Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

JANA - Eine Chance von Eins zu Unendlich

von Muosaly
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Jack Frost OC (Own Character) Pitch
26.05.2019
20.10.2019
23
19.123
6
Alle Kapitel
20 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
12.06.2019 802
 
“Given a choice between my life and yours, I will choose mine. Every time. Without hesitation.”
Rae Carson, The Crown of Embers


Es war bitterkalt. Schneeböen und der Sturm verhinderten, dass man weiter als drei Meter sah und die Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt bedeuteten den sicheren Tod für jeden, der sich bei diesem Wetter im Nirgendwo herumtrieb.
Und doch tapste da ein Mädchen durch den Schnee. Ohne Jacke, Schuhe, Socken, Mütze, Schal oder ähnlichem kämpfte sie sich durch den Schneesturm, ohne wirklich ein Ziel vor Augen zu haben.
Jana wollte nur noch weg. Sie hatte es nicht glauben können, nicht glauben wollen; sie wollte nicht glauben, dass jemand sich da das Recht herausnahm, über sie zu bestimmen. Wenn es denn überhaupt ein Jemand war. Alles, was sie gesehen hatte, war schließlich eine Vision aus Licht. War das Schicksal? Nein. An so etwas glaubte sie nicht. Was sollte das also?

Jana irrte weiter umher. Seit sie aus der Werkstatt, oder besser, dem Palast des Weihnachtsmannes geflohen war, war sie irgendwie nur noch in der Gegend umhergerannt. Kurz darauf war der Sturm aufgezogen. Es kümmerte sie nicht, die Kälte machte ihr ohnehin nichts mehr aus und immerhin würden die anderen sie damit nicht so leicht finden können. Die anderen. Der Weihnachtsmann, die Zahnfee, der Osterhase, der Sandmann. Kindheitsmärchen. Und Jack. Sie wusste nicht, wie sie von ihm denken sollte. Hatte er von dem gewusst, war das alles insziniert und geschickte Manipulation? Oder hatte er aus tiefstem Herzen tatsächlich nur nett sein wollen? Irgendwie konnte sie nicht anders, als ihm die Vision übel zu nehmen, als wäre er für ihr Schicksal verantwortlich. Schicksal. Eigentlich glaubte sie an sowas doch nicht.
„Ich nehme es selbst in die Hand. Mich kontrolliert kein Schicksal.“
Ihr Flüstern war im Heulen des Windes nicht zu hören.

Einige Stunden später flüchtete sie sich in eine Höhle. Waren es denn Stunden gewesen? Vielleicht sogar Tage. Oder nur Minuten. Ihr Zeitgefühl hatte sie vollends verlassen. Das Heulen des Windes erschien in dem Unterschlupf ein wenig leiser. Jana atmete tief durch. Allein. Sicher. Irgendwie fühlte sie sich sicher. Seltsam. Aber bei Jack war sie sich die ganze Zeit beobachtet vorgekommen und jetzt... endlich allein.

„Wo zur Hölle ist sie hin?“, fluchte Jack leise, während er durch den Sturm irgendetwas zu erkennen versuchte. Nachdem sie erkannt hatten, dass Jana weg war, versuchten sie irgendwie das Mädchen zu finden. North war mit dem Schlitten unterwegs und Sandy hatte Schmetterlinge aus goldenem Sand losgeschickt, alles in der Hoffnung, sie möglichst schnell wiederzufinden. Bunnymund und Tooth waren zurückgeblieben, beide vertrugen Kälte nicht so gut und würden kaum etwas zur Suche beitragen können.
Es war frustrierend. Der Schnee und das Eis schienen sich seiner Kontrolle vollends entzogen zu haben, weshalb er den Sturm nicht beruhigen konnte. Er hatte die leise Befürchtung, dass Jana dafür verantwortlich war. Ob sie den Sturm nun bewusst oder unbewusst heraufbeschworen hatte war erst einmal unwichtig.
Er machte sich Sorgen. Da sie weggelaufen war ging er davon aus, dass sie das Gesehene und Gehörte nicht gut aufgenommen hatte. Auch wenn Jack das ebenfalls nicht besonders gefiel, Weglaufen war leider keine Option und speziell für jemanden wie Jana, die noch kein Wissen und keine Kontrolle über ihr neues Dasein hatte, extrem gefährlich. Er konnte nur hoffen, dass sie sie bald finden würden.

Jana währenddessen war... Nun ja, nicht eingeschlafen, aber man könnte es meinen, so wie sie mit geschlossenen Augen gegen die Höhlenwand gelehnt dasaß. Das Mädchen war endlos erschöpft, da sie die ganze Zeit unbewusst den Sturm aufrecht erhielt. Und so bemerkte sie den Schatten nicht, der still über die Höhlenwand wanderte.
„Armes Ding.“
Jana schreckte hoch, als sie diese Stimme hörte. Sie war dunkel, kalt, und trotzdem irgendwie sanft. Doch als sie sich umsah, konnte sie niemanden entdecken. Für ein paar Minuten stand sie einfach nur da und sah sich um in der Hoffnung, dass sich die Quelle der Stimme noch zeigen würde. Hatte sie sich das nur eingebildet? So langsam zweifelte sie an ihrem Verstand.
Zögerlich setzte sie sich wieder – sie hatte nicht einmal bemerkt, dass sie aufgestanden war. Verwirrt schüttelte sie ihren Kopf und atmete tief ein. Da nahm sie aus den Augenwinkeln einen Schatten war.
Sofort war sie wieder auf den Beinen. In der Höhle war keine Lichtquelle und kein anderes Lebewesen, hier dürfte kein sich bewegender Schatten sein. Und dieses Mal war sie sich sicher, dass sie sich nicht getäuscht hatte.

----------------------------------------

Ihr dachtet, heute kommt kein Kapitel mehr, oder? FALSCH GEDACHT! Ich habe extra vorproduziert, um euch mindestens zwei Wochen komplett nerven zu können! (Hier bitte böses Lachen einfügen)
Teil 2 der JANAserie ist mitlerweile in Planung, wird aber erst nach Beendigung dieser Geschichte gestartet. Dabei laufen die zwei Geschichten komplett unabhängig voneinander - ihr werdet schon sehen, dass das geht. Bis dahin, liebe Grüße von eurer Saly.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast