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Blutlinien

von Be Izzy
GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
Kankuro OC (Own Character)
28.05.2019
11.06.2020
24
77.012
3
Alle Kapitel
9 Reviews
Dieses Kapitel
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01.06.2019 899
 
Hey! Das Kapitel ist kürzer als das letzte, aber ich hoffe, euch gefällt es trotzdem.
Viel Spaß und bis zum nächsten Mal
Aravae

Mampfend saßen zwei junge Frau im Schatten eines Turmes und genossen den Tag. In Sunagakure war es schon länger nicht mehr so kalt gewesen, weswegen sich viele auf die Straßen wagten und die einmalige Gelegenheit nutzten, um alltägliche Dinge zu erledigen.
„Der ist ein Shinobi“, sagte Sae und nickte zufrieden, als der Mantel des besagten Mannes verrutschte und einige Shuriken zum Vorschein kamen.
„Das war ja auch einfach“, motzte Airi, die bei dieser Wette so gut wie nie gewann. Sie hasste es, wenn Sae ihren Sieg so genoss, denn die griff nach dem kleinen, schrumpeligen Apfel – der Wetteinsatz dieses Mal – und biss genüsslich hinein. Es war nun schon die fünfte Frucht in zwei Stunden, die den Besitzer wechselte und Airi begann, ungehalten zu werden.
„Und was ist mit dem da?“, fragte Sae und nickte in Richtung einer kleinen Gruppe. Airi sah hin und mahlte wütend mit dem Kiefer, als sie das Ziel erkannte.
„Du willst mich wohl verarschen?“, raunzte sie und zeigte auf die Person, „Den Kazekage erkenne ich doch mit verbundenen Augen!“
Lachend brachte sich Sae außer Reichweite der Klauen ihrer Freundin. Sie konnte bei Zeiten schon verdammt gefährlich sein, das musste sie zugeben.
„Das war doch nur ein Spaß“, lachte sie und duckte sich unter Airis Schlag hinweg. An diesem Tag war sie aber auch schlecht gelaunt!
Die Beiden kabbelten noch eine ganze Weile, bis eine Gestalt ihre Sicht verdeckte und sie aufschauen mussten.
„Ken’ichi“, stellte Sae unzufrieden fest, „Wo bist du gewesen?“
Der junge Mann hatte noch immer den Mantel von gestern an und zuckte als Antwort auf ihre Frage mit den Schultern. Sein Gesicht war im Schatten der Kapuze verborgen, die er nicht  wie sonst immer herunterzog, um sich mit ihnen zu unterhalten.
„Ich hab ein neues Ziel gefunden“, sagte er knapp. Sae begann, entnervt zu stöhnen, und auch Airi schüttelte den Kopf.
„Wir müssen vorsichtig sein, Ken’ichi“, erwiderte sie, „Wenn wir zu oft etwas klauen, jagen sie uns die Shinobi auf den Hals“
„Das haben wir doch erst gestern Abend festgestellt“, motzte Sae.
Angesprochener schnaubte aber nur abwertend und wies in Richtung der Händler, die ihren Feierabend genossen und sich gegenseitig das Geld aus der Tasche zogen.
„Ich habe es satt, ständig nur als Straßenköter gesehen zu werden“, blaffte Ken’ichi die Mädchen an, „Wolltet ihr denn nie mehr vom Leben?“
Er sah vor allem Airi an, die schon seit er ganz klein gewesen war, sein Schicksal teilte. Sae nahm ihm das nicht übel, denn sie wusste nicht, wie sie gelebt hatte, bevor sie in Sunagakure aufgewacht war.
Vielleicht entstammte sie ja einer Bauernfamilie? Oder ihre Eltern waren Händler? Oder Handwerker? Was wusste sie schon, wie es war, ihr gesamtes Leben auf der Straße zu verbringen? Sie war ja erst vor relativ kurzer Zeit  dazu gestoßen.
„Nicht auf diese Weise“, sagte Sae fest und stand auf, um mit ihm auf einer Augenhöhe zu sein. Ganz schaffte sie es nicht, denn er war immer noch einen guten halben Kopf größer als sie. Dementsprechend arrogant sah er auf sie herab, zog eine Augenbraue hoch und schnaubte.
„Und wie dann?“, blaffte der Junge und baute sich noch weiter vor der jungen Frau auf. Unbeeindruckt sah Sae zu ihm auf und verschränkte die Arme. Warum nur immer sie?
„Niemand will uns ansehen – geschweige denn uns eine Arbeit und ein Dach über dem Kopf geben!“ Mit jedem Wort wurde Ken’ichis Stimme lauter, bis er Sae schließlich anbrüllte und Airi sich zwischen die beiden drängelte.
„Sae hat Recht“, sagte sie ruhig, „Wir können unser Leben nicht auf dem Eigentum anderer Leute aufbauen“
Der kleine Streit hatte mittlerweile ein paar Schaulustige angezogen, die neugierig in der Nähe standen und immer wieder einen Blick zu ihnen herüber warfen. Sae war diese Art der Aufmerksamkeit sehr unangenehm, denn sie bedeutete, dass sie nicht schattenartig in der Menge verschwinden konnte.
Auch Ken’ichi bemerkte die Zuschauer und spuckte wütend vor ihnen auf den Boden. Das war eine tödliche Beleidigung für jeden in Sunagakure, aber die Männer waren zum Glück arrogant genug, um sich nicht von einem einfachen Straßenköter reizen zu lassen.
„Seht ihr das?“, motzte er weiter und erdolchte die Mädchen mit seinen Blicken, „Sie halten uns für Dreck“
„Und du machst es mit deinem Verhalten nicht gerade besser“, entgegnete Airi eisern. Sae hatte sie nur selten so erlebt, da sie sonst immer versuchte, Streits zu schlichten. Ken’ichi musste sie auf die Palme gebracht haben.
Er starrte die beiden an, sah aber keine Spur von Verständnis in ihren Mienen. „Fein“, raunzte er und drehte sich auf dem Absatz um.
„Macht doch, was ihr wollt“
Sae atmete erleichtert aus, als er in der nächsten Straße verschwand. Noch nie war sie gut mit ihm ausgekommen, aber in letzter Zeit war es noch schlimmer geworden. Die Stimmung zwischen den drei Freunden wurde zunehmend eisiger und beschränkte sich nur noch auf das Nötigste. Keine von beiden wusste, was er den ganzen Tag trieb und wenn sie ehrlich waren, dann wollten sie es auch nicht wissen.
Dauerhaft wechselten seinen Launen. Einmal stimmte er ihnen zu und dann am nächsten Tag zog er eine Show mitten in der Stadt ab. Sae hatte es satt.
„Hast du ihn je verstanden?“, fragte sie. Airi schüttelte den Kopf.
„Den wird nie jemand verstehen“
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