Blutlinien

von Aravae
GeschichteAbenteuer / P16
Gaara Kankuro OC (Own Character)
28.05.2019
08.12.2019
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Willkommen zurück!
Es freut mich, dass ihr euch wieder hierher verirrt habt ^^ Ich wünsche euch viel Spaß mit dem Kapitel und bis zum nächsten Mal :)
LG Aravae


Zwischen den Häusern und Türmen Sunagakures ist es für mich schon immer sehr heiß gewesen, aber nichts hat mich auf die Hitze vorbereiten können, die mir in der Wüste entgegenschlägt. Es fühlt sich an, als hätte mir jemand eine Ohrfeige gegeben, als ich aus dem Schatten der Felsen hinaus in die Sonne trete und die Augen vor der Helligkeit abschirme.
Vor mir liegt nichts als Sand, Wind und Staub. Die Shinobi auf dem Gestein beobachten mich, als ich den Beutel auf meiner Schulter zurechtrücke und Schritt um Schritt meine bekannte Heimat verlasse.
Zwei Tage streife ich durch die einsame Wildnis, begegne keiner Menschenseele und nur selten einem Tier. Die Nächte sind so kalt, dass selbst der Mantel mich nicht davor schützen kann, und am Morgen wache ich mit steifen Gliedern auf. Das schlimmste aber ist mein Sonnenbrand. Die Haut ist rissig und brennt deswegen zu jeder Tageszeit, weshalb ich kaum schlafen kann und ständig aufpassen muss, dass der Sand nicht alles aufreibt.
Meine Hand habe ich mit einer Salbe und weißen Verbänden versorgt, die die Heilung überraschend gut beschleunigt haben. Der alte Mann hat nicht zu viel versprochen.
Ich stehe aus dem Schatten eines einzelnen Kaktus auf und klopfe mir den Staub von der Kleidung. Es ist mein dritter Tag in dieser vermaledeiten Wüste und langsam habe ich genug von der Eintönigkeit und Trockenheit. Die gekaufte Karte hat mir hier bisher nicht sonderlich viel genützt. Bis jetzt habe ich versucht, mich am Stand der Sonne zu orientieren, aber sollte sich in nächster Zeit nichts ändern, muss ich davon ausgehen, dass ich vom Weg abgekommen bin – oder schlimmer: mich im Kreis drehe.
Ich schwenke zur Probe meinen Wasserschlauch und seufze. Er ist fast leer. Insgesamt habe ich drei mitgenommen, von denen ich einen schon ganz geleert habe. Von dem Brotlaib und den Datteln ist auch nicht mehr viel übrig. Ich hätte den anderen nicht zurücklegen sollen.
Es hilft nichts. Ich muss meine Vorräte noch weiter rationieren und hoffen, dass ich mich nicht verlaufen habe. Schlauch und Datteln landen wieder in meinem Beutel und ich knabbere nachdenklich auf einer Scheibe trockenem Brot herum. Die Sonne neigt sich langsam dem Horizont zu und zeigt mir genau, in welche Richtung ich gehen muss. Bis es stockdunkel ist, werde ich noch weiterlaufen und hoffen, dass der Mond in dieser Nacht nicht von Wolken verdeckt wird.
Ich schultere meinen Beutel und gehe mit dem Rücken zum Sonnenuntergang weiter. Mit jedem Schritt wird mir bewusst, wie poetisch das Ganze doch ist: eine einsame Heldin, die auf der Suche nach ihrer Freundin die feindliche Wüste durchquert und dabei jeden Schmerz und jedes Hindernis überwindet.
Wenn besagte Heldin denn je aus dieser Hölle entkommt.

Am fünften Tag, als ich die Hoffnung schon aufgegeben habe, kommt am Horizont endlich ein grüner Schimmer in Sicht. Verwirrt schüttle ich den Kopf, da ich es für eine Einbildung halte, aber das Grün bleibt, wo es ist. Ich lecke mir über die eingerissenen Lippen und greife nach meinem letzten gefüllten Wasserschlauch. Das Wasser ist warm und brennt in meiner Kehle, aber es gibt mir Kraft.
Mit jeder Meile, die ich zurücklege, wird der Boden härter. Der Sand weicht, macht ersten Kakteen und Gräsern Platz. Mit neuer Energie schreite ich voran, kann es kaum erwarten, der Wüste zu entkommen. Die Luft wird frischer und der Wind, der mir entgegenweht, umspielt sanft meine Kleidung.
Bis zum Abend lege ich Meile und Meile zurück und beobachte, wie die Landschaft sich verändert. Hinter einem Hügel dann erstreckt sich vor mir das Paradies auf Erden. Staunend bleibe ich stehen und sehe hinunter in das Tal. Baumwipfel versperren mir die Sicht auf den Boden, aber sie können den Fluss nicht vertreiben, der sich durch sie hindurchschlängelt. Endlich. Wasser!
Euphorisch springe ich vorwärts und schlittere den steilen Abhang hinab. All die Schnitte und Schürfwunden, die ich mir dabei zufüge, sind nichts im Vergleich zu dem Gedanken, meinen Kopf in kühles Nass stecken zu können.
Stolpernd komme ich unten an, fange mich und renne im Schatten der Bäume in Richtung des Flusses. Orientierung brauche ich dabei keine, denn ich kann selbst jetzt schon das Rauschen des Wassers hören.
Ich schlage mich durch ein paar Dornenbüsche und bleibe schlitternd auf dem Kies am Ufer stehen. Gierig sauge ich die frische Luft ein, werfe meinen Beutel achtlos auf den Boden und stürze zum Wasser. Ich schütte mir das frische, klare Nass ins Gesicht, trinke so viel ich kann und gehe dann sogar so weit, dass ich die Schuhe ausziehe und meine Hose soweit hochkremple, dass ich bis zu den Knien in den Fluss gehen kann.
Die entzündeten Wunden brennen im kühlen, wohltuenden Nass und ich seufze erleichtert auf, als der Sand und die Hitze von mir gewaschen werden. Auch meine Knochen danken mir für diese Abkühlung und erst, als ich schon kein Gefühl mehr in meinen Füßen habe, kehre ich zum Ufer zurück. Jetzt schaffe ich es auch, mich umzusehen. Der Wald ist nicht besonders dicht, aber am Flussufer laufen Büsche entlang, die jegliche Sicht in das Land verwehren. Ich frage mich, ob sie jemand mit Absicht angelegt hat, oder ob es sich hierbei um den Willen der Natur handelt.
Ein Rascheln im Gebüsch lässt mich aufhorchen. Bin ich nicht allein? Ohne den Blick vom Wald zu nehmen ziehe ich mich an und schnappe mir den Beutel. Ich will gerade rückwärts in Richtung des Flusses gehen, als ich aus den Augenwinkeln eine Bewegung erkenne, aber nicht mehr rechtzeitig reagiere.
Ein Körper wirft sich gegen mich, geht mit mir zu Boden und ich lande hart mit dem Rücken im Kies. Vor meinen Augen dreht sich die Welt, sodass ich noch nicht einmal das Gesicht desjenigen erkennen kann.
Knurrend will ich mich befreien, werde aber ruhiger, als ich kaltes Metall an meinem Hals spüre. Na super. Es scheint so, dass jetzt ich gerettet werden muss.
Mürrisch blicke ich zu meinem Angreifer und kann es kaum fassen. Der ist doch kaum älter als ich! Augen so grün wie der Wald blicken mir entschlossen entgegen und ich spüre, wie sich das Metall noch weiter in meinen Hals bohrt. Nicht mehr viel und es wird Blut fließen.
„Dieser Teil des Waldes ist gesperrt“, keift der Junge mich an, „Was machst du hier?“
Ich würde ihm ja gern antworten, aber die Klinge verhindert, dass ich meinen Kopf irgendwie bewegen kann. Minuten vergehen. Dann scheint es auch mein Gegenüber zu merken und er sieht mich zerknirscht an. Diesen kurzen Moment der Unachtsamkeit muss ich nutzen!
Er kann gar nicht so schnell reagieren, wie meine Hand nach seinem Handgelenk greift und die Klinge wegdrückt. Im gleichen Augenblick drehe ich mich zur Seite, bekomme mein Knie zwischen ihn und mich und kann ihn von mir wegdrücken. Schnell springe ich auf die Beine, bevor er sich noch einmal auf mich werfen kann, und gehe auf Abstand.
Der Junge springt ebenfalls auf und hebt drohend das Messer hoch.
„Wo bin ich hier?“, frage ich und behalte ihn genau im Auge. Er hat kurze, braune Haare und trägt einfache, braune Kleidung, die ziemlich dreckig aussieht. Ist er ein Bauer? Aber warum trägt er dann eine Waffe?
„Gib dir bloß nicht die Mühe zu lügen“, sagt der Junge, „Ich weiß, warum du hier bist“
Verwirrt blinzle ich und versuche, zu begreifen, was hier eigentlich los ist. Was zur Hölle will der Junge bloß von mir? Völlig grundlos greift er mich an und behauptet dann, ich wüsste, wo ich bin und warum ich hier bin.
„Nein weißt du nicht“, stelle ich fest.
„Tadashi!“ Ein Mann stürzt zwischen aus dem Wald hervor und bleibt zwischen mir und diesem Jungen stehen. Seine Haltung ist eine ganz andere als die meines Angreifers, aber ich kann eine gewisse Ähnlichkeit zwischen ihnen erkennen. Dieselben Augen, dasselbe Haar. Vater und Sohn vielleicht?
„Onkel, was machst du hier?“
Knapp daneben. Der Mann sieht zu seinem Neffen, dann zu mir, und schließlich wieder zurück zu seinem Neffen. Dann hebt er beschwichtigend die Hände.
„Nimm deine Waffe runter“, sagt er zu diesem Tadashi, „Oder meinst du wirklich, dass sie eine Gefahr ist?“
Überrascht sieht Tadashi zu mir, mustert mich, senkt aber nicht seine Waffe. Eine Ewigkeit vergeht, in der sich niemand von uns rührt.
„Tadashi…“, zischt der Fremde leise. Endlich scheint in den Jungen Bewegung zu kommen und er senkt zumindest ein kleines Stück seine Waffe.
Erleichtert atme ich durch. Auf einen Kampf hätte ich es nur ungern ankommen lassen, auch wenn es so aussieht, als würde er immer noch bei jedem falschen Zucken meinerseits auf mich losgehen.
Der fremde Mann dreht sich zu mir und lächelt mich freundlich an. „Ich entschuldige mich für das Verhalten meines Neffen. Er nimmt den Schutz des Waldes manchmal etwas zu ernst“
„Entschuldigung angenommen“
Tadashi steckt das Messer nun endgültig weg, bleibt aber weiterhin in Alarmbereitschaft und lässt mich nicht aus den Augen.
„Verzeiht, wenn ich unerlaubt in ein gesperrtes Gebiet eingedrungen bin, aber wo genau bin ich hier?“
Der Mann nickt und sieht auf zum Stand der Sonne. Blutrot steht sie gefährlich nah am Horizont und wird schon bald für die Nacht verschwinden.
„Wir haben nur selten Gäste in unserem Dorf, aber ich lade dich herzlich ein, die Nacht in unserem Haus zu verbringen. Es ist schon zu spät, um noch weiter zu ziehen“
Ich zögere. Kann ich ihm wirklich trauen? Ein Blick in meinen Beutel sagt mir, dass ich es muss. Meine Vorräte sind aufgebraucht und ich weiß nicht, was ich im Wald essen kann und was nicht – geschweige denn habe ich die Ausrüstung für eine Jagd.
„Mein Name ist Sae und ich freue mich sehr über Ihre Einladung“, sage ich höflich und verbeuge mich vor den beiden Männern. Der Ältere der beiden lächelt zufrieden und nickt.
„Und ich heiße Daisuke. Meinen Neffen Tadashi kennst du ja schon“
Sein Neffe sieht mich aus zusammengekniffenen Augen an, was mir gegenüber nicht den Eindruck macht, als sei ich willkommen. Trotzdem nehme ich Daisuke beim Wort und folge ihnen weiter in den Wald hinein.
Die Schatten werden immer länger und verbinden sich mit den Blättern, dem Wind und den Gräsern zu einem unheimlichen Klangspiel der Nacht. Tadashi läuft direkt neben mir, aber ich fühle mich trotzdem einsam und verängstigt inmitten dieser ungezähmten Natur.
Warum habe ich in der Wüste nur nicht so viel Angst gehabt? Auch da gibt es gefährliche Tiere, den unheilvollen Wind und den Sand, der einen beim Schlafen stört.
Ich bekomme die Antwort, als in der Ferne einige Wölfe heulen. Ich zucke zusammen und versuche, etwas in der Dunkelheit zu erkennen. Nichts.
Erst, als Tadashi neben mir schnaubt und den Kopf schüttelt, beruhige ich mich etwas. Wenn er so auf mein Verhalten reagiert, kann gar nichts Schlimmes in der Nähe sein.
„Wir sind bald da“, sagt Daisuke, der vorausgegangen ist und sich nun zu uns umdreht.
Nur gut eine Meile weiter erkenne ich zwischen den Ästen und Stämmen die ersten Lichter. Erst bin ich fest davon überzeugt, dass es sich um eine Einbildung handeln muss, aber als dann dank des Lichtscheins immer mehr meiner Umgebung sichtbar wird, ist mir klar, dass ich nicht träume. Schweine in Umzäunungen grunzen uns entgegen und drängen sich gegen das marode Holz. Neugierig beobachte ich sie, bis mein Blick von etwas anderem eingefangen wird.
Sieben kleine Häuser stehen auf einer kleinen Lichtung und trotzen der Wildnis. In einigen ist das Licht bereits erloschen, aber das Haus, auf das Tadashi und Daisuke zugehen, ist noch immer hell erleuchtet.
Hunde kläffen und kommen auf uns zugelaufen, beruhigen sich aber, als sie bekannte Gerüche wahrnehmen. Nur bei mir knurren sie kurz, ehe sie in die Dunkelheit verschwinden.
Die Häuser sind vollständig aus Holz gebaut worden und wirken sehr traditionell. Es ist völlig anders als alles, was in Sunagakure steht und ich kann es kaum erwarten, die Räume zu sehen.
Durch meine Bewunderung der Außenfläche und des kleinen Dorfes bin ich etwas zurückgefallen und muss mich nun beeilen, die beiden nicht zu verlieren.
Als Daisuke und Tadashi auf die schmale Veranda gehen, sich höflich ankündigen und schließlich die Wand einfach zur Seite schieben, als sei es nichts, bin ich völlig beeindruckt. Sie sagen etwas in den Raum hinein, das ich nicht ganz verstehen kann, ziehen ihre Schuhe aus und treten ein.
Schnell springe ich auf die Veranda, streife meine staubigen Schuhe ab und betrete zum ersten Mal ein traditionelles, japanisches Haus.
In der Mitte des Raumes steht ein flacher Tisch mit vier Gedecken, an der linken Seite hängt ein Tuch mit verschiedenen Mustern darauf und rechts sehe ich einen kleinen Schrank. Aus dem Raum führen zwei Schiebetüren in weitere Räume und mir brennt es unter den Nägeln, auch in ihnen nachzusehen.
„Du musst die Fremde sein“
Ich zucke zusammen, als ich die Frau bemerke, die bei Daisuke steht und sich bis jetzt mit ihm unterhalten hat.
„Ich bin Sae“, stelle ich mich vor.
„Das ist ein schöner Name“, antwortet die fremde Frau, „Magst du die Tür zu machen? In den Nächten wird es noch recht kalt“
Ich nicke abwesend, ziehe die Tür hinter mir zu und bleibe überfordert auf der Stelle stehen. Was geschieht jetzt mit mir? Die Frau scheint nicht gerade begeistert darüber zu sein, mich hier zu haben.
Sie wirft Daisuke einen verärgerten Blick zu, bevor sie in einen anderen Raum verschwindet. Mit einer Handbewegung in Richtung Tadashi gibt er ihm zu verstehen, dass er ihr folgen soll, und dann sind wir allein im Raum.
„Bitte setz dich“ Daisuke setzt sich hin und weist auf den Platz ihm gegenüber. „Du musst entschuldigen, dass die Begrüßung so kalt ausgefallen ist. Wie ich bereits sagte, verirren sich nicht viele Reisende in unsere kleine Siedlung“
Dankbar über den dargebotenen Platz setze ich mich im Schneidersitz hin. „Wo genau bin ich eigentlich?“
„Du bist sehr weit im Norden des Landes der Flüsse“, erzählt Daisuke. Ich will ihn noch weiter ausfragen, aber in dem Moment kommen die Frau, Tadashi und noch ein kleiner Junge zurück. Ein weiteres Gedeck findet auf dem Tisch Platz und schon werden Getränke, Reis und viel Gemüse herangeschafft.
„Wir haben nicht viel, aber ich hoffe, dass es dir trotzdem schmecken wird“, sagt die Frau. Sie hat sich den Platz ausgesucht, der am weitesten von mir entfernt ist. Tadashi und der kleine Junge finden zu meinen Seiten einen Platz und wenigstens der Kleine scheint unschuldiges Interesse an mir zu haben.
„Ich bin Riku und das ist meine Mama Youko. Freut mich, dich kennen zu lernen“, plappert er los. „Dich habe ich hier noch nie gesehen. Wo kommst du denn her?“
Wehmütig blicke ich auf meinen vollen Teller. Der kleine Riku schaut mich so offen und warmherzig an, dass ich es nicht übers Herz bringe, ihn zu ignorieren und zu essen, also lächle ich so gut es geht.
„Es ist mir auch eine Freude, dich kennen zu lernen. Ich bin Sae und komme aus Sunagakure“
Bei der Erwähnung des Namens fangen die Augen des Jungen an, zu funkeln. „Ehrlich? Das ist ja toll! Wie ist es denn so, in einer Stadt zu leben? Hast du viele Shinobi gesehen? Bist du eine Kunoichi?“
Die Fragen prasseln in einem solchen Tempo auf mich herein, dass ich ihn nur völlig überfordert anstarre.
„Riku, lass die junge Frau doch erst einmal essen“, tadelt Daisuke ihn, „Ich bin sicher, dass sie deine Fragen morgen in aller Ruhe beantworten wird“
„Ja, Papa“ Riku zieht vor Enttäuschung eine Schnute und beschäftigt sich nur halbherzig mit seinem Essen. Wer kann es ihm verübeln?
„Was habt ihr heute herausgefunden?“, fragt Youko ihren Mann und es beginnt ein Gespräch, an dem ich mich nicht zu beteiligen brauche.  Von dem Reis und dem Gemüse nehme ich dreimal nach, bevor mein Magen endlich zufrieden ist. Nach dem Essen der letzten Tage schmeckt es für mich wie eine wahre Offenbarung und ich genieße jeden einzelnen Bissen, als sei es mein letzter. Wer weiß schon, wann ich das nächste Mal an so gutes Essen komme?
Nach einer Weile verabschieden sich Riku und Tadashi in die Nacht. Ich höre, wie sie einige Zimmer weiter eine Diskussion starten, die aber überraschend schnell wieder verebbt. Ich sehe zu Daisuke und Youko, aber keiner der beiden scheint es besonders eilig zu haben, also nehme ich mir den letzten Rest des köstlichen Gerichts, auch wenn mein Magen heftig dagegen protestiert.
Ich werde diese Reserven brauchen.
„Es war köstlich, vielen Dank“, sage ich, lege die Stäbchen weg und neige den Kopf in Richtung der hervorragenden Köchin. Die schafft aber nur ein kleines Lächeln, bevor ihr Ausdruck wieder kalt und starr wird. Sie traut mir nicht.
„Ich zeige dir deinen Raum“, bietet Daisuke an, steht auf und öffnet demonstrativ eine der Türen, „Morgen können wir alles in Ruhe bereden“
Erst will ich ablehnen, weil ich befürchte, dass Airi nur noch wenig Zeit bleibt, aber ich merke langsam, wie müde ich wirklich bin. Auf diese Art werde ich ihr nicht helfen können.
Ich bekomme das Zimmer direkt neben dem der Kinder, das bis auf eine Matte völlig leer ist. Nachdem Daisuke sich verabschiedet hat, lasse ich den Beutel auf den Boden fallen, lege mich ins Bett und bin schon nach wenigen Minuten im Land der Träume.
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