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GeschichteKrimi, Romanze / P18 Slash
Draco Malfoy Harry Potter Scorpius Malfoy
27.05.2019
26.07.2019
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Dieses Kapitel
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Hallo,

hier kommt eine neue Geschichte, die ich leider auch im Klappentext nicht richtig beschreiben konnte ohne zu spoilern ;-)

Gebetat wurde die Geschichte von StrandMeer und Aidan, denen ich für ihre Zeit und Mühe danke, die sie in meine Geschichten stecken.

Ich werde wieder wie gewohnt montags und freitags posten, freue mich wie immer über Reviews und wünsche euch viel Spaß mit dieser Geschichte!

Eure Mrs Malfoy

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Kapitel 1

Harry sah sich noch einmal um, runzelte die Stirn und schüttelte schließlich den Kopf. Er musste sich irren. Er hatte zu viel gearbeitet in der letzten Woche. Sie waren dieser kleinen Gruppe an Todessern auf der Spur, die einfach immer und immer wieder entwischten, egal wie nah sie ihnen kamen. Es war ermüdend, er hatte wenig geschlafen und irgendwie war es klar, dass sich das irgendwann rächen würde. Es war niemand da gewesen, der ihn beobachtet hatte, er hatte es sich nur eingebildet und er musste jetzt damit aufhören.

Seufzend stieg er in den Kamin und flohte nach Hause. Heute endlich mal etwas früher als sonst. Kreacher begrüßte ihn wie immer mit einem unfreundlichen Gesichtsausdruck und einem angedeuteten Nicken, bevor er sich verzog um, wie Harry wusste, das Abendessen zuzubereiten. Während Harry seine Schuhe abstreifte und in die Ecke kickte, sah er einen Brief auf der Kommode liegen und warf einen kurzen Blick darauf. Es war eine Einladung von den Weasleys zu Mollys Geburtstag in knapp zwei Wochen. Harry senkte den Kopf. Natürlich würde er dorthin gehen und natürlich freute er sich, die Menschen, die er als seine Familie ansah zu sehen, doch es war auch nach all den Jahren noch schmerzlich, in das Haus zu gehen, in dem Ginny aufgewachsen war, in dem sie miteinander gelacht hatten, in dem sie ihre Verlobung gefeiert hatten … und in dem die Trauerfeier stattgefunden hatte.

Harry schluckte. Es war so lange her, und doch nahm es ihn mit. Ebenso wie Ron, der es auch nur mit Hermines Hilfe ertrug, auf den Familientreffen am Tisch zu sitzen, an dem seine kleine Schwester und sein großer Bruder Fred fehlten.

„Herr? Das Essen ist fertig“, stellte Kreacher in seinem Rücken mehr fest, als dass er es mitteilte, und Harry nickte. „Danke. Ich komme.“

Er hatte sich daran gewöhnt, allein zu essen, außer seine Freunde besuchten ihn, was sie etwa einmal im Monat taten. Hermine war beruflich sehr eingespannt, und beide hatten auch mit ihren Kindern zu tun. Rose und Hugo waren noch zu Hause, sodass es nötig war, dass Ron nach seiner Schicht im Laden heim ging, um sich um sie zu kümmern und mit ihnen Hausaufgaben zu machen und zu spielen. Manchmal unternahmen sie etwas zu viert, Ron, Rose, Hugo und Harry. Harry liebte seinen Patensohn und auch Rose wie eigene Kinder, und es machte ihm Spaß, mit ihnen Zeit zu verbringen, ebenso wie mit Ted, seinem zweiten Patensohn, den er jedoch seltener sah, seit er in Hogwarts war und auch in den Ferien mehr oder weniger eigene Pläne hatte oder eben auch einfach Zeit mit seiner Großmutter verbrachte.

Harry war allein, aber er hatte nicht vor, das zu ändern. Ginny hatte es getötet, dass sie an Harrys Seite gewesen war, seitdem war Harry vorsichtig, was Bekanntschaften und Liebeleien anging. Eigentlich hatte es seit Ginny keinen mehr gegeben, mit dem Harry sich eingelassen hatte. Ein oder zweimal hatte er einen One-Night-Stand mit jemandem gehabt, den er in einer Bar kennen gelernt hatte, doch er wollte sich kein zweites Mal mit ihnen treffen. Er war anscheinend einfach dafür geschaffen, allein zu leben. Er musste das Beste daraus machen. Er hatte gute Freunde, einen angesehenen Beruf, ein ausgefülltes Leben. Es gab keinen Grund, sich zu beklagen. Wirklich nicht.



Das Essen war gut wie immer. Eigentlich hatte Harry fernsehen wollen, doch er schlief nach dem halben Film ein und beschloss ins Bett zu gehen.

Als er am nächsten Morgen durch die Eingangshalle des Ministeriums ging, hatte er erneut das Gefühl, er werde beobachtet, wie auch schon in den letzten Tagen. Unauffällig blickte er sich um, sah jedoch nur Menschen, die auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz oder einem Termin mit einem Ministeriumsmitarbeiter zu den Aufzügen oder zurück zu den Kaminen eilten. Entweder in kleinen Gruppen oder auch alleine strömten die Zauberer und Hexen an dem großen Brunnen in der Mitte des riesigen Raumes vorüber und niemand schien Notiz von Harry zu nehmen, der sich wieder einmal vorkam wie ein Narr. Direkt nach dem Krieg hatten ihm mal ein paar Todesser nachgestellt, hatten ihm Drohungen geschickt und ihn damit wirklich verunsichert. Er war jung gewesen und es hatte ihn geängstigt, dass Menschen, die ihn noch niemals persönlich gesehen hatten, derart zu hassen schienen. Doch dieses Mal war es anders. Harry war ein erfahrener Auror, er war ein erwachsener Mann. Der Krieg und all die Schrecken waren lange vergangen, sogar Ginnys unnützer und grausamer Tod, der ebenfalls auf das Konto der Todesser ging, jährte sich in einigen Monaten zum achten Mal. Der Krieg war über zehn Jahre her. Es war Vergangenheit.

Langsam ging Harry weiter, versuchte, nicht zu auffällig zu wirken, sondern täuschte vor, seinen Schnürsenkel zu binden, wobei er die Akten, die er im Arm bei sich trug, fallen ließ, sodass sie sich im Umkreis von mehreren Schritten verteilten, einzelne Blätter herausflogen, und Harry auf den Knien hockte und die Blätter sorgfältig wieder sortierte, während er sich immer wieder umsah. Stand irgendwo jemand, der untätig wirkte? Jemand, der vielleicht sein Gesicht nicht zeigte? Jemand, der einfach einen verdächtigen Eindruck machte?

Als alle Papiere wieder eingesammelt waren, erhob er sich, glättete seine Sachen und schalt sich selbst einen Narren. Er litt vermutlich unter Verfolgungswahn. Da war sicher niemand, der ihm nachstellte …

„Harry! Was war denn das eben für ein Auftritt?“ Charly Weasley trat an seine Seite und legte ihm vertraulich einen Arm um die Schulter. Der rothaarige Mann lachte und beugte sich zu ihm. „Du siehst verwirrt aus, aber es steht dir, Harry.“ Er hob eine Augenbraue, und Harry schluckte. Er wusste, dass Charly auf ihn stand. Er war nicht in Harry verliebt, Merlin bewahre, doch er fand ihn attraktiv und hätte nichts gegen ein Abenteuer, das hatte er mehr als einmal sehr klar gemacht. Harry fühlte sich geschmeichelt, doch er hatte ebenso klar gemacht, dass es für ihn absolut undenkbar war, Ginnys Andenken zu entehren, indem er etwas mit ihrem Bruder anfing. Charly hatte zwar zu Bedenken gegeben, dass Ginny schon Jahre tot war, dass er sie auch geliebt hatte, und dass sie sicherlich wollen würde, dass Harry glücklich werde, doch in diesem Punkt ließ Harry nicht mit sich reden. Schon aus dem Grund, dass er nicht wollen würde, dass Charly in Gefahr geriete, weil er sich mit Harry einließ.

„Charly, was machst du denn hier?“ Harry grinste den Freund an und ignorierte den Flirtversuch.

„Das Ministerium hat mich angefordert. Anscheinend haben sie mal wieder in irgendeinem Keller einen Drachen gefunden, und ich soll jetzt helfen, das arme Ding da rauszuholen, ohne dass das Haus oder er selber dabei zu Schaden kommen.“

„Wow, klingt spannend. Ist sonst alles klar bei dir? Bist du bei Mollys Geburtstag dabei?“

„Ich weiß nicht, ob das so spannend ist. Wieder ein armes Viech, was sie als kleines Spielzeug von irgendeinem dubiosen Händler für einen unanständig hohen Preis gekauft haben und der ihnen jetzt als halbstarker natürlich über den Kopf wächst. Es gibt wirklich noch immer Leute, die denken, man könnte einen Drachen als Schoßhündchen halten. Idioten … Ja. Klar bin ich bei Mums Geburtstag. Soll das heißen, ich habe die Freude, dich und den köstlichen Kuchen gleichzeitig sehen zu können?“

„Ja, ich werde auch da sein.“

„Wunderbar. Aber warum bist du so nervös?“ Charly sah sich um und musterte Harry dann mit fragendem Blick.

„Nervös? Ich bin nicht nervös …“ Harry atmete tief durch. „Ich habe seit ein paar Tagen das Gefühl, dass mich jemand beobachtet, aber wahrscheinlich ist es nur in Hirngespinst.“ Er zuckte mit den Schultern und ging neben Charly in Richtung der Fahrstühle.

Nach der Arbeit ging er in die Winkelgasse, um ein Geschenk für Molly zu kaufen. Er wusste, sie liebte es zu kochen und außergewöhnliche Gerichte auszuprobieren, wobei sie immer experimentierfreudiger wurde. Er würde ihr ein Kochbuch kaufen, auch wenn Arthur es ihm nicht danken würde, der lieber normales Essen, wie er es nannte, zu schätzen wusste. Er besorgte das Buch, fand dabei noch ein sehr lustiges Buch über ein fliegendes Gartengnomkind, das lieber eine Eule sein wollte, und kaufte es für Hugo, der fantasievolle Bilderbücher liebte und gar nicht genug davon bekam, sie sich von seinen Eltern oder Harry vorlesen zu lassen. Bepackt mit den Büchern und seiner Aktentasche kaufte er sich noch ein Eis und schlenderte damit durch die Gasse zu einem der Apparierpunkte. Bei ‚Qualität für Quidditch‘ gab es die neuen Modelle, und Harry reckte den Hals, um sich einen der Besen genauer anzusehen, achtete nicht auf den Weg und stieß mit jemandem zusammen, klatschte sich sein Eis gegen die Brust und besudelte seine kompletten Kleider mit der süßen Pampe. Fluchend wischte er an sich herum, entschuldigte sich bei der Frau und wandte plötzlich den Kopf, weil er wieder dieses Gefühl hatte – und dieses Mal wusste er, dass er richtig lag. Dieses Mal sah er eine Gestalt in einem dunklen Umhang, die Kapuze tief im Gesicht, die sich, als Harry ihrer gewahr wurde, in den Schatten eines Eingangs zurückzog. Harry ignorierte die Frau, der er ebenfalls Eis aufs Kleid geklettert hatte, stieß zwei Menschen recht unsanft zur Seite und eilte hinüber zu dem Hauseingang. Doch wie zu erwarten gewesen war, war die Gestalt verschwunden.

Harry wusste nicht, ob er sich freuen oder verängstigt sein sollte, doch irgendwie beruhigte ihn die Erkenntnis, dass er nicht halluzinierte, sondern wirklich von jemandem verfolgt wurde. Immerhin war er nicht verrückt, und das war schon viel wert.

Jetzt musste er nur noch herausfinden, wer es war, der ihm nachstellte, diesen dingfest machen und einsperren. Vermutlich wäre es das Beste, wenn er morgen in der Arbeit seine Kollegen informieren und Anzeige erstatten würde. Sicherlich wäre dieser Spuk dann schon bald wieder vorbei, und er könnte sein ruhiges Leben fortsetzen.
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