Berliner Kindl

von Rosalie18
OneshotFreundschaft, Schmerz/Trost / P12
26.05.2019
26.05.2019
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Der heutige OS ist ein wenig anders, als sonst. Dies ist aber der Tatsache geschuldet, dass meine geliebte Hündin heute nach elf Jahren eingeschläfert werden musste und ich habe den Tod in dem OS versucht etwas zu verarbeiten.


R.I.P. Nikki


Nichtsdestotrotz wünsche ich viel Spaß beim Lesen.


Disclaimer: Die folgende Story ist rein fiktiv. Ich kenne keine der beteiligten Charaktere persönlich, noch ihre Hintergründe oder privaten Details. Es ist alles meiner Phantasie entsprungen.



Berliner Kindl

James stand etwas abseits und beobachtete das Geschehen vor sich. Ihm war eigentlich ganz und gar nicht nach Feiern zumute. Das Rennen war mehr als bescheiden für sie gelaufen und dazu kam noch die Trauer um die verstorbene Hündin seiner Eltern, die am vergangen Wochenende eingeschläfert werden musste. Es war nicht nur für seine Eltern, sondern auch für ihn ein schwerer Schlag gewesen. Elf Jahre war die Schäferhündin Nikki ein Teil der Familie gewesen und auch wenn er sie nicht jeden Tag gesehen, mit ihr gespielt und spazieren gegangen war, vermisste James sie nicht weniger als seine Eltern.

Sie war so ein süßer, kleiner aufgeweckter Welpe gewesen, der voller Lebensfreude die Welt entdeckt und allerhand Unsinn angestellt hatte. Der sonst so taffe Teamchef kämpfte mit den Tränen.

James betrat das Haus seiner Eltern und schon hörte er die Stimme seiner schimpfende nMutter. „Nikki, was hast du jetzt wieder angestellt?“

Im nächsten Augenblick sauste ein grau-schwarzer Wirbelwind an ihm vorbei in den eingezäunten Garten. James konnte nicht anders, als lauthals loszulachen. ‚Was hatte die kleine Schäferhündin jetzt wiederangestellt?‘, fragte er sich schmunzelnd. Der drei Monate alte Welpe hatte nichts als Blödsinn im Kopf und hatte bereits allerhand Sachen vorzugsweise aus Plastik zerbissen und klaute was ihr zwischen die Schnauze kam.

Seine Mutter kam in den Flur und sah ihren Sohn. „Was hat sie jetzt wieder gemacht?“ James konnte sich nur mit Mühe und Not das Grinsen verkneifen, in Anbetracht dem Gesichtsausdruck seiner Mutter war das besser so.

„Mein neuangepflanztes Blumenbeet vollkommen verwüstet. Die schönen Begonien“, klagte Mrs Barclay.

James wischte sich die aufkommenden Tränen weg, er wollte jetzt nicht weinen. Nicht hier und jetzt. Das war der falsche Ort. Auch wenn er sich seiner Tränen nicht schämte, wollte er lieber in Ruhe und nicht in mitten der Siegesfeier von Audi heulen. Er wollte seinem Freund die Feier nicht vermissen, auch wenn dieser es verstand. Allan und seine Jungs sollten sich freuen. Sie hatten schließlich allen Grund dazu. Lucas hatte nach einem fehlerfreien Rennen gewonnen und Daniel hatte einen guten sechsten Platz in seinem Heimrennen herausgefahren. Wenngleich der Deutsche sich in seinem Heimrennen mehr erhofft hatte. Verständlicherweise. Während Allans Team vierunddreißig Punkte eingefahren hatte, war für sein Team eine Nullnummer herausgesprungen. Wieder einmal hatte einer seiner Fahrer gecrasht und der andere war nicht in die Punkte gefahren. Wieso lief es im Moment so schlecht bei ihnen? Er wusste es nicht. Dennoch frustrierte es ihn gewaltig.

Plötzlich tauchte eine Flasche, genauer gesagt eine Flasche Berliner Kindl vor seinem Gesicht auf. Er nahm sie entgegen und Allan stellte sich neben ihn. James wand ihm seinen Kopf zu und ihre Blicke trafen sich. Der Schotte verstand, was in seinem Freund vorging. Sie prosten sich zu und tranken einen Schluck des deutschen Bieres, worauf sie sich schon nach dem Rennen in Monaco darauf gefreut hatten.

„Darauf hatte ich mich schon den ganzen Tag gefreut“, brach Allan das Schweigen, das sich zwischen ihnen ausgebreitet hatte.

„Ich mich auch. Ist doch etwas ganz anderes, als Kir Royal“, pflichtete James dem Audi Teamchef bei. Die beiden waren sich mal wieder einig.

Allan spürte, dass der Tod des Familienhundes seinem Freund nahe ging. „Komm, lass uns seinen ruhigen Platz suchen.“

„Das musste du nicht, bleib bei deinem Team und feiere Lucas‘ Sieg. Ich komme schon klar“, wiegelte James ab, er wollte Allan schließlich nicht von der Siegesfeier abhalten.

„Och die können auch ohne mich weiterfeiern“, wiegelte er ab. James nickte ihm dankbar zu. Sie deckten sich noch mit einigen Flaschen Berliner Kindl ein und suchten sich einen ruhigen Platz, um gemeinsam zu trinken, zu reden oder einfach zu schweigen.



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