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Blutlinien

von Be Izzy
GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
Kankuro OC (Own Character)
28.05.2019
11.06.2020
24
77.012
2
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29.09.2019 2.893
 
Bis zum Sonnenuntergang mache ich verdrossen meine Übungen und schlucke die Wut und Frustration mit jeder Stunde, die vergeht, nur noch schwerer. Die Kunai sind gut ausbalanciert und exzellente Waffen in den Händen von jemandem, der mit ihnen umzugehen weiß.
Also so ungefähr jeder andere Mensch auf diesem Planeten.
Knurrend jage ich das letzte Kunai in das Holz der Zielscheibe und schreie laut los. Schon wieder hat es nur den rechten äußeren Rand gestreift und ist schief stecken geblieben. Das kann doch nicht so schwer sein! Jedes Kleinkind ist in der Lage, aus seinen Fehlern zu lernen, aber momentan sehen alle meine Würfe genau so aus!
Rechter, äußerer Rand und schief im Holz, als hätte ein Betrunkener geworfen. Yuuto hat mir die Theorie zwar eingebläut, aber sie dann auch umzusetzen, ist eine ganz andere Geschichte.
Ich sammle alle meine Waffen ein und gebe fürs Erste auf. Die Sonne ist schon fast am Horizont verschwunden und wirft so schwaches Licht, dass ich die Zielscheiben kaum noch sehen kann. Unter diesen Umständen weiter zu üben, würde keinen Erfolg mehr bringen, und mein Magen gibt sowieso lautstark seinen Protest bekannt.
Seufzend trete ich in die Hütte ein und schließe die Tür hinter mir. Der Geruch von frisch gebackenem Brot und Tee steigt mir in die Nase und beruhigt zumindest etwas meine Nerven.
„Gut, dass du schon da bist“, begrüßte mich Yuuto, „Ich hätte dich gleich zum Essen gerufen“
Erschöpft reiche ich ihm die Kunai und lasse mich auf das Sitzkissen fallen. Meine Arme sind schlaff und schmerzen von der Anstrengung und protestieren sogar, als ich die Teetasse anhebe, um daran zu schnuppern.
„Was tischst du mir heute auf?“
„Leider nicht sehr viel“, antwortet er, „Meine Vorräte sind fast verbraucht“
Stumm nicke ich und nachdem er sich gesetzt hat, genießen wir das karge Mahl. Es ist mir egal, was der alte Herr zu seinem Essen sagt, denn es schmeckt um Längen besser als alles, was ich in Sunagakure in die Finger bekommen konnte.
Ein angenehmes Schweigen breitet sich aus, das ich mit meinem vollen Mund auch nicht durchbrechen will. Eher gibt sie mir Gelegenheit, die letzten Tage vor meinem inneren Auge an mir vorbeiziehen zu lassen.
Wie viel doch passiert ist.
Niemals hätte ich mir zu träumen gewagt, in dieser alten, dreckigen Hütte mit einem alten Sack zu sitzen, der meine einzige Chance ist, Airi jemals lebend wiederzusehen. Mein Fortschritt könnte zwar besser sein, aber es ist beruhigend zu wissen, dass ich auf dieser Welt doch nicht ganz allein bin und es immer noch Menschen gibt, die mir helfen, wenn ich Hilfe brauche.
Warum er ausgerechnet mich dazu auserwählt hat, seine Schülerin zu sein, kann ich nur raten, und es interessiert mich auch herzlich wenig. Solange er mich weiter ausbildet und mich nach vorn treibt, werde ich hier weiter sitzen und lächeln und jede noch so schwere Aufgabe übernehmen.
Schritte vor dem Haus lassen mich aufschrecken und aus den Augenwinkeln bemerke ich, dass Yuuto lächelt.
„Von unserem Besucher geht keine Gefahr aus“, sagt er und leert seine Tasse. Kein Klopfen und keine höfliche Bitte erklingt, bevor die Tür aufgeschlagen wird und ich überrascht zusammenzucke.
Eine alte Dame steht auf der Schwelle und mustert mich mit griesgrämigen Blick, bevor sie sich an Yuuto wendet und etwas von der Härte aus ihren Gesichtszügen verschwindet.
„Ich habe mehr erwartet, alter Freund“, raunzt sie zur Begrüßung, tritt ein und lässt sich neben mich fallen, „Die ist ja schreckhafter als ein Reh“
Yuuto lacht und steht auf, um ihr noch eine Tasse mit Tee einzugießen.
„Sie hat mehr Willensstärke als du ahnst“
„Die Person ist hier“, unterbreche ich scharf das Gespräch der beiden, die sich aber überhaupt nicht beeindruckt davon zeigten.
„Ich hätte an deiner Stelle trotzdem den Jungspund genommen, der vor ein paar Wochen hier war“, plauderte die Alte. Meine Brauen wanderten in schwindelerregende Höhen, als ich das höre. Ein anderer Jungspund?
„Der hat noch zwei Stunden aufgegeben, aber das weißt du doch sicher alles“, kicherte Yuuto und stellte ihr die fertige Tasse vor die Nase.
„Na und? Der hatte trotzdem mehr Köpfchen als dieses Mädchen“, murrte sie und fuhr an mich gewandt fort: „Sich mit dem Rücken zur Tür setzen. Hat er dir denn gar nichts beigebracht?“
„Eben weil er mir so viel beigebracht hat, setze ich mich so hin“, schnappe ich zurück.
Unbeeindruckt von meinem kleinen Ausbruch schlürft sie ihren Tee und wirft mir einen Seitenblick zu.
„Meine Güte, Mädchen. Ich habe das doch nicht persönlich gemeint“
„Wer zum Teufel sind Sie?“
Die Beiden wechseln einen Blick, den ich nicht ganz deuten kann. Noch mehr Geheimnisse etwa? Ist ja nicht so, dass ich schon genug davon an der Backe habe!
„Ich bin diejenige, die deine Wunden verbunden hat“
Das lässt meine Wut auf einen Schlag verrauchen und mein Gesicht vor Scham ganz warm werden. Wenn sie sich wirklich meine Verletzungen gekümmert hat, dann habe ich kein Recht, einen Groll gegen sie zu hegen.
„Verzeihen Sie mir meine Unhöflichkeit“, sage ich schnell, „Ich wusste nicht, dass-“
Schallendes Lachen unterbricht mich in meiner Entschuldigung und ich starre sie perplex an.
„Für einen Moment war ich wirklich beeindruckt, Kleine, aber das hast du mit deiner falschen Entschuldigung schon wieder vertan“
Spielt die Alte etwa gerade Spielchen mit mir?
„Was wollen Sie hier?“, blaffe ich und das Lachen verstummt sofort.
„Sae, das ist Aoi, eine alte Freundin von mir und diese Nacht deine Lehrerin“, stellt Yuuto den ungebetenen Besuch vor.
Ich schnaube abfällig und wende mich ab. Und wenn sie der Teufel persönlich wäre! Die Alte sieht nicht so aus, als hätte sie bis auf das lose Mundwerk großartig was zu bieten.
„Verzichte“
Yuutos scharfer Blick trifft mich völlig unvorbereitet und ich werde augenblicklich ein paar Zentimeter kleiner.
„Du tust, was ich dir sage“, befiehlt er und trotz meines eisigen Ausdrucks, nicke ich brav. Ich kann sie später noch in aller Ruhe tausend Tode sterben lassen, aber Yuutos Unterstützung darf ich unter keinen Umständen verspielen!
„Na, dann folge mir mal nach draußen, Jungspund“
Obwohl jeder noch so kleine Muskel in meinem Körper dagegen protestiert, schlucke ich die Schmerzen mit aller Macht herunter und folge ihr aus dem Haus.
„Was ist der Plan?“, frage ich mit einem Blick auf die vielen Fackeln, die am Rand der Lichtung aufgebaut worden sind. Das Ganze muss sie vorbereitet haben, während wir im Haus gegessen haben, und ist mehr, als ich ihr zugetraut hätte.
„Wir werden eine kleine Runde Verstecken spielen“, antwortet sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht, das in den tanzenden Schatten der Fackeln eher aussah wie das eines Massenmörders. Ein kalter Schauer läuft mir den Rücken herunter, als sie meinem Blick begegnet.
„Das soll ja wohl ein Scherz sein“, sage ich schnell, um von meiner Angst abzulenken. Als ihr Grinsen noch breiter wird – falls das überhaupt möglich ist – schlucke ich hart.
„Die Regeln sind denkbar einfach“, mischt sich Yuuto von hinten ein. Dieses Mal schaffe ich es, ein Zusammenzucken zu unterdrücken, aber mein Herz macht trotzdem einen Satz.
„Sae, du wirst diejenige sein, die sich zuerst verstecken muss. Aoi hat zehn Minuten Zeit, um dich zu finden, danach wird gewechselt. Sollte sie dich jedoch früher finden, werden die Rollen sofort getauscht“
Versteck spielen… Ab jetzt wird mich keine ihrer Schnapsideen mehr überraschen.
Wir stellen uns im Lichtkegel einer Fackel gegenüber und ich taxiere Aoi von oben nach unten. Was hat sie für Fähigkeiten, dass Yuuto der Ansicht ist, sie könne mir helfen?
„Sind Waffen erlaubt?“, frage ich und lese schon an seinem Gesichtsausdruck die Antwort darauf ab. Natürlich sind Waffen erlaubt, warum sollten sie es auch nicht sein?
„Wir sind hier nicht auf einem Spielplatz“, sagt er mit hochgezogenen Augenbrauen. Ohne weiteren Kommentar kontrolliere ich, dass meine Kunaitasche festsitzt und richte noch einen Verband, der bei der letzten Übung etwas verrutscht ist.
„Ich bin bereit“
„Du hast zehn Sekunden. LOS!“
Ich gehe in die Knie, drücke mich ab und schnelle an Aoi vorbei auf den Waldrand zu. Kurz bevor ich ihn jedoch erreiche, drehe ich ab und verschwinde in das Waldstück hinter dem Haus. Kaum erschallt Yuutos Stimme, dass die fünfzehn Sekunden um sind, gehe ich in einem Gebüsch in Deckung und halte den Atem an.
Mein Blick ist fest auf die hell erleuchtete Lichtung gerichtet, auf der sich jedoch Aoi nicht blicken lässt. Wo kann sie sein?
„Hab ich dich“
Ein mädchenhafter Schrei entflieht meiner Kehle, während ich einen Satz nach vorn mache und mit dem Gesicht voran auf dem Boden lande.
„Was zum-?“ Ich drehe mich auf den Rücken und halte mir die schmerzende Nase. Vor mir steht Aoi, hat die Arme verschränkt und schüttelt den Kopf.
„Wie hast du mich so schnell gefunden?“
„Genau so wie du die Welt um dich herum mithilfe deines Chakras spüren kannst, kann ich das auch“, antwortet sie sachlich, „Wenn du nicht von Feinden überrascht werden willst, dann solltest du mehr Aufmerksamkeit auf deine Umgebung richten und dich konzentrieren“
Ich nicke und stehe auf. Noch nicht einmal zehn Sekunden habe ich gegen sie durchgehalten und ich habe immer noch keine Ahnung, wie sie sich so unbemerkt anschleichen konnte. Zumindest verstehe ich jetzt, warum Yuuto sie gebeten hat, mir bei meiner Ausbildung zu helfen. Diese Frau ist unheimlich gut.
„Wir fangen von vorn an“, entscheidet sie und kehrt zu der Fackel zurück, an der wir gestartet haben. Ich beeile mich, hinterherzukommen, und wir beginnen dieselbe Übung noch einmal mit dem Unterschied, dass dieses Mal ich Aoi suchen muss.

Zwei Stunden später sitze ich im Geäst eines Baumes und rühre keinen Muskel, obwohl jede Zelle meines Körpers nach Erholung und Schlaf schreit. Nach meinen anfänglichen Schwierigkeiten weiß ich nun, dass der Schlüssel in diesem Spiel darin liegt, mein Chakra zu verbergen und dennoch noch genug von der Umwelt mitzubekommen, dass ich auf Aois Bewegungen rechtzeitig genug reagieren kann. Es ist eine Gratwanderung über einen tiefen, schwarzen Abgrund, dessen Grund ich nicht kenne, und die mir so viel Konzentration abverlangt, dass ich kaum noch auf meine eigenen Bewegungen achten kann.
Drei Minuten sind wir nun schon in dieser Runde und ich werde langsam zittrig. Noch nie habe ich so lange durchgehalten und ein Teil von mir will diesen Erfolg unbedingt feiern. Dass das aber Aoi auf den Plan rufen würde, weiß ich sehr genau.
Ich beiße mir auf die Unterlippe und spanne im Zehn-Sekunden-Takt eine Muskelgruppe an, um sie kurz darauf wieder zu entspannen. Yuuto hat mir diesen Trick gezeigt, um die eigene Muskulatur warm und geschmeidig zu halten. Sie hält dadurch länger durch und ich kann mich immer noch schnell genug bewegen, um einem drohenden Angriff zu entgehen.
Aus den Augenwinkeln nehme ich eine Bewegung wahr und mache mich so klein wie möglich. Zu meiner Überraschung ist es aber nicht Aois Silhouette, die ich da entdecke, sondern die von drei Personen. Vorsichtig strecke ich mein Chakra aus und stelle zu meinem Entsetzen fest, dass auch die über eine ordentliche Portion davon verfügen.
Was wollen die hier?
Das Spiel rückt in den Hintergrund, denn die Drei sind eindeutig auf dem Weg zu Yuutos Hütte und würde sie bald entdecken.
„Lass mich das übernehmen, Mädchen“, sagte da plötzlich eine Stimme hinter mir. Ich seufze, drehe mich aber nicht herum.
„Ich hab dir doch schon gesagt, dass du mich nicht so erschrecken sollst“, fauche ich leise.
„Das ist jetzt kein Spiel mehr, Sae. Bleib hier und warte, bis ich mit den Kerlen fertig bin“ Still wie ein Schatten verschwindet Aoi und taucht zu meiner rechten Seite wieder auf. Sie steht auf einem Ast direkt hinter den Fremden, die allerdings etwas bemerkt haben und stehen bleiben.
Mein Körper beginnt zu vibrieren, als ich bei einem der Männer eine kleine, unscheinbare Bewegung bemerke, die ich aber bei Yuuto und Aoi schon oft genug gesehen habe. Er hat nach einem Kunai gegriffen.
Ich kneife die Augen zusammen, in der Hoffnung, doch noch mehr zu sehen, aber die Dunkelheit behält ihre Geheimnisse für sich. Wenn ich mehr erkennen will, muss ich näher heran! Trotz Aois Befehl setze ich mich langsam in Bewegung und gewinne mit jedem Schritt an Zuversicht.
Das Chakra in meinen Füßen macht mich nicht nur schneller, sondern lässt mich auch wesentlich weiter springen, aber es hilft mir nicht dabei, unentdeckt zu bleiben. Das ist der Punkt, an dem meine Konzentration einsetzt und die ich in den letzten Stunden mit Aoi trainieren musste. Trotz meiner Erschöpfung und der späten Stunde, sind meine Sinne plötzlich wieder voll da und ermöglichen es mir, mich beinahe lautlos durch den verschlafenen Wald zu bewegen.
Zwanzig Meter von den Fremden entfernt hocke ich mich auf einen Ast und hole ein Kunai hervor. Der Wind weht einige Gesprächsfetzen zu mir heran, die ich aber nicht gut genug einordnen kann, um daraus einen Sinn zu ziehen.
Aois Chakra bewegt sich links neben mir im Geäst des Baumes, als plötzlich ein metallenes Blitzen durch den Wald huscht und zwei der Männer tot umfallen. Mit großen Augen sitze ich da und versuche, diese neue Situation erfolglos einzuordnen. Zwei Chakren, die bis eben noch fröhlich vor sich hin leuchteten, sind einfach so verschwunden. Wie eine Kerze, die man am Ende eines langen Tages auspustet.
Ich schüttle den Kopf und versuche, mir zu sagen, dass die Drei sehr wahrscheinlich keine guten Dinge im Schilde führten. Warum sonst sollten sie um diese Uhrzeit mitten im Wald unterwegs sein?
Der Dritte im Bunde steht immer noch wie angewurzelt da und ich fälle eine folgenschwere Entscheidung. Damit er nicht um Hilfe schreit – oder gar das Weite sucht – werfe ich das Kunai in meiner Hand und bete, dass die großen Shinobi mit mir sind.
Natürlich sind sie es nicht.
Der Mann schreit auf und greift an seinen rechten Arm, bevor ein weiteres Kunai ihn zum Schweigen bringt. Das war wohl nichts.
Seufzend lasse ich mich zu Boden fallen und geselle mich zu meiner Meisterin, die sich in diesem Moment über die drei Toten beugt und ihnen einige Dinge aus den Taschen zieht.
„Was hast du dir dabei gedacht?“, blafft sie mich an, ohne dabei einen direkten Blickkontakt aufzubauen. Zwei Meter hinter ihr bleibe ich stehen und vergrabe meine Hände in den Hosentaschen.
„Keine Sekunde später und der Kerl hätte losgeplärrt wie ein Kleinkind. Das wollte ich nur verhindern“
Mit in die Hüften gestemmten Händen dreht sie sich zu mir herum und selbst in dieser Schwärze der Nacht kann ich erkennen, dass sie mich mit ihren Blicken zu erdolchen versucht.
„Dieser jugendliche Leichtsinn! Ich hätte ihn schon noch erledigt, aber dank dir hat er ja jetzt den ganzen Wald zusammengeschrien“, zetert sie los, „Was denkst du, was passiert, wenn noch Freunde von ihm hier in der Gegend sind? Wir haben unseren ganzen Vorteil ihnen gegenüber verspielt und das nur, weil du dich beweisen wolltest!“
Mit jedem Wort werde ich kleiner und setze eine schuldbewusste Miene auf. Darauf, dass ich Ärger bekommen könnte, hatte ich mich schon eingestellt, aber diese Tirade war dann doch zu viel. Ich kneife die Lippen zusammen, um dazu keinen Kommentar abzugeben, denn das hätte sicher zu einem gewaltigen Streit geführt, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob ich den überleben würde.
„Wer waren diese Kerle?“, frage ich stattdessen. Aoi dreht sich wieder von mir weg und holt ihre Kunai aus den drei Leichen heraus. Das ekelhafte Schmatzen, das dabei durch den Wald hallt, wird mich wohl in meine schlimmsten Albträume verfolgen, und ein Schauer jagt meinen Rücken herunter. In Sunagakure habe ich schon Bekanntschaft mit zwei Leichen gemacht, aber damals haben Airi und ich zugesehen, dass wir möglichst viel Abstand zwischen sie und uns bringen. Jetzt dagegen stehe ich direkt über ihnen und betrachte sie mit einer Mischung aus Ekel und morbider Neugier.
„Sie gehören zu der Bande, die dieses Land in ihren Fängen hat“, sagt sie schlicht. Wir zucken beide zusammen, als ein Rascheln zu unserer Linken durch das Unterholz wandert, entspannen uns aber, als ein Fuchs hervortritt. Prüfend hebt er die Nase und verschwindet genauso schnell, wie er gekommen ist.
„Wir müssen schnell wieder zurück zur Hütte“, sagt sie und sieht sich aufmerksam um, „Die Lichtung ist hell erleuchtet und wenn die hier zu einer größeren Gruppe gehören, dann werden sie Yuuto einige Probleme machen“
Sie tritt eine der Leichen noch einmal verächtlich und spring dann so schnell es geht davon. Ich werfe noch einen letzten Blick auf die drei Toten und bin überrascht, wie gleichgültig sie mir sind. Wahrscheinlich liegt es daran, dass sie möglicherweise dabei waren, als Airi entführt wurde, aber ich kann mir gerade keine weiteren Überlegungen leisten.
Aoi ist mir schon weit voraus und in dieser Sache kann ich sie unter keinen Umständen allein lassen.

                                                                                                                                                 

Herzlich Willkommen zurück!
Es tut mir sehr leid, dass es so lange gedauert hat, aber drei Tage vor Veröffentlichung war ich so unzufrieden mit dem Kapitel, dass ich alles gelöscht und noch einmal neu angefangen habe.
Deswegen: Viel Spaß und einen guten Start in die Woche!
Leider weiß ich noch nicht, wann das nächste Kapitel kommt, denn die Vorlesungen haben wieder angefangen und meine Zeit ist begrenzt.

LG Aravae
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