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JANA - Eine Chance von Eins zu Unendlich

von Muosaly
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Jack Frost OC (Own Character) Pitch
26.05.2019
20.10.2019
23
19.123
6
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20 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
09.06.2019 1.267
 
“Knowing too much of your future is never a good thing.”
Rick Riordan, The Lightning Thief


Ich war verwirrt, als ich wieder aufwachte. In einem fremden Zimmer, an einem fremdartigen Ort. Als ich mich aufsetzte, musste ich feststellen, dass ich alleine war. Dieser Junge... Jack war wohl gegangen, nachdem ich eingeschlafen war.
Ungeschickt kletterte ich aus dem Bett. Als ich mich nach Schuhen umsah, musste ich feststellen, dass nirgends welche waren. Irgendwie seltsam. Jack trug auch keine, wenn ich mich richtig erinnerte. Aber das war jetzt nicht von Bedeutung. Dann würde ich mich halt barfüßig auf den Weg machen.
Ich öffnete vorsichtig meine Zimmertür und lugte hinaus in den Flur. Leer. Alles war leer, keine Seele zu sehen. Es war mir unheimlich.
Ich tapse leise durch die Gänge und musste bald feststellen, dass ich mich vollends verlaufen hatte. Ich hatte keine Ahnung, wo ich war, aber die Halle, in der ich geendet hatte, war riesig. Der Globus, der in der Mitte des Raumes schwebte, zog meinen Blick in den Bann. Die Lichter wirkten hypnotisierend...
Ein Geräusch ließ mich aufschrecken, und hektisch drehte ich mich um – nur, um eine Säule aus dem Boden fahren zu sehen. Vorsichtig, misstrauisch beäugte ich sie. Ich verstand nicht, warum plötzlich diese Säule hochfahren sollte. So, wie sie vom Mondlicht beschienen wurde könnte man fast meinen, dass darauf etwas hätte liegen sollen, das präsentiert werden sollte. Fasziniert sah ich zu, wie ebenjenes Licht sich nun zu verfestigen schien und verschiedene Gestalten bildete.


Jack war gerade in einem anderen Raum, einem Teil der Werkstatt des Weihnachtsmannes gewesen, zusammen mit ebenjenem Rauschebart. Ihr Gesprächsthema war das Mädchen, das Jack aufgelesen hatte. Beide wussten beim besten Willen nicht, was es zu bedeuten hatte – oder wie sie dem offensichtlich labilen Ding helfen sollten. Irgendwann beschlossen sie das Gespräch auf später zu vertagen, wenn auch die andere Hüter anwesend sein würden.
Etwas frustriert gingen beide in Richtung der großen Halle zurück. Jack wollte nach Jana sehen, und das Zimmer befand sich nunmal auf der anderen Seite des Palastes, während der Weihnachtsmann... Jack hatte keine Ahnung, was der tun wollte, aber es kümmerte ihn auch nicht zu sehr.

Zuerst formte das Licht zwei Gestalten. Eine groß und kräftig gebaut – der Weihnachtsmann. Neben ihm eine stämmige Frau, die ihn fast noch überragte mit einer jungenhaften Kurzhaarfrisur. Ich wollte mir das genauer ansehen, aber bevor ich mich auf irgendein Detail konzentrieren konnte, hatte sich das Bild schon wieder verändert. Jetzt war da der Osterhase, der eine seiner Pfoten auf den Kopf eines Mädchens gelegt hatte, die wohl etwa in Janas Alter zu sein schien. Die kurze Bobfrisur war verwuschelt und sie trug ein schelmisches Grinsen im Gesicht, doch wieder verschwamm das Bild, bevor ich sie genauer betrachten konnte. Dann der Sandmann, neben ihm stand ein Mädchen zwischen den Sanddünen aus Licht, das genauso aussah wie das vorherige, nur, dass die Haare wohl ihr ganzes Leben noch nie geschnitten worden waren und ihr Gesichtsausdruck viel weicher war. Dann war da plötzlich die Zahnfee mit einem Jungen, der zwar nicht ganz so schlacksig war wie Jack, aber nah herankam. Und plötzlich war da Jack, und anstelle der Zahnfee-

Mit offenen Mund hatte Jack das Geschehen beobachtet, während der Weihnachtsmann einfach nur vor Überraschung große Augen machte. Sie beobachteten die wechselnden Bilder, und Jack beobachtete Jana, die, so in Gedanken verloren, die beiden gar nicht bemerkte. Zumindest nicht, bis der Weihnachtsmann das kleine Büchlein fallen ließ, dass er in seiner Hand gehalten hatte. Ein Teil von Jack fragte sich noch, was für ein Buch er da einfach grundlos mit sich herumtrug, als Jana erschrocken herumfuhr und die beiden entgeistert anschaute. Und auch wenn Jana dem Licht den Rücken zugedreht hatte, konnte Jack ihr leuchtendes Abbild neben seinem genau sehen.
Bevor er sich jedoch genauer darüber Gedanken machen konnte, sah er die Panik in ihren Augen. Nicht schon wieder. Er entschuldigte sich bei seinem langjährigen Freund, dass er bald zurück sein würde und er schonmal die anderen Hüter herbestellen sollte, während er Jana schnell aus der Halle zurück in das kleine Schlafzimmer führte.

„Was war das?“
Es überraschte Jack, dass sie so schnell von sich aus sprach. Er sah es als ein gutes Zeichen – sie schien sich wohl doch so langsam von dem emotionalen Schock ihres Todes zu erholen.
„Ganz ehrlich? Ich weiß es auch nicht. Deshalb muss ich auch gleich wieder los... Mit den anderen beraten. Vielleicht wissen die mehr.“
„Ist.... ist da was Geheimes daran?“ Die Frage machte ihn stutzig und sie musste seine Verwirrung wohl gesehen haben, denn Jana sprach schnell weiter. „Darf ich mit? Mit zuhören? Ich... Ich bin verwirrt und... ich schätze, ich sollte schonmal damit anfangen, mich an seltsame Sachen zu gewöhnen.“
Jack war nun offen überrascht. Er legt sich seine Worte sorgfältig zurecht, bevor er ihr antwortete.
„Ich denke nicht, dass es ein Problem darstellen würde.... Aber alle Hüter werden da sein, und ich kann dir nicht garantieren, dass sie dich in Ruhe lassen werden.“
„ ... Okay.“

Die Hüter sahen etwas verdutzt drein, als Jack zusammen mit Jana in die Halle zurückkehrte. Das Mädchen zog den Kopf ein – sie hasste es, so viele Blicke auf sich gerichtet zu haben. Doch in gewisser Weise hatte sie wohl Glück. Die Hüter erinnerten sich noch gut an ihre Panikattacke vom Vortag und beschlossen stumm, sie erstmal weder in ein Gespräch einzubeziehen noch großartig zu beachten, sodass sie die Rolle des Beobachters einnehmen konnte.
„Also, womit hab'n wir's hier zu tun?“ Der Osterhase ergriff das Wort zuerst. In kurzen Worten und mit mehr Grammatikfehlern als erlaubt schilderte der Weihnachtsmann, was Jack, er und Jana beobachtet hatten.
„Nur damit ich's richtig verstehe“, der Osterhase war wieder der erste, der sprach, „des Mädel is der Grund dafür? Für sie is die Vision doch erschien', oder?“
Jana schien in ihrer Ecke hinter Jack kleiner zu werden. Es war offentsichtlich, dass sie dem Wintergeist in dieser Runde am meisten vertraute.
„Scheint so“, antwortete Jack mit einem Schulterzucken. „Frage ist jetzt nur, was das bedeuten soll.“
Ein langes, schweres Schweigen erfüllte die Halle, bis, mal wieder, der Osterhase das Wort ergriff.
„Sach mal, seid ihr alle blöd oder tut ihr nur so?!“
Alle in der Runde sahen ihn etwas unverständlich an, woraufhin er nur frustriert schnaubte.
„Ich fasses net! Kommt schon, immer 'n Kerl und 'n Mädel...“
Der Zahnfee schien als erste ein Licht aufzugehen.
„Partner! Natürlich! Die Frau vom Weihnachtsmann und dem Sandmann!“
Nun schien auch Jack zu verstehen.
„Das sind die bekanntesten. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass es solche Geschichten auch zum Rest von uns gibt.“
Auch Jana verstand in diesem Moment, auch wenn ihr das ganz und gar nicht gefiel. Im Gegensatz zu den anderen jedoch blieb sie still.
„Häh?“ Während auch dem Sandmann ein Licht aufzugehen schien, blieb der Weihnachtsmann weiterhin ratlos.
Fassungslos und mittlerweile außer sich wegen der langen Leitung erklärte der Osterhase dem Weihnachtsmann alles ganz genau in Details mit deutlich mehr Schimpfwörtern als nötig – und das von jemandem, dessen „Job“ sich um Kinder drehte. Während Tooth ihr Bestes gab, um ihn auszubremsen, beobachtete Jack die Szene nur amüsiert. Doch schlich sich langsam ein ungutes Gefühl bei ihm ein, das er nicht abschütteln konnte. Irgendwann drehte er sich dann um, um zu sehen, wie Jana auf diese Neuigkeit reagierte.

Doch Jana stand nicht mehr hinter ihm.

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Hallo! Diesmal kommt das Kappi tatsächlich rechtzeitig. Ich hätte gern mal eine Rückmeldung, wie ihr die Geschichte findet - ich weiß, dass mein Schreibstil manchmal etwas speziell sein kann, aber ich wüsste gerne, was ich verbessern könnte :D
Bis Mittwoch oder Sonntag, eure Saly
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