Es begann im Regen Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Kaito Kid / Kaito Kuroba Shinichi Kudo
28.05.2019
14.07.2019
9
17511
10
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Hallo zusammen und willkommen zum vierten Kapitel =)

Der Showdown beginnt ♥
Da ich jetzt für zwei Wochen in den Urlaub fahre, habe ich mich diese Woche für euch angestrengt und noch einmal ordentlich in die Tasten gehauen :D was mich einiges an Schlaf gekostet hat xD An zwei Fanfics gleichzeitig zu schreiben ist echt hart … xD
Enjoy reading!

Lieben Gruß, Angelina

≈ * ≈


Es war ein wolkenverhangener Abend und das laute Donnergrollen in der Ferne kündigte bereits ein heranziehendes Gewitter an. Der Vollmond versteckte sich hinter den dunklen, mächtigen Wolken am Nachthimmel und überhaupt nicht zur Situation passend, musste Shinichi Kudo irrwitzigerweise an die übliche Geste des Mondscheindiebes denken. Heute Abend wirst du den Diamanten nicht gegen den Mond halten können, dachte er sich und musste unweigerlich bei dieser überflüssigen Feststellung schmunzeln. Ob dich das missmutig stimmt?

Unbewusst schielte er hinauf zum düsteren Nachthimmel und kräuselte überlegend seine Brauen zusammen. Es störte den jungen Detektiv ungemein, dass er bis heute nicht herausgefunden hatte, wieso der arrogante Dieb diese Geste nach jedem gelungenen Coup vollführte. Was suchst du nur? Oder besser gesagt, was glaubst du in dem Mondlicht zum Vorschein bringen zu können? Er verstand es nicht und auch bei den kurzen Wortgefechten, die sie untereinander bei den bisherigen Diebstählen ausgetauscht hatten, die allesamt sehr präsent in seinem Gedächtnis vorhanden waren und die er unzählige Male in seinem durchgarenden Verstand durchgegangen war, bis auf das kleinste Detail analysiert hatte, hatte er doch bis heute keinen Hinweis darauf finden können, geschweige denn dieses geheimnisvolle Rätsel lösen können. Eines war ihm allerdings klar, hinter dieser Handlung steckte mehr als nur eine arrogante Geste, um die Sonderkommission KID zu verhöhnen. Doch was für ein tiefgründiger Sinn steckte dahinter?

Das nagte sehr an seinem Ego und insgeheim hatte er sich vor längerer Zeit längst eingestanden, dass der Meisterdieb 1412 mehr als nur ein ebenbürtiger Gegner für ihn war.
Ganz wie bei dem Rivalen der fiktiven Romanfigur und seines Vorbildes Sherlock Holmes und Professor James Moriarty, der als kriminelles Genie galt, war der trickreiche Dieb sein auserwählter Rivale auf Lebenszeit, worüber er nicht klagen konnte.

Im Gegensatz zu den ersten Coups, bei welchen er nur zum Spaß und aus reiner Langeweile der Polizei ausgeholfen hatte und sich über jede gelungene Flucht des Meisterdiebes rigoros aufgeregt hatte, fühlte er zwischenzeitlich keine Enttäuschung mehr, wenn ihm der Dieb durch die Lappen ging und erfolgreich seine Flucht antrat. Er hinterließ eher eine gewisse Vorfreude auf das nächste Rätsel, was er von ihm entschlüsseln durfte; den nächsten angekündigten Coup, bei dem er von der ahnungslosen Polizei angefordert wurde; die nächste aufregende Begegnung, auf eines der unzähligen Gebäude Tokios, das jedes Mal ein unerklärliches Kribbeln in ihm auslöste und deine Finger vor Ungeduld zucken ließ. Der junge Mann wusste, dass es falsch war so zu denken, so zu empfinden, sollte seine oberste Priorität doch sein, ihm die Handschellen anzulegen und ins Gefängnis einzubuchten, aber wenn er ehrlich zu sich war, wollte er ihn gar nicht mehr festnehmen und hinter Gitter bringen.

Warum?
Aus purem Egoismus natürlich!

Wenn es um seine Hobbyarbeit als Detektiv ging war er eigentlich – und hier lag die Betonung mittlerweile auf eigentlich seit er Kaito KID begegnet war – sehr sorgfältig und pflichtbewusst gewesen. Er kam nie zu spät zu einem Tatort, gab seine Berichte stets überpünktlich ab, hatte seine Polizei Kollegen stets auf Beweise und Hinweise aufmerksam gemacht und seine Schlussfolgerungen offen kundgetan. Und was war jetzt? Bei KID hielt er sich zurück, verriet den Beamten nicht den Ort, an dem der Dieb am wahrscheinlichsten nach seinem Coup auftauchen würde, warum? Weil er ihn alleine treffen wollte. Er log Kommissar Nakamori zwar nicht an, wenn er ihm Fragen stellte und ihm seine doch recht miserablen Vermutungen mitteilte, aber von alleine sagte er ihm die Wahrheit auch nicht. Das Schlimmste war, er hatte dabei nicht mal ein schlechtes Gewissen.

Vor den Anfängen mit KID wäre es ihm nie in den Sinn gekommen, einen gesuchten Kriminellen absichtlich und mit purem Vorsatz entkommen zu lassen. Nie hätte er im Traum darüber nachgedacht, aber seitdem er rein zufällig in die Soko KID von Kommissar Nakamori hineingestolpert war und zwischenzeitlich zu einem vollwertigen Mitglied der Soko Einheit gehörte – Shinichi bekam ohne eigene Aufforderung vor einem knappen Jahr die offizielle Genehmigung vom Polizeipräsidenten von Tokio und dürfte jetzt sogar eine Dienstwaffe bei seinen Einsätzen führen, was er allerdings weiterhin strick ablehnte, benötige er nur eine einzige Waffe in seinem Leben und das war sein messerscharfer Verstand! – hatte sich seine Sicht auf den Meisterdieb 1412 grundlegend geändert.

Der geheimnisvolle Dieb stellte wortwörtlich seine Welt auf den Kopf und doch wollte er allmählich ihn aus seiner Welt nicht mehr missen wollen. Der Alltagstrott und die relativ unspektakulären Morde, die er in seiner Laufbahn gelöst hatte, gehörten seit gut zwei Jahren der Vergangenheit an. Seitdem der Mondscheindieb auf der Bühne erschienen war, hatte sich sein Leben im positiven Sinne verändert - zumindest für ihn.
Ran sah das als seine engste Vertraute zwar anders und er konnte es sich nicht erklären, warum er nachgegeben und sich auf eine Beziehung mit ihr eingelassen hatte, die er zu seiner Erleichterung vor ein paar Tagen beendet hatte, aber die Ottonormalverbraucher verstanden ihn ohnehin nicht. Seine Gedankengänge waren komplex, tiefgründig und zu verworren und die Sicht auf die Welt langweilte ihn.

Die primitiven Beweggründe von Mördern langeweilten ihn, waren es doch stets die gleichen:
•     Mord aus Eifersucht
•     Mord aus Neid
•     Mord im Affekt
•     Mord wegen nichterwiderter Liebe

Der Mondscheindieb hingegen sprengte jedes bekannte Muster!

Er war trickreich, unberechenbar, eingebildet und sobald Shinichi dachte, er hätte zumindest ein Verhaltensmuster bei ihm durchschaut und damit eine Achilles Verse entdeckt, bewies er ihm beim nächsten Coup das komplette Gegenteil und er konnte mit seiner Analyse von vorne anfangen. Der Magier in Weiß hielt ihn auf Trapp und hatte sein Leben, welches er tagein, tagaus desinteressiert zur Kenntnis genommen hatte, spannend und lebenswert gemacht. Ein Dasein ohne seinen ebenbürtigen Gegner kann und wollte er sich nicht vorstellen, war dieser schleichend, leise und unauffällig wie eine Schlange, die sich an ihrem wehrlosen Opfer heranschlich, in seine unsichtbaren Fesseln geraten.

Laute Sirenen und Polizeigeschrei hallten plötzlich über dem Vorhof des Suzuki Anwesens. »Kaito KID ist da!«, hörte er seinen Nebenmann brüllen und in Sekundenschnelle riss er seinen Kopf nach oben. Dort stand er auf dem mittleren Balkon der pompösen Villa und sah mit einem überheblichen Grinsen im Gesicht auf sie nieder. Sein weißer Umhang wehte majestätisch im Wind. Er wirkte wie ein König der auf sein Fußvolk hinabschaute und sich gebührend feiern ließ. Mit einer eleganten Bewegung hob der Dieb seine Hand und präsentierte ihnen voller Stolz den Sancy Diamanten, der aufgrund seiner Geschichte ursprünglich im Louvre in Paris ausgestellt war – war er der Hauptstein der Königskrone Ludwigs XV. von Frankreich und einer der berühmtesten Diamanten der Welt – und sich nur zu Leihzwecken kurzweilig in Japan befand, um die Bindungen zwischen den beiden Ländern zu stärken, sollte der Diamant ab morgen für zwei Wochen im Beika Museum ausgestellt werden und über Nacht bis zu seinem Weitertransport im Suzuki Anwesen sicher aufbewahrt werden.

Dieser Zwischenstopp war streng geheim gewesen; nur hochrangige Polizeibeamte hatten von dieser eintägigen Aufbewahrung Kenntnis gehabt, umso überraschter waren sie alle gewesen, als der Kommissar eine Ankündigung auf seinem Bürotisch zwischen unzähligen Akten gefunden hatte. Wie bist du nur an diese Insiderinformationen gelangt?, fragte sich der Detektiv und es stellte sich bei ihm der starke Verdacht auf, dass sich korrupte Polizisten unter ihnen in der Soko KID befanden. Er muss einen Komplizen haben, anders konnte er diesen Coup unmöglich planen und durchführen.

»Verdammt! Wie konnte der Kerl ungesehen an uns und vor allen Dingen an den Sicherheitsvorkehrungen vorbeikommen?«, hörte er Nakamori angepisst knurren, der plötzlich neben ihm stand. »Sofort das Gebäude stürmen! Lasst ihn nicht entkommen!«, brüllte der Kommissar und augenblicklich stürmte eine Horde Polizisten die Villa hinein, in welchem der Mondscheindieb nach seinem Show Auftritt augenscheinlich wieder verschwunden war.
Shinichi stand wie angewurzelt an Ort und Stelle, hatte sich keinen Zentimeter vom Fleck bewegt und sah weiterhin weggetreten zu dem verlassenen Balkon empor. Erste Regentropfen fielen aus den dunklen, dicken Wolken zur Erde nieder, während vereinzelte Nachzügler in Uniform an ihm vorbei hechteten. Schon wieder Regen.

Das angekündigte Gewitter aus der Ferne befand sich nun direkt über ihnen. Ein lautes Donnergrollen riss den jungen Mann aus seiner Starre und als ein dicker Regentropfen Bekanntschaft mit seiner Nasenspitze machte, war dies wie ein Startschuss für ihn. Der Detektiv machte auf dem Absatz kehrt und rannte ihn die entgegengesetzte Richtung. Fort vom Anwesen.

Sein Ziel:
Das Dach des gegenüberliegenden Regierungsgebäudes, dem Bunkyo Civic Center.

Dort oben wirst du auf mich warten, habe ich Recht? Er wunderte sich nicht einmal darüber, wie gut er seinen erklärten Erzrivalen inzwischen kannte. Seine Schuhsohlen hallten währenddessen laut auf dem nassen Asphalt wider. Die einzelnen Tropfen hatten sich zu seinem starken Schauer zusammengetan, welches seine Klamotten in kürzester Zeit durchnässte und die ihm vom Wasser vollgesogen schwer auf den Körper lagen. Der Platzregen schlug ihm beim Laufen störend ins Gesicht, nahm ihm die Sicht für das vor ihm befindliche, dennoch ließ er sich dadurch nicht beirren und verringerte in keinster Weise sein Tempo. Er kannte den Weg zu seinem Ziel und wenn er fiel, dann fiel er halt und würde wieder aufstehen. In dieser Hinsicht war er ein Stehauf-Männchen. Hauptsache er verlor sein Ziel nicht aus den Augen.

Der Braunhaarige keuchte vor Anstrengung, atmete abgeharkt, war er solch einen Sprint nicht mehr gewohnt und bereute es in diesem Moment, dass er aus der Fußballmannschaft der Teitan-Oberschule ausgetreten war. Warum er seinen heißgeliebten Sport aufgegeben hatte? Das war schnell erklärt. Aus zeitlichen Gründen nämlich. Die Rätsel und die Coups von KID verlangten seine volle Aufmerksamkeit, für sein Hobby fand er da in seiner wenigen Freizeit keine Zeit mehr und wollte sie auch gar nicht finden, war das Rätsel um diesen mysteriösen Dieb, welches es zu lösen galt, viel interessanter.

Aber ich sollte mir ein Laufband zulegen, um meine Kondition zu verbessern. Das was ich hier ablege, ist für meine Verhältnisse regelrecht peinlich und nicht zu tolerieren, dachte er sich, biss die Zähne zusammen und legte auf den letzten Metern einen Zahn zu.

≈ * ≈


Die elektrische Eingangstür ging mit einem kaum hörbaren Summen auf. Ohne Umschweife lief er durch die Eingangshalle direkt auf den Fahrstuhl zu. Ungeduldig betätigte er immer wieder den Fahrstuhlknopf in der irrationalen Hoffnung, dass dieser dadurch schneller im Erdgeschoss ankommen würde und sah zur Anzeige hoch. »11... 10... 9...«, murmelte er und trat Nervös von einem Fuß auf den anderen. »6...5...4... Nun mach schon«, knurrte er ungehalten und hatte das Gefühl, dass sich die wenigen Sekunden, die er hier stand, sich zogen wie Kaugummi. »Null«, rief er freudig und die schweren Eisentüren öffneten sich mit einem pling. Eiligst trat er in den engen Raum und drückte die Taste für das 26. Stockwerk. Die Aussichtsplattform befand sich zwar in der 25. Etage, allerdings war diese Aussichtsplattform für die Besucher des Centers gedacht. Dort würde er nur die Sky View Lounge vorfinden, wo man durch die großen Panoramafenster in einem Rundgang die perfekte Aussicht auf die Skyline von Tokio hatte und hinter den großen Wolkenkratzern von Shinjuku die beste Sicht auf den Fuji hatte. Shinichi hingegen wollte nicht zur Lounge. Dort, in diesem verschlossenen Raum, würde er den Meisterdieb 1412 nicht vorfinden. Sein Ziel befand sich eine Etage höher, wo er durch eine gesicherte Personaltür auf das Dach der Sky View Lounge Plattform gelangen würde.

Die Lift-Türen öffneten sich. Hektisch sah er sich in diesem Verwaltungsbereich zu allen Seiten um. Es sind keine Mitarbeiter mehr hier, stellte er erleichtert fest und trat mit großen Schritten auf die mit einem elektronischen Zahlenschloss gesicherte Personaltür zu. Kurz zögerte er, kam er sich gerade selbst vor wie ein Einbrecher, was er wohl in diesem Moment von Gesetzes wegen her auch war. KID ist definitiv kein guter Umgang für mich. Ich werde hier noch kriminell.

Zu seinem Glück hatte er erst vor wenigen Wochen eine private Führung erhalten und konnte damals beim Vorbeigehen einen Blick auf die eingetippte Zahlenkombination der Reinigungskraft werfen. Seine Augen verengten sich angestrengt zu kleinen Schlitzen als er die Zahlen fixierte und in seinem Gedankenlabyrinth nach dem richtigen Weg suchte. Sein geistliches Ich suchte die Wege des Labyrinthes ab. Sauste hier und da um eine Ecke. Er rannte und rannte durch die verworrenen Wege seines Gedankengutes und bog die nächste links ab. Abrupt blieb sein geistiges Ich mit einem breiten Lächeln im Gesicht stehen, so dass die Zähne weiß hervortraten. Vor ihm schwebten fünf Zahlen, die leicht auf und ab hüpften.

»Fortuna ist auf meiner Seite«, flüsterte Kudo siegessicher als er die fünfstellige Zahlenkombination eintippte und die schwere Metalltür sich mit einem Klick öffnete. Der Oberschüler trat durch die Tür auf das Dach der Aussichtsplattform hinaus und wurde sofort von einer kalten Windböe begrüßt. Sein blaues Sakko flatterte im Wind und seine nassen Haare wurden aufgewirbelt. Der Platzregen hatte sich mittlerweile zu einem sanften Nieselregen zurückentwickelt, so dass dieser ihm nicht mehr hinderlich ins Gesicht klatschte. Stumm fixierte er mit seinen blauen Augen die Person vor sich, die keine drei Meter von ihm entfernt stand und auf sein Eintreffen gewartet hatte.

»Ich habe dich erwartet, Shinichi Kudo!«

≈ * ≈


Um euch nicht mit einen Cliffhanger hängen zu lassen, werde ich mein Bestes geben, bis Freitagabend noch das 5-te Kapitel fertig zu bekommen, damit es endlich zu dem heißersehnten Treffen zwischen den beiden kommen kann ♥
Schlaf wird total überbewertet… °(<,<)°
Bis denne *fleißig in die Tasten hau*
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