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JANA - Eine Chance von Eins zu Unendlich

von Muosaly
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Jack Frost OC (Own Character) Pitch
26.05.2019
20.10.2019
23
19.123
6
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26.07.2019 471
 
“You shouldn’t give up on people when they vanish. You shouldn’t go, ‘ what a terrible pity but, oh well, that’s that.’
In actual fact the disappearance of someone is exactly everyone’s cue to get out and search, and keep searching and not stop until there’s dirt under their fingernails and wretchedness in their souls from the number of rocks they have pushed aside to see whether I’m under one of them.”

Sarah Moore Fitzgerald, The Apple Tart of Hope


Es waren Monate vergangen. Monate, in denen es in keinem Land der Welt schneite, in denen kein Kind Schlitten fahren oder Schneeballschlachten abhalten konnte. Jack war verzweifelt. Er hatte sich auf der Suche nach Jana keine Pause erlaubt. Er fühlte sich für sie verantwortlich, erst recht jetzt, nachdem er die Visionen aus Licht gesehen hatte. Jana war sein Gegenstück, dass wusste er. Sie hatte die gleichen Kräfte, zumindest, soweit er wusste. Sie hätte leicht aufzuspüren sein sollen. Eine Schneeflocke hätte sie verraten. Aber Jana war wie vom Erdboden verschluckt.

Caroline, eine junge Frau mit dunkelbraunen Haaren, begrüßte den Teenager an der Rezeption des Fitnessstudios. Sie kannte ihn noch nicht, also war er wohl ein Praktikant. Sie ging an ihm vorbei, ihre Sporttasche geschultert, direkt in die Frauenumkleide. Wie üblich hatte sie sie ganz für sich, als die einzige Stammkundin.

Florian, Schülersprecher und Streber, verließ gerade das Schulgelände. Der Schachclub war vorbei – er war müde und ausgelaugt. Doch er wusste, dass ihn zuhause nur sein Vater erwarten würde, der vermutlich mal wieder getrunken hatte. Er würde also wieder für sich selbst kochen müssen und durfte vermutlich auch gleich die Wohnung wieder aufräumen, wenn er nicht über eine Flasche fallen und sich das Genick brechen wollte. Er seufzte, als er sich auf den Weg machte.

Miriam und Marina kamen etwa zur gleichen Zeit nach Hause. Da sie sich beide mit ihrem puppenhaften Gesicht und Körper und den tiefen, braunen Augen bis ins letzte Detail glichen, war die Länge der sandfarbenen Haare das einzige, das die Zwillinge voneinander abhob. Marina, deren Zopf beinahe ihre Knie erreichte, war gerade von der Schule zurückgekommen, während Miriam mit ihrem kurzen Bob von der Arbeit, oder besser, von ihrer Ausbildung kam. Das zweite Mädchen hatte die Schule vor einigen Monaten abgebrochen. Sie könnten sich nicht noch mehr unterscheiden, trotz ihres Aussehens. Und obwohl der Tag zunächst wie jeder andere schien, war etwas anders. Marina fühlte sich nicht wohl, ganz und gar nicht. Als ihre Schwester Fieber maß, musste sie erschrocken 40°C vom Thermometer ablesen. Sofort wurde Marina ins Bett geschickt, wo sie für drei Tage blieb, bis Miriam sie ins Krankenhaus brachte, wo sie letztendlich starb. Die Diagnose lautete Grippe, eine besonders aggressive Art mit mutierten Erregern. Ihr Immunsystem hatte keine Chance gehabt.

Marina würde die Zweite nach Jana sein.
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