Severus sah sie schweigend an. Ja, sie waren so etwas wie Freunde mit Differenzen, was so einige Sachverhalte betraf. Aber wenn es Hart auf Hart kommen würde, könnte er sich bedingungslos auf die Hexe verlassen und sie sich auf ihn.
„Wo drückt der Schuh, Minerva?“
„Sybill Trelawney.“ Er stutzte und seine beunruhigende Vorahnung nahm zu.
„Sybill? Seit wann kommst du mit ihr denn nicht mehr gut aus?“
„Seit sie Roy anschmachtet!“
„Roy? Gilderoy?“ Sie nickte eindringlich und sah ihn aus großen Augen hilfesuchend an.
„Sie ist so viel jünger als ich …“ Und sieht weder besser aus, noch ist sie mächtiger, führte er den Satz in Gedanken fort, seufzte jedoch nur und rieb sich demonstrativ ratlos über sein Gesicht.
„Tut mir leid, Minerva, aber ich kenne mich mit so etwas … wirklich nicht gut genug aus, um dir einen Rat zu geben.“ Die Hexe trank das Weinglas in einem Zug aus und er füllte aus Höflichkeit nach.
„Ach, Rat … ich will keinen Rat von dir, Severus. Ich will mich nur ausheulen. Verrate mir eins …“ Von früher wusste er, dass Alkohol bei Minerva zügig wirkte. Ihre Augen begannen zu glänzen, sie grinste ununterbrochen und ihre Aussprache wurde schon leicht verwaschen.
„Sag mir eins, wie hast du Malfoy dazu gebracht zur Kuschelstunde zu gehen. Er hasst Roy und findet alles, was er tut und sagt ganz abscheulich. Er ist so ein herablassender Mann und das nach allem, was ihm widerfahren ist. Müsste er nicht ein wenig demütiger sein? Nein, er war und ist ein Kotzbrocken. Wie damals, als er hier Schüler war. Oh … ich erinnere mich noch so gut an ihn und seine …“ Severus hörte nicht mehr hin. Anstatt über Lucius‘ Schandtaten unterrichtet zu werden, würde er jetzt lieber seinen Mund über seine warme Haut bewegen, ihn küssen und ihn lieben. Er war heftig verliebt und begriff das erst in diesem Moment schlagartig.
„Hör auf!“, fuhr er Minerva unwirsch an.
„Was? Mit … was denn?“ Ihr zweites Glas war leer und sie griff selbst nach der Weinflasche und goss sich nach.
„Damit so über Malfoy zu sprechen. Ich bitte dich, ja?“ Sie blinzelte ihn leicht irritiert an und nickte dann leicht.
„Wusste ich es doch …“
„Was wusstest du?“, knurrte er dunkel.
„Dass du dich zu ihm hingezogen fühlst. Das war meine … größte Angst, Severus.“
„Wie zum Henker meinst du das?“
„Na, Malfoy beherrscht die Dunklen Künste ziemlich gut. Das heißt, er ist tendenziell gefährlich und ich frage mich wirklich, was den … alten Narr (sehr leises Flüstern) dazu bewogen hat ihn hier arbeiten und leben zu lassen. Und weil du auch immer einen Hang zu den Dunklen Künsten hattest, ist es unschwer vorauszusagen, dass ihr beide kons … konsis … konspiriert.“
„Das ist Unsinn, Minerva. Warum sollen wir uns verschwören? Zu welchem Zweck? Malfoy will nichts anderes, als seinen Sohn in Sicherheit wissen.“
„Wirklich? Er macht auf mich nicht den Eindruck eines überfürsorglichen Vaters.“
„Er hat nur ein paar Anlaufschwierigkeiten. Das wird schon noch. Ich behalte ihn im Auge, habe ich dir doch versprochen.“
„Ja, richtig“, kicherte sie und tätschelte seinen Arm.
„Aber jetzt im Ernst, warum hältst du so große Stücke auf ihn? Weil ihn auch niemand mag, so wie dich früher?“ Lange sah er die ältere Dame an. Er mochte Minerva gern und vermisste sogar hin und wieder ihr Geplauder.
„Ich denke, es steckt viel Gutes in ihm und wenn ich mich auf Albus‘ Worte berufen darf, hat er sogar eine schicksalsentscheidende Rolle zu spielen. Nein, ich weiß nichts Genaues und hinterfrage das nicht, sondern frage höchstens mal Sybill. Belassen wir es vorerst dabei. Er ist keine Gefahr, das kann ich versprechen.“ Endlich lächelte die Hexe zufrieden und mit glühenden Wangen. Wieder griff sie mit beiden Händen nach seinem Unterarm und begann ihn ein wenig zu kneten, wie es Katzen gern taten.
„Und kann es nicht sein, dass du ein ganz klein wenig in den blonden Schönling verliebt bist?“
„So ein … Quatsch!“, zischte er, bekam aber nur ein vergnügtes Kichern.
„Nicht, dass ich mit Steinen werfen sollte, doch du machst ein wenig den Eindruck … eines Mannes, dessen … Gedanken ziemlich intensiv mit einem ganz bestimmten Thema beschäftigt sind.“
„Minerva, das ist wirklich ausgemachter …“
„Denkst du, es wäre schlimm?“ Sie wurde jäh ernst und ihm war mehr als unwohl. Mit einer älteren Dame über Liebe und vielleicht Sex zu sprechen, war alles andere als angenehm.
„Wir sollten wirklich das Thema wechseln, Minerva!“, sagte er so streng wie es ging, doch so strahlte ihn nur an und flüsterte dann wieder verschwörerisch:
„Ich hätte da einen interessanten Hinweis für dich. Wenn Albus nicht immer so ein sonderbarer Kauz wäre, der einem die Wörter im Mund verdreht und deine Gedanken so verwirrt, dass du nicht mehr weißt, womit das Gespräch überhaupt begonnen hat, und warum … würdest du zwischen seinen vielen, oft unnötigen Worten etwas hören können …“ Bedeutungsvoll hob sie die Brauen und er sah sie skeptisch an, weil er nicht wusste, was sie andeuten wollte. Vielleicht war sie auch nur schon zu betrunken und nicht mehr ganz zurechnungsfähig.
„Was meinst du?“, fragte er und holte unauffällig Luft.
„Du weißt, ich kenne ihn schon viel länger als du. Ich habe hier schon unterrichtet, das warst du noch gar nicht geboren und ich habe Dinge … erlebt und ich kenne einen anderen Albus Dumbledore. Einen gutaussehenden, charmanten Mann, der alle allein mit seinen wundervollen, strahlenden Augen für sich einnehmen konnte, erst recht, wenn er mit Worten zauberte. Doch dieser Mann hatte ein Geheimnis und ich weiß von ihm persönlich, dass er gehofft hatte, es für immer behalten zu können. Aber wie das so ist … Geheimnisse machen sich gern selbstständig und leben ihr eigenes Leben.“
„Würdest du bitte zum Punkt kommen?“
„Albus war verliebt! In einen Mann. In Gellert Grindelwald!“ Aufmerksam sah er McGonagall an. Was er hörte, war neu und auch wieder nicht. Es kursierten natürlich Gerüchte, doch die Wahrheit war, niemand wusste Genaueres. Vielleicht niemand, bis auf eine Zeitzeugin.
„Grindelwald war ein Monster!“
„So ist es.“
„Und was willst du mir damit sagen?“ Verstört sah sie ihn an und schien es selbst nicht mehr so genau zu wissen.
„Ich … dass … du … denkst du Roy, findet Sybill interessanter als mich und legt mich für eine Jünger ab, wie eine alte Decke?“, sagte sie plötzlich mit wackliger Stimme und begann zu schluchzen. Severus erstarrte. Das fehlte ihm gerade noch, eine greinende Alte in seiner Wohnung, wo er heute lieber Lucius … ach, verdammt! Er trank den großen Rest Wein auf einmal auf, half Minerva dann hoch und brachte sie langsam und vorsichtig zu ihrer eigenen Wohnung. Dabei redete er die ganze Zeit auf sie ein, dass alles gut werden würde und Lockhart sicher wüsste, was er an ihr hatte und Dinge, an die er sich später sowieso nicht mehr erinnern würde und sie sich hoffentlich auch nicht.
An der Tür verabschiedete sich Minerva. Immerhin hatte sie wieder mit dem Weinen aufgehört.
„Was … auch immer mit dir und diesem Malfoy ist, ich will dich wissen lassen …“ Er verdrehte überdrüssig die Augen.
„Doch! Severus! Lass es mich sagen, denn es ist etwas Gutes! Ich bin nämlich wirklich stolz auf dich, dass du den kleinen Harry zu einem so tollen Jungen großgezogen hast. Ich weiß, dass viele dir das niemals zugetraut haben, doch du hast es getan. Er ist ein wunderbarer, kluger und liebenswerte Junge, der seinen Weg gehen wird.“
„Danke!“, sagte er leise und gab ihr einen sanften Kuss auf die runzlige Wange, bevor er sie behutsam in ihre Wohnung schob. Er und Minerva waren manchmal wie Hund und Katze. Aber hin und wieder hatten sie eine Verständnisebene, die sie eher zu Hund und Katze machte, die gemeinsam aufgewachsen waren.
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