Chances

von MrsLumi
OneshotRomanze / P12 Slash
Jared Leto
28.05.2019
28.05.2019
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Durch die offenen Terrassentüren unseres Zimmer weht ein warmer Sommerwind.
Ich kann das Rauschen der Wellen hören, die auf den Strand auflaufen und die leichte Brise, die die Wärme der Nacht etwas erträglicher macht.
Wir haben uns endlich mal wieder ein paar Tage freischaufeln können um ein wenig Zeit miteinander zu verbringen und haben uns in den Süden abgesetzt.
Ein Haus abgelegen auf einer Insel im Mittelmeer ist unser Versteck vor der Realität und dem Alltagsstress und ich muss wieder lächeln, als wir die Tür der Villa geschlossen haben, die Taschen aus unseren Händen auf den Boden fallen und wir endlich alleine sind.
Die Anspannung verschwindet mit einem Schlag und die kleinen Falten um deine Augen werden sofort entspannter. Auch dein verkniffener Mund hat sich entspannt und ich kann ganz genau sehen, wie Du einmal tief eingeatmet hast. Ich ziehe dich in meine Arme und wir stehen beide reglos da und geniessen die Ruhe um uns herum.
Niemand da, der irgendwas will oder fordert.
Kein Handy, das penetrant brummt oder klingelt.
Keiner, der schnell noch was nachfragen muss oder nur eben was loswerden will.
Nur wir beide.
Sanft nehme ich deinen Kopf zwischen meine Hände, bin für einen langen Moment wieder in deinen Augen versunken, um dich dann sanft zu küssen. Du hast mich fester an dich gezogen und hast leise in den Kuss geseufzt.
Wie sehr habe ich dich, deinen Geruch und deine Nähe in den letzten Monaten vermisst.
Wir haben einfach viel Zuwenig Zeit für einander.
Aber unser Leben, unsere Arbeit lässt es einfach nicht anders zu.
Doch diese paar Tage in der Sonne gehören nur uns.
Die Handys sind ausgestellt, was mir besonders schwer fällt, denn als alter Workaholic bin ich es gewohnt, dass diese kleine Teil mich ständig erreichbar macht und mit der Welt verbindet. Für dich, weil du dir gleich Sorgen machst, dass wenn du das Teil ausstellt, etwas mit deinem Sohn sein könnte.
Wir werden beide wie Junkies auf kaltem Entzug sein, aber haben zusammen beschlossen, dass wir es bitter nötig haben, einfach mal den Stecker zu ziehen um endlich mal wieder runter zukommen und zu entschleunigen.
Bewusst haben wir uns entschieden, dass wir uns zwar Lebensmittel liefern lassen, aber sonst niemanden brauchen.
Kochen können wir zusammen, auch wenn es sicher in einem Chaos enden wird, aber auch das meistern wir zusammen.
Es soll einfach mal Zeit für uns sein, wo niemand fremdes um uns herumturnt oder wir, so wie heute beschliessen, uns die Sonne auf den Pelz brennen zu lassen, danach in den Pool zu springen und dann bei offener Terrasse die Zweisamkeit zu geniessen, ohne dass irgendwas an Stoff zwischen uns ist.

Mein Blick streift dich.
Du liegst neben mir mit geschlossenen Lidern, deine Lippen leicht geöffnet und schläfst friedlich.
Deine Brust senkt und hebt sich sanft und ich kann mich nur schwer beherrschen, deine Brust nicht sanft zu küssen.
Ich bin mir sicher, es würde leicht salzig schmecken denn vor nicht zu langer Zeit habe ich dich schwitzend und keuchend in meinen Armen gehalten, während wir miteinander geschlafen haben.
Es war kein wilder Sex oder Druck abbauen.
Nein.
Es war Liebe machen.
Einander fühlen, schmecken und geniessen, um dann am Ende im Arm des Anderen die Augen schliessen zu können.
Du bist erschöpft eingeschlafen.
Wie gerne würde ich mit meinen Fingern über deine Brust streichen, die helle Haut küssen und deinen Geruch wieder einatmen, doch du siehst selbst im Schlaf unglaublich erschöpft und ausgelaugt aus.
Die dunklen Schatten unter deinen Augen, die meinen schon schwere Konkurrenz machen, zeichnen sich deutlich unter deinen langen Wimpern ab.
Ich seufze und beobachte dich im Schlaf.
Eine Strähne deiner Haare hat sich auf deine Stirn verirrt und auch wenn ich damit riskiere dich zu wecken, streiche ich sie aus deinem Gesicht.
Du wirst grau.
Ich muss schmunzeln.
Du versuchst es immer mit einer Färbung zu verstecken.
Nicht weil du ein Problem mit dem Altern hast, sondern weil es zu deinem öffentlichen Bild gehört.
Der ewige Nancy Boy, der mit der Geschlechterrolle nach belieben als junger Mann gespielt hat und heute noch als Idol dieser Zeit gesehen wird. Man erwartet irgendwie, dass du eben nicht grau wirst und immer der Brian bleibst, der mit einer Bobfrisur in einem Video die Wand eines Haus runterläuft.
Aber für mich ist es unwichtig, ob nur schwarz oder grau, lang oder raspelkurz.
Ich liebe dich.
Egal wie du aussiehst und rumläuft.
Ich weiss, ich sage dir das viel zu wenig, und doch hoffe ich, du weisst, dass ich dich aus vollstem Herzen liebe.
Unsere Liebe ist besonders.
So wenig Zeit wie wir für einander haben, das war früher immer ein Knackpunkt für meine Beziehungen. Sicher, es wurde immer betont, es sei ok und das sei nie der Grund gewesen, warum es am Ende nicht geklappt hat, aber wenn ich ehrlich zu mir und dem Beziehungsscherbenhaufen, der nun mal in meinem Leben vorhanden ist, bin, dann weiss ich, es war immer einer der tragenden Gründe.
Aber mit dir ist es anders.
Alles ist anders.
Von dem Moment an, an dem wir uns das erste Mal in Person getroffen haben, die wenigen Minuten, die wir mit dem üblichen Smalltalk verbracht haben, war irgendwas sehr spezielles zwischen uns.
Am Anfang war es flirten, shakern und wenn wir uns wegstehlen konnten, bei den rar gesäten Chancen die wir hatten, war es schneller und doch sehr intensiver Sex.
Es war ohne Worte, nichts festes und vor allem nicht ernstes zwischen uns und doch wurden die Telefonate immer länger, die Gespräche immer intensiver und tiefgründiger, bis zu dem einen Moment, an dem wir uns wieder von einer der Veranstaltungen, auf der wir uns „zufällig“ getroffen haben, weggeschlichen haben. Es war nicht anders als bei den vorherigen Treffen und doch anstatt gleich übereinander herzufallen und danach mit einem Kuss und einem „Ich ruf dich an“ zu verschwinden, haben wir die ganze Nacht auf dem Balkon von meinem Zimmer gesessen, in Decken gewickelt, aneinander gekuschelt und haben geredet.
Über alles.
Gott und die Welt.
Deine Kindheit und Jugend.
Mein Aufwachsen mit einer jungen Mutter und einem großen Bruder, der mich zwar beschützt hat aber mit dem ich auch mehr als einmal auf der Rückbank eines Polizeiwagens gelandet bin.
Wir haben über die vergangenen Lieben und Beziehungen gesprochen, haben einander die Herzen ausgeschüttet, die wir beide mehr als nur einmal schwer gebrochen bekommen haben und als dann die Sonne aufgegangen ist, wussten wir beide, das hier, wir zusammen, würde anders sein, als alles zuvor.
Wir funktionieren zusammen einfach anders.
Wir verstehen einander und das was mit dem Beruf kommt, viel besser.
Und wir haben gelernt, miteinander zu wachsen anstatt auseinander zu gehen.

Natürlich ist alles kompliziert wenn man eben Jared und Brian heisst und nicht Bill und Amanda aus einem kleinen Ort irgendwo im mittleren Wester, aber wir haben die Herausforderung und alle Hürden, die damit kamen und kommen, angenommen.
Zusammen sein.
Verstanden werden.
Und vor allem wissen, man war nicht alleine und wurde geliebt, als Mensch und nicht als die Figur des öffentlichen Lebens, das ist es, was uns, jedenfalls mir geht es so, die Kraft gibt, die langen Trennungen und Durststecken zu überwinden.
In der Vergangenheit waren das immer die Stolpersteine.
Wir haben zusammen gelernt, damit zu leben und wissen es auf unsere besondere Weise zu schätzen.
Denn es stimmt, das Vorfreude oftmals die schönste Freude ist.
Wir geniessen diese Augenblicke, die nur uns gehören.
Das sind die, aus denen wir Kraft für den Stress und die schweren Zeiten schöpfen, denn wir wissen, wir sehen uns wieder und dann ist das hier alles, was das Leben schwer macht, ist vergessen.

Wir haben unseren Weg zusammen gefunden.
Wenn ich jetzt auf dich blicke, wie du friedlich im Mondlicht schlummerst und ich deine Wange und die leichten grauen Stoppeln deines Bartes streichel, weiss ich, ich bin jetzt, hier und in diesem Moment unglaublich glücklich.
Zusammen haben wir die Chance genutzt, die das Leben uns gegeben hat und haben was draus gemacht.

„Ich liebe dich“ murmel ich leise in dein Ohr, küsse es sanft und ziehe dich dann in meinen Arm.
Unsere Zeit ist viel zu kurz, als dass ich auch nur einen Moment davon verstreichen lassen möchte ohne dich nah bei mir zu fühlen.
„Ich liebe dich auch“ höre ich leise von dir und du legst deinen Kopf auf meine nackte Brust.
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