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OneshotDrama, Romanze / P16 Slash
Alexander "Alec" Lightwood Jace Wayland / Jonathan Christopher Herondale Magnus Bane
26.05.2019
26.05.2019
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Es gab viele Arten aus dem Schlaf aufzuwachen…mal völlig entspannt und ruhig, mal voller Schrecken aus einem Alptraum. Magnus durchlebte gerade eine seltsame Mischung aus beidem; sein Körper war von einer kompletten Trägheit fast schon wie gelähmt, während sein Herz rasend in seiner Brust pochte. Er konnte sich an keinen schlechten Traum erinnern, aber das musste er auch gar nicht. Ein Griff in die kalte, leere Stelle neben ihn im Bett reichte vollkommen aus.
Der Hexenmeister setzte sich langsam auf, seine Hand nach wie vor dort wo sie ursprünglich mal jeden Morgen hingehörte. Um sanft über schlafende Gesichtszüge zu fahren oder dunkles Haar in eine bessere Position zu schieben. Es gab so viele Möglichkeiten und alle hatte nur das eine Ziel, nämlich seinem Shadowhunter einfach nah zu sein. Aber nun war der Platz neben Magnus ein verlassener Ort, der nichts mehr von der gewohnten Wärme oder Geborgenheit zu bieten hatte.
Ein zitternder Atemzug entwich seinen Lippen und der Hexenmeister rieb sich mit beiden Händen übers Gesicht, bis hin zu seinen schwarzen Haaren. Sie waren nicht mal ansatzweise zurecht gemacht, was nicht an der momentanen Uhrzeit lag. Magnus stellte verbittert fest, dass er bestimmt schon zwei Tage so durch sein Apartment lief. Nicht dass es irgendjemand bemerken würde, niemand war in den letzten Wochen hier gewesen. Seine Kunden und Freunde verschwanden zusammen mit Alec, auf seinen persönlichen Wunsch hin.
Alec…allein der Name raubte ihm den Atem, krallte sich wie scharfe Klauen in sein Herz. Dieser Schmerz zerrte auch Erinnerungen ans Tageslicht, die der Hexenmeister so vergeblich versuchte zu vergessen. Es war ein Streit gewesen, der seine Welt so auf den Kopf gestellt hatte. Eine lautere Auseinandersetzung, welche jetzt im Nachhinein simpel und unbedeutend erschien. Sie war es definitiv nicht wert gewesen, dass er dafür sogar seinen Omamori-Anhänger dem Shadowhunter wiedergab.
Zwanghaft versucht Magnus diese Gedanken beiseite zu schieben und stand vom Bett auf. Er sollte duschen gehen, sich was anderes anziehen. Richtiges Essen wäre ebenfalls sinnvoll, aber stattdessen wanderte sein Blick zu seinem Handy. Liebe machte bekannterweise blind, in seinem Fall zu einem selbstzerstörerischen Narren. Zaghaft nahm er den schwarzen Gegenstand in die Hand und schluckte einmal schwer, bevor er den Display entsperrte.

Eine Sprachnachricht von Alexander: Hey Magnus…ich weiß, was ich über deine Unsterblichkeit gesagt habe nicht fair war. Nur der Gedanke, dass ich irgendwann alt und dir zur Last fallen…eine weitere schmerzvolle Erinnerung sein werde, ist nicht einfach. Aber das  entschuldigt mein Verhalten nicht, also bitte…geh an dein Handy ran. Ich muss mit dir reden, Magnus, lass mich versuche es irgendwie wiedergutzumachen.

Der Hexenmeister schloss die Augen, versuchte in dieser bekannten Stimme Trost zu finden, selbst wenn die Worte alles andere als beruhigend waren. Natürlich gab Alec sich die Schuld für diesen Streit, dabei war es Magnus gewesen, der in einem schwachen Moment unbedachte Sätze geäußert hatte. Setz dein Leben nicht aufs Spiel, Alec, ich habe schon ein sehr langes Leben geführt. Mach dir keine Sorgen um dein Alter, du wirst mir nie zur Last fallen. Ich bin unsterblich und war gezwungen schon ganz andere Personen hinter mir zu lassen.
Falsche Worte, falscher Zeitpunkt und generell nicht das, was der Hexenmeister eigentlich sagen wollte. Es hatte einen großen Keil in ihre Beziehung getrieben, für den er jetzt teuer bezahlte. Seufzend legte Magnus das Handy wieder weg und ging ins Badezimmer. Wie ein Phantom jagte ihn eine Gestalt aus seiner Vergangenheit hinterher, geisterhafte Hände rieben ihn mit einem warmen Lachen über seinen Oberkörper, als kleine Wassertropfen in der Dusche auf seinen Körper prasselten.
Magnus konnte fast schon spüren, wie Alexanders Atem über sein Ohr streifte und seine mit Runen geprägten Arme sich um seinen Körper schlossen. Abrupt drehte der das Wasser in voller Stärke und in eisiger Kälte auf, während er seinen Rücken gegen die weißen Fliesen an der Wand drückte. Eine verräterische Flüssigkeit sammelte sich in seinen Augen, aber der Hexenmeister weigerte sich, auch nur eine Träne zu vergießen. Es war seine Schuld, dass es überhaupt so weit gekommen war. Er hatte kein Recht darauf, sich auf diese Weise irgendwie Trost zu verschaffen.

Nach dem Duschen zog Magnus sich was an, trug etwas Eyeliner auf und sorgte dafür, dass seine Haare einigermaßen passabel aussahen. Wenigstens heute wollte er gut aussehen oder sich vielleicht schlichtweg in seiner Haut etwas wohler fühlen. Ein bewährte Strategie, da er seine Kleidung so trug, wie andere eine Rüstung. Niemand würde den dunklen Kern sehen, wenn sie von schillernden Farben abgelenkt wurden.
Sein Weg führte ihn indessen automatisch zur Kaffeemaschine, die dort stand, seit Alec sie eines Abends überraschenderweise in sein Apartment geschleppt hatte…

Irritiert sah Magnus zu, wie sein Shadowhunter eine große Kiste in die Küche trug. Das war neu und er wusste nicht so genau, ob es sich hierbei um was Gutes oder Schlechtes handelte. „Hey“, begrüßte ihn sein Freund endlich mit einem kleinen Lächeln und Kuss auf die Lippen, nachdem er die Kiste auf den Tisch gestellt hatte. Magnus erwiderte natürlich die Geste, beäugte danach aber direkt wieder die Kiste, „Ich hoffe du hast nicht irgendwelche dämonischen Überreste hierher gebracht, ich habe nicht vor heute noch irgendetwas nachzuforschen und schon gar nicht in meiner Küche“.
Es war scherzhaft gemeint, wobei es sich nicht ganz so anhörte. Magnus konnte nicht leugnen, dass ihn diese seltsame Truppe von Shadowhuntern mittlerweile ziemlich ans Herz gewesen war, allen voran natürlich wegen Alec. Nur besaßen alle Nephilim das kleine Problem, ihre Arbeit nicht mal beiseiteschieben zu können. Ein simples Privatleben schien ihnen eher fremd zu sein, sodass unschöne Aufgaben oder Dinger einfach mit Nachhause genommen wurden.
Alexander grinste aber zum Glück nur und fing an, die schwarze Kiste auszupacken. Neugierig kam Magnus näher und war sichtlich verwirrt, als sein Shadowhunter eine größere Kaffeemaschine aus der Verpackung zog. „Du hast nichts dagegen, wenn ich sie hierhin stelle, oder?“, fragte er dann und suchte sich einen geeigneten Platz auf dem Küchentresen.
„Nein…“, antwortete der Hexenmeister ein wenig langgezogen, während er seinen Freund weiterhin beobachtete. „Du weißt, dass du mich jederzeit nach Kaffee fragen kannst“, es war eine Aussage und Frage zugleich, woraufhin Alec nur nickte. Er war damit beschäftigt, die kleineren Einzelteile aus der Plastikhülle zu holen und die Kaffeemaschine entsprechend anzuschließen.
Im Grunde passierte nichts außergewöhnliches, nur nagten da trotzdem ein paar Zweifel an Magnus. Der Hexenmeister ließ seinen Freund noch etwas machen, bevor er seine Gedanken aussprach, „Ich hätte dir auch eine andere Sorte herzaubern können, wenn dir die anderen nicht geschmeckt haben“. Dieser Satz ließ Alexander sofort stoppen und er schaute rüber zu Magnus.
„Was?“, rutschte es dem Shadowhunter wohl eher versehentlich aus dem Mund, wobei er schon dabei war wieder zu seinem Freund zurückzugehen. Haselnussbraune Augen suchten etwas in Magnus‘ Blick und Alec lächelte, als er die Hand des Hexenmeisters nahm, welche mit ihren Fingern unbewusst auf drei verschiedenen Ringen herumtippte. „Magnus, dein Kaffee ist vollkommen in Ordnung“, meinte der Shadowhunter ehrlich, was Magnus gewisse Zweifel, aber nicht seine Irritation nahm, „Aber warum…?“.
Alexander zog ihn mit sich zu der Kaffeemaschine herüber, ehe er seinen Satz beenden konnte. Diesmal sah der Leiter des New Yorker Instituts ein wenig nachdenklich aus und Magnus wartete, bis sein Freund weitersprach. „Na ja…du machst so vieles. Für mich und auch für die Anderen. Ich weiß du tust es gerne, aber ich glaube es wird Zeit, dass wir auch mal was für dich tun“, Alec legte einen Finger sanft auf Magnus‘ Lippen, womit er seinen Protest effektiv verstummen ließ, „Es ist nichts Großes und dein Kaffee wird wahrscheinlich sogar besser schmecken, aber…lass mich das einfach tun, okay? Mittlerweile bin ich recht gut darin, Frühstück zu machen und ich bin sowieso früher wach als du. Also mach dir keine Sorgen, ich werde auch nie wieder versuchen irgendwelche Familienrezepte nachzukochen“.

Der Hexenmeister konnte nicht verhindern, wie er über diese Erinnerung leicht schmunzeln musste. Das Lächeln und der Ausdruck in Alecs Augen hatten ihn damals recht schnell aufgeben lassen, wobei es eher ein Sieg war. Eine positive Veränderung in ihrer Beziehung und ein Zeitpunkt, wo Magnus sich traute ein wenig mehr von dieser Mauer um ihn herum fallen zu lassen.
Jetzt zerrte das leise Brummen der Kaffeemaschine nur an der Stelle seines Herzens, die eben genau durch dieses Geschenk freigelegt wurde. Der Hexenmeister hatte beinahe vergessen wie schmerzhaft so ein Gefühl sein konnte, wenn es ungehindert sein tiefstes Inneres traf.
Träge nahm er die volle Kaffeetasse  von der kleinen, silbernen Platte runter und setzte sich mit ihr nach draußen auf den Balkon. Keine Milch, kein Zucker, kein anderweitiges Frühstück…der bittere Geschmack auf der Zunge schien für seine momentane Stimmung passend genug zu sein. Irgendwo in seinem Hinterkopf musste der Hexenmeister sowieso zugeben, dass er trotz Magie den Kaffee nie so wie Alexander hinbekommen hatte.

Langsam ging dann die Sonne auf und Magnus konnte hören, wie die Stadt zum Leben erwachte. Das Gezwitscher der Vögel, die Motorgeräusche der Autos, ein paar Gespräche von Leuten, welche sich lautstark begrüßten. Brooklyn war ein lebendiger Stadtbezirk, niemals wirklich still. Die ständige Bewegung auf den Straßen hatte ihn ursprünglich mal hierher gelockt, damit selbst sein ewig wanderndes Herz ein festes Zuhause finden konnte.
Unsterblichkeit war mit viel Verlust und Schmerz verbunden, aber wenn Magnus sich völlig davon lösen würde, bliebe nur der Schatten eines verschwendeten Lebens zurück. Die vielen Menschen und Wesen, welche der Hexenmeister über Jahrhunderte geliebt hat, ließen tiefe Narben zurück, aber auch immer denselben Wunsch. Nicht lange zu trauern und weiterhin ein glückliches Leben zu führen.
Magnus verstand das Konzept der Zeit nicht so, wie sie es taten. Konnte die sterbliche Ansicht eines erfüllten Lebens nicht ganz nachvollziehen, aber es lag in seiner Macht das Beste aus seinem Dasein zu machen. Dafür musste er sowohl positive, als auch negative Gefühle weiterhin zulassen. Sich dem alltäglichen Leben seiner Mitmenschen öffnen, nur warum hörte sich das fröhliche Lied der Vögel so stumpf an? Warum funkelten die Lichter der Geschäfte nicht mehr so, wie sie es früher taten?
Der Hexenmeister hatte plötzlich das Gefühl, alles nur durch einen dicken Schleicher mitzubekommen. Es war ein Erlebnis, dass ihn die ersten Anzeichen von Furcht spüren ließ. Er kannte den Ursprung und seine Finger fuhren nervös über die glatte Oberfläche seiner Tasse, während er sich zwang sitzen zu bleiben.

Gegen Mittag stand er schließlich vor seinem Schreibtisch im Wohnzimmer, einen Martini in der Hand. Magnus wusste, dass es sinnlos war. Der Hexenmeister konnte versuchen sich abzulenken, aber ein einfaches Schnippen mit seinen Fingern reichte und sein Handy lag wieder vor ihm auf dem dunklen Ebenholz. Einige Minuten starrte er den schwarze Display nur an, in den hintersten Ecken seines Verstands wohl wissend, was jetzt passieren könnte. Trotzdem entsperrte er den Bildschirm und ließ zu, wie eine weitere Nachricht sich wie ein Dolch in sein Herz bohrte…

Eine Sprachnachricht von Alexander: Magnus ich weiß, dass ich kein Recht habe dich um einen Gefallen zu bitten. Aber wir brauchen deine Hilfe, es befindet sich ein unbekannter Hexenmeister in der Stadt. Er hat schon ein paar Shadowhunter angegriffen und bewegt sich nun in Richtung des alten Friedhofs. Wir…ich brauche dich da, bitte ruf mich an.

Magnus stellte den Martini zur Seite und stützte sich mit beiden Händen auf den Schreibtisch ab. Er schloss seine Augen, atmete tief durch. Hexenmeister hatten für gewöhnlich einen Grund, um anzugreifen. Sei es Angst, Rache oder der allgemeine Widerwillen, sich dem Abkommen zwischen Shadowhuntern und Unterweltlern zu beugen.
Es kam selten zu wirklich gefährlichen Angriffen, zumindest wollte Magnus dies glauben. Er kannte viele Hexenmeister, sie alle waren ebenfalls nur weitere Figuren in diesem ewigen Spiel der fortlaufenden Realität. Einen Nephilim hier in seiner Stadt anzugreifen wäre äußerst dumm, vor allem da Magnus seine Beziehung mit Alec nie versteckt hielt. Böse Zungen nannten ihn sogar das Haustier der Shadowhunter, was ihn relativ egal war. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass der Hexenmeister sich einfach wegportalieren würde, schien so gut wie hundert Prozent zu sein.
Es war eine schöne Ausrede, die er sich immer wieder durch den Kopf gehen ließ. Also schrieb er eine knappe Nachricht zurück und legte das Handy dann weg. Magnus konnte sich schon denken, wie das hier ausging – er hatte es schon oft genug mitgemacht.

Erst am Abend zwang eine unerträgliche Unruhe ihn aus dem Haus, der Druck in seinem Brustkorb brannte regelrecht. Magnus musste sich nicht umdrehen um zu wissen, dass eine bekannte Gestalt in verfolgte.  Leise und unbemerkt wie ein Schatten für jeden anderen, aber er kannte seinen Verfolger. Er würde dem Hexenmeister seinen Freiraum lassen, bis er bereit war zu reden.
Ein altbekanntes Spiel, welches mittlerweile leicht seine Bedeutung verloren hatte. Wie alles in seinem Leben momentan, verblasste sie wie ein grünes Blatt im Herbst. Es war ein langsamer, völlig natürlicher Prozess und dennoch in seiner grundlegendsten Form so unendlich tragisch. Viele Menschen sagten, dass man eine Person gehen lassen sollte, wenn man sie wirklich liebte. Was die Meisten dabei nicht bedachten war, dass man dabei auch ein Stück seines Herzens für immer verlor.
Die Straßen draußen erschienen vom nahen genauso farblos, wie oben von seinem Balkon aus. Die Menschen, Schilder und Geräusche rauschten einfach an Magnus vorbei, ohne richtig wahrgenommen zu werden. Der Hexenmeister fühlte sich so, als ob er durch eine alte Erinnerung laufen würde. Man konnte jedes Detail sehen, nur regte sich auf emotionaler Ebene nicht mehr viel. Sie waren schlichtweg nicht mehr greifbar, weshalb Magnus sich die zweite Sprachnachricht von Alec ins Gedächtnis rief.
Er zog bittere Schmerzen vor, als so verloren durch die Stadt zu wandern. Vor allem da der Hexenmeister außer eine gewisse Furcht absolut nichts seinen schleichend erfrierenden Geist gegenüber spürte, wie sollte er auch. Es war genau wie verwelkende Blätter ein natürlicher Prozess und die Gestalt hinter ihm musste alles hilflos mit ansehen.

Am Friedhof selbst blieb Magnus unweigerlich kurz stehen, während er sich die alten Bäume und überwucherten Grabsteine ansah. Etwas in seinem Hinterkopf drängte ihn dazu, sich einfach wieder umzudrehen. Nach Hause zu gehen und diesen schmerzhaften Schatten der Vergangenheit endlich hinter sich zu lassen. Aber selbst er hatte seine Schwächen und somit folgte er seinen Instinkten, ließ sie ihn bis hin zu einem weißen Mausoleum führen.
Auf den ersten Blick sah das Gebäude wunderschön aus, die helle Farbe und das blaue Dach eine passende Darstellung von dem, was die Menschen sich als den Himmel vorstellten. Nur konnte man die Wahrheit entdecken, je näher man dem Mausoleum kam. Die Mauern waren von tiefen Rissen geprägt, dunkle Verfärbungen von Dreck und Regen liefen wie Tränen von dem Gesicht eines steinernen Engels herunter. Ein trauriger, fast schon ironischer Anblick, wie Magnus verbittert verstellen musste.
Am Ende waren es jedoch die kaum sichtbaren Blutspuren, die seine Aufmerksamkeit erregten. Eine Welle negativer Gefühle brach über ihn herein, was den Hexenmeister fast schon in die Knie zwang. Eine dunkle Vorahnung bohrte sich wie ein rostiger Dolch in seine Lungen, raubte ihn dadurch den Atem. Ein seltsam verzerrtes Echo von Sorge versuchte ihn verzweifelt in das Mausoleum gehen zu lassen, während sowas wie tiefe Trauer ihn von diesem Ort weglocken wollte.
Magnus verstand dieses Gefühlschaos nicht und konnte zu all diesen Emotionen keine richtige Verbindung aufbauen. Eine eher gedankenlose Geste ließ ihn in seine Jackentasche greifen, wo sich sein Handy befand. Mit erschwerten Atemzügen holte er es heraus und hörte sich die letzte Nachricht an…

Eine Sprachnachricht von Alexander: Ich weiß nicht wo du bist…oder ob es dir gut geht. Aber das alles tut mir so leid, Magnus. Du sollst wissen, dass… ich dich immer lieben werde. Du bist das Einzige, was ich je gebraucht habe und ich hoffe, dass du mir eines Tages verzeihen kannst.

Alecs Stimme hörte sich irgendwie seltsam an, als ob er Probleme hatte zu atmen. Allgemein klang diese Nachricht sehr gezwungen und dennoch so unglaublich ehrlich. Magnus‘ Augen wurden feucht, obwohl er nicht mal richtig sagen konnte, warum. Zu viel ging in seinem Kopf vor und zu wenig konnte er davon fühlbar greifen.
Seine Beine trugen ihn daraufhin ins Innere vom Mausoleum, in die dunklen Hallen des ewigen Friedens. Sofort machte sich ein stechender Schmerz an seiner Stirn bemerkbar und Magnus verzog das Gesicht, als er eine Hand instinktiv über die besagte Stelle legte. Der gesamte Raum schien dann zur Seite zu kippen, weshalb er ein paar Schritte zur nächsten Säule stolperte. Der Hexenmeister wusste nicht, was hier vor sich ging, nur dass er plötzlich eine Stimme hörte.
„Das kannst du nicht tun…er hat es verdient, sie alle haben es verdient und du weißt es!“, schallte es verzerrt in seinen Gedanken wieder und Magnus‘ gelbe Katzenaugen schweiften hektisch durch den Raum. Seine blaue Magie vertrieb die Dunkelheit, offenbarte damit eine transparente Gestalt, die sichtbar aufgewühlt mehrere Schritte nach hinten trat. Der Mann hatte braunes Haar, grüne Augen und graue Schuppen bedeckten die Hälfte seines Gesichts.
Eindeutig ein Hexenmeister, der vor irgendetwas zurückschreckte, was in dieser Illusion nicht sichtbar war, „Warte..bitte warte!“. Magnus presste die Augenlider zusammen, als helle Lichter vor ihm regelrecht explodierten. Aber es war nicht nur vor ihm, etwas Ähnliches ging auch in seinem Kopf vor.
Verzweifelt drückte er seine Handflächen gegen seine Augen, während sich tausend brennende Nadeln in sein Gehirn bohrten. Sein Körper fühlte sich heiß und kalt zugleich an, wobei die Illusion noch nicht vorbei war. Magnus sah in seinen Gedanken, wie der Mann schreiend zu Boden fiel. Blut besudelte den weißen Boden, rote Magie brannte gebräunte Haut von den Knochen…

„..nus! Magnus, hörst du mich?!“, jemand schüttelte ihn an den Schultern und riss ihn somit aus der Illusion. Der Hexenmeister bekam all dies nur am Rande seines Verstandes mit, zu sehr war er in einer grausamen Gewissheit gefangen. Es war keine Waffe, die das Leben des Hexenmeisters beendet hatte.
„Ich war es…was ist passiert, ich verstehe nicht“, murmelte er zerstreut vor sich hin und schaute zu der Person vor ihm, als diese ihn mit einem recht groben Griff dazu zwang. Ein Shadowhunter, die bekannte Gestalt, welche ihn verfolgt hatte. Aber es war im Gegensatz zu seiner Vermutung nicht Alec und in einen scheinbar unendlichen Moment, wusste Magnus auch wieso.
„Jace“, entwich es gebrochen aus seinen Lippen, während er den Shadowhunter zum ersten Mal in diesem Mausoleum richtig in Augenschein nahm. Blondes Haar schien an einigen Stellen nicht so zu liegen, wie es sollte. Dunkle Ringe zeichneten sich von Trauer geprägten Augen ab, die genau wie seine mit kaum sichtbaren Tränen gefüllt waren.
„Es ist okay, gleich ist alles vorbei“, versicherte ihn Jace mit wackliger Stimme und hielt ihn weiter aufrecht, da Magnus‘ Beine drohten unter ihm zusammenzusacken. Verwirrt schaute er den Shadowhunter an, indessen schmerzhafte Angst sich weiter in sein Herz bohrte. „Er hat Alec angegriffen…wie konnte das passieren“, der Hexenmeister bekam den Satz kaum zusammen, konnte nicht mal die eigentliche Tatsache aussprechen.
Jace schüttelte kurz den Kopf und man konnte sehen, wie sehr in die gesamte Situation mitnahm. „Es war ein Unfall, wir konnten nichts tun. Aber Magnus…das alles ist schon vor zwei Jahren passiert“, erklärte der Parabatai seines Freundes, aber es machte keinen Sinn. Der Shadowhunter fuhr einfach fort, das Ganze wirkte wiederholt und fast schon einstudiert, „Du kamst damit nicht klar und selbst nach Monaten warst du kaum mehr als eine leere Hülle…Es tut mir so leid. Alec hat mich darum gebeten auf dich zu achten, aber ich hatte selbst mit all dem zu kämpfen und war nicht da. Du hast versucht dir eigenständig die Erinnerungen von ihm zu nehmen…etwas ging schief“.
Magnus versuchte den Worten zu folgen, die Bedeutung dahinter zu verstehen. Seine Magie schwebte in Zwischenzeit wie ein dünner Schleier um sie herum und er konnte die Abneigung in Jaces Augen sehen, als er kurz zu den blauen Funken sah. Der Hexenmeister konnte nicht nachvollziehen warum, da es ihn irgendwie zu beruhigen schien. Der Schmerz in seinem Kopf ließ nach und dieses kleine Gefühl, welches so panisch gegen diese Ruhe ankämpfte, fror allmählich wie eine Blüte im Winter ein.
„Du wirst es gleich wieder vergessen haben, aber ich werde immer da sein. Egal wann es passiert, egal wann du mir diese Nachricht schreibst. Ich werde mich an ihn erinnern…an euch“, Magnus dachte an die Nachricht, die er vorhin verschickt hatte. Sie sollte nicht an Jace gehen, sondern an…einen jungen Mann.
Geistesabwesend schaute er zur seiner Magie, wo Schatten eines warmen Lächelns sich langsam auflösten. Der Klang einer freudigen Stimme, das Bild haselnussbrauner Augen, dunkle Runen, schwarzes Haar…eine vereinzelte Träne rutschte seine Wange hinunter und seine Magie erlosch. Langsam schweifte sein Blick durch den dunklen Raum, bis er an dem Shadowhunter vor ihn stoppte. Ihm schien es nicht gut zu gehen, er wirkte irgendwie niedergeschlagen.
„Ist alles…in Ordnung?“, fragte der Hexenmeister vorsichtig nach und wusste ehrlich gesagt selbst nicht, was er hier tat. Magnus spürte nur einen stumpfen, kalten Druck in seinem Brustkorb, während etwas Feuchtes auf seiner Wange lag. In einer unbewussten Geste rieb er es mit seiner rechten Hand weg und musterte den Shadowhunter, der ein zittriges Lachen aus seiner Kehle zwang. Jace Herondale, wie sein vernebelter Verstand irgendwie zustande bekam.
„Ja, mir geht’s gut“, antwortete der blonde Nephilim und Magnus bemerkte, wie er ihn dabei bewusst nicht ansah. „Was ist mit dir? Dieser Hexenmeister hat dich ziemlich heftig erwischt“, stellte Jace seine Gegenfrage, woraufhin Magnus ihn irritiert ansah, „Welcher Hexenmeister?“.
Der Shadowhunter schluckte und schaute ihn dann endlich ins Gesicht, „Vor ein paar Tagen ist ein fremder Hexenmeister hier aufgetaucht, er hat ein paar Shadowhunter angegriffen…meinen Bruder getötet“, seine Stimme wurde zum Ende hin langsam und brüchig, selbst wenn Jace es offensichtlich versuchte zu verbergen, „Du hast uns geholfen, ihn zu finden und…wir konnten ihn sicher den Rat überstellen“. Magnus wusste nicht ganz warum, aber die Worte ließen eine kühle Traurigkeit durch seine Adern kriechen. Er konnte sich an den Vorfall überhaupt nicht erinnern, wobei es wie Jace schon erwähnt hatte, eventuell an dem Angriff des anderen Hexenmeisters lag.
„Das mit deinem Bruder tut mir leid“, entwich es wie von selbst aus seinen Lippen, die Worte wie ein leeres Echo tief aus seinem verschlossenen Herzen. Jace nickte nur und Magnus sah, wie er dabei die Zähne zwanghaft aneinander presste.  „Dein Handy“, meinte der Shadowhunter dann plötzlich, als ob er sich in letzter Sekunde entschieden hatte, es doch auszusprechen, „Kann…ich es kurz haben? Meins ist während dem Kampf kaputt gegangen und meine Schwester macht sich sicher schon Sorgen“.
Der Ton in Jaces Stimme ließ fast schon vermuten, dass er bereits mit einem Nein rechnete. Magnus hätte nicht einmal sagen können warum, wenn sich da nicht ein kleiner Teil in ihm überraschend stark dagegen sträubte. Selbst die Bewegung um sein Handy aus der Jackentasche zu holen, fiel ihm ungewöhnlich schwer. Der Hexenmeister musterte das schwarze Gerät und schaute daraufhin wieder zu Jace, der so eine gebrochene Hoffnung ausstrahlte, dass sich Magnus beinah für sein Zögern schämte.  
Er schluckte, um dieses beklemmende Gefühl in seiner Kehle loszuwerden, bevor er Jace das Handy entgegen hielt. Seltsamerweise wurde der Schmerz in den Gesichtszügen des Nephilim schlimmer, wobei dort nun auch bittersüße Erlösung zu sehen war. Zaghaft nahm er das Handy an sich und fing nach einen kleinen Augenblick an, darauf herumzutippen. Magnus fühlte sich nach wie vor nicht ganz wohl bei der Sache, aber im Grunde hatte er ja nichts zu verlieren. Also beobachtete er Jace, bis der Shadowhunter ihn sein Handy wiedergab.
„Okay, danke. Wir sollten…wir sollten gehen“, die Entscheidung kam ziemlich abrupt und der Nephilim blickte ihn nicht mal in die Augen, als er daraufhin mit schnellen Schritten die Tür ansteuerte. Magnus wollte ihm folgen, aber ein ungewöhnlicher Drang ließ ihn kurz in sein Handy schauen….keine Nachrichten, weder alte noch neue. Irritiert starrte er jeden einzelnen Buchstaben an und nahm auch nochmal das Mausoleum in Augenschein, bevor er zögernd den dunklen Raum verließ.

1 Jahr später...

„Du musst dabei sein“, betonte Clary ganz besonders und Magnus schmunzelte, da der rothaarige Sturkopf versuchte ihn den Weg zu versperren. „Süße, ich hab euer langweiliges Institut in eine wunderschöne Hochzeitslocation verwandelt, jetzt möchte ich auch sehen, wie du in deinem Kleid darin aussiehst“, antwortete er amüsiert und ging um Clary herum, damit er ein letztes Kleidungsstück in seinen Koffer packen konnte, „Ich bin nur einen Tag weg und werde pünktlich zur Hochzeit wieder da sein“.
Clary sah nicht gerade überzeugt aus und musterte ihn besorgt. Ein Hobby, welches sie sich mit den anderen Shadowhuntern teilte. Magnus erwiderte ihren Blick, bevor er seufzte und seinen Koffer zur Seite schob, „Ich habe zugelassen, dass ihr mir meine geliebte Kaffeemaschine klaut. Aus irgendeinem Grund seid ihr mir ziemlich ans Herz gewachsen, also werde ich da sein“.
Ein Lächeln schlich sich auf Clarys Lippen, selbst wenn es leicht traurig aussah, „Der Kaffee im Institut war eben nicht so gut“. Der Hexenmeister bemerkte diesen Umschwung in ihrer Laune natürlich, weshalb er eine Hand auf ihre Schulter legte. „Hey, sieh mich an“, sie folgte seiner Anweisung und ihr Lächeln wurde immer ehrlicher, je mehr er sagte, „Mir geht es gut und du wirst morgen Jace zum glücklichsten Mann auf dieser Welt machen. Du wirst perfekt aussehen und nichts wird an diesem Abend fehlen“.
Clary nickte, nur um ihn dann fest in die Arme zu schließen. Magnus erwiderte die Umarmung und versuchte das leichte Ziehen in seiner Brust zu ignorieren. „Wolltest du dich nicht noch mit Isabelle wegen deinen Haaren treffen?“, erinnerte er die junge Frau deshalb, worauf Clary schnell einen Schritt zurückging. „Oh man, du hast recht. Ich sollte eigentlich schon längst da sein“, meinte sie hektisch und nahm schnell ihre Tasche, „Ich hoffe, du hast Spaß in Spanien und wir sehen uns dann morgen“. Sie warf ihm nochmal einen langen, nachdenklichen Blick zu, den Magnus wie so oft mit einem einfachen Lächeln erwiderte. Es war so simpel, wie ein gut einstudiertes Theaterstück. Der rothaarige Shadowhunter nickte und verschwand schlussendlich aus seinem Apartment.
Clary musste sich wirklich keine Sorgen machen, Magnus würde da sein. Er hatte es immerhin versprochen, aber heute musste er von hier weg. Sein Lächeln fiel wie eine kalte Maske von seinem Gesicht und er versuchte ruhig zu atmen, als die ersten geflüsterten Worte in seinem Kopf widerhallten. 'Hey Magnus…ich weiß, was ich über deine Unsterblichkeit gesagt habe nicht fair war'…der Hexenmeister klappte ruckartig seinen Koffer zu, während seine Kehle sich regelrecht zuschnürte.
„Alec, bitte“, flüsterte er mit gebrochener Stimme und blinzelte, da Feuchtigkeit sein Blickfeld beeinträchtigte. Es hatte so lange gedauert, bis er diese Situationen einigermaßen in den Griff bekam. Magnus konnte nach wie vor nicht nachvollziehen, warum er in dieser Zeit immer erst nach seinem Handy griff. Warum er in die Küche stürmte, wenn besagtes Gerät ihn keine Antworten oder Ruhe brachte.
Einzig ein dünner, schwarzer Schriftzug auf seinem Arm, welcher nur für ihn sichtbar war und zu diesen Rückfällen auftauchte, stellte ihn vor die bittere Realität. Brachte ihn die grausame Gewissheit, warum sein Shadowhunter nicht an seiner Seite war – Alexander Gideon Lightwood ist tot.
Am Anfang wandte er sich noch an Jace, bis ihm klar wurde, wie sehr der blonde Shadowhunter daran zerbrach. Es war nicht fair und somit setzte Magnus eine Maske auf, die er seit Jahrhunderten besaß und jetzt perfektioniert hatte. Brannte sich mit Magie diesen Satz in den Arm, um sich immer wieder daran zu erinnern…'Magnus ich weiß, dass ich kein Recht habe dich um einen Gefallen zu bitten'.
„Jace geht es gut, ich habe ihn diese Bürde so gut es geht genommen. Auch Clary und Isabelle...sie werden wohl nie wirklich darüber hinweg kommen, aber ihre Wunden heilen“, er selbst verschwand in unregelmäßigen Abständen in andere Länder, saß im Scherbenhaufen seiner zertrümmerten Erinnerungen, ließ die Splitter tief in sein Herz hinein und stand dann wieder auf.
Magnus hatte sich schon immer in Geheimnissen und Halbwahrheiten gehüllt, aber die drei größten Lügen seines Lebens fielen damals während dem Streit mit Alexander. Der Hexenmeister hing nämlich an seinem Leben und hätte alles getan, um jede Minute davon mit seinem Shadowhunter zu genießen. Nichts fürchtete er mehr, als die Sterblichkeit seines Geliebten. Er würde niemals über Alec hinwegkommen und das wollte er auch gar nicht.
Warme Tränen liefen ihm übers Gesicht und Magnus griff nach seiner Jacke, woraufhin etwas Kleines mit einem dumpfen Laut auf dem Boden landete. Gereizt schaute er über seine rote Bettdecke hinweg auf den Teppich, nur um mit einem bekannten Anblick konfrontiert zu werden… 'Du sollst wissen, dass… ich dich immer lieben werde'.
Langsam ging der Hexenmeister um sein Bett herum und schluckte schwer, als er den roten Gegenstand vollständig zu Gesicht bekam. Vorsichtig hob er den Omamori-Anhänger auf, den er schon seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Der Glücksbringer sah komplett unversehrt aus, als ob ihn die Zeit nichts anhaben könnte. Die rote Farbe glühte regelrecht im Licht der Sonne und wenn Magnus es zuließ, konnte er sogar eine gewisse Wärme spüren…'Du bist das Einzige, was ich je gebraucht habe und ich hoffe, dass du mir eines Tages verzeihen kannst'.
Der Hexenmeister wollte über diesen unsinnigen Satz lachen, Alec hatte nie etwas getan, was er ihm nicht verzeihen konnte. Stattdessen rutschte nur ein wässriges Schluchzen aus seinen Lippen und er setzte sich aufs Bett, als die Worte immer wieder durch seinen Kopf hallten.
Verzeihen…es gab nur eine Person, der Magnus nicht verzieh und die war er selbst. Der Omamori-Anhänger lag derweil schwer in seiner Hand, die Oberfläche fühlte sich rau an, obwohl es aus einem so feinen Material gefertigt wurde. Eher unbewusst rieb er deshalb mit dem Daumen über die gelben, schwungvollen Verzierungen, bis hin zu den dickeren, weißen Schnüren. Der Hexenmeister nahm dies viel stärker wahr als alles, was er in den letzten drei Jahren gesehen oder gefühlt hatte…'Und ich hoffe, dass du mir eines Tages verzeihen kannst'.
Sein Blick schweifte nach vorne, wo er draußen auf dem Balkon eine vergessene, kleine Blüte in einem Topf sah. Sie wirkte nicht wirklich gesund, aber ihre Blätter schienen sich langsam von dem Frost der gestrigen Nacht zu erholen. Magnus würde nicht mal helfen müssen, die Blüte brauchte einfach nur etwas Wärme. Sie musste sich nur daran erinnern, dass die Sonne nie weit weg war, egal ob man sie sehen konnte oder nicht…
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