Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

JANA - Eine Chance von Eins zu Unendlich

von Muosaly
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Jack Frost OC (Own Character) Pitch
26.05.2019
20.10.2019
23
19.123
6
Alle Kapitel
20 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
11.10.2019 847
 
“Stay away from lazy parasites, who perch on you just to satisfy their needs, they do not come to alleviate your burdens, hence, their mission is to distract, detract and extract, and make you live in abject poverty.”
― Michael Bassey Johnson


Dieser Traum... Ich hatte vor ein paar Jahren einen Traum, glaube ich. Ich kann mich an meine Träume nur selten erinnern, aber obwohl ich diesen vergessen wollte, ist er nie komplett aus meinem Kopf verschwunden. Wie in einer schlechten Romanze, ein süßer Junge mit weißen Haaren und Augen wie... Aus irgendeinem Grund habe ich sie noch genau in Erinnerung. Gerne würde ich sie mit Eisflächen vergleichen, aber dafür waren sie zu warm. Für das Wasser waren sie zu hell, und sie waren nicht von so grellem Blau wie der Himmel. Bis heute ist mir kein passender Vergleich eingefallen.
Der Andere dagegen war wie ein Bilderbuchbösewicht, schwarze Haare und Augen und Kleidung und leichenblasse Haut – irgendwie erinnert mich das an einen Vampir. Dann war da noch der goldene Zwerg, ein Bodybuilderhase und ein Mädchen, das aussah wie eine Mischung aus Mensch, Drache und Libelle. Und eine gruselige Version vom Weihnachtsmann.
Warum konnte ich mich nur an die seltsamen Träume erinnern?
Und vorallem, warum jetzt? Ich muss für die Prüfungen lernen. Morgen muss ich auf Englisch drei erwartungsvollen Lehrern Rede und Antwort stehen können. In meinem Kopf dreht sich alles.

Jana... Was zur Hölle hast du angestellt...
Ich sehe von den Stapeln Papierkram auf. Mir ist, als hätte ich eine Stimme gehört. Nein, gehört ist das falsche Wort...

„Ich bin stolz auf dich. Das ist kein einfacher Trick.“
Marina hatte sich hingesetzt und dem Sandmann schuldbewusst berichtet, was vor einigen Wochen passiert war.
„Jetzt wissen wir, warum du kaum Fortschritte machst, deine Kraft ist anderweitig gebunden.“
Marina konnte es einfach nicht glauben, wie konnte er immer noch so verständnisvoll sein? Nein, sogar stolz? Sie hatte die Vermutung, dass er einfach nur verhindern wollte, dass sie sich schlecht fühlte.
„Die anderen Hüter werden sauer sein.“
Sandy schmunzelte nur und schüttelte leicht den Kopf.
„Die anderen Hüter müssen nicht immer alles wissen.“

„Du weißt, wo Jana steckt?!?“
Jack war erst genervt gewesen, als Sandy ihn zu sich gerufen hatte – er hatte sich mit Caroline unterhalten und gerade angefangen, mit seinen Kräften anzugeben. Dafür, dass sie mehr wie ein Mann als wie eine Frau aussah, war Caro immer noch ein kleines Mädchen im Herzen. Er hatte das Gefühl, dass er sich in Zukunft besser mit der Gefährtin des Weihnachtsmannes als mit North selbst verstehen würde.
Aber jetzt war er aufgekratzt, aufgeregt.
„Wo ist sie?“
Vor Sandy erschien ein goldener Globus, wobei Sandy auf Janas aktuellen Aufenthaltsort zeigte. Der Globus wandelte sich und nun imitierte der Sand das Innere der Tropfsteinhöhle.
„Eine Höhle? Dann ist sie also wieder bei-“
Bevor er den Satz nur zu Ende sprechen konnte, schüttelte der Sandmann den Kopf.
„Aber was hat sie dann da zu suchen?“
Der Sand nahm Janas Gestalt an, wie sie zusammengerollt dalag und die Augen geschlossen hatte.
„Sie... schläft?“
Auf seiner goldenen Wolke schwebte der Sandmann zum Fenster und bedeutete Jack, ihm zu folgen.

„Stop.“
Dieses Gefühl ist mir fremd. Ich bin sauer.
Nein, falsches Wort. Ich bin nicht sauer, dafür bin ich zu ruhig. Was in mir kocht ist eine ruhige Wut. Nicht wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbrechen, nein, ich bin nicht dabei, zu explodieren. Ich habe mich völlig unter Kontrolle.
„Es reicht. Stop.“
Mein Vater schaut mich wütend an. Meine kalte gegen seine heiße Wut. Nein, meine Wut kocht nicht, sie ist wie ein undurchdringlicher Schneesturm. Kalt und tödlich.
„Ich hab die Schnauze voll. Ich werde nicht wegen dir meine Pläne ändern. Nicht wegen einem Vater, der für mich vor fünf Jahren gestorben ist. Du denkst doch auch, Kindererziehung bedeutet nur, ihnen genug Geld zuzustecken!“
Meine Mutter kommt ins Zimmer, schreit mich an. Mein Vater ist genauso stumm wie ich, schaut mich nur mit dieser unterdrückten Wut an. Ich weiß, dass er mich jetzt gerne schlagen würde. Ich wende meinen Blick nicht ab. Die Worte meiner Mutter nehme ich gar nicht richtig wahr. Ich weiß nur, dass sie will, dass ich mich für das Gesagte entschuldige. Einen Teufel werde ich tun.
„Mir reichts. Und wenn ich nur mit eingeklagtem Unterhalt klarkommen muss, ich lass mir von euch nicht vorschreiben, auf welche Uni ich zu gehen habe, was ich studieren soll, wohin ich ziehen soll und mit wem ich zu tun haben darf. Ich bin keine Fünfjährige mehr, die ihr wie eine Puppe genau das machen lassen könnt, was ihr wollt. Überraschung! Ich hab selbst einen Willen und eine Meinung und ich bin es leid, meine ganze Energie darauf zu verschwenden es immer allen Recht zumachen!“
Meine Stimme wird immer lauter.
„Ausnahmsweise denke ich mal nur an mich, zum allerersten Mal, und nur weil ich das Leben so leben will, dass es mich glücklich macht dürft ihr mich nicht anschreien! Ich bin's so leid!“

Nie wieder will ich nur für andere leben. Ich muss auch an mich denken dürfen.

----------------------------------------------

*versteckt sich peinlich berührt in der Ecke*
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast