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GeschichteKrimi, Romanze / P18 Slash
Draco Malfoy Harry Potter Scorpius Malfoy
27.05.2019
26.07.2019
18
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Dieses Kapitel
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Hallo ihr Lieben,
ich bin gerade im Urlaub, deshalb poste ich nur das neue Kapitel und erlaube mir, die Reviews unbeantwortet zu lassen - trotzdem habe ich mich natürlich sehr darüber gefreut. Ja, Scorpius hat ein tolles Timing. Und ich glaube ja, Kinder sehen das alles nicht so eng wie manche Erwachsene ;-)

GLG und viel Spaß mit dem neuen Kapitel,
eure Mrs Malfoy

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Kapitel 13

„ … einschlafen. Dad? Was …“

Harry zog sich zurück, wischte sich verlegen über die Lippen, konnte jedoch ein leichtes Grinsen nicht unterdrücken. Er sah auf das Tischchen neben dem Sofa und hörte Draco, der ertappt aufgesprungen war, seinen Sohn härter als nötig zurechtweisen: „Scorpius! Wieso bist du nicht im Bett? Wieso schleichst du dich so an?“

Der Junge runzelte die Stirn und sah von seinem Vater zu Harry und wieder zurück. Er ignorierte zu Harrys Überraschung den barschen Ton und fragte: „Ich konnte nicht schlafen … Habt ihr euch eben geküsst?“

Draco schien keinen Grund zu sehen, auf die Frage seines Sohnes zu antworten. Er fasste sich wieder, ging auf Scorpius zu und drehte ihn an den Schultern in Richtung Tür. „So, du gehst jetzt wieder ins Bett. Es ist schon spät.“

„Aber ich lag schon eine Viertelstunde im Bett und konnte nicht schlafen, Dad!“, beharrte das Kind, was Harry trotz der Situation grinsen ließ. Er hörte Draco nun wieder ruhiger erwidern: „Das ist nicht lange … und Rumlaufen lässt dich auch nicht besser einschlafen.“

Bevor die Tür zu Scorpius‘ Zimmer zuklappte, hörte Harry den Jungen noch einmal fragen: „Aber ihr HABT euch doch geküsst, oder?“



Harry lehnte sich auf dem Sofa zurück und wartete, bis Draco kurz darauf zurückkam, und etwas verlegen neben dem Sofa stehen blieb. „Tut mir leid … normalerweise passiert das nicht. Aber …“

Harry lächelte und sah Draco an. „Normalerweise bringst du auch keine Männer mit nach Hause, oder?“

„Natürlich nicht!“ Draco setzte sich mit ein wenig Abstand neben Harry und faltete die Hände im Schoß, wie ein braver kleiner Schuljunge. „Nein, ich hatte noch nie jemanden hier, der … Anscheinend war es ein Fehler. Tut mir leid. Ich möchte Scorpius nicht mit diesen Dingen konfrontieren. Er soll nicht mit sowas in Berührung kommen.“

„Tut mir leid“, sagte Harry leise, der irgendwie das Gefühl hatte, er müsste sich entschuldigen, wenn er auch nicht wirklich wusste, wofür, denn immerhin hatte Draco eindeutig IHN geküsst, und es war auch nicht seine Schuld gewesen, dass Scorpius hereingeplatzt war. Allerdings fand Harry das jetzt auch nicht SO furchtbar. Sie hatten nichts Verbotenes getan. Er hatte sie auch nicht beim Sex erwischt. Sie hatten sich nur geküsst. Angezogen.

„Ja … mir auch.“ Draco räusperte sich.

Harry wusste nicht, ob es angebracht war, jetzt über den Kuss zu reden – die Stimmung war jedenfalls dahin. Unentschlossen trat er von einem Fuß auf den anderen und erklärte schließlich: „Ich denke, ich werde dann mal gehen. Es ist ja wirklich schon spät. Morgen muss ich arbeiten.“

„Ja, natürlich. Ich wollte dich auch nicht aufhalten. Wie gesagt, tut mir leid. Ich kann damit noch nicht so locker umgehen wie du, Harry. Und wenn ich mir doch selber nicht sicher bin … ich kann doch Scorpius nicht so verwirren. Er versteht ja noch nicht mal, wie das zwischen Männern und Frauen wirklich funktioniert. Wie soll er das zwischen zwei Männern verstehen?“

Harry presste die Lippen zusammen. Es war kompliziert. Ja. Auch für Erwachsene, und besonders Draco schien es als sehr kompliziert zu erscheinen. Dabei war er doch sonst so klug.

Er erinnerte sich daran wie er selbst mit sich gehadert hatte. Doch er hatte Charlie vor Augen gehabt, der ihn unter seine Fittiche genommen hatte. Vielleicht brauchte Draco auch jemanden der ihm in dieser Hinsicht half? Er rückte ein wenig näher an Draco heran und ergriff vorsichtig seine Hand. „Weißt du, als ich mein coming out hatte … ich hatte auch Angst davor. Unglaubliche sogar. Ich dachte, hinterher mag mich niemand mehr. Ich dachte, sie würden mich mit anderen Augen ansehen. Gerade weil ich doch mit Ginny … zusammen gewesen war. Es kam mir vor, als würde ich sie verraten, und ich dachte, sie würden es auch so sehen, verstehst du?“ Er schluckte hart bei der Erinnerung, und Draco nickte schweigend. Harry leckte sich über die Lippen und fuhr fort: „Aber ich fühlte mich so unglaublich erleichtert, als ich endlich damit rausgerückt war. Das kannst du dir nicht vorstellen!“ Er lächelte bei der Erinnerung. Es hatte sich in der Tat wunderbar angefühlt, endlich ehrlich sein zu können, sicher zu sein und dennoch geliebt zu werden. Ein wirklich großer Schritt, den er niemals bereut hatte.

„Hattest du auch Nachteile davon?“ Draco sah ihn fragend an, und Harry überlegte. „Sicher gab es auch Leute, denen das nicht passt. Ein entfernter Kollege hat mal gefragt, ob ich sicher sei, dass ich SO als Auror arbeiten wolle … ob ich mich für so männliche Dinge denn wirklich interessieren würde.“

Draco schüttelte den Kopf. „Idiot. Was hast du gesagt?“

„Ich war zu diesem Zeitpunkt schon einige Monate geoutet, also war es nicht mehr neu. Ich habe gesagt, gerade weil ich schwul bin, interessiere ich mich ganz besonders für männliche Dinge.“

„Echt? Wow …“ Draco grinste. „Nicht schlecht, Potter.“

„War wohl ein Glückstreffer.“ Harry erwiderte das Grinsen und streichelte mit dem Daumen Dracos Hand, die er noch immer in seiner hielt.

„Und, Harry, du warst dir sicher, dass du auf Männer stehst, weil du sie attraktiv findest? Das ist alles?“

Nun musste Harry lachen. „Ja, sicher. Das war das erste Zeichen und … naja, dann kam immer mehr dazu.“

Harry konnte die Neugier in Dracos Augen sehen, in diesen wunderschönen grauen Augen, die ihm früher so kalt und oft so hämisch vorgekommen waren, und die jetzt so viel Wärme ausstrahlten. So viel Gefühl.

Harry lächelte. Gerne  hätte er Draco einfach nochmal geküsst, aber er fand einfach nicht den Mut dazu, es war lächerlich, wo doch die Presse stets den unsagbaren Mut des großen Helden lobte.

Draco atmete sichtlich durch und erwiderte das Lächeln. „Danke, dass du so offen warst. Wie gesagt, ich will dich nicht aufhalten. Ich wünsche dir noch einen schönen Abend, Harry. Wir … hören voneinander?“

Irrte Harry sich, oder schwang da etwas Unsicherheit mit?

„Ja, sicher. Danke nochmal für die Einladung. Es war wirklich lecker. Und es hat Spaß gemacht mit euch.“ Sollte er noch anfügen, dass er es gerne wiederholen würde, oder war das zu aufdringlich? Er wollte sich schließlich nicht aufdrängen und selber einladen. Schließlich beließ er es bei einem Lächeln, und Draco meinte: „Du kannst gerne durch den Kamin flohen, wenn du magst. Dann musst du nicht mehr raus.“

„Ja, danke. Gerne. Dann machs gut!“

„Du auch.“

Harry sah, wie Draco ihm nachsah, als er zum Kamin ging, sich eine Handvoll Flohpulver nahm und in den Kamin trat. Das Letzte, was er sah war, wie Draco den Kopf senkte, und sich scheinbar erschöpft aufs Sofa setzte.



Zwei Tage vergingen. Zwei Tage, in denen Harry nachts unanständige und verwirrende Dinge von Draco träumte, und in denen er tagsüber versuchte, nicht über den Kuss nachzudenken. Wie hatte es nur dazu kommen können? Wieso hatte Draco das getan? Und selbst wenn er es getan hatte, weil er sich zu Harry hingezogen fühlte … wieso hatte er so extrem auf Scorpius‘ Erscheinen reagiert? War es wirklich so schlimm gewesen, dass sein Sohn sie gesehen hatten, wie sie sich küssten? Oder hatte Draco sich nur erschreckt und war unsicher? Immerhin war es wohl das erste Mal, dass Draco solche Gefühle einem Mann gegenüber auslebte … Vielleicht sollte er sich mal unverbindlich bei Draco melden? Einfach nach seinem Befinden fragen … nach Scorpius, oder das Essen noch einmal loben?

Verdammt, er tat es schon wieder. Er grübelte und grübelte. Er musste damit aufhören.

Sein Blick fiel auf den Kalender. Aus irgendeinem Grund, der ihm selber nicht ganz klar war, hatte er den Samstag in drei Tagen eingekreist, Scorpius‘ achten Geburtstag. Ganz so, als hätte er etwas damit zu schaffen. Er lächelte bei dem Gedanken an den Jungen und entschloss sich spontan, in die Winkelgasse zu gehen, um dem Jungen ein Geschenk zu kaufen. Er würde ja nicht unbedingt persönlich zu Draco nach Hause gehen müssen, das konnte er sich noch überlegen. Er könnte ebenso gut einfach eine Eule schicken. Doch er wollte dem Jungen eine Freude zu seinem Geburtstag machen – und Draco wiederzusehen war auch keine schlechte Aussicht.

Unentschlossen wanderte er durch die Gasse, bummelte durch „Qualität für Quidditch“, doch natürlich war das noch nichts als Geschenk, denn Scorpius war noch zu jung. Vielleicht in ein paar Jahren … falls er dann überhaupt noch Kontakt mit ihm hatte. Er ging also in den Laden für Kinderspielzeug, nachdem er entschieden hatte, dass ein magischer Weasley-Scherz sicher nicht das war, was Draco in seinem Haus haben wollte. Er kannte den Laden, denn immerhin hatte er für seine Patenkinder hier schon das ein oder andere Mal eingekauft. Sicher könnte er auch seinen Hauselfen schicken oder etwas per Eule – oder auch per Internet in einem Muggelladen – bestellen, doch er fasste die Sachen gerne vorher selber an und entschied dann, was das Beste für die Kinder sein würde. Von Scorpius wusste er immerhin, dass er anscheinend gerne mit diesen magischen Bausteinen spielte. Es gab verschiedene Bausätze, und Harry hatte keinen blassen Schimmer, welche Scorpius vielleicht schon hatte, doch schließlich entschied er sich mit einem leichten Grinsen auf den Lippen für den Bausatz, in dem Hogwarts und eine kleine Figur enthalten waren, die auf verstörende Weise an Harry erinnerte, was sicherlich kein Zufall war. Immerhin war er hier auch noch in anderer Form vertreten. Es gab eine Art Action-Figur, die in der einen Hand einen Zauberstab und in der anderen eine Nachbildung des Schwertes von Gryffindor hatte, was irritierend war, da Harry sicher nicht ein Schwert mit der linken Hand führen würde, und selber auch nie mit diesem Schwert gekämpft hatte. Aber gut. Es schien sich zu verkaufen, und irgendwie bekam Harry auch Geld dadurch. Er hatte nicht im Kopf, wieviel, aber er wusste, es kam durch diese Spielzeugverkäufe Geld rein, welches er direkt für gute Zwecke weitergab. Aber für diese geschäftlichen Dinge beauftragte er Leute. Er selber hatte keine Lust, sich mit Zahlen und Geld herumzuschlagen.

Er bezahlte den Bausatz und sah sich, als er sich umdrehte direkt seinem besten Freund gegenüber. „Ron! Himmel, musst du mich so erschrecken?“

Ron grinste und zuckte mit den Schultern. „Hi, ich wollte dir über die Schulter gucken, was du da wohl kaufst. Kriege ich ein Geschenk? Die Kinder haben doch gar nicht Geburtstag!“

„Nein. Ich … leider ist es nicht für dich.“ Harry hielt ein wenig verschämt die Tüte hinter sich, als wolle er sie verstecken, was Ron natürlich nicht verborgen blieb.

„Was ist los Harry? Wieso bist du so komisch? Hast du heimlich ein Kind bei dir versteckt, von dem keiner was wissen soll? Eine geheime Familie? Ich dachte, du wärst …“

„Schwul. Es heißt schwul. Ja. Bin ich. Darf ich deshalb keine Kinder kennen?“

„Sorry, es wundert mich nur, wo du plötzlich Kinder kennen lernst?“

Harry seufzte. „Es ist für Scorpius Malfoy.“

„Für …“ Rons Mund klappte auf, seine Augen weiteten sich. „Malfoys Sohn? Wieso schenkst du dem was?“

Harry wich einer Frau aus, die an ihm vorbei zur Kasse drängte und stellte sich dichter neben Ron. „Wir haben uns ein bisschen kennengelernt. Er ist ein wirklich netter Junge, und er hat bald Geburtstag. Er wird acht.“

„Genau wir Rose. Oh Scheiße, soll das heißen, meine Tochter kommt mit Malfoys Sohn zusammen nach Hogwarts? Das ist ja schrecklich, als würde sich die Vergangenheit wiederholen!“

Harry verdrehte die Augen und grinste. „Nein. Es ist nicht wie in der Vergangenheit. Scorpius ist wirklich ein netter Junge. Ganz anders als Draco damals. Und wenn du Rose nicht vorher schon einredest, dass sie ihn hassen muss, werden sie sich vielleicht sogar verstehen. Sie haben glaube ich ähnliche Interessen, sind beide neugierig, lesen gerne …“

„Du kennst ihn ja ziemlich gut, wie es scheint.“

„Naja. Es geht. Aber … Draco hat sich auch geändert. Er ist total anders als früher. Scorpius hat ihn verändert.“

„So … ich weiß ja, dass ihr euch getroffen habt, weil Scorpius entführt war. Aber … trefft ihr euch öfter?“ Ron runzelte die Stirn.

Harry reckte das Kinn hoch. „Ja. Wir haben uns letztens zum Abendessen getroffen. Es ist nett mit den beiden.“

„Scheiße, Harry! Du isst mit Malfoy und seinem Sohn zu Abend?“

„Ja. Wie gesagt, er hat sich geändert. Vielleicht merkst du das auch noch mal irgendwann, wenn ihr euch mal trefft.“

Ron zog eine Grimasse. „Wieso sollte ICH Malfoy treffen?“ Er schüttelte sich, und Harry beschloss, dass es für dieses Mal genug Malfoy in ihren Gesprächen war. „Was ist, wollen wir nen Kaffee trinken, oder musst du gleich wieder los?“

„Ja, können wir gerne machen, ich muss nur noch diese komischen Glitzerstifte für Rose kaufen, sonst kriege ich heute Abend was zu hören. Sie hat mir extra ihr Taschengeld anvertraut … vermutlich will sie auch die Quittung sehen. Sie ist echt pingelig in diesen Sachen. Ich weiß nicht, von wem sie DAS haben könnte.“



Als Harry abends nach Hause kam, lag ein Brief auf dem Esstisch. Er setzte sich und ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen, als er Scorpius‘ Schrift und das malfoysche Siegel erkannte.

Es war eine Einladung zu Scorpius‘ Geburtstag am Samstagabend. Wieder ein Abendessen mit den Malfoys. Doch dieses Mal würden sie nicht alleine sein. Vermutlich würden noch andere Leute anwesend sein. Verwandte … Merlin bewahre – Dracos Eltern? Nein, war sein Vater nicht noch im Gefängnis? Harry wusste es nicht genau und beschloss, das unbedingt noch in  Erfahrung zu bringen. Würde er dann mit Narzissa Malfoy am Tisch sitzen? Oder hatten die beiden noch weitere Verwandte, die den Geburtstag des Jungen mit ihm feiern wollten?

Sollte er vielleicht nicht hingehen? Eine andere Verabredung vorschieben?

Doch Harry wusste, dass er eigentlich viel zu gerne hingehen würde, um dem kleinen unguten Gefühl nachzugeben und abzusagen. Außerdem wäre Scorpius sicherlich enttäuscht, wenn einer seiner geladenen Gäste absagte. Und ein Geschenk hatte er schließlich schon, das er nun persönlich würde abgeben können, was viel besser war. Ja, eigentlich gefiel ihm der Gedanke.

Er sprach noch einmal kurz mit Hermine, die von Ron gedrängt worden war, sich bei Harry zu melden, um ihn wegen Scorpius zur Rede zu stellen, und das hatte anscheinend keine Zeit bis morgen in der Arbeit. Harry gähnte, als er das Handy zur Seite legte, was wirklich so viel bequemer war als vor dem Kamin zu knien und in gebückter Haltung das Gesicht in die Asche zu halten. Unschlüssig stand Harry einen Moment da und zog dann ein Pergament und einen Kugelschreiber heraus. Er musste jetzt etwas tun. Kurzentschlossen schrieb er „Hallo Draco, wie war das, du hast keine Angst vor Todessern? Das würde mir gefallen. Grüß Scorpius von mir, Harry“ Denn dieser Satz  von Draco … dass er keine Angst vor den Todessern habe … hatte er damit nicht angedeutet, sich als möglichen Partner zu sehen? Durch den Kuss danach hatte Harry gar keine Möglichkeit gehabt, weiter darüber nachzudenken. Er faltete das Pergament zusammen, holte eine Eule und schickte sie mit der knappen Nachricht los, bevor er es sich anders überlegen konnte. Er sah der Eule hinterher, schloss das Fenster wieder, sah auf die Uhr und beschloss, früh zu Bett zu gehen. Er ging ins Bad, putzte sich in aller Ruhe die Zähne, legte sich seine Kleidung für den morgigen Tag heraus, weil er es hasste, sich morgens Sachen zusammen zu suchen, und horchte auf, als er es an der Tür klopfen hörte. Mit gerunzelter Stirn hörte er, wie Kreacher die Tür öffnete und anscheinend einige Worte mit jemandem wechselte. Verwundert ging er in den Flur, wo Kreacher gerade die Tür schloss, während der Gast, dessen Kapuze noch immer sein Gesicht verdeckte, auf Harry zutrat und den Kopf hob. Harry schluckte, als er in das Gesicht, in die grauen Augen sehen konnte, in seinem Bauch schien plötzlich ein Tornado zu toben, sein Herz raste, und er brachte nichts weiter heraus als ein leises: „Draco?“

„Gut erkannt, Harry. Entschuldige die späte Störung … so unangekündigt. Das ist eigentlich nicht meine Art, aber …“ Er hielt inne und sah plötzlich unentschlossen aus, als wäre ihm der Grund für seinen Besuch plötzlich nicht mehr präsent.

Harry lächelte und bemühte sich, möglichst locker zu wirken. Es musste eine Erklärung für Dracos Auftauchen geben, er musste sich das sehr gut überlegt haben, also fragte Harry: „Ist was mit Scorpius?“ Obwohl er insgeheim, ganz tief in seinem Inneren, hofft, es möge vielleicht einen anderen Grund für Dracos Auftauchen geben.

„Nein … mit Scorpius ist alles gut. Er ist zu Hause … ich wollte … oh verdammt, es war eine blöde Idee.“ Er sah unschlüssig zur Tür, und dann wieder zu Harry, der mutig noch einen Schritt auf Draco zu trat. Alles in ihm kribbelte. Er war nervös, weil er nicht wusste, was nun geschehen würde ... und er freute sich so unglaublich, Draco nahe zu kommen, dass ihm schwindelig wurde.

Draco atmete tief durch, schluckte sichtlich und meinte: „Ich wollte …“ Dann überbrückte er ohne weitere Worte den Abstand zwischen ihnen, ergriff Harry bei den Schultern, drückte ihn energisch gegen die nächste Wand und küsste ihn hungrig.
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